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Alt 17-09-2009, 17:22
Orane
Erwartungsgeneration
 
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Zitat von JackB Beitrag anzeigen
Natürlich wäre das auch Aufgabe der Politik.
Aber wir wissen, dass Politik von Menschen gemacht wird, die gewählt werden wollen, und auf Druck menschlich reagieren.

Deshalb ist es auch die Aufgabe (und das Interesse) des Bürgers, den Druck auf auf Politiker nicht zu groß werden zu lassen, und den Politikern zu signalisieren, dass man von ihnen keine drastischen Sofortmaßnahmen erwartet.
Naja, Erwartungen bleiben nun mal immer different, weil sie völlig unterschiedlich gespeist werden. Damit wird es schwierig, die Interessen der Bürger so zu bündeln, dass die Politik eine defensive Erwartungshaltung erleichtert wahrnehmen und dann eventuell überlegt handeln kann.

Das Verhältnis Wähler-Politiker und was da für Wechselwirkungen entstehen, gerade in Zeiten von Wahlkampf, ist ein problematisches und vor allen Dingen einflussreiches, ich geb dir da recht. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es in meinen Augen zur politischen Kompetenz gehören muss, weitsichtige und nachhaltige Lösungen anzustreben, die über die "Symbolpolitik" (die übrigens durchaus ihre Berechtigung hat) hinausgehen. Auch wenn es Wählerstimmen kostet. Das ist meine Erwartung.
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Alt 17-09-2009, 17:37
Orane
Erwartungsgeneration
 
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Zitat:
Zitat von Elaine Beitrag anzeigen
Danke für den Link. Ich bin erst auf der ersten Seite, könnte bei Antwort 2 sofort die Krise kriegen , aber das hier ist simpel, gut und imho richtig:

Zitat:
Mit dem Glauben an das Gute ist man in unserer heutigen Gesellschaft wesentlich besser bedient. Das Destruktive, das Ausrichten auf den eigenen Vorteil, ist nur begrenzt erfolgreich.
Wobei eben der Inhalt aus Satz 1 auch dem eigenen Vorteil dient, aber mehr Vielfalt zulässt als Satz 2.
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Alt 17-09-2009, 17:50
suboptimal
*341*
 
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Zitat:
Zitat von Antares Beitrag anzeigen
Die Amokläufe sind im Prinzip die Spitze eines Eisberges......die Täter sind gleichfalls Opfer........von Vernachlässigung, Mobbing ecpp......wir können vielleicht nur von Glück sagen, dass nicht noch mehr Jugendliche zu diesem Mittel greifen um die Aufmerksamkeit auf sich und ihre Situation zu lenken. Die Zahl jugendlicher Alkoholabhäniger spricht doch ebenfalls für sich....auch hier wird seitens der Erwachsenen vorgelebt, dass Alkohol dazu gehört.......legale Droge......ohne viel Aufhebens zu beschaffen.
Jüngste Patienten an der Bult in Hannover waren 9 Jahre alt........mit einem Blutalkohol von annährend 2 Promille.
Vor dreissig Jahren waren die jüngsten Patienten zwischen 15 und 17 Jahren.
Mädchen waren früher , weder in Gewaltdelikten , noch Alkoholmissbrauch häufig anzutreffen, Heutige Zahlen Mädchen zu Jungen sind so gut wie identisch. Wie will man das deuten? Als Zeichen der Emanzipation? Na, dann gute Nacht, Marie.
Ist das Dein Bauchgefühl, oder gibt es dazu belastbare Daten?
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Alt 17-09-2009, 18:25
Hannybaby
Walking on Cars!
 
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Zitat:
Zitat von Laggy Beitrag anzeigen
Ansbach ist gar nicht so weit weg von hier...da kriegt man gleich ein mulmiges Gefühl
Stimmt, allerdings. Wenn's im "eigenen" Wohnort ist, berührt das nochmal anders... schlimm schlimm.
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Alt 17-09-2009, 18:33
Norayr
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Täter war in Psychotherapie
Zitat:
Zwei Schülerinnen der elften Klasse wurden bei dem Anschlag schwer verletzt. Einer davon habe der Täter laut Polizei mit seiner Axt oder einem Messer massive Schädelverletzungen zugefügt. Sie schwebt in Lebensgefahr.
Zitat:
Das Gymnasium Carolinum ist das kleinste von drei Gymnasien in Ansbach und hat rund 700 Schüler. Es ist ein musisches Gymnasium und befindet sich direkt am Altstadtrand von Ansbach. Aufgrund seiner musischen Ausrichtung gilt das Gymnasium Carolinum als besonders ruhiges Gymnasium, von dem bislang auch kaum Probleme mit Gewalt an der Schule bekannt sind. Teile des Gymnasiums sind in die Reste der ehemaligen Stadtbefestigung Ansbachs hineingebaut. Das Carolinum ist das älteste Gymnasium in Ansbach und das zweitälteste in Bayern, besitzt eine lange humanistisch-musische Tradition und gilt als ein Vorzeigegymnasium in der mittelfränkischen Region.
erwartet man doch mehr Amokläufe auf Volks- oder Realschulen
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Alt 17-09-2009, 18:41
Norayr
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Lehrerverband für mehr Sicherheit an Schulen
Zitat:
Appell an Eltern und Lehrer

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern wertet den Brandbombenanschlag als Mahnung. Alle Schulen müssten ihren Umgang mit den Jugendlichen kritisch überprüfen, sagte GEW-Landeschefin Angelika Neubäcker. Alle müssten sich die Frage stellen: "Sorgen wir gut für unsere Kinder und Jugendlichen?" Wahrscheinlich sei es kein Zufall, dass sich die Tat am dritten Schultag des neuen Schuljahres ereignet habe, sagte Neubäcker.
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Alt 17-09-2009, 19:08
Zydeco
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Zitat:
Zitat von Orane Beitrag anzeigen


Und was wäre die Alternative zur Institution Schule?
Der Einstieg in die Institution "gesicherte" Schule.

Wie man aus den allerersten Kommentaren hört - und das könnte eventuell nicht richtig sein - SOLL es an der Schule keinen Amok-Alarm gegeben haben. Also kein besonderes Klingelzeichen oder keine Lautsprecherdurchsagen an alle Klassen, um sich zu verbarikadieren oder sonstige Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

Ich frage mich, was nach Winnenden alles geschehen ist, wenn es immer noch keine Kommunikationssysteme gibt, um die Kinder und die Lehrer zu warnen - offenbar gibt es einen Feueralarm der angesprochen hat bzw. manuell ausgelöst wurde. Aber ein Amok-Alarm konnte nicht ausgelöst werden, vielleicht weil der Feueralarm noch anstand und nicht quittiert werden konnte, um von einem höherwertigen Alarm abgelöst zu werden.

DIe Alarmgabe ist die unterste, die allerunterste Sicherheitseinrichtung in Gebäuden und Institutionen in denen bis zu 1.000 Menschen arbeiten oder unterrichtet werden. Die Kosten für solch eine Einrichtung sind lächerlich. Jeder begabte Elektronik-Freak kann heute solch einen Schaltkreis zusammenbauen. Die Teile dazu gibt es auf dem Elektronik-SB-Sektor.

Von sonstigen Sicherheitseinrichtungen will ich gar nicht reden, da diese mehrheitlich abgelehnt werden - noch. Aber auch hier wird die Zeit eine andere Einstellung herbeiführen.

Solange nicht banalste Sicherungs- und Kommunikationssysteme in den Schulen installiert werden, kann man nur hoffen dass nicht der nächste Amokläufer sich als erstes der Pausenklingel bemächtigt und diese auslöst - womit er dann alle Schüler auf den Schulhof treibt, um dort mit seinem "Golfsack" und dessen Inhalt, den niemand beim Betreten des Schulgeländes kontrolliert hat, auf hunderte von Kindern zu warten.

Geändert von Zydeco (17-09-2009 um 19:25 Uhr).
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Alt 17-09-2009, 19:22
Zydeco
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Zitat:
Zitat von Keith1 Beitrag anzeigen

... Worthülsengeschleuder .... Anpassungsdruck .....schon vor 40 Jahren nichts verstanden.
Genau das ist der Ton, genau das ist die Stimmungslage, genau das sind die Wegwerfargumente gegenüber anderen Mitmenschen, in denen sich die unkontrollierten psychischen Stimmungslagen der Erwachsenen manifestieren mit denen Kinder und Jugendliche heute in der häuslichen Argumentation ebenfalls zumeist abgefertigt werden. Die sie lernen, internalisieren und praktizieren - um sie schließlich bei Disputen oder Kontrahaltungen mit selbstbewussten Leuten und solchen mit Zivilcourage - aus Wut und Hilflosigkeit in der verbalen Argumentation - letztendlich in körperliche Gewalt umzusetzen.

Ich hoffe, Du erziehst keine Kinder in dieser Tonlage.

Falls doch, kannst Du Dich durchaus als repräsentativ für die Kommunikation in der heutigen Gesellschaft einordnen.

Und das ist ja schließlich auch schon was ...

Geändert von Zydeco (17-09-2009 um 19:25 Uhr).
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Alt 17-09-2009, 19:46
Orane
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@Zydeco, ich versteh das Bedürfnis, formale Schutzmaßnahmen einzurichten, durchaus. Aber du wirst dir sicher dabei auch denken können, dass es dies nicht die Lösung sein kann, weil: Was machen wir nun in der verriegelten, bewachten, alarmgesicherten Schule mit den amokbereiten Kindern, die eben immer noch da sind? Was machen wir nun mit ihnen, die sich in der Instituition befinden, die einen Bildungs- und Erziehungsauftrag hat?
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Alt 17-09-2009, 19:57
Zydeco
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Zitat von Orane Beitrag anzeigen
@Zydeco, ich versteh das Bedürfnis, formale Schutzmaßnahmen einzurichten, durchaus. Aber du wirst dir sicher dabei auch denken können, dass es dies nicht die Lösung sein kann, weil: Was machen wir nun in der verriegelten, bewachten, alarmgesicherten Schule mit den amokbereiten Kindern, die eben immer noch da sind? Was machen wir nun mit ihnen, die sich in der Instituition befinden, die einen Bildungs- und Erziehungsauftrag hat?
Wir bereiten Sie weiterhin durch liebevollen Umgang, ernsthaften aber vertrauensvollen Ton auf das Leben vor. Wir reden mit Ihnen über Ideale, Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft, Menschenliebe, Freundschaft, Gemeinsinn, Vertrauen und Zutrauen. Wie können wir darüber als Lehrer reden, wenn wir es nicht vertrauensvoll an Ihnen vorleben?

Aber wir bringen ihnen auch bei, dass für viele Menschen heute diese Begriffe nichts mehr wert sind. Sie mit Füssen getreten werden. Beide - die Begriffe und diejenigen, denen sie etwas wert sind.

Und wir bringen ihnen auch bei, dass sie selbst Farbe im Leben bekennen müssen, ob Ihnen diese Begriffe auch etwas wert sind. Und wenn ja, dass man dann dafür auch jeden Tag etwas ganz praktisches GUTES tun muss.

Das alles ist unsere Aufgabe als Lehrer und Ausbilder.

Nebenbei machen wir auch noch Mathe, Deutsch, Reli, Sport, Bio, Chemie und Physik.

Wohlgemerkt: NUR NEBENBEI.

Damit das Wichtigste nicht zu kurz kommt.

Und noch was - auch unter dem Vorwurf der "Schreibselei und der Verschrobenheit":

Wir setzen uns mit Ihnen über das Geschehene auseinander. Sofort und intensiv. Vor einiger Zeit gab es hier sehr authentische Berichte von Eltern, die schrieben dass mit ihren Kindern in deren Schulen das Ereignis Winnenden NICHT Gegenstand schulischer Erörterung und Thematisierung war. NIEMALS!

Bei so etwas kann es einem nur die Sprache verschlagen. Diese Ignoranz, diese Feigheit und Devotheit - und diese offensichtliche Distanz zwischen Lehrern und Schülern - raubt mir schier den Verstand. Ich habe damals sinngemäß geschrieben, dass ein Lehrer angesichts solcher Ereignisse vor und zusammen mit seinen Schülern aus meiner Sicht ruhig laut losheulen kann und auch sollte.

Wenn nicht vor und mit denen, wo und mit wem sonst?

Und dazu stehe ich noch heute. Auch nach Ansbach.

Geändert von Zydeco (17-09-2009 um 20:20 Uhr).
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Alt 17-09-2009, 20:34
Orane
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Viele Themen sprichst du da an. Nähe zwischen Lehrer und Schüler, Mut, Einstehen, Umgang mit Angst und Trauer, Wertevermittlung. Über alles ließe sich im Einzelnen noch gesondert schreiben.
Und –sorry für die fast persönliche Bemerkung- ich finde dieses Post von dir und das vorherige mit den ganzen Sicherheitsforderungen sehr konträr. Würdest du meinen, dass es leichter wäre, diese Leistungsanforderungen, so wie du sie für Lehrkräfte ausmachst, in einer aufwendig abgesicherten Schule zu erfüllen? Bei der jetzt von dir skizzierten fast idealisierten pädagogischen Haltung bring ich diesen ganzen Schwall an Schutzmaßnahmen nicht unter.
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Alt 17-09-2009, 20:43
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Die Bild hat aber ganz schön lange gebraucht, bis sie endlich persönliches und Bilder vom Läufer rausgefunden hat.
 
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Alt 17-09-2009, 20:52
Zydeco
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Zitat von Orane Beitrag anzeigen

Bei der jetzt von dir skizzierten fast idealisierten pädagogischen Haltung bring ich diesen ganzen Schwall an Schutzmaßnahmen nicht unter.
Sofern das Lehrer-Schüler-Verhältnis durch Vertrauen, Offenheit und kollektive Sinnerfüllung bei einer machbaren Gefahrenabwehr in der eigenen Schule ungestört ist, können alle die GEMEINSAM ausgedachten Tricks und Vorschläge dessen, was man im Gefahrenfall machen könnte und sollte, sowohl akzeptieren als auch praktizieren.

Ich glaube auch, dass da so manches an (in diesem Sinne funktionierenden) deutschen Schulen inzwischen organisiert und vorbereitet ist. Weil es die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern ausgedacht haben und es deshalb auch mittragen.

Alles was per ordre de mufti - ohne eigene Aufarbeitung und kreativen Input der Schüler-Lehrer-Fraktion - von oben in puncto Sicherheit aufgestülpt wird, findet naturgemäß Ablehnung.

Dass solches trotzdem geschieht, zeigt nur wes Geistes Kind zum Teil die deutsche Pädagogik ist. Dass etwas von einem Menschen als eigene Verhaltensbasis akzeptiert wird, erfolgt nur wenn es 2 Bedingungen erfüllt:

1. Es muss ihm nützen und
2. es muss von ihm selbst gewollt und mitgestaltet sein

Dass diese banalen Grundsätze der Verhaltenpsychologie der heutigen deutschen Schulpädagogik abhanden gekommen sind, zeigt nur wie es um unsere im Kreidestaub erblasste Bildungslandschaft derzeit bestellt ist.

Geändert von Zydeco (17-09-2009 um 20:58 Uhr).
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Alt 17-09-2009, 21:04
Norayr
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interessant war gerade im DLF über eine Studie der FU Berlin, darin ging es auch um die alten Kinderspiele, die höheren pädagogischen Wert haben und nicht, weil altmodisch abgekanzelt werden sollten.

Zitat:
Zitat von naja Beitrag anzeigen
FU Berlin untersucht Anhaltspunkte von Gewalt an Schulen
Sendezeit: 17.09.2009 20:10
Autor: Fannrich-Lautenschläger, Isabel
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften
Länge: 07:28 Minuten
Norayr ist offline  
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Alt 17-09-2009, 21:17
Orane
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Zitat von Zydeco Beitrag anzeigen
Sofern das Lehrer-Schüler-Verhältnis durch Vertrauen, Offenheit und kollektive Sinnerfüllung bei einer machbaren Gefahrenabwehr in der eigenen Schule ungestört ist, können alle die GEMEINSAM ausgedachten Tricks und Vorschläge dessen, was man im Gefahrenfall machen könnte und sollte, sowohl akzeptieren als auch praktizieren.

Ich glaube auch, dass da so manches an (in diesem Sinne funktionierenden) deutschen Schulen inzwischen organisiert und vorbereitet ist. Weil es die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern ausgedacht haben und es deshalb auch mittragen.

Alles was per ordre de mufti - ohne eigene Aufarbeitung und kreativen Input der Schüler-Lehrer-Fraktion - von oben in puncto Sicherheit aufgestülpt wird, findet naturgemäß Ablehnung.

Dass solches trotzdem geschieht, zeigt nur wes Geistes Kind zum Teil die deutsche Pädagogik ist. Dass etwas von einem Menschen als eigene Verhaltensbasis akzeptiert wird, erfolgt nur wenn es 2 Bedingungen erfüllt:

1. Es muss ihm nützen und
2. es muss von ihm selbst gewollt und mitgestaltet sein

Dass diese banalen Grundsätze der Verhaltenpsychologie der heutigen deutschen Schulpädagogik abhanden gekommen sind, zeigt nur wie es um unsere im Kreidestaub erblasste Bildungslandschaft derzeit bestellt ist.

Kollektive Sinnerfüllung, puh, siehst du darin quasi so was wie den „gemeinsamen Weg“, den Schüler und Lehrer gehen?
Zum zweiten Abschnitt: Ja, ich glaube und weiß auch, dass Schulen unglaublich kreativ und findungsreich an Lösungen sind und dies mit am besten funktioniert bei Schülerpartizipation.

Und zum nutzen: Aber genau das ist doch der Klassiker: nicht immer leuchtet der Nutzen ein, schon gar nicht wenn (pubertätsverstärkt) ganz Anderes wichtig bis hin zu existentiell erscheint?
Und um den Bogen zum Amoktäter zu schlagen: inwiefern will der noch das wollen und mitgestalten, was meinetwegen der Rest der Klassengemeinschaft für nützlich erachtet?

Um die Bildungslandschaft mach ich mir vorrangig systembezogen im Ganzen Sorgen, was einzelne Stellen in der Landschaft angeht, weniger. Es gibt tolle Schulen, und zwar aller Schulformen, die ausgezeichnete und hoch anerkennungswerte Arbeit leisten. Und damit weiß ich auch – es geht, es ist möglich. Trotz beschissener Rahmenbedingungen.
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