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#16 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 12-02-2016, 16:43
zai-feh
unregistriert
 
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Zitat von Perrier Beitrag anzeigen
Diese Argumentation ist auch schon länger bekannt. Sie konzentriert sich immer auf Kinder und/oder auf die Außensicht, d.h. wie andere Menschen ADSler erleben. Nicht, wie sie sich selbst erleben.

Es gibt nicht nur das gesellschaftliche, soziale Leben und das entsprechende Funktionieren. Es gibt auch die Gedanken- und Gefühlswelt. Es gibt da z.B. das Problem mit dem Selbstbewußtsein, im Sinne der Selbstwahrnehmung, und damit die Abhängigkeit von Feedback und externen Strukturen. Oder eben die Probleme mit der Selbstkontrolle bzw. - steuerung. Und so äußern sich viele Symptome ganz unabhängig von der Umwelt. Ich denke, der Großteil der ADSler würde in einer Welt, in der es nur ADSler gibt, zwar tatsächlich viel besser und wohl auch ohne Medis auskommen. Das gilt aber ganz bestimmt nicht für jeden Betroffenen.

Auch wenn Erwachsene viel besser reflektieren und dies äußern und darstellen können, kann man als aufmerksamer Beobachter auch das innere Leiden von Kindern wahrnehmen, wenn es ihnen selbst vielleicht nicht bewußt ist. Ein Kind, das keine 5 Minuten am Stück mit einer Sache spielen kann, ständig hin und her titscht, extrem schnell frustriert ist... hat kein Problem mit Erwartungen, sondern mit sich.


Meine Haltung dazu - als Betroffene (erst als Erwachsene offiziell diagnostiziert) und als betroffene Mutter: Solange weder Eltern noch Kinder einen Leidensdruck haben - also zufrieden sind, bedarf es keiner Diagnose oder gar Medikation nur weil vielleicht die Lehrer, Nachbarn oder Schwiegereltern rumnörgeln.
Handlungsbedarf besteht dann, sobald ein Leidensdruck da ist.
Und zwar meine ich damit einen dauerhaften Leidensdruck. Nicht den, der einfach zum Leben dazugehört.
Und selbst dann ist noch zu prüfen, ob der Leidensdruck wirklich durch die "Störung" ausgelöst wird oder durch das Umfeld. Dann sollte man besser das Umfeld wechseln.
Und alles daran setzen, dass man ein Umfeld schafft, in dem alle zufrieden sind.

Das ist mir leider nicht gelungen für meine Kinder. Ich habe - gerade als überforderte alleinerziehende Mutter - versucht meine Kinder in das Umfeld zu pressen. Das Ergebnis war verheerend.
Ich kann mich heute glücklich schätzen, dass wir alle noch leben und so langsam den richtigen Weg finden.


Wenn aber die äußerlichen Faktioren (wie verständnislose Lehrer, blöde Schule, dumme Nachbarn) nicht für das Leiden verantwortlich sind, sondern wirklich aus dem Inneren des Kindes oder auch Erwachsenen kommen, dann können Diagnose, Therapie und Medikation eine Hilfe bis lebensrettend sein.
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Alt 12-02-2016, 16:46
Perrier
Schwanz drüber... 420
 
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Registriert seit: 10-2005
Eine ganz wichtige Anmerkung!

Es gibt die sogenannten AD(H)S-Kritiker und eine entsprechende Website. Jene haben u.a. Verbindungen zu Scientology (aus deren Lager im Zuge der Anti-Psychiatrie-Kampagne viel Schwachsinn in die Medien gebracht wurde) und auch zu Gerald Hüther (siehe hier: https://www.psiram.com/ge/index.php/Gerald_H%C3%BCther), der mit seinem Alm-Projekt nur Unheil bei den Betroffenen angerichtet hat.

Bitte auch hier also darauf achten, woher man seine Infos bezieht.


Zum Thema Diagnosen:
Ausgehend von der Annahme einer Dysfunktion des Frontallappens, könnte man vielleicht schon "objektiv" diagnostizieren. Dazu müßte man aber die Köpfe aufschneiden. Es liegt auf der Hand, daß das nicht in Frage kommt. Aber auch dann fehlt die Aussage über die individuelle Lebensqualität, die erst das Pathologische ausmacht. Wer nicht leidet, dem muß auch nicht geholfen werden. Umgekehrt muß dem Leidenden geholfen werden. Zumal es ja nun auch möglich ist.
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Alt 12-02-2016, 16:56
Perrier
Schwanz drüber... 420
 
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Registriert seit: 10-2005
Zitat:
Zitat von zai-feh Beitrag anzeigen
Wenn aber die äußerlichen Faktioren (wie verständnislose Lehrer, blöde Schule, dumme Nachbarn) nicht für das Leiden verantwortlich sind, sondern wirklich aus dem Inneren des Kindes oder auch Erwachsenen kommen, dann können Diagnose, Therapie und Medikation eine Hilfe bis lebensrettend sein.
So sieht es aus!

In den nächsten Generationen wird es viel mehr betroffene Eltern geben, die das auch wissen und entsprechend mit sich und ihren Kindern umgehen können. Wird garantiert weniger "typische" Mütter-Töchter-Konflikte geben.
Alleine das, also die Tatsache, daß ADHS endlich weitläufiger bekannt ist, ist schon ein großer Fortschritt.
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Alt 12-02-2016, 16:58
Tootsy
carpe noctem
 
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Registriert seit: 12-2003
Wieviel Unheil die Pharmaindustrie bereits angerichtet hat und weiterhin anrichtet, ist natürlich unerheblich.
Tootsy ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 12-02-2016, 17:18
SilverER
Gutmensch
 
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Registriert seit: 12-2007
Ort: Von Nord nach Süd
Aus meiner Sicht gibt es zwei Aspekte, einerseits die relativ uneindeutige Diagnostik und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (schon Kinder müssen funktionieren) mit all den schon beschriebenen Folgen, andererseits mögliche nachweisbare Ursachen / biochemische Zusammenhänge zu diesem "Krankheitsbild"...
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Alt 12-02-2016, 17:20
SilverER
Gutmensch
 
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Zitat:
Zitat von Perrier Beitrag anzeigen
Zum Thema Diagnosen:
Ausgehend von der Annahme einer Dysfunktion des Frontallappens, könnte man vielleicht schon "objektiv" diagnostizieren. Dazu müßte man aber die Köpfe aufschneiden.
Hmmm...
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Alt 12-02-2016, 17:32
Perrier
Schwanz drüber... 420
 
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Registriert seit: 10-2005
Zitat:
Zitat von Tootsy Beitrag anzeigen
Wieviel Unheil die Pharmaindustrie bereits angerichtet hat und weiterhin anrichtet, ist natürlich unerheblich.
Hat nun auch niemand geschrieben, und das MTT gibt es nicht mehr.

Ja, die Pharmaindustrie richtet auch viel Unheil an. Aber was hat das konkret mit ADHS und MPH zu tun? Oder anders: Sollte das ein Grund sein, Betroffene leiden zu lassen?
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Alt 12-02-2016, 17:41
Perrier
Schwanz drüber... 420
 
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Zitat:
Zitat von SilverER Beitrag anzeigen
Hmmm...
Für Objektivitätsfans gibt es ja auch noch den QbTest. Ist m.E. nur eine weitere Möglichkeit, Geld zu machen. Ein ADSler könnte einem begabten NT (https://de.wikipedia.org/wiki/Neurotypisch) schnell beibringen, wie er diesen Test "bestehen" kann. Ich wüßte zwar nicht, wer etwas von so einer Fehldiagnose haben könnte (also jemand selbst - die Verdiener haben natürlich viel davon), aber das mit der Objektivität ist halt so eine Sache. Die zuverlässigste Diagnose erhält man m.E. durch eine ausführliche Anamnese. Dazu muß der Arzt sehr erfahren (und idealerweise selbst betroffen ) sein.

Geändert von Perrier (12-02-2016 um 17:55 Uhr). Grund: Ergänzung
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Alt 12-02-2016, 17:58
SilverER
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Ort: Von Nord nach Süd
Zitat:
Zitat von Perrier Beitrag anzeigen
Die zuverlässigste Diagnose erhält man m.E. durch eine ausführliche Anamnese. Dazu muß der Arzt sehr erfahren (und idealerweise selbst betroffen ) sein.
Da stimme ich dir zu, allerdings wären objektiv messbare Kriterien auch ganz interessant, ist doch hier ein Wissenschaftssub...
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Alt 12-02-2016, 18:09
Eljot
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Ich kann mir denken, dass die Junk Food/Fertignahrung Ernährung, wo Kinder zum Frühstück
bereits degenerierte Nahrung wie Nutella und ähnliches essen, AUCH dazu beiträgt.
Ich hatte schon im 'Werbung, die mich ankotzt' Thread die Knoppers Werbung erwähnt, wo ein Junge wie auf Speed ist, in ein Loch fällt, bis er seine nächste Knopper Dosis bekommt. Danach ist er wieder voll drauf.
Eljot ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 12-02-2016, 18:17
zai-feh
unregistriert
 
Zitat:
Zitat von Eljot Beitrag anzeigen
Ich kann mir denken, dass die Junk Food/Fertignahrung Ernährung, wo Kinder zum Frühstück
bereits degenerierte Nahrung wie Nutella und ähnliches essen, AUCH dazu beiträgt.
Ich hatte schon im 'Werbung, die mich ankotzt' Thread die Knoppers Werbung erwähnt, wo ein Junge wie auf Speed ist, in ein Loch fällt, bis er seine nächste Knopper Dosis bekommt. Danach ist er wieder voll drauf.
Also meine Mutter hat mich sehr gesund ernährt.
Trotzdem bin ich Autist und ADSler.
Außerdem sind diese Krankheitsbilder nix Neues (ich empfehle hierfür den Stuwwelpeter anzusehen).
Nur war früher eine Welt, in der "andere" halt der Spinner waren - oder sich (im Falle von ADHS) austoben konnten. Heute sollen ja schon Kinder "funktionieren".

Ich wusste gar nicht, dass ADSler auch NTler sagen. Das kenne ich nur von uns Aspis.
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Alt 12-02-2016, 18:26
Eljot
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Zitat:
Zitat von zai-feh Beitrag anzeigen
Also meine Mutter hat mich sehr gesund ernährt.
Trotzdem bin ich Autist und ADSler.
Ich kann jetzt nicht beurteilen, was es bei Euch zu essen gab, aber viele ernähren sich von extrem vielen zuckerhaltigen Produkten und auch zu viel Brot mit Aufschnitt(auch vor über 100 Jahren), aber zu wenig frisches Gemüse, Obst und naturbelassene Lebensmitteln.

Ich schrieb auch, dass es AUCH ein Grund sein kann, nicht ausschliesslich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ernährung einen großen Einfluss auf physische und psychische Gesundheit hat.

Geändert von Eljot (12-02-2016 um 18:33 Uhr).
Eljot ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 12-02-2016, 18:33
Kosel
xxx
 
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Zitat:
Zitat von Tootsy Beitrag anzeigen
Wieviel Unheil die Pharmaindustrie bereits angerichtet hat und weiterhin anrichtet, ist natürlich unerheblich.
Was für Unheile denn so?

Geändert von Kosel (12-02-2016 um 18:40 Uhr).
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Alt 12-02-2016, 18:35
Kosel
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Zitat von Eljot Beitrag anzeigen
Ich kann mir denken, dass die Junk Food/Fertignahrung Ernährung, wo Kinder zum Frühstück
bereits degenerierte Nahrung wie Nutella und ähnliches essen, AUCH dazu beiträgt.
Nö.
Kosel ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 12-02-2016, 18:37
Kosel
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Zitat von Eljot Beitrag anzeigen
Ich schrieb auch, dass es AUCH ein Grund sein kann, nicht ausschliesslich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ernährung einen großen Einfluss auf physische und psychische Gesundheit hat.
Nö.
D.h. Natürlich kannst du das denken. Denn die Gedanken sind frei und so.
Das entspricht aber nicht dem aktuellen Wissenstand.
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