PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "WeFood" - Erster Supermarkt für abgelaufene Lebensmittel in Dänemark


Werbung
';
'

be.creative
05-03-2016, 13:43
Hallo zusammen,

ich sah im TV einen Bericht über den ersten Supermarkt in Dänemark, der ausschließlich abgelaufene Lebensmittel verkauft. Per Crowdfunding wurden die finanziellen Mittel gesammelt, um den Supermarkt eröffnen zu können. Es gibt nur einen angestellten Mitarbeiter. Alle anderen Mitarbeiter arbeiten in dem Supermarkt ehrenamtlich. Die Gewinne, die der Supermarkt erzielt, werden gespendet.

Dieses Konzept wurde ins Leben gerufen, um Menschen mit wenig Geld zu unterstützen, und um gegen diesen Lebensmittelvernichtungswahn vorzugehen.

Da habe ich einen Bericht zu dem Supermarkt gefunden >>> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lebensmittelindustrie-dieser-supermarkt-verkauft-nur-abgelaufene-lebensmittel-1.2881911

Was haltet ihr von dem Konzept? Wäre das auch für Deutschland denkbar? Würdet ihr dort einkaufen gehen oder ehrenamtlich arbeiten wollen?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt. :)

Giftnudel
05-03-2016, 14:33
Meines Wissens werden nicht nur Lebensmittel mit bereits abgelaufenem MHD verkauft, sondern auch die, die kurz vor Ablauf sind.

Wenn das in Deutschland gemacht würde, gingen den Tafeln u. U. die Lebensmittelspenden aus.

hella23
05-03-2016, 14:37
Ich fände das sehr gut. Dann hätten auch die Leute, die knapp über dem H4 Satz sind die Möglichkeit sich preiswert mit Lebensmitteln zu versorgen. ????????????

Giftnudel
05-03-2016, 14:42
Das stimmt schon. Aber auch alle Anderen, die an sich genug verdienen und einfach nur sparen wollen, könnten den Bedürftigen die Lebensmittel wegkaufen.

be.creative
05-03-2016, 14:46
In dem von mir verlinkten Artikel steht:

[quote]"Fast 2,6 Millionen Tonnen Lebensmittel werden im deutschen Groß- und Einzelhandel jedes Jahr weggeworfen. Das sind bis zu sieben Prozent aller angelieferten Waren, hat die Stiftung WWF in einer Studie ermittelt. Aus dieser geht auch hervor: 2,4 Millionen Tonnen davon wären vermeidbar. Denn die Supermärkte schmeißen die Lebensmittel nicht etwa weg, weil sie mit gesundheitlichen Risiken behaftet sein könnten. Entscheidend sind vielmehr die Optik und Textur der Lebensmittel sowie die vermeintlichen Erwartungen der Konsumenten an Frische und Verfügbarkeit.
..."[/quote]

Demnach kann doch von keiner Knappheit die Rede sein, bei der etwas weggekauft wird. :kopfkratz

cobrita
05-03-2016, 17:47
Das verstehe ich jetzt auch nicht. Damit die Tafeln genug Lebensmittel haben... soll man so weitermachen wie bisher?
Wenn man nun wirklich die noch guten Sachen zu kleinen Preisen kaufen könnte, würde man erstens viel mehr Personen helfen - z.B. solche, die sich gar nicht zur Tafel trauen - und andererseits wird auch die Industrie und der Vertrieb anfangen, rationaler zu arbeiten und generell auch die Preise zu senken. Letzteres mag vielleicht nur mein "Traum" sein aber die Richtung sollte diese sein. Denn dann beginnt man auch, die hochpreisigen Sachen nach Qualität und Rechtfertigung dieser Preise zu hinterfragen und merken, dass da viel zu viel an Werbung und Gewinndenken dahintersteckt. Ohne, und das ist dann auch ein Effekt, den man erhoffen mag, den Erzeugern selbst (Bauern) gerechte Bezahlung zu geben.

Ich kann das jetzt nicht so gut ausdrücken aber ich hoffe, dass durch diese Initiative eine Kette von positiven Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft ausgelöst werden kann, von der nicht nur die Tafeln profitieren sondern wir alle.

Berghuhn
05-03-2016, 17:57
Nein, ich würde da weder einkaufen wollen, noch da arbeiten wollen... :fürcht:

Hier im Supermarkt gibt es ja auch 30-50% Rabatt auf Lebensmittel, die am selben Tag oder am nächsten Tag ablaufen. Das ist mir in den allermeisten Fällen zu heikel und ich mag das nicht kaufen.

Und ich finde es anmaßend, dass es als eine Chance für Sozial Schwache gesehen wird - für mich geht diese Gleichung schnell über in ARM = kurz vorm Verfallsdatum

(Okay, überspitzte Polemik, aber gerade erst vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel gelesen, dass Arme sowieso früher sterben...)

Meine Meinung.

titan
05-03-2016, 18:07
Klar würde ich da einkaufen. Nur wegen paar Tagen drüber sind die Sachen nicht schlecht. Anders bei den Verbrauch Datum. Das sollte man einhalten.

be.creative
05-03-2016, 18:23
Ich denke an den Haltbarkeits-Thread, in dem die User sich dazu äußern, welche Lebensmittel noch genießbar waren, obwohl das Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen war >>> http://www.ioff.de/showthread.php?t=359352

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie viele Lebensmittel in den Supermärkten weggeworfen werden, obwohl sie noch essbar sind. Deshalb sehe ich dieses WeFood-Konzept in erster Linie als Möglichkeit, essbare Lebensmittel anzubieten, anstatt sie sinnlos zu vernichten.

Dass diese Lebensmittel preiswerter angeboten werden müssen, versteht sich von selbst. Die logische Konsequenz daraus ist, dass Menschen mit einem geringen Einkommen auf diese Möglichkeit zurückgreifen würden, anstatt ganz zu verzichten, weil sie sich gewisse Lebensmittel zu regulären Preisen nicht leisten könnten. Deshalb sehe ich das eher "nur" als positiven Nebeneffekt, aber nicht als den Hauptgrund, diese Supermärkte ins Leben zu rufen.

Aus der Erinnerung heraus sollen gewisse Lebensmittel, bei denen die Haltbarkeit grenzwertig ist, gar nicht erst angeboten werden. Ich meine, dass 2 Produktgruppen genannt wurden. Aber ich kann mich nur noch an "Fleisch" erinnern. :kopfkratz

Dicky Fox
05-03-2016, 18:26
[quote=Berghuhn;44512981]

Hier im Supermarkt gibt es ja auch 30-50% Rabatt auf Lebensmittel, die am selben Tag oder am nächsten Tag ablaufen. Das ist mir in den allermeisten Fällen zu heikel und ich mag das nicht kaufen.

[/quote]

Das MHD wird sehr willkürlich auf die Ware gedruckt. Sieht man doch an der kürzlich passierten Mars- Rückrufaktion. Eine Monatsproduktion ergibt eine MHD-Spanne von einem halben Jahr.
Die "abgelaufenen" Lebensmittel stammen also unter Umständen aus der selben Produktion, die auf anderen Verpackungen ein wesentlich späteres Datum stehen haben.
Man sollte dieses Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu ernst nehmen.

Eisperlchen
05-03-2016, 18:45
Ich würde dort definitiv nicht einkaufen ; u.a. auch deswegen , weil ich das Gefühl hätte, Menschen, die weniger im Geldbeutel haben, etwas weg zu nehmen .
Zudem verbrauchen wir unsere Lebensmittel immer zeitnah - wenn ich in der Lounge lese, dass noch 2 Monate alte Joghurts gegessen werden , dreht es mir leicht den Magen um :kater:
Lebensmittel wegschmeißen müssen wir auch so gut wie nie , manchmal nehme ich auch reduzierte Artikel mit, wenn ich weiß, dass sie bald gegessen werden .

Smuggels
05-03-2016, 18:51
Wieviel wird denn bei "WeFood" weggeworfen?
Die können die Sachen doch auch nicht ewig in den Regalen stehen lassen....

Ist das ein ähnlicher Prozentsatz wie bei Supermärkten oder weniger/mehr?

be.creative
05-03-2016, 18:57
[QUOTE=Smuggels;44513153]Wieviel wird denn bei "WeFood" weggeworfen?
Die können die Sachen doch auch nicht ewig in den Regalen stehen lassen....

Ist das ein ähnlicher Prozentsatz wie bei Supermärkten oder weniger/mehr?[/QUOTE]

Der Supermarkt wurde erst vor wenigen Tagen eröffnet. Daher vermute ich mal, dass es dazu noch keine aussagekräftigen Informationen gibt. Natürlich wird auch der Supermarkt Lebensmittel wegschmeißen müssen, die irgendwann ungenießbar sind. Aber es konnte durch den Supermarkt zumindest ein Teil der Lebensmittel, die regulär schon vernichtet worden wären, verbraucht werden.

Smilla81
05-03-2016, 19:00
[QUOTE=be.creative;44513172]Der Supermarkt wurde erst vor wenigen Tagen eröffnet. Daher vermute ich mal, dass es dazu noch keine aussagekräftigen Informationen gibt. Natürlich wird auch der Supermarkt Lebensmittel wegschmeißen müssen, die irgendwann ungenießbar sind. Aber es konnte durch den Supermarkt zumindest ein Teil der Lebensmittel, die regulär schon vernichtet worden wären, verbraucht werden.[/QUOTE]

Und wie kommen die an die Lebensmittel? Sind das Spenden?
Und gibt es in Dänemark über so etwas wie hier die Tafeln?

Rheinlady
05-03-2016, 19:05
Ich würde dort auch nicht einkaufen, aber nicht, weil man die Sachen kurz
vor dem MHD nicht mehr essen kann, sondern weil ich Menschen, die eh
wenig haben, nichts würde wegnehmen wollen.
Ein Problem sähe ich aber, würde es das bei uns auch geben. Die Menschen,
die auf die Tafeln angewiesen sind und die durch die Flüchtlinge eh schon nicht
mehr viel bekommen, hätten dann gar nichts mehr.
Ich fahre ehrenamtlich jede Woche mit einer alten Frau aus der Nachbarschaft
zur Tafel und anschließend zum Einkaufen. Diese Frau bekommt von Woche zu
Woche weniger, weil die Damen, die die Ware dort verteilen
der Meinung sind, dass die Lebensmittel eher den Flüchtlingen zustünden als
den Einheimischen.
Ich hätte dort schon längst auf den Tisch gehauen. Das will die alte Dame
aber nicht, weil sie Angst hat, die Ehrenamtlichen dann
gegen sich aufzubringen und noch weniger zu bekommen.

be.creative
05-03-2016, 19:10
[QUOTE=Smilla81;44513187]Und wie kommen die an die Lebensmittel? Sind das Spenden?
Und gibt es in Dänemark über so etwas wie hier die Tafeln?[/QUOTE]

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von WeFood holen die Lebensmittel von den Supermärkten ab, die diese wegschmeißen würden.

Zinga
05-03-2016, 20:04
Der gute Ansatz die Massen an Lebensmitteln die kurz vor dem Ablauf des MHD bzw. schon abgelaufen aber unbedenklich zum Verzehr sind nicht auf den Müll zu werfen, sollte hier nicht zerredet werden. Was für ein Irrglaube, dass die Tafeln flächendeckend alle Lebensmittel von Supermärkten einsammeln die von den Märkten als nicht mehr verkaufsfähig aussortiert werden.
Nach wie vor enden täglich großere Mengen an wertvollen Lebensmitteln in Müllcontainern.

Eine Verwertung dieser Lebensmittel steht nicht in Konkurrenz der Tafelbewegung.
Über Sinn und Unsinn der Tafeln könnte man glatt einen eigenen Thread aufmachen.

Ein anderer Ansatz für die Verwertung von Obst, Gemüse und abgepackte Produkte.
Vor ein paar Monaten war ein interessanter Bericht im TV über eine Supermarktkette aus Holland, die in eiigen Filialen eine Küche und Imbissstand eröffnete. Neben der Rabatte auf Lebensmittel, die nur noch wenige Tage vor dem MHD stehen, will man das unverkaufte Fleisch, Fisch und Gemüse verarbeiten.
Köche haben Rezepte erarbeitet, die angefangen von Eintöpfen, asiatisch angehauchten Gerichte mit Fleisch und Gemüse und so weiter, vieles verarbeiten was bis dahin abends aussortiert wurde und im Müll landete. Neben dem Verzehr vor Ort gibt es günstige abgepackte Fertiggerichte bzw. das Essen zum Mitnehmen. Das ist jetzt sicherlich kein Gourmet-Essen. Aber ein bessere Alternative zu Burger & Co. und frischer als ein Eintopf aus der Dose.

Edit: Wer die Position vertritt, man isst den ärmsten der Armen ihr Essen weg, sollte sich mehr darauf besinnen warum die verfassungsrechtliche vorgegebene Grundsicherung vom Gesetzgeber nicht erfüllt wird, wenn es Menschen gibt die auf Tafeln angewiesen sind.
Die Not der Menschen zu nutzen um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen, weil die jetzt angeblich den Bedürftigen das Essen wegfressen, sagt mehr über den Verfasser aus, als über die Probleme der Tafeln.

Sally
05-03-2016, 21:11
[QUOTE=be.creative;44512048]Hallo zusammen,

ich sah im TV einen Bericht über den ersten Supermarkt in Dänemark, der ausschließlich abgelaufene Lebensmittel verkauft. Per Crowdfunding wurden die finanziellen Mittel gesammelt, um den Supermarkt eröffnen zu können. Es gibt nur einen angestellten Mitarbeiter. Alle anderen Mitarbeiter arbeiten in dem Supermarkt ehrenamtlich. Die Gewinne, die der Supermarkt erzielt, werden gespendet.

Dieses Konzept wurde ins Leben gerufen, um Menschen mit wenig Geld zu unterstützen, und um gegen diesen Lebensmittelvernichtungswahn vorzugehen.

Da habe ich einen Bericht zu dem Supermarkt gefunden >>> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lebensmittelindustrie-dieser-supermarkt-verkauft-nur-abgelaufene-lebensmittel-1.2881911

Was haltet ihr von dem Konzept? Wäre das auch für Deutschland denkbar? Würdet ihr dort einkaufen gehen oder ehrenamtlich arbeiten wollen?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt. :)[/QUOTE]find ich klasse!

[QUOTE=Rheinlady;44513208]Ich würde dort auch nicht einkaufen, aber nicht, weil man die Sachen kurz
vor dem MHD nicht mehr essen kann, sondern weil ich Menschen, die eh
wenig haben, nichts würde wegnehmen wollen.
Ein Problem sähe ich aber, würde es das bei uns auch geben. Die Menschen,
die auf die Tafeln angewiesen sind und die durch die Flüchtlinge eh schon nicht
mehr viel bekommen, hätten dann gar nichts mehr.
Ich fahre ehrenamtlich jede Woche mit einer alten Frau aus der Nachbarschaft
zur Tafel und anschließend zum Einkaufen. Diese Frau bekommt von Woche zu
Woche weniger, weil die Damen, die die Ware dort verteilen
der Meinung sind, dass die Lebensmittel eher den Flüchtlingen zustünden als
den Einheimischen.
Ich hätte dort schon längst auf den Tisch gehauen. Das will die alte Dame
aber nicht, weil sie Angst hat, die Ehrenamtlichen dann
gegen sich aufzubringen und noch weniger zu bekommen.[/QUOTE]:d: *anschliess*

CB ist cool
05-03-2016, 21:14
[QUOTE=be.creative;44512048]Hallo zusammen,

ich sah im TV einen Bericht über den ersten Supermarkt in Dänemark, der ausschließlich abgelaufene Lebensmittel verkauft. Per Crowdfunding wurden die finanziellen Mittel gesammelt, um den Supermarkt eröffnen zu können. Es gibt nur einen angestellten Mitarbeiter. Alle anderen Mitarbeiter arbeiten in dem Supermarkt ehrenamtlich. Die Gewinne, die der Supermarkt erzielt, werden gespendet.

Dieses Konzept wurde ins Leben gerufen, um Menschen mit wenig Geld zu unterstützen, und um gegen diesen Lebensmittelvernichtungswahn vorzugehen.

Da habe ich einen Bericht zu dem Supermarkt gefunden >>> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lebensmittelindustrie-dieser-supermarkt-verkauft-nur-abgelaufene-lebensmittel-1.2881911

Was haltet ihr von dem Konzept? Wäre das auch für Deutschland denkbar? Würdet ihr dort einkaufen gehen oder ehrenamtlich arbeiten wollen?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt. :)[/QUOTE]

Ich finde es traurig.

be.creative
05-03-2016, 21:20
Ich verstehe das Argument nicht, dass man jemandem etwas wegisst. Deshalb füge ich hier noch mal den Auszug aus dem Artikel ein:

[quote]"Fast 2,6 Millionen Tonnen Lebensmittel werden im deutschen Groß- und Einzelhandel jedes Jahr weggeworfen. Das sind bis zu sieben Prozent aller angelieferten Waren, hat die Stiftung WWF in einer Studie ermittelt. Aus dieser geht auch hervor: 2,4 Millionen Tonnen davon wären vermeidbar. Denn die Supermärkte schmeißen die Lebensmittel nicht etwa weg, weil sie mit gesundheitlichen Risiken behaftet sein könnten. Entscheidend sind vielmehr die Optik und Textur der Lebensmittel sowie die vermeintlichen Erwartungen der Konsumenten an Frische und Verfügbarkeit.
..."[/quote]

Es geht also um 2,4 Mio. Tonnen Lebensmittel, die regulär weggeworfen werden, obwohl man sie noch verzehren könnte. Da wird niemandem etwas weggegessen, sondern es stünden mehr Lebensmittel zur Verfügung.



[QUOTE=CB ist cool;44513919]Ich finde es traurig.[/QUOTE]

Was genau findest du denn traurig?

CB ist cool
05-03-2016, 21:25
Ich finde es traurig, dass in dem laut Aussage von Politikern so reichem Land Menschen nicht die Wahl haben zu sagen, ich esse Dinge, die verbilligt sind weil abgelaufen, da sie eben die Verschwendung nicht wollen. Sondern sie essen müssen, weil kein Geld da ist.

be.creative
05-03-2016, 21:30
Ich habe auch ein gemischtes Gefühl bei den Tafeln. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass es sie gibt, um Menschen helfen zu können. Auf der anderen Seite finde ich es beschämend, dass es sie geben muss.

Brontes
05-03-2016, 21:31
Interessantes Konzept und erstmal begrüßenswert, zumindest einen Versuch ist es wert :d:, bin gespannt wie sich das Ganze in Dänemark entwickelt.

[QUOTE=Giftnudel;44512228]Das stimmt schon. Aber auch alle Anderen, die an sich genug verdienen und einfach nur sparen wollen, könnten den Bedürftigen die Lebensmittel wegkaufen.[/QUOTE]

Dass ein gewisser Prozentsatz an Menschen etwas in Anspruch nehmen, was ihnen eigentlich nicht zusteht, bzw. was nicht für sie gedacht war, diese Gefahr besteht natürlich leider immer. Beispiele gibts genügend :crap:
Trotzdem sollte es einen nicht davon abhalten, diese im Ansatz doch gute Aktion gleich ganz sein zu lassen.

CB ist cool
05-03-2016, 21:39
[QUOTE=be.creative;44514044]Ich habe auch ein gemischtes Gefühl bei den Tafeln. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass es sie gibt, um Menschen helfen zu können. Auf der anderen Seite finde ich es beschämend, dass es sie geben muss.[/QUOTE]

Ich arbeite im Niedriglohnsektor und bin krankheitsbedingt auf Lebensmittel angewiesen, die höherpreisig sind. Da hat man einen anderen Blick und hungert lieber, als das es einem schlecht geht. Oder schlechter. Gesundheit ist eben wichtig, allein schon dafür, den Job zu halten.

Eine Wahl zu haben ist immer nett und eine Option, keine zu haben lässt keinen Spielraum mehr.

cobrita
05-03-2016, 22:12
Ich glaube, dass man hier auch den Aspekt vergessen hat, dass der Gewinn aus dem Verkauf gespendet wird. Da sollte man auch mal schauen, wem. Vielleicht dann doch auch den Tafeln (so es welche in Dänemark gibt) oder eben den Organisationen, die Obdachlose und Flüchtlinge betreut.

Wichtig ist doch, dass man wertvolle Lebensmittel nicht in den Müll wirft, sondern unter die Leute. Salopp ausgedrückt. Man kann ja notfalls auch eine Regel aufstellen, dass x% an die Tafeln und x% an den Markt gehen. Und wenn man schon soviel Angst hat, dass der Herr Rechtsanwalt oder die Frau Managerin auch dort einkauft... ja mei, dann ist das halt so. Oder man führt so eine Art Ausweis ein aber da wird dann auch wieder geschimpft, dass man praktisch abgestempelt ist.

Nehmt doch bitte mal nur die Idee und wartet, was damit geschieht :)

CB ist cool
05-03-2016, 22:34
[QUOTE=cobrita;44514337]Ich glaube, dass man hier auch den Aspekt vergessen hat, dass der Gewinn aus dem Verkauf gespendet wird. Da sollte man auch mal schauen, wem. Vielleicht dann doch auch den Tafeln (so es welche in Dänemark gibt) oder eben den Organisationen, die Obdachlose und Flüchtlinge betreut.

Wichtig ist doch, dass man wertvolle Lebensmittel nicht in den Müll wirft, sondern unter die Leute. Salopp ausgedrückt. Man kann ja notfalls auch eine Regel aufstellen, dass x% an die Tafeln und x% an den Markt gehen. Und wenn man schon soviel Angst hat, dass der Herr Rechtsanwalt oder die Frau Managerin auch dort einkauft... ja mei, dann ist das halt so. Oder man führt so eine Art Ausweis ein aber da wird dann auch wieder geschimpft, dass man praktisch abgestempelt ist.

Nehmt doch bitte mal nur die Idee und wartet, was damit geschieht :)[/QUOTE]

Die Idee, keine Lebensmittel zu vergeuden ist toll. Die Idee, das nach Gesetzen abgelaufenere Lebensmittel für die Armen erschwinglich sind, ist scheisse.

Ich wäre ja für einen Supermarkt, indem es extrem chic ist überteuert was abgelaufenes zu kaufen. Und damit richtig hipp zu sein.

Ich seh schon die High Society posten, dass man den besten abgelaufenen Joguhrt hat. Ich denke, das könnte ein Trend werden :)

chatte03
05-03-2016, 22:37
Dass so viele noch brauchbare Lebensmittel weggeworfen werden, finde ich auch schlimm. Aber ich verstehe nicht so ganz, worin der Sinn liegen soll, sie zu verkaufen, wenn man sie doch auch verschenken könnte. :nixweiss:

Es ist bitter, dass es viele Menschen gibt, die ohne die Tafeln nicht über die Runden kommen - und mir ist ganz gleich, woher diese Menschen kommen. Aber wenn man schon Lebensmittel kurz vor oder nach Ablauf des MHD vor dem Wegwerfen rettet, dann sollte man sie den Bedürftigen gratis zukommen lassen, wie es die Tafeln tun. Warum sie verkauft werden sollen, ist mir nicht einleuchtend.

Es geht ja auch darum, dass sie dann schnell umgesetzt werden, immerhin sind sie ja nicht mehr so lange haltbar... Und das scheint mir bei den Tafeln eher gewährleistet als in einem Geschäft.

Ich würde deshalb auch eher bei einer Tafel ehrenamtlich arbeiten als in einem solchen Laden.

Cat-lin
05-03-2016, 23:06
Danke für den Link!

Ich hoffe das bewährt sich und macht Schule.

[QUOTE=Berghuhn;44512981]Nein, ich würde da weder einkaufen wollen, noch da arbeiten wollen... :fürcht:

Hier im Supermarkt gibt es ja auch 30-50% Rabatt auf Lebensmittel, die am selben Tag oder am nächsten Tag ablaufen. Das ist mir in den allermeisten Fällen zu heikel und ich mag das nicht kaufen.

Und ich finde es anmaßend, dass es als eine Chance für Sozial Schwache gesehen wird - für mich geht diese Gleichung schnell über in ARM = kurz vorm Verfallsdatum....[/QUOTE]Aber dabei geht es doch gar nicht um "abgelaufene" oder "verfallene" oder gar verdorbene Lebensmittel

- Das MHD ist doch willkürlich und hat nichts mit Verfall zu tun.

[QUOTE=titan;44513013]Klar würde ich da einkaufen. Nur wegen paar Tagen drüber sind die Sachen nicht schlecht. Anders bei den Verbrauch Datum. Das sollte man einhalten.[/QUOTE]Genau das ist der Unterschied :ja:
[QUOTE=Dicky Fox;44513071]Das MHD wird sehr willkürlich auf die Ware gedruckt. Sieht man doch an der kürzlich passierten Mars- Rückrufaktion. Eine Monatsproduktion ergibt eine MHD-Spanne von einem halben Jahr.
Die "abgelaufenen" Lebensmittel stammen also unter Umständen aus der selben Produktion, die auf anderen Verpackungen ein wesentlich späteres Datum stehen haben.
Man sollte dieses Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu ernst nehmen.[/QUOTE]
und Mitarbeiter in Lebensmittelgeschäften haben z. B. die Beobachtung gemacht, daß im Laufe der Jahre das MHD immer kürzer gesetzt wurde.
Oft weist der Handel die Hersteller an, welches Datum sie aufdrucken sollen (wird also willkürlich gewählt bzw. bestimmt) - was soll das mit der Haltbarkeit der Ware zu tun haben?
Mir erscheint als würde hier systematisch das Wegwerfen in großem Stil vorprogrammiert, evtl. sogar den Käufern nahegelegt, indem man deren Bedenken schürt - damit möglichst viel Ware wieder neu gekauft wird, damit der Umsatz schneller geht als wenn man nur nachkauft, wenn was verzehrt wurde.
[QUOTE=Zinga;44513420]Der gute Ansatz die Massen an Lebensmitteln die kurz vor dem Ablauf des MHD bzw. schon abgelaufen aber unbedenklich zum Verzehr sind nicht auf den Müll zu werfen, sollte hier nicht zerredet werden. Was für ein Irrglaube, dass die Tafeln flächendeckend alle Lebensmittel von Supermärkten einsammeln die von den Märkten als nicht mehr verkaufsfähig aussortiert werden.
Nach wie vor enden täglich großere Mengen an wertvollen Lebensmitteln in Müllcontainern.

Eine Verwertung dieser Lebensmittel steht nicht in Konkurrenz der Tafelbewegung.
Über Sinn und Unsinn der Tafeln könnte man glatt einen eigenen Thread aufmachen.

Ein anderer Ansatz für die Verwertung von Obst, Gemüse und abgepackte Produkte.
Vor ein paar Monaten war ein interessanter Bericht im TV über eine Supermarktkette aus Holland, die in einigen Filialen eine Küche und Imbissstand eröffnete. Neben der Rabatte auf Lebensmittel, die nur noch wenige Tage vor dem MHD stehen, will man das unverkaufte Fleisch, Fisch und Gemüse verarbeiten.

Köche haben Rezepte erarbeitet, die angefangen von Eintöpfen, asiatisch angehauchten Gerichte mit Fleisch und Gemüse und so weiter, vieles verarbeiten was bis dahin abends aussortiert wurde und im Müll landete. Neben dem Verzehr vor Ort gibt es günstige abgepackte Fertiggerichte bzw. das Essen zum Mitnehmen. Das ist jetzt sicherlich kein Gourmet-Essen. Aber ein bessere Alternative zu Burger & Co. und frischer als ein Eintopf aus der Dose.

Edit: Wer die Position vertritt, man isst den ärmsten der Armen ihr Essen weg, sollte sich mehr darauf besinnen warum die verfassungsrechtliche vorgegebene Grundsicherung vom Gesetzgeber nicht erfüllt wird, wenn es Menschen gibt die auf Tafeln angewiesen sind.
Die Not der Menschen zu nutzen um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen, weil die jetzt angeblich den Bedürftigen das Essen wegfressen, sagt mehr über den Verfasser aus, als über die Probleme der Tafeln.[/QUOTE]Danke für den Beitrag! :d: (Auf welchem Sender lief das?)
[QUOTE=be.creative;44513975]Ich verstehe das Argument nicht, dass man jemandem etwas wegisst. Deshalb füge ich hier noch mal den Auszug aus dem Artikel ein:

Es geht also um 2,4 Mio. Tonnen Lebensmittel, die regulär weggeworfen werden, obwohl man sie noch verzehren könnte. Da wird niemandem etwas weggegessen, sondern es stünden mehr Lebensmittel zur Verfügung.[/QUOTE]
Danke! Solange so viel weggeworfen wird, ist das wohl kein Problem. Eher sollte man, wenn schon, auch mal an die denken, die mühsam (z. B. Teesammler in brütender Hitze, oder auf Kaffeeplantagen usw.) die Lebensmittel für uns sammeln - und wir werfen dann vielleicht manches gedankenlos weg.
[QUOTE=cobrita;44514337]Ich glaube, dass man hier auch den Aspekt vergessen hat, dass der Gewinn aus dem Verkauf gespendet wird. Da sollte man auch mal schauen, wem. Vielleicht dann doch auch den Tafeln (so es welche in Dänemark gibt) oder eben den Organisationen, die Obdachlose und Flüchtlinge betreut.

Wichtig ist doch, dass man wertvolle Lebensmittel nicht in den Müll wirft, sondern unter die Leute. Salopp ausgedrückt. Man kann ja notfalls auch eine Regel aufstellen, dass x% an die Tafeln und x% an den Markt gehen. Und wenn man schon soviel Angst hat, dass der Herr Rechtsanwalt oder die Frau Managerin auch dort einkauft... ja mei, dann ist das halt so. Oder man führt so eine Art Ausweis ein aber da wird dann auch wieder geschimpft, dass man praktisch abgestempelt ist.

Nehmt doch bitte mal nur die Idee und wartet, was damit geschieht :)[/QUOTE]
Gute Idee! :ja:
[QUOTE=CB ist cool;44514508]Die Idee, keine Lebensmittel zu vergeuden ist toll. Die Idee, das nach Gesetzen abgelaufenere Lebensmittel für die Armen erschwinglich sind, ist scheisse.

Ich wäre ja für einen Supermarkt, indem es extrem chic ist überteuert was abgelaufenes zu kaufen. Und damit richtig hipp zu sein.

Ich seh schon die High Society posten, dass man den besten abgelaufenen Joguhrt hat. Ich denke, das könnte ein Trend werden :)[/QUOTE]
Welche Lebensmittel sind denn "nach Gesetz abgelaufen"? - Das betrifft nur Fisch oder Fleisch, worauf ein Verbrauchsdatum ist.

Lebensmittel mit MHD dürfen weiterhin verkauft werden, sogar zum normalen Preis.


Wäre das MHD so grenzwertig wie viele meinen - würden wir hier nicht schreiben, weil keiner bis hierher überlebt hätte - bzw. unsere Vorfahren nicht. Gab's doch früher gar kein MHD - eigentlich kaum zu fassen, dass die Menschheit das überlebt hat... :o:


Das MHD ist so, als wenn ich mit meinem Auto nach Ende der Garantiezeit keinen Meter mehr fahre, sondern es sofort verschrotte (besser sogar noch einige Tage früher ;) - dann garantiert der Hersteller nicht mehr dafür, und wer weiß, was da alles passieren oder gar explodieren kann... :fürcht: Bestimmt nicht weniger gefährlich, als bei Lebensmitteln; statt Auto kann es auch Fernseher, Herd, Waschmaschine oder alles mögliche sein.
(Denn das MHD gibt lediglich die Zeit an, wie lange der Hersteller für die einzelnen Bestandteile garantiert. Die haben aber keinen Zeitzünder, der sie mit einem Schlag von einem genießbaren in ungenießbaren Zustand versetzen würde).


edit: Sorry, dass es so lang wurde, ich sah den Thread jetzt erst und wollte einige Beiträge aufgreifen...

CB ist cool
05-03-2016, 23:14
Es geht doch nur um die Wahl.....hab ich die Möglichkeit zu sagen, das will ich oder das nicht.......oder hab ich keine Wahl, weil ich kein Geld habe und fressen muss (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich denke, dass hier nicht viele wissen, wie das ist.

be.creative
05-03-2016, 23:27
[QUOTE=chatte03;44514535]Dass so viele noch brauchbare Lebensmittel weggeworfen werden, finde ich auch schlimm. Aber ich verstehe nicht so ganz, worin der Sinn liegen soll, sie zu verkaufen, wenn man sie doch auch verschenken könnte. :nixweiss:

...[/QUOTE]

Ich weiß nicht, ob es in Dänemark überhaupt Tafeln gibt, die eine Alternative zu dem Supermarkt sein könnten. Allerdings wurde in diesem Thread auch schon das Argument genannt, dass es bei uns bedürftige Menschen gibt, die sich aus Scham bei der Tafel keine Lebensmittel holen, obwohl sie sie dringend gebrauchen könnten. Ich kann mir schon vorstellen, dass es ein anderes Gefühl ist, in einen Supermarkt gehen zu können.

In einem Supermarkt wird man die Lebensmittel nicht verschenken können, weil zumindest die Unterhaltskosten für den Supermarkt abgedeckt werden müssten.

be.creative
05-03-2016, 23:35
[QUOTE=CB ist cool;44514748]Es geht doch nur um die Wahl.....hab ich die Möglichkeit zu sagen, das will ich oder das nicht.......oder hab ich keine Wahl, weil ich kein Geld habe und fressen muss (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich denke, dass hier nicht viele wissen, wie das ist.[/QUOTE]

Ich glaube schon, dass ich verstehe, was du meinst. Bei dir kommt erschwerend hinzu, dass du aufgrund gesundheitlicher Probleme Lebensmittel bräuchtest, die du dir nicht immer finanziell erlauben kannst. Hast du denn in diesem Fall keinen Anspruch auf eine Bezuschussung?

Giftnudel
05-03-2016, 23:37
[QUOTE=be.creative;44513975]Ich verstehe das Argument nicht, dass man jemandem etwas wegisst. Deshalb füge ich hier noch mal den Auszug aus dem Artikel ein:



Es geht also um 2,4 Mio. Tonnen Lebensmittel, die regulär weggeworfen werden, obwohl man sie noch verzehren könnte. Da wird niemandem etwas weggegessen, sondern es stünden mehr Lebensmittel zur Verfügung.
...[/QUOTE]

Es ist richtig, dass die Lebensmittel noch verzehrt werden können. Allerdings werden nicht vom Handel, sondern von den Privathaushalten die meisten Lebensmittel weggeworfen. Die Idee mag ja nicht schlecht sein, aber wirklich etwas erreichen und gegensteuern kann man nur, wenn der bewusste Umgang mit Lebensmitteln beim Verbraucher ankommt. Wieviel von den in dem Laden gekauften Nahrungsmitteln letztendlich doch auf dem Müll landen wird zeigen, ob das Projekt erfolgreich ist oder nicht.
[QUOTE]61 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel stammen aus Privathaushalten...Die übrigen 5 Prozent fallen im Einzelhandel an. [/QUOTE]

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/lebensmittel-muell-mindesthaltbarkeitsdatum

CB ist cool
06-03-2016, 00:03
[QUOTE=be.creative;44514854]Ich glaube schon, dass ich verstehe, was du meinst. Bei dir kommt erschwerend hinzu, dass du aufgrund gesundheitlicher Probleme Lebensmittel bräuchtest, die du dir nicht immer finanziell erlauben kannst. Hast du denn in diesem Fall keinen Anspruch auf eine Bezuschussung?[/QUOTE]

Nein, habe ich nicht. ich bin sogar stolz drauf, ein paar Euro über Hilfsnedürftigkeit.!

ich bin jetzt auch hier raus, diese dämliche Unwissenheit in gutem Namen kotzt mich echt an.

be.creative
06-03-2016, 00:27
[QUOTE=CB ist cool;44514935]
...
ich bin jetzt auch hier raus, diese dämliche Unwissenheit in gutem Namen kotzt mich echt an.[/QUOTE]

:confused:

cobrita
06-03-2016, 00:37
@CB (nicht ganz so cool, denke ich)
Es gibt sehr wohl Leute hier, die Armut verstehen und auch teilweise leben. Da bist du wahrlich nicht alleine mit Problemen. Ich z.B. arbeite Saison und habe kein ALG im Winter. Da wird es oft seeehr knapp mit der Kasse.

[QUOTE=chatte03;44514535]Dass so viele noch brauchbare Lebensmittel weggeworfen werden, finde ich auch schlimm. Aber ich verstehe nicht so ganz, worin der Sinn liegen soll, sie zu verkaufen, wenn man sie doch auch verschenken könnte. :nixweiss:
[/QUOTE]

Man verkauft sie und spendet den Gewinn an Organisationen oder eventuell Tafeln, die sich so besser organisieren können. Da der "normale" Lebensmittelhandel bestimmte Sachen nicht mehr verkaufen kann und darf, ist hier eine Alternative geschaffen worden, die gleichzeitig auch noch andere unterstützt. Ich bin sehr gespannt, zu erfahren, wie das funktioniert und wem das gespendet wird.

Es sind ja nicht nur Tafeln, die Lebensmittel brauchen. Es gibt sicher auch z.B. Kinder, deren Eltern das Geld für die Schulspeisung nicht aufbringen können und die man so unterstützt. Oder Altenheime, die sich ebenfalls freuen, wenn sie was bekommen. Ich weiss nicht, wie das in anderen Ländern ist, in Italien gibt es durchaus solche Fälle. Meist ist es die Caritas, die sich drum kümmert aber auch eben Tafeln und Freiwillige, die sammeln.

be.creative
06-03-2016, 00:46
Da habe ich gerade einen guten Artikel über den Supermarkt gefunden >>> http://www.norrmagazin.de/lebensstil/wefood-der-erste-soziale-supermarkt-in-danemark/

[quote]
...
Dänen werfen jährlich mehr als 700.000 Tonnen Lebensmittel, im Wert von etwa 11,6 Milliarden Kronen, in den Müll.

...

Komplexe Regeln in Dänemark haben bisher dazu geführt, dass es für Geschäfte billiger war überschüssige Nahrung wegzuwerfen, anstatt diese zu spenden.

...

„WeFood“ it eine Non-profit Organisation und wird durch freiwillige Helfer ermöglicht. Alle Einnahmen gehen an die, die Lebensmittel niemals wegschmeißen würden – nämlich die 800 Millionen Menschen, die jeden Tag hungern.
...
[/quote]

:d:

Berghuhn
06-03-2016, 07:43
Nochmal dazu, dass es die Privathaushalte sind, die zu einem höheren Prozentsatz Lebensmittel wegwerfen... Das ist etwas, was ich nicht verstehe... :nixweiss:

Wenn ich einen Artikel kaufe, schaue ich immer auf das Haltbarkeitsdatum, besonders bei Dingen aus der Kühlung. Dann entscheide ich, ob wir dieses Lebensmittel in der aufgedruckten Zeit auch konsumieren wollen/können. Erst dann kommt es in den Einkaufswagen. Das habe ich noch nie anders gemacht (allein schon deshalb, weil ich zu früheren Zeiten mit sehr wenig Geld auskommen musste) - aber ich musste es meinem Mann auch erst beibringen, dass er keinen Lachs kauft, der am nächsten Tag abläuft...

Wir werfen praktisch nie gekaufte Lebensmittel weg, wg. Überschreitung der Haltbarkeit. Ausnahmen: Der Ziegenjoghurt/Sojajoghurt ist trotz der "regulären Haltbarkeit" beim Öffnen schon mit Schimmel überzogen :fürcht: Oder wenn in den frischen Bio-Kartoffeln Exemplare mit Kartoffelfäule sind (gerne im Frühjahr) :kater:

Bei uns könnte im Kühlschrank wirklich nie etwas vergessen werden - ich mache ihn ja auch regelmäßig sauber und wenn neue Produkte eingekauft werden, kommen die mit dem längeren Haltbarkeitsdatum nach hinten.

chatte03
06-03-2016, 08:30
[QUOTE=Zinga;44513420]Der gute Ansatz die Massen an Lebensmitteln die kurz vor dem Ablauf des MHD bzw. schon abgelaufen aber unbedenklich zum Verzehr sind nicht auf den Müll zu werfen, sollte hier nicht zerredet werden. Was für ein Irrglaube, dass die Tafeln flächendeckend alle Lebensmittel von Supermärkten einsammeln die von den Märkten als nicht mehr verkaufsfähig aussortiert werden.
Nach wie vor enden täglich großere Mengen an wertvollen Lebensmitteln in Müllcontainern.

Eine Verwertung dieser Lebensmittel steht nicht in Konkurrenz der Tafelbewegung.
Über Sinn und Unsinn der Tafeln könnte man glatt einen eigenen Thread aufmachen.

Ein anderer Ansatz für die Verwertung von Obst, Gemüse und abgepackte Produkte.
Vor ein paar Monaten war ein interessanter Bericht im TV über eine Supermarktkette aus Holland, die in eiigen Filialen eine Küche und Imbissstand eröffnete. Neben der Rabatte auf Lebensmittel, die nur noch wenige Tage vor dem MHD stehen, will man das unverkaufte Fleisch, Fisch und Gemüse verarbeiten.
Köche haben Rezepte erarbeitet, die angefangen von Eintöpfen, asiatisch angehauchten Gerichte mit Fleisch und Gemüse und so weiter, vieles verarbeiten was bis dahin abends aussortiert wurde und im Müll landete. Neben dem Verzehr vor Ort gibt es günstige abgepackte Fertiggerichte bzw. das Essen zum Mitnehmen. Das ist jetzt sicherlich kein Gourmet-Essen. Aber ein bessere Alternative zu Burger & Co. und frischer als ein Eintopf aus der Dose.

[/QUOTE]

Die Idee finde ich klasse, denn wenn die Lebensmittel erst mal verarbeitet sind und gleich verzehrfertig angeboten werden, dürfte die Gefahr sinken, dass sie weggeworfen werden.

[QUOTE=CB ist cool;44514935]
ich bin jetzt auch hier raus, diese dämliche Unwissenheit in gutem Namen kotzt mich echt an.[/QUOTE]

Das verstehe ich jetzt auch nicht. :nixweiss:


[QUOTE=cobrita;44515041]@CB (nicht ganz so cool, denke ich)
Es gibt sehr wohl Leute hier, die Armut verstehen und auch teilweise leben. Da bist du wahrlich nicht alleine mit Problemen. Ich z.B. arbeite Saison und habe kein ALG im Winter. Da wird es oft seeehr knapp mit der Kasse.


Man verkauft sie und spendet den Gewinn an Organisationen oder eventuell Tafeln, die sich so besser organisieren können. Da der "normale" Lebensmittelhandel bestimmte Sachen nicht mehr verkaufen kann und darf, ist hier eine Alternative geschaffen worden, die gleichzeitig auch noch andere unterstützt. Ich bin sehr gespannt, zu erfahren, wie das funktioniert und wem das gespendet wird.

Es sind ja nicht nur Tafeln, die Lebensmittel brauchen. Es gibt sicher auch z.B. Kinder, deren Eltern das Geld für die Schulspeisung nicht aufbringen können und die man so unterstützt. Oder Altenheime, die sich ebenfalls freuen, wenn sie was bekommen. Ich weiss nicht, wie das in anderen Ländern ist, in Italien gibt es durchaus solche Fälle. Meist ist es die Caritas, die sich drum kümmert aber auch eben Tafeln und Freiwillige, die sammeln.[/QUOTE]

[QUOTE=be.creative;44515053]Da habe ich gerade einen guten Artikel über den Supermarkt gefunden >>> http://www.norrmagazin.de/lebensstil/wefood-der-erste-soziale-supermarkt-in-danemark/



:d:[/QUOTE]

Okay, das macht Sinn. Danke für die Infos!

be.creative
06-03-2016, 09:58
Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass ein Sternekoch (war es Rach?) ein Experiment gemacht hat, indem er aus abgelaufenen Lebensmitteln ein Menü zubereitet hatte und Testesser das Essen bewerten sollten. Ich weiß aber nicht mehr, wie der Test ausgefallen ist.

Deshalb hatte ich gerade versucht, über Google fündig zu werden. Auf die Schnelle fand ich es nicht. Dafür fand ich noch einen informativen Artikel zum Thema "Mindesthaltbarkeitsdatum":

Wann abgelaufene Lebensmittel unbedenklich sind (http://www.stern.de/tv/mindesthaltbarkeitsdatum--wann-abgelaufene-lebensmittel-unbedenklich-sind-3392498.html)

be.creative
06-03-2016, 10:07
[QUOTE=Berghuhn;44515199]Nochmal dazu, dass es die Privathaushalte sind, die zu einem höheren Prozentsatz Lebensmittel wegwerfen... Das ist etwas, was ich nicht verstehe... :nixweiss:

...[/QUOTE]

Ich ertappe mich leider oft dabei, dass ich Lebensmittel wegschmeißen muss. Der Hauptgrund ist, dass ich sie oft nicht in den kleinen Mengen kaufen kann, wie ich sie als Single bräuchte. Wenn die Restmengen ungenießbar geworden sind, weil ich sie nicht zeitnah verbrauchen konnte, dann muss ich sie wegschmeißen.

Da steht bei mir an oberster Stelle Brot, wenn es schimmelt. :helga:

Eisperlchen
06-03-2016, 11:01
[QUOTE=be.creative;44515443]
Da steht bei mir an oberster Stelle Brot, wenn es schimmelt. :helga:[/QUOTE]

Schimmeliges Brot kann man aber gut vermeiden, wenn man es richtig lagert ( Brottopf aus Ton ) :schleich:

be.creative
06-03-2016, 11:10
[QUOTE=Eisperlchen;44515634]Schimmeliges Brot kann man aber gut vermeiden, wenn man es richtig lagert ( Brottopf aus Ton ) :schleich:[/QUOTE]

Irgendwo las ich den Tipp, dass man Brot in den Kühlschrank legen soll, damit es nicht so schnell schimmelt. Ich hatte mir ein Eiweißbrot gekauft, weil ich es probieren wollte. Da ich nicht wusste, ob und wie schnell es gammelt, hatte ich es in den Kühlschrank gelegt. Als ich es nach ein paar Tagen essen wollte, war es verschimmelt. :schmoll:

Schimmelt Brot im Brottopf gar nicht oder nur verzögert? :kopfkratz

Berghuhn
06-03-2016, 11:33
Wir bewahren Brot meistens im Kühlschrank auf, hat noch nie geschimmelt (mein Mann inhaliert aber Brot, da kann es gar nicht wirklich alt werden).

Als ich noch Single war, habe ich Brot nach dem Kauf komplett aufgeschnitten und dann immer so portionsweise in 5-7 Scheiben eingefroren und dann alle 3 Tage ein neues Päckchen aus dem Eis geholt.

Brot, dass wir lieben, ist nämlich viel zu teuer zum Schimmeln... Wir sind Fans von Biobrot vom Biobäcker und da kosten die 750 Gramm knapp unter 5 Euro... :ko:

Smilla81
06-03-2016, 13:39
Als Single ist es in der Tat nicht so einfach, dafür zu sorgen, dass man nichts wegschmeißen muss. Aber in erster Linie ist es, glaube ich, eine Einstellungssache. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas wegschmeiße, deswegen versuche ich meine Gewohnheiten möglichst so einzurichten, dass ich das vermeiden kann. Früher habe ich lange in einer WG gewohnt und regelmäßig mitbekommen, dass Mitbewohner von mir Lebensmittel weggeschmissen haben, weil sie keine Lust mehr drauf hatten. Zum Beispiel reichte eine Menge für mehrere Mahlzeiten und da hatte man die Wahl , ich esse den Rest heute oder ich lasse es und muss es morgen wegschmeißen, man entschied sich den Rest wegschmeißen. Ich stand da immer fassungslos daneben und kann daher sagen, die hatten nicht die Spur eines schlechten Gewissens.

Eisperlchen
06-03-2016, 13:44
[QUOTE=be.creative;44515658]Schimmelt Brot im Brottopf gar nicht oder nur verzögert? :kopfkratz[/QUOTE]

Ich habe mal vor einer Urlaubsreise ( 3 Wochen ) vergessen, die übrigen Scheiben aus dem Brottopf zu nehmen ... die waren bei der Rückkehr zwar steinhart, aber nicht verschimmelt .
Zudem ist es , genau wie bei Berghuhn , auch kein Discounterbrot, sondern eins vom Biobäcker .

Rheinlady
06-03-2016, 13:58
Den (http://www.ebay.de/itm/Tupperware-Brotkasten-hellblau-weiss-/151998309536?hash=item2363ce24a0:g:qAwAAOSwG-1W00Yd) kann ich wärmstens empfehlen. Ein Brot hält sich
1 Woche. Immer wenn wir ein "neues" Brot
einlegen wird er vorher mit Essig-Essenz ausgewischt.

be.creative
06-03-2016, 14:17
[QUOTE=Rheinlady;44516202]Den (http://www.ebay.de/itm/Tupperware-Brotkasten-hellblau-weiss-/151998309536?hash=item2363ce24a0:g:qAwAAOSwG-1W00Yd) kann ich wärmstens empfehlen. Ein Brot hält sich
1 Woche. Immer wenn wir ein "neues" Brot
einlegen wird er vorher mit Essig-Essenz ausgewischt.[/QUOTE]


Danke für deinen Link. :) Aber eine Woche ist nicht lange und der Topf ist auch nicht aus Ton. :kopfkratz

cobrita
06-03-2016, 14:50
Single... hier!

Auch ich frier vieles ein. Ich koche aber auch einiges im "Grossformat" vor und frier dann portionsweise ein. Weil man wirklich oft nur Artikel bekommt, die auf Familien geeicht sind. Oder die Single-Portionen so teuer sind, dass man sich das teilweise gar nicht mehr leisten kann.
Brot ist sehr gut, wenn man es langsam auftauen lässt. Oder wenn es schon hart ist, ein paar Momente in die Mikrowelle gibt. Dann aber sofort verzehren.

Leider kenne ich dann doch auch Familien, da wird eingekauft, weil es halt grad im Angebot ist und irgendwann ist es abgelaufen und wird weggeworfen. Gross geplant wird leider nicht bei allen und so erklären sich diese Horrornummern im Müll.

Mahlzeiten aufwärmen ist auch so ein Thema. Viele können sich das gar nicht mehr vorstellen und ekeln sich sogar ein wenig davor. Vor allem die jungen Leute, da kommt einem dann schonmal der Gedanke, dass sie daheim ziemlich verzogen wurden :helga:

SnakeX
06-03-2016, 15:04
wir haben das Brot im Kühlschrank und es ist dort noch nie geschimmelt. es liegt da meistens ca. 1-2 Wochen.
Schwarzbrot, in dieser Silberfolie, liegt da auch schonmal 3-4 Wochen ohne zu schimmeln.
wenn ich an meine Kindheit und Jugendzeit denke, da schimmelte das Brot noch regelmäßig bei ähnlichen Lagerzeiten.
kann aber auch sein dass es an der trockeneren Raumluft heute liegt, dass weniger schimmelt.

Rheinlady
06-03-2016, 15:30
[QUOTE=be.creative;44516279]Danke für deinen Link. :) Aber eine Woche ist nicht lange und der Topf ist auch nicht aus Ton. :kopfkratz[/QUOTE]

:o Wie lange hast du denn an einem Brot?
Ich finde eine Woche ganz schön lang. Zur Reserve
haben wir immer eins eingefroren.

be.creative
06-03-2016, 17:29
[QUOTE=Rheinlady;44516463]:o Wie lange hast du denn an einem Brot?
Ich finde eine Woche ganz schön lang. Zur Reserve
haben wir immer eins eingefroren.[/QUOTE]

Naja, manchmal esse ich länger als eine Woche an einem Brot. Das kommt ganz darauf an, worauf ich Appetit habe. :schäm: Ich habe leider keine Gefriertruhe und mein Kühlschrank hat nur ein relativ kleines Gefrierfach. Deshalb fehlt mir der Platz, um auch noch Brot einfrieren zu können. Aber das wird sich hoffentlich bald ändern, wenn ich mir ein neues Küchenkonzept ausgedacht habe.

Back to topic:

Weiß jemand, ob und welche Beschränkungen es für die Lebensmittel gibt, die die Tafeln bekommen dürfen? Dürfen überhaupt Lebensmittel an die Tafel abgegeben werden, deren MDH bereits abgelaufen ist? :kopfkratz

Elli_76
06-03-2016, 18:03
[QUOTE=be.creative;44516840]
Weiß jemand, ob und welche Beschränkungen es für die Lebensmittel gibt, die die Tafeln bekommen dürfen? Dürfen überhaupt Lebensmittel an die Tafel abgegeben werden, deren MDH bereits abgelaufen ist? :kopfkratz[/QUOTE]

Ich glaube nicht. Waren, die das Verbrauchsdatum überschritten haben, dürfen wie im Handel auch bei der Tafel nicht mehr verkauft werden.
Der Handel gibt ja aber oft die Sachen schon weg, wenn das MHD noch ein paar Tage hin ist. Schon deswegen, weil dann ja neue Ware da ist. Und manche Discounter haben kein großes Lager um sowas hinter den Kulissen zu lagern.

Bei der Tafel in der nächstgrößeren Stadt hier gibt es übrigens keinen Lebensmittelmangel. Die haben ware genug - auch für die Flüchtlinge. Dass die den Einheimischen irgendwas "wegfressen" ist da definitiv nicht der Fall. Vielmehr mangelt es an ehrenamtlichen Helfern.

Ich finde die Supermarktidee klasse. :d: Konkurrenz zur Tafel sehe ich da auch nicht wirklich. Im Übrigen müssen die Sachen bei der Tafel auch bezahlt werden. Es ist zwar oft ein günstiger Pauschalbetrag von 1 oder 2 EUR pro Tüte - aber umsonst ist es nicht.

Irgendwo stand hier, dass 61% des Lebensmüttel"mülls" im Privathaushalt weggeworfen werden. Ich kann das gar nicht so glauben. Viel wird ja schon direkt beim ERzeuger entsorgt, weil es nicht der Norm entspricht und dann auch im Supermarkt. Hm. Wahrscheinlich müsste man wirklich die Rahmendaten der Statistik kennen...

be.creative
06-03-2016, 18:13
[QUOTE=Elli_76;44516930]Ich glaube nicht. Waren, die das Verbrauchsdatum überschritten haben, dürfen wie im Handel auch bei der Tafel nicht mehr verkauft werden.
Der Handel gibt ja aber oft die Sachen schon weg, wenn das MHD noch ein paar Tage hin ist. Schon deswegen, weil dann ja neue Ware da ist. Und manche Discounter haben kein großes Lager um sowas hinter den Kulissen zu lagern.

...[/QUOTE]

Danke für die Info. Dann können wir erst recht nicht davon reden, dass irgendetwas weggegessen wird, weil die Lebensmittel, um die es bei diesem Supermarkt-Konzept geht, die Tafeln gar nicht bekommen dürften.

Es sind tatsächlich zusätzliche Lebensmittel, die zur Verfügung stehen könnten, wenn wir sie nicht vernichten würden.

Elli_76
06-03-2016, 18:18
[QUOTE=be.creative;44516967]Danke für die Info. Dann können wir erst recht nicht davon reden, dass irgendetwas weggegessen wird, weil die Lebensmittel, um die es bei diesem Supermarkt-Konzept geht, die Tafeln gar nicht bekommen dürften.

Es sind tatsächlich zusätzliche Lebensmittel, die zur Verfügung stehen könnten, wenn wir sie nicht vernichten würden.[/QUOTE]

Aber das Verbrauchsdatum ist z.B. bei Hackfleisch drauf. Das macht der Supermarkt bestimmt auch nicht. Es ist nach dem Datum tatsächlich gesundheitsgefährdend.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist was anderes. Aber im Handel wird schon viel vor Erreichen des MHD aussortiert. Joghurt usw.. Denn die brauchen den Platz im Regal für neue Ware. Und wenn da neue Ware steht, dann kramen die Leute sowieso das mit dem längsten MHD vor. Auch wenn sie den Joghurt gleich essen. :rolleyes:
Aber Hauptsache er war noch 5 Wochen haltbar :rotauge:

Rheinlady
06-03-2016, 18:20
[QUOTE=be.creative;44516840]

Dürfen überhaupt Lebensmittel an die Tafel abgegeben werden, deren MDH bereits abgelaufen ist? :kopfkratz[/QUOTE]

Ob sie vom Handel abgegeben werden dürfen weiß ich nicht.
Bei den Tafeln ausgegeben werden sie allerdings. Zumindest die Frau, die ich zur Tafel fahre, bekommt fast nur Lebensmittel die (meist zwei, drei Tage) abgelaufen sind, oder am Tag der Ausgabe ablaufen.
Es waren auch schon Sachen dabei deren MHD monatelang (z.B. Kaffee, Schokolade, Öl usw.) abgelaufen war.

be.creative
06-03-2016, 18:22
[QUOTE=Elli_76;44516979]Aber das Verbrauchsdatum ist z.B. bei Hackfleisch drauf. Das macht der Supermarkt bestimmt auch nicht. Es ist nach dem Datum tatsächlich gesundheitsgefährdend.

...[/QUOTE]

Das hatte ich schon zuvor erwähnt, dass der Supermarkt 2 Warengruppen grundsätzlich ausschließt, die von der Haltbarkeit grenzwertig sind. Ich weiß, dass Fleisch dabei war. An die zweite Gruppe, die genannt wurde, kann ich mich nicht mehr erinnern. Kann sein, dass es Fisch war. Das wäre naheliegend.

Elli_76
06-03-2016, 18:28
[QUOTE=be.creative;44516995]Das hatte ich schon zuvor erwähnt, dass der Supermarkt 2 Warengruppen grundsätzlich ausschließt, die von der Haltbarkeit grenzwertig sind. Ich weiß, dass Fleisch dabei war. An die zweite Gruppe, die genannt wurde, kann ich mich nicht mehr erinnern. Kann sein, dass es Fisch war. Das wäre naheliegend.[/QUOTE]

Ja, das würde Sinn machen. Frischer Fisch ist auch heikel.

Edelstahl
06-03-2016, 19:39
Ich kann die "Aufregung" und den Unmut einiger User hier schon verstehen.

Erst mal sollte die Priorität darauf liegen, jedem Menschen(egal ob in Arbeit oder nicht) die Möglichkeit zu geben, sich gesund und ordentlich zu ernähren.

Lebensmittel mit abgelaufenem MDH Datum an Bedürftige zu verteilen/"verkaufen", kann da definitiv nur die zweitbeste Lösung sein. Wenn überhaupt.

Elli_76
06-03-2016, 19:48
Das bestreitet ja auch keiner. Aber deswegen ist es doch nicht schlecht, wenn sich Menschen damit beschäftigen, was man mit Lebensmitteln machen kann - als Alternative zum Wegwerfen. Wenn wir alle unsere Ansprüche etwas runterschrauben würden, dann bräuchte man das gar nicht. Dann wären nämlich nicht jede Woche 239 Joghurtbecher übrig und Kiloweise Obst und Gemüse. Die Märkte könnten knapper kalkulieren weil sie keine Angst haben müssten, dass die Kunden wegbleiben, wenn mal der Lieblingsjoghurt nicht da ist. Wenn wir nicht immer alles tip top und vollständig zur Verfügung haben wollten, wäre das alles nicht nötig.

Und die andere Frage wäre dann noch, was gesund und ordentlich ernähren bedeutet. Und ob das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich die Wertigkeit hat, die ihm hier zugeschrieben wird.
Aber das ist nicht Thema dieses Threads.

blaupause
06-03-2016, 20:06
[QUOTE=Elli_76;44517570]Das bestreitet ja auch keiner. Aber deswegen ist es doch nicht schlecht, wenn sich Menschen damit beschäftigen, was man mit Lebensmitteln machen kann - als Alternative zum Wegwerfen. Wenn wir alle unsere Ansprüche etwas runterschrauben würden, dann bräuchte man das gar nicht. Dann wären nämlich nicht jede Woche 239 Joghurtbecher übrig und Kiloweise Obst und Gemüse. Die Märkte könnten knapper kalkulieren weil sie keine Angst haben müssten, dass die Kunden wegbleiben, wenn mal der Lieblingsjoghurt nicht da ist. Wenn wir nicht immer alles tip top und vollständig zur Verfügung haben wollten, wäre das alles nicht nötig.



Und die andere Frage wäre dann noch, was gesund und ordentlich ernähren bedeutet. Und ob das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich die Wertigkeit hat, die ihm hier zugeschrieben wird.

Aber das ist nicht Thema dieses Threads.[/QUOTE]


Aber weiter vorne steht ja, dass die Lebensmittel hauptsächlich beim Endverbraucher weggeworfen werden, nicht von den Supermärkten. Insofern geht das Konzept völlig am Problem vorbei.

Elli_76
06-03-2016, 20:11
[QUOTE=blaupause;44517685]Aber weiter vorne steht ja, dass die Lebensmittel hauptsächlich beim Endverbraucher weggeworfen werden, nicht von den Supermärkten. Insofern geht das Konzept völlig am Problem vorbei.[/QUOTE]

Aber soll man die Lebensmittel, die von SUpermärkten aussortiert werden deswegen nicht weiterverwerten, weil anderswo noch mehr weggeschmissen wird?

Vllt. gibt es in Dänemark keine Tafeln und der Wefood Supermarkt ist ne echte Alternative zur Tonne.

be.creative
06-03-2016, 20:21
[QUOTE=blaupause;44517685]Aber weiter vorne steht ja, dass die Lebensmittel hauptsächlich beim Endverbraucher weggeworfen werden, nicht von den Supermärkten. Insofern geht das Konzept völlig am Problem vorbei.[/QUOTE]

Aus dem Link in meinem Eingangsposting geht hervor, dass es um 2,4 Mio. Tonnen verwertbare Lebensmittel geht, die vom Groß- und Einzelhandel weggeschmissen werden.

[QUOTE=Elli_76;44517727]
...
Vllt. gibt es in Dänemark keine Tafeln und der Wefood Supermarkt ist ne echte Alternative zur Tonne.[/QUOTE]

Da findest du die Antwort >>> http://www.ioff.de/showthread.php?p=44515053#post44515053 :)

zai-feh
07-03-2016, 11:00
[QUOTE=hella23;44512216]Ich fände das sehr gut. Dann hätten auch die Leute, die knapp über dem H4 Satz sind die Möglichkeit sich preiswert mit Lebensmitteln zu versorgen. ????????????[/QUOTE]

Die Tafeln orientieren sich nicht genau am HartzIV-Satz. Sondern daran, wieviel die Menschen wirklich zur Verfügung haben für den Verbrauch.
Ich habe beispielsweise eine sehr hohe Miete und von daher hatte ich zeitweise wenig Geld für Essen etc. zur Verfügung. HartzIV hätte ich nicht bekommen, aber ich konnte bei der Tafel einkaufen. Auch sind die Berechnung für die Möglichkeit bei der Tafel einzukaufen nicht so niedrig angesetzt wie HartzIV.

Und bei uns ist die wirklich sehr gut. (Ich habe dafür dann auch ehrenamtlich mitgeholfen).

btw: Ich fände es prima, wenn bei uns - wie in Frankreich - gesetzlich vorgeschrieben würde, dass noch verwertbare Lebensmittel etc. nicht von den Firmen weggeworfen werden dürfen, sondern abgegeben werden müssen.

Lisa Simpson
07-03-2016, 12:05
[QUOTE=Elli_76;44517570]Das bestreitet ja auch keiner. Aber deswegen ist es doch nicht schlecht, wenn sich Menschen damit beschäftigen, was man mit Lebensmitteln machen kann - als Alternative zum Wegwerfen. Wenn wir alle unsere Ansprüche etwas runterschrauben würden, dann bräuchte man das gar nicht. Dann wären nämlich nicht jede Woche 239 Joghurtbecher übrig und Kiloweise Obst und Gemüse. Die Märkte könnten knapper kalkulieren weil sie keine Angst haben müssten, dass die Kunden wegbleiben, wenn mal der Lieblingsjoghurt nicht da ist. Wenn wir nicht immer alles tip top und vollständig zur Verfügung haben wollten, wäre das alles nicht nötig.

Und die andere Frage wäre dann noch, was gesund und ordentlich ernähren bedeutet. Und ob das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich die Wertigkeit hat, die ihm hier zugeschrieben wird.
Aber das ist nicht Thema dieses Threads.[/QUOTE]

Das ist das Hauptproblem in unserer Luxusgesellschaft: Es muss immer alles verfügbar sein. 50 Sorten Joghurt, 20 Sorten Brot ... alleine bei den schnellverderblichen Waren ließe sich die Liste sehr lange fortführen. Was da alles weggeschmissen wird, weil es gar nicht alles gekauft werden KANN, eine Horrorvorstellung.

Ich finde die Idee des Supermarkts gut, allerdings lässt sich das doch in unseren Supermärkten auch konsequent durchsetzen: Alles, was nur noch wenige Tage bis zum MHD hat, entsprechend stark reduzieren.

Giftnudel
07-03-2016, 12:19
[QUOTE=Lisa Simpson;44519429]Das ist das Hauptproblem in unserer Luxusgesellschaft: Es muss immer alles verfügbar sein. 50 Sorten Joghurt, 20 Sorten Brot ... alleine bei den schnellverderblichen Waren ließe sich die Liste sehr lange fortführen. Was da alles weggeschmissen wird, weil es gar nicht alles gekauft werden KANN, eine Horrorvorstellung. [/QUOTE]
Manchmal widert mich das Überangebot richtig an. Ich esse z. B. selten Schokolade, aber wenn will ich etwas Besonderes. Die Marke ist klar. Aber stehe ich vor all den Sorten und weiß gar nicht, was ich nehmen soll. Ich habe schon oft frustriert aufgegeben und gar keine gekauft.

[QUOTE]ch finde die Idee des Supermarkts gut, allerdings lässt sich das doch in unseren Supermärkten auch konsequent durchsetzen: Alles, was nur noch wenige Tage bis zum MHD hat, entsprechend stark reduzieren.[/QUOTE]
Wird ja zum Teil schon gemacht. Oft 30% billiger. Aber bei dem Projekt WEFood werden die Einnahmen für karitative Zwecke genutzt, was Supermärkte natürlich nicht machen können.

Lisa Simpson
07-03-2016, 12:23
[QUOTE=Giftnudel;44519449]

Wird ja zum Teil schon gemacht. Oft 30% billiger. Aber bei dem Projekt WEFood werden die Einnahmen für karitative Zwecke genutzt, was Supermärkte natürlich nicht machen können.[/QUOTE]

Stimmt.

Trotzdem können dann diejenigen, denen eben das normale Angebot zu teuer ist, vergünstigt einkaufen, sie müssen es nur schnell verbrauchen. Bei uns macht das aber nur Rewe, bei anderen Supermärkten habe ich das noch nicht gesehen :kopfkratz

Giftnudel
07-03-2016, 12:46
[QUOTE=Lisa Simpson;44519455]Stimmt.

Trotzdem können dann diejenigen, denen eben das normale Angebot zu teuer ist, vergünstigt einkaufen, sie müssen es nur schnell verbrauchen. Bei uns macht das aber nur Rewe, bei anderen Supermärkten habe ich das noch nicht gesehen :kopfkratz[/QUOTE]

Bei Netto habe ich es auch schon mal gesehen. Das sind aber immer nur so kleine Grabbeleckchen und die gehen fast unter.

Die Idee von WEFood ist ja nicht absolut schlecht. 50% des Preises finde ich für abgelaufene Lebensmittel allerdings schon etwas hoch, jedenfalls für Bedürftige. Wegen des sozialen Charakters ginge ich vielleicht da einkaufen. Allerdings käme es bei mir schon sehr darauf an, wo der Laden wäre. Kilometerweit zu fahren, um auf ein natürlich nur begrenztes Angebot zu stoßen und dann für den Resteinkauf in den normalen Supermarkt zu fahren finde ich ökologisch sinnlos.

Mal abwarten, ob die anfängliche Begeisterung anhält.

Little_Ally
07-03-2016, 14:16
Weils irgendwie hier rein passt, möchte ich auf die Aktion "FairTeiler" (https://www.facebook.com/FairTeiler/) aufmerksam machen. Auch hier gibt man sich, neben anderem, Mühe, das Wegwerfen vom Lebensmitteln zu verhindern. Es gibt dort "Tauschbörsen" bei denen man Lebensmittel, die man nicht mehr braucht, z.B. weil man verreist und Lebensmittel in der Reisezeit ablaufen, abgeben kann. Wer will, kann sich im Gegenzug etwas, z.B. was haltbares wie Konserven, mitnehmen. Eine sinnvolle Aktion wie ich finde. :ja:

Rheinlady
07-03-2016, 17:07
[QUOTE=Lisa Simpson;44519455]Stimmt.

Trotzdem können dann diejenigen, denen eben das normale Angebot zu teuer ist, vergünstigt einkaufen, sie müssen es nur schnell verbrauchen. Bei uns macht das aber nur Rewe, bei anderen Supermärkten habe ich das noch nicht gesehen :kopfkratz[/QUOTE]

Lidl machts auch (30 % billiger).

Lindisfarne
07-03-2016, 20:45
[QUOTE=cobrita;44514337]Ich glaube, dass man hier auch den Aspekt vergessen hat, dass der Gewinn aus dem Verkauf gespendet wird. Da sollte man auch mal schauen, wem. Vielleicht dann doch auch den Tafeln (so es welche in Dänemark gibt) oder eben den Organisationen, die Obdachlose und Flüchtlinge betreut.
[/QUOTE]

Anscheinend gehen die Spendengelder in die Entwicklungshilfe und bleiben nicht in Dänemark:
http://eatsmarter.de/ernaehrung/news/ein-supermarkt-gegen-die-verschwendung
[QUOTE] ... der Erlös kommt der Arbeit der dänischen Kirchennothilfe in den ärmsten Ländern der Welt zu Gute. [/QUOTE]

Gut, ist ja nun nicht verkehrt - genauso richtig und wichtig finde ich aber, auch den Leuten im eigenen Land zu helfen. Und dazu ist m.E. ein Direktverteilungs-System wie das der Tafeln hilfreicher und eher geeignet, anstatt über Umwege den Bedürftigen vergünstigte Lebensmittelkäufe zu ermöglichen, deren spärliches Geld dann in die Entwicklungshilfe geht.
Irgendwie hinkt da für mich was. :nixweiss:

Giftnudel
08-03-2016, 12:09
Ah, ein von der Kirche getragenes Projekt mit fast ausschließlich ehrenamtlichen, unbezahlten Arbeitskräften, die den Gewinn erwirtschaften, der an die Kirche fließt. Das Ziel der Lebensmittelverschwendung Einhalt zu gebieten ist gut, die Umsetzung kirchlich. Nein, in Deutschland würde ich dann definitiv nicht da einkaufen.

be.creative
08-03-2016, 15:45
Warum machst du es davon abhängig, welche "Hilfsorganisation" den Gewinn verteilt? :kopfkratz

Giftnudel
08-03-2016, 16:11
[QUOTE=be.creative;44523718]Warum machst du es davon abhängig, welche "Hilfsorganisation" den Gewinn verteilt? :kopfkratz[/QUOTE]

Weil - ich spreche von der deutschen Kirche, wie das in Dänemark ist, weiß ich nicht - genug Geld da wäre, die Nothilfeprogramme in Afrika aus dem großen Säckel zu finanzieren oder aber die Menschen, die die meiste Arbeit in dem Supermarkt leisten zu bezahlen. So läuft es wie immer, Ehrenamtliche machen die Arbeit und das Geld verschwindet in irgendwelchen Projekten, die man gar nicht nachverfolgen kann. Das widerstrebt mir.

cobrita
08-03-2016, 16:17
Wieso das denn? Bei uns ist es hauptsächlich die Caritas, die den Bedürftigen jeden Monat ihr Lebensmittelpaket ausgeben. Erst seit kurzem hat sich auch eine nicht-kirchliche Organisation gebildet. Aber die Kirche ist nicht immer so schlecht, wie sie oft dargestellt wird.
Vor allem die kleineren Pfarreien, in denen jeder jeden kennt, kämen viele ohne diese Hilfe gar nicht zurecht.

Allerdings hat die Caritas hier auch viele Lebensmittel, die von der EU extra zu Wohltätigkeitszwecken eingepackt werden. Da ist auf den Nudeln, Reis, Käse und vielem mehr direkt auch der Aufdruck und der Hinweis, dass sie nicht verkauft werden dürfen. (Was aber dann die Empfänger vereinzelt doch machen mit Sachen, die nicht so mögen)

Jetzt weiss ich aber nicht, ob diese Lebensmittel aus einem Überschuss der "normalen" Produktion stammen oder extra hergestellt werden. Da müsste ich mal bei Gelegenheit fragen.

Giftnudel
08-03-2016, 16:34
[QUOTE=cobrita;44523811]Wieso das denn? Bei uns ist es hauptsächlich die Caritas, die den Bedürftigen jeden Monat ihr Lebensmittelpaket ausgeben. Erst seit kurzem hat sich auch eine nicht-kirchliche Organisation gebildet. Aber die Kirche ist nicht immer so schlecht, wie sie oft dargestellt wird.
Vor allem die kleineren Pfarreien, in denen jeder jeden kennt, kämen viele ohne diese Hilfe gar nicht zurecht.

Allerdings hat die Caritas hier auch viele Lebensmittel, die von der EU extra zu Wohltätigkeitszwecken eingepackt werden. Da ist auf den Nudeln, Reis, Käse und vielem mehr direkt auch der Aufdruck und der Hinweis, dass sie nicht verkauft werden dürfen. (Was aber dann die Empfänger vereinzelt doch machen mit Sachen, die nicht so mögen)

Jetzt weiss ich aber nicht, ob diese Lebensmittel aus einem Überschuss der "normalen" Produktion stammen oder extra hergestellt werden. Da müsste ich mal bei Gelegenheit fragen.
[/QUOTE]
Weil es jedem selbst überlassen ist, ein System abzulehnen oder anzunehmen. Und mir geht es bei der Kirche eben so, dass ich ihr weder traue, noch Geld in den übergroßen Rachen werfen will. Vielleicht ist das Nothilfe-Programm eine schöne neue Kirche als Amtssitz für den notleidenden afrikanischen Bischof. :kater:

Sally
08-03-2016, 22:12
[QUOTE=Giftnudel;44523854]Weil es jedem selbst überlassen ist, ein System abzulehnen oder anzunehmen. Und mir geht es bei der Kirche eben so, dass ich ihr weder traue, noch Geld in den übergroßen Rachen werfen will. Vielleicht ist das Nothilfe-Programm eine schöne neue Kirche als Amtssitz für den notleidenden afrikanischen Bischof. :kater:[/QUOTE]:d: da muss ich mich (leider) anschließen.

be.creative
08-03-2016, 23:51
Hmm, aber es geht doch in erster Linie darum, noch verwertbare Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten. :confused: Ein möglicher erzielter Gewinn ist im besten Fall eine positive Nebenerscheinung.

tanguy
09-03-2016, 00:20
[QUOTE=be.creative;44525762]Hnm, aber es geht doch in erster Linie darum, noch verwertbare Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten. :confused: Ein möglicher erzielter Gewinn ist im besten Fall eine positive Nebenerscheinung.[/QUOTE]
Ich schwanke sehr zwischen Dir und Giftnudel.
Du hast mit dem Zitat oben vollkommen recht, ich verstehe aber auch, dass man nicht möchte, dass eventuelle Gewinne der Kirche in den Rachen geworfen wird. Ich will die Kirche(n) nicht verteufeln, die machen sehr viel sehr gute Arbeit, aber bei solchen Spenden ins Ausland wäre mir Transparenz auch sehr lieb.
Wenn die Gewinne schon verteilt werden, statt Ehrenamtliche durch bezahlte Vollzeitkräfte zu ersetzen, dann bitte an Organisationen, bei denen transparent der Mitteleinsatz verfolgt werden kann. Gibt genug, sind aber meist klein.

Der Ansatz aus DEN gefällt mir trotzdem, ein Schritt in die richtige Richtung, gerne auch bei uns in der BRD.



Kurz ein Beispiel, von dem ich letzte Woche aus erster Hand hörte: Ein großer Supermarkt hat bisher sog. Grünabfälle (einzelne Salatblätter; das Grün an Gemüse, das aus optischen Gründen entfernt wird etc., lauter Zeug, was Biomüll, aber nicht (mehr) genießbar ist) getrennt gesammelt, das hat dann ein Bauer abgeholt, um es in seiner Biogasanlage zu verwerten.
Alle anderen Lebensmittel, die weggeworfen wurden, waren bis dahin in abgeschlossenen Containern.
Nun auch die Grünabfälle, der Bauer bekommt nichts mehr.
WTF?

zarah
09-03-2016, 04:42
Ich seh nicht ganz, was an dem dänischen Modell so "neu" ist?

In Wien (beispielsweise) gibt es mehr als ein Dutzend Sozialmärkte, die typischerweise primär Lebensmittel (kurz vor / ggf. knapp über MHD, aber auch aus Überschussproduktion, Fehlettikettierung usw.) und Hygiene-Artikel anbieten. Zielgruppe sind je nachdem Menschen mit Einkommen von netto unter ca. 900 oder auch unter 1150 € - je nach Anbieter (bei einem gibt es keine festgesetzte Obergrenze für "bedürftig") ... mit dem entsprechenden Nachweis gibts eine Berechtigungskarte / Mitgliedskarte .. für 1 Jahr oder so. Die Ware wird üblicherweise zu maximal einem Drittel des Normalpreises verkauft, bei manchen Anbietern muss aber auch nur ein Unkostenbeitrag von 5 € pro "Abholung" bezahlt werden. Manchmal gibt es Obergrenzen für den wöchentlichen Einkauf .... ist also unterschiedlich. Die "Anbieter" sind durchwegs gemeinnützige Vereine .. bekannte Institutionen wie etwa der Samariterbund oder "Spezialisten". Also in Spektrum an Anbietern - und der Bedarf scheint leider zu wachsen.

Wers genauer wissen will, kann sich von diesem link hier weiter hanteln:https://www.wien.gv.at/sozialinfo/content/de/10/SearchResults.do?keyword=Sozialm%C3%A4rkte

Daneben gibts auch bei uns die "Tafel" die hier aber Lebensmittel (und andere Waren) nur sammelt und allein in Wien an mehr als 100 soziale Anlaufstellen verteilt (von Frauenhäusern bis zu Einrichtungen für Obdachlose, Suchtkranke, Asylanten etc. .. da nehmen die einen den anderen also nichts weg). Diese Anlafstellen geben die Lebensmittel dann gratis und gegen einen kleinen Unkostenbeitrag weiter oder verkochen sie http://www.wienertafel.at/index.php?id=399

Während also die Tafel (via diverse Institutionen) die besonders Hilfsbedürftigen (ergänzend) versorgt, fallen in die Zielgruppe der Sozialmärkte auch Leute mit kleinem Einkommen wie Mindestrentner, Studenten, Alleinerzieherinnen. Es ist also nicht "peinlich", in einen solchen Laden hinein zu gehen. Gleichzeitig verhindert der "Einkommensnachweis" (bzw. z.T. Einkaufsbeschränkungen), dass dort Geiz-Ist-Geil-Typen aufschlagen, die auf das Service nicht angewiesen sind. Die können sich bei der reduzierten Ware im Supermarkt austoben. Ist ja amittlerweile üblich, Ware kurz vorm MHD zum halben Preis oder "Überschussware" in Aktion anzubieten.

Es sieht bei uns nicht danach aus, als ob sich die diversen Formen der Verwertung von "noch" genießbaren Lebensmitteln gegenseitig etwas wegnehmen würden. Kommt immer noch genug Essbares in den Müll.

Giftnudel
09-03-2016, 13:37
[QUOTE=zarah;44525921]Ich seh nicht ganz, was an dem dänischen Modell so "neu" ist?

]In Wien (beispielsweise) gibt es mehr als ein Dutzend Sozialmärkte, die typischerweise primär Lebensmittel (kurz vor / ggf. knapp über MHD, aber auch aus Überschussproduktion, Fehlettikettierung usw.) und Hygiene-Artikel anbieten. Zielgruppe sind je nachdem Menschen mit Einkommen von netto unter ca. 900 oder auch unter 1150 € - je nach Anbieter (bei einem gibt es keine festgesetzte Obergrenze für "bedürftig") ... mit dem entsprechenden Nachweis gibts eine Berechtigungskarte / Mitgliedskarte .. für 1 Jahr oder so. Die Ware wird üblicherweise zu maximal einem Drittel des Normalpreises verkauft, bei manchen Anbietern muss aber auch nur ein Unkostenbeitrag von 5 € pro "Abholung" bezahlt werden. Manchmal gibt es Obergrenzen für den wöchentlichen Einkauf .... ist also unterschiedlich. Die "Anbieter" sind durchwegs gemeinnützige Vereine .. bekannte Institutionen wie etwa der Samariterbund oder "Spezialisten". Also in Spektrum an Anbietern - und der Bedarf scheint leider zu wachsen.

Wers genauer wissen will, kann sich von diesem link hier weiter hanteln:https://www.wien.gv.at/sozialinfo/content/de/10/SearchResults.do?keyword=Sozialm%C3%A4rkte

Daneben gibts auch bei uns die "Tafel" die hier aber Lebensmittel (und andere Waren) nur sammelt und allein in Wien an mehr als 100 soziale Anlaufstellen verteilt (von Frauenhäusern bis zu Einrichtungen für Obdachlose, Suchtkranke, Asylanten etc. .. da nehmen die einen den anderen also nichts weg). Diese Anlafstellen geben die Lebensmittel dann gratis und gegen einen kleinen Unkostenbeitrag weiter oder verkochen sie http://www.wienertafel.at/index.php?id=399

Während also die Tafel (via diverse Institutionen) die besonders Hilfsbedürftigen (ergänzend) versorgt, fallen in die Zielgruppe der Sozialmärkte auch Leute mit kleinem Einkommen wie Mindestrentner, Studenten, Alleinerzieherinnen. Es ist also nicht "peinlich", in einen solchen Laden hinein zu gehen. Gleichzeitig verhindert der "Einkommensnachweis" (bzw. z.T. Einkaufsbeschränkungen), dass dort Geiz-Ist-Geil-Typen aufschlagen, die auf das Service nicht angewiesen sind. Die können sich bei der reduzierten Ware im Supermarkt austoben. Ist ja amittlerweile üblich, Ware kurz vorm MHD zum halben Preis oder "Überschussware" in Aktion anzubieten.

Es sieht bei uns nicht danach aus, als ob sich die diversen Formen der Verwertung von "noch" genießbaren Lebensmitteln gegenseitig etwas wegnehmen würden. Kommt immer noch genug Essbares in den Müll.[/QUOTE]
Im Gegensatz zur Tafel etc. steht wohl bei dem dänischen Konzept mMn die Vermeidung von unnötiger Lebensmittelvernichtung im Vordergrund und nicht die Versorgung sozial schwächerer Menschen. In dem Supermarkt können ja alle einkaufen.

zarah
09-03-2016, 14:34
Mir gefällts eigentlich besser, wenn Vermeidung von Lebensmittelvernichtung (oder auch Recycling von Möbel, Geschirr etc.) mit Hilfe verbunden ist ... wobei allerdings wo möglich (Geringverdiener etc.) Stigmatisierung bzw. psychologische Barrieren vermieden werden sollten.

Eine witzige Idee scheint mir etwa die online-plattform foodsharing ... keine Ahnung wie gut das funktioniert ... aber da kann ebenfalls jeder mitmachen

[QUOTE]FOODSHARING ist eine Internet-Plattform, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über FOODSHARING kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen.[/QUOTE]

Cat-lin
11-03-2016, 11:24
[QUOTE=be.creative;44514854]Ich glaube schon, dass ich verstehe, was du meinst. Bei dir kommt erschwerend hinzu, dass du aufgrund gesundheitlicher Probleme Lebensmittel bräuchtest, die du dir nicht immer finanziell erlauben kannst. Hast du denn in diesem Fall keinen Anspruch auf eine Bezuschussung?[/QUOTE]

[QUOTE=CB ist cool;44514935]Nein, habe ich nicht. ich bin sogar stolz drauf, ein paar Euro über Hilfsbedürftigkeit.!

ich bin jetzt auch hier raus, diese dämliche Unwissenheit in gutem Namen kotzt mich echt an.[/QUOTE]Sorry - es tut mir wirklich sehr leid, wenn es an dem lag, was oder wie ich es geschrieben hatte. :( Ich wußte das nicht, und hatte das Thema hier leider einfach nur unter dem Aspekt der Lebensmittel bzw. Vermeidung vom Wegwerfen gesehen.
Keine andere Wahl zu haben ist natürlich bitter, und nochmal eine ganz andere Schiene.


Finde aber gut, dass Du, da ein paar Euro drüber, da einen gewissen Ehrgeiz hast, und kannst darauf auch wirklich stolz sein :d: - mehr als andere, denen vieles mehr und leichter in den Schoß fällt. Alles Gute jedenfalls weiterhin!



Zu der Frage, ob Produkten nach dem MHD noch verkauft werden dürfen - klar:
http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/das-mindesthaltbarkeitsdatum-ist-kein-verfallsdatum
[quote]...Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum sind häufig noch gut verwendbar...

Im Handel löst ein abgelaufenes MHD kein Verkaufsverbot aus. Anbieter sind aber verpflichtet, sich davon zu überzeugen, dass das betreffende Lebensmittel einwandfrei ist. Der Preis muss nicht reduziert werden. Häufig ist das aber der Fall, weil die Produkte schnell abverkauft werden sollen.

Unnötige Geldverschwendung

... weil viele Konsumenten das MHD falsch verstehen, wandern viele Lebensmittel in den Müll, die noch gut verkauft und verzehrt werden könnten. Das ist nicht nur „rausgeworfenes“ Geld, sondern auch ökologisch und ethisch problematisch: Wesentliche Mengen an Lebensmitteln werden produziert, verarbeitet, verpackt, transportiert und gelagert – und dann vernichtet. Die Verschwendung von Rohstoffen führt zu einer unnötigen Verknappung und treibt die Preise in die Höhe.

...
Anfragen an die Verbraucherzentralen zeigen, dass über die Bedeutung des MHD häufig Unsicherheit besteht: Zum Teil setzen Verbraucher das MHD mit dem Verbrauchsdatum gleich und interpretieren es demzufolge als „Verfallsdatum“.[/quote]

Was ich auch noch nicht wußte:[Quote]http://www.lebensmittelklarheit.de/forum/mhd-abgelaufen
Auch wenn ein Käufer bewusst ein Produkt mit erreichtem oder überschrittenem MHD wählt, hat er ein Reklamationsrecht, wenn das Produkt nicht mehr einwandfrei ist. Die Reklamation muss allerdings umgehend mit dem Kassenbon erfolgen...[/quote]

be.creative
19-03-2016, 15:59
Ich möchte gerne laut schreien, wenn ich jeden verdammten Tag die Spendenaufrufe der verschiedensten Organisationen mit hungernden Kindern im TV sehe und auf der anderen Seite weiß, wie viele Lebensmittel vernichtet werden, obwohl sie noch essbar sind. :mauer:

cobrita
19-03-2016, 21:15
Richtig. Und vor allem, wenn man rechnet, was von diesen Spenden an die Org. selber geht und wie wenig an die, die das eigentlich brauchen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/18/italien-verbietet-supermaerkten-das-wegwerfen-von-lebensmitteln/
Nicht ganz das Thema aber es geht ja auch um Lebensmittel, die man "retten" will.

Geisterkatze
20-03-2016, 02:40
[QUOTE=cobrita;44566691]Richtig. Und vor allem, wenn man rechnet, was von diesen Spenden an die Org. selber geht und wie wenig an die, die das eigentlich brauchen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/18/italien-verbietet-supermaerkten-das-wegwerfen-von-lebensmitteln/
Nicht ganz das Thema aber es geht ja auch um Lebensmittel, die man "retten" will.[/QUOTE]

:d: Finde das Gesetz klasse.

Elli_76
31-03-2016, 17:27
Gerade bei Kabel 1 Abenteuer leben war ein BEricht über Wefood. Die haben den Gründer begleitet und gezeigt, wie es in dem Laden so zu ging. Die gehen wohl jeden Tag los und klappern die Märkte ab. Bekommen manchmal beschädigte Packungen, Ware, die ausgelistet wird und Sachen mit erreichtem MHD.
Der Laden öffnet erst am Nachmittag und da kann jeder hin. Ich finde das Konzept nicht schlecht. Noch besser fände ich allerding, wenn das gar nicht nötig wären. Wenn eine eingedellte Dose oder eine eingedrückte Waschmittelpackung nicht dazu führen würden, dass sie in die Tonne landen.

Jeder Supermarkt könnte sich selbst so eine Ecke mit reduzierten Waren machen. Teilweise wird das ja schon gemacht. Bei unserem kleineren Rewe stehen manchmal so 1-2 Einkaufswagen mit reduzierter Ware. Oft Kosmetik oder Fixprodukte oder jetzt Ostersachen.
Allerdings ist der Rewe schon eher zurückhaltend, was Vorräte angeht. Samstag nachmittag sieht es in der Obst- und Gemüseabteilung immer aus, wie nach einem Raubüberfall und auch im Kühlregal ist öfter mal ein Artikel vergriffen.

Lidl hat oft Lebensmittel im Kühlregal mit -30% Aufklebern versehen. Die werden ganz gut gekauft.
Warum muss das dann erst in einen andern Markt - es ginge doch auch so.

Bei den Bäckern gab es teilweise 1/2 bis 1 Stunde vor Ladenschluss die Ware zum reduzierten Preis. DAs haben sie wieder aufgegeben - weil viele Kunden erst in dieser Zeit gekommen sind - und dann gemeckert haben, dass nix mehr da ist. :dada:

Bei Marktkauf gab es mal so eine Aktion, da gab es 5 EUR (oder DM :schäm:) wenn man etwas mit überschrittenem MHD gefunden hat. Haben sie auch wieder abgeschafft, eine VErkäuferin hat mir erzählt, dass es Leute gab, die Joghurt o.ä. irgendwo im Markt versteckt hatten - hinter dem Mehl oder so - um es dann Tag später als "Fund" zu melden. Das ist doch krank.

Mich beschleicht also der Verdacht, dass wir alle auch irgendwie selbst mit Schuld sind. Weil sich manche Menschen einfach maßlos benehmen.