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Alt 14-01-2017, 19:45
Perrier
Schwanz drüber... 420
 
Benutzerbild von Perrier
 
Registriert seit: 10-2005
Zitat:
Zitat von storch Beitrag anzeigen

Nur ein (kleines?) Beispiel (auch neulich hier irgendwo wieder gelesen), "wieso sollte ein Mann die Straßenseite wechseln, wenn er nachts in einer stillen Straße auf eine Frau zugeht oder hinter ihr läuft? Das würde ja alle Männer unter Generalverdacht stellen und ich selbst bin ja schließlich nicht so."
Darüber wurde damals immer wieder geredet, auch in linken, sog. emanzipierten Kreisen. Für mich war das aber ein Gradmesser, ob ein Mann verstanden hat oder gar nachfühlen kann, worum es Frauen geht. Hat er es verstanden, war ihm wiederum egal, dass er als Mann nicht unter Generalverdacht fallen wollte, er hat die Straßenseite gewechselt, um Frauen nicht zu ängstigen.
Ist aber ja alles wieder in Vergessenheit geraten, s. o.
Kam von mir. Also, das Post. Mein Freund macht das so. Für mich ist das nichts Außergewöhnliches, sondern Sensibilität. Dementsprechend empfand ich auch die Generalverdacht-Jammerei als mindestens unsensibel.
Perrier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-01-2017, 20:44
Edelstahl
semper fi
 
Registriert seit: 11-2012
Ort: Bielefeld
Irgendwie spiegeln hier diverse Posts das Dilemma vieler Frauen wider.
Man Frau würde ja gerne. Aber...
Edelstahl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-01-2017, 21:11
Blackbird
Member
 
Registriert seit: 02-2004
Zitat:
Zitat von tanakin Beitrag anzeigen
Ich bleibe dabei: gegen gewalt gegen frauen zu protestieren bringt absilut nix, weil der Protest nicht dort ankommt, wo er hingehört... oder falls doch, es betreffenden rgal ist!

Nachhaltig hilft:

Aufstehen! Zivilcourage, auch mal ein "hör den scheiss auf!" Über die strasse rufen, wenn man was sieht.
Dazwischengehen!
Schutz/hilfe aktiv anbieten!

Aber ganz sicher haben auch frauen eine "bringschuld":
Anzeigen, und dabei bleiben!
Die opferrolle verlassen!
Selbstbewusster auftreten/werden/bleiben!
Hilfe aktiv einfordern! "Sie da, mit der blauen jacke! Bitte helfen sie mir!"

Das ist meine chauvie-meinung, und dabei bleibe ich...
Ich kann das zwar auch nicht, aber ich wäre gerne so und ich meine auch zu wissen, wovon du redest. Du liegst da auch absolut richtig, wir Frauen müssten da sehr viel mehr Selbstbewusstsein haben. Ich denke, es ist eine Mischung aus Persönlichkeit und Erziehung. Und eigentlich wäre das auch etwas, was man super in der Schule lehren könnte, wobei es dann vermutlich wieder ein paar Leute gibt, die zuviel Angst vor Emanzipierung hätten. Außerdem ist die heutige junge Generation ja auch schon wieder anders als "wir". Mir wurde eher beigebracht, dass es besser ist sich unterzuordnen. Schließlich war es ja auch das, was meine Eltern und Großeltern machen mussten...
Blackbird ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-01-2017, 09:01
dedeli
Team Mystic
 
Benutzerbild von dedeli
 
IOFF Team
Registriert seit: 12-2003
Ort: München
Zitat:
Zitat von tanakin Beitrag anzeigen
Nachhaltig hilft:

Aufstehen! Zivilcourage, auch mal ein "hör den scheiss auf!" Über die strasse rufen, wenn man was sieht.
Dazwischengehen!
Schutz/hilfe aktiv anbieten!

Aber ganz sicher haben auch frauen eine "bringschuld":
Anzeigen, und dabei bleiben!
Die opferrolle verlassen!
Selbstbewusster auftreten/werden/bleiben!
Hilfe aktiv einfordern! "Sie da, mit der blauen jacke! Bitte helfen sie mir!"

Das ist meine chauvie-meinung, und dabei bleibe ich...
Ich stimme Dir überwiegend zu, aber das ist eben nur Symptombekämpfung und reicht allein nicht aus. Es muß bereits viel früher, bei der Erziehung, beim gesellschaftlichen Umgang mit Gewalt ggü. Frauen angesetzt werden. Sonst wäre es vergleichbar mit einer Krankheit, bei der man zwar die Symptome mehr schlecht als recht bekämpfen kann, aber bei den Ursachen nicht ansetzt. Prävention ist wichtig und darf nicht außer Acht gelassen werden und dazu gehört eben auch, überhaupt erstmal ein Bewußtsein für die Problematik zu schaffen.

Ich hab z.B. vor kurzem einen interessanten Artikel gelesen, in dem eine Frau beschrieben hat, wie sie als Kind bei Triezen/Gewalt durch Jungen Hilfe bei Erwachsenen suchte und dies von den Erwachsenen mit "Jungs sind halt so. Er meint es doch gar nicht so. Er mag Dich doch und will nur Deine Aufmerksamkeit." abgetan wurde. Und sie hat auch beschrieben, wie lange es auch als Erwachsene noch gedauert hat, sich davon freizumachen und Arschlochverhalten von Männern auch als solches wahrzunehmen und nicht als "Nicht so schlimm" innerlich abzutun.

Ganz persönlich bin ich immer noch ziemlich schockiert vom gesellschaftlichen Umgang mit den Silvestervorfälle von letztem Jahr. Die Vorfälle fand ich schon schrecklich, den Umgang damit fand ich aber auch zum Kotzen.
Das beginnt bei der Kölner Polizei, die in der Nacht Frauen abgewiesen hat, aber am Neujahrsmorgen rausgab, dass keine besonderen Vorfälle zu verzeichnen waren und die Silvesternacht gut verlaufen ist. Da frage ich mich schon, wie seitens der Kölner Polizei bzw. der übergeordneten Stellen sonst so mit Gewalt gegen Frauen umgegangen wurde.
Das geht weiter mit der Oberbürgermeisterin von Köln, die, nachdem sie sich endlich mal zu einer Stellungnahme bequemte, von einer Armlänge Abstandhalten sprach. Hätte den betroffenen Frauen ja viel gebracht, bei einer Massenveranstaltung bzw. in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dann die ganzen rechten Gruppierungen, die sich sonst nicht gerade durch besonders frauenfreundliches Verhalten auszeichen, dann aber auf einmal von dem Schutz "unserer" Frauen sprachen. Den Begriff "unsere" Frauen find ich schon sehr merkwürdig, zeigt aber auch deutlich, dass es ihnen eben nicht um Frauen allgemein geht, sondern eben nur um "unsere" .
Und wo ich immer noch kotzen könnte, war die Kolumne von Herrn Augstein, der die Silvestervorfälle mit "Ein paar grapschende Ausländer und schon reisst bei uns Firnis der Zivilisation." abtat.
https://twitter.com/augstein/status/...134400?lang=de.
dedeli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-01-2017, 09:40
Jaspis
Fußballpythia
 
Benutzerbild von Jaspis
 
IOFF Team
Registriert seit: 02-2005
Abwertendes Verhalten gegenüber Mädchen und Frauen ist übrigens nicht politisch verortet. Das können und konnten Rechte wie Linke gleichermaßen.
Jaspis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-01-2017, 11:52
Xanana
Member
 
Registriert seit: 09-2016
Mal ein kurzer Blick über die Grenzen:

Da ja auch viele russsische Mitbürger ins Land kommen, mit ihrer Kultur und ihren anerzogenen Werten. (Neue Mitbürger, die natürlich auch nicht immer alles gutheißen, aber nicht wenige doch auch hier genau das ausleben, mit dem sie großgeworden sind, und wir damit konfrontiert werden. Ich jedenfalls, in meinem Job. Und natürlich hat das auch Auswirkungen auf unser Zusammenleben, je mehr Mitbürger unter uns leben, die eine andere Art zu leben normal finden und sich damit identifizieren und sich darüber definieren!----> [Meine russischen/russischstämmigen Schülerinnen sagen oft: WIR Russinnen sind eben so! {Mit deutschem Pass} Eine Bewusstseinsänderung ist manchmal kaum möglich und IRRE anstrengend]


http://www.msn.com/de-de/nachrichten...ben/ar-AAlQ8Tf
Zitat:
Gesetz soll häusliche Gewalt erlauben

Schläge gegen Ehepartner und Kinder sollen in Russland kein juristisches Nachspiel mehr haben, wenn es der erste solche Fall ist. Das Erstaunliche: Der Vorschlag stammt von einer Frau. (...)

Das jetzige Gesetz gegen häusliche Gewalt verletze «traditionelle russische Werte», hatte die Parlamentarierin vor einigen Monaten im Interview mit der «Moscow Times» behauptet. «In unserer Familienkultur basieren Beziehungen auf Autorität. Das Gesetz sollte dies unterstützen.» (...)

Wir dürfen nicht vergessen, dass Mitbürger aus anderen Ländern oft ihre traditionellen Werte mitbringen, und dadurch in einigen Bereichen massive gesellschaftliche Probleme entstehen.

Ich erkenne durchaus Rückschritte im Kampf für die Gleichberechtigung der Frau. (Natürlich sind wir Frauen noch längst nicht da angekommen, wo unsere weiblichen Vorkämpferinnen hin wollten, aber diese Rückschritte sind echt mühsam! Und bereiten mir in meinem Leben Probleme, die ich so vorher nie hatte. Ich engagiere mich ehrenamtlich mit mehreren Mitbürgerinnen mit Zuwanderungsgeschichte (türkisch, polnisch, afghanisch, russisch) in einem Frauenhaus. Deutsche Frauen sind da unterproportional vertreten, by the way, obwohl in Deutschland doch mehr deutsche Frauen leben. Logisch.

Dieses Männerbild, was da mitimportiert wird, macht mir Sorgen und ist leider auch Teil meines Alltags. Für mich ein Rückschritt.

Und ja, hier sind unsere Männer gefordert, aufzuzeigen, welche gleichberechtigte Stellung die Frau in unserer Gesellschaft hat. Auch laut Grundgesetz. Ohne Gewalt und Diskriminierung. Wir müssen unsere Männer hinter uns wissen. Denn sie werden Töchter haben, für die sie auch kämpfen müssen. Und sollten. Und wollen?

Geändert von Xanana (15-01-2017 um 13:10 Uhr). Grund: [{][}[ (})}( ){ maaaaaannn
Xanana ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-01-2017, 16:17
hans
ang dami mo alam
 
Registriert seit: 02-2003
ich denke nicht, dass man ausser punktuellen erfolgen eine breitenwirkung erreicht, wenn es nicht zum starken, strengen privileg wird, in deutschland leben zu dürfen, denn dies ist auch ein prinzip der usa, siehe die komplexe, teils symbolische prozedur, um naturalisiert zu werden, und die bekenntnisse, die man bereits für die greencard ablegen muss.

anders akzeptieren die menschen keinerlei "leitkultur", und genau das ist es, der erhabene anspruch einer leitkultur, dass einwanderer ihre jahrtausende alten traditionen aufzugeben haben, durch die sie überhaupt diejenigen sind, die bis heute als clan überlebt haben.
da die politik immer polarisierender geworden ist, kann es auch gesellschaftlich nur zwei klare zustände geben:
entweder komplette symmetrie analog zur religionsfreiheit, oder eine sehr dominierende leitkultur, wie die "amerikanische".

und selbst in usa ist es extrem schwierig, in kiezen überhaupt das ganz normale gesetz zu erzwingen, da sich die leitkultur gern einer arroganz und brutalität befleissigt, sehr verführerisch, wenn man die möglichkeit dazu hat.
futuristen reden von 20% polizei/security und 30% outlaws.
andererseits sind gerade asiatische us-bürgerInnen amerikanischer als die amis, und helfen stark mit, und lassen sich auch gegen negative konsequenzen von trumps kommendem regime was einfallen. da gibt es (seit der chinesenverfolgung vor vielen generationen) eine lange vorgeschichte an deals und agreements, trotz einer gewissen ethnischen segregation.

der trick war also, einen virtualisierten, nicht-ethnischen nationsbegriff zum nationalismus einer aussergewöhnlichen leitkultur zu machen, in der hoffnung, die werte der verfassung besser durchsetzen zu können.

die rolle hätte hier ein "europäertum" übernehmen müssen.
und dieses hätte niemals faktoren der marginalisierung nach der wende zulassen dürfen.
(in analogie fällt nun drüben einiges auseinander, wenn klassenkampf zur agenda von rechtsaussen geworden ist.)
zb gewalt gegen frauen in privilegierten schichten scheint sich trickreich auf die "zustände" der marginalisierten zu stützen, um davon zu kommen. die sind ja als fans brauchbar etc.

ich denke, man braucht eine renaissance europäischer werte aller möglichen bereiche und herkünfte, auch konservativer, damit man den wunsch von frauen und männern anderer kulturen nach einem besseren leben motivieren kann, und möglichkeiten anbieten kann, die beweisen, dass ein gerechteres verhältnis hier erfolgreich sein kann.
es geht ja nicht einfach nur um ego, (unerzogen) kindische mentalität, macho-instinkt und bequemlichkeit, sondern um die kriterien einer sozialen stellung des mannes innerhalb des clans.

also ergibt sich die frage nach der sozialen stellung bestimmter und dann aller frauen im clan. die griechen hatten lysistrate, es müssen möglichkeiten gefunden werden, den frauen innerhalb der (bisher traditionellen) gesellschaft mehr rationalen und pragmatischen einfluss zu geben, statt sie heraus und ins frauenhaus zu locken, das kann nur die äusserste notlösung sein.
meiner ansicht kann eine bejahung der diversität nur auf solche art gezeigt werden.
noch anders gesagt, sozialer aufstieg russischer, arabischer, pakistanischer frauen innerhalb einer von europäischen werten dominierten wirtschaft, ohne ihre subkultur zu verlassen. da braucht es etwas verführung durch beispiele und chuzpe. das ist ziemlich das gegenteil der bisherigen fiesen taktik, apostatinnen die gegen ihre eigene herkunft geifern, zu westlichen celebrities zu machen.

Geändert von hans (15-01-2017 um 16:23 Uhr).
hans ist offline   Mit Zitat antworten
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