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Alt 17-09-2009, 21:18
Zydeco
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Zitat von naja Beitrag anzeigen
interessant war gerade im DLF über eine Studie der FU Berlin, darin ging es auch um die alten Kinderspiele, die höheren pädagogischen Wert haben und nicht, weil altmodisch abgekanzelt werden sollten.
Nichts gegen alte Kinderspiele, aber die heutige Zeit stellt besondere Ansprüche an das Lehre-Schüler-Verhältnis. Dieses sollte sich unter Voranstellung der Bemühungen um ein intaktes menschliches Verhältnis zwischen beiden, auch um die gemeinsame Aufarbeitung tagesaktueller Probleme und deren Sinnbezüge im gemeinsamen Lebensumfeld kümmern.

Um sicherzustellen dass dabei das Wissensgefälle vom Lehrer zum Schüler erhalten bleibt, muss es für die Lehrerschaft ein Ansporn sein, diesem Anspruch durch intellektuelle und intelligente Unterrichtsvorbereitung Rechnung zu tragen.

Beamten-Mikado, anachronistisches Duckmäusertum und fehlende Identifikation mit einem anerkannten Wertegefüge (Grundgesetz, Demokratie, Mitbestimmung, Gesetzeskonformität und ethisch-moralische Grundsätze) sind dazu untaugliche Charaktereigenschaften eines Lehrers.

Leider ist dieses Defizit im Lehrkörper in vielen Fällen nicht nur mitleidig zu bestaunen.
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Alt 17-09-2009, 21:21
Meister Petz
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Die Gesellschaft und ihre Werte haben sich unwiederbringlich verändert. Die einzige Maßnahme, die funktionieren wird, ist ein abgesichertes Schulgelände mit Wachpersonal und Scannern. Genauso, wie es in den USA schon vielfach praktiziert wird. Ob uns das nun gefällt oder nicht, keine andere Lösung wird den Kindern ein Mindestmaß an Sicherheit bieten. Aber das kostet viel Geld. Da ist es viel billiger, nutzlose Gesetze zu erlassen oder sozialromantisches Wehklagen anzustimmen.
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Alt 17-09-2009, 21:28
Zydeco
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Zitat von Orane Beitrag anzeigen

Kollektive Sinnerfüllung, ....?
Entschuldige den Kunstbegriff - was ich meine, ist das beiderseitige Verständnis bei Lehrern und Schülern, welche Aufgabe die Institution "Schule" in unserer Gesellschaft hat und welches Rollenspiel dieses Staatsgebilde den Akteuren im Klassenraum zuweist. Nicht im Sinne der Staatsbürgerkunde, sondern im Sinne eines "wie machen wir gemeinsam das Beste für uns aus dieser jahrelangen Schicksalgemeinschaft".

Wenn diese Grundsatzfrage zwischen Lehrern und Schülern nicht geklärt ist, und jedem dabei nicht klar ist was ihm/ihr nützt und was dabei gewollt und nicht gewollt ist, kann man jede unidirektionale Wissenvermittlung anhand eines Stoffplanes vergessen.

Dann ist eben Krieg an der Schule. Und wer schickt schon seine Kinder gerne dort hin?
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Alt 17-09-2009, 21:28
Orane
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Zitat von Meister Petz Beitrag anzeigen
Die einzige Maßnahme, die funktionieren wird, ist ein abgesichertes Schulgelände mit Wachpersonal und Scannern.

Wir waren hier schon weiter.
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Alt 17-09-2009, 21:30
Meister Petz
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Zitat von Orane Beitrag anzeigen
Wir waren hier schon weiter.
Danke für den Hinweis. Es ändert aber trotzdem nichts am Ergebnis.
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Alt 17-09-2009, 21:40
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Zitat von Meister Petz Beitrag anzeigen
Die Gesellschaft und ihre Werte haben sich unwiederbringlich verändert. Die einzige Maßnahme, die funktionieren wird, ist ein abgesichertes Schulgelände mit Wachpersonal und Scannern. Genauso, wie es in den USA schon vielfach praktiziert wird. Ob uns das nun gefällt oder nicht, keine andere Lösung wird den Kindern ein Mindestmaß an Sicherheit bieten. Aber das kostet viel Geld. Da ist es viel billiger, nutzlose Gesetze zu erlassen oder sozialromantisches Wehklagen anzustimmen.
Du weist, dass Du mir aus der Seele sprichst.

Aber solange das Bewusstsein, dass dies nützt und das Gefühl selbst daran mitgewirkt und mitbestimmt zu haben nicht bei Lehrern und Schülern in Deutschland erreicht ist, kann es so etwas nicht geben.

In Amerika ist das einfacher. Dem Amerikaner nützt, was die Regierung beschliesst und die Polizei umsetzt. Deshalb ist er auch dafür. Wäre er dagegen, würde er demonstrieren dass er sich gegen den obrigkeitshörigen US-Bürgersinn stellt - was ihm unweigerlich ein gesellschaftliches Akzeptanzproblem in seinem Umfeld bescheren würde.

In Deutschland ist es genau umgekehrt. Alles was von oben kommt, ist per definitionem Scheisse. Und nur der gilt etwas, der Obrigkeitsentscheidungen - notfalls mit wahlloser Gewalt gegen Personen und Sachen - in Frage stellt. Die Schwäche des Staates wird somit zur Stärke des renitenten Bürgers.

Es ist und bleibt dies in unserem Lande seit der Weimarer Republik die konstante Größe der deutschen Demokratie, die weil sie letztlich den Ausfluss aus der demokratischen Mehrheitsentscheidung - nämlich das Gesetz - nicht akzeptiert, keine ist und nie eine sein wird.

Ihr Scheitern ist vorbestimmt - und die Gewalt des ungehorsamen Bürgers spielt dabei die tragende Rolle. Allerdings erst, nachdem er sich in seiner Gewaltbereitschaft multiplikativ unter politischen Fascen zusammengerottet hat, was nur unter krisenhaften Umständen einer schier ausweglosen wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung denkbar erscheint.

Geändert von Zydeco (17-09-2009 um 21:43 Uhr).
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Alt 17-09-2009, 21:50
Eliet
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Zitat daraus:
"Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern wertet den Brandbombenanschlag als Mahnung. Alle Schulen müssten ihren Umgang mit den Jugendlichen kritisch überprüfen, sagte GEW-Landeschefin Angelika Neubäcker. Alle müssten sich die Frage stellen: "Sorgen wir gut für unsere Kinder und Jugendlichen?" Wahrscheinlich sei es kein Zufall, dass sich die Tat am dritten Schultag des neuen Schuljahres ereignet habe, sagte Neubäcker."


Amokläufe werden sich nie ganz verhindern lassen. So schrecklich es ist.

Mir tun die Betroffenen sehr leid.

Für mich ist wichtig, dass Schule einen Bildungs- und Erziehungsauftrag hat. Oft steht aber der Bildungsaspekt weit im Vordergrund, Sichwort "erwarten, abfragen, verlangen, abtesten - abtesten - abtesten - abtesten - abtesten - abtesten, sortieren, klassifizieren, etikettieren".
In die Mühle geraten Kinder/Jugendliche (und Lehrer als oft "Ausführende") sehr leicht und zu leicht.

Ich habe den Eindruck, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse jahrzehntelanger guter Bildungsforschung ohne Wimpernzucken sofort "ins Klo gespült wurden" als Pisa am Horizont erschien, diese "Wirtschaftsinteressen-Studie" (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/OECD). Ohne es groß zu sagen (sondern vom praktischen Ergebnis her) wurden bewährte pädagogische Grundsätze und Ergebnisse wieder als Luxus und Kuschelpädagogik eingestuft und abgetan. Sicher gab es da auch Auswüchse und Extreme.
Aber diese pädagogischen Ansätze gingen vom Kind und seinen Bedürfnissen aus und stellten beides an die Spitze aller Bemühungen. Und genau da gehört es hin. Man kann nicht gegen den Menschen, gegen das Kind, gegen den Jugendlichen arbeiten. Leistungswettbewerb hin oder her, wir leben mit Menschen und unter Menschen, nicht unter Robotern oder in einer Science Fiction Welt. Was Kinder und Jugendliche brauchen (sofern sie nicht so psychisch beeinträchtigt oder krank sind, dass Schule sowieso nicht greifen kann), ändert sich ja nicht. Und was Kinder und Jugendliche sich von Schule wünschen, steht ihnen auch selbstverständlich zu: Als Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen wahrgenommen zu werden, kein Leistungserbringer in erster Linie zu sein. Dass ihre Würde und ihr Seelenheil geachtet werden. Dass nichts so wichtig ist wie ihr positives Selbstbild. Dass sie in ihrer guten Selbstwahrnehmung immer wieder unterstützt werden. Dass sie grundsätzlich einen unantastbaren Wert haben als Mensch, nicht als Funktionsträger oder Rollenerfüller. Dass es Aufs und Abs im Leben gibt. Dass man ihnen zutraut und einübt, mit Frustrationen fertig zu werden, denn die gehören zum Leben.

Dass ihnen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die ihr Vertrauen verdienen.
Und dann, wenn ein Kind/Jugendlicher sich angenommen und geachtet fühlt -komme was wolle (wer ist schließlich schon immer perfekt und durchlebt nicht Krisen?) kann man sich um anderes kümmern. Vermitteln, dass das Leben Anforderungen stellt, Pflichten beinhaltet, Einsatz braucht.

Es gibt in der Schule viele kleine Möglichkeiten, ein Kind/einen Jugendlichen zu kränken, zu entmutigen, zu frustrieren, im Stich zu lassen. Das muss gar kein großes "Mobbing" sein. Da kommt Tropfen zu Tropfen in ein Fass, dessen Wasserspiegel steigt und steigt.
Aber der große Druck den Schule weitergibt kommt von außen, von einer Bildungspolitik (und Bildungsfinanzierung), mit der man nicht einverstanden sein kann.
Ich will keinem Lehrer Vorwürfe machen, der Beruf ist schwierig. Die Vorwürfe des Mobbings an die Winnenden-Schule fand ich (in der Form; was auch immer genau passiert war) geschmacklos und kontraproduktiv. Aber ich denke auch, dass Lehrer im Zweifelsfall lieber etwas Fachliches hintanstellen, wenn sie merken, dass etwas anderes gebraucht wird.
Ich finde, dass Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam versuchen sollten, den unübersehbaren bildungspolitischen Bestrebungen des "höher, schneller, weiter - auch in der dieser unseligen Bundesländerkonkurrenz" Widerstand entgegen zu setzen.
Es lässt sich nicht jeder Amoklauf verhindern. Aber Schüler, die sich gemocht und akzeptiert fühlen; die wissen, wer in der Schule für sie da ist und helfen würde (und dafür Zeit hätte, weil Schule eben den erwähnten Erziehungsauftrag hat), die begeben sich nicht so leicht mit Schussfeuerwaffen, Molotow-Cocktails auf das Schulgelände.

Und ganz abgesehen vom Wunsch "macht unsere Schüler zu wettbewerbstauglichen Berufstätigen in der Arbeitswelt von morgen": Wir können es uns aus vielerlei Gründen nicht leisten, auch nur einen Menschen zu "verlieren" und damit meine ich nun nicht in erster Linie an den Tod. Sondern z.B. an die "RTL-Mitten im Leben" - Hoffnungslosigkeit und den Stumpfsinn. Oder eben an Schlimmeres.
Eliet ist offline  
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Alt 17-09-2009, 21:53
Lady Lily
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Alt 17-09-2009, 22:04
Orane
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Zitat von Eliet Beitrag anzeigen
Ich habe den Eindruck, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse jahrzehntelanger guter Bildungsforschung ohne Wimpernzucken sofort "ins Klo gespült wurden" als Pisa am Horizont erschien, diese "Wirtschaftsinteressen-Studie" (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/OECD). Ohne es groß zu sagen (sondern vom praktischen Ergebnis her) wurden bewährte pädagogische Grundsätze und Ergebnisse wieder als Luxus und Kuschelpädagogik eingestuft und abgetan.
Kannst du das mal konkretisieren? Welche Studien sind das aus der Bildungsforschung, die du meinst, deren Ergebnisse seit Pisa vernachlässigt werden? Ich frag deshalb, weil Pisa nur eine Large-Scale-Studie ist. Mehr nicht. Was dann im Zuge des „Pisa-Schocks“ passiert ist, ist weniger der Studie und den Machern selbst anzukreiden (so könnte ich dein Post aber verstehen) als dem Umgang der Politik, Administration und Medien damit.

Zitat:
Ich finde, dass Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam versuchen sollten, den unübersehbaren bildungspolitischen Bestrebungen des "höher, schneller, weiter - auch in der dieser unseligen Bundesländerkonkurrenz" Widerstand entgegen zu setzen.
Es lässt sich nicht jeder Amoklauf verhindern. Aber Schüler, die sich gemocht und akzeptiert fühlen; die wissen, wer in der Schule für sie da ist und helfen würde (und dafür Zeit hätte, weil Schule eben den erwähnten Erziehungsauftrag hat), die begeben sich nicht so leicht mit Schussfeuerwaffen, Molotow-Cocktails auf das Schulgelände.

Ja.
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Alt 17-09-2009, 22:06
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Zitat von Zydeco Beitrag anzeigen

Wenn diese Grundsatzfrage zwischen Lehrern und Schülern nicht geklärt ist, und jedem dabei nicht klar ist was ihm/ihr nützt und was dabei gewollt und nicht gewollt ist, kann man jede unidirektionale Wissenvermittlung anhand eines Stoffplanes vergessen.

Dann ist eben Krieg an der Schule. Und wer schickt schon seine Kinder gerne dort hin?
Zwischen einer mangelnden Klärung von "Grundsatzfragen" und "Krieg" liegt aber dann hoffentlich noch Einiges.
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Alt 17-09-2009, 22:07
Zydeco
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Einfach nur.
Ich kann Dir nur beipflichten.

Jetzt hat´s eingeschlagen !
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Alt 17-09-2009, 22:10
Zydeco
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Zitat von Orane Beitrag anzeigen
Zwischen einer mangelnden Klärung von "Grundsatzfragen" und "Krieg" liegt aber dann hoffentlich noch Einiges.
Was ich mit "Krieg" an den Schulen meine, dürftest Du wissen. Es ist inzwischen doch Allgemeingut:

- Ninja-Sterne
- Revolver
- Stehende Messer
- Pump-Guns
- Berettas
- Molotow-Cocktails
- Mopping
- Schlägereien
- Denunziationen
- Erpressung
- Drogen
- Diebstahl

Der Begriff stammt nicht von mir. Er wurde mir von Schülern so übermittelt - sie werden wissen, wo sie nach ihrem Empfinden jeden Tag hingehen.
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Alt 17-09-2009, 22:39
Eliet
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Kannst du das mal konkretisieren? Welche Studien sind das aus der Bildungsforschung, die du meinst, deren Ergebnisse seit Pisa vernachlässigt werden? Ich frag deshalb, weil Pisa nur eine Large-Scale-Studie ist. Mehr nicht. Was dann im Zuge des „Pisa-Schocks“ passiert ist, ist weniger der Studie und den Machern selbst anzukreiden (so könnte ich dein Post aber verstehen) als dem Umgang der Politik, Administration und Medien damit.
Dazu müsste ich ein bisschen weiter ausholen (und heute Abend mehr Zeit haben). Aber ein "kleines" Beispiel vielleicht, das die Richtung verdeutlicht (hoffe ich): In Niedersachsen findet man in den Kerncurricula für die Fächer keine "Lernziele" mehr. Es werden "Bildungsstandards" formuliert und "erwartete Kompetenzen" genannt.

In Unterrichtsentwürfen wird nun so formuliert:

"Das Kind kann ..."

Das Kind kann. Die Kompetenz muss am Schluss da sein. Fertig.

Lernen ist aber nicht schwarz oder weiß. 0 oder 1. "Strom fließt oder fließt nicht".
Lernen ist sehr oft ein "sich annähern", ein Prozess. Sehr viel sehr Persönliches geht mit ein.

Mit der Formulierung "erwartete Kompetenz" (die Ausdruck einer Haltung zu Bildung ist und zudem auch trotzige Hilflosigkeit ausdrückt, wie ich finde) wird natürlich ein Druck erzeugt, der dem entgegensteht, was man über das Lernen weiß. Ein Kind das in erster Linie Erwartungserfüller sein soll, das bekommt ein "Scheitern" u.U. umso deutlicher zu spüren. Lernen ist ein Weg, aber hier geht es nur um das Ziel.
Noch vor zwanzig Jahren hätte man wohl die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, wenn man diesen Ansatz gekannt hätte, nämlich etwas überspitzt formuliert: Schule, Kind, Lehrer, "Bringt das, es ist fast egal wie" oder "friss oder stirb". Wer den Standard nicht erreicht wird im Bildungssystem (in der Schulform) nach hinten durchgereicht.
Eliet ist offline  
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Alt 17-09-2009, 22:50
Sp!nne
Verwirrtpömp
 
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Zitat von Elaine Beitrag anzeigen

hier
Danke

Eliet:
Sp!nne ist offline  
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Alt 17-09-2009, 22:52
Eliet
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Es stimmt aber, was aus Pisa gemacht wurde, ist in erster Linie "Politik, Administration und Medien" anzulasten.
Es geht mir auch nicht darum, Leistungserwartungen zu verurteilen.
Der Wind bläst nur kalt in der Schule von heute. Auch im Berufsleben. Das bedingt sich wohl.
Ich finde es wichtig, dass wir auf Kinder und Jugendliche und ihre Entwicklung bestmöglich Rücksicht nehmen und behutsamer sind als es heute oft der Fall ist.

Geändert von Eliet (17-09-2009 um 22:56 Uhr).
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