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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Scannen statt stechen ~ eine neue Messmethode für Diabetiker


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be.creative
13-02-2016, 09:16
Als ich gestern an meinem Computer saß und im Hintergrund den Fernseher laufen ließ, sah ich eher zufällig die Werbung für ein neues Gerät, mit dem Diabetiker ihren Blutzucker messen können. Da meine Mutter schon seit fast 40 Jahren Diabetikerin ist und ich es seit ca. 16 Jahren bin, hat mich das natürlich interessiert.

Bisher ist es so, dass wir mind. 3 x pro Tag den Blutzucker messen müssen. Hierzu müssen wir uns immer mit einer Stechhilfe in den Finger stechen und den Bluttropfen über einen Teststreifen, der im Messgerät steckt, aufnehmen. Dieser wird dann ausgewertet und auf dem Messgerät erscheint der ermittelte Blutzuckerwert. Je nach Wert müssen dann entsprechend viele Einheiten Insulin gespritzt werden.

Diese Prozedur erfolgt ausnahmslos jeden Tag. Manchmal sind die Fingerkuppen so zerstochen, dass ich mehrmals stechen muss, um überhaupt noch einen Tropfen Blutz zu bekommen.

Nun hat die Firma Abbott ein neues Messystem entwickelt. Es besteht aus einem Sensor und einem Messgerät. Der Sensor wird mit Hilfe eines Applikators auf dem Oberarm angebracht. Dabei wird eine feine bewegliche "Nadel" unter die Haut gestochen und der Sensor zeitgleich auf die Haut geklebt.

Es dauert dann ca. 1 Stunde bis die ersten Blutzuckerwerte abgerufen werden können, indem man mit dem Messgerät, das aussieht wie ein kleines Smartphone, über den Sensor streicht. Es wird jedoch nicht nur der ermittelte Blutzuckerwert angezeigt, sondern auch eine Tendenz, wie sich der Blutzucker in der nächsten Zeit entwickelt. Damit kann man dann noch genauer die richtige Insulinmenge ermitteln.

Ich bin von diesem neuen Messsytem total begeistert. Anstatt sich 3 x pro Tag in den Finger stechen zu müssen, "klebt" man sich im Abstand von 2 Wochen diesen Sensor auf den Oberarm. Womit wir auch schon beim Wermutstropfen sind. Der Sensor hält maximal 2 Wochen und schaltet sich dann automatisch ab. Ein Sensor kostet im Onlineshop bei Abbott knapp 60,00 Euro. Die Kosten belaufen sich also im Monat auf etwas mehr als 120,- Euro.

Beim Querlesen durch das Internet habe ich erfahren, dass die Krankenkassen die Kostenübernahme komplett ablehnen, solange es keine neutralen Studien gibt, die die Funktionalität des Gerätes belegen. Ich habe Erfahrungsberichte von Diabetikern gelesen, die beide Messmethoden parallel getestet haben, um die ermittelten Blutzuckerwerte zu vergleichen. Es gab keine nennenswerten Abweichungen. Ganz im Gegenteil wurde sogar geschrieben, dass der Hinweis auf die Blutzuckertendenz mit dem neuen Gerät von Vorteil sei.

Da ist man als Diabetiker sowieso schon gebeutelt und dann muss man tief in die Tasche greifen, wenn man sich das Leben etwas vereinfachen möchte. :schmoll: Es wäre schon eine Hilfe, wenn die Krankenkasse die Zuzahlung in Höhe der benötigten Teststreifen für das alte Blutzuckermessgerät übernehmen würden, weil diese Teststreifen auch nicht preiswert sind. Aber auch das wird noch abgelehnt.

Jetzt habe ich viel geschrieben, aber noch nicht den Namen des neuen Gerätes genannt. :schäm: Es heißt "FreeStyle Libre". Auf dieser Seite könnt ihr euch darüber informieren >>> http://www.freestylelibre.de/ Es sind auch einige Videos dabei, die das Messsystem und die Handhabung erklären.

Benutzt von euch schon jemand dieses Gerät und kann seine Erfahrungen schildern? Ich habe gestern das Starterset (Messgerät und 2 Sensoren) zunächst für meine Mutter bestellt und werde darüber berichten, sobald sie es (hoffentlich!) benutzt.

Zartbitter
13-02-2016, 11:20
Das klingt nach einer interessanten Entwicklung und könnte in 10 bis 15 Jahren der Standard sein. Es dauert ja immer eine Zeit, bis sich eine Technologie durchsetzt.

Das wäre ungefähr dann, wenn ich vermutlich Insulin brauche. :D Ich bin tablettenpflichtige Diabetikerin und messe so gut wie nie, da die Krankenkasse nur für insulinpflichtige die Kosten für die Teststreifen übernimmt.

Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, wie die winzige Nadel im Sensor funktionieren soll. Beim Schlafen z.B. auf dem Oberarm verrutscht das doch und man sticht sich laufend um die gleiche Stelle neu. Das ist dann auch nicht angenehmer als in den Finger pieksen. Was ist mit Duschen z.B. Kann man den Sensor beliebig oft anmachen und abmachen in den 14 Tagen? Legt man ihn nachts vielleicht sogar ab?

Für Kinder stelle ich mir das System gut vor, wenn man sie nicht mehr 3 x täglich pieksen muss.

Cate
13-02-2016, 11:39
Ich messe auch höchstens 1x pro Woche, da ich kein Insulin spritzen muss und die Kontrollwerte nur geringen Schwankungen unterliegen.

Würde ich irgendwann mal diesen Sensor benötigen, stelle ich mir die gleiche Frage wie Zartbitter "Wie ist das beim Duschen?" "Und was ist mit der Einstichstelle?"

Im übrigen steche ich mir nicht in die Fingerkuppen, sondern links oder rechts neben dem Nagelbett. Die Krankenkasse hat mir mal einen Kursus für "Tablettendiabetiker" bezahlt, bei dem wurde das empfohlen, weil dort keine Nervenenden sind und das Blut besser den Finger hochgeschoben werden kann.

be.creative
13-02-2016, 12:54
Guckt euch mal dieses Video an. Da wird gezeigt, wie der Sensor angebracht wird:

tecXaWLdNkQ

Er wird fest auf den Oberarm geklebt, sodass die kleine Nadel in der Haut auch nicht verrutschen kann. Da dieser Sensor auch relativ flach ist, dürfte er beim Schlafen nicht stören. Laut Beschreibung kann man damit auch problemlos Sport machen und Duschen. Selbst das Tauchen ist bis zu längstens einer Stunde möglich.

Meine Mutter unterzuckert hin und wieder. Ich bin der Meinung, dass sie zuviel Insulin spritzt. Aber sie hält sich an die Vorgaben ihrer Ärztin und spritzt. :rolleyes: Das hatte in der Vergangenheit zur Folge. dass sie z.B. beim Einkaufen im Supermarkt unterzuckerte und Hilfe brauchte. Mit diesem Messsystem kann sie immer zwischendurch ihren Blutzucker scannen, ohne auch noch zusätzlich die Trommel mit Teststreifen und die Stechhilfe mit sich herumzuschleppen, und dann ggf. rechtzeitig reagieren, indem sie dann z.B. schnell Traubenzucker isst, bevor sie unterzuckert.

Ich hoffe allerdings nicht, dass es erst in 10-15 Jahren zum Standard wird, weil ich finde, dass dieses System allen Menschen zugänglich sein muss und nicht nur denjenigen, die es sich finanziell erlauben können. Gerade auch für alte Menschen, die nur eine kleine Rente haben, wäre das System prima, damit sie sich nicht ständig in die Fingerkuppen stechen müssen.

be.creative
13-02-2016, 13:48
Vor wenigen Minuten hat der Paketbote geklingelt und mir schon das Starterset gebracht, das ich erst gestern bestellt hatte. :eek:

~~~~~~~~~~~~~~~~~~

By the way: Sprecht doch mal euren Diabetologen auf Forxiga an, sofern ihr keine Herz- und Nierenerkrankung habt. Diese Tabletten kann man unterstützend (nicht ersetzend!) einnehmen, damit ein Teil des Zuckers, der über die Nahrung aufgenommen wird, nicht ins Blut übergeht, sondern durch die Nieren gefiltert wird und über den Urin ausgeschieden wird.

Dadurch verringern sich eure BZ-Werte. :ja:

Zartbitter
13-02-2016, 14:30
[QUOTE=be.creative;44432882]Ich hoffe allerdings nicht, dass es erst in 10-15 Jahren zum Standard wird[/QUOTE]

Also, ich bin niemand, der bei Neuerungen sofort zugreift, weil erfahrungsgemäß die Entwicklung zügig voranschreitet und die Preise sinken. So wie damals bei den Taschenrechnern, die ursprünglich ein Vermögen gekostet haben oder jetzt bei der E-Zigarette.

Bei den üblichen Blutzuckermessgeräten wurde auch die Blutmenge, die benötigt wird immer kleiner und die Zeit bis zur Auswertung immer kürzer. Ich habe ein älteres Gerät, das noch 15 Sekunden bis zum Ergebnis braucht, neuere benötigen nur noch ca. 5 sek.

[QUOTE=be.creative;44433036]By the way: Sprecht doch mal euren Diabetologen auf Forxiga an[/QUOTE]
Das kannte ich überhaupt noch nicht. Wir (meine Ärztin und ich) sind aber mit dem Langzeitwert so noch zufrieden. Ich bin ja eigentlich froh, dass die Nierenschwelle noch nie überschritten war und ich keinen Zucker über diesen Weg ausscheide.

Ich hab mir grad das Video angesehen. So ein bisschen was borgmäßiges hat das schon :D

Loxagon
13-02-2016, 15:03
Ist auf alle Fälle toll, dass die Entwicklung weitergeht. Vielleicht ist man ja eines Tages soweit, dass es für egal was egal ist, wo man Blut abnimmt. Wäre gerade für Diabetiker toll, wenn es auch zB mit Blut aus Arm, Ohr, etc pp... ginge, denn so könnte man sich wirklich die Finger schonen und ggf auch eine Dauerkanüle in den Arm legen (naja, halt solang es geht. Sind ja nur einige Tage.)

Vielleicht geht es ja irgendwann sogar über Speichel, Urin oder Kot? Einiges kann man ja bereits darüber feststellen. Würde mich für alle Diabetiker freuen!

Zartbitter
13-02-2016, 15:10
Speichel wäre klasse.

Am Ohr wird gerne abgenommen im Krankenhaus z.B. oder vom Pflegedienst bei meiner alten Nachbarin. Aber das kann man mit sich selbst so schlecht machen; dazu bräuchte man immer einen Spiegel, um das schmale Feld des Teststreifens punktgenau an den Tropfen zu bringen.

Ich kann mir vorstellen, dass die den Sensor dahingehend weiterentwicklen, dass er länger als 2 Wochen vorhält. Das müsste das Ziel sein.

butterblume
13-02-2016, 16:08
gerät ist prima,streite mich seit Juni 2015 mit der dak um kostenübernahme
leider noch negativ trotz Befürwortung vom Arzt
bin aus Kostengründen wieder auf herkömmliches messen umgestiegen

raschni
13-02-2016, 16:13
Wegen der Tabletten:
Aber das belastet doch die Nieren zusätzlich, oder?

Seit ich das hier jetzt gelesen habe, überlege ich, wie ich den Sensor an den beiden Katzen befestigen kann :D

Nightwish
13-02-2016, 16:20
[QUOTE=raschni;44433458]

Seit ich das hier jetzt gelesen habe, überlege ich, wie ich den Sensor an den beiden Katzen befestigen kann :D[/QUOTE]

:idee:

http://www.central-stores.com/Kw-%20trio/8513.jpg


http://mainzelsmile.ioff.de/unsortierbar/knuffl_raus.gif

be.creative
13-02-2016, 17:34
[QUOTE=Zartbitter;44433148]
...
Ich hab mir grad das Video angesehen. So ein bisschen was borgmäßiges hat das schon :D[/QUOTE]

Grundsätzlich greife ich bei Neuerscheinungen auch nicht gleich zu, um mich nicht zu Beginn mit möglichen "Kinderkrankheiten" herumärgern zu müssen. Aber das Gerät ist schon eine Weile auf dem Markt und viel kann man da nicht verkehrt machen.

Ja, der Sensor sieht schon irgendwie spacig aus. :D


[QUOTE=Zartbitter;44433265]
...
Ich kann mir vorstellen, dass die den Sensor dahingehend weiterentwicklen, dass er länger als 2 Wochen vorhält. Das müsste das Ziel sein.[/QUOTE]

Jede Alternative, bei der ich mich nirgends stechen muss, wäre mir herzlich willkommen. Selbst nach so langer Zeit kann ich mir nicht einfach die Nadel vom Pen in den Bauch jagen. :crap: Meine Mutter hingegen ist da völlig schmerzfrei. Dann komme ich mir erst recht wie ein Weichei vor. :schäm:

Ich glaube, dass bei einem Sensor, der länger halten soll, das Problem mit der Haftung auftreten kann. Der Kleber soll zwar eine gewisse Haftung haben, aber man muss trotzdem in der Lage sein, den Sensor abziehen zu können, wenn er nicht mehr funktioniert.

Ich könnte mir eher vorstellen, dass auf Dauer die Kosten von den Sensoren gesenkt werden könnten, je mehr von den Dingern produziert werden.


[QUOTE=butterblume;44433440]gerät ist prima,streite mich seit Juni 2015 mit der dak um kostenübernahme
leider noch negativ trotz Befürwortung vom Arzt
bin aus Kostengründen wieder auf herkömmliches messen umgestiegen[/QUOTE]

Deini Posting macht mich traurig und wütend zugleich. :tröst: Es ist eine Schweinerei von den Krankenkassen, dass sie diese Innovation benutzen, um jede Menge Kosten einzusparen. Ich hoffe, dass es sich möglichst bald für alle Diabetiker ändert, die das neue Messsystem benutzen möchten.

Falls sich bei dir eine Änderung bzgl. der Kostenübernahme ergibt, wäre es schön, wenn du uns darüber informieren würdest. :ja:

[QUOTE=raschni;44433458]Wegen der Tabletten:
Aber das belastet doch die Nieren zusätzlich, oder?

Seit ich das hier jetzt gelesen habe, überlege ich, wie ich den Sensor an den beiden Katzen befestigen kann :D[/QUOTE]

Ein befreundeter Arzt, der selbst Diabetiker ist und diese Tabletten schon ein halbes Jahr eingenommen hatte, hatte sie mir empfohlen. Ich hatte dann auch noch mal recherchiert und gelesen, dass die einzige Nebenwirkung, die auftreten kann, eine Harnwegsinfektion ist. Das liegt daran, dass der Zucker, der mit dem Urin ausgeschieden wird, ein guter Nährboden für Bakterien ist. Deshalb wird eine sorgfältige Intimhygiene empfohlen.

Ich nehme diese Tabletten schon seit ca. 2 Jahren zusätzlich zu dem Insulin, das ich spritzen muss. Bis heute hatte ich noch keine Harnwegsinfektion. Übrigens ist ein positiver Nebeneffekt bei den Tabletten, dass sich durch sie der Blutdruck leicht senkt. Ich hatte nie Probleme mit einem Bluthochdruck. Meine Werte lagen immer im normalen Bereich. Seit ich die Tabletten nehme, liegen meine Blutdruckwerte im optimalen Bereich.

Zu der Benutzung des Sensors mit deinen Katzen kann ich nichts sagen, außer, dass es ein teurer Spaß wird. :rotfl:

newwer
13-02-2016, 18:19
[QUOTE=butterblume;44433440]gerät ist prima,streite mich seit Juni 2015 mit der dak um kostenübernahme
leider noch negativ trotz Befürwortung vom Arzt
bin aus Kostengründen wieder auf herkömmliches messen umgestiegen[/QUOTE]

Zum Thema Freestyle und DAK




FGM für 1000 DAK-Versicherte

Ab Juni werden monatlich jeweils rund 1000 Diabetiker, die bei der DAK versichert sind, mit dem neuen System ausgestattet, erklärt der DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz auf Anfrage. Die Kosten für das System müssten die Versicherten nicht auslegen, sondern sie werden direkt beliefert, wenn sie das neue System nutzen wollen. Für das Lesegerät wird einmalig die gesetzliche Zuzahlung fällig. Die Sensoren sind zuzahlungsfrei und werden den versicherten Diabetikern ohne weitere Verordnung direkt vom Hersteller regelmäßig zugeschickt.

"Wir werden das Angebot zunächst denjenigen machen, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen und am stärksten unter dem ständigen Zuckermessen leiden", sagt er. "Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit mussten wir ein Verfahren finden, unseren Versicherten das neue System zur Verfügung zu stellen. Es gibt deshalb keine Warteliste oder die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen." Die Diabetespatienten werden aus den Disease-Management-Programmen (DMPs) nach Zufallsprinzip ausgewählt und angeschrieben. Diese Versicherten müssen gegenüber der Kasse dann nur erklären, dass sie das neue System nutzen wollen.


Bericht vom 07.04.2015

raschni
13-02-2016, 18:33
[QUOTE=be.creative;44433752]

Zu der Benutzung des Sensors mit deinen Katzen kann ich nichts sagen, außer, dass es ein teurer Spaß wird. :rotfl:[/QUOTE]

Ich hab mich schlau gemacht und in der Schweiz hat man wohl schon Katzen damit ausgerüstet. Allerdings spekuliere ich darauf, dass sich das System durchsetzt und die Sensoren kleiner und billiger werden, dann wär das für meine beiden Diabetiker attraktiv.

be.creative
13-02-2016, 18:43
Wir können nur für alle Diabetiker (ob Mensch oder Tier) hoffen, dass sich das System durchsetzt, solange es keine bessere Alternative gibt. Heute sah ich die Werbung vom FreeStyle Libre auffällig oft im TV. Kann sein, dass es damit jetzt richtig losgeht und dann auch hoffentlich eine positive Regelung mit den Krankenkassen schnellstmöglich erfolgt. :trippel:

Zartbitter
13-02-2016, 18:54
[QUOTE=newwer;44433859]Zum Thema Freestyle und DAK[/QUOTE]
Guck an, die DAK. Bei der Kasse bin ich; die sind gar nicht schlecht, hab ich schon immer gesagt.

[QUOTE=raschni;44433907]Ich hab mich schlau gemacht und in der Schweiz hat man wohl schon Katzen damit ausgerüstet. [/QUOTE]
Hast du gelesen, wo sie den Sensor befestigt haben, so dass die lieben Kleinen ihn nicht in kürzester Zeit entsorgen?

be.creative
13-02-2016, 19:00
[QUOTE=newwer;44433859]Zum Thema Freestyle und DAK




FGM für 1000 DAK-Versicherte

Ab Juni werden monatlich jeweils rund 1000 Diabetiker, die bei der DAK versichert sind, mit dem neuen System ausgestattet, erklärt der DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz auf Anfrage. Die Kosten für das System müssten die Versicherten nicht auslegen, sondern sie werden direkt beliefert, wenn sie das neue System nutzen wollen. Für das Lesegerät wird einmalig die gesetzliche Zuzahlung fällig. Die Sensoren sind zuzahlungsfrei und werden den versicherten Diabetikern ohne weitere Verordnung direkt vom Hersteller regelmäßig zugeschickt.

"Wir werden das Angebot zunächst denjenigen machen, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen und am stärksten unter dem ständigen Zuckermessen leiden", sagt er. "Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit mussten wir ein Verfahren finden, unseren Versicherten das neue System zur Verfügung zu stellen. Es gibt deshalb keine Warteliste oder die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen." Die Diabetespatienten werden aus den Disease-Management-Programmen (DMPs) nach Zufallsprinzip ausgewählt und angeschrieben. Diese Versicherten müssen gegenüber der Kasse dann nur erklären, dass sie das neue System nutzen wollen.


Bericht vom 07.04.2015[/QUOTE]

Nicht zu euphorisch bei dem Artikel sein. Der ist fast ein Jahr alt. Ich glaube, dass ich bei meiner gestrigen Recherche einige Stimmen gelesen habe, die an diesem Test teilgenommen und ihn für gut befunden haben. Die Krankenkasse hatte im Anschluss an die Testphase die laufenden Kosten für die Sensoren dann doch nicht übernommen.

Ich weiß aber nicht (mehr), von welcher Krankenkasse die Rede war. :nixweiss:

*steph*
13-02-2016, 19:01
[QUOTE=be.creative;44432445]
Benutzt von euch schon jemand dieses Gerät und kann seine Erfahrungen schildern? Ich habe gestern das Starterset (Messgerät und 2 Sensoren) zunächst für meine Mutter bestellt und werde darüber berichten, sobald sie es (hoffentlich!) benutzt.[/QUOTE]

Ja, und ich nutze es inzwischen seit ca 3 Wochen, allerdings sind zwei Sensoren bereits ersetzt worden, da sie nicht die vollen 14 Tage gehalten haben beziehungsweise ein neu gesetzter Sensor konnte mit der Führungsnadel nicht direkt in die Haut gesetzt werden. Solang Abbott da auch kulant ist und die Sensoren ersetzt, stört es mich nicht, wobei die Anrufe dann durchaus unangenehm werden und Zeit kosten.

Insgesamt aber finde ich es angenehm und ich habe mein herkömmliches Blutzuckermessgerät erst einmal zur Seite gelegt. Jedoch habe ich es dabei, falls der Sensor wider Erwarten abfällt oder ein anderes Missgeschick passiert. Damit der Sensor nicht einfach so abfällt, habe ich mich natürlich auch über Methoden einer Fixierung erkundigt und mir diesbezüglich Kinesiotape besorgt.

Das Freestyle Libre ist ja ein sogeanntes CGM, zu deutsch kontinuierliches Blutzuckermanagement. Diese gibt es auch von Herstellern, die Insulinpumpen herstellen und ermöglichen daher eine direkte Kommunikation zwischen Pumpe und Messgerät. Allerdings sind diese um einiges teurer und daher habe ich mich selbst entschieden, erst einmal auf Selbstkosten das Libre zu verwenden und ich mag es einfach. Das Testgerät habe ich immer dabei, das Herausfriemeln der Teststreifen entfernt und dazu kommt auch noch, dass ich nicht immer die Hände vor dem Messen waschen muss. Gerade auf der Arbeit, geht es mal stressig zu, absolut erleichternd.

Zudem ist es absolut vorteilhaft, dass Werte, sofern mindestens alle 8 Stunden gescannt wird,alle Werte zwischen zwei Messwerte gespeichert und auf dem PC ausgelesen werden können. Zudem kann man sich darüber eine Art des Blutzuckerheft führens sparen, da man Insulin, Mahlzeiten, sonstige Medikamention, Erkrankungen usw eintragen kann.

be.creative
13-02-2016, 19:08
Danke für deinen Bericht, *steph*. :d: Dann sollte man sicherheitshalber immer 1-2 Sensoren mindestens in Reserve haben. :kopfkratz Wie muss ich mir die Benutzung dieses Tapes vorstellen? Wird das einmal über dem Sensor um den Arm gewickelt oder wie fixiiert man den Sensor damit?

Noch eine Frage als Schisser. :schäm: Spürt man den Einstich der Nadel des Sensors? :helga:

Zartbitter
13-02-2016, 19:13
[QUOTE=be.creative;44433983]Nicht zu euphorisch bei dem Artikel sein. [/QUOTE]

Ganz so schwarz, wie du es malst, scheint es doch nicht zu sein hinsichtlich der Kassen. Da ist anscheinend einige Bewegung drin in die richtige Richtung.

FreeStyle Libre: Immer mehr Krankenkassen übernehmen die Kosten (http://www.blood-sugar-lounge.de/2015/11/freestyle-libre-immer-mehr-krankenkassen-uebernehmen-die-kosten/).

Der Artikel ist vom 17. November 2015

be.creative
13-02-2016, 19:19
[QUOTE=Zartbitter;44434020]Ganz so schwarz, wie du es malst, scheint es doch nicht zu sein hinsichtlich der Kassen. Da ist anscheinend einige Bewegung drin in die richtige Richtung.

FreeStyle Libre: Immer mehr Krankenkassen übernehmen die Kosten (http://www.blood-sugar-lounge.de/2015/11/freestyle-libre-immer-mehr-krankenkassen-uebernehmen-die-kosten/).

Der Artikel ist vom 17. November 2015[/QUOTE]

Genau den von dir verlinkten Artikel hatte ich gestern auch gefunden. Hast du die Kommentare dazu auch gelesen, die unter dem Artikel stehen?

Muse
13-02-2016, 19:24
Ich brauche es selber -Gott sei Dank- nicht- weiß aber von einer Freundin, die es schon einige Zeit benutzt, dass sie leider gegen das Haftmittel allergisch geworden ist und mit allerlei "Unterlagen" experimentiert, aber trotzdem das Gerät nicht mehr missen möchte.
Außerdem ist für sie, die nachts schon mal unterzuckert, und ihren Mann der absolute Vorteil, dass auch er unkompliziert ihren Zuckerwert kontrollieren kann ohne sie zu wecken.

*steph*
13-02-2016, 19:24
[QUOTE=be.creative;44434002]Danke für deinen Bericht, *steph*. :d: Dann sollte man sicherheitshalber immer 1-2 Sensoren mindestens in Reserve haben. :kopfkratz Wie muss ich mir die Benutzung dieses Tapes vorstellen? Wird das einmal über dem Sensor um den Arm gewickelt oder wie fixiiert man den Sensor damit?

Noch eine Frage als Schisser. :schäm: Spürt man den Einstich der Nadel des Sensors? :helga:[/QUOTE]

Man kann ja sowieso nur max. 6 Sensoren auf einmal bestelleen und entsprechend muss man auch abwarten. Aber imPrinzip macht es Sinn, sich einen zweiten Sensor bereit zu stellen.

Einfach wie ein sehr fest klebendes Pflaster. Ich bin manchmal ziemlich schusselig und habe auch Berichte gelesen, dass ein Kontakt mit dem Türrahmen zum Beispiel zum Abfallen tendiert. Ist mir aber noch nicht passiert! Lediglich ein Abend vor dem Neusetzen ist mir der Sensor abgefallen, den habe ich dann aber nicht reklamiert.:helga:

Nein, das Setzen des Sensors ist überhaupt nicht spürbar. Die Nadel ist sehr schmal und klein, etwa wie ein gewöhnlicher Bindfaden.

[QUOTE=Zartbitter;44434020]Ganz so schwarz, wie du es malst, scheint es doch nicht zu sein hinsichtlich der Kassen. Da ist anscheinend einige Bewegung drin in die richtige Richtung.

FreeStyle Libre: Immer mehr Krankenkassen übernehmen die Kosten (http://www.blood-sugar-lounge.de/2015/11/freestyle-libre-immer-mehr-krankenkassen-uebernehmen-die-kosten/).

Der Artikel ist vom 17. November 2015[/QUOTE]

Aber auch viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben Absagen erhalten, da es wohl eher regional ausgerichtete Krankenkassen sind, die die Kosten zumindest anteilig übernehmen.
Solang noch keine weiteren Studien vorliegen, muss man entweder Glück haben oder bei der richtigen Krankenkasse sein. Aber selbst, wenn zwei Leute bei der gleichen KK versichert sind, so kann Person A eine Zusage bekommen und Person B wiederum eine Absage.

be.creative
13-02-2016, 19:36
[QUOTE=*steph*;44434059]
...

Nein, das Setzen des Sensors ist überhaupt nicht spürbar. Die Nadel ist sehr schmal und klein, etwa wie ein gewöhnlicher Bindfaden.

...[/QUOTE]

Danke, das beruhigt mich sehr. :freu:

be.creative
13-02-2016, 19:42
[QUOTE=Muse;44434057]
...
Außerdem ist für sie, die nachts schon mal unterzuckert, und ihren Mann der absolute Vorteil, dass auch er unkompliziert ihren Zuckerwert kontrollieren kann ohne sie zu wecken.[/QUOTE]

Meine Mutter und ich leben zwar alleine, aber es ist natürlich sehr viel komfortabler, mal eben schnell das Messgerät an den Sensor zu halten und danach direkt weiterschlafen zu können, als erst aufstehen zu müssen, sich die Hände zu waschen, in den Finger zu stechen, um dann erst messen zu können. :ja:

butterblume
13-02-2016, 19:45
[QUOTE=newwer;44433859]Zum Thema Freestyle und DAK


[quelle="http://www.diabetes-online.de/a/1683584"]


Bericht vom 07.04.2015[/QUOTE]


ja den kenne ich
nur laut meiner dak vor ort ist ihnen kein einziger bekannt der genehmigt wurde
laut einer nicht näher genannten angestellten dort :), ist es eine werbe Veranstaltung........
in der ganzen dak bawü gibt es laut der dame 2 Patienten die bezahlt werden.

raschni
13-02-2016, 22:09
[QUOTE=Zartbitter;44433966]
Hast du gelesen, wo sie den Sensor befestigt haben, so dass die lieben Kleinen ihn nicht in kürzester Zeit entsorgen?[/QUOTE]

Ja, im Nacken.

Zartbitter
14-02-2016, 09:21
Danke, hätt ich auch drauf kommen können.

Ich werde die (preisliche) Entwicklung mal im Auge behalten. Weniger für mich als für die Diabetikerkatzen, die ich immer mal wieder in Pflege habe, bzw. die bei uns im Tierheim sitzen.

be.creative
28-02-2016, 23:05
Aktueller Stand bei meiner Mutter:

Ich hatte mit einem befreundeten Arzt über die Kostenübernahme der Sensoren von der Krankenkasse gesprochen. Er meinte, dass die Kostenübernahme bei meiner Mutter kein Problem sein dürfte, weil sie Marcumar-Patientin ist. Diese Info gab ich meiner Mutter direkt mit, als ich ihr vor ein paar Tagen das Set schenkte.

Sie hat das Set zurückgeschickt, weil sie vor ein paar Monaten eine Pflasterallergie entwickelt hatte, von der ich nichts wusste. :crap: Sie verträgt diese Kleber nicht mehr auf der Haut. Deshalb kann sie die Sensoren auch nicht festkleben. :(

*steph*
29-02-2016, 10:57
Hat Deine Mutter es auch mit Alternativen versucht? Einige Nutzer des Libres reagieren auf die Stoffe allergisch, aber nehmen als Untergrund Alternativen, weil sie mit dem Libre weiter arbeiten wollen und werden. Bei Facebook gibt es eine entsprechende Gruppe und Tipps, falls Du dort bist.

Im Übrigen ist das Libre nun auch für Kinder ab 4 zugelassen und zum Beispiel übernimmt die DAK dann auch bei den Kids die Kosten.

Mein aktueller Sensor juckt auch gelegentlich, aber es ist nicht so, wie befürchtet. Noch halte ich es auch, es sind nur noch ein paar Tage bis zur nächsten Setzung :D.

be.creative
29-02-2016, 19:53
[QUOTE=*steph*;44493171]Hat Deine Mutter es auch mit Alternativen versucht? Einige Nutzer des Libres reagieren auf die Stoffe allergisch, aber nehmen als Untergrund Alternativen, weil sie mit dem Libre weiter arbeiten wollen und werden. Bei Facebook gibt es eine entsprechende Gruppe und Tipps, falls Du dort bist.

...[/QUOTE]

Ich habe keinen Facebook-Account. Aber ich verstehe auch nicht, was du mit Alternativen meinst. :nixweiss:

*steph*
29-02-2016, 22:03
Ach so. Manche Libre-Anwender nehmen beispielsweise sogenanntes Skin Wipe, fixieren es auf die Haut und darauf dann den Sensor. Somit ist Haut vor dem Pflaster geschützt und der Sensor funktioniert dennoch.

be.creative
29-02-2016, 22:39
Diese Technik kannte ich noch nicht und meine Mutter ganz sicher auch nicht. Aber dieses "Skin Wipe" muss doch auch irgendwie auf der Haut kleben. :confused:

*steph*
03-03-2016, 19:39
Ja, allerdings sind die Methoden, die trotz Allergie eine Haftung/ Verträglichkeit des Sensors, recht umständlich und umfangreich. Wenn da Bedarf besteht, suche ich gern einmal die entsprechenden Anleitungen heraus, ich möchte sie nur ungern hier direkt posten, weil ich nicht weiß, ob das okay ist.

be.creative
03-03-2016, 20:05
[QUOTE=*steph*;44505902]Ja, allerdings sind die Methoden, die trotz Allergie eine Haftung/ Verträglichkeit des Sensors, recht umständlich und umfangreich. Wenn da Bedarf besteht, suche ich gern einmal die entsprechenden Anleitungen heraus, ich möchte sie nur ungern hier direkt posten, weil ich nicht weiß, ob das okay ist.[/QUOTE]

Es wäre sehr lieb von dir, wenn du mir die Anleitungen geben könntest. Meine Mutter hat zwar das Set schon wieder zurückgeschickt, aber es würde nichts dagegensprechen, es erneut zu bestellen, falls es eine Möglichkeit gibt, die Pflasterallergie zu umgehen.

be.creative
17-03-2016, 07:56
Kann mir jemand sagen, ob man als Seitenschläfer den Sensor überhaupt tragen kann? In allen Videos, die ich zu dem Sensor sah, wurde gezeigt, wie er immer auf dem linken Oberarm befestigt wurde. Geht aus dem "Beipackzettel" hervor, dass es immer der Oberarm sein muss oder könnte man auch wahlweise eine andere Stelle nehmen?

*steph*
17-03-2016, 11:01
Ich bin ebenfalls Seitenschläferin uns hatte Befürchtungen gehabt, dass der Sensor nicht lange hält. Inzwischen aber sind die Ängste weg.
Das Libre wurde leider nur zur Verwendung am Oberarm zugelassen bzw. es gibt keine Garantie, dass sie Messwerte wirklich stimmen, bringt man den Sensor woanders an. Wobei immer mehr Patienten auch die Brust bzw. den Ansatz, den Bauch oder Oberschenkel wählen.

be.creative
17-03-2016, 11:25
Danke für die Info. :) Ich hatte überlegt, ob die Nadel an dem Sensor es mitmachen würde, wenn man quasi auf ihr liegt.

*steph*
19-03-2016, 03:47
Ja, das macht sie. Die wird ja nicht direkt beeinflusst, wenn man mal auf ihr liegt.

siluan
21-03-2016, 18:07
Ich brauche mittlerweile nur noch alle 3 Monate den HBAC1 Wert.
Die Preise für die Sensoren sind abtörnend, zumindest so lange wie nicht mehrfache Werte pro Tag notwendig sind.
Dennoch eine interessante Entwicklung.

butterblume
21-12-2016, 08:48
es geschehen zeiten und wunder
kostenübernahme ist da :)
nach 2 Wochen kann ich sagen ich möchte es nicht mehr missen. kein stechen mehr usw
der sensor hält bei allen aktivitäten usw.

Zartbitter
23-12-2016, 03:40
Ich habe neulich nach längerer Zeit mit einem Freund telefoniert, der mir erzählte, er habe jetzt auch den Sensor. Er ist sehr zufrieden damit.

Macht der eigentlich Alarm, wenn man unterzuckert? Ich hab da nicht nachgehakt, aber er meinte, er habe seine nächtlichen Unterzuckerungen damit besser im Griff.

Lunchen07
23-12-2016, 14:03
Mein Onkel nutzt den Sensor auch seit längerem und ist sehr zufrieden, vor allem das nächtliche Absinken des BZ kommt nicht mehr so oft vor, weil er am Tage die engmaschigen Messungen analysiert (einfach den Scanner an den PC anschließen) und sich sein Insulin + Essverhalten dementsprechend besser anpassen kann.