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Alt 02-04-2005, 15:57
Gorgona
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Darf der Staat anordnen einem Menschen die lebenserhaltenden Maßnahmen zu verweigern?

Aus dem Thread überTerri Shiavo habe ich erst erfahren, daß es in Texas ein Gesetz gibt, bizarrerweise von Bush unterzeichnet, daß lebenserhaltende Maßnahmen gegen den Willen der Angehörigen einstellen kann, wenn z.B. Rechnungen nicht bezahlt werden.

Zitat:
Das ebenfalls von Gouverneur Bush abgezeichnete Gesetz, demzufolge Krankenhäuser in Texas lebenserhaltende Maßnahmen gegen den Willen der Angehörigen einstellen können – etwa wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können – wurde vor zwei Wochen erstmals angewandt. Gegen den Willen seiner Mutter entfernten Ärzte in Houston den Atemschlauch für den schwerstbehinderten sechs Monate alten Jungen Sun Hudson.Die religiöse Rechte schwieg. Bush auch. Weil es keine guten Bilder gab? Das Krankenhaus hatte Reportern den Zutritt verweigert, da sie angeblich Persönlichkeitsrechte verletzten. Nach Schätzungen der „American Academy of Neurology“ vegetieren in den USA rund 25000 Erwachsene und 10000 Kinder in einem ähnlichen Wachkoma vor sich hin wie Schiavo und Sun Hudson. Auch von ihnen spricht niemand.
.
Quelle

In
diesem Netzfundstück stellt der Verfasser die Unterschiede zu Shiavos Fall auf. (Leider existieren die Links zu dem Krankenhaus nicht mehr.)

Zitat:
The Texas cases contrast with the Schiavo case in two ways:

1. Schiavo is in a persistent vegetative state, but isn't terminal. The two Texas patients were terminal but not vegetative. [Or perhaps they were in fact vegetative: see third update below.] It seems to me that the distinction between a patient who is aware and a patient who isn't aware is the morally relevant one, while the disctinction between a death that is sure to occur soon and a death that is sure to occur eventually is morally irrelevant. (Try pleading as a defense to a murder charge that the victim had a terminal ailment.)

2. Terry Schiavo's husband has decided that she would have wanted to die, and the courts have upheld his view against the view of her parents. The mother of Sun Hudson wanted her child to live, and the wife and children of Spiro Nikolouzos want him to live. So while the Schiavo case is an intra-family dispute, the two Texas cases pit the families against health-care institutions motivated at least in part by financial considerations
.

Aus dem Interview mit der Mutter:

Zitat:
Hudson said her son just needed time to grow and to be weaned off of the ventilator he was on since birth. She described the final moments of her baby's life.

"He opened his eyes while he was in my arms, before they took him off the ventilator. He smiled. He moved his tongue, actually his whole body. And I feel like they took him off too soon," she told KPRC-TV in Houston.

Hudson said she wants an autopsy to determine if her baby really had a fatal genetic disorder.

"This is murder. I am not sugar coating. It's murder," Hudson said. "I cried, and it wasn't because that they were moving him off the ventilator ... they are trying to tear down my trust in the sun above."

Texas law allows hospitals to end life support in cases such as Sun's but requires that families be given 10 days to find another facility to care for the patient. No hospital could be located to take the baby.
Quelle
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Alt 02-04-2005, 16:27
Claudia
Schnauze voll vom Winter
 
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Tja, das ist Amerika - keine gesetzliche Krankenversicherung, nicht alle Bürger haben eine private Krankenversicherung, und wer keine Versicherung hat, muß ggf. Arztrechnungen aus eigener Tasche bezahlen.

Und wo Gesundheit zur Ware wird, da bekommt sie nur der, der sie auch bezahlen kann.
Claudia ist offline  
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Alt 02-04-2005, 16:29
HHIndi
Friede auf Erden!
 
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Richtig Claudie: Und wir sind auf dem Weg dahin...
HHIndi ist offline  
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Alt 02-04-2005, 16:35
GöttlichesWesen
I feel pretty
 
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Zitat:
Das ebenfalls von Gouverneur Bush abgezeichnete Gesetz, demzufolge Krankenhäuser in Texas lebenserhaltende Maßnahmen gegen den Willen der Angehörigen einstellen können – etwa wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können – wurde vor zwei Wochen erstmals angewandt. Gegen den Willen seiner Mutter entfernten Ärzte in Houston den Atemschlauch für den schwerstbehinderten sechs Monate alten Jungen Sun Hudson.Die religiöse Rechte schwieg. Bush auch. Weil es keine guten Bilder gab? Das Krankenhaus hatte Reportern den Zutritt verweigert, da sie angeblich Persönlichkeitsrechte verletzten. Nach Schätzungen der „American Academy of Neurology“ vegetieren in den USA rund 25000 Erwachsene und 10000 Kinder in einem ähnlichen Wachkoma vor sich hin wie Schiavo und Sun Hudson. Auch von ihnen spricht niemand.
<shock>
GöttlichesWesen ist offline  
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Alt 02-04-2005, 16:36
crassus
Team falsche Schlange
 
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Registriert seit: 03-2004
Ort: Streuobstwiese
Zitat:
Zitat von Claudie
Und wo Gesundheit zur Ware wird, da bekommt sie nur der, der sie auch bezahlen kann.
Ein Gesundheitssystem kann aber auch in die andere Richtung pervertieren und man zahlt nur noch und erhält nichts mehr.
__________________
crassus ist gerade online  
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Alt 04-04-2005, 16:57
djm
Wayne
 
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Registriert seit: 03-2005
natürlich von Bush unterzeichnet...der Kerl unterschreibt doch eh alles, weil er es nicht lesen kann!
djm ist offline  
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Alt 06-04-2005, 02:57
perrochica
Streunerin
 
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Ort: Jetzt hier!
Zitat:
Zitat von Claudie Beitrag anzeigen
Tja, das ist Amerika - keine gesetzliche Krankenversicherung, nicht alle Bürger haben eine private Krankenversicherung, und wer keine Versicherung hat, muß ggf. Arztrechnungen aus eigener Tasche bezahlen.

Und wo Gesundheit zur Ware wird, da bekommt sie nur der, der sie auch bezahlen kann.

Ist bei uns doch auch bald so.... Warum fällt mir in dem Zusammenhang nur immer wieder der Titel eines James-Bond-Films ein: "Leben und sterben lassen"?
perrochica ist gerade online  
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Alt 12-04-2005, 18:42
Gorgona
gesperrt
 
Registriert seit: 02-2004
Endlich berichten auch die deutschen Medien!

Aber man merkt, daß auch dieser Thread sich wenig Aufmerksamkeit erfreut.
Im Gegensatz zum Terri Shiavo - Thread.
Das ist sehr bezeichnend für unsere Aufmerksamkeit auf Mißstände, die anscheinend in sehr hohem Masse von den Medien gesteuert wird.
Gorgona ist offline  
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Alt 12-04-2005, 20:17
hischi
unregistriert
 
@perrochio....bei uns ist es noch nicht so...wenn jemand nicht krankenversichert ist..und kein vermögen hat aus dem die kosten beglichen werden können, dann zahlt die sozialhilfe die arztkosten......bisher. ich habe bisher zu dem thema nicht viel geschrieben, weil es mich belastet. ich denke schon, dass wenn der sozialabbau so weitergeht, fraglich sein wird, ob wirklich noch alles erdenkliche getan wird, wenn es der betroffene wünscht. auch jetzt ist es so, dass bei einigen entscheidungen du als betroffener hopp oder topp sagen musst und hoffen nur kannst, dass es dann auch bezahlt wird. ich habe bisher damit in der gesetzlichen kranknekasse sehr gute erfahrungen gemacht......merke aber, dass es sehr vom zuständigen sachbearbeiter abhängt und davon welche erkrankung es ist, wer erkrankt ist und wie groß dort die betroffenheit ist und die bereitschaft mal alle hebel in bewegung zu setzen.
 
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Alt 12-04-2005, 21:52
Chardonay
Roleplaying Fan
 
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Registriert seit: 04-2005
Ort: Los Angeles
Zitat:
Zitat von djm Beitrag anzeigen
natürlich von Bush unterzeichnet...der Kerl unterschreibt doch eh alles, weil er es nicht lesen kann!

Oder er denkt, dass ihm ihm politisch helfen kann.

Der "Terri Shiavo" Fall lag voll auf der politischen Ebene.


Beides ist schlimm
__________________
Chardonay ist offline  
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Alt 13-04-2005, 09:07
RAPtile
Under the Fuchtel
 
Benutzerbild von RAPtile
 
Registriert seit: 09-2001
Ort: Hier gibts kein Helles!!!
Zitat:
Zitat von HHIndi Beitrag anzeigen
Richtig Claudie: Und wir sind auf dem Weg dahin...
Wäre ja auch noch schöner, wenn man für Gesundheit zahlen müsste, gelle
RAPtile ist offline  
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Alt 13-04-2005, 09:51
Lea Malin
Spielkind
 
Benutzerbild von Lea Malin
 
Registriert seit: 03-2005
das man zahlen muss, irgendwie, bestreitet sicher keiner. aber das amerikanische gesundheitssystem hat nicht wirklich vorbildcharakter. und es ist für mich eigentlich ein unding, dass der staat, bei nichtbezahlung einer rechnung, einfach so "das leben abstellen kann". in meinen idealistischen vorstellungen hat der staat einen rahmen zu geben, in dem er leben schützt (v.a. wenn es alle anderen auch wollen!), erst mal unabhängig davon, ob er dann kosten übernehmen müßte oder nicht.
Lea Malin ist offline  
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Alt 13-04-2005, 09:58
Kyle
Member
 
Registriert seit: 10-2000
Zitat:
Zitat von Gorgona Beitrag anzeigen
Endlich berichten auch die deutschen Medien!

Aber man merkt, daß auch dieser Thread sich wenig Aufmerksamkeit erfreut.
Im Gegensatz zum Terri Shiavo - Thread.
Das ist sehr bezeichnend für unsere Aufmerksamkeit auf Mißstände, die anscheinend in sehr hohem Masse von den Medien gesteuert wird.
Nach dem Medien-Terror und den daraus resultierenden heftigen Diskussionen ist wohl eher eine Unlust entstanden über dieses Thema weiter zu diskutieren. Ausserdem wurde genau das ja als Argumentation für die Bush'sche Verlogenheit präsentiert und fast völlig ignoriert.
Also ned uffresche.
Kyle ist offline  
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Alt 13-04-2005, 10:19
hischi
unregistriert
 
Zitat:
Zitat von RAPtile Beitrag anzeigen
Wäre ja auch noch schöner, wenn man für Gesundheit zahlen müsste, gelle

mein sohn wurde krank geboren...kein mensch hat ihn gefragt ob er so leben möchte...auch in den letzten zehn jahren stand niemals zur debatte ob er eigentlich zum dritten mal in folge den brustkorb aufgemeißelt haben möchte, und an ne herz-lun gen maschine angeschlossen werden will, die -sofern die op länger dauert als erwartet - ihn auch nicht davor bewahren kann, dass sein gehrirn vor sich hinschmurgelt....da man nur begrenzt menschen für eine lange op runterkühlen kann. es war für meinen mann und mich und auch für meine beiden töchter nie eine frage ob wir persönlichen wohlstand vor das leben unseres sohnes stellen.

wie gesagt hat die krankenkasse für uns viel ermöglicht...auch weil er ein süßer kleiner junge ist und das kindchenschema greift. lass ihn aber mal 18/ 20 jahre werden. er wird es aufgrund seiner erkrankung schwer haben einen geeigneten beruf zu finden. mein mann und ich werden nicht ewig leben und es ist uns eben, weil wir auch sehr viel der kosten aus eigener tasche zahlen ,nicht möglich große besitztümer für ihn anzuhäufen. schon jetzt ist es für ihn unmöglich in irgendeiner versicherung unterzukommen. was ist wenn er eben nicht mehr der kleine engelsgleiche junge ist bei dem jeder verständnis dafür hat, dass die solidargemeinschaft für ihn zahlen soll? was ist wenn sich hier das soziale klima immer mehr zuspitzt?

ich habe immer dafür plädiert, dass er später einmal selbst entscheiden können soll ob sein leben für ihn lebenswert ist. ich dachte , dass es außerhalb jeder diskussion steht, dass ich mir wünsche , dass es auch akzeptiert wird wenn er eine entscheidung für das leben trifft...auch dann wenn er selbst nicht in der lage sein wird seine behandlung aus eigenen mitteln zu zahlen. klar kostet gesundheit etwas...aber eine gesellscahft die kranken nicht die möglichkeit gibt soviel zu verdienen , dass sie ihre behandlung bezahlen können...muss sie dann übernehmen oder etwa nicht?
 
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Alt 23-04-2005, 18:47
Gorgona
gesperrt
 
Registriert seit: 02-2004
Zitat:
Ein weiterer Fall aus GB diesmal:

Britische Ärzte dürfen Baby sterben lassen

Eltern kämpfen um das Leben ihrer 18 Monate alten Tochter. Gericht: Ärzte dürfen das kranke Kind sterben lassen, wenn Atemstillstand eintritt.

(...)

Keine Beatmung. Der Vorsitzende Richter Mark Hedley entschied, im Falle eines erneuten Atemstillstandes dürften die Ärzte im Krankenhaus von Portsmouth zwar helfend eingreifen, das Mädchen aber nicht künstlich beatmen.

(...)

Der Richter anerkannte zugleich, dass sich Charlottes Zustand in den vergangenen Monaten leicht gebessert habe. Er freue sich, dass das Mädchen den Winter überlebt habe und inzwischen auf laute Geräusche reagiere sowie zumindest ansatzweise die Bewegung eines bunten Spielzeugs verfolgen könne. Das Leben des kleinen Mädchens könne deshalb nicht länger als unerträglich bezeichnet werden, sagte Hedley. Dennoch habe ihn die Mehrheitsmeinung der Ärzte überzeugt, wonach Charlotte unheilbar krank sei.
weiter: http://www.kleinezeitung.at/nachrich...7657/index.jsp

Mir geben diese Meldungen ein sehr schlechtes Gefühl. Vor allem das Eingeständnis, daß das Mädchen zwar Besserung zeigt, jedoch der Allgemeinzustand als "unheilbar" und damit nicht zumutbar sei, erschreckt mich sehr.

Ich könnte mir vorstellen, daß Eltern, die ein schwerstbehindertes Kind erwarten durch solch eine Praxis eher dazu tendieren werden das Kind erst gar nicht zu bekommen. Um einer solchen Situation in der man ein Kind liebt und behüten möchte und man machtlos daneben steht, weil beschlossen wurde, daß es nicht weiterleben darf, zu entgehen.
Gorgona ist offline  
 


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