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Alt 12-06-2016, 18:45
Mausophon
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Na ja Lisa, du hast auf Seite 1 dieses Threads auch nicht erkennen können, dass ich mich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollte, obwohl ich mir tags zuvor die Mühe gemacht hatte, eine für alle zugängliche Studie des BMFSFJ als Quelle und Diskussionsgrundlage herauzusuchen, nachdem der Thread zunächst nicht recht in Schwung kam.
Deine Postings in meine Richtung sind seit einiger Zeit stets persönlich und abwertend, nie inhaltsbezogen. Von daher...geschenkt.

Es ist übrigens genau das passiert, was ich auf Seite 1 vorausgesagt habe. Beim Gegenstand "Gewalt gegen Frauen" kommt immer jemand und versucht die Thematik mit Einzefallbeispielen zu torpedieren, in denen es darum geht, dass Frauen ein Fehlverhalten gezeigt haben.
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Alt 12-06-2016, 18:47
Mausophon
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Zitat von Lisa Simpson Beitrag anzeigen
...
Gerade wenn man sich in einer Sache so einig ist - nämlich dass Gewalt gegen Frauen bekämpft werden muss - dann hilft es überhaupt ncihts, anderen Usern vorzuwerfen, dass sie sich aus Deiner Sicht falscher Quellen bedienen, dass die Argumentation zu Ende gedacht wird, dass man Argumentationen torpedieren könne.

Meine Güte.
Und du meinst, es hilft, wenn User Quellen verlinken, die durch Falschaussagen mehr als die Hälfte der Frauen, die Vergewaltigungen bzw. sexuelle Nötigungen anzeigen, verunglimpfen?
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Alt 12-06-2016, 19:09
Lieb-Ellchen
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Der Artikel hat die Quelle benannt, aber falsch zitiert.
Die Quelle sagt keinesfalls:"Ja – mehr als die Hälfte aller angezeigten Sexualstraftaten in Bayern sind falsch (vorgetäuscht)2 – aber wir können nicht gegen die Anzeigeerstatter(innen) ermitteln, weil es am Anfangsverdacht3 fehlt." Genau diese Sätze stehen in dem von dir verlinkten Artikel.
Ich habe dich letzte Nacht schon gefragt, was das heißen soll: "Mehr als die Hälfte der Straftaten ist vorgestäuscht, aber leider haben wir nicht einmal einen Anfangsverdacht."
Die gefühlte Wirklichkeit ist eben nicht die Wirklichkeit.
Wenn man sich mit der fraglichen Studie oder auch nur mit den entsprechenden Abschnitten 6.2 und 6.3. auf S. 181 ff. etwas näher befasst und ihre Aussagen nicht aus dem Zusammenhang reißt, ergibt sich ein komplett anderes Bild. Es sei hier nur ein kurzer Abschnitt von S. 186 zitiert:

http://www.polizei.bayern.de/content...ayern_bpfi.pdf
"Bezieht man - über die oben dargestellten Hellfelddaten hinaus - Erkenntnisse der Dunkelfeldforschung mit ein, die „vermuten lassen, dass im Bereich der sexuellen Gewalt pro Anzeige mit etwa
3 - 10 nicht angezeigten Fällen zu rechnen ist“6, ergäben sich andere Relationen. Während im Hellfeld etwa einer Anzeige wegen Vortäuschung oder falscher Verdächtigung knapp 13 wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung gegenüberstehen, kämen unter Berücksichtigung der Dunkelfelddaten 38 (3-fach) bis 125 (10-fach) tatsächlich vorgefallene Vergewaltigungen
oder sexuelle Nötigungen auf eine Anzeige wegen Vortäuschung oder falscher Verdächtigung. Derartige Berechnungen sind allerdings nur eine sehr grobe Annäherung an die Realität, insbesondere weil viele Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung bereits von der Staatsanwaltschaft gem. § 170 II StPO eingestellt werden müssen, da wegen fehlender Personen- und/oder Sachbeweise ein Tatnachweis nicht zu führen ist und somit auch nicht genau festgestellt werden kann, wie viele tatsächliche Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen unter den angezeigten Fällen waren."




Nichts anderes wird in der Studie behauptet, die du nicht verlinkt hast und die sich sehr kritisch mit dieser Schätzung auseinandersetzt und zwar mit Anmerkungen, Statistiken und Erkenntnissen, welche weder der von dir verlinkte Artikel, der den Satz "Ja – mehr als die Hälfte aller angezeigten Sexualstraftaten in Bayern sind falsch (vorgetäuscht)." wie eine Tatsachenbehauptung in den Raum stellt noch du selbst erwähnen.

In dem Zusammenhang ein Zitat, welches sich auf eine britische Studie ähnlicher Art bezieht:
"In einer 2005 im Auftrag des britischen Innenministeriums durchgeführten Untersuchung wurden 2.643 Anzeigen wegen Vergewaltigung untersucht. Davon wurden 8 Prozent von Polizeibeamten als Falschbeschuldigungen klassifiziert. Das Forscherteam stellte jedoch fest, dass viele dieser Klassifikationen gegen die offiziellen Kriterien zur Bestimmung falscher Anschuldigungen verstießen und lediglich auf den persönlichen Meinungen der Polizisten beruhten. Nach näherer Analyse und Anwendung der Home-Office-Richtlinien schrumpfte der Anteil der Falschbeschuldigungen auf 3 Prozent. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass in der Polizei weiterhin ein Misstrauenklima gegenüber Vergewaltigungsopfern herrsche und die Häufigkeit von Falschbeschuldigungen überschätzt werde. Außerdem bestünde die Tendenz, falsche Anschuldigungen mit Rücknahmen von Anzeigen zu vermischen, ganz so als ob in diesen Fällen keine sexuellen Übergriffe stattgefunden hätten.[60]"
https://de.wikipedia.org/wiki/Vergew...#Deutschland_2
Ich mache es kurz

Nochmal: Ich habe die Blogeinträge zur Info an alle eingestellt. Den besagten Link hatte ich nicht öffnen können, daher Danke für den von dir eingestellten Link.
Ich kann allerdings an deinen Ausführungen nichts neues erkennen, was mich zu einer Meinungsänderung bringt. Die Sachbearbeiterbefragung kommt zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Am Ende jedoch wird ein Drittel als sehr wahrscheinliche Vortäuschung und ca 26 % als eher eine Vortäuschung geschätzt.

Ich halte nichts von der Einbringung von möglichen Dunkelziffern in diese Statistiken.

Der letzte Link passt nicht zu deinem Text bzw. ich habe den Text im Link nicht gefunden. Zu der Studie aus England habe ich aber mit Link bereits Stellung genommen.
Lieb-Ellchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-06-2016, 19:29
Lisa Simpson
So ist das nun mal
 
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Na ja Lisa, du hast auf Seite 1 dieses Threads auch nicht erkennen können, dass ich mich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollte, obwohl ich mir tags zuvor die Mühe gemacht hatte, eine für alle zugängliche Studie des BMFSFJ als Quelle und Diskussionsgrundlage herauzusuchen, nachdem der Thread zunächst nicht recht in Schwung kam.
Deine Postings in meine Richtung sind seit einiger Zeit stets persönlich und abwertend, nie inhaltsbezogen. Von daher...geschenkt.

Es ist übrigens genau das passiert, was ich auf Seite 1 vorausgesagt habe. Beim Gegenstand "Gewalt gegen Frauen" kommt immer jemand und versucht die Thematik mit Einzefallbeispielen zu torpedieren, in denen es darum geht, dass Frauen ein Fehlverhalten gezeigt haben.
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Alt 12-06-2016, 20:07
Mausophon
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Zitat:
Zitat von Lieb-Ellchen Beitrag anzeigen
...

Nochmal: Ich habe die Blogeinträge zur Info an alle eingestellt. Den besagten Link hatte ich nicht öffnen können, daher Danke für den von dir eingestellten Link.
Ich kann allerdings an deinen Ausführungen nichts neues erkennen, was mich zu einer Meinungsänderung bringt. Die Sachbearbeiterbefragung kommt zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Am Ende jedoch wird ein Drittel als sehr wahrscheinliche Vortäuschung und ca 26 % als eher eine Vortäuschung geschätzt.

Ich halte nichts von der Einbringung von möglichen Dunkelziffern in diese Statistiken.

Der letzte Link passt nicht zu deinem Text bzw. ich habe den Text im Link nicht gefunden. Zu der Studie aus England habe ich aber mit Link bereits Stellung genommen.
Du erwähnst hier mehrfach Links. Ich kann diese Aussagen nicht zuordnen, d.h., ich weiß nicht, welche Links jeweils gemeint sind. Insbesondere ist mir die Erwähnung des "letzten Links" schleierhaft, der nicht zum Text passen soll. Der letzte Link war der von Wikipedia, der kopierte Absatz ist der dritte im Abschnitt "Falschbeschuldigungen und -verdächtigungen".

Zitat:
Zitat von Lieb-Ellchen Beitrag anzeigen
... Die 7,4 % sind, wie du schon sagst, diejenigen, bei denen es zu einer Anzeige kam. Genau wie die Vergewaltigung selbst lässt sich auch die bewusste Vortäuschung schwer nachweisen. D.h. zwischen den Verurteilten und den nachgewiesenen Falschanschuldigungen besteht eine große Zwischenzone. In den Fällen mit Mangel an Beweisen, Zurückziehen der Anzeige, Freispruch finden sich mit Sicherheit noch nicht nachzuweisende Falschanschuldigungen.

Zu der 3 % Studie:

http://femokratie.com/wp-content/uploads/2011/06/Vergewaltigung-in-elf-europaeischen-Laendern-Strafverfolgung.pdf

Einfach mal behaupten, dass sich bei einer Verurteilungsrate von 23 % dennoch 97 % ereignet haben, finde ich dreist. Denn das wäre der Umkehrschluss aus den 3 %.

Die wirklichen Zahlen sind schwer zu ermitteln, da in vielen Fällen zwischen nachgewiesener Schuld und nachgewiesener Falschbeschuldigung eine große Grauzone besteht, die weder eine nicht nachweisbare Vergewaltigung noch eine nicht nachweisbare Falschbeschuldigung ausschließt.
Die fett markierte Aussage ist nicht einmal logisch. Wenn es zu einer Verurteilungsrate von 23 % kommt, lässt das die Möglichkeit, dass es sich bei 77 % um Falschaussagen handelt ebenso offen wie die, dass die Tat in 77 % der Fälle nicht hinreichend nachgewiesen werden konnte. Ebenso gut kann jedes beliebige Mischverhältnis vorliegen.

Der Link, den du in dem Zusammenhang gepostet hast, bezieht sich auf eine andere Untersuchung (Unterschiedliche Systeme, ähnliche Resultate? Strafverfolgung von Vergewaltigung in elf europäischen Ländern Länderbericht Deutschland Corinna Seith, Joanna Lovett & Liz Kelly Mai 2009)

als der Link zu derjenigen Untersuchung, die zu der von mir zitierten Fundstelle auf Wikipedia gehört (A gap or a chasm? Attrition in reported rape cases Liz Kelly, Jo Lovett and Linda Regan Child and Woman Abuse Studies Unit, London Metropolitan University)

Da du keine Textstelle benennst, auf die du dich beziehst, weiß ich beim besten Willen nicht, ob es sich hier um ein Versehen handelt und was du mir sagen willst.

Vor allem weiß ich nicht, warum du der gefühlten, nicht durch Statistiken belegbaren Wirklichkeit von Polizeibeamten so viel Bedeutung beimisst, den Dunkelziffern in Bezug auf die Zahl tatsächlich begangener Vergewaltigungen aber keine.
Die Dunkelziffer war der Ausgangspunkt der jetzigen Diskussion.
Was unterscheidet Vermutungen über die Zahlen tatsächlich begangener Vergewaltigungn qualitativ von Vermutungen bezüglich der Zahl von falschen Verdächtigungen? Bei beiden handelt es sich um Überlegungen hinsichtlich der Dunkelziffer.
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Alt 12-06-2016, 20:08
Little_Ally
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22jährige Touristin zeigt in Katar (Fußball-WM-Gastgeber 2022) eine Vergewaltigung an und ist deswegen seit März inhaftiert. Nächste Woche wird entschieden, ob sie wegen ausserehelichem Geschlechtsverkehr angeklagt wird.

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Alt 12-06-2016, 20:36
Proteus
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Zitat:
Zitat von Little_Ally Beitrag anzeigen
22jährige Touristin zeigt in Katar (Fußball-WM-Gastgeber 2022) eine Vergewaltigung an und ist deswegen seit März inhaftiert. Nächste Woche wird entschieden, ob sie wegen ausserehelichem Geschlechtsverkehr angeklagt wird.

Arabische Länder sind leider bekannt für ihre Täter-Opfer-Umkehr.
Schon (viel zu) viele Vergewaltigungsopfer die nach der Shariah wegen ausserehelichen oder vorehelichen Geschlechtsverkehrs gesteinigt wurden
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Alt 12-06-2016, 20:47
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Das ist ganz übel, in Dubai ist das auch nicht anders.




Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt - letztes Jahr wurde auf Stanford-Campus eine junge Frau von einem Stanford-Studenten vergewaltigt, der mit einer ziemlich milden Strafe davongekommen ist. Sie hat einen Brief geschrieben (hab ihn mir gestern Abend durchgelesen) - die Lektüre lohnt sich :
http://www.theguardian.com/us-news/2...tement-in-full
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Alt 12-06-2016, 22:56
Lisa Simpson
So ist das nun mal
 
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Zitat:
Zitat von sinead_morrigan Beitrag anzeigen
Das ist ganz übel, in Dubai ist das auch nicht anders.




Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt - letztes Jahr wurde auf Stanford-Campus eine junge Frau von einem Stanford-Studenten vergewaltigt, der mit einer ziemlich milden Strafe davongekommen ist. Sie hat einen Brief geschrieben (hab ihn mir gestern Abend durchgelesen) - die Lektüre lohnt sich :
http://www.theguardian.com/us-news/2...tement-in-full
ja.

Zitat:
Zitat von Igge6 Beitrag anzeigen
Lisa Simpson ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2016, 00:24
Lieb-Ellchen
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Du erwähnst hier mehrfach Links. Ich kann diese Aussagen nicht zuordnen, d.h., ich weiß nicht, welche Links jeweils gemeint sind. Insbesondere ist mir die Erwähnung des "letzten Links" schleierhaft, der nicht zum Text passen soll. Der letzte Link war der von Wikipedia, der kopierte Absatz ist der dritte im Abschnitt "Falschbeschuldigungen und -verdächtigungen".
Ok
Zitat:
Die fett markierte Aussage ist nicht einmal logisch. Wenn es zu einer Verurteilungsrate von 23 % kommt, lässt das die Möglichkeit, dass es sich bei 77 % um Falschaussagen handelt ebenso offen wie die, dass die Tat in 77 % der Fälle nicht hinreichend nachgewiesen werden konnte. Ebenso gut kann jedes beliebige Mischverhältnis vorliegen.
Aber die Studie behauptet, es gäbe nur 3 % Falschbeschuldigungen. Denn hier gilt ja das gleiche Prinzip, nach dem du oben vorgehst. Wie sich die 97 % verteilen, ist offen, daher ist der Rückschluss

Zitat:
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass in der Polizei weiterhin ein Misstrauenklima gegenüber Vergewaltigungsopfern herrsche und die Häufigkeit von Falschbeschuldigungen überschätzt werde. Außerdem bestünde die Tendenz, falsche Anschuldigungen mit Rücknahmen von Anzeigen zu vermischen, ganz so als ob in diesen Fällen keine sexuellen Übergriffe stattgefunden hätten."
sehr unseriös.



Zitat:
Der Link, den du in dem Zusammenhang gepostet hast, bezieht sich auf eine andere Untersuchung (Unterschiedliche Systeme, ähnliche Resultate? Strafverfolgung von Vergewaltigung in elf europäischen Ländern Länderbericht Deutschland Corinna Seith, Joanna Lovett & Liz Kelly Mai 2009)

als der Link zu derjenigen Untersuchung, die zu der von mir zitierten Fundstelle auf Wikipedia gehört (A gap or a chasm? Attrition in reported rape cases Liz Kelly, Jo Lovett and Linda Regan Child and Woman Abuse Studies Unit, London Metropolitan University)
Nein, es ist keine andere Untersuchung. Der von mir gepostete Link benennt deine Untersuchung als Quelle. Den Wiki-Eintrag fand ich zu wenig.

Zitat:
Vor allem weiß ich nicht, warum du der gefühlten, nicht durch Statistiken belegbaren Wirklichkeit von Polizeibeamten so viel Bedeutung beimisst, den Dunkelziffern in Bezug auf die Zahl tatsächlich begangener Vergewaltigungen aber keine.
Es gibt keine wirklichen Nachweise. Daher ist eine Umfrage bei Experten ein Ansatz, mehr nicht. Die 3 % sind definitiv Unsinn, geben sich aber selbst eine wissenschaftlichen Anstrich.

Zitat:
Die Dunkelziffer war der Ausgangspunkt der jetzigen Diskussion.
Was unterscheidet Vermutungen über die Zahlen tatsächlich begangener Vergewaltigungn qualitativ von Vermutungen bezüglich der Zahl von falschen Verdächtigungen? Bei beiden handelt es sich um Überlegungen hinsichtlich der Dunkelziffer.
Lieb-Ellchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2016, 02:27
Mausophon
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Zitat:
Zitat von Lieb-Ellchen Beitrag anzeigen
"Als Dunkelziffer bzw. auch „Dunkelzahl“ wird in der Regel das Verhältnis zwischen der Zahl der statistisch ausgewiesenen und der wirklich begangenen Straftaten verstanden."
https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkelziffer

Bezüglich vorgetäuschter Vergewaltigungen sagt uns die Statistik, dass in Bayern im Jahr 2000 in 7,4 % der angezeigten Fälle ein hinreichender Anfangsverdacht bzgl. falscher Angaben gesehen wurde, so dass diese zur Anzeige kamen. Die von dir genannten Polizeibeamten vermuten jedoch, dass die Hälfte aller angezeigten Fälle vorgetäuscht sei.
Hier handelt es sich um statistisch nicht erfasste Schätzungen, ergo um die von den Polizisten vermutete Dunkelziffer.

Befragungen von Frauen über sexuelle Gewalt ergeben, dass sehr viel mehr Frauen sexuelle Gewalt erleben als nur diejenigen, die Anzeige erstatten. Die Zahlen, die genannt werden, unterscheiden sich im einzelnen. Ein neuerer Bericht der Frauennotrufe in Österreich benennt mit Nachweisen diese: "Vergewaltigung: Dunkelziffer 1:11
8,8% der Frauen, die eine Vergewaltigung4 erlebten, erstatteten Anzeige (8 von 91 Frauen) (Prävalenzstudie: 112)
Ältere Untersuchungen (aus den 80er Jahren) gehen von Dunkelziffern zwischen 1:10 bis 1:25 aus. (Marion Breiter 1995, S.12)
http://www.frauennotrufe.at/cms/imag...tember2014.pdf

Bezüglich beider Deliktsgruppenn, also der Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie der Vortäuschung von Straftaten, geht es um Dunkelziffern.
Du möchtest jedoch nur die "Schätzungen" der Polizeibeamten ins Spiel bringen und erklärst im Hinblick auf die Dunkelziffer bei Vergewaltigungen:
Zitat:
Zitat von Lieb-Ellchen Beitrag anzeigen
Ich halte nichts von der Einbringung von möglichen Dunkelziffern in diese Statistiken.
Das ist widersprüchlich. Wo die Dunkelziffer deine Argumentation stützt, willst du sie berücksichtigt haben, wo sie sie schwächt, soll sie ohne Bedeutung sein.
Mausophon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2016, 11:52
zarah
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Zitat:
Zitat von sinead_morrigan Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt - letztes Jahr wurde auf Stanford-Campus eine junge Frau von einem Stanford-Studenten vergewaltigt, der mit einer ziemlich milden Strafe davongekommen ist. Sie hat einen Brief geschrieben (hab ihn mir gestern Abend durchgelesen) - die Lektüre lohnt sich :
http://www.theguardian.com/us-news/2...tement-in-full
Ich hatte die Berichte zum Thema gelesen ... aber nicht den Brief. Den muss man nicht kommentieren.

Dazu passt ein post von mir, das in den damals gerade laufenden Diskussionen untergegangen ist
http://www.ioff.de/showpost.php?p=44855108&postcount=85

Ich hol das Ding hier ... weil ergänzend /passend ... nochmals hervor.

Zitat:
Eine Gruppe von US-Forscherinnen befragte 379 Studenten eines US-Colleges - weitere angefragte Hochschulen verweigerten trotz Anonymisierung der Daten und auch des Standorts eine Teilnahme.

Sexuelle Gewalt ist an den Colleges und Universitäten in den USA offenbar noch weiter verbreitet als bisher angenommen. In einer Umfrage gestand ein großer Anteil an Studenten, mindestens einmal eine Frau zum Sex genötigt zu haben - zum Teil auch mit körperlicher Gewalt.

Der Befragung zufolge gaben 54,3 Prozent der Sportler unter den Studenten an, mindestens einmal eine Frau zum oder beim Sex genötigt zu haben. Bei den Nichtsportlern waren es 37,9 Prozent. Rund ein Drittel der Sportler gab zu, die Partnerin gegen ihren Wunsch zum Sex überredet zu haben. Rund 40 Prozent gaben an, zum Sex ohne Kondom gedrängt zu haben. Jeweils zehn Prozent meinten sogar, physische Gewalt und Drohungen eingesetzt zu haben - was de facto einer Vergewaltigung entspricht.

Eine derartige Vorgehensweise kam bei Nichtsportlern laut eigenen Angaben kaum vor. Die Forscherinnen gehen allerdings insgesamt von noch höheren Zahlen aus, schließlich handelt es sich um Eigenangaben von Taten, die lieber verschwiegen werden.
Zitat:
Schon 2015 gaben rund 20 Prozent aller Studentinnen an, am College oder an der Uni sexuell belästigt oder missbraucht worden zu sein. An der Umfrage der US-Universitätenvereinigung Association of American Universities nahmen 150.000 Studierende von 27 Unis teil.
Bzw. ... ganz spezifisch:

Zitat:
Und schockierende Fälle in den vergangenen Jahren riefen das Problem der Gesellschaft ins Bewusstsein. 2012 und 2013 sorgten zwei ähnlich gelagerte Fälle in Maryville, Missouri, und Steubenville im Bundesstaat Ohio für internationale Schlagzeilen. Jugendliche des örtlichen Footballteams hatten Mädchen mit Alkohol betäubt und anschließend vergewaltigt.
Und - das für mich wirklich schockierende
Etliche Zeugen schossen Fotos und Videos oder kommentierten die Handlungen auf Twitter. Die Trainer und Stadtverantwortlichen spielten die Übergriffe herunter, sprachen von Dummheiten und versuchten die künftigen „Sportstars“ der Kleinstädte zu schützen. Die Opfer wurde gemobbt und teilweise sogar bedroht.
http://orf.at/stories/2343483/2343564/

Geändert von zarah (13-06-2016 um 12:15 Uhr).
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Alt 13-06-2016, 12:02
Igge6
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Zitat:
Zitat von Proteus Beitrag anzeigen
Arabische Länder sind leider bekannt für ihre Täter-Opfer-Umkehr.
Schon (viel zu) viele Vergewaltigungsopfer die nach der Shariah wegen ausserehelichen oder vorehelichen Geschlechtsverkehrs gesteinigt wurden
Das mit Qatar ist leider mal wieder eine echte Scheixx Nummer.

Einzig "positiv" ist, dass es dort für sowas keine Todesstrafe gibt, und selbst ausgesprochene Todesstrafen (für Mord etc.) seit Jahren nicht mehr vollstreckt werden, sondern quasi Lebenslang bedeuten.

Die schlimme Argumentation in Qatar geht etwa so:

Wenn es keine Abwehrspuren gibt, dann keine Vergewaltigung. Dass es bei "knock-out" Tropfen logischerweise keine Abwehrverletzungen geben kann wird stumpf ignoriert. Was "consentual sex" betrifft, ist ebenso eine "Sie hat ja nicht widersprochen" Haltung üblich. Was ebenfalls bei Bewusstlosigkeit natürlich absurd ist.

Grundsaetzlich gehen die Leute vor Ort davon aus, dass es sehr viele solcher Taten gibt, aber eben aus obigen Gründen so gut wie keine davon angezeigt werden (also ein deutlich höherer Prozentsatz was die Dunkelziffer betrifft im Vergleich mit Deutschland z.B. wo sie leider auch schon immens hoch sein duerfte). Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Geändert von Igge6 (13-06-2016 um 12:07 Uhr).
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Alt 13-06-2016, 12:20
Little_Ally
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Die junge vergewaltigte Niederländerin wurde nun wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Sie wird aus Katar ausgewiesen. Das einzig Positive an diesem Fehlurteil ist, dass sie damit nach drei Monaten endlich aus dem Gefängnis frei kommt, nach Hause zu ihrer Familie kann und in den Niederlanden hoffentlich gute Therapeuten finden wird um dieses Trauma (Vergewaltigung und anschließende Inhaftierung) zu verarbeiten.

Der Täter wurde übrigens zu 140 Peitschenhieben verurteilt.
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Alt 13-06-2016, 12:24
Proteus
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Zitat:
Zitat von Igge6 Beitrag anzeigen
Das mit Qatar ist leider mal wieder eine echte Scheixx Nummer.

Einzig "positiv" ist, dass es dort für sowas keine Todesstrafe gibt, und selbst ausgesprochene Todesstrafen (für Mord etc.) seit Jahren nicht mehr vollstreckt werden, sondern quasi Lebenslang bedeuten.

Die schlimme Argumentation in Qatar geht etwa so:

Wenn es keine Abwehrspuren gibt, dann keine Vergewaltigung. Dass es bei "knock-out" Tropfen logischerweise keine Abwehrverletzungen geben kann wird stumpf ignoriert. Was "consentual sex" betrifft, ist ebenso eine "Sie hat ja nicht widersprochen" Haltung üblich. Was ebenfalls bei Bewusstlosigkeit natürlich absurd ist.

Grundsaetzlich gehen die Leute vor Ort davon aus, dass es sehr viele solcher Taten gibt, aber eben aus obigen Gründen so gut wie keine davon angezeigt werden (also ein deutlich höherer Prozentsatz was die Dunkelziffer betrifft im Vergleich mit Deutschland z.B. wo sie leider auch schon immens hoch sein duerfte). Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Das erinnert an die Regeln im alten Testament bezüglich Vergewaltigung (5. Buch Moses 22:23-24)
das sinngemäß sagt daß eine Vergewaltigung in einer Stadt nur dann eine Vergewaltigung ist, wenn das Opfer laut genug um Hilfe geschrien hat (und ansonsten mit Steinigung zu ahndender außerehelicher Geschlechtsverkehr)

(Wobei die Ähnlichkeit ja nicht wirklich verwunderlich ist, Bücher des alten Testaments sind ja auch Teil des Korans ... und die Schariah hat ne Menge der brutalen Regeln des alten Testaments übernommen)
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