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Alt 17-03-2007, 02:20
Pithlit
Sunshinehunter
 
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Registriert seit: 07-2006
Ort: Barefoot Route 201?
Erzählt mal was von euren Opis!

Weil mein Opi einfach das Beste war.

Meiner ist eines Nachts ruhig eingeschlafen. Aufgefallen ist es nur, weil Omi sich wunderte, dass Walter nach ihrem pfeiffen und dem klopfen auf die Bettdecke eben nicht wieder weiter schnarchte. ... Danach fehlte er ihr .. aber das ist ein anderes Kapitel.

Ich bin bei meinen Grosseltern aufgewachsen.
Zwangsläufig, denn mein Vater war alleinerziehend. Zwischen meinem 1. und dem 6. Lebensjahr gibt es nur meinen Vater, seine Eltern, und die lustigbucklige Verwandschaft.
UND eben Oma und Opa.

Oma war für mich immer die Kuschelperson. Baden, dann mit Babyöl einreiben - ins Bett bringen - Gutenachtgebet. Oder Wiener, in Butter gebraten, mit lecka geröstetem Brot und Salz und frischer Butter auf der knuspriger Krume.
Oder vieles Andere...

Opa war Action:
- er hat mir gezeigt, wie man Briketts mit drei Hammerschlägen zu ofentauglicher Kohle macht und innerhalb von 2h drei Kachelöfen zu wohligen Wärmespendern verwandelt
- er hat mir gezeigt, wie man sich schmutzige Hände wäscht, nachdem man Kohle zerkleinert hat
- er hat mir mit viel Geduld das Schwimmen beigebracht, als ich drei Jahre alt war
- er hat mir erst das Fahrradfahren beigebracht, nachdem ich in der Lage war, die Stützräder schneller als ein F1-Team zu wechseln
- er hat mir die Pilze gezeigt, die Oma dann mit Ei und viel Butter zu einem wundervollen Ragout zauberte
- er hat Oma und mir den Hocker und den Stuhl hingestellt, für unsere mittägliche Fensterschau
- er hat oft geseufzt, wenn Oma ihn irgendwohin "gejagt" hat
- er hiess Walter
- und wenn Omi sagte: "Mein Gott, Walter.", dann antwortete er immer immer: "Ich liebe Dich, Mariechen."

Mir fehlt mein Opa.
In ein paar Stunden gehen ich ihn besuchen.
__________________

Geändert von Pithlit (17-03-2007 um 02:53 Uhr).
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Alt 17-03-2007, 02:28
Yorick
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Auf Walter!
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Alt 17-03-2007, 02:35
Pithlit
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Alt 17-03-2007, 02:40
Simmel!
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Mein Opa war Polizist. Also "Schutzmann", wie er es immer nannte.

Seit wenigen Tagen nun ist er nach Schlaganfall im Pflegeheim gelandet, noch vor wenigen Monaten war er ein eher aktiver Rentner, der über ein durchaus bewegtes Leben zu erzählen wusste.

Aber auch lieber vieles verschwieg. So zum Beispiel:

- die Tatsache, dass er den Taubenzüchter von nebenan nicht mochte und dessen Tauben schon garnicht. Aber er hatte ein Luftgewehr.

- die Tatsache, dass er sein Jubiläum nicht hätte beenden sollen, indem er samt Polizeifahrzeug und linksseitig am Kopf tragender Mütze inklusive 3 Promille am Steuer denjenigen verhaften wollte, dem er nach nur 200 Meter Fahrt mit Blaulicht in die Seite fuhr. Auf das Jubiläum folgte zu seinem Glück die Rente.

- die Tatsache, dass er beim Erbsensuppen-Essen einen bösen Hustenanfall bekam und meine Oma, die sehr nah an der Wand sitzend in der Weise mit dieser Suppe "anrotzte", dass ihr Relief danach an der hinterliegenden Holzwand zu erkennen war.

- die Tatsache, dass ich als Kind mit meinen Eltern an die Nordsee fuhr, meine Eltern aber vergessen hatten den Proviant mitzunehmen. Meine Eltern dann per Blaulicht der Autobahnpolizei auf der A3 angehalten wurden.

- die Tatsache, das Opa mich als 4-jähriger spassesweise festnehmen wollte, aber zum verrecken nicht wusste, wie er die Handfesseln wieder loskriegen kann.

Och, Opa
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Alt 17-03-2007, 02:42
Simmel!
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Zitat:
Zitat von Yorick Beitrag anzeigen
Auf Walter!
Dem schließe ich mich einmal an
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Alt 17-03-2007, 02:50
Simmel!
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Zitat:
Zitat von Pithlit Beitrag anzeigen
Meiner ist eines Nachts ruhig eingeschlafen. Aufgefallen ist es nur, weil Omi sich wunderte, dass Walter nach ihrem pfeiffen und dem klopfen auf die Bettdecke eben nicht wieder weiter schnarchte. ... Danach fehlte er ihr .. aber das ist ein anderes Kapitel.
Das erinnert mich daran, als meinem Opa die Oma vor 3 Jahren eingeschlafen war. Ein schöner Tod, wenn man so sagen darf.

Opa rief früh morgens an: "Also die Oma is irgendwie kalt und sitzt noch immer im Sessel, kommt mal eben vorbei, der geht es nicht so gut, glaube ich".

Ich hab ihn nie gefragt, ob er da realisert hat, dass sie bereits längst tot war.

Da er als Rentner früher mal nebenher für das Bestattungsinstitut gefahren war kannte er die Leute, die dann kamen. Er hat dann Oma auch noch selbst ins Auto gebracht. War schon sehr komisch alles...
Simmel! ist offline  
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Alt 17-03-2007, 03:14
Pithlit
Sunshinehunter
 
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Ich hätte nie gedacht, dass mein Opa vor Oma sterben würde.
Er war so gesund, er war so lebenslustig. Er war so lieb.
Und plötzlich war er weg.

Einfach weg. Wush. Weg.

Danach starb Oma. Ein halbes Jahr später.
__________________

Geändert von Pithlit (17-03-2007 um 03:16 Uhr).
Pithlit ist offline  
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Alt 17-03-2007, 09:01
tigga
unregistriert
 
mein opi (der halodri aus dem ommathread ) war der weihnachtsmann. zumindest sah er für mich so aus. ich hab ihn vergöttert, er hatte die besten vampirgeschichten auf lager und wenn ich dann mit grossen augen und angst im gesicht vor ihm sass, schaffte er es innerhalb von einer minute mich abzulenken und mich zum lachen zu bringen.

ich hab mit meinem cousin immer für ihn so kleine aufführungen gemacht, getanzt, all das peinliche kindergedöns halt.

als der krebs ihn soweit hingerafft hatte, dass klar war, es geht dem ende zu, wollten mein cousin und ich für ihn lambada tanzen ()
es war das erste mal, dass er gesagt hat, kinnas, das wird mir zu viel.

ich war neun als er verstorben ist, und wenn mich heut jemand fragt, wie mein opi war, dann sag ich immer noch: er war der weihnachtsmann.


mein anderer opa war ein herrischer unkontrollierter jähzorniger gemeiner alter mann. die tage wo er zu besuch kam waren die hölle, und wenn er wieder weg war, waren wir alle zutiefst erleichtert. es gibt sie also, die gemeinen opas.
 
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Alt 17-03-2007, 09:34
Hidden Peak
überschritt den Rubicon
 
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Registriert seit: 03-2002
Ort: BW
da gibt es wenig erfreuliches zu berichten. Einer hat Teile seines Körpers im Krieg gelassen und seine Weltsicht war seit ca. 1943 eingefroren. Der andere eine kluger Mann, allerdings Zyniker und Menschenfeind.
RIP
Hidden Peak ist offline  
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Alt 17-03-2007, 10:22
Kekskrümel
beschmetterlingt ...
 
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Registriert seit: 10-2006
Meine beiden Opas waren ganz wunderbare Personen.

Der eine war sooo lieb. Er hatte ein kleines Bäuchlein dran und hat zu uns Kinder immer gesagt, er hätte einen Ballon verschluckt Bei ihm gab es immer Nimm-2-Bonbons. Er gab uns auch wirklich immer 2 - stand ja so drauf. Als meine Oma starb war er eine Weile allein. Dann lernte er eine Frau kennen, die aber leider auch schnell verstarb. Wenn wir mit den beiden einkaufen waren und sie den Anschnallgurt endlich zu gekriegt hat, waren wird dann mittlerweile schon da Als mein Opa dann krank wurde musste er zur Kur und hat dort eine ganz liebevolle Frau kennengelernt, die ihm wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Sie war bei ihm, als er starb Er hatte Hautkrebs und lag im Krankenhaus. Wir wussten, dass er bald sterben wird. Die Ärzte haben es ihm nicht gesagt, aber ich glaube er wusste es. Es war kurz vor Weihnachten als wir ihn besuchten. Ich weiß noch, wie ich mit ihm über den Speiseplan gesprochen habe. Wir wollten nicht, dass er sein letztes Weihnachten im Krankenhaus verbringt, deshalb kam er nach Hause. Am 24.12. habe ich ihn das letzte mal gesehen. Er bekam von uns ein Foto geschenkt, damit wir bei ihm sind, wenn es dann so weit ist . Dieses Foto steht immer noch bei mir. Meine Eltern waren am 26.12. nochmal bei ihm und haben danach gesagt, dass er ziemlich schlimm aussah und es gut war, dass wir ihn nicht nochmal so gesehen haben. Am nächsten morgen rief seine Freundin an, dass er eingeschlafen ist
Mein Opa konnte unglaublich toll malen. Meine Familie sagt, dass ich das von ihm habe Ich habe all seine Pinsel, Farben, Mischpaletten und Bilder aufgehoben.

Mein anderer Opa war ein unglaublich intelligenter, starker und liebevoller Mann. Er war der weltbeste Mühle-Spieler und kennt alle Karl May Bücher. In den Erinnerungen, die ich habe, war er schon immer weiß und grau. Er war 23 Jahre älter als meine Oma. Er war ein riesengroßer Tennisfan, da er als kleiner Junge mal Balljunge war. Er hörte schlecht und man sah ihn immer mit riesen Kopfhörern vorm Fernseher sitzen Mein Opa bastelte gerne an allem rum und es war nicht selten, dass dann mal ein Schraube übrig war. Meine Mama hat erzählt, dass ihnen bei einer Fahrt mit dem Auto, mal das eigene Rad überholt hat Eine andere Geschichte war, als mein Opa einen Stecker durch die Schrankwand bekommen wollte und zu meiner Mama sagte, sie sollte doch mal an dem Kabel ziehen. Natürlich steckte noch der Stecker in der Steckdose. Meine Mama sah dann so aus So war mein Opa.
Er schlurfte mit seinen Hausschuhen immer über den Teppich und jeder bekam von ihm einen Schlag
Ich habe erst später erfahren, dass er im KZ war aber fliehen konnte, als sie in ein anderes gebracht werden sollten. Hätte er das nicht geschafft, wäre ich jetzt nicht hier
Meine Oma ist seit klein auf gehbehindert und obwohl es meinem Opa auch schlecht ging, hat er immer alles für sie getan. Als Kinder fanden wir es immer lustig, wie er manchmal so wackelte. Bis wir dann später erfuhren, dass es Parkinson war Leider zog sich sein Leiden über viele Jahre hin. Er war 5 Jahre bettlägerig. Hat uns nur noch selten erkannt. Manchmal sprach er von Kriegsflugzeugen, die in seinem Zimmer rumfliegen Er wurde immer schwächer. Ich bin unglaublich stolz auf meine Oma, wie sie sich um ihn gekümmert hat, trotz ihrer Behinderung Mein Opa kam wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus und als er entlassen wurde, sah er noch viel schlechter als vorher aus. Kurze Zeit später ist er gestorben Natürlich waren wir traurig, aber auch in einer gewissen Weise glücklich, dass er endlich erlöst war

Wenn ich jetzt so über beide nachdenke, wünschte ich mir, ich hätte mehr Zeit mit ihnen verbracht

Geändert von Kekskrümel (17-03-2007 um 10:25 Uhr).
Kekskrümel ist offline  
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Alt 17-03-2007, 11:01
joni
 
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Registriert seit: 05-2003
Ort: Hessen
Leider habe ich nur einen Opa kennengelernt, der andere starb schon recht früh an Lungenkrebs.

Mein Opa (der Mann der "großen" Oma) stand immer unter der Knute von meiner Oma. Er bekam Taschengeld zugewiesen von ihr und hatte nicht viel zu melden. Er schwieg viel. Er war ein herzensguter Mensch. Obwohl meine Oma meine Mutter nie akzeptiert hat, er war nett zu ihr, hätte sich aber nie getraut gegen meine Oma was zu sagen.
Er hat uns Kindern immer heimlich Geld zugesteckt (von seinem Taschengeld) und hat uns geschenkt was in seiner Macht war...

Er ist 1898 geboren. Er war Kutscher und später der 1. Mann im Ort mit einem Auto... sprich Taxifahrer. Da es keine Telefon gab musste meine Oma ihm per Rad an verschiedenen Stellen die nächsten Kunden mitteilen. Er ist mit 92 Jahren noch Auto gefahren (naja, geschlichen )... weil ich meinen Führerschein gemacht habe, habe ich sein Auto bekommen: einen VW 1600TL - ich habe dieses Auto geliebt!

Er hat nie über den Krieg gesprochen, wenn wir Fragen gestellt haben, war er den Tränen nah.

Er war ein Trotzkopf und ein Sparbrötchen. Alte Geschenkbänder mussten aufgerollt werden und wieder verwendet... ich mache das heute noch so... eine ausgepresste Zitrone wurde ins Spülwasser geworfen... die fenster mussten mit Zeitungspapier geputzt werden.

Als meine Oma ins Pflegeheim kam, hat er sich allein versorgt und sie immer besucht. Wir haben eine Wohnung an eine Frau vermietet, die ihm eingekauft hat und geputzt hat. Außerdem bekam er eine Pflegerin, die nach im gesehen hat... wenn die ihm die Füße massiert hat, wurde er zum jungen Mann...

Eins will ich noch erzählen: Meine Oma hat allen Enkelkindern immer diese Hutschenreuther Weihnachtsglocken zu Weihnachten besorgt. Das erste Weihnachten an dem Oma im Pflegeheim war, war eigentlich jedem klar, dass es diese Glocken ab jetzt nicht mehr gibt. Mein Opa verschwand nach der Bescherung im Schlafzimmer und kam mit einer Plastiktüte wieder... für jeden eine Weihnachtsglocke... er konnte ganz schlecht laufen, aber er erzählte, wie er mit seinem Gehfrei sich zum Porzellanladen geschafft hat, nur um diese Tradition für die Oma beizubehalten.... jedes Jahr hängen bei uns diese Glocken am Weihnachtsbaum... und diese eine, die liebe ich besonders!
joni ist offline  
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Alt 17-03-2007, 12:49
Tasmanische Teufelin
bissi naiv, aber gaaaanz lieb, wirklich
 
Benutzerbild von Tasmanische Teufelin
 
Registriert seit: 06-2004
Soviel gibts von meinem Opa, der leider schon eine ganze Weile nicht mehr da ist , nicht zu berichten...ausser, dass er der einzige Mensch in meinem bisherigen Leben war, der mich bedingungslos akzeptiert und geliebt hat .

Ich vermisse ihn
Tasmanische Teufelin ist offline  
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Alt 17-03-2007, 13:03
Rob
ass up, clothes off
 
Benutzerbild von Rob
 
Registriert seit: 08-2006
Rob eine Nachricht über ICQ schicken Rob eine Nachricht über MSN schicken
Oh, Mann. Dieser Thread ist heftig. *schnief* So traurig
Rob ist offline  
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Alt 17-03-2007, 13:23
FredericDeSack
darf keine Eier schaukeln
 
Registriert seit: 01-2007
Ich habe keinen meiner 4 Grosseltern kennenlernen dürfen.
Ich beneide euch so sehr
FredericDeSack ist offline  
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Alt 17-03-2007, 13:28
tigga
unregistriert
 
Zitat:
Zitat von TöffTöff Beitrag anzeigen
Ich habe keinen meiner 4 Grosseltern kennenlernen dürfen.
Ich beneide euch so sehr


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