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Alt 14-04-2003, 13:15
politoxikomanin
stille Mitleserin
 
Registriert seit: 10-2000
Ort: Dortmund/Berlin/Caracas
unglücklich Kulturraub und Beutekunst

Zitat:
Droht dem Land der Kulturraub?

Am Donnerstag dieser Woche brach vor den Augen der Weltöffentlichkeit die Diktatur von Saddam Hussein unter der Übermacht der US-Streitkräfte zusammen. Seit dem das Regime gefallen ist, wird der Irak von gewaltigen Plünderungen überzogen. Die Paläste wurden geplündert, aber auch die Krankenhäuser. Ganze Couchgarnituren und Schrankwände wurden auf notdürftig organisierten Karren durch die verwüsteten Städte geschleift.
Plünderer machten sich auch über Iraks größtes archäologisches Museum in Bagdad her. Mehrere antike Tongefäße und Statuen gingen zu Bruch, Büroräume wurden vollkommen zerstört. Das Irak-Museum beherbergte Funde von den wichtigsten Ausgrabungsorten Mesopotamiens, das als Wiege der Menschheit gilt.

...

Doch mit der Plünderung des archäologischen Museums am Freitag wurden gleich ganze Teile des Gedächtnisses der menschlichen Zivilisation ausgelöscht. Beschossen wurde das Museum während der Angriffe auf Bagdad nicht, doch die US-Armee unternahm auch keine Anstrengungen, die Plünderung des Museums zu verhindern.
...

Man könnte in fast melancholisches Grübeln verfallen, ob dies nun Ignoranz oder Zynismus ist. Denn vor den Ölanlagen haben die US-Soldaten sofort Posten bezogen. Diese Orte sind die einzig sicheren im Irak. Die USA machen sich in diesen Tagen schuldig, als verantwortliche Macht im Irak der Vernichtung des Weltkulturerbes tatenlos zuzuschauen. Bei der UNESCO in Paris herrschte nach Eintreffen der Nachricht von der Plünderung des Museums so etwas wie eine Mischung aus Entsetzen und Lähmung.
...

Die UNESCO hat einschlägige Erfahrungen mit Plünderungen im Irak. Nach dem letzten Golfkrieg verschwanden um die 4000 Kulturgüter. Doch nicht etwa auf "nimmer - wieder - sehen". Ganz im Gegenteil, die meisten vermissten Objekte tauchten anschließend in Museen und auf Kunstauktionen in den USA und anderswo wieder auf. Hinter den meisten Plünderungen von Kulturstätten stehen Auftraggeber und ein System.

"Um ihnen die Wahrheit zu sagen: Wir haben keine Beweise, dass Objekte direkt von US-Soldaten gestohlen werden. Wir hatten allerdings nach dem 91er Golfkrieg die Situation, dass gestohlene Objekte zum Beispiel in Jordanien auftauchten und unseren eigenen Experten gleich mit Katalog angeboten wurden. Ich glaube also, dass da eine Art Mafia arbeitet, die genau in solchen Situationen wie jetzt aktiv wird." (Mounir Bouchenaki / stellvertretender UNESCO-Generaldirektor)

Probleme werden diese Leute, die die UNESCO als Mafia einstuft allerdings immer noch damit haben, ihr Diebesgut abzusetzen. Denn die Einfuhr nationaler Kunstgegenstände in die Staaten ist laut Gesetz verboten. Aber schon hat sich ein merkwürdiger Rechtsbeistand gebildet: der "American Council on Cultural Policy". Hinter dem Namen verbergen sich Kunsthändler, Museumsdirektoren und Anwälte, die eine Aufweichung der strengen Importbeschränkungen für Kunst fordern.
"Wir haben davon gehört und wir sind im Kontakt mit unseren Rechtsspezialisten. Sie haben uns gesagt, dass der "American Council" eine Lobbyorganisation ist, die sich im kompletten Widerspruch zu allen internationalen Gesetzen und Konventionen befindet." (Mounir Bouchenaki / stellvertretender UNESCO-Generaldirektor)
Quelle und mehr

Auch die irakische Nationalbibliothek wird geplündert und verbrennt

Die dort grade zerstörten und geraubten Kulturgüter sind nicht allein irakischer , sondern kultureller Besitz der gesamten Weltbevölkerung.
So wie es aussieht , wird aber niemand verhindern können , daß einige dieser Objekte demnächst in irgendwelchen texanischen Ranches über der Couch hängen...direkt neben dem schicken, echten Indianerkopfschmuck.

Wer keine eigene Kultur hat , klaut sich eben gerne welche.
politoxikomanin ist offline  
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Alt 14-04-2003, 13:38
Waschbär
Membär
 
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Registriert seit: 07-2002
Ich bin der festen Überzeugung, dass das Fehlen einer kulturellen Identität für Amerika tatsächlich ein Problem darstellt, das der "Freedom Burger" oder die naturwissenschaftlich-technischen Leistungen nicht ersetzen können. Kultur ist bester Ausdruck des geistigen Schaffens, der kreativen Fähigkeiten eines Volkes. Wo diese keinen Platz hat oder nur aus fremden "Anleihen" besteht, ist es um eine Gesellschaft traurig bestellt. Da kann sogar Bush noch Schatten werfen, die bis zum weißen Haus gereicht haben.
Waschbär ist offline  
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Alt 14-04-2003, 13:54
Sister
unregistriert
 
kulturraub ist aber keine erfindung der amis
das ist ein sehr gern genommenes mittel, um den feind zu demütigen. schon napoleon wußte dies zu schätzen...

Geändert von Sister (14-04-2003 um 13:56 Uhr).
 
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Alt 14-04-2003, 14:36
netrose
Frau Rosenbär
 
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Registriert seit: 10-2000
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Darum geht es doch auch. Es waren professionelle Banden und wahrscheinlich ein paar engagierte Plünderer, die alles zerstörten.

Übrigens, schon im 2. Golfkrieg wurde systematisch Kunstraub betrieben.
netrose ist offline  
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Alt 14-04-2003, 16:55
merz
Go! Ja!
 
Registriert seit: 10-2000
Ort: berlin
Zitat:
Original geschrieben von Waschbär
das Fehlen einer kulturellen Identität für Amerika
Das meinste aber nich ernst - oder?

Literatur, Musik, Film, Theater, Bildende Kunst... Es ist nun wirklich ein (übrigens rechtes) Märchen, dass die USA in diesen Bereichen sich irgendetwas erzählen lassen müssten.

Wenn ihr mal nach Berlin kommt, lade ich Euch zu einem Spaziergang durch die Museen ein; da könnt ihr wunderbare Beutekunst sehen...

(Was alles nix dran ändert, dass der Umgang der Besatzer mit den irakischen Kulturschätzen mindestens (!) eine verbrecherische Nachlässigkeit darstellt. )
merz ist offline  
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Alt 14-04-2003, 17:08
Dammerl
gesperrt
 
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Registriert seit: 11-2000
Ort: München
Da passt ja diese Meldung dazu:

Zitat:
Washington – 1200 Bücher, verstaut in Jutesäcken der „Reichspost“. Alle Bände tragen Hitlers Namen, Reichsadler, Eichenlaub, Hakenkreuz.
Der Fund ist eine Sensation! Es ist Hitlers Bibliothek. Sie lagert seit mehr als 50 Jahren vergessen in der Kongress-Bibliothek Washingtons
* :camel:
Dammerl ist offline  
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Alt 14-04-2003, 19:27
Ghostrider
unregistriert
 
Zitat:
Original geschrieben von Dammerl
Da passt ja diese Meldung dazu:


* :camel:
Ist Kujau zufällig gerade in Washington?
 
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Alt 14-04-2003, 19:32
Zandros
Member
 
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Ort: München
Zandros eine Nachricht über ICQ schicken Zandros eine Nachricht über MSN schicken
Zitat:
Original geschrieben von Ghostrider
Ist Kujau zufällig gerade in Washington?
Nö! Der befindet sich seit dem 12. September 2000 am gleichen Platz. Zumindest seine sterblichen Überreste.
Zandros ist offline  
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Alt 14-04-2003, 19:44
Ghostrider
unregistriert
 
Hätte ja sein können, das Berichte über sein Ableben ebenfalls nicht ganz...echt sind.
 
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Alt 15-04-2003, 03:04
merz
Go! Ja!
 
Registriert seit: 10-2000
Ort: berlin
Zitat:
Original geschrieben von Sister
kulturraub ist aber keine erfindung der amis
das ist ein sehr gern genommenes mittel, um den feind zu demütigen. schon napoleon wußte dies zu schätzen...
hattest Du das im Sinn?
merz ist offline  
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Alt 15-04-2003, 13:00
Waschbär
Membär
 
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Registriert seit: 07-2002
Zitat:
Original geschrieben von merz
Das meinste aber nich ernst - oder?

Literatur, Musik, Film, Theater, Bildende Kunst... Es ist nun wirklich ein (übrigens rechtes) Märchen, dass die USA in diesen Bereichen sich irgendetwas erzählen lassen müssten.

Wenn ihr mal nach Berlin kommt, lade ich Euch zu einem Spaziergang durch die Museen ein; da könnt ihr wunderbare Beutekunst sehen...

(Was alles nix dran ändert, dass der Umgang der Besatzer mit den irakischen Kulturschätzen mindestens (!) eine verbrecherische Nachlässigkeit darstellt. )
Ich konstatiere -im Gegensatz zur Nazi-Propaganda, auf die Du anspielst- nicht das völlige Fehlen von Kultur in den USA. Ich stelle einfach nur fest, dass die vorhandene Kultur nicht zu einer kulturellen Identität geführt hat.

In den USA leben viele verschiedene Ethnien, die alle Elemente ihrer eigenen Kultur pflegen. Das einzige, was alle Amerikaner eint, ist ihre Fahne, mit dem Ergebnis, dass ihr viele hinterher rennen, egal wer sie gerade schwenkt.
Die Michael Moores, sind leider tatsächlich in der Minderzahl, obwohl gerade diese, für mich den besten Teil Amerikas repräsentieren.

Dass auch andere Länder -nicht zuletzt Deutschland- eine Affinität zur Beutekunst hatten und zum Teil immer noch haben, ist unstreitig.
Waschbär ist offline  
#12 Direktlink zu diesem Beitrag
Alt 15-04-2003, 13:37
ThiloS
unregistriert
 
Also, ich habe selten so eine Kacke gelesen, mal im Ernst.

Ich weiß ja nun, daß die Amerikaner grundsätzlich böse sind und George Bush so eine Art Antichrist ist. Aber die Herumheulerei "die Amis sind an der Plünderung der irakischen Museen und Bibliotheken schuld", ist wirklich eine Frechheit.

Die Iraker selbst haben ihre Museen geplündert und sich "genommen was sowieso uns gehört", wenn man den Aussagen einiger schnauzbärtiger "Umzugsspezialisten" glauben darf.

Daß die Amerikaner während der hektischen und nicht ungefährlichen paar Tage vielleicht ein paar andere Sachen zu tun hatten als ein paar dämliche Museen zu bewachen scheint den "üblichen Verdächtigen" entgangen zu sein.

Diese irakischen Drecksäcke haben sogar ihre eigenen Krankenhäuser geplündert - aber das scheint hier niemanden der tapferen USA-Kritiker zu interessieren...

Wenn ich Amerikaner da unten gewesen wäre: lass doch die Kaffer ihre eigenen Museen ausräumen... Wenn die so dumm sind: recht so! Ich hätte eher dafür Sorge getragen, daß ich denen nicht im Weg herumstehe. Weiß ich, wie die drauf sind? Zumal in ungesicherten "areas"? Ich komme doch lieber gesund nach Hause, als für die Gürtelschnalle eines persischen Herrschers aus der vierten Keilschriftdynastie im Jahr der Dattelpalme zu sterben.

Natürlich kann ich mir außerdem vorstellen, daß die Amis ganz wild auf arabische Bücher aus der Nationalbibliothek sind: wir wir ja alle wissen, gehört "Arabisch in Wort und Schrift" zu den Grundfächern in amerikanischen Hauptschulen. Und die Saddam-Biografie ist natürlich jetzt schon der Renner auf allen Bestsellerlisten.

Ihr Gutmenschen habt echt alle was an der Waffel. Ehrlich!
 
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Alt 15-04-2003, 14:02
Waschbär
Membär
 
Benutzerbild von Waschbär
 
Registriert seit: 07-2002
Hallo??

Warum sind die Cowboys denn in den Irak gereist? Eine Einladung gab es -wie ich erinnere- nicht.

Beleg mal ein Semester Völkerrecht oder google ein wenig, wenn es um Deine Kenntnisse in der Richtung so traurig bestellt ist. Oder sollte man die Genfer Konventionen Deiner Meinung nach besser gleich abschaffen?
Waschbär ist offline  
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Alt 15-04-2003, 14:04
Kyle
boredbeyondbelief
 
Registriert seit: 10-2000
Erst ist dem Kriegsbefürworter der Iraki an sich ja furchtbar wichtig, weil ja der arme Iraki seit GW I so leiden musste. Dann befreit man den armen Iraki von seinem Diktator und dann, wenn es um die Sicherung des in Anarchie gebombten Landes geht, sind es wieder nur die Kaffer.

Fast hätte man glauben können, es ginge wirklich nur um das Land und die Menschen.....
Kyle ist offline  
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Alt 15-04-2003, 14:24
ThiloS
unregistriert
 
Zitat:
Original geschrieben von Waschbär
Hallo??

Warum sind die Cowboys denn in den Irak gereist? Eine Einladung gab es -wie ich erinnere- nicht.
Genau, Sie kamen, um die Museen zu plündern, weil sie ja keine eigene Kultur haben und sind deswegen scharf auf irakische Kunstgegenstände...

Liest Du gelegentlich, was Du so schreibst?

Zitat:

Beleg mal ein Semester Völkerrecht oder google ein wenig, wenn es um Deine Kenntnisse in der Richtung so traurig bestellt ist. Oder sollte man die Genfer Konventionen Deiner Meinung nach besser gleich abschaffen?
HALLLLOOOOO. DIE IRAKER HABEN IHRE MUSEEN GEPLÜNDERT. UND WEIL SIE GRADE DABEI WAREN, IHRE KRANKENHÄUSER AUCH!!!

Hätten die Amerikaner auf die Plünderer geschossen, dann hätte ich Dich und Konsorten ´rumjaulen hören wollen wegen "bewusster Angriffe auf Zivilisten".

Ums noch einmal klar zu sagen.

Ich halte diesen Krieg für Völkerrechtswidrig und nicht gerechtfertigt. Aber ALLES ÜBEL da unten nun den Amerikanern in die Schuhe zu schieben, finde ich ebenso kurzsichtig wie eine "die Amis machen alles richtig"-Haltung.
 
 


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