Gast.
24-02-2002, 13:38
Mit dem 30-km-Langlauf der Frauen und dem mit viel Spannung erwarteten Eishockey-Finale der Männer zwischen den USA und Kanada gehen heute die XIX. Olympischen Winterspiele in Salt Lake City zu Ende - höchste Zeit für eine Bilanz.
Das sportliche Fazit
Das deutsche Olympia-Team hat das selbstgesteckte Ziel, wie in Nagano vor vier Jahren erfolgreichste Wintersportnation zu werden, erreicht. Mit voraussichtlich 12 Gold-, 16 Silber- und 7 Bronzemedaillen gewann Deutschland noch einmal sechs Medaillen mehr als 1998 - nie zuvor hat ein Land bei Olympischen Winterspielen mehr Edelmetall gewonnen. Zwar erfüllte sich auch für die deutsche Mannschaft nicht jede Hoffnung, Enttäuschungen wie die indiskutablen "Leistungen" der alpinen Skifahrer blieben aber die Ausnahme, die positiven Überraschungen überwogen eindeutig.
Auch in der Schweiz wird man Salt Lake City in positiver Erinnerung behalten. Mit 11 Medaillen ( 3 Gold-, 2 Silber- und 6 Bronzemedaillen) und Platz zehn im Medaillenspiegel hat auch die eidgenössische Olympiamannschaft ihr Nagano-Ergebnis von sieben Medaillen deutlich übertroffen - einzig das Abschneiden des alpinen Skiteams, das nur eine einzige magere Bronzemedaille gewinnen konnte, konnte keine Begeisterung auslösen. Die grandiosen Siege des neuen Skisprung-Superstars Simon Ammann konnten das allerdings mehr als ausgleichen.
In Österreich dagegen hängen die Fahnen fast schon auf Halbmast - obwohl dazu keinerlei Anlass besteht. 16 Medaillen (2 Gold-, 4 Silber- und 10 Bronzemedaillen) sind zwar eine Medaille weniger als 1998, im amerikanischen Medaillenspiegel belegt Österreich damit aber einen mehr als respektablen fünften Platz. Mehr erwartet hatte man sich allerdings - besonders von den alpinen Skifahrerinnen und Skifahrern, die "nur" achtmal auf dem olympischen Podest standen. Trotzdem sind Eberharter & Co. nach wie vor mit Abstand die führende Ski-Alpin-Nation. Vergessen sollte man dabei auch nicht, dass Österreich verletzungsbedingt auf zahlreiche Ski-Asse verzichten musste - Hermann Maier und Mario Matt sind dafür nur zwei Beispiele. Besser als ihr Abschneiden bei Olympia sind zweifellos auch die österreichischen Skispringer, die in Salt Lake City überraschend ohne Medaillengewinn blieben.
Der Gastgeber
Die Spiele von Salt Lake City waren vielleicht nicht "the best games ever", wie es der ehemalige IOC-Präsident Samaranch genauso oft wie meistens falsch jedem Veranstalter bescheinigte - aber die Erwartungen wurden doch deutlich übertroffen. Überall ausverkaufte Wettkampfstätten und begeisterte Zuschauer, die eben nicht nur die Leistungen der einheimischen Sportler bejubelten - da kam dann auch bei Athleten und Berichterstattern aus aller Welt echte Freude auf. Dass Spiele in den USA nach den Terroranschlägen vom 11. September nicht völlig unbeschwert sein konnten, war schon vorher klar. Alles in allem waren es also gute Spiele, auch wenn Lillehammer 1994 nach wie vor das Maß aller Dinge bleiben wird.
TV und anderer Schwachsinn
Mehr als einmal habe ich mir während der letzten 16 Tage gewünscht, Pay-TV oder SF-DRS empfangen zu können, denn die olympische Berichterstattung der beiden deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kann man getrost als katastrophal bezeichnen. Belangloses und inkompetentes Dauergelaber waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Während in Salt Lake City Entscheidungen fielen, nervte man uns hierzulande gerne und oft mit Werbung, uninteressanten Hintergrundberichten, langweiligen Gewinnspielen und eitler Selbstdarstellung. Olympisches Feeling kam da nur selten auf. Und noch eine Unsitte trieb mir die Zornesröte ins fassungslose Gesicht: das peinlich-infantile Gesabbel der sogenannten Experten. Niemand brauchte beispielsweise eine Katarina Witt, die außer dummem Gegacker und debilem Dauergegrinse wirklich nichts zu bieten hatte. Eine gute Figur machte die Witt nur auf dem Eis und im Playboy - dabei hätte man es dann auch belassen sollen.
Ach ja: Anastacia und Cher hasse ich jetzt auch. Vielen Dank, ARD und ZDF.
Und sonst ?
Für mich persönlich das Highlight dieser Spiele: dieses Subforum. Hier konnte man gemeinsam mit anderen Coubertain-Junkies friedlich und nach Herzenslust seiner Sucht nach Olympia fröhnen, und hier gab es auch alle wichtigen Infos zu und rund um Olympia in Salt Lake City.
In der Tat - das hat viel Spaß gemacht :).
See you in Athen 2004 :wink: !
Das sportliche Fazit
Das deutsche Olympia-Team hat das selbstgesteckte Ziel, wie in Nagano vor vier Jahren erfolgreichste Wintersportnation zu werden, erreicht. Mit voraussichtlich 12 Gold-, 16 Silber- und 7 Bronzemedaillen gewann Deutschland noch einmal sechs Medaillen mehr als 1998 - nie zuvor hat ein Land bei Olympischen Winterspielen mehr Edelmetall gewonnen. Zwar erfüllte sich auch für die deutsche Mannschaft nicht jede Hoffnung, Enttäuschungen wie die indiskutablen "Leistungen" der alpinen Skifahrer blieben aber die Ausnahme, die positiven Überraschungen überwogen eindeutig.
Auch in der Schweiz wird man Salt Lake City in positiver Erinnerung behalten. Mit 11 Medaillen ( 3 Gold-, 2 Silber- und 6 Bronzemedaillen) und Platz zehn im Medaillenspiegel hat auch die eidgenössische Olympiamannschaft ihr Nagano-Ergebnis von sieben Medaillen deutlich übertroffen - einzig das Abschneiden des alpinen Skiteams, das nur eine einzige magere Bronzemedaille gewinnen konnte, konnte keine Begeisterung auslösen. Die grandiosen Siege des neuen Skisprung-Superstars Simon Ammann konnten das allerdings mehr als ausgleichen.
In Österreich dagegen hängen die Fahnen fast schon auf Halbmast - obwohl dazu keinerlei Anlass besteht. 16 Medaillen (2 Gold-, 4 Silber- und 10 Bronzemedaillen) sind zwar eine Medaille weniger als 1998, im amerikanischen Medaillenspiegel belegt Österreich damit aber einen mehr als respektablen fünften Platz. Mehr erwartet hatte man sich allerdings - besonders von den alpinen Skifahrerinnen und Skifahrern, die "nur" achtmal auf dem olympischen Podest standen. Trotzdem sind Eberharter & Co. nach wie vor mit Abstand die führende Ski-Alpin-Nation. Vergessen sollte man dabei auch nicht, dass Österreich verletzungsbedingt auf zahlreiche Ski-Asse verzichten musste - Hermann Maier und Mario Matt sind dafür nur zwei Beispiele. Besser als ihr Abschneiden bei Olympia sind zweifellos auch die österreichischen Skispringer, die in Salt Lake City überraschend ohne Medaillengewinn blieben.
Der Gastgeber
Die Spiele von Salt Lake City waren vielleicht nicht "the best games ever", wie es der ehemalige IOC-Präsident Samaranch genauso oft wie meistens falsch jedem Veranstalter bescheinigte - aber die Erwartungen wurden doch deutlich übertroffen. Überall ausverkaufte Wettkampfstätten und begeisterte Zuschauer, die eben nicht nur die Leistungen der einheimischen Sportler bejubelten - da kam dann auch bei Athleten und Berichterstattern aus aller Welt echte Freude auf. Dass Spiele in den USA nach den Terroranschlägen vom 11. September nicht völlig unbeschwert sein konnten, war schon vorher klar. Alles in allem waren es also gute Spiele, auch wenn Lillehammer 1994 nach wie vor das Maß aller Dinge bleiben wird.
TV und anderer Schwachsinn
Mehr als einmal habe ich mir während der letzten 16 Tage gewünscht, Pay-TV oder SF-DRS empfangen zu können, denn die olympische Berichterstattung der beiden deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kann man getrost als katastrophal bezeichnen. Belangloses und inkompetentes Dauergelaber waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Während in Salt Lake City Entscheidungen fielen, nervte man uns hierzulande gerne und oft mit Werbung, uninteressanten Hintergrundberichten, langweiligen Gewinnspielen und eitler Selbstdarstellung. Olympisches Feeling kam da nur selten auf. Und noch eine Unsitte trieb mir die Zornesröte ins fassungslose Gesicht: das peinlich-infantile Gesabbel der sogenannten Experten. Niemand brauchte beispielsweise eine Katarina Witt, die außer dummem Gegacker und debilem Dauergegrinse wirklich nichts zu bieten hatte. Eine gute Figur machte die Witt nur auf dem Eis und im Playboy - dabei hätte man es dann auch belassen sollen.
Ach ja: Anastacia und Cher hasse ich jetzt auch. Vielen Dank, ARD und ZDF.
Und sonst ?
Für mich persönlich das Highlight dieser Spiele: dieses Subforum. Hier konnte man gemeinsam mit anderen Coubertain-Junkies friedlich und nach Herzenslust seiner Sucht nach Olympia fröhnen, und hier gab es auch alle wichtigen Infos zu und rund um Olympia in Salt Lake City.
In der Tat - das hat viel Spaß gemacht :).
See you in Athen 2004 :wink: !