PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues Gesetz für Autofahrer in Italien


Werbung

cobrita
04-03-2016, 19:16
http://www.anwalt.de/rechtstipps/tod-durch-verkehrsunfall-italien-fuehrt-einen-neuen-straftatbestand-ein_079456.html

Wer in Italien immer mal wieder mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich diesen Artikel gut durchlesen. Im Falle eines Unfalls mit Verletzten oder gar Toten wird nun sehr viel härter durchgegriffen.

Frosch17
04-03-2016, 22:28
Hart, aber gerecht.

Wir hatten hier in Nürnberg vorletztes Jahr diesen Fall:
http://www.welt.de/regionales/muenchen/article128995909/Verurteilter-Raser-faehrt-junge-Skaterin-tot.html

Betrunken, unter Drogen, ohne Führerschein, mit 120 statt 50 (das war zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht klar) und das Auto war auch nicht zugelassen. Bekommen hat er 4 Jahre und ist dann in Berufung oder Revision gegangen, weil es ja so viel war. Maximalstrafe wären wohl 5 Jahre gewesen. Also ich kann mich da mit der italienischen Gesetzgebung prinzipiell schon anfreunden.

Smilla81
04-03-2016, 22:40
Interessante Entwicklung, das kommt, glaube ich, vielen Leuten in ihrem Gerechtigkeitsempfinden entgegen. Mal schauen, ob so was hier auch möglich ist.

Kommt denn die Initiative von einer Partei oder gab es eine gesellschaftliche Debatte, die das ganze getragen hat?

cobrita
04-03-2016, 23:36
Das ganze fing vor geraumer Zeit schon mit einer Unterschriftensammlung an und hat sich dann nach und nach organisiert. Den genauen Hergang bekomme ich leider nicht mehr zusammen. Auf jeden Fall waren da einige Verbände und Organisationen beteiligt. Die endgültige Verabschiedung kam durch das Vertrauensvotum.

Es wurde Zeit. Auch bei mir vergeht im Moment kaum ein Tag ohne einen Unfall mit Verletzten, auch heute wieder einer ins Krankenhaus eingeliefert. Die Leute scheinen irgendwie keinen Respekt mehr zu haben, Regeln sind optionals und man kann oft nicht mehr nachvollziehen, was in den Köpfen vorgeht. Auch ganz ohne Alkohol/Drogen muss man höllisch aufpassen.

Vielleicht hilft das ja nun.

Hannix
05-03-2016, 10:13
Die Italiener machen manchmal richtig gute Sachen, die ich gerne auch in Deutschland sehen würde. Bin durchaus gespannt, wie das Gesetz im Alltag gehandhabt werden wird und ob es signifikante Veränderungen im "Straßenkampf" bringen wird.

Borstel
05-03-2016, 11:03
mir gefällt besonders der letzte Satz, das würde auch in Deutschland eine sehr harte Strafe sein und dafür sorgen, dass sich doch mancher überlegt, dass Auto ab und zu mal stehen zu lassen

[QUOTE]Als Zusatzstrafe wird dem Täter die Fahrerlaubnis zwischen 5 und 30 Jahren entzogen und das Fahrzeug geht in das Eigentum des Staates über.[/QUOTE]

Voltaire
05-03-2016, 11:15
Naja, man muss kein irrer Raser sein um bei jeder Autofahrt mehrfach gegen die "Verhaltensvorschriften der Straßenverkehrsordnung" zu verstoßen.
Das beginnt schon, wenn ich beim Losfahren vom Straßenrand nicht blinke.

Speziell in Italien, wo die Verkehrsregeln bei weitem nicht so eindeutig erkennbar sind, wie in Deutschland, ...
Wie oft fahr ich irgendwo und habe keine Ahnung, welche Geschwindigkeitsregelung hier eigentlich gilt, weil ich z.B. als einziger 50 fahre und mich ein APE anblinkt.
Und ich gehe mal davon aus, dass 99,9% der tödlichen Unfälle völlig unerwartet kommen und vom Verursacher nicht bewusst in Kauf genommen wurden.

Drakonische Strafen erfordern, dass es klar ist, wie man sie vermeidet.

Lisa Simpson
05-03-2016, 12:04
[QUOTE=Voltaire;44511488]Naja, man muss kein irrer Raser sein um bei jeder Autofahrt mehrfach gegen die "Verhaltensvorschriften der Straßenverkehrsordnung" zu verstoßen.
Das beginnt schon, wenn ich beim Losfahren vom Straßenrand nicht blinke.

Speziell in Italien, wo die Verkehrsregeln bei weitem nicht so eindeutig erkennbar sind, wie in Deutschland, ...
Wie oft fahr ich irgendwo und habe keine Ahnung, welche Geschwindigkeitsregelung hier eigentlich gilt, weil ich z.B. als einziger 50 fahre und mich ein APE anblinkt.
Und ich gehe mal davon aus, dass 99,9% der tödlichen Unfälle völlig unerwartet kommen und vom Verursacher nicht bewusst in Kauf genommen wurden.

Drakonische Strafen erfordern, dass es klar ist, wie man sie vermeidet.[/QUOTE]

Also ich war nun einige Male in Italien mit dem Auto bzw. Motorrad unterwegs und versuche, mich immer an die Geschwindigkeitsgrenzen zu halten.

innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h (wie in Deutschland)
- auf den Staatsstraßen, außerhalb geschlossener Ortschaften: 90 km/h
- auf den Autobahnen: 130 km/h

Die Tempolimits auf Landstraßen sind meistens extra und gut sichtbar ausgeschildert.

Das Dumme ist nur, dass sich die meisten Einheimischen nicht dran halten, gerade auf Landstraßen (in Sardinien die schönen Serpentinenstraßen, wo man oftmals nur 40-60kmh fahren darf) - permanenter Stress, weil alle außer mir locker 30-50 kmh mehr fahren.

Und natürlich kommt so ein Unfall mit Todesfolge unerwartet, ließe sich aber vermeiden, wenn man sich an die Geschwindigkeitsgrenzen hält :hammer:

cobrita
05-03-2016, 12:48
@Voltaire...

da ich hier lebe, kann ich mitreden. Es gibt sehr wohl Regeln und es gibt sehr wohl gut verständliche Schilder. Und Zebrastreifen. Und Ampeln. Aber leider gibt es auch sehr viele, die meinen, dass das alles nur zur Deko da ist und fahren, wie sie grad meinen, dass sie es brauchen. :/

Früher hat man nur über Neapel geschimpft aber inzwischen ist das in ganz Italien - bis auf wenige Ausnahmen - gang und gäbe, dass man auch in Kurven in doppelter Reihe mal "kurz" parkt, dass man den Fussgängern am Zebrastreifen nicht die Zeit gibt und vor allem die Vorfahrt ist reine Interpretationsfrage.

Und wenn sich Autofahrer noch halbwegs an die Regeln halten (halbwegs!) ist es mit Zweirad-Fahrern (Motor oder Bike ist das gleiche) ganz schlimm. Die überholen dann auch mal rechts, blinken/zeigen kaum, wo sie hin wollen und denken wirklich, sie wären eine spezielle Kategorie mit Narrenfreiheit.
Gerade bei mir auf der Insel gibt es kaum einen Unfall, in dem kein Motorrad/Mofa/Fahrrad dabei ist. Und meistens landet da jemand im Krankenhaus.

Die Strafen waren bisher auch nicht so streng und wurden oft zur Bewährung ausgesetzt. Was dann die Leute auch nicht anhielt, mal ihr Verhalten zu überdenken.

So, wie das Rauchverbot überall gegriffen hat, hoffen wir nun, dass auch dieses neue Gesetz endlich mal die Leut vor sich selber schützt.

Lisa Simpson
05-03-2016, 12:55
@cobrita: Ich wurde - und das ist 15 Jahre her - auf dem Motorrad in Florenz angehupt und beschimpft, weil ich mich hinter einem Auto vor der Ampel eingereiht habe und nicht die "Gasse" zum hindurchfahren benutzt habe. Was ich da gesehen alles habe:

2 Autos fahren auf einer Bahn um die Kurve
3-4 Mopeds auch so schön parallel

Eine rote Ampel wird eher als Hinweis gesehen, muss man sich aber nicht dran halten :rotauge:

In den Städten finde ich das besonders schlimm. Und wenn man hier schon NRW als Bundesland mit sehr ungeduldigen Fahrern ansieht, in Italien ist da noch viel schlimmer.

Hannix
05-03-2016, 15:37
[QUOTE]Wer den Tod einer Person durch die Verletzung einer Verhaltensvorschrift der Straßenverkehrsordnung verursacht,........ [/QUOTE]

Das ist der Bereich der, für mich, grau eingefärbt ist. Kann sein ich täusche mich, aber gab es nicht z.B. bei der deutschen Führerscheinprüfung so Themen wie: Der Situation angepasste Fahrweise/Geschwindigkeit und Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer? Der erste Punkt ist wahnsinnig komplex und als Fahrer kaum zu realisieren. Da bücke ich mich jedenfalls nicht und hebe den ersten Stein auf, sondern warte die Auslegung dieses Gesetzes in der Praxis ab.

Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer scheint ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sein? :nixweiss:

Blinken, rote Ampel, Geschwindigkeitsüberschreitung, etc. ist schwarz/weiß.

Tendenziell denke ich, dass so ein Gesetz in die richtige Richtung geht. Wer sich hinter das Steuer eines, nicht nur gefühlt, überlegenen Partners auf der Straße setzt, dem muss anscheinend nachhaltig vor Augen geführt werden, welche Verantwortung er damit übernimmt.

Gilt natürlich auch für Zweiradfahrer jedweder Art. Auch wenn die Sicherheit in einem SUV höher ist, als die eines Zweiradfahrers mit Schutzhelm. Zumindest was die vorgegaukelte persönliche Sicherheit betrifft.

Bin kein Experte, aber die italienische Automotive-Branche scheint schwer an Einfluss verloren zu haben. Anders kann ich mir diesen, durchaus vernünftigen Vorstoß der Gesetzgebung, nicht erklären :zahn:

cobrita
05-03-2016, 17:55
@LisaSimpson
nichts anderes wollte ich beschreiben. Ich wurde auch schon in Herkulaneum angehupt, weil ich an einem Stoppschild die Frechheit hatte, wirklich stehenzubleiben...
Hier bei mir auf der Insel kann ich das inzwischen besser einschätzen aber inzwischen bestehe ich auf Tempolimit, alles andere muss ich dann auch "elastisch" handeln, damit nicht ich dann schuld bin, wenn was passiert.

@Hannix
Ich glaube nicht, dass die Autobauer hier gross was zu melden haben, seit Fiat/Fca ausgewandert ist. Aber es nimmt inzwischen überhand, dass man und Alk- und Drogeneinfluss trotzdem Auto fährt und dann das Geschrei gross ist, wenn es wieder kracht. Und da es immer schlimmer kracht und immer mehr Opfer auf der Strasse bleiben (zumindest gefühlt und ortsbedingt, die exakten Statistiken hab ich nicht parat) hat man eben mit einer Unterschriftenaktion angefangen und weitergebohrt und gedrängt.

Aber es ist auch bezeichnend, dass im Senat die Vertrauensfrage gestellt werden musste. So einfach war das Abstimmen wohl nicht, dass es einfach so laufen hätte können.

tanakin
10-03-2016, 06:46
Klingt doch gut? Ich war '89 in rom, und dort habe ich damals schon gelernt:
Wenn der autofahrer merkt, dass du ihn wahrgenommen hast, bleib stehen, denn er wird es nicht tun!

Voltaire
10-03-2016, 10:42
Ja, und ich komm gut klar damit.
Die italienische Fahrweise wird (abgesehen von den gelegentlichen Megaaggressionen) nur dann problematisch, wenn sie auf die formalistische deutsche trifft.

Was mir nicht gefällt, ist dieses drakonische "Überbestrafen" der Italiener.
Mir gehts nicht um den besoffenen Raser sondern dass wenn Du beim Abbiegen einen Radfahrer übersiehst, der sich das Bein bricht und der Richter sogar entscheidet, dass Dich noch nicht mal die alleinige Schuld trifft, das Strafmaß mindestens(!) 1 Jahr Gefängnis ist.
Das bedeutet, dass Deine ab jetzt alleinerziehende und alleinverdienende Frau nicht mehr zum Kindergarten und in die Arbeit kommt, weil das Familienauto jetzt dem italienischen Staat gehört, während der kriminelle Papa in Italien im Körperverletzer-Trakt sitzt.

Der Italiener sieht das meistens nicht so eng, weil eh jeder einen Schwager bei den Carabinieri oder bei der Justiz hat, der das schon regelt.
Der Ausländer aber wird tatsächlich zerstört sein.

Frosch17
10-03-2016, 12:42
[QUOTE=Voltaire;44529908]Was mir nicht gefällt, ist dieses drakonische Übertreiben von Bestrafungen.
Mir gehts nicht um den besoffenen Raser, sondern dass wenn Du beim Abbiegen einen Radfahrer übersiehst und der Richter sogar entscheidet, dass Dich noch nicht mal die alleinige Schuld trifft (Strafmaß also mindestens 1 Jahr Gefängnis) , Deine ab jetzt alleinerziehende Frau nicht mehr zum Kindergarten und in die Arbeit kommt, weil das Familienauto weg ist und Papa im Gefängnis sitzt.[/QUOTE]

Es geht ja wohl die Verschuldung tödlicher Unfälle durch eigenes Fehlverhalten. Und da finde ich ein "was wird denn dann aus Mutti?" eigentlich nebensächlich. Da muss Papa beim Abbiegen halt mal ein bisschen besser hingucken, wenn er nicht im Knast landen will. Wobei bei einer Teilschuld wohl eh nicht von einer Haftstrafe auszugehen wäre.

[QUOTE]Der Italiener sieht das meistens nicht so eng, weil eh jeder eine Schwager bei den Carabinieri oder bei der Justiz hat, der Ausländer aber wird tatsächlich brummen.[/QUOTE]

Du bist aus Bayern, gä? Ich glaube, so stellen sich tatsächlich viele Bayern Italien vor.

Voltaire
10-03-2016, 12:56
[QUOTE=Frosch17;44530164]Wobei bei einer Teilschuld wohl eh nicht von einer Haftstrafe auszugehen wäre.[/quote] Ne, laut Artikel, wird die Haftlänge bei Teilschuld halbiert. Bei den wirklichen Dummheiten, wird sie verdoppelt.


[QUOTE=Frosch17;44530164]Du bist aus Bayern, gä? Ich glaube, so stellen sich tatsächlich viele Bayern Italien vor.[/QUOTE]Da ich als Bayer wegen der enormen Entfernung (von mir aus fast so weit wie Stuttgart) ja praktisch nie selbst nach Italien komme, hab ich mit dem Satz vorsichtshalber eine Italienerin zitiert.
Die erzählt gelegentlich, wie das ist, wenn sie mit ihrer deutschen Autonummer rausgezogen wird und sie dann den Polizisten auf nativ-italienisch anspricht.

Frosch17
10-03-2016, 13:05
[QUOTE=Voltaire;44530196]Ne, laut Artikel, wird die Länge bei Teilschuld halbiert.[/QUOTE]

Damit ist man immer noch ungleich besser dran als der andere mit der restlichen Teilschuld. Der ist dann nämlich mausetot.

[QUOTE]Da ich als Bayer wegen der enormen Entfernung ja praktisch nie selbst nach Italien komme, hab ich mit dem Satz vorsichtshalber eine Italienerin zitiert.
Die erzählt gelegentlich, wie das ist, wenn sie mit ihrer deutschen Autonummer rausgezogen wird und sie dann den Polizisten auf nativ-italienisch anspricht.[/QUOTE]

Aha. Also Quelle "die Italienerin, die Du kennst und die lustige Anekdoten erzählt".

Voltaire
10-03-2016, 13:09
[QUOTE=Frosch17;44530218]Aha. Also Quelle "die Italienerin, die Du kennst und die lustige Anekdoten erzählt".[/QUOTE]Damit hat sich glaub ich die Diskussion mit Dir erledigt.

cobrita
10-03-2016, 18:30
@Frosch

Ich bin auch eine Italienerin, die Anekdoten erzählt... was machen wir jetzt?

Das mit den Radfahrern ist hier allerdings eine ganz grosse Katastrophe. Weil die oft meinen, sie könnten sich alles erlauben. Biegen nach links ab, ohne Handzeichen, drehen "U" um, fahren mitten auf der Fahrbahn, was dann in einer kurvigen Gegend nicht so gut kommt, wenn man sie nicht gleich sieht. Oder sie fahren gleich im Pulk und ratschen gemütlich, ist ja egal, ob hinter ihnen ein Stau ist und der Linienbus auch noch hinterherbummelt.
Oder sie fahren nachts ganz ohne Licht... alles Sachen, die verboten sind aber die Radfahrer kaum jucken. Und da ist dann der Knackpunkt. Wenn ich so einen (oder auch einen Mofafahrer, kaum Unterschied) über den Haufen fahre, geh ich in den Knast. Er/sie hat dann vielleicht nur einen gebrochenen Arm/Bein oder so und wird zum Helden stilisiert. Der arme Biker :hammer: Ich sprech jetzt für mich, weil ich so eine lahme Ente geworden bin, dass ich garantiert niemand totfahren könnte. (ok, wenn er mit dem Kopf auf Kante knallt... weil auch die Helmpflicht nicht immer greift.)

Kosel
10-03-2016, 18:41
[QUOTE=Frosch17;44530218]Aha. Also Quelle "die Italienerin, die Du kennst und die lustige Anekdoten erzählt".[/QUOTE]

Ich glaube, dieser Münchener meinte das ironisch. Denn die oberbayrischen Leute sind normalerweise notorische Italienreisende. Beinahe schon Wiederholungstäter.

Lisa Simpson
10-03-2016, 18:42
[QUOTE=Voltaire;44529908]Ja, und ich komm gut klar damit.
Die italienische Fahrweise wird (abgesehen von den gelegentlichen Megaaggressionen) nur dann problematisch, wenn sie auf die formalistische deutsche trifft.

Was mir nicht gefällt, ist dieses drakonische "Überbestrafen" der Italiener.
Mir gehts nicht um den besoffenen Raser sondern dass wenn Du beim Abbiegen einen Radfahrer übersiehst, der sich das Bein bricht und der Richter sogar entscheidet, dass Dich noch nicht mal die alleinige Schuld trifft, das Strafmaß mindestens(!) 1 Jahr Gefängnis ist.
Das bedeutet, dass Deine ab jetzt alleinerziehende und alleinverdienende Frau nicht mehr zum Kindergarten und in die Arbeit kommt, weil das Familienauto jetzt dem italienischen Staat gehört, während der kriminelle Papa in Italien im Körperverletzer-Trakt sitzt.

Der Italiener sieht das meistens nicht so eng, weil eh jeder einen Schwager bei den Carabinieri oder bei der Justiz hat, der das schon regelt.
Der Ausländer aber wird tatsächlich zerstört sein.[/QUOTE]

Also nein. Ich finde, dass man sich im Verkehr an Regeln halten muss. Halte ich die nicht ein: Meine Schuld. Halte ich die in einem Land nicht ein, wo ich mit drakonischen Strafen rechnen muss: Immer noch meine Schuld. Abgesehen davon zieht Dein Beispiel nicht.

Wenn ich hier einen Radfahrer umniete, weil ich schludrig beim Abbiegen bin und nicht richtig gucke, gilt immer noch das Recht des Schwächeren (Auto [Knautschzone + viel mehr Kraft vs. Fahrrad mit Mensch drauf, keine Schutzzone -Kraft/Geschwindigkeit). Und auch wenn ich desöfteren Radfahrer verfluche, schon als Fußgänger, weil die sich oft benehmen, als gälten für die keine Regeln: Als Autofahrer bin ich trotzdem der Stärkere und muss IMMER gucken, wer mir vors Auto laufen KÖNNTE.

Außerdem: Ich könnte auch hierzulande immer noch per Privatklage zu hohen Schmerzensgeldsummen verdonnert werden.

In Italien finde ich die neue Gesetzgebung gut.

Einfach mehr aufpassen. So. :sumo:

Antananarivo
10-03-2016, 19:27
Vermutlich wird die Erhöhung der Strafen ohnehin nicht viel bringen. Die abschreckende Wirkung hoher Strafen ist nicht wirklich belegt bzw. zumindest sehr umstritten. Der neue Straftatbestand bezieht sich im Übrigen auf Tötungsdelikte, nicht auf vergleichsweise einfache Unfälle.

Grundsätzlich fahre ich in Italien gern Auto. Hier in Deutschland halten sich ja auch nicht alle an die Regeln, aber in Italien können die Autofahrer mehrheitlich besser damit umgehen. Mein Eindruck ist immer: Wer auf der breiten Straße fährt, hat, völlig unabhängig vom Gefährt und der Beschilderung, Vorfahrt :zahn: