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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Urlaub mit dem Rad - organisiert oder auf eigene Faust?


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SaTho
20-09-2015, 09:46
Hallo,

ich hoffe, ich habe keinen Thread zu dem Thema übersehen.

Meine Frage wäre, ob es hier User gibt, die Radreisen unternehmen. Und wenn ja - individuell oder organisiert?

Wir planen eine Reise an der Westküste Schwedens entlang - von Malmö nach Göteborg und eigentlich würden wir lieber auf eigene Faust fahren, um ggf. an einem Ort auch noch mal eine Nacht länger bleiben zu können und flexibel zu sein. Auf der anderen Seite müsste man bei einer organisierten Reise kein Gepäck mit transportieren, man bekäme vielleicht noch Dinge zu sehen, die man selbst nicht finden würde.

Beides hat seine Vorteile. Gibt es hier User mit Erfahrungswerten? Das würde uns bestimmt helfen. :)

vergas
20-09-2015, 12:45
Wir waren dieses Jahr in Polen mit einer geführten Gruppe. Es waren aber auch sog. "Individualisten" dabei. D.h. die haben ihr Kartenmaterial bekommen und sind tagsüber auf eigene Faust gefahren. Somit mussten sie sich ebenfalls nicht um Gepäck und so kümmern, weil das mit dem Bus von einem zum nächsten Ort gebracht wurde. Mir hat übrigens die geführte Gruppe ganz gut gefallen. Es war eigentlich nur einer dabei, der etwas schwächer war, ansonsten haben alle die Touren (ca 40 bis 50 km täglich) gut geschafft. Okay, die Durchschnittsgeschwindigkeit war jetzt nicht mörderhoch, für sportlich Ambitionierte könnte das evtl. zu wenig sein.

Eine andere Alternative sind Sterntouren. Damit bleibt dir das Hotel als fixer Ausgangspunkt und du kannst jeden Tag in eine andere Richtung fahren.

Mr Smith
20-09-2015, 13:08
Mr Smith sing das alte Lied


Ich habe schon so manchen Radurlaub gemacht. Ich würde allerdings niemals eine organisierte Tour machen, das ist einfach nicht mein Ding.

Hier der Thread zu meiner Tour, letztes Jahr Hamburg - Den Haag.

http://www.ioff.de/showthread.php?t=418309

Vor 20 Jahren bin ich mit dem Rad nach Paris. Mein großer Traum wäre es von Hamburg bis nach Kapstadt. Allerdings glaube ich, dass es schlicht unmöglich ist auch lebend an zu kommen. Ich denke es wird ein Traum bleiben....

dellamorte
21-09-2015, 07:20
[QUOTE=Mr Smith;43675946]Mr Smith sing das alte Lied
Mein großer Traum wäre es von Hamburg bis nach Kapstadt. Allerdings glaube ich, dass es schlicht unmöglich ist auch lebend an zu kommen. Ich denke es wird ein Traum bleiben....[/QUOTE]

Ich glaube das kannst du wirklich vergessen. Charlie Borman und Ewan McGregor sind 2007 von Schottland aus mit Motorrädern nach Kapstadt gefahren und das erforderte schon extreme Sicherheitsvorkehrungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Long_Way_Down

https://www.youtube.com/channel/UC5R0oeI_kd49I2P58hrYYgQ/videos

Sorry an SaTho fürs OT :)

Mr Smith
21-09-2015, 08:37
Mr Smith hat einen Schraubenschlüssel


Ja ich denke auch, dass es nicht zu schaffen ist. Aber es wäre ein großes Abenteuer auch wenn es mit dem Tod endet.

SaTho, die Frage die sich stellt. Wie fit bist du eigentlich? Hast du ein gutes Rad?

SaTho
27-09-2015, 08:27
Vielen Dank für die Antworten, da müssen wir uns wohl mal zusammensetzen und die Pros und Contras abwiegen. Mal gucken, wofür wir uns am Ende entscheiden.

Mr Smith, ich habe mir deinen Thread /deine Radreise angeguckt, allerdings bislang "nur" die ersten 7 Seiten oder so, die erste Tour nach Bremen muss ja heavy gewesen sein. Bin schon gespannt wie das weiter geht und werde das auf jeden Fall durchlesen.

Wir würden am Tag so ca. 50km anpeilen. Von Malmö nach Göteborg sind es 300km, wenn man das als Wochen / 10-Tagestrip auslegt, sollte das von der Fitness kein Problem sein. 10 Tage auch nur, weil ich mir vorstellen kann, dass wir an Orte kommen, an denen wir bleiben wollen würden. Vorausgesetzt wir fahren auf eigene Faust.
Trainieren müsste ich mit Sicherheit, einmal 50km am Tag geht, mehr habe ich noch nicht getestet. Also weder am nächsten Tag wieder 50km zu fahren, noch 60km und mehr zu fahren (was wir eventuell einmal müssten)
Insgesamt ist das eine wirklich flache Strecke, so dass wir keine Alpenwertungen brauchen werden.

Ich muss mich mal für spätest antworten entschuldigen, das kann durchaus öfter passieren, auch wenn ich schon gelesen habe, bin momentan ziemlich ausgebucht. Sollte sich was neues ergeben, halte ich euch aber auf dem Laufenden, wenn ihr wollt. :) aber deshalb ist OffTopic auch nicht schlimm. Meinetwegen können wir hieraus einen allgemeinen Radreise-Thread machen.

Mr Smith
27-09-2015, 10:00
Mr Smith bringt die Ruhe mit


Den Thread ganz allgemein für Fahrradtouren zu nutzen begrüße ich sehr.

Lass dich nicht hetzen, wenn man etwas auf Fahrradtouren lernt, so ist es "Eile mit Weile".

Wenn du nicht sehr übergewichtig bist oder jenseits der 70, so sehe ich bei 50km absolut kein Problem.

Kleiner Tip. Lass keine Treppe aus und gehe sie stehts auf Zehenspitzen hoch, das trainiert die Wadenmuskulatur ungemein und ganz sanft.

Wenn du im Thread weiter liest und dich die erste Etappe schon beeindruckt, dann freu dich auf das was noch kommt. Eigentlich sollte man am dritten Tag etwas kürzer treten aber ich wollte unbeding über die Grenze und hatte ein tolles Hotel gefunden.

Wenn du die Tour selber planst, so musst du bedenken, das du immer etwas mehr fährst als du es vorher berechnen kannst.


.....und ein Foto von deinem Rad hätte ich gerne.

Die Black Lady:wub: und den Kasper (So tauften wir unsere auf der Tour) kannst du ja im Thread auch bewundern.

SaTho
27-09-2015, 13:52
Mögliche Strecke (http://www.reise-karhu.de/radreisen/schweden/ginstleden-trelleborg-goeteborg.html) allerdings erst ab Malmö und vielleicht etwas angepasst.

Das Ganze dann mit einem Ideal-Standard-Trekkingrad

Mr Smith
27-09-2015, 14:16
Mr Smith juckt es in den Beinen


Hui, das sieht wirklich klasse aus und die Etappen sind doch super entspannt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass du es schaffen wirst ohne an deine Grenzen gehen zu müssen. Wenn ihr tatsächlich in Hotels unter kommt, so sehe ich auch kein Problem das Gepäck selber zu transportieren.

SamRow
18-10-2015, 19:01
Wir machen eigentlich jedes Jahr einen einwöchige Radreise und haben schon verschiedene Varianten ausprobiert, die alle ihre Vor-und Nachteile hatten.

1. Die völlig ins Blauehineinfahrt
Das war vor einigen Jahren an der Mosel von Trier nach Koblenz. Nur das erste Hotel in Trier war gebucht, dann haben wir unsere Gepäcktaschen aufs Rad geschnallt und sind losgeradelt. Wo es uns gefallen hat, haben wir nach Zimmer Ausschau gehalten (damals brauchten wir auch nur zwei).
Vorteil: Fahren, solange man mag (und kann ;))
Nachteil: Gepäck stark eingeschränkt und zum Schluss hin wurde das Zimmerfinden ziemlich schwierig

2. Übernachtungen vorgebucht
Bei dieser Variante haben wir im Voraus die Hotels gebucht (weil unsere Truppe inzwischen vier Zimmer benötigte). Einmal an der Elbe entlang von Dresden nach Dessau und ein anderes Mal am Neckar entlang von Esslingen (quasi von der Haustür ab :D) bis nach Ladenburg.
Die Elbefahrt war unangenehm, weil es der damalige Organisator mit der Etappenreichweite etwas zu gut meinte. Zwischen 60 km (das ging noch) und 80 km (da haben wir nach 50 km gestreikt und sind mit dem Zug bis ins Ziel gefahren).
Selbst als ganz normaler Freizeitradler sind 40-50 km am Tag kein Problem, auch an mehreren Tagen hintereinander. Zumindest für die Beine, über das Sitzfleisch decke ich mal lieber den Mantel des Schweigens. :floet:
Deshalb haben wir dann bei der Neckartour die Etappen diese Kilometerzahl eingeplant und das war goldrichtig.
Vorteil: Keine Sorgen um die Übernachtung
Nachteil: Eingeschränktes Gepäck und das Ankommenmüssen am nächsten Zielort

3. Sternfahrt
Das haben wir rund um Erfurt gemacht. Wir hatten ein nettes kleines Hotel in der Altstadt und sind von dort aus in verschiedene Richtungen geradelt.
Vorteil: Genügend Gepäck, kein Leben aus dem Koffer, immer das gleiche Zimmer, wer mal einen Tag nicht Radfahren möchte kann aussetzen
Nachteil: Abends immer die gleiche Umgebung, Strecken oft Hin- und Her gleich

4. Übernachtung, Gepäck- und Rücktransport vorgebucht
Diese Variante haben wir dieses Jahr im Juni gemacht und sind noch einmal an der Mosel von Trier nach Koblenz gefahren (weil neue Teilnehmer dabei waren, die diese Strecke unbedingt fahren wollten).
Die komplette Buchung war über einen Reiseveranstalter, aber man radelte dennoch völlig eigenständig. Es gab nur ein wenig Infomaterial über die Gegend und natürlich die Adressen der Hotels.
Pro Person hatte man zwei (!!!) Gepäckstücke a 25 kg frei, für eine Woche fand ich das ziemlich überdimensioniert aber in unserer Truppe gab es tatsächlich ein Paar, das die vier Gepäckstücke voll ausreizte (Klischee voll erfüllt: sie hatte drei Teile, er nur eins, aber er musste das Zeugs täglich ins Zimmer schleppen :D). Wir hatten je eine große Reisetasche, das reichte völlig.
In Koblenz wurden wir dann von einem Transporter mit Fahrradanhänger abgeholt und direkt zu unseren Autos in Trier zurückgebracht (sonst sind wir ja immer mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt).
Vorteil: Massig Gepäck, leichtes Fahren ohne Ballast, kein Kümmern um den Rücktransport
Nachteil: Nicht immer die besten Hotels und Mehrkosten für Fremdleistungen

5. Rundumsorglospaket auf dem Schiff
Für uns die längste Autoanreise war die Radreise, die in Amsterdam begann. Man bucht eine Schiffskabine in der man sich häuslich einrichtet und bucht entweder ein Mietfahrrad oder bringt sein eigenes Rad mit, das an Deck verstaut wird. Frühstück und Abendessen wird im Schiffsspeisesaal serviert, beim Frühstück darf man sich ein Lunchpaket zusammenpacken. Jeden Abend erhält man von der mitreisenden Reiseführung die Tour für den nächsten Tag erklärt und Infomaterial ausgehändigt.
Man fährt jedoch komplett so wie man möchte, Hauptsache man ist Abends wieder am Schiff, das tagsüber zur nächsten Anlegestelle weiterschippert.
So sind wir einmal durch Nordholland bis zu Insel Texel und wieder zurück nach Amsterdam. Landschaftlich wirklich wunderschön und das Radfahrnetz mit den Knotenpunkten ist toll!
Vorteil: kein Gepäcktransport, kein Leben aus dem Koffer, Reparaturservice an Bord, verschiedene Drumherumangebote (Käsereiführung, Stadtführung, Brauereiführung ...), wer mal nicht Radfahren möchte, bleibt auf dem Schiff
Nachteil: sehr kleine muffige Kabine mit nicht zu öffnendem Fenster, einfaches Kantinenessen, ziemlich teuer

Jelka
19-10-2015, 00:31
Ohja, auf das Fahrrad (insbesondere den Sattel) sollte man schon eingestellt sein.


Und eins kann ich von meiner Tagestour nach Hamburg neulich beitragen: Man muss die Strecken irgendwie besser planen, als nur bei Googlemaps oder auf einen Stadtplan zu gucken.
Mein Plan war von Zuhause aus mit Victoria nach Cuxhaven (20 Km), dann mit der Fähre nach Brunsbüttel, von dort mit Victoria am Deich entlang nach Wedel (60 Km) und dann mit der Bahn rein nach Hamburg, um nicht gleich so erschöpft im Stadtverkehr zu landen.

So weit, so gut - und bis ein gutes Stück hinter Glücksstadt lief auch alles toll und die Strecke ist wirklich wunderschön. (Na gut, die Schafshinterlassenschaften waren etwas anstrengend und stadtfein waren wir dann beide auch nicht mehr.)

Dann kam ich an ein Stellwerk, bei dem ein Schild stand, dass Fußgänger nur stündlich über den Fluss rübergelassen werden. Etwas gequält dachte ich darüber nach, dass ich mit etwas Pech nun vielleicht fast eine Stunde hier stehe. Ich hätte gerne jemanden gefragt, wann wieder Überlass ist, aber es war keiner da. Überhaupt keiner. Die letzte Person hatte ich vor etlichen Kilometern gesehen. In dem Stellwerk-Häuschen saß auch niemand. Und es sah sehr dunkel aus. Also habe ich noch einen Blick auf das Schild geworfen und mir fiel da noch dieser Zusatz auf "vom 1.5. bis zum 30.9.", also hätte ich den ganzen Winter über da warten müssen. Das wollte ich nun doch nicht.

Ich habe irgendeinen Weg gewählt, der so aussah, als könnte er irgendwann wieder in die Zivilisation führen. Hat auch geklappt, im Garten eines einsamen Hauses arbeitete gerade eine alte Frau, mit der ich meine Probleme besprechen konnte. Umweg hier, Umweg da, verfahren auf unbekannter Strecke, plötzlich war ich im Wald auf einem Reitweg (wie auch immer das passieren konnte), zurück, weiter, verfahren dort, dunkel, Leute, die schlecht im Schätzen von Kilometern sind, verfahren noch mal, aber ich habe es schnell gemerkt, weil ich mir sicher war, dass Wedel nicht in einer Sackgasse liegt, zurück, hier da dort, Wedel gefunden. Aus den geplanten 80 Kilometern waren mittlerweile 113 geworden. Und das alles nur, weil Googlemaps gesagt hat, ich kann da einfach am Deich entlang nach Wedel fahren.

Irgendwie braucht man bei sowas dann doch verlässlichere Auskunftsquellen. Da wäre ein Organisator eventuell von Vorteil.

île_flottante
13-12-2015, 09:47
ich Lass mal das hier da:


www.pédaleurs.ch

die radeln von Zürich nach Australien, interessanter blog


ich würde glaub ich lieber mit beschränktem Gepäck, aber unabhängig fahren.
und zwei, drei USB ersatzakkus - besonders, wenn man Google Maps oder tracking apps nutzt. runtastic, endomondo, und ihr so?

Mr Smith
18-02-2016, 18:32
Mr Smith hat ne fixe Idee



Da es ja wohl sehr unwahrscheinlich die Strecke von Hamburg nach Kapstadt mit dem Fahrrad zurück zu legen dachte ich bei mir, ich mach erst ein Mal eine Probetour. Dabei kam ich auf Rom. Die Idee ist also, von Hamburg nach Rom. Bis an die Alpen ran sind wohl so um bei 1000 km und dafür würde ich so 12 Tage rechnen. Die Alpen sind mir aber sehr fremd. Ich bin da zwar schon gewesen aber nie mit dem, Fahrrad. Hat hier irgendwer schon mal die Alpen überquert? Wo kann ich überhaupt mit dem Rad längs?

....und es kommen wohl noch mehr Fragen.

wakli
18-02-2016, 20:20
naja, wenn du Bergfahren nicht gewöhnt bist, gehen Pässe schon sehr in die Beine. Sind ja etliche Höhenmeter, selbst auf den leichten Routen.
Ich kenne schon Leute, die unterschiedliche Alpenüberquerungen gefahren sind, die schreiben aber, wenn überhaupt, dann in Radforen. Da wirst du auch die besten Infos bekommen.
Über google findest du da einige.

Viele Wege führen nach Rom -
und auch viele über die Alpen :)
http://www.fahrrad-tour.de/Alpen/Bilder/Alpenkarte_Uebersicht.gif

http://www.fahrrad-tour.de/Alpen/Index.htm