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Alt 08-08-2005, 12:52
lelia
wolfish again
 
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La Traviata in Salzburg

Bin gestern spät abends (gottseidank hab ich heute frei!) zufällig (und genau zum richtigen Zeitpunkt) auf die Übertragung von La Traviata im TV gestossen, wobei ich nicht wegen der Netrebko (bin schliesslich eine Frau <g>) dabei geblieben bin, sondern wegen Rolando Villazon, den ich vor Wochen ebenso zufällig in einer Show mit Götz Alsmann gesehen und vor allem gehört hatte und der mit seinem Gesang und seiner energetischen Ausstrahlung (nein, er ist nicht besonders hübsch!) einen sehr nachhaltigen Eíndruck bei mir hinterlassen hatte.

Kurzum: die Vorstellung gestern war grandios, das Bühnenbild und die Inszenierung ganz nach meinem Geschmack, Netrebko und Villazon haben hinreissend gesungen und herzzerreißend mit viel Leidenschaft geschauspielert. Die Oper hat ein neues Traumpaar und mit mir -möglicherweise- einen neuen Fan gefunden (mochte Operngesang zuvor eher garnicht, außer bei Carmen und der Zauberflöte). Ich bin jedenfalls im Moment stockbegeistert und ich bin dabei eine neue Musikwelt für mich zu entdecken.

Geändert von lelia (08-08-2005 um 12:54 Uhr).
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Alt 08-08-2005, 20:19
Amadeus
Die kleine Nachtmusikerin
 
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Ich habs auch gesehen und bin total begeistert.
Schönes Bühnenbild, tolle Inszenierung und 3 wunderbare Sänger.

Ein Highlight und ich hätts gerne live gesehen...
Amadeus ist offline  
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Alt 09-08-2005, 10:52
Latraviata
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Obwohl ich früh raus musste, habe ich mir als bekennender Opernfan diese Auffürung auch nicht entgehen lassen. Wann sieht man sowas schon im Fernsehen, das Angebot ist auf diesem Gebiet sehr dürftig.
Ich fand diese Traviata auch ganz große Klasse, allein schon der Stimmen wegen.

Eigentlich bin ich ein Verfechter der traditionellen Inzenierung und nicht so begeistert von den Experimenten des Regietheaters (dabei kommt oftmals der größte Käse heraus, so dass der Komponist sicherlich im Grabe routiert), doch diese Aufführung war schon sehr gut. Das stark reduzierte Bühnenbild rückte die schauspielerische Seite viel mehr hervor und an das Libretto hat man sich auch gehalten.

Die Hauptrollen waren ja auch Klasse besetzt (herrliche Stimmen und auch sehr gute Schauspieler), zum Heulen schön. :anbet
Jedenfalls habe ich mir im Anschluß noch die Dokumentation zur Inzenierung angesehen, das war auch sehr gut.

Übrigens, wer zuvor noch nichts mit Oper am Hut hatte, der sollte meiner Meinung nach mit Mozart oder Verdi anfangen, bei der Musik kann man nicht viel falsch machen.
Latraviata ist offline  
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Alt 16-08-2005, 18:15
clubmed
....
 
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bin gerade erst auf den thread gestoßen und möchte euch in allen Punkten zustimmen, ich habe es leider auch nur im TV gesehen, aber es war einfach mitreißend
clubmed ist offline  
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Alt 16-08-2005, 22:48
lelia
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Zitat:
Zitat von clubmed Beitrag anzeigen
bin gerade erst auf den thread gestoßen und möchte euch in allen Punkten zustimmen, ich habe es leider auch nur im TV gesehen, aber es war einfach mitreißend
Allerdings. Sobald die DVD auf den Markt kommt, gehört sie mir, bis dahin begnüge ich mit dem (leider nicht ganz vollständigem) Mitschnitt.

Ich fürchte allerdings, eine nichtvisuelle Übertragung dieser Oper hätte mich nicht so mitgerissen, weil mich hohe Frauenstimmen ziemlich abschrecken.

Habe es grade wieder gemerkt, als ich mir eine der handelsüblichen die-drei-weltgrößten-Tenöre-CD gegeben habe: Pavarotti, dem ich erstmals meine volle Aufmerksamkeit gewidmet habe, mit Che gelida manina und Nessun Dorma "thrillt" mich akkustisch schon sehr, überraschenderweise mehr als Villazon -Pavarotti verschafft mir glatt das Rufus-Wainwright-Feeling (und das will was heissen, denn schöne Stimmen sind mir eigentlich egal, ich will vor allem schöne Musik!)- , aber leider war auch auf dieser CD eine hohe Frauenstimme zu hören, und schon war es aus mit der Freude.

Letztens hab ich z.b. Mozarts Cosi fan tutte gesehen. Hat mich gar nicht begeistert, zumal ich die Geschichte als solche so richtig bescheuert fand und ich mich schon aus diesem Grund nicht wirklich auf die Musik konzentrieren konnte, allerdings bin ich auch nicht wirklich der Mozartfan (ist mir zumeist zu locker und zu harmonisch, aber auch da gibt es Ausnahmen).

Im Moment bin ich wieder etwas depri, weil das schöne Gefühl, in der Opernwelt gäbe es Interessantes für mich zu entdecken, wieder weg ist. Es wäre schön, wenn mir jemand eine Oper empfehlen könnte, die mich auch akkustisch "umhaut" (nichts von Wagner, denn dessen Musik mag ich, Carmen und Zauberflöte mag ich auch sehr).
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Alt 16-08-2005, 23:20
lelia
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Hier noch eine fachkundige Meinungs-Nachlese zur Traviata-Vorstellung:

http://www.tamino-klassikforum.at/th...?threadid=1546
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Alt 17-08-2005, 02:11
DocCovington
don't b.s. the Hahn!
 
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Ich habe es leider verpasst, entnehme dem Link jedoch, dass es sich um eine moderne Inszenierung gehandelt haben muss. ("Bühnenbild war de facto nicht vorhanden.")

Wer die Oper nicht in zeitgenössischem Bühnenbild genießen kann, ist ein armes Schwein. Man soll Dinge in ihrer Ära belassen, denn nur so wird auch der Zeitgeist des Komponisten wiedergespiegelt. Alles andere ist in meinen Augen lächerlich.

Trotzdem hätte ich es ob der herausragenden Sänger gern gehört. Übrigens: Der Kommentar "schließlich bin ich eine Frau" war doch ein wenig peinlich. Bei der Oper geht es nicht darum, die Sänger anzuhimmeln, sondern die wunderschöne Musik und das dramatische Geschehen zu genießen, was jawohl alle Stimmen umfasst, nicht nur die des Geschlechtes, auf welches man steht.
__________________
DocCovington ist offline  
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Alt 17-08-2005, 21:54
lelia
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Zitat:
Zitat von DocCovington Beitrag anzeigen
Ich habe es leider verpasst, entnehme dem Link jedoch, dass es sich um eine moderne Inszenierung gehandelt haben muss. ("Bühnenbild war de facto nicht vorhanden.")
Du hast wirklich was verpasst. Das Bühnenbild war insofern modern, als es minimalistisch war und so Ästhetik und Symbolik in den Vordergrund treten ließ. Zudem war die optische Einbindung der Chorsänger in das Geschehen faszinierend.

Zitat:
Zitat von DocCovington Beitrag anzeigen
Wer die Oper nicht in zeitgenössischem Bühnenbild genießen kann, ist ein armes Schwein. Man soll Dinge in ihrer Ära belassen, denn nur so wird auch der Zeitgeist des Komponisten wiedergespiegelt. Alles andere ist in meinen Augen lächerlich.
Ist eine Frage des Geschmacks und der Absicht. Ich finde es spannender, wenn man versucht, alten Stoffen neue Kleider zu geben. Sicher ist nicht jeder Stoff groß und aussagekräftig genug, um die nötige Zeitlosigkeit für ein neues Gewand zu besitzen, so dass konservative Aufführungen sicher ihre Berechtigung haben.

Zitat:
Zitat von DocCovington Beitrag anzeigen
Trotzdem hätte ich es ob der herausragenden Sänger gern gehört. Übrigens: Der Kommentar "schließlich bin ich eine Frau" war doch ein wenig peinlich. Bei der Oper geht es nicht darum, die Sänger anzuhimmeln, sondern die wunderschöne Musik und das dramatische Geschehen zu genießen, was jawohl alle Stimmen umfasst, nicht nur die des Geschlechtes, auf welches man steht.
Ach tatsächlich?

Dann stell dir Frau Netrebko mal mit Knollennase, Schweinchenaugen und 30kg Übergewicht vor. Der Medienhype um diese Sängerin hat schätzungsweise zu 75 % mit ihrem (durchaus) ansehnlichem Äußeren zu tun. Und genau darauf zielte meine Bemerkung. <g>

BTW, kann es sein, dass "peinlich" einer der liebsten und deshalb meistbenutzen Begriffe im ioff ist? Muss mal hierzu ein bisschen im I-Net forschen gehen...
lelia ist offline  
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Alt 18-08-2005, 15:00
Latraviata
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Zitat:
Zitat von lelia Beitrag anzeigen
Allerdings. Sobald die DVD auf den Markt kommt, gehört sie mir, bis dahin begnüge ich mit dem (leider nicht ganz vollständigem) Mitschnitt.

Ich fürchte allerdings, eine nichtvisuelle Übertragung dieser Oper hätte mich nicht so mitgerissen, weil mich hohe Frauenstimmen ziemlich abschrecken.

Habe es grade wieder gemerkt, als ich mir eine der handelsüblichen die-drei-weltgrößten-Tenöre-CD gegeben habe: Pavarotti, dem ich erstmals meine volle Aufmerksamkeit gewidmet habe, mit Che gelida manina und Nessun Dorma "thrillt" mich akkustisch schon sehr, überraschenderweise mehr als Villazon -Pavarotti verschafft mir glatt das Rufus-Wainwright-Feeling (und das will was heissen, denn schöne Stimmen sind mir eigentlich egal, ich will vor allem schöne Musik!)- , aber leider war auch auf dieser CD eine hohe Frauenstimme zu hören, und schon war es aus mit der Freude.

Letztens hab ich z.b. Mozarts Cosi fan tutte gesehen. Hat mich gar nicht begeistert, zumal ich die Geschichte als solche so richtig bescheuert fand und ich mich schon aus diesem Grund nicht wirklich auf die Musik konzentrieren konnte, allerdings bin ich auch nicht wirklich der Mozartfan (ist mir zumeist zu locker und zu harmonisch, aber auch da gibt es Ausnahmen).

Im Moment bin ich wieder etwas depri, weil das schöne Gefühl, in der Opernwelt gäbe es Interessantes für mich zu entdecken, wieder weg ist. Es wäre schön, wenn mir jemand eine Oper empfehlen könnte, die mich auch akkustisch "umhaut" (nichts von Wagner, denn dessen Musik mag ich, Carmen und Zauberflöte mag ich auch sehr).
Versuche es doch mal mit reinen Tenor-Aufnahmen!

Es gibt recht gute Zusammenschnitte der berühmtesten Tenorstimmen (historische Aufnahmen bis heute). Leider sind die historischen Aufnahmen technisch nicht so gut, doch z. B. die wunderbaren Stimmen von Enrico Caruso, Jan Kiepura, Josef Schmidt, Benjamino Gilgi, Lauritz Melchior, Leo Slesak (um mal hier die ganz alten Aufnahmen zu nennen) sollte man sich nicht engehen lassen.
Die Aufnahmen aus den 50/60/70iger Jahren mit Giuseppe di Stefano, Mario del Monaco, Alfredo Kraus, Fritz Wunderlich, Franco Corelli, Franco Bonisolli sind auch absolute Klasse.

Von der neueren Garde ab Domingo und Pavarotti, gibt es ja genug schöne Aufnahmen.

Folgende Opern könnte ich dir empfehlen, da sie - für meinen Geschmack - durchweg
schöne Musik haben, aber auch verständliche Handlungen:
Da wären z. B. aus dem deutschen Bereich "Hoffmanns Erzählungen", "Zar und Zimmermann", "Fidelio", "Martha", "Die lustigen Weiber von Windsor", "Der Freischütz" und nicht zu vergessen die ganzen Mozart-Opern u.v.a.

Bei den italienischen Opern gibt es so viele wunderschöne, die kann man gar nicht alle aufzählen. Mit Verdi ("LaTraviata", "Troubadour", "Don Carlos), Puccini (besonders "La Boheme", "Tosca" und "Butterfly"), Rossini, Leoncavallo, Bellini usw. kann man gar nicht viel falsch machen. Das soll zunächst mal geügen.

Übrigens finde ich es lustig, du denkst nämlich genau so wie mein Sohn. Der hört auch am liebsten nur die männlichen Opernsänger. Die Soprane sind nicht seine Sache, schon gar nicht die Kolleraturen. Die Mezzo-Lagen sind da schon eher auszuhalten - sagt er. Große Ausnahme - auch bei ihm - ist natürlich Maria Callas, deren Stimme war unübertroffen.
Latraviata ist offline  
 


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