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Johannes Paul II: Trauer, Resümee, Konklave - Benedikt XVI: Hoffnung und Ausblicke
 

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Alt 27-04-2005, 21:08
Antares
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Augustinus oder Thomas von Aquin

"Die Kirche braucht eine Revolution des Glaubens, Sie sich nicht mit dem Zeitgeist liieren. Sie muss sich von den Gütern trennen, um ihr Gut zu bewahren."


Worte eines Mannes zu dessen Vorbildern Augustinus zählt und nicht Thomas von Aquin der die Grundlagen für die klassische katholische Doktrin legte.


Muß man einen solchen Mann fürchten oder gibt gerade diese, seine ganz spezielle Sicht der Dinge Hoffnung?
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Alt 27-04-2005, 21:18
Dammerl
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Im Prinzip gibt es sie- genauer gesagt hat sie sich schon erfüllt.

Die Kirche hat sich von ihren Gütern getrennt, sie hat keine weltliche Macht mehr.
Das macht Benedikt durch den Verzicht auf die Tiara im Wappen sehr deutlich und bestätigt sein Zitat von damals damit.
Klar hat die Kirche noch viele "Güter" in Immobilien - aber sie hat über niemanden mehr Befehlsgewalt - aber dahingehend ist das nicht zu interpretieren.

Dieses Zitat aus Salz der Erde zeigt, dass Ratzinger durchaus revolutionär denkt.
Das Gute ist nicht immer in den Jahrhundertalten "Gütern" festgelegt.
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Alt 27-04-2005, 21:29
Antares
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Im Prinzip gibt es sie- genauer gesagt hat sie sich schon erfüllt.

Die Kirche hat sich von ihren Gütern getrennt, sie hat keine weltliche Macht mehr.
Das macht Benedikt durch den Verzicht auf die Tiara im Wappen sehr deutlich und bestätigt sein Zitat von damals damit.
Klar hat die Kirche noch viele "Güter" in Immobilien - aber sie hat über niemanden mehr Befehlsgewalt - aber dahingehend ist das nicht zu interpretieren.

Dieses Zitat aus Salz der Erde zeigt, dass Ratzinger durchaus revolutionär denkt.
Das Gute ist nicht immer in den Jahrhundertalten "Gütern" festgelegt.

Das sehe ich ebenso, nur werden aus Unwissenheit Ängste gegen die Instanz aufgebaut die als Sinnbild für Religion schlechthin gilt. Die Zeiten ändern sich, jemand der als progressiv galt, der bewußt gegen den römischen Zentralismus arbeitete wird heute als negatives Beispiel für den Einfluß der katholischen Lehre auf menschliches Miteinander angesehen.

Darf man sich ein Bild machen ohne den Menschen und seine Arbeit zu kennen?
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Alt 27-04-2005, 21:36
Dammerl
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Wir (also zumindest einige) kennen den Menschen und seine bisherige Arbeit.

Mich hat ein Zitat in seiner Ansprache vor den Deutschen gestern aufhorchen lassen:
"Ich bitte Euch um Nachsicht, wenn ich Fehler mache wie jeder Mensch oder wenn manches unverständlich bleibt, was der Papst von seinem Gewissen und vom Gewissen der Kirche her sagen und tun muß. "

Er weiss, dass er es nicht jedem recht machen kann und nicht jedem recht machen wird.
Und das freut mich.
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Alt 27-04-2005, 21:49
Antares
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Wir (also zumindest einige) kennen den Menschen und seine bisherige Arbeit.

Mich hat ein Zitat in seiner Ansprache vor den Deutschen gestern aufhorchen lassen:
"Ich bitte Euch um Nachsicht, wenn ich Fehler mache wie jeder Mensch oder wenn manches unverständlich bleibt, was der Papst von seinem Gewissen und vom Gewissen der Kirche her sagen und tun muß. "

Er weiss, dass er es nicht jedem recht machen kann und nicht jedem recht machen wird.
Und das freut mich.
Das ist der Punkt. Es geht nicht darum den Glauben für jederman akzeptabel zu machen.
Glaube ist keine Modeerscheinung, die dem vorherrschenden Trend Rechnung tragen müsste.


"Der Papst ist nicht das Organ durch das man sozusagen eine andere Kirche herbeirufen kann, sondern er ist der Schutzwall gegen die Eigenmächtigkeit."
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Alt 28-04-2005, 18:30
Dammerl
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so ist es, Antares.
Ein Papst, der sämtliche Traditionen (ich rede bewusst von Traditionen, nicht von Glaubensinhalten) von heut auf morgen übder den Haufen werfen würde, wär nicht der meine.
Eine Kirche, die jeder gesellschaftlichen Strömung nachläuft, wär auch nicht die meine.

Vieles liegt in der Kirche im Argen, aber das wenigste davon geht von Rom aus.
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Alt 29-04-2005, 11:00
Antares
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so ist es, Antares.
Ein Papst, der sämtliche Traditionen (ich rede bewusst von Traditionen, nicht von Glaubensinhalten) von heut auf morgen übder den Haufen werfen würde, wär nicht der meine.
Eine Kirche, die jeder gesellschaftlichen Strömung nachläuft, wär auch nicht die meine.

Vieles liegt in der Kirche im Argen, aber das wenigste davon geht von Rom aus.
Den letzten Satz streiche ich mal rot an:

Vieles liegt in der Kirche im Argen, aber das wenigste davon geht von Rom aus.

So wie es bei vielen anderen Dingen auch ist, im persönlichen Bereich , als auch in umfassenderen Bereichen des Lebens.

Wir sind schnell dabei die Verantwortung für Mißstände bei anderen zu suchen.

Liegt es nicht in der Verantwortung jedes Einzelnen offensichtliche Mißstände aufzudecken und zu bekämpfen?

Für mich persönlich bedeutet es die Kirche betreffend folgendes. Durch einen Austritt aus einer Religionsgemeinschaft erreiche ich gar nichts. Im Gegenteil, ich entziehe mich meiner Verantwortung und stelle mich den Problemen nicht.
Was nicht bedeuteten soll, das Außenstehende nicht das Recht hätten zu kritisieren. Aber ist es nicht so, das Kritik von Menschen die sich der Gemeinschaft entziehen als oberflächlich zu betrachten ist, da ihnen häufig der tiefere Einblick in bestimmte Zusammenhänge völlig abgeht?

Die wohl bekanntesten Kirchenkritiker sind nach wie vor Mitglied der katholischen Kirche und so sind sie in ihrer Funktion durchaus ernstzunehmen. Zumal sie in der Lage sind das Denken anderer Gläubiger viel eher zu beeinflussen als diejenigen die sich ihrer Verantwortung durch "Flucht" entziehen.

Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Sicherlich haben die Kirchen in der Vergangenheit , auch in der jüngerer Vergangenheit schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen. Allerdings läßt sich bei genauerem Hinsehen feststellen das auch die Kirchen und Glaubensgemeinschaften in ihren Handlungen durchaus dem jeweiligen Zeitgeist Rechnung trugen. Dieser Zeitgeist wird in allererster Liene durch den Menschen selbst bestimmt.

Diese Erkenntnis führt dazu einen Mann vom Format eines Joseph Ratzinger mit anderen Augen zu betrachten. Denn dieser hat sich ja nie von irgendeiner Strömung oder Bewegung ( gerade auch innerkirchlich) vereinnahmen lassen.

Der Umstand das Ratzinger eine Gesellschaft kritisiert die sich in Selbstgefälligkeit und Selbstabsolution ergibt, die ihrer Gier nach allen Arten von Erfüllungen aufs Äußerste steigert und daraus eine ungeheure Entwertung des Lebens erwachsen zu lassen, spricht doch eher für als gegen ihn.

Ihm von vornherein jeglichen Reformwillen abzusprechen halte ich für arrogant und überheblich.
Selbst Küng schränkt ein das Ratzinger für "Überrraschungen" offen sei.
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Alt 29-04-2005, 11:05
Little_Ally
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Zitat:
Zitat von Antares
Diese Erkenntnis führt dazu einen Mann vom Format eines Joseph Ratzinger mit anderen Augen zu betrachten. Denn dieser hat sich ja nie von irgendeiner Strömung oder Bewegung ( gerade auch innerkirchlich) vereinnahmen lassen.

Der Umstand das Ratzinger eine Gesellschaft kritisiert die sich in Selbstgefälligkeit und Selbstabsolution ergibt, die ihrer Gier nach allen Arten von Erfüllungen aufs Äußerste steigert und daraus eine ungeheure Entwertung des Lebens erwachsen zu lassen, spricht doch eher für als gegen ihn.
Gut gesagt!
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Alt 29-04-2005, 11:09
Antares
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Gut gesagt!
Danke, aber die Lorbeeren sind nicht die meinen.


Die Äußerungen stammen überwiegend von Ratzinger selbst.
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Alt 29-04-2005, 11:55
Bigfried1
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Die Frage ist doch die, waren sie sein Besitz oder waren sie es nicht, die Kleider die Jesus trug!

Bigfried1 ist offline  
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Alt 29-04-2005, 12:03
Little_Ally
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Die Frage ist doch die, waren sie sein Besitz oder waren sie es nicht, die Kleider die Jesus trug!


Aha, da hat jemand diese Woche die Wiederholung von "Im Namen der Rose" gesehen.
Little_Ally ist offline  
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Alt 29-04-2005, 12:06
Antares
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Die Frage ist doch die, waren sie sein Besitz oder waren sie es nicht, die Kleider die Jesus trug!

Das ist die Frage?

Sein Besitz, nein, die der Kirche und somit der Gläubigen, sicherlich.


Umberto Eco läßt viel gedanklichen Spielraum, gerade was diese Frage angeht.
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Alt 29-04-2005, 12:08
Bigfried1
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Aha, da hat jemand diese Woche die Wiederholung von "Im Namen der Rose" gesehen.

Isch mag Film und Buch!
Bigfried1 ist offline  
 


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