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Alt 09-06-2016, 00:12
Mausophon
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In Pakistan ist schon wieder eine 16-Jährige von ihrer Familie getötet worden, weil sie einen Mann geheiratet hatte, den sie sich selbst ausgesucht hatte. http://www.spiegel.de/panorama/justi...a-1096560.html

Ganz grauenhaft hier ein Artikel über (Zwangs-)Prostitution und ihre Folgen. Die Lebenserwartung von Prostituierten liegt nach internationalen Untersuchungen bei 33 Jahren. Das klingt für mich nach Tötung auf Raten. Interessant finde ich, dass sie schwedische Vorgehensweise, nach der Prostitution verboten ist und die Freier bestraft werden, wohl wirklich zu einem deutlichen Rückgang geführt hat.
http://www.spiegel.de/panorama/prost...a-1096450.html
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Alt 09-06-2016, 00:22
tanguy
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
In Pakistan ist schon wieder eine 16-Jährige von ihrer Familie getötet worden, weil sie einen Mann geheiratet hatte, den sie sich selbst ausgesucht hatte. http://www.spiegel.de/panorama/justi...a-1096560.html
War auch am überlegen, den Artikel hier zu verlinken.
Ich empfand es all zu entsetzlich und nicht zum Thema Europa passend, aber da war ich vielleicht auch nur feige.
Zitat:
Ganz grauenhaft hier ein Artikel über (Zwangs-)Prostitution und ihre Folgen. Die Lebenserwartung von Prostituierten liegt nach internationalen Untersuchungen bei 33 Jahren. Das klingt für mich nach Tötung auf Raten. Interessant finde ich, dass sie schwedische Vorgehensweise, nach der Prostitution verboten ist und die Freier bestraft werden, wohl wirklich zu einem deutlichen Rückgang geführt hat.
http://www.spiegel.de/panorama/prost...a-1096450.html
Den Artikel habe ich nicht gelesen, werde ich noch. Ganz generell bin ich gegen ein Komplettverbot der Prostitution. Ich war noch nie Freier, hätte aber kein Problem, das "zuzugeben", wenn es anders wäre.
Ich habe einfach zu oft erlebt, wie Männergruppen im Vollsuff "Druck ablassen" wollten und dann gen Puff gewandert sind. Nicht mein Style, ich steh einfach nicht drauf, aber ich erlebe es.
Wenn nur bei jedem 1000. dieser einzelnen Vorgänge eine Vergewaltigung dank Puff ausbleibt, ist das gut.
Zwangsprostitution muss aber mit allen Mitteln bekämpft werden.
tanguy ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 09-06-2016, 01:25
Mausophon
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Zitat:
Zitat von tanguy Beitrag anzeigen
...

Den Artikel habe ich nicht gelesen, werde ich noch. Ganz generell bin ich gegen ein Komplettverbot der Prostitution. Ich war noch nie Freier, hätte aber kein Problem, das "zuzugeben", wenn es anders wäre.
Ich habe einfach zu oft erlebt, wie Männergruppen im Vollsuff "Druck ablassen" wollten und dann gen Puff gewandert sind. Nicht mein Style, ich steh einfach nicht drauf, aber ich erlebe es.
Wenn nur bei jedem 1000. dieser einzelnen Vorgänge eine Vergewaltigung dank Puff ausbleibt, ist das gut.
Zwangsprostitution muss aber mit allen Mitteln bekämpft werden.
Wo es Prostitution gibt, gibt es auch Zwangsprostitution. Das Geschäftsfeld ist einfach viel zu lukrativ.
Du wirst das nie verhindern können, solange es die entsprechende Nachfrage gibt.
Wenn eine Frau zur Zwangsprostituierten gemacht wird, kommt das praktisch einem Todesurteil mit vorangehender, oft jahrelanger Folter gleich. Auf diese Weise werden keine Vergewaltigungen verhindert. So wird die Gelegenheit zu Tausenden von Vergewaltigungen geschaffen.

Ich bin außerdem sicher, dass es ein Irrtum ist, dass durch Prostitution Vergewaltigungen von Frauen außerhalb des Milieus verhindert werden können. Vergewaltigung hat mit Machtausübung und Gewalt zu tun, es geht nicht um das Ausagieren von Sexualität, das beim "normalen" Freier im Vordergrund stehen dürfte. Auf die Idee, dass Vergewaltigungen und Sexualität nicht zu vergleichen sind, bin übrigens nicht ich gekommen, das wurde untersucht und belegt und dürfte in den entsprechenden Fachgebieten absoluter Konsens sein. Du findest diese Aussage sogar in den Unterlagen von Polizeiberatungsstellen, s. nur hier: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen
... und nicht ein aggressiver Ausdruck von Sexualität. Sie ist eine extreme Form männlicher Machtausübung und Gewalt."
http://www.polizei-beratung.de/opfer...waltigung.html

Ich denke aber, dass die Tatsache, dass es Prostitution gibt, bis heute Auswirkungen auf das Frauenbild auch entwickelter Gesellschaften hat. So ganz ist die Unterscheidung zwischen Hure und Heiliger nicht aus den kollektiven Vorstellungen veschwunden. Wenn staatlich klargestellt wird, dass keine Frau eine Hure ist und dass Prostitution keinesfalls normal, sondern strafwürdig ist, wird das vermutlich zumindest nach einiger Zeit auch Wirkung in den Köpfen der Menschen zeigen.
Vor allem aber wird es einen guten Teil der grauenhaften und herzzerreißenden Schicksale, wie sie in dem zitierten SPON-Artikel geschildert werden, verhindern können.
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Alt 09-06-2016, 05:26
hans
ang dami mo alam
 
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diese logiken stellen gewalt gegen frauen in vorrang und nehmen zugleich das organisierte verbrechen als gegebene konstante.
wenn man letzteres entschlossener bekämpft, und dabei auch nicht ethnoblind ist sondern jede sorte mit angepassten beinharten taktiken zerschlägt, dann kann man sehr vielen menschen ungeachtet des geschlechts gewalt und tod ersparen.
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Alt 09-06-2016, 06:46
Zartbitter
periphere Realistin
 
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Hans, das entspricht aber dem, womit Frauen insbesondere von der Linken schon das ganze 20. Jahrhundert abgespeist worden sind: es ist eine Variante der Theorie vom Haupt- und vom Nebenwiderspruch in Bezug auf die gesellschaftliche und soziale Rolle der Frau, bei der sie immer im 2. Glied steht und angeblich mittelbar profitieren würde.
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Alt 09-06-2016, 08:50
SilverER
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Wenn staatlich klargestellt wird, dass keine Frau eine Hure ist und dass Prostitution keinesfalls normal, sondern strafwürdig ist, wird das vermutlich zumindest nach einiger Zeit auch Wirkung in den Köpfen der Menschen zeigen.
Vor allem aber wird es einen guten Teil der grauenhaften und herzzerreißenden Schicksale, wie sie in dem zitierten SPON-Artikel geschildert werden, verhindern können.
Das ist ein interessanter Aspekt, der direkt nach Schweden führt. In Schweden gilt seit 1999 das „Gesetz zum Verbot des käuflichen Erwerbs sexueller Dienstleistungen“

Zitat:
„Wer sich gegen Entgelt Gelegenheit zu sexuellen Handlungen verschafft, wird – sofern die Tat nicht nach dem Strafgesetzbuch mit Strafe bedroht ist– wegen käuflichen Erwerbs sexueller Dienstleistungen mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten bestraft.“
Wiki

Somit werden nach diesem Gesetz die Freier, nicht die Prostituierten bestraft. Das "schwedische Modell" scheint einzigartig und es wird auch offiziell damit geworben, dass es Prostitution eingedämmt, die Freier abgeschreckt und die öffentliche Meinung positiv beeinflußt habe.

Teil dieses Gesetzespakets ist z.B. auch die Strafbarkeit der Nutzung von Wohnungen zur Prostitution, mit der (logischen) Folge, dass evtl stattfindende Prostitution sich im Verborgenen unter "schlechteren Bedingungen" abspielt. Nach einigen Untersuchungen, die hier gut dargestellt werden, ist es fraglich, ob dieses Gesetzespaket den beworbenen Nutzen erbracht hat.

Zitat:
”Der Gesamteindruck aus den Interviews ist, dass der Sexhandel während eines kurzen
Zeitraums direkt nach dem Inkrafttreten des Gesetzes praktisch von der Straße verschwand.
Später kam er zurück, wenn auch in geringerem Ausmaß. Vertreter des Stockholmer
Prostitutionszentrums zum Beispiel geben an, die Prostitution sei zunächst von den Straßen
verschwunden als das Gesetz verabschiedet wurde, kam jedoch kurz später um die Hälfte
reduziert wieder zurück. Inzwischen sind ungefähr zwei Drittel der Straßenprostitution
wieder da, wenn man es mit der Situation vor dem Inkrafttreten des Sexkaufverbots
vergleicht.”
National Board of Health and Welfare 2008, S. 33, aus o.g. Quelle

Interessant ist hier auch das Statement von Elisabeth Badinter

Zitat:
In Frankreich wird derzeit heftig über den Gesetzentwurf diskutiert, Kunden von Prostituierten strafrechtlich zu belangen. Fordern Sie wie Alice Schwarzer ein Verbot der Prostitution?

Nein, in dieser Frage stimme ich nicht mit meiner Freundin Alice Schwarzer überein. Es muss zwischen dem Kampf gegen mafiöse Zuhälter-Ringe und der Prostitution unterschieden werden. Die Frauen haben das Recht, mit ihrem Körper zu machen, was sie wollen. Ich bin entschieden gegen Prohibitionsgesetze. Ein Prostitutionsverbot würde die Lage der Prostituierten verschlimmern, weil sie dann im Verborgenen arbeiten müssten. Ich finde diese Perspektive entsetzlich.
FAZ
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Alt 09-06-2016, 10:43
dedeli
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Hier ein Artikel zum Fall Gina-Lisa, ich finde ihne sehr bedrückend:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/...g-6888744.html

Zitat:
Die Ex-GNTM-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink wurde das Opfer zweier Straftäter. Bestraft wurde jedoch sie selbst – vom Gericht, aber auch von einer Gesellschaft, die beim Vorwurf sexueller Gewalt mit zweierlei Maß misst.
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Alt 09-06-2016, 10:52
dedeli
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Zitat:
Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Wo es Prostitution gibt, gibt es auch Zwangsprostitution. Das Geschäftsfeld ist einfach viel zu lukrativ.
Diese Sichtweise halte ich für zu kurz, das wäre so, als wenn man sagen würde "Wo es Arbeitsverhältnisse gibt, gibt es auch Ausbeutung, also müßen Arbeitsverhältnisse verboten werden." Ich bin ganz klar gegen Zwangsprostitution und ich finde auch, dass hier sehr viel härter vorgegangen werden muß, auch gegen Freier.

Ich bin dennoch gegen ein generelles Verbot von Prostitution, v.a. weil ich persönlich Frauen kenne, die sich selbst Sexarbeiterinnen nennen und ihren Beruf sehr gerne ausüben, obwohl sie z.B. aufgrund ihres abgeschlossenen Studiums durchaus alternative Erwerbsquellen hätten, hier zum Einlesen:
http://berufsverband-sexarbeit.de/
http://www.zeit.de/2015/37/domina-st-georg-sm-studio
In so einem Umfeld, in dem alles freiwillig geschieht, sehe ich kein Problem.

Geändert von dedeli (09-06-2016 um 10:55 Uhr).
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Alt 09-06-2016, 12:22
Giftnudel
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Zitat:
Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
Hier ein Artikel zum Fall Gina-Lisa, ich finde ihne sehr bedrückend:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/...g-6888744.html
Zu dem Fall an sich kann ich mangels Infos nichts sagen, aber ich finde erschreckend, wie unaufgeklärt nicht nur die Betroffene, aber mehr noch ihr Umfeld vorgegangen sind. Sobald eine Frau sich nicht erinnert, was passiert ist/sein kann, auch am nächsten Tag nur Unzusammenhängendes stammeln kann, dazu insgesamt absolut desolat wirkt, ist der Gang zur Blutentnahme in einer Gerichtsmedizin angesagt! Das Recht hat jeder und das Ergebnis wird zur weiteren Klärung dokumentiert. Das kann man auch machen, wenn man nicht sofort eine Anzeige erstatten will.

Geändert von Giftnudel (09-06-2016 um 12:27 Uhr).
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Alt 10-06-2016, 01:23
Mausophon
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Zitat:
Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
Diese Sichtweise halte ich für zu kurz, das wäre so, als wenn man sagen würde "Wo es Arbeitsverhältnisse gibt, gibt es auch Ausbeutung, also müßen Arbeitsverhältnisse verboten werden." Ich bin ganz klar gegen Zwangsprostitution und ich finde auch, dass hier sehr viel härter vorgegangen werden muß, auch gegen Freier.

Ich bin dennoch gegen ein generelles Verbot von Prostitution, v.a. weil ich persönlich Frauen kenne, die sich selbst Sexarbeiterinnen nennen und ihren Beruf sehr gerne ausüben, obwohl sie z.B. aufgrund ihres abgeschlossenen Studiums durchaus alternative Erwerbsquellen hätten, hier zum Einlesen:
http://berufsverband-sexarbeit.de/
http://www.zeit.de/2015/37/domina-st-georg-sm-studio
In so einem Umfeld, in dem alles freiwillig geschieht, sehe ich kein Problem.
Der Vergleich zwischen Prostitution und abhängiger Arbeit hinkt so sehr, dass er keinen Sinn ergibt - schon deinen eigenen Beispielen folgend, denn du verweist ja u.a. auf den Bericht einer in Eigenregie arbeitenden Domina. Die steht z.B. in keinem Abhängigkeitsverhältnis. Aber auch und vor allem die darüber hinausgehenden Merkmale von Arbeitsverhältnissen einerseits, Prostitution andererseits sind nicht vergleichbar.

Die Forderung gegen ein härteres und gründlicheres Vorgehen gegen Zuhälter und Menschenhändler unterstütze ich selbstverständlich vorbehaltlos.
Allerdings wissen wir von der Unterbesetzung der Polizei und den Schwierigkeiten beim Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Letzeres wird immer äußerst schwierig bleiben und nur in begrenztem Maße erfolgreich sein. Von irgendwelchen Personalaufstockungsplänen bei der Polizei ist mir nichts bekannt.
Die Forderung, Freier von Zwangsprostitierten zu bestrafen, finde ich insofern naiv, als die meistens nichts davon wissen werden, dass die Frau zur Prostitution gezwungen wird.

Unsere Gesellschaft hat sicherlich größere Probleme als Akademikerinnen, die als Luxusprostituierte arbeiten und sich dabei eine goldene Nase verdienen. Die sind nicht der Grund, warum ich für ein Verbot von Prostitution bin.
Für ein Verbot spricht in meinen Augen vor allem der Erfolg in Schweden. Selbst wenn die Straßenprostitution nur um die Hälfte oder ein Drittel reduziert wurde, ist das ein viel größerer Erfolg als er durch früheres Vorgehen gegen Zuhälter und Mafia je erzielt wurde. Man darf m. E. bei der Bewertung auf keinen Fall von den Edel*****n ausgehen, sondern muss die Gruppen von Frauen im Auge haben, denen es durch Prostitution schlecht geht, deren Gesundheit, Selbstachtung und Lebenschancen mit Füßen getreten werden, die aller Voraussicht nach bei weitem nicht einmal die Hälfte des Durchschnittsalters anderer Frauen erreichen werden.
Darüber hinaus bin ich weiter der Meinung, dass die Gesellschaft ein Zeichen setzen sollte. Dass Prostitution so stark nachgefragt wird, hat meiner Einschätzung nach eine Menge mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft zu tun. In den meisten Fällen (natürlich nicht in gleicher Weise bei den Domina-Fällen) ist sie Ausdruck eines Machtgefälles zwischen Käufer und Gekauftem.
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#41 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 10-06-2016, 02:03
hans
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Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
Hier ein Artikel zum Fall Gina-Lisa, ich finde ihne sehr bedrückend:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/...g-6888744.html
TMI - stern bastelt eine gigantische story, was davon ist eigentlich ausschmückung?
"spekulativ" nennt man das.

wenn das alles so war, dann gibts aber erst mal einen haupteindruck:
der rechtsstaat hat vor gewalttätigen mafias die hosen voll.

und da helfen neue gesetze nicht das geringste. wer im ehrenwerten schutz steht, umgeht auch diese.
*da kann man nichts machen*

---
das ist ein umgebungsproblem. der denkansatz der umgebung ist im westen ziemlich im eimer.

stattdessen glauben die meisten, es handele sich um ein schachspiel, wo man züge vorausdenken kann und damit das spiel lenken. von daher dauernde ideen zu neuen gesetzen.
aber es ist eben nichts abzusehen, weil sich der privilegierte täter an nichts hält.

eine umgebung, die das benehmen dieser typen sogar im gericht toleriert, ist der hauptgrund für das leiden.
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#42 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 10-06-2016, 08:07
SilverER
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Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Für ein Verbot spricht in meinen Augen vor allem der Erfolg in Schweden. Selbst wenn die Straßenprostitution nur um die Hälfte oder ein Drittel reduziert wurde, ist das ein viel größerer Erfolg als er durch früheres Vorgehen gegen Zuhälter und Mafia je erzielt wurde. Man darf m. E. bei der Bewertung auf keinen Fall von den Edel*****n ausgehen, sondern muss die Gruppen von Frauen im Auge haben, denen es durch Prostitution schlecht geht, deren Gesundheit, Selbstachtung und Lebenschancen mit Füßen getreten werden, die aller Voraussicht nach bei weitem nicht einmal die Hälfte des Durchschnittsalters anderer Frauen erreichen werden.
Darüber hinaus bin ich weiter der Meinung, dass die Gesellschaft ein Zeichen setzen sollte. Dass Prostitution so stark nachgefragt wird, hat meiner Einschätzung nach eine Menge mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft zu tun. In den meisten Fällen (natürlich nicht in gleicher Weise bei den Domina-Fällen) ist sie Ausdruck eines Machtgefälles zwischen Käufer und Gekauftem.
Ob Schweden wirklich als erfolgreiches Modell gelten kann ist die Frage. Genau die von dir genannten Dinge werden in dem Beitrag diskutiert und hinterfragt, den ich verlinkt habe...
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Alt 10-06-2016, 09:29
dedeli
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Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
Der Vergleich zwischen Prostitution und abhängiger Arbeit hinkt so sehr, dass er keinen Sinn ergibt - schon deinen eigenen Beispielen folgend, denn du verweist ja u.a. auf den Bericht einer in Eigenregie arbeitenden Domina. Die steht z.B. in keinem Abhängigkeitsverhältnis. Aber auch und vor allem die darüber hinausgehenden Merkmale von Arbeitsverhältnissen einerseits, Prostitution andererseits sind nicht vergleichbar.
Schade, Du hast meinen Vergleich nicht verstanden. Was ich damit sagen wollte, ist, dass ich prinzipiell nicht viel von generellen Verboten halte. Ich halte viel von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, was aber nicht heißt, dass ich nicht gegen sinnvolle, auch u.U. weitreichende Regulierungen/Einschränkungen bin. Ich versuche es mal am Beispiel Alkohol, ich trinke selbst wenig Alkohol und ein Verbot würde mich nicht einschränken, Akoholmißbrauch ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft, dennoch bin ich gegen ein generelles Verbot. Aber, ich bin absolut z.B. für ein Alkoholverbot bei Minderjährigen, für Aufklärungsmaßnahmen und ein Verbot von Werbung.

Auch ein generelles Verbot der Prostitution greift mir zu sehr in die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ein, gerade weil ich Sexarbeiterinnen kenne, die ihren Beruf gerne ausüben und für die das praktisch einem Berufsverbot gleichkäme. Ansonsten sehe ich die Gründe gegen ein Prostitutionsverbot ähnlich wie die bereits zitierte Elisabeth Badinter (z.B. Abgleiten in die Illegalität). Ich bin aber durchaus dafür, dass in diesem Bereich regulierende Maßnahmen ergriffen werden. Eine wäre z.B. verpflichtender Safer Sex und wenn z.B. ein Freier trotzdem ungeschützten Sex möchte oder hat, wäre ich hier durchaus auch für Bestrafung des Freiers.
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Alt 10-06-2016, 11:34
Giftnudel
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Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
... Ich bin aber durchaus dafür, dass in diesem Bereich regulierende Maßnahmen ergriffen werden. Eine wäre z.B. verpflichtender Safer Sex und wenn z.B. ein Freier trotzdem ungeschützten Sex möchte oder hat, wäre ich hier durchaus auch für Bestrafung des Freiers.
Das halte ich für eine absolut verlogene Maßnahme nach dem Motto 'Wir tun ja was', denn die Last liegt ausschließlich bei den Frauen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine Zwangsprostituierte einen Freier anzeigen kann/wird? Auch drogenabhängige Prostituierte, die jeden Euro extra brauchen, sehe ich da nicht in erster Reihe.

Hier stehen in einem Industriegebiet Wohnwagen an Wohnwagen, durchgehen absolut dreckig und heruntergekommen. Man wollte ein Bordell für die Frauen einrichten. Die Stadt hat das nicht genehmigt, obwohl man nur damit eine Kontrolle oder einen Schutz bzgl. Zwangsprostitution haben könnte. Den Frauen müssen schützende Alternativen geboten werden, keine illusorischen Scheinmaßnahmen.
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#45 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 10-06-2016, 11:54
dedeli
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Zitat von Giftnudel Beitrag anzeigen
Das halte ich für eine absolut verlogene Maßnahme nach dem Motto 'Wir tun ja was', denn die Last liegt ausschließlich bei den Frauen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine Zwangsprostituierte einen Freier anzeigen kann/wird? Auch drogenabhängige Prostituierte, die jeden Euro extra brauchen, sehe ich da nicht in erster Reihe.
Ich dachte dabei eher an z.B. Überprüfungen durch verdeckte ErmittlerInnen, ob das eingehalten wird oder nicht. In anderen Bereichen gibt es auch Arbeitsschutzmaßnahmen wie z.B. Helmpflicht, Sicherheitsschuhe usw., was überprüft wird, da behauptet doch auch niemand, dass so eine Schutzmaßnahme verlogen ist. Dass das keine Maßnahme ist zur Bekämpfung zur Zwangsprostitution ist mir auch klar, dafür war dieses Beispiel aber auch nicht gedacht.

Geändert von dedeli (10-06-2016 um 12:00 Uhr).
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