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Vollständige Version anzeigen : Aus für Steuersparfonds


Claudia
08-11-2005, 23:10
Reine Steuersparmodelle (z.B. Medien- und Windkraftfonds) sollen so nicht mehr möglich sein, Verluste sollen nur noch mit Gewinnen aus dem gleichen Fonds verrechnet werden können.

Ist m.E. nicht verkehrt, insbesondere das Geld aus den Medienfonds ist doch überwiegend in Hollywood-Produktionen geflossen (und da haben sich die steuersparfreudigen Anleger dann von cleveren Studiobossen gründlich über den Tisch ziehen lassen).

http://www.n-tv.de/599559.html

Mauberzaus
10-11-2005, 15:03
April, April :

Überraschend erhalten Steuersparfonds doch noch einmal eine Schonfrist.
(http://www.faz.net/s/Rub04800A2BAF024C88B735731D412C18AB/Doc~E904F5BDD0DE147EBB0969170BF82382D~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
Nachdem am Dienstag das Ende der Anlageform durch eine im Umlaufverfahren zu beschließende Vorlage für den Donnerstag noch als ausgemacht galt, lehnten die Minister von Bündnis90/Die Grünen den Gesetzentwurf ab.

Claudia
10-11-2005, 20:24
Ein letztes Abschiedsgeschenk an die eigene Wählerklientel... :rolleyes:

FORE !
11-11-2005, 06:55
Ein letztes Abschiedsgeschenk an die eigene Wählerklientel... :rolleyes:

Stimmt, die Grünen haben die FDP längst als "Partei der Besserverdienenden" abgelöst. :floet:

Claudia
11-11-2005, 07:18
Liegt an den Studenten, die von Anfang an dabei waren - und die jetzt gut verdienende Akademiker sind. Unter Lehrern soll es besonders viele Grüne geben...

Ballack23
11-11-2005, 14:08
Unter Lehrern soll es besonders viele Grüne geben...

Leider :mad:

RAPtile
11-11-2005, 14:12
Leider :mad:

Wieso leider..sozialpädagogen achten eben auf die Umwelt...und nennen ihr kind Jörn-Michael oder so ;)

Muttermilch
12-11-2005, 06:55
Liegt an den Studenten, die von Anfang an dabei waren - und die jetzt gut verdienende Akademiker sind. Unter Lehrern soll es besonders viele Grüne geben...Nee, liegt an der Windkraftlobby, die Trittin bearbeitet hat.

Wobei es auch ein Schweinerei ist, langjährig geplante Projekte mit einer Frist von 3 oder 4 Tagen - ohne jegliche Übergangsfrist - abzusägen und so gegebenenfalls Firmen in den Konkurs zu treiben und aus Dogmatismus wieder etliche neue Arbeitslose zu produzieren.

Muttermilch
12-11-2005, 14:51
Hab gerade auch gelesen, dass Trittins Bruder Uwe zufällig für eine Vermögensberatungsgesellschaft tätig ist, zu deren Klientel auch die Zielgruppe entsprechender steuersparorienter Fonds zählt.

Claudia
13-11-2005, 03:01
Nee, liegt an der Windkraftlobby, die Trittin bearbeitet hat.


Mißverständnis. ;)

Mein Kommentar bezog sich darauf, warum Grün jetzt die "Partei der Besserverdienenden" ist...

Muttermilch
13-11-2005, 09:03
Mißverständnis. ;)

Mein Kommentar bezog sich darauf, warum Grün jetzt die "Partei der Besserverdienenden" ist...
Nee, hast auch nicht Unrecht damit, dass die Grünen einer Partei der Besserverdiener sind. "Normale" Leute können es sich deren Politik auch nicht leisten. Alleine dieser unnötig verteuerte Strom... :ko:

Huber
13-11-2005, 10:01
Nee, hast auch nicht Unrecht damit, dass die Grünen einer Partei der Besserverdiener sind. "Normale" Leute können es sich deren Politik auch nicht leisten. Alleine dieser unnötig verteuerte Strom... :ko:

Oder das unnötig verteuerte Benzin. :rolleyes:

Muttermilch
24-11-2005, 13:07
So, die Entscheidung steht.

Das Verlustausgleichsverbot nach § 15b wurde mal wieder rückwirkend beschlossen. :ko:


Naja, wenigstens ist das Thema jetzt geklärt.

Claudia
24-11-2005, 13:09
Und das hier sagt das BMF zum Thema:




Weiterer wichtiger Schritt zum Abbau von Steuervergünstigungen auf den Weg gebracht


Zum Beschluss einer Formulierungshilfe für ein Gesetz zur Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen der Fraktionen der CDU/CSU und SPD durch das Kabinett erklärt das Bundesministerium der Finanzen:

Immer mehr Steuerpflichtige versuchen, ihre Steuerbelastung durch Zeichnung von so genannten Steuerstundungsmodellen zu reduzieren. Dabei handelt es sich um Fonds in Form von Personengesellschaften, die ihren Anlegern in der Anfangsphase hohe Verluste zuweisen. Diese Investitionen werden häufig nur wegen des damit verbundenen steuerlichen Vorteils getätigt und führen damit nicht nur zu Fehlallokation des Kapitals, sondern auch jährlich zu erheblichen Steuerausfällen.

Die Attraktivität dieser Steuerstundungsmodelle soll nunmehr durch eine Verlustverrechnungsbeschränkung wirkungsvoll eingeschränkt werden. Zukünftig sollen die Verluste nur noch mit späteren positiven Einkünften aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden können.

Betroffen sind insbesondere Verluste aus Medienfonds, Schiffsbeteiligungen (soweit sie noch Verluste vermitteln), New Energy Fonds, Leasingfonds, Wertpapierhandelsfonds und Videogamefonds. Nicht betroffen sind Private Equity und Venture Capital Fonds, da diese ihren An*legern konzeptionell keine Verluste zuweisen.

Von der Verlustverrechnungsbeschränkung werden neben Verlusten aus gewerblichen Steuerstundungsmodellen auch Verluste aus selbständiger Arbeit, aus typisch stillen Gesellschaften, Vermietung und Verpachtung (insbesondere geschlossene Immobilien*fonds) und sonstigen Einkünften (insbesondere sog. Renten-/ Lebensversicherungsmodelle gegen fremdfinanzierten Einmalbetrag) erfasst. Dies dient der Vermeidung von Um*gehungsgestaltungen und der Gewährleistung der Gleichheit der Besteuerung.

Die Verlustverrechnungsbeschränkung gilt für Verluste aus Steuerstundungsmodellen, denen ein Steuerpflichtiger nach dem 10. November 2005 beitritt oder für die nach dem 10. November 2005 mit dem Außenvertrieb begonnen wurde.

Durch die Verlustverrechnungsbeschränkung wird ein Anreiz zu mehr Rentabilität gesetzt und die Förderung volkswirtschaftlich fragwürdiger Steuersparmodelle beendet, die insbesondere von Steuerpflichtigen mit höheren Einkünften genutzt werden, um ihre Steuerbelastung zu senken. Die Neuregelung trägt damit zu mehr Steuergerechtigkeit bei.

(c) Bundesministerium der Finanzen

Herausgegeben vom Referat Information und Publikation des
Bundesministeriums der Finanzen
Wilhelmstraße 97. 37, 10116 Berlin
Telefon 01888.682.3300
Telefax 01888.682.4420
buergerreferat@bmf.bund.de

Muttermilch
24-11-2005, 13:21
Fehlallokation seh ich auch so. Siehe das Chaos in den neuen Bundesländern oder Windkraft. ;)

Unsinnig teilweise auch, wenn Investitionen im Ausland gefördert wurden (Filme, Schiffsbau).

Ein Mehr an Steuereinnahmen erwarte ich jetzt nicht unbedingt, da die Anleger ja nicht so bescheuert sind, jetzt plötzlich freiwillig für alle Einkünfte den Höchststeuersatz zu bezahlen. Das Geld wird jetzt verstärkt ins Ausland fließen, um dort - wenn man hier schon keine Abschreibungen mehr realisieren zu kann - wenigstens steuerfreie/-begünstigte Erträge bei oftmals besseren Renditen zu erzielen. Einen positiven Effekt für unsere Finanzlage und Volkswirtschaft erwarte ich jetzt eher nicht.

Das wär erst bei einer radikalen strukturellen Steuerreform möglich, zu der unsere neue Bundesregierung offensichtlich nicht willens und fähig ist. So geht das Gestümper einfach weiter, auch der neue Finanzminister wieder nur jammern und lügen und in 2007 kommt der Konjunktureinbruch nach der Mehrwertsteuererhöhung. :rolleyes:

mark49
24-11-2005, 14:16
Es wird Zeit, den Bund der Steuerberater als kriminelle Vereinigung einzustufen. Es ist ohnehin lächerlich, solche offensichtlichen Umgehungskonstruktionen durchgehen zu lassen. Das fällt meiner Ansicht nach alles unter §117 BGB und wenn nicht direkt, dann auf jedem Fall analog!

Gorres
24-11-2005, 14:28
Es wird Zeit, den Bund der Steuerberater als kriminelle Vereinigung einzustufen. Es ist ohnehin lächerlich, solche offensichtlichen Umgehungskonstruktionen durchgehen zu lassen. Das fällt meiner Ansicht nach alles unter §117 BGB und wenn nicht direkt, dann auf jedem Fall analog!

Manchmal redest Du echt Stuß. Was bitte ist dann eine Regierung, die mit ihren Haushalten permanent die Verfassung - unser höchstes Gesetz - verletzt?

Muttermilch
24-11-2005, 15:00
Es wird Zeit, den Bund der Steuerberater als kriminelle Vereinigung einzustufen. Es ist ohnehin lächerlich, solche offensichtlichen Umgehungskonstruktionen durchgehen zu lassen. Das fällt meiner Ansicht nach alles unter §117 BGB und wenn nicht direkt, dann auf jedem Fall analog!:confused:

Durch unser undurchsichtiges Steuersystem mit hohen Steuersätzen und Millionen von Ausnahmeregelungen zur Abfederung und zur Investitionslenkung werden doch erst Anreize geschaffen, sich Steuersparmodelle zu überlegen. Mit geschickter Gestaltung der Steuererklärung lässt sich viel mehr verdienen als mit ehrlicher Arbeit.
Das ist die traurige Wahrheit.

Das System ist ineffizient und kriminell (weil es intelligente Menschen bevorzugt und die braven, nicht fachlich gebildeten, "dummen" Steuerzahler benachteiligt), nicht die Menschen, die sich des Systems im Rahmen der unzähligen Regelungen bedienen.

bine1
29-11-2005, 07:19
Fehlallokation seh ich auch so. Siehe das Chaos in den neuen Bundesländern oder Windkraft. ;)

Unsinnig teilweise auch, wenn Investitionen im Ausland gefördert wurden (Filme, Schiffsbau).

Ein Mehr an Steuereinnahmen erwarte ich jetzt nicht unbedingt, da die Anleger ja nicht so bescheuert sind, jetzt plötzlich freiwillig für alle Einkünfte den Höchststeuersatz zu bezahlen. Das Geld wird jetzt verstärkt ins Ausland fließen, um dort - wenn man hier schon keine Abschreibungen mehr realisieren zu kann - wenigstens steuerfreie/-begünstigte Erträge bei oftmals besseren Renditen zu erzielen. Einen positiven Effekt für unsere Finanzlage und Volkswirtschaft erwarte ich jetzt eher nicht.

Das wär erst bei einer radikalen strukturellen Steuerreform möglich, zu der unsere neue Bundesregierung offensichtlich nicht willens und fähig ist. So geht das Gestümper einfach weiter, auch der neue Finanzminister wieder nur jammern und lügen und in 2007 kommt der Konjunktureinbruch nach der Mehrwertsteuererhöhung. :rolleyes:

Wieso sollte man schlechte amerikanische Filme oder ausländischen Schiffsbau steuerlich absetzten ?Investitionen im Inland müssten absetzbar sein.Ob es einen positiven effekt für unsere Fiananzlage gibt muss erst noch zeigen,aber gerecht ist, wenn jetzt auch große Firmen Steuern zahlen und nicht die kleinen bluten die von ihrem mageren Gewinn auch noch ihr versteuertes geld in sich investieren um konurenzfähig zu sein.Ich finde hier sollte mal der Schiffsbau gefördert werden.Es ging ja auch nicht darum irgendetwas zu fördern ,sondern die Gewinne gezielt in diese Fonds einzubringen die absichtlich Verluste machen.Und dann nicht nur die Verluste wie es richtig wäre mit den Aktiengewinnen gegenzurechenen ,sondern mit den anderen Einnahmen der Firmen aus dem INLAND !
Das benachteiligt doch die die ihre Steuern ehrlich hier zahlen.
@ Mark was kann den der Bund der Steuerberater dafür? Meiner sagt schon seit Jahren das bestimmte Gesetze Mist sind,er nimmt Änderungen erst dann ernst wenn sie in kraft treten.Wen es danach geht hätte man sich schon vor vier Jahren nicht mehr trauen können zu bauen,solange reden die mindestens schon über die Abschaffung der Eigenheimzulage.Er hofft schon gar nicht mehr das sich bei den Steuersätzen etwas zur vereinfachung ändert.Und jeder der sseine Steuererklärung unterschreibt ,steht theoretisch mit einem Bein im Knast.Weil Du sie nie im Leben ganz und gar verstehst und gar nicht weißt was Du bei den Ausnahmeregelungen und Formulierungen eigentlich unterschrieben hast.
Aussderdem arbeiten Steuerberater bekanntlich nicht nur für uns,sondern sind auch dem Staat verpflichtet.
Vielleicht sollte mal lieber jemand Finanzminister werden der sich damit auskennt,und davon Ahnung hat z.b ein Steuerberater.Da würden noch ganz andere Subventionen geändert.

Claudia
30-11-2005, 15:05
Es wird Zeit, den Bund der Steuerberater als kriminelle Vereinigung einzustufen. Es ist ohnehin lächerlich, solche offensichtlichen Umgehungskonstruktionen durchgehen zu lassen. Das fällt meiner Ansicht nach alles unter §117 BGB und wenn nicht direkt, dann auf jedem Fall analog!

So weit ist es noch nicht, aber ab dem kommenden Jahr können private Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.