Navigation & Login
Zurück   IOFF > IOFF / IOBBF Archiv > Sport > Tour de France 2003
100 Jahre Tour de France!
 

#1 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 28-07-2003, 22:09
emily
You make me schwitz!
 
Benutzerbild von emily
 
Registriert seit: 03-2003
Ort: Liberty + Berlin City
Emilys Tour-2003-Nachlese Wortgemetzel

Obwohl es schon einen Thread gibt, der sich zu einer Art Resümee-Thread entwickelt hat ("Wie Jan nächstes Jahr die Tour gewinnt..."), möchte ich nochmal ein eigenes Tour-abschließendes (schnüff) Topic aufmachen (weg da..., meins!). Nee, Blödsinn. Einfach deshalb, weil ich es sortierter finde, so einen eigenen Abschluß- und Vorrausschau-Thread zu haben, da ich eh zu viele Worte im Einsatz habe, aber auch nachdem der andere Thread doch hauptsächlich Jan Ullrich gewidmet ist.

Allerdings dreht sich auch mein Beitrag eher ganz stark um Jan ( ), was wohl vor allem daran liegt, daß bei mir (wie wahrscheinlich bei euch auch) die Toureuphorie seit 1996/97 vor allem auch von dem patriotischen Mitfiebern und Anfeuern unserer Landsleute herrührt, die einem einfach eine viel größere Identifikation mit den Tour-Figuren erlauben. (Ist ja ’n alter Hut.)
Vor 1996 war es vor allem Olaf Ludwig, und damit ein hauptsächlich auf Flachetappen-Jubel reduzierter deutscher Tourheld, der das mitfiebernde Interesse anheizte. Der Rest der Euphorie war eher reduziert auf rein sportliche Anerkennungen der jeweiligen Epochenhelden wie Miguel Indurain oder Steven Roche oder aufstrebenden Größen wie Jalabert, Zülle oder Rominger, Chiapucci und anderen. Allein zu wagen daran zu glauben, daß ein Deutscher je in das Geschehen um den Gesamtsieg der Tour de France entscheidend eingreifen könnte, gehörte bis vor 1996 ins Reich der Utopien.

Zabel, Ullrich, Bölts, Aldag, Jaksche und Voigts, jetzt folgen auch Pollack und Peschel, Kessler und bald Hondo..., diese Namensvielfalt an deutschen Fahrern sehe ich so zum ersten Mal bei der Tour, und obwohl mir nationalistische Deutschtümelei noch ferner ist, als eh wohl schon hoffentlich allen hier, macht das Mitfiebern mit den Identifikationsfiguren eigener Landsleute viel Spaß und damit die Tour einfach noch mitreissender.

Zabels Zenith scheint wohl inzwischen überschritten zu sein. Bölts fuhr seine letzte Tour, aber an den anderen Aufgezählten und sicherlich bald noch weiteren Folgenden werden wir bestimmt noch viel Freude haben.
Das Hauptaugenmerk liegt aber –wenn kein unvorhergesehener Karriereknick mehr dazwischen kommt- auch und vor allem wieder für die nächste Zeit auf Jan Ullrich.

Vielleicht ist das jetzt Folgende für einige ein wenig grob, es ist halt eine rein subjektive –sehr eigene- Betrachtung der Dinge.

Wie ich Jans Siegchancen und die Tour der nächsten zwei Jahre sehe

Jan ist eine fantastische Tour 2003 gefahren. Der knappste Rückstand auf den Gesamtsieger am Ende seit vielen vielen Jahren. Ein wahnsinniger Sympathieerfolg für ihn und großartige bis überragende Leistungen.
Nicht aber eben auf dem Niveau einer Maschine -wie Master Lance.
Ohne das maximalst hochgepuschte und stringent regimegeführte Team im Rücken und ohne eventuell heimlichen Zusatzhelfern, mehrfach interpretiert gemeint...
...- so nach meinen Mafia- und Verschwörungstheorien (nicht verbittert gefühlt von mir, eigentlich einfach nur nüchtern realistisch, von mir aus auch fantastierend, mit einem etwas zwinkernden, aber auch leicht zynisch dreinschauenden Auge versehen. Also doch verbittert? ...naja, eher etwas resigniert und angenervt).

Mein persönlicher Eindruck: ungedoped geht nichts.
Warum findet man 1998 bei der Mehrzahl der Fahrer Doping-Verdachte bis hin zu –Beweisen (auch bei Spitzenfahrern) und danach immer weniger, zum Schluß so gut wie nie wieder, besonders nicht bei den weiter vorne Platzierten? (ach so, ja: weil sie so gut sind...)
Nach jeder einzelnen Etappe geht mindestens der Sieger zur Doping-Kontrolle..., seit 1999 findet man so gut wie nichts mehr. Und wenn, dann inzwischen nur noch bei „unbedeutenderen“ kleinen Lichtern.

Da stecken doch also alle offensichtlich unter einer Decke? ...!

Offenbar ist es hinter den Kulissen immer wieder teilweise (bis hin zu ganzweise) nur eine Frage des Risikos und der Bereitschaft zum Raubbau am eigenen Körper, wer sich wann wieviel pro Etappe einklinkt. (Allerdings auch durchaus im Einklang mit Tagesform und Motivation..., unbestritten. Trotz alledem eben zu suspekt in den Dimensionen gewisser plötzlicher Leistungsexplosionen):
-Ullrichs erstes langes EZF: sagenhafte 1 Minute 36 Vorsprung auf Topfavoriten Armstrong und und ebensoviel bis noch mehr auf andere begnadete Zeitfahrspezialisten.
-Die schweren Pyrenäenetappen: Lance steigt langsam genesen wie Klein-Phönix aus der Asche. Ganz langsam, noch schauspielernd auf der ersten Etappe? Abwartend am Tourmalet? Und dann plötzlich an der letzten Bergankunft SO abziehend? Gute Erklärungen nach außen hat er aber wieder allemal.
-Letzte abfallende Pyrenäenetappe: Hamilton spult wie an der Schnur aufgezogen ein fast unmenschlich anmutendes Programm ab. Völlig schicksalsergeben waren dabei die Nachführarbeiten der anderen Favoritenteams auch nicht gewesen.

Ich kenne die ganzen Argumentationen und Erklärungen, die jeder Einzelne immer wieder findet, um seine Form-Hochs und –Tiefs, seine Motivationen und Demotivationen zu erklären. Und sie wird im Vordergrund auch immer nahe an die Realität heran reichen, ...alleine was sich aber im Hintergrund oder im Reich der Erfindungen und Märchen noch zusätzlich oder tatsächlich abspielen kann, habe ich selber 16 Jahre lang als Minderjährige meinen Eltern gegenüber trainieren und perfektionieren können. ...alles ist möglich und nichts (für uns Aussenstehende) bewiesen, ein Schein nicht gleich unbedingt ein Sein.

-
Themenrückkehrwechsel:
-

Jan Ullrich kam dieses Jahr die fortwährend große Hitze sehr zupass. Auf den letzten Pyrenäenetappen hätte es aber durchaus noch heißer sein dürfen. Das katastrofale Wetter beim letzten und entscheidenden EZF war unglückliches Schicksal, hätte allerdings nur relativ unwahrscheinlich noch das Blatt entscheidend wenden können, wärs denn dann wunschgemäß krachend heiß und mit Gegenwind versehen gewesen.

So eine heiße Tour wird es in den nächsten Jahren wohl kaum wieder geben.
Ullrich hat dennoch eine gute Prognose im Laufe der nächsten beiden Jahre.
Nachdem der Kurs zur Zeit offensichtlich jährlich wechselt, gibt es nächstes Jahr wahrscheinlich die schwerere und von ihm favorisierte Fahrtrichtung: erst Pyrenäen und dann die Alpen.
Wahrscheinlich ist auch, daß die Alpen dann wieder schwerer werden als in diesem Jahr und zusätzlich der Madeleine zum Galibier wieder mit in das Programm aufgenommen wird, statt Alpe d´Huez dann wahrscheinlich das nur dezent leichtere Les deux Alpes ansteht.
Wie das Wetter allerdings wird, ist ja bekanntermassen ein Roulettespiel, und ist bei Jan Ullrich offensichtlich in seinen Auswirkungen wesentlich ausschlaggebender, als bei vielen anderen.
Da gibt es dann auch wenig daran zu trainieren.
Es hat schon wirklich oft bittere Kälte im Sommer vor allem in den französischen Alpen gegeben oder anderes gnadenlos mistiges Wetter.
Und dann doch wieder überraschend große Hitze.


Die WIRKLICH faire Veränderung zur diesjährigen Tour wäre aber, wenn ENDLICH das Mannschaftszeitfahren wieder abgeschafft werden würde. Immerhin läßt auch da die Tour hin und wieder einen Wechsel ihrer Traditionen zu. Und dafür würde dann das wirklich heldenhafte Bergeinzelzeitfahren wieder eingeführt? Klasse: Radwechsel auf dem Gipfelgrat.
Oder auch alle Kilometer nur bergauf von mir aus.

Ach ja: da ich aber der Tour mafiöse Strukturen mit meinen Verschwörungstheorien unterstelle, wird das auch tatsächlich so wieder geschehen: Mannschaftszeitfahren gestrichen und ersetzt durch Berg-EZF, oder zumindestens das Ergebnis des MZF nicht einfliessen gelassen in die Einzelwertung.

Aber erst übernächstes Jahr.

Nächstes Jahr noch nicht, da greift Lance noch ein letztes Mal ins Tourgeschehen ein und beraubt noch einmal überdimensional seinen Körper und reizt die Grenzen des Risikos aus, um sich die „6 times in a row“ und damit seinen Marsch auf den größten, den alleinigen Ewigen-Olymp zu sichern.
Dafür stirbt man dann am Lebensende auch gerne ein paar Jahre früher.

.
.
.
.
Aber auch wenn die größten Unbillen aus dem Weg geräumt sind, wohl dann im übernächsten Jahr, ein Lance Armstrong und ein Mannschaftszeitfahren fort, dann könnt’s für unseren Jan dennoch bitter kommen in den nächsten Jahren. Ist sie denn wirklich so gut, seine Prognose?:
Tyler Hamilton –tapferer Armstrong-Lehrling, tritt vielleicht immer noch besser auf oder wird noch „risikofreudiger“, die Euskateler fahren sich plötzlich nicht mehr in die erste Niederung ohne MZF, das Wetter wird im nächsten Jahr schlecht und das Jahr darauf dreht die Tour dann wieder falsch herum.
Aber ein zweiter Platz ist auch alle Ehren wert, Sam hatte es ja vorrausgesagt.

Das oben genannte wird aber noch lange nicht alles sein:
Zu alledem hängen Jan Ullrich bald noch ganz andere Konkurrenten im Nacken.
Wehe, Armstrong entlässt Heras beispielsweise dann eines Tages aus seinem Team. Wehedem auch, Beloki kriegt sich rechtzeitig wieder zusammengepuzzelt oder Nachwuchsfahrer wie Rogers oder Mentchov, die französischen oder spanischen Jungfahrer bekommen ihre eigentlich zu erwartenden Formschübe. Wehedem dazu, die Kasachen entdecken plötzlich noch ganz andere Waffen, als Henkeltaschen und Spritzpistolen und WEHE, die gesamte Radsportszenerie starrt und hofft wieder so erwartungsvoll auf Wundertaten unseres Jahrhunderttalents, so wie es auch Mister Brot beschrieben hat in seinem für mich ziemlich schlüssigen und realpessimistischen Beitrag (heute, um 14:42) in dem o.g. anderen Thread.
Weil mir übrigens dieser Beitrag so gut gefallen hat, zitiere ich den einen kurzen Kommentar von Mister Brot, den er hinterher noch von sich gegeben hat und den ich ganz besonders mochte, hier noch mit hinein, ohne ihn damit verpflichten zu wollen, meinen eigenen hahnebüchenden Doping-Anschuldigungen Beifall zu zollen:

Zitat:
Ich bin nur realistisch.

Außerdem hab ich die seltene Gabe, bei Sporttipps grundsätzlich komplett daneben zu liegen. Insofern war das gerade mein Beitrag zum Ende von Länz' Siegesserie.

PS: noch einmal: meine Verschwörungstheorien bitte nicht alle zu bitter ernst nehmen. Ich verfolge allerdings seit 10 bis 15 Jahren intensiv Radrennen und arbeite mit Sportjournalisten zusammen und habe selber Portraits + Interviews (Kamera) mit einigen Radprofis gemacht (u.a. Olaf Ludwig, Andreas Klöden), und man erzählt sich hinter der ausgeschalteten Kamera sehr viel. Es sind (hier im IOFF-Sub) meine ganz alleinigen Theorien, die ich schlussfolgere, und ich kann auch völlig daneben liegen. Interessant waren dabei allerdings besonders die Berichte über die „neue Doping-Ära“ seit EPO. Man hat uns erzählt, daß das vor allem Körperschädigende am modernen Doping nicht nur die eingenommenen leistungssteigernden Substanzen sind, sondern die parallel dazu bzw. danach genommenen „Kaschierungssubstanzen“, die es möglich machen, die Dopingsubstanz bei Kontrollen schwer bis gar nicht nachzuweisen. Vor allem aber bewegen sich angeblich die modernen synthetischen Dopingsubstanzen in einer akribischen und forcierten Neu- und Weiterentwicklung, und jedesmal braucht die Instanz der Doping-Kontrolleure ihre Zeit, um die Kontrollmethoden und chemischen Nachweisverfahren entsprechend zu aktualisieren. Besonders böse Gedanken von mir erinnern sich gerne daran, wie hochentwickelt vor allem die nordamerikanische Pharmaforschung ist. In Europa kann sich das Entwicklungszentrum nach Adam Riese eigentlich nur in oder nahe bei Belgien befinden.

Diese Tour-Nachlese ist höchst subjektiv, Mafia-Spekulationen, es gäbe gekaufte Helfer oder man könne Mannschafts- oder Einzelzeitfahren nach Lance ausrichten u.ä. sind rein spekulativ und satirisch gemeint, auch wenn ich es mir in meiner gspinnerten Fantasie manchmal durchaus so vorstellen könnte.
Den Spass an der Tour werde ich mir dennoch nie verderben lassen.
(Außer 1998, da wars mal kurzzeitig fast soweit)

Und in diesem Jahr erst recht nicht:
Dieses Tour-Sub, mit all seinen tollen Ideen und Beiträgen, fairen Diskussionen, vor allem aber meist genialen Kommentierungen, besonders parallel zu einigen Etappen –einfach ein herrlicher Humor hier-, das alles hat mir eine RIESEN-große Freude gemacht und damit die diesjährige ohnehin schon so mitreissende Tour zu einem wirklich großartigen Erlebnis werden lassen.

*thx at all*
emily ist offline  
#2 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 28-07-2003, 22:33
Gast.
unregistriert
 
Jo, dieses Sub war - wie schon die früheren Sport-Extra-Subs - eine absolute Bereicherung .
 
#3 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 28-07-2003, 22:42
OneMore
kühler beobachter
 
Benutzerbild von OneMore
 
Registriert seit: 04-2003
Ort: dirty south
Gut geschrieben Emily...

btw: Ist heuer eigentlich Olympia? Oder erst nächstes Jahr?
OneMore ist offline  
#4 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 28-07-2003, 22:44
Gast.
unregistriert
 
Nächstes Jahr.
 
#5 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 28-07-2003, 22:47
OneMore
kühler beobachter
 
Benutzerbild von OneMore
 
Registriert seit: 04-2003
Ort: dirty south
Zitat:
Original geschrieben von Sam The Eagle
Nächstes Jahr.
Danke
OneMore ist offline  
#6 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 29-07-2003, 18:12
Mister Brot
Member
 
Registriert seit: 05-2003
Re: Emilys Tour-2003-Nachlese Wortgemetzel

Zitat:
Original geschrieben von emily
...so wie es auch Mister Brot beschrieben hat in seinem für mich ziemlich schlüssigen und realpessimistischen Beitrag (heute, um 14:42) in dem o.g. anderen Thread.
Weil mir übrigens dieser Beitrag so gut gefallen hat...
*schnüff* Ich bin gerührt!
Die meisten scheinen mit der diesjährigen Tour schon abgeschlossen zu haben. Morgen oder übermorgen wird dieses Sub vermutlich geschlossen.

Einen großen Teil deiner Ausführungen sehe ich ähnlich (Dopingproblematik), anderes geht mir doch etwas zu weit (Verschwörungstheorien, um Länz zum 6. Erfolg zu verhelfen).

Und auch bei den Aussichten über das Abdanken von Länz hinaus bin ich - ausnahmsweise - etwas optimistischer, was Ulles Chancen angeht. Selbst bei gewohnt mieser und unprofessioneller Vorbereitung war in den letzten Jahren immer nur einer in der Lage, ihn zu schlagen. Und noch ist auch kein weiteres, hochkarätiges Talent in Sicht (wie Ullrich 96), der Armstrongs Rolle als Ulle-Bezwinger nach dessen Ausscheiden übernehmen könnte.

Wino, Teiler, Joseph Beloki - alles keine echten Siegfahrer. Für einen Zufallserfolg a la Pantani 98 könnte es für den einen oder anderen natürlich immer reichen (wobei ich Winokurow und Hamilton selbst das nicht zutraue). Aber im Normalfall haben die selbst gegen einen schwachen Ullrich keine Chance.

Allerdings werden es auch im besten Fall nicht mehr allzu viele deutsche Toursiege werden. Jan ist '73 geboren, der amerikanische Radcowboy ist nur 2 Jahre älter. Wobei ich Jan durchaus zutraue, dass er eher abtritt als nötig - er geht halt immer den Weg des geringsten Widerstands. Und sich zu quälen war auch nie sein Ding.

Also durchaus möglich, dass der vielleicht talentierteste Radfahrer aller Zeiten mit nur einem Toursieg in die Geschichte eingeht. Aber das hätte er sich dann nur selbst zuzuschreiben - er hätte auch einsamer Rekordhalter werden können.
Mister Brot ist gerade online  
#7 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 29-07-2003, 21:41
pecca
Member
 
Registriert seit: 05-2003
Ort: Hoffenheim/Teodelina
Länz
pecca ist offline  
#8 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 30-07-2003, 00:16
emily
You make me schwitz!
 
Benutzerbild von emily
 
Registriert seit: 03-2003
Ort: Liberty + Berlin City
mister brot:

ich teile deine ausführungen in deinem posting völlig.

vor allem dann auch ganz besonders die letzten beiden absätze.

die aufzählung der konkurrenten hatte mich selber aber besonders interessiert in seiner gesamtheit, die da auf das auch für mich wirklich bewundernswerte talent ullrich zukommt.
alleine betrachtet kann ich mir auch jeden einzelnen konkurrenten schwach reden. die schwächen haben sie gegen jan (wie es sich in diesem moment darstellt) tatsächlich. von beloki war ich regelrecht enttäuscht z.b. während dieser tour, und für mich hat er sich seinen sturz, trotz dem unnötig üblen ausgang, vor allem selbst zuzuschreiben.
ich favorisiere gefühlvolle fahrer.

trotzdem nochmal zur einzigen uneinigkeit:
meine verschwörungstheorien sind wirklich völlig fantastisch dahergesponnen, da gibt es überhaupt nichts dran zu teilen. es ist einfach nur eine fantasie, die mir kommt, wenn ich mich in diese geschichten hinein versetze, was so wirklich hinter den kulissen abgehen soll.
wie jungamateure mit etwa 15 jahren üblicherweise an gängige doping-praktiken herangeführt werden sollen, wie uns erzählt wurde, und wie sich der alltag der fahrer fortan hinein ins angestrebte profileben in einem höchst anrüchigen und doch unter ihresgleichen überall gängigen metier der vertuschung gestaltet.
lügen und kaschieren, bis hin dazu, nach außen präsentierbare und schlüßige erklärungen zu konstruieren (oder sogar selber daran zu glauben)..., um das ganze zur realität (der außenwelt) zu machen.
und dabei riskiert jeder einzelne noch , je nach eigener einsatzbereitschaft, so viel an gesundheit.
wer solch einen hohen preis zu zahlen bereit ist, ist auch schneller bereit, zu verdrängen und zu inszenieren.

da hat halt meine fantasie noch etwas überzogen weitergesponnen...
also so etwa:
es sitzen zu viele jahre bis jahrzehntelang die gleichen bzw. selben leute an den oberen schaltstellen..., die werden schon entdeckt haben, was einem "show" für vorteile bringt. (anerkennung, beachtung, berühmtheit, macht und knete, schließlich wäre das alles nur innerhalb eines völlig "normalen" zeitgeistes)
auch einen lance armstrong treibt nur die gier nach macht in form von verewigung in einem ausnahme-olymp zu so einem raubbau am eigenen körper und aufgebautem image. ich persönlich empfinde ihn im vorgaukeln eines positiven images als meister.
anstoss nehme ich persönlich daran, wenn jemand die gier nach macht (weiter, als nur die suche nach anerkennung und persönlicher talentverwirklichung) so durchsickern lässt und so anwendet, wie ich es lance ankreide.
(dazu schreib ich nichts mehr im einzelnen, das habe ich in mehreren diskussionen schon immer wieder dargestellt.)

also nochmal:
daß die tourleitung in diesem und den vergangenen 1 oder 2 oder 3 jahren vielleicht sogar bewußt einige entscheidungen über streckenwahl und ausführmodus auf eine gewisse show ausgerichtet haben könnte, ist in meinem reich der fantasie möglich...(vielleicht würde danach ja nächstes jahr lance kippen müssen, damit diese unerreichbar klingende hürde: "6-mal-in-folge" noch länger als anstrebbbar erhalten bliebe -schließlich ist sie ja noch sehr neu, ... ).

ich weiß, ich hab ne macke.
aber diskutiere gern.

PS:
pantanis toursieg 98 schreibe ich einer doping-panik unter den fahrern zu. meine mieseste tour im verfolgen der ereignisse seit 1990 etwa.
man konnte nicht auf diese art daran rütteln, an dem thema.
show anerkennen und aussprechen und arschigkeiten deutlicher benennen können fände ich besser....
darf aber nicht sein.
dann wäre sie tot, die show.
emily ist offline  
#9 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 30-07-2003, 14:20
Mister Brot
Member
 
Registriert seit: 05-2003
Zitat:
wie jungamateure mit etwa 15 jahren üblicherweise an gängige doping-praktiken herangeführt werden sollen, wie uns erzählt wurde, und wie sich der alltag der fahrer fortan hinein ins angestrebte profileben in einem höchst anrüchigen und doch unter ihresgleichen überall gängigen metier der vertuschung gestaltet.
Also so langsam machst du mich neugierig. Als reiner Zuschauer, der gerade mal mit den "Insiderinfos" versorgt wird, die Angermann, Rominger, Migels, Heppner & Co während der Liveübertragungen verlauten lassen (ließen), würden mich schon ein paar deiner Geschichten interessieren. Die Kommentatoren kehren das Doping-Thema ja gerne unter den Tisch (nicht verwunderlich, wenn man davon ausgeht, dass der Co-Kommentator mit großer Wahrscheinlichkeit selbst zu den Betroffenen gehört).

Zu Joseba: Den konnte ich bisher eigentlich überhaupt nicht ab. Er hat in den letzten Jahren das Am-Hinterrad-des-Konkurrenten-den-Berg-hochziehen-lassen perfektioniert. Ein echter Langweiler, der für NULL Unterhaltung gesorgt hat. Mehr als eine 2-Sekunden-Alibi-Attacke (die problemlos gekontert werden konnte) war nie von ihm zu sehen.
Deshalb war ich heuer sogar positiv überrascht, als er in den Alpen tatsächlich mal für mehrere Minuten Armstrong davonfahren konnte. Das wurde natürlich wieder wettgemacht durch dieses unmögliche Zufahren der Löcher für das radelnde Krebsgeschwür, wenn irgendwer anders attackiert hatte. Da braucht Länz nicht mal mehr eine Mannschaft, wenn er SO einen Edelhelfer zur Verfügung hat.

Zum Abschluss zur Streckenwahl: Sicher ist es möglich, eine Strecke dem einen oder anderen etwas mehr anzupassen - durch mehr oder wenige Bergankünfte, die Länge und Beschaffenheit der Zeitfahren etc. Aber letztendlich kommt es doch auf die Teilnehmer selbst und deren Trainingszustand an. Und zu dem Zeitpunkt, an dem der Tourplan präsentiert wird, weiß noch niemand, wer überhaupt im nächsten Jahr teilnehmen wird geschweige denn, in welcher Form sich die Fahrer befinden.
Man kann die Strecke noch so sehr dem Länz anpassen - wenn der nicht vernünftig trainieren und sich anderweitig "stärken" würde, hätte er halt keine Chance.
Und was das MZF betrifft: dort war eigentlich die letzten Jahre immer ONCE das favorisierte Team (vor allem, wenn Igor Gonzales de Galdingsbums noch mit dabei gewesen wäre - und davon sind die Organisatoren bei der Tourplanung sicher ausgegangen). Insofern wäre gerade die Beibehaltung des MZF ein Indiz dafür, dass man versucht hat, dem kleinen spanischen Lutscher etwas unter die Arme zu greifen im Kampf um den Toursieg.
Mister Brot ist gerade online  
 


Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:10 Uhr.

Archiv | Impressum | Datenschutzerklärung
Based on vBulletin® von Jelsoft Enterprises Ltd.
Modifications © by scotty using hacks from vbulletin.org
LEGAL DISCLAIMER: Die Betreiber dieses Forensystems übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt, die Richtigkeit und die Form einzelner eingestellter Beiträge. Jeder Verfasser von Einträgen ist als Autor selbst für seinen Beitrag verantwortlich. Um eine Identifizierung im Streitfall zu gewährleisten, wird die IP-Nummer bei der Erstellung eines Beitrags aufgezeichnet, aber nicht öffentlich ausgewiesen. Die Einstellung von rassistischen, pornografischen, menschenverachtenden, gesetzeswidrigen oder gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträgen, Bildern oder Links ist ausdrücklich untersagt. Die Betreiber behalten sich vor Beiträge / Themen zu editieren oder zu löschen und gegebenenfalls einzelnen Besuchern / Mitgliedern zeitweise oder gänzlich die Schreibberechtigung zu entziehen. Alle benutzten Marken, Warenzeichen und Firmenbezeichnungen unterliegen dem Copyright der jeweiligen Firmen.
Seite generiert in 0,19302 Sekunden mit 10 Queries auf Amalthea.