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Der Selbstverteidigungsminister
Ich finde das furchtbar. Diese Hetzjagd auf unseren Verteidigungsminister,
angestachelt von bösartigen Medien und den konservativ-/reaktionären Kräften der Opposition. Plötzlich soll Rudolf Scharping nicht mehr Verteidigungsminister sondern
Rohrkrepierer sein.
Hat sich auch nur ein einziger dieser Schmierenreporter und Möchtegernaufdecker Gedanken um den Jungen namens Rudi gemacht, den sie geifernd mit Verschwendungsvorwürfen überziehen?
Ich meine, schauen wir uns den Mann doch mal an: Rudi ist so spannend wie
ein Fernsehtestbild und so schön wie der verregnete Montagmorgen eines
Schichtarbeiters in der Stahlhelmindustrie..
Wenn es irgend etwas zu versieben gab - auf Rudi war Verlaß. Wenn es etwas
zum Blamieren gab, Rudi war regelmäßig dabei. Er scheiterte jämmerlich als
Kanzlerkandidat gegen den "alten Oggersheimer" und als Parteivorsitzender
gegen den "seltsamen Saarländer". Seine erste Frau ist mit einer Miele-Einbauküche durchgebrannt, beim Fahrradfahren flog er satt auf die Fresse, die Tochter ließ sich nackicht ablichten und die Amis hauten ihm mit einer Schranke den Regierungsbiemdabbelju ein. Außerdem wurde er von Ingo Appelt ständig verarscht. Und immer noch sieht er irgendwie wie 16 aus. Ob mit oder ohne Bart. Immer wie 16.
Dann tritt diese Frau in sein Leben (wobei - ich wette, er ist über sie gestolpert...). Gutaussehend. Intelligent. Charmant. Unterhaltsam. Adelig. Also mit allen Eigenschaften ausgestattet, die shaking Scharping so abgehen.
Und plötzlich lernt Rudi die Liebe kennen. Rotwein am Nachmittag, Petting am Pool, Schmusen im Schwimmbad. Wie früher bei den anderen Jungs, die Rudi immer so beneidet haben, weil die die Bräute und er nur deren hässliche Freundinnen abgekriegt hat, wenn überhaupt.
Jetzt könnte alles so schön sein. Rudi könnte tagsüber als Verteidigungsminister jeden Tag eine andere Kaserne besuchen und sich in den Offizierskasinos durchfuttern, immer mal wieder witzig aus dem Leopard gucken und kernigen Fallschirmjägern kernig auf den Buckel klopfen. Und abends die Gräfin flachlegen, das kleine Luder.
Aber nein, irgendwelche finsteren Mazedonier oder Albanier oder wie das Geschwaddel heißt, wollen das verhindern und kämpfen und schießen und machen böse Sachen und plötzlich muß Schulterklopf-Rudi so richtig wat wegkrisenmanagen. Und die ganzen kernigen Jungs von der Armee in Marsch setzen.
Und was macht Rudi, the defense-minister? Er unterbricht EXTRA den Urlaub auf der Putzfrauen- und Verteidigungsministersfreundinneninsel Mallorca und benutzt die Flugbereitschaft der Bundeswehr, die soundso nur den ganzen Tag langweilig ´rumhängt und sich die Eier schaukelt, weil Rita Süssmuth nicht mehr im Amt ist, um schnell bei seinen Jungens zu sein und seelischen Beistand zu leisten.
Leider würdigt das mal wieder kein Mensch außer mir. Ich meine, glauben die Medien und selbstgerechten Dagegenstimmer allen Ernstes, daß ein Verteidigungsminister nichts besseres zu tun hat, als im Urlaub und im Parka ein paar bewaffneten Trotteln auf die Schultern zu klopfen und ihnen zu versichern, daß die gesamte Regierung fast als wie ein halber Mann hinter ihnen steht?
Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit? Wir schicken für x-Millionen Mark ein paar hundert Zivilversager und Realschulabbrecher in ein Gebiet, in dem eher Menschen als Straßen geteert und gefedert werden und regen uns dann wegen ein paar Zehntausend lächerlichen Märkern auf, die der Pikbube und Herzkönig zur Erfüllung seines ministeriellen Auftrags ausgeben muss? Und das mitten in seinem wohlverdienten Urlaub? Also bitte!
Ausgerechnet die Medien, deren Chefredakteure noch tapfer gegen Nato-Doppelbeschluss ostermarschierten und sitzblockierten, verlangen heute von Rudolf Scharping, daß er War statt Love machen soll. Und das zum Nulltarif und steuergeldunschädlich. Nur, weil er Verteidigungsminister ist.
"Midlifecrisisgeschüttelte Neidhammel" kann ich da nur sagen! Euch wollt ich hören, wenn Ihr im Urlaub zur Bundeswehr müsstet.
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