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Emotions
28-03-2016, 15:42
Verluste an allen Fronten: Die Niederlage des IS ist nicht mehr aufzuhalten (Stern) (http://www.stern.de/politik/ausland/niederlage-des-is-ist-nicht-mehr-aufzuhalten-6765072.html)

Man kann kaum noch so schnell Karten zeichnen wie ISIS Gelände verliert (Animierte GIF) (https://gfycat.com/FamiliarAridEskimodog), im Irak und Syrien.

Neben Friedensverhandlungen kann man sich international so langsam mit dem Thema Wiederaufbau, Entwaffnung und Sicherheit beschäftigen. Vielleicht wären UN-Truppen zur Friedenssicherung ganz gut?

Proteus
28-03-2016, 16:38
[QUOTE=Emotions;44593788]...

Neben Friedensverhandlungen kann man sich international so langsam mit dem Thema Wiederaufbau, Entwaffnung und Sicherheit beschäftigen. Vielleicht wären UN-Truppen zur Friedenssicherung ganz gut?[/QUOTE]

Friedensverhandlungen mit dem IS? :kopfkratz :nein:

Abgesehen davon stimme ich zu, so langsam dürfte das Thema Wiederaufbau und Verwaltung der zurückeroberten Gebiete ne gewisse Dringlichkeit besitzen ... ebenso das Aufspüren von IS-Terroristen und Mitgliedern der IS-Führungskader, welche versuchen sich in der Bevölkerung zu verstecken ... der Zusammenbruch des IS als "reguläre Armee" könnte wohl nun schnell gehen, aufgrund ausgehender Ressourcen und stetig sinkender Moral unter den regulären Kämpfern

koarla
28-03-2016, 16:39
Vor einem halben Jahr war es tatsächlich noch kaum vorstellbar, daß der IS bezwungen wird. Dank der Russen steht es kurz bevor. Darin liegt wohl auch das aktuelle Problem. Wie soll es weitergehen? Die USA hält sich stark zurück. Man kann nur wieder auf Putin hoffen, vielleicht kommt von ihm eine Initiative Richtung UN.
Von Europa und Merkel höre ich auch nicht viel, dabei sollten sie sich doch ihrer Verantwortung bewußt sein, nachdem die USA mal nicht vorausgeht.
Große Frage wird sein, wohin die IS-Kämpfer gehen. Aus europäischer Sicht kann man nur hoffen, daß man gewappnet ist und nicht Merkel vertraut.

Esel1234
28-03-2016, 16:44
So positiv das alles ist, dürfte das auch gefährliche Monate für weite Teile der Welt bedeuten als Rache für die sich andeutende Niederlage. Aber da bleibt wohl nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass so viele Anschläge wie möglich vorher verhindert werden.

sirius
28-03-2016, 16:50
Ich bin da jetzt kein Experte, aber ist diese Einschätzung nicht etwas verfrüht?:nixweiss:

ManOfTomorrow
28-03-2016, 17:44
Bei vielen westlichen Regierungen muss man sich ja ernsthaft die Frage stellen, ob sie Assad oder den IS mehr hassen ...

Selbst wenn der IS irgendwann komplett besiegt sein sollte, sieht es für Syrien IMO ziemlich düster aus. In diesem Machtvakuum dort werden dann neue Mitspieler ihr Glück versuchen.

Emotions
28-03-2016, 18:14
[QUOTE=sirius;44593953]Ich bin da jetzt kein Experte, aber ist diese Einschätzung nicht etwas verfrüht?:nixweiss:

[/QUOTE]

Bis IS die letzte Stadt verliert wird es noch etwas dauern, aber der Tag wird kommen und er ist unaufhaltbar (beeindruckend an der Stelle war der genaue russische Zeitplan, sie haben von Anfang an mit dieser kurzen Einsatzdauer gerechnet).

Ich glaube danach wird von IS nicht viel übrig bleiben, die Hardliner und das Kanonenfutter fallen, ob da eine gravierende Menge in den Untergrund abtaucht bleibt abzuwarten, da sind sämtliche Geheimdienste dran und ein falscher Fehler wäre für die endgültig. Je mehr Computer/Handys/Strukturen man vom IS untersuchen kann, je mehr Zusammenhänge wird man erkennen, was weltweit zu Verhaftungen führen kann.

Es gibt ja jetzt schon relativ selten Autobombenanschläge in Regierungsstädten, man filtert in den eroberten Gebieten wohl genau den Background von überlebenden Männern durch, naiv wird man sicher nicht vorgehen, die Checkpoints sorgen ja auch weitgehend für Sicherheit. Was eine Blauhelmtruppe sicher auch übernehmen könnte, dann können Opposition wie Regierung ihre Militärs zurück holen und sich auf Polizei/Geheimdienstarbeit beschränken.

Proteus
28-03-2016, 18:19
[QUOTE=sirius;44593953]Ich bin da jetzt kein Experte, aber ist diese Einschätzung nicht etwas verfrüht?:nixweiss:[/QUOTE]

Denke ich nicht unbedingt ...
eine Menge an den Einnahmen des IS basiert auf Beuteökonomie ....
i.e. neue Gebiete erobern, plündern und den Gewinn dann zum Weiterführen des Krieges einsetzen.

Daß die finanzielle Lage des IS langsam schlechter wird (durch den Mangel an neuen Eroberungen und die Bombardierung von Geld-Lagerhäusern und den ökonomischen Grundlagen des IS ausserhalb der Beuteökonomie (wie die Vorrichtungen zur Gewinnung und dem Transport von Öl)) wurde schon vor Monaten von diversen Überläufern berichtet (etwa Streichung von diversen finanziellen Vergünstigungen die IS-Kämpfern zuvor zustanden)

Damit schrumpfen die Möglichkeiten des IS, sich neue Waffen und Munition zu besorgen (zumal ja auch keine neuen Eroberungen statfinden in welchen der IS Militärgerät und Vorräte erbeuten kann ... im Gegenteil, durch die Eroberung von IS-Territorium im momentanen 3 Frontenkrieg des IS wird er sicher eine Mnege an Miliutärgerät/Vorräten verlieren) und auch drt Anreiz der Soldaten, für den IS zu kämpfen, nimmt ab (mehr Deserteure (wovon auch schon öfter berichtet wird, vor allem von Massenhinrichtungen an Deserteuren) und weniger ausländische Kämpfer welche versuchen sich IS anzuschliessen ... ebenso, wegen dem Mangel an neuen Eroberungen, keine neuen Gebiete in welchen man die Bevölkerung zum Militäördienst pressen kann)

Ich denke mir, wenn ein bestimmter Punkt erreicht wird, wo die Probleme mit der Nachschubversorgung (wegen mangelnden Vorräten und/oder Luftangriffen) überhand nehmen udn die Moral der Kämpfer eine bestimte Grenze unterschreitet, könnte der Zusammenbruch schnell gehen.

IMHO ist ein Zusammenbruch des IS (oder Rückzug auf 1-2 Städte) noch in diesem Jahr realistisch

Emotions
28-03-2016, 18:29
[QUOTE=ManOfTomorrow;44594073]

Selbst wenn der IS irgendwann komplett besiegt sein sollte, sieht es für Syrien IMO ziemlich düster aus. In diesem Machtvakuum dort werden dann neue Mitspieler ihr Glück versuchen.[/QUOTE]

Man muß diplomatischen Druck auf die Saudis und die Iraner machen, die feuern diesen Religionskrieg an, ich weiß garnicht was die mehr treibt, religiöse Motivation, pures regionales Machtstreben oder einfach der Hass aufeinander? Sie sollten mal langsam konstruktiv nach Lösungen suchen, sonst geht das Morden zwischen den Moslems weiter.

Robert1965
28-03-2016, 18:43
Neben ISIS gibt es immer noch die Al Nusra-Front (den syrischen Ableger von Al-Kaida)

titan
28-03-2016, 19:41
Es fällt aber schon auf wieweit der IS seit dem eingreifen Russlands zurück gedrängt wird. Da bombt die Koalition vorher 2 Jahre lang und Ergebnisse sah man nicht wirklich. Natürlich muss man sich keine Illusionen machen. Der Kampf wird schwer und lang.

*Blue*
28-03-2016, 19:52
[QUOTE=titan;44594421]Es fällt aber schon auf wieweit der IS seit dem eingreifen Russlands zurück gedrängt wird. Da bombt die Koalition vorher 2 Jahre lang und Ergebnisse sah man nicht wirklich. Natürlich muss man sich keine Illusionen machen. Der Kampf wird schwer und lang.[/QUOTE]


war auch mein gedanke

was haben die anders gemacht ?


wenn der krieg in Syrien tatsächlich eingedämmt wird, rechne ich allerdings ebenfalls mit vermehrten Anschlägen.
Daesh wird uns noch lang beschäftigen

titan
28-03-2016, 20:14
[QUOTE=Blu3;44594472]war auch mein gedanke

was haben die anders gemacht ?


wenn der krieg in Syrien tatsächlich eingedämmt wird, rechne ich allerdings ebenfalls mit vermehrten Anschlägen.
Daesh wird uns noch lang beschäftigen[/QUOTE]

So auf den ersten Blick würde ich sagen das die Russen weniger gegen einzelne Ziele Vorgehen . Sie Bomben seh großflächig und intensiver. Und sie haben mit der syrischen Armee auch Kräfte zur Unterstützung um Gebiete zu sichern.
Auch der Waffenstillstand und die kommenden Verhandlungen waren vorher undenkbar. Versucht haben es die kämpfenden Gruppen vorher auch,aber zustande gekommen ist nichts.

sinead_morrigan
28-03-2016, 20:28
Thank you, Russia. :) Das mediale Schweigen ist ja sehr beredt.

So richtig viel Freude kommt trotzdem nicht auf. Syrien ist jetzt in jeder Hinsicht ohnehin am Boden dank des Krieges und auch für den Westen wird es keinen Frieden geben, denn dieses Pack wird sich einfach unter anderem Namen und anderer Zusammensetzung neu formieren, die Anti-Westen-Ideologie wird die gleiche bleiben.

On a superficial note, mir ist fast das Herz zerbrochen, als ich aktuelle Bilder aus Palmyra gesehen haben. Neben dem Verlust an Menschenleben und Infrastruktur nimmt Kultur nicht die größte Bedeutung ein, und trotzdem ist es bitter zu sehen, was für ein kulturelles Erbe dort zugrunde gegangen ist.

seschix
28-03-2016, 21:20
Niederlage? Vielleicht? Aber was läuft denn jetzt in unseren Köpfen ab. Haben wir nicht ein ungutes Gefühl wenn wir in der U-Bahn, Stadion, Flughafen, Bahnhof, grossen Menschenmengen usw. uns befinden? Haben diese ganze Anschläge nicht ein Kopfkino ausgelöst. Wieso wollen immer weniger Leute verreisen, wieso stehen an der Börse die ganze Reiseunternehmen unter Druck.

Der Terror mag evtl. eine Niederlage erlitten haben (konjunktiv konjunktiv), in unseren Köpfen lebt dieser aber weiter. Leider

vergas
28-03-2016, 21:23
[QUOTE=Emotions;44594143]
Ich glaube danach wird von IS nicht viel übrig bleiben, die Hardliner und das Kanonenfutter fallen, ob da eine gravierende Menge in den Untergrund abtaucht bleibt abzuwarten, da sind sämtliche Geheimdienste dran und ein falscher Fehler wäre für die endgültig. Je mehr Computer/Handys/Strukturen man vom IS untersuchen kann, je mehr Zusammenhänge wird man erkennen, was weltweit zu Verhaftungen führen kann.
[/QUOTE]

IS hat ja wohl auch jede Menge Blanko-Ausweise erbeutet, mit denen sie gefälschte Dokumente erstellen können, um Leute in Europa einzuschleusen.


[QUOTE=Blu3;44594472]war auch mein gedanke

was haben die anders gemacht ?


wenn der krieg in Syrien tatsächlich eingedämmt wird, rechne ich allerdings ebenfalls mit vermehrten Anschlägen.
Daesh wird uns noch lang beschäftigen[/QUOTE]

Mit Assad zusammen gearbeitet, war der Westen ja immer konsequent abgelehnt hat? :nixweiss:


[QUOTE=sinead_morrigan;44594633]

On a superficial note, mir ist fast das Herz zerbrochen, als ich aktuelle Bilder aus Palmyra gesehen haben. Neben dem Verlust an Menschenleben und Infrastruktur nimmt Kultur nicht die größte Bedeutung ein, und trotzdem ist es bitter zu sehen, was für ein kulturelles Erbe dort zugrunde gegangen ist.[/QUOTE]

Es soll doch angeblich gar nicht so schlimm sein, wie befürchtet.

Quelle (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ruinen-von-palmyra-in-besseren-zustand-als-erwartet-14147727.html)

Emotions
29-03-2016, 06:40
[QUOTE=vergas;44594850]IS hat ja wohl auch jede Menge Blanko-Ausweise erbeutet, mit denen sie gefälschte Dokumente erstellen können, um Leute in Europa einzuschleusen.

[/QUOTE]

Ein kurzer Abgleich mit syrischen Behörden zeigt schnell wer da behördlich regsitriert ist und welcher Name erfunden ist. Der BND ist ja wieder in Syrien und er wird wohl genau diese Dinge und viel mehr prüfen (z.B. Bilder/Namen von syrischen Kriminellen sammeln und mit Papieren in Deutschland abgleichen), da passiert wahrscheinlich ziemlich viel.



[QUOTE]

Die Niederlagen scheinen auch auf die Moral der IS-Kämpfer zu drücken: "Wir hören ihren Funkverkehr ab. Die Anführer flehen ihre Soldaten an zu kämpfen, doch sie sagen, es sei eine verlorene Schlacht", sagte der Kommandant der irakischen Anti-Terror-Einheiten, Abdul-Ghani al-Assadi der "Washington Post". "Sie weigern sich, Befehle auszuführen und rennen weg."

Der irakische Anti-Terror-General al-Assadi beobachtet in der Folge einen Strategiewandel des IS: "Sie kämpfen nicht. Sie schicken nur Autobomben und rennen weg. Wenn wir sie umzingeln, geben sie entweder auf oder versuchen sich unter Zivilisten zu mischen."

Der IS verliert und verliert - Spiegel (http://www.spiegel.de/politik/ausland/palmyra-der-islamische-staat-is-ist-auf-dem-rueckzug-a-1084352.html)

[/QUOTE]

caesar
29-03-2016, 08:07
Man soll das Fell des Bären nicht vor der Jagd verteilen.

Mossul und Raqqa sind noch in der Hand des IS. Die weltweiten Anschläge beweisen, dass man auch abseits des nahen Ostens vorsichtig sein sollte.

Dann die Frage was mit ehemaligen IS-Söldnern aus Europa geschehen soll. Nicht alle sind fanatisiert, so dass sie den Kampf auch auf andere Weise weiterführen wollen. Aber andere vielleicht schon. Dann gibt es noch Personen, die vielleicht nie in Syrien oder Irak waren, aber trotzdem die Ungläubigen bekämpfen wollen.

Emotions
29-03-2016, 11:03
[QUOTE=caesar;44595390]

Mossul und Raqqa sind noch in der Hand des IS.

[/QUOTE]

Aber isoliert, da kommt nichts mehr rein oder raus. Beide Städte haben sich ziemlich "eingegraben", Tunnel zwischen den Häusern gegraben usw., wahrscheinlich den äusseren Stadtring vollkommen vermint und mit Sprengfallen versehen. Irgendwo in der äusländischen Medien las ich was von einem "Blitzkrieg" gegen den IS, dieses Tempo wird in Raqqa/Mossul so wohl nicht weiter gehen, aber die Zeit spielt gegen die isolierten Städte.


[QUOTE=caesar;44595390]

Dann die Frage was mit ehemaligen IS-Söldnern aus Europa geschehen soll. [/QUOTE]

Da bin ich mal gespannt auf neue offizielle Zahlen, wenn ich mich an all die Ausweise von toten IS-Kämpfern auf Twitter erinnere, da würde ich tippen 60% der IS-Touristen sind gefallen, in den letzten Hochburgen sind noch viele Ausländer.

Manitu
29-03-2016, 11:51
der Untergang der einen, ist meist der Aufstieg der anderen. Solange wie nicht Stellvertreterkriege aufhören, wird das wohl immer so weiter gehen.

D.Mayer
29-03-2016, 17:02
[QUOTE=Blu3;44594472]war auch mein gedanke

was haben die anders gemacht ?


wenn der Krieg in Syrien tatsächlich eingedämmt wird, rechne ich allerdings ebenfalls mit vermehrten Anschlägen.
[/QUOTE]

Putin hat mit einer organisierten Armee Hand in Hand zusammengearbeitet. Dazu massiver gebombt mit viel weniger Rücksicht auf dass, was sie treffen.
Haben viel mehr militärische Sachen geliefert und aktiver mitgekämpft.

Alles Sachen,die die USA nicht machen konnte mit den Rebellengruppen.
Und Putin hätte auch nicht viel erreicht, wenn er nicht Assads Bodentruppen gehabt hätte. Auch Putin hätte nicht 30t seiner eigenen Soldaten nach Syrien geschickt zum an der Front kämpfen.

Edelstahl
29-03-2016, 21:43
Halte ich für sehr (ver)früh(t) von einer Niederlage zu sprechen.

Der IS ist kein Staat etc., wo man nach der gewonnenen Schlacht die neue Flagge hisst.

Der IS ist eher ein Virus, eine kranke Form des Islam.
Er wird kleiner, schwächer - aber ist nicht in Gänze zu besiegen.

Ich denke, den IS wird es in kleinerer, abgewandelter Form noch Jahre lang geben.

sinead_morrigan
29-03-2016, 22:54
[QUOTE=vergas;44594850]

Es soll doch angeblich gar nicht so schlimm sein, wie befürchtet.

Quelle (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ruinen-von-palmyra-in-besseren-zustand-als-erwartet-14147727.html)[/QUOTE]


Auf der SZ-Seite kann man sich das Ganze auch anschauen:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/krieg-in-syrien-so-sieht-es-heute-in-palmyra-aus-1.2924141

cobrita
29-03-2016, 23:33
Rai3 hat heute einen Ausschnitt eines IS-Videos gezeigt. Da kümmert man sich liebevoll um die Waisenkinder der gefallenen Soldaten... und bildet sie schon von ganz klein auf als Soldaten aus. Koranschule und alles drum und dran. Ich glaube nicht, dass die Geschichte so schnell vorbei sein wird. Allenfalls wird es halt eine neue Gruppierung geben, das Ziel bleibt gleich. Gibt ja nicht nur denIS.

caesar
30-03-2016, 07:47
Den "Staat" kann man dadurch zerstören, dass man die Hochburgen Mosul und Raqqa erobert. Mit Wüstengebieten und wenig bevölkerten Gebieten lässt sich nicht gross Kasse machen.

Die "Ideliologie" braucht kein Terretorium, dass beherscht wird und in dem Steuern bezahlt werden. Der Dschihadismus des IS wird auf die eine oder andere Weise überleben, genauso wie bei Al Qaida.

hans
30-03-2016, 16:45
[QUOTE=sinead_morrigan;44594633]Thank you, Russia. :) Das mediale Schweigen ist ja sehr beredt.

So richtig viel Freude kommt trotzdem nicht auf. Syrien ist jetzt in jeder Hinsicht ohnehin am Boden dank des Krieges und auch für den Westen wird es keinen Frieden geben, denn dieses Pack wird sich einfach unter anderem Namen und anderer Zusammensetzung neu formieren, die Anti-Westen-Ideologie wird die gleiche bleiben.

On a superficial note, mir ist fast das Herz zerbrochen, als ich aktuelle Bilder aus Palmyra gesehen haben. Neben dem Verlust an Menschenleben und Infrastruktur nimmt Kultur nicht die größte Bedeutung ein, und trotzdem ist es bitter zu sehen, was für ein kulturelles Erbe dort zugrunde gegangen ist.[/QUOTE]

Die nächste Phase ist, sie virtualisieren und vertschüssen sich komplett ins Netz. Physische Verankerungen in Saudiland, Pakistan und Türkei unangreifbar.
Das wird nicht aufhören, solang der Westen nicht aufhört, eine Sonderstellung und Definitionsmacht über Gut und Böse zu beanspruchen.

Schwachstellen sind zweifellos vorhanden, und die Eurasier schlagen sie uns ins Gesicht:
Vereinzelung und Überindividualisierung, Antitraditionalismus, und komplete Verwundbarkeit und Beeinflussbarkeit durch "reisende" Kulturen und Identitäten, also von Diasporavölkern (heute kommen Flüchtlinge dazu die ihre Heimat aufgeben) bis globale Multis, die keine bodenständige Verwurzelung und damit keinen Respekt vor Regionen und deren Schicksal mehr haben, und sie bei guter Gelegenheit ausbeuten.
Was ist der Windschatten für Terroristen? Dass nicht der gesunde Respekt von Leuten eingefordert wird, die glauben, überall im Universum jederzeit hingehen zu können und das Maul aufzureissen, wie es ihnen grad beliebt. Als wären sie in der tiefsten Wildnis und lachen über die Barbaren dort. Sind aber wir auch gemeint.

Um hier der Argumentation eine andere Richtung zu geben,
Marina Weisband sagt, in der Zukunft werden die nationalen Grenzen schwächer, aber die Städte werden mehr Identität, mehr autarke Power und Selbstbestimmung entwickeln.
Das Leben in den Regionen wird sich trotzdem krass ändern, auch wenn man versucht, alle Fremden auszusperren.
http://www.rnz.de/kultur-tipps/kultur-regional_artikel,-Literaturnobelpreistraegerin-Alexijewitsch-im-Gespraech-mit-Marina-Weisband-_arid,175749.html

Für mich besteht die grösste Schwächung darin, dass eine Art der Polarisation herrscht, wo jeweils die andere Seite beschimpft wird, und man schaut (vermeintlich) von weit oben auf den politischen Gegner herunter. Von da oben sieht man aber auch keine Chancen und Entwicklungen, sondern nur, was man sehen will: ein Hassobjekt.

Geisterkatze
30-03-2016, 17:05
Artikel zum Thema

http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-us-kraefte-toeten-laut-berichten-is-vize-in-syrien-a-1084192.html
[QUOTE]Pentagon: USA melden Liquidierung mehrerer Top-IS-Terroristen
[/QUOTE]
http://www.n-tv.de/politik/Das-Risiko-von-Anschlaegen-in-Europa-steigt-article17336171.html
[QUOTE]Die Terrormiliz Islamischer Staat verliert immer größere Teile ihres Territoriums. Nahostexperte Stephan Rosiny erklärt den Niedergang des IS und dessen verzweifelte Rückzugsstrategie. Dringend nötig sei nun eine Exit-Strategie für ausstiegswillige Islamisten.[/QUOTE]

[QUOTE]Würden Sie die Anschläge in Paris und Brüssel aus der Sicht des IS als Erfolgsgeschichten bezeichnen?

Nein, aus Sicht des IS als Territorialstaat war das eher eine Verzweiflungstat. [/QUOTE]
Den Eindruck habe ich auch, ich frage mich, wie viele Verzweiflungstaten noch folgen werden:(.

Jetzt ist der Mann, vor dem die meisten Syrer flüchten vom Verbündeten gestärkt und kann teilweise selbst IS abwehren.
Hauptsache dort herrscht bald weider frieden. Viele Syrer werden sowieso nicht zurückgehen wollen oder sogar können, wenn sie von Assad verfolgt wurden.

SilverER
30-03-2016, 18:06
[QUOTE=Manitu;44595785]der Untergang der einen, ist meist der Aufstieg der anderen. Solange wie nicht Stellvertreterkriege aufhören, wird das wohl immer so weiter gehen.[/QUOTE]
Sehe ich ähnlich. Als Al Qaida keine Rolle mehr spielte, haben auch alle gejubelt und dann kam IS...

Geisterkatze
30-03-2016, 18:10
[QUOTE=sinead_morrigan;44594633]Thank you, Russia. :) .[/QUOTE]

Das ist doch ein Scherz, oder?
Dank Russland ist Assad wieder an der Macht, vor dem die meisten Syrer fliehen.
Außerdem hat Russland eigentlich am meisten im Nordwesten gegen die Rebellen gekämpft, um Assad zu stärken, und nicht IS.
http://www.vox.com/2016/2/16/11020140/russia-syria-bombing-maps
http://www.dw.com/en/syria-and-russia-launch-huge-offensive-on-rebels-in-aleppo/a-18786712
Anti IS Allianz hat wohl etwas mehr geschafft, da bedankt sich aber keiner.

Loxagon
30-03-2016, 18:21
[QUOTE=SilverER;44599749]Sehe ich ähnlich. Als Al Qaida keine Rolle mehr spielte, haben auch alle gejubelt und dann kam IS...[/QUOTE]

Nur das AQ den IS als "zu radikal" ablehnt. Meistens.

Emotions
30-03-2016, 18:52
Russia and US planning to liberate the Islamic State stronghold of Raqqa (Guardian) (http://www.theguardian.com/world/2016/mar/30/russia-and-us-planning-military-coordination-against-isis-in-syria)

Zur Ideologie und zur Motivation zum Kampf, die wird geschwächt wenn sie erstmal garkein Gebiet mehr kontrollieren und der Kalif, wie Gaddafi seinerzeit, blutig vor eine Kamera gezogen wird (falls er nicht längst tot ist und nur noch als Leiche gefunden wird). Der Zulauf wird wie bei AlKaida stoppen, sie müßen sich verstecken und agieren eher paranoid, die Aufklärung von Verbrechen und sie Suche nach Tätern geht dann ja auch intensiv weiter. Man kann nur Failed States unter die Arme greifen um staatliche Strukturen zu festigen, auch deren politische Bewegungen muß man verbieten, ist die beste Prävention, mit dieser Ideologie darf sich niemand mehr irgendwo auf die Strasse trauen.

Diese vielen bestialischen Verbrechen müßen eine Zäsur sein, so wie es nach dem Kriegsende der Nazis eine Zäsur gab, da kann nichts mehr gleich bleiben und man muß soviele wie möglich vor Gerichte bringen (selbst Schweden hat schon viele verurteilt weil sie bei Enthauptungsvideos nur daneben standen, was wohl die Zugehörigkeit zur Terrorgruppe beweist - und es gibt ja sooo viele dokumentierte Verbrechen von IS, damit müßte man viele am Arsch kriegen).

Ryan
30-03-2016, 19:14
Weniger IS im Nahen Osten bedeutet mehr IS und Terror bei uns

Proteus
30-03-2016, 19:37
[QUOTE=Ryan;44599963]Weniger IS im Nahen Osten bedeutet mehr IS und Terror bei uns[/QUOTE]

Weniger Territorium für den IS im nahen Osten bedeutet:
Weniger Geld welches xder IS einnimmt um Terroristen zu unterstützen.

Kein (oder weniger) Territorium und weniger Geld für den IS bedeutet auch, weniger Anreiz für Idioten (und/oder Leute welche in der westlichen Gesellschaft gescheitert sind), sich dem IS anzuschliessen (eine Menge der Leute im Westen welche sich dem IS anschliessen scheinen ja den Verlockungen zu folgen, Mitglied der gesellschaftlichen Oberschicht in den IS-Territorien zu sein, eine Frau und/oder Sexsklavin zu bekommen sowie Geld und Anerkennung).
Ohne IS-Territorien wird das wegfallen ... ohne IS-Territorien wird xder IS es auch schwerer haben, seine Propaganda unter den Leichtgläubigen zu verbreiten (vermutlich Wegfall dieser Online-"IS-Zeitschrift" ... und mehr Risiko für Anwerber des IS, beim Online-Zugang geschnappt zu werden ... dieses Risiko ist momentan ja nicht vorhanden, wenn die Bauernfänger des IS das von ihrem eigenen Territorium aus machen)

Ukeline
30-03-2016, 20:07
[QUOTE=Ryan;44599963]Weniger IS im Nahen Osten bedeutet mehr IS und Terror bei uns[/QUOTE]

Das ist eine seltsame Argumentation.

SilverER
30-03-2016, 23:20
[QUOTE=Loxagon;44599774]Nur das AQ den IS als "zu radikal" ablehnt. Meistens.[/QUOTE]
Der Punkt ist, dass es immer eine Nachfolge-Gruppierung gibt solange sich an der Situation in den jeweiligen Ländern nichts ändert. Wie heißt es so schön? Reichtum macht träge...

SilverER
30-03-2016, 23:30
[QUOTE=Proteus;44600049]Weniger Territorium für den IS im nahen Osten bedeutet:
Weniger Geld welches xder IS einnimmt um Terroristen zu unterstützen.

Kein (oder weniger) Territorium und weniger Geld für den IS bedeutet auch, weniger Anreiz für Idioten (und/oder Leute welche in der westlichen Gesellschaft gescheitert sind), sich dem IS anzuschliessen (eine Menge der Leute im Westen welche sich dem IS anschliessen scheinen ja den Verlockungen zu folgen, Mitglied der gesellschaftlichen Oberschicht in den IS-Territorien zu sein, eine Frau und/oder Sexsklavin zu bekommen sowie Geld und Anerkennung).
Ohne IS-Territorien wird das wegfallen ... ohne IS-Territorien wird xder IS es auch schwerer haben, seine Propaganda unter den Leichtgläubigen zu verbreiten (vermutlich Wegfall dieser Online-"IS-Zeitschrift" ... und mehr Risiko für Anwerber des IS, beim Online-Zugang geschnappt zu werden ... dieses Risiko ist momentan ja nicht vorhanden, wenn die Bauernfänger des IS das von ihrem eigenen Territorium aus machen)[/QUOTE]
Weniger Territorium? Das Internet ist ein großes Territorium und die Idioten, die sich dem IS anschließen, tun dies aus den verschiedensten Gründen. Idioten aus dem Westen aus anderen Gründen, als Idioten aus den jeweiligen Ländern. Geld ist dabei sicherlich ein Faktor, der zudem nicht zwangsläufig mit dem Territorium verknüpft sein muß. Solange es Zerstörung oder Krieg durch die unterschiedlichsten Gruppen in diesen Ländern gibt und fanatische Gruppen den "Soldaten" und Selbstmordattentätern einen vermeintlichen Ausweg bieten, wird es weitergehen, wie auch immer sie dann genannt werden Al Qaida, IS oder??

Und einen Twitter account neu zu eröffnen oder ein Online-Propagandamedium immer neu ins Netz zu stellen, dürfte auch nicht so schwierig sein (auch wenn es in "neuem Territorium" evtl schwieriger wird)...

Der Kampf gegen IS findet nich nur auf realem, sondern auch auf virtuellem Territorium statt. Eine interessante Untersuchung ist "The ISIS Twitter Census" (http://www.brookings.edu/~/media/research/files/papers/2015/03/isis-twitter-census-berger-morgan/isis_twitter_census_berger_morgan.pdf)

Proteus
30-03-2016, 23:38
[QUOTE=SilverER;44600868]Der Punkt ist, dass es immer eine Nachfolge-Gruppierung gibt solange sich an der Situation in den jeweiligen Ländern nichts ändert. Wie heißt es so schön? Reichtum macht träge...[/QUOTE]

Gerade sowas wie der IS war aber offenbar stark ner speziellen Situation geschuldet:
- Unterstützung durch ehemals hochrangige Mitglieder der vormaligern Baath-Regierung im Irak
- Militärische Schwäche im Irak (wo der größte Teil der Armee nur auf dem Papier bestand) u8nd Syrien (Bürgerkrieg)
- (Zu schneller) Abzug der US-Truppen aus dem Irak

Und natürlich der Tatsache dass sich unter den anfänglichen Mitgliedern des IS auch begabte Propagandisten befanden. Ohne das Propaganda hätte man sicher nicht soviele Leute unter seiner Fahen versammelt, vor allem nicht jene aus Europa, die im Allgemeinen mit fundamentalistischem Islam nicht so viel am Hut haben und denen es mehr um die vermeitnliche Kameradschaft bei IS, den Wunsch nach gesellschaftlichem Aufstieg und/oder der Befriedigung des eigenen Sadismus und/oder der Abenteuerlust (Beispiel Dennis Cuspert) ging.

Ist ja nicht so als obs ohne den IS nicht genug islamistische oder rebellische Gruppierungen gäbe, denen sich Unzufriedene oder militante religiöse Extremisten anschleissen könnten (beispielsweise die diversen Al Kaida-Ableger oder syrische Rebellengruppen) ;)

SilverER
30-03-2016, 23:45
[QUOTE=Proteus;44600901]
Gerade sowas wie der IS war aber offenbar stark ner speziellen Situation geschuldet:
- Unterstützung durch ehemals hochrangige Mitglieder der vormaligern Baath-Regierung im Irak
- Militärische Schwäche im Irak (wo der größte Teil der Armee nur auf dem Papier bestand) u8nd Syrien (Bürgerkrieg)
- (Zu schneller) Abzug der US-Truppen aus dem Irak

Und natürlich der Tatsache dass sich unter den anfänglichen Mitgliedern des IS auch begabte Propagandisten befanden.
...
Ist ja nicht so als obs ohne den IS nicht genug islamistische oder rebellische Gruppierungen gäbe, denen sich Unzufriedene oder militante religiöse Extremisten anschleissen könnten (beispielsweise die diversen Al Kaida-Ableger oder syrische Rebellengruppen) ;)[/QUOTE]
Genau, und unter den richtigen Randbedingungen kann auch aus jeder dieser kleinen Extremistengruppen ein neuer IS entstehen...

Proteus
30-03-2016, 23:47
[QUOTE=SilverER;44600889]Weniger Territorium? Das Internet ist ein großes Territorium und die Idioten, die sich dem IS anschließen, tun dies aus den verschiedensten Gründen. Idioten aus dem Westen aus anderen Gründen, als Idioten aus den jeweiligen Ländern. Geld ist dabei sicherlich ein Faktor, der zudem nicht zwangsläufig mit dem Territorium verknüpft sein muß. Solange es Zerstörung oder Krieg durch die unterschiedlichsten Gruppen in diesen Ländern gibt und fanatische Gruppen den "Soldaten" und Selbstmordattentätern einen vermeintlichen Ausweg bieten, wird es weitergehen, wie auch immer sie dann genannt werden Al Qaida, IS oder??

Und einen Twitter account neu zu eröffnen oder ein Online-Propagandamedium immer neu ins Netz zu stellen, dürfte auch nicht so schwierig sein...[/QUOTE]

Für viele der Versprechen des IS (gutes Leben in eroberten Villen, Sexsklavinnen oder heiratsfähige Frauen etc. ) braucht man aber reales Territorium (und reale Einnahmen).
Ebenso kann man beispielsweise professionelle Filmaufnahmen von Hinrichtungen nur schlecht ohne eigenes Territorium machen ... und es macht zweifelsohne auch mehr Eindruck wenn man siegreiche Militärparaden zeigen kann, als wenn man sowas nicht hat (da keine militärisachen Erfolge ... oder gar nur noch militärischen Niederlagen).
Ebenso hat man mit eigenem Territorium eben mehr Möglichkeiten ohne Angst vor Verfolgung/Entdeckung 24 Stunden pro Tag im Internet "auf Sendung" zu sein, als wenn man es in einem anderen Staat macht (wo eventuell die Gefahr besteht dass aktiv nach einem gefahndet wird)

Diu hast Recht, es wird immer wieder Unzufriedene geben ... aber ohne die militärischen Erfolge des IS wären diese IMHO nur ne kleine unbedeutende Gruppe wie die Splittergruppen von Al Kaida ... und nicht die Bedrohung als welche der IS jetzt erscheint und für den sich aus Europa eine Menge Naivlinge auf den Weg machten um sich ihm anzuschliessen

Proteus
30-03-2016, 23:49
[QUOTE=SilverER;44600907]Genau, und unter den richtigen Randbedingungen kann auch aus jeder dieser kleinen Extremistengruppen ein neuer IS entstehen...[/QUOTE]

Da stimme ich zu ...
weswegen der Westen nach Zerschlagung des IS gut daran täte, zu verhindern dass die Randbedingungen wieder entstehen

SilverER
31-03-2016, 00:00
[QUOTE=Proteus;44600908]Für viele der Versprechen des IS (gutes Leben in eroberten Villen, Sexsklavinnen oder heiratsfähige Frauen etc. ) braucht man aber reales Territorium (und reale Einnahmen).
Ebenso kann man beispielsweise professionelle Filmaufnahmen von Hinrichtungen nur schlecht ohne eigenes Territorium machen ... und es macht zweifelsohne auch mehr Eindruck wenn man siegreiche Militärparaden zeigen kann, als wenn man sowas nicht hat (da keine militärisachen Erfolge ... oder gar nur noch militärischen Niederlagen).
Ebenso hat man mit eigenem Territorium eben mehr Möglichkeiten ohne Angst vor Verfolgung/Entdeckung 24 Stunden pro Tag im Internet "auf Sendung" zu sein, als wenn man es in einem anderen Staat macht (wo eventuell die Gefahr besteht dass aktiv nach einem gefahndet wird)

Diu hast Recht, es wird immer wieder Unzufriedene geben ... aber ohne die militärischen Erfolge des IS wären diese IMHO nur ne kleine unbedeutende Gruppe wie die Splittergruppen von Al Kaida ... und nicht die Bedrohung als welche der IS jetzt erscheint und für den sich aus Europa eine Menge Naivlinge auf den Weg machten um sich ihm anzuschliessen[/QUOTE]
Wie groß müßte so ein reales Territorium sein? Der IS ist kein Staat, kann also versuchen, sich in anderes Territorium zurückzuziehen und sich dort neu formieren und definieren. Allerdings ist es ein Manko, wenn militärische Erfolge ausbleiben. Wie gut kann man dies durch terroristische Anschlagserfolge kompensieren? Was tun die anderen "Mitspieler" in diesem "Spiel"?

Manitu
31-03-2016, 00:01
[QUOTE=Proteus;44600901]Gerade sowas wie der IS war aber offenbar stark ner speziellen Situation geschuldet:
- Unterstützung durch ehemals hochrangige Mitglieder der vormaligern Baath-Regierung im Irak
- Militärische Schwäche im Irak (wo der größte Teil der Armee nur auf dem Papier bestand) u8nd Syrien (Bürgerkrieg)
- (Zu schneller) Abzug der US-Truppen aus dem Irak

Und natürlich der Tatsache dass sich unter den anfänglichen Mitgliedern des IS auch begabte Propagandisten befanden. Ohne das Propaganda hätte man sicher nicht soviele Leute unter seiner Fahen versammelt, vor allem nicht jene aus Europa, die im Allgemeinen mit fundamentalistischem Islam nicht so viel am Hut haben und denen es mehr um die vermeitnliche Kameradschaft bei IS, den Wunsch nach gesellschaftlichem Aufstieg und/oder der Befriedigung des eigenen Sadismus und/oder der Abenteuerlust (Beispiel Dennis Cuspert) ging.

Ist ja nicht so als obs ohne den IS nicht genug islamistische oder rebellische Gruppierungen gäbe, denen sich Unzufriedene oder militante religiöse Extremisten anschleissen könnten (beispielsweise die diversen Al Kaida-Ableger oder syrische Rebellengruppen) ;)[/QUOTE]

die hatten aber auch genug Geldgeber oder welche die mit ihnen Geschäften machten, gebilligt von den Golfstaaten und dem westen, ohne diese Unterstützung wäre es nie so weit gekommen. Selbst die Türkei hat sich fleißig beteiligt, weil sie alle eines gemeinsam hatten, sie wollten assad los werden.

Manitu
31-03-2016, 00:03
[QUOTE=Proteus;44600911]Da stimme ich zu ...
weswegen der Westen nach Zerschlagung des IS gut daran täte, zu verhindern dass die Randbedingungen wieder entstehen[/QUOTE]

der westen wird wieder jemanden finden, den sie liebend gerne los werden wollen, aber dafür muss man dann die Gegner finanzieren und aufbauen.

HanneIore
31-03-2016, 11:29
http://www.arte.tv/guide/de/064537-000-A/inside-rakka-is-deserteure-packen-aus

Inside Rakka: IS-Deserteure packen aus
Dienstag, 05. April um 8:55 Uhr (52 Min.)
Erstausstrahlung am Donnerstag, 17.03. um 8:50 Uhr

"Im Südosten der Türkei, weniger als hundert Kilometer vom kriegszerrütteten Syrien entfernt, geht ein geheimes Netzwerk erhebliche Risiken ein, um IS-Deserteure aus dem Land zu schleusen. Erstmals erklären sich ehemalige Terrorkämpfer bereit, offen und im Detail über ihre Rolle in der Terrormiliz und ihr Leben unter dem Joch des Islamischen Staates zu sprechen."

Vielleicht möchte der eine oder andere die Doku ja nach- (oder vor-)schauen. Wirft leider mehr Fragen auf, als beantwortet werden.. aber wann wäre es je anders.

bammbamm
31-03-2016, 12:01
wenn man die geschichte betrachtet werden doch schon wieder die selben fehler gemacht wie zuvor. die kurden wurden als kampfgruppe aufgebaut weil man sich selber nicht die finger schmutzig machen wollte, jetzt sieht man zu wie sie von einem "verbündeten" in grund und boden bombadiert werden. genau aus so einem szenario entstand al kaida

Geisterkatze
31-03-2016, 15:02
http://web.de/magazine/politik/Kampf-Islamischer-Staat-IS/amerikas-schattenkriegerjagen-is-anfuehrer-31457434
[QUOTE]Amerikas Schattenkrieger jagen IS-Anführer

Hubschrauber, Elite-Soldaten, Spionageflugzeuge: US-Präsident Barack Obama will die Terrorfürsten des IS von einer Spezialeinheit ausschalten lassen.[/QUOTE]

Emotions
31-03-2016, 15:41
[QUOTE=HanneIore;44601696]

Inside Rakka: IS-Deserteure packen aus

[/QUOTE]

Der Syrer sagt es ja ganz richtig, man wird die meisten IS-Kämpfer danach problemlos verurteilen können, weil sie praktisch alle ihre Fotos/Selfies/Videos ins Netz gestellt haben, da braucht man dann nicht lange diskutieren (die syrische Armee hat auch schon viele Kämpfer verhaftet eben weil sie sich selbst gefilmt haben).

Auf Phönix lief eine Doku mit einem ägyptischen Sicherheitsbeamten der vor IS-Rückkehrern warnte, egal wie sehr sie es nach aussen auch bereuen, sie sind/waren Teil einer Terrororganisation und rechtlich gesehen hört da der Spaß auf, in der Regel gibts da lange Haftstrafen und keine "Rückkehrer-Programme".

hans
31-03-2016, 17:17
[QUOTE=Ryan;44599963]Weniger IS im Nahen Osten bedeutet mehr IS und Terror bei uns[/QUOTE]

kurzfristig, aber wenn das vehikel militärisch zerschlagen ist, und die syrische ordnung in den relevanten städten hergestellt ist (ob schön oder unschön), dann verhungert diese hydra wohl in 1-2 jahren.
es müssten dann ganz andere taktiken wieder aufgewärmt werden.

türkei und saudis müssten raus kommen und farbe bekennen, in welche richtung es gehen soll. denn das sind dann die physischen standbeine des politischen islam oder faschistischen jihadismus (im bereich sunniten).

afrika ist wieder eine andere sache. libyen ist ein kandidat für den nächsten schauplatz. ausserdem urwaldgegenden.
und dabei wird eines nicht berücksichtigt: der einfluss chinas. die rollen vom süden her die szene auf, mit industrialisierung, eisenbahn, arbeitsethik usw., und china ist ein klarer feind des islamismus.
der unterschied ist, dass länder wie nigeria so stark sind, dass selbst china keinen allzu grossen einfluss auf gesellschaftliche entwicklungen hat. da müssten europa, china, und moderne araber zusammenarbeiten, und positiven kontakt zu den afrozentristen schaffen.
denn die frage für marginalisierte afrikaner ist: panislamismus, oder afrozentristen (die auch indigene religionen unterstützen). es geht dabei auch um den tribalismus, der selbst wieder marginalisierend wirkt.

hans
31-03-2016, 18:15
[QUOTE=Emotions;44602303]..

Auf Phönix lief eine Doku mit einem ägyptischen Sicherheitsbeamten der vor IS-Rückkehrern warnte, egal wie sehr sie es nach aussen auch bereuen, sie sind/waren Teil einer Terrororganisation und rechtlich gesehen hört da der Spaß auf, in der Regel gibts da lange Haftstrafen und keine "Rückkehrer-Programme".[/QUOTE]

Ein junger ägyptische Journalist auf France24 sagte vor einiger Zeit, dass man mit dem "deep state" rechnen müsse, der seine eigenen Dynamiken besitzt, und fast gar nicht beeinflusst werden kann, und manchmal eben auf Seiten der Muslimbrüder oder ähnlicher konservativer Gruppen steht, oder auch auf Seite des Militärs, wenn die Farbe bekennen, also wo es eine militärisch-politische Tradition gibt.
Es sei vor Allem der deep state, der die "Arabischen Frühlinge" gekippt hat.

Das könnte Einfluss darauf haben, was mit den Rückkehrern geschieht, oder auch mit denen, die das sinkende Boot IS verlassen.

(Unter deep state sind hier wohl Teile der Gesellschaft gemeint, die sich traditionell vernetzen, im deutschen Sprachraum sozusagen die Ebene v Bürgermeister, Baumeister, General, Pfarrer, Arzt und Apotheker, die auch teils untereinander verwandt sind. Das sind zugleich regionalistische Kräfte, die auch mal breiter kooperieren.)

HanneIore
31-03-2016, 19:24
[QUOTE=Emotions;44602303]Der Syrer sagt es ja ganz richtig, man wird die meisten IS-Kämpfer danach problemlos verurteilen können, weil sie praktisch alle ihre Fotos/Selfies/Videos ins Netz gestellt haben, da braucht man dann nicht lange diskutieren (die syrische Armee hat auch schon viele Kämpfer verhaftet eben weil sie sich selbst gefilmt haben).

Auf Phönix lief eine Doku mit einem ägyptischen Sicherheitsbeamten der vor IS-Rückkehrern warnte, egal wie sehr sie es nach aussen auch bereuen, sie sind/waren Teil einer Terrororganisation und rechtlich gesehen hört da der Spaß auf, in der Regel gibts da lange Haftstrafen und keine "Rückkehrer-Programme".[/QUOTE]

Ja, aber nach welchen Standards kann/sollte man sie verurteilen? In der Doku geht es ja auch um die (Ein- und Ausstiegs-) Motive der ehemaligen und immerhin freiwillig ausgestiegenen IS-Kämpfer, und das waren ja keine blutrünstigen.. und überhaupt: wer definiert, was eine Terrororganisation ist, und was Kriegspartei? Wer definiert, ob Schreibtischtäter, Nobelpreisträger oder ein "wahrer" Halsabschneider "das Böse" ist? Wer definiert, welche Ressource terror- oder kriegsmäßig zu beschaffen politically correct ist?

Nenn mich bekloppt, aber nachdem ich die Doku jetzt mehrfach angesehen habe, kann ich sogar eine gewisse Zuneigung zu den meisten dort Interviewten empfinden. Ich musste auch sehr oft an Parallelen sowie Unterschiede zum Dritten Reich denken (auch und insbesondere daran, dass man die damals Beteiligten nicht, wie es mit "Terror"-Ausübenden geschieht, über alles verteufelt - allgemein im Gegensatz zu "normalen" Kriegs-Protagonisten heutzutage).. und halt an die Rolle des Westens in all diesen Konflikten, und so relativiert sich für mich einiges, führt aber hier neben unzähligen vorprogrammierten Missverständnissen vielleicht sogar zu weit. Sorry dafür, aber so ist das ja manchmal bei solch vielschichtigen Fragestellungen, die des Umgangs mit den.. Fehlgeleiteten, für Europa besonders mit den Rückkehr-Willigen ist da ja nur eine.

Zu dieser Phönix-Dokumentation, hast Du da vielleicht einen link?

marble
31-03-2016, 20:24
[QUOTE=hans;44602673]kurzfristig, aber wenn das vehikel militärisch zerschlagen ist, und die syrische ordnung in den relevanten städten hergestellt ist (ob schön oder unschön), dann verhungert diese hydra wohl in 1-2 jahren.
...[/QUOTE]

Syrien ist das Eine. Mir wird in der Frage aber oft der Irak vergessen. Momentan sind da alle mit dem IS beschäftigt, aber was passiert danach? Die dortige Instabilität und das politisch-religiöse Chaos kommt dem aktuellen oder auch einem neuen IS doch nur entgegen.

Die Kurden im Nordirak haben sogar Angst vor der Befreiung Mossuls vom IS...

[QUOTE]...
Gerade hat die irakische Armee eine Offensive auf die Stadt Mossul begonnen, die seit Sommer 2014 vom IS besetzt ist. Die Peschmerga wurden von der Regierung in der irakischen Hauptstadt Bagdad darüber nicht informiert. Der Irak besteht ohnehin nur noch auf dem Papier, in der Realität ist er zerfallen in einen kurdischen, einen schiitischen und einen sunnitischen Teil. Man redet kaum noch miteinander, bekriegt sich eher.

Die Menschen in Kurdistan fürchten sich vor einer Befreiung Mossuls vom IS. "Denn das, was danach kommt, dürfte noch schlimmer sein als der IS", sagt ein Peschmerga-General. "Wer hat dann das Sagen in dieser großen multiethnischen und multireligiösen Stadt? Jeder beansprucht die Macht für sich. Sollte Haschd al-Schaabi, die Kontrolle übernehmen, dann gnade uns Gott!" Haschd al-Schaabi sind schiitische Milizen, die "Volksmobilisierungseinheiten". Diese Truppen rief die schiitisch geprägte irakische Regierung als Instrument im Kampf gegen den IS ins Leben. An Grausamkeit und Brutalität stehen sie dem IS in nichts nach.
...[/QUOTE]

spon (http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-jesidinnen-in-sindschar-kaempfen-gegen-den-is-a-1084396.html)

HanneIore
31-03-2016, 20:39
Ich glaube, eigentlich suchen die meisten "nur" alle wieder eine Heimat, die ihnen, vor allem im letzten Jahrzehnt, erst so RICHTIG "abhanden gekommen ist", indem "man" ihnen schlicht weltweit den Krieg erklärte und Heimaten nahezu dem Erdboden gleichmachte.
War es nicht so?

Wie macht man das, als Unzählige - eine neue Heimat finden? Am besten?

Noch dazu als Moslem?

Emotions
01-04-2016, 01:02
[QUOTE=marble;44603388]

Die Kurden im Nordirak haben sogar Angst vor der Befreiung Mossuls vom IS...

[/QUOTE]

In Syrien und im Irak wird man um ein Föderalismus-System nicht herum kommen, also mehr Autonomie für die Regionen, damit können die Kurden wahrscheinlich gut leben.

Da ernennt IS einen neuen Emir/Commander für die Aleppo-Region und ihn trifft auf dem Weg zur Arbeit eine Rakete, vor Dienstantritt. Entweder hat man wichtige IS-Positionen infiltriert oder die Überwachung ist ausgezeichnet.

IS commander killed in strike near Syria's Raqa (http://www.nst.com.my/news/2016/03/136424/commander-killed-strike-near-syrias-raqa)

hans
01-04-2016, 05:45
[QUOTE=marble;44603388]Syrien ist das Eine. Mir wird in der Frage aber oft der Irak vergessen. Momentan sind da alle mit dem IS beschäftigt, aber was passiert danach? Die dortige Instabilität und das politisch-religiöse Chaos kommt dem aktuellen oder auch einem neuen IS doch nur entgegen.

Die Kurden im Nordirak haben sogar Angst vor der Befreiung Mossuls vom IS...



spon (http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-jesidinnen-in-sindschar-kaempfen-gegen-den-is-a-1084396.html)[/QUOTE]

klar die schiiten, das ist aber auch eine angelegenheit mit iran und russland. die müssen ihre karten auf den tisch legen. der iranische präsident ist immerhin auf einem eher friedlichen pfad.
wenn man sich auf gebiete einigt, kann dann jeder in seinem bereich bleiben und ruhe geben?

das problem fängt dort an, wo teile des irak sich russland politisch annähern, und jemand sofort wieder dagegen intrigiert und dagegen aufstachelt.

catnip
01-04-2016, 06:52
[QUOTE=HanneIore;44603082]Ja, aber nach welchen Standards kann/sollte man sie verurteilen? In der Doku geht es ja auch um die (Ein- und Ausstiegs-) Motive der ehemaligen und immerhin freiwillig ausgestiegenen IS-Kämpfer, und das waren ja keine blutrünstigen.. und überhaupt: wer definiert, was eine Terrororganisation ist, und was Kriegspartei? Wer definiert, ob Schreibtischtäter, Nobelpreisträger oder ein "wahrer" Halsabschneider "das Böse" ist? Wer definiert, welche Ressource terror- oder kriegsmäßig zu beschaffen politically correct ist?

Nenn mich bekloppt, aber nachdem ich die Doku jetzt mehrfach angesehen habe, kann ich sogar eine gewisse Zuneigung zu den meisten dort Interviewten empfinden. Ich musste auch sehr oft an Parallelen sowie Unterschiede zum Dritten Reich denken (auch und insbesondere daran, dass man die damals Beteiligten nicht, wie es mit "Terror"-Ausübenden geschieht, über alles verteufelt - allgemein im Gegensatz zu "normalen" Kriegs-Protagonisten heutzutage).. und halt an die Rolle des Westens in all diesen Konflikten, und so relativiert sich für mich einiges, führt aber hier neben unzähligen vorprogrammierten Missverständnissen vielleicht sogar zu weit. Sorry dafür, aber so ist das ja manchmal bei solch vielschichtigen Fragestellungen, die des Umgangs mit den.. Fehlgeleiteten, für Europa besonders mit den Rückkehr-Willigen ist da ja nur eine.

Zu dieser Phönix-Dokumentation, hast Du da vielleicht einen link?[/QUOTE]

Du musst Sozialarbeiterin sein:rolleyes:

Sabuha
01-04-2016, 08:01
[QUOTE=HanneIore;44603082]
In der Doku geht es ja auch um die (Ein- und Ausstiegs-) Motive der ehemaligen und immerhin freiwillig ausgestiegenen IS-Kämpfer, und das waren ja keine blutrünstigen..
[/QUOTE]
Diese Leute wollten raus, weil es ihnen vielleicht zu brutal und zu willkürlich war.
Aber drin waren sie trotzdem, weil sie für einen islamischen Staat kämpfen wollten.
Auch wenn der eine empört war, dass eine Braut geköpft wurde, weil sie die Haare offen trug, war er dennoch deshalb da, damit es wieder eine "ordentliche" Gesellschaft gibt. Das bedeutet: wo Frauen sich angemessen kleiden, wo Dieben die Hand abgehackt wird, wo Ehebruch mit dem Tode bestraft wird.
All diese Sachen WOLLTE er doch. Das sind doch blutrünstige Motive.

Aus seiner Sicht soll man einem Dieb die Hand abhacken, aber ihn als Deserteur tätscheln, weil er traumatische Erlebnisse hatte?

Sie gehören bestraft. Abhängig von der Rolle, die sie hatten.
Dabei kann man sicher berücksichtigen, ob sie "nur" Kurse besucht hatten oder ob/welche Aufgaben sie übernommen hatten. Und ihre Kooperation/Informationsbereitschaft beim Zerschlagen der IS kann sich strafmindernd auswirken.
Aber mindestens eine Überwachung dieser Personen muss bestehen.
Schließlich waren das ja nicht alles 16jährige, die in der Pubertät mal eine Identitätskrise hatten.
Sondern erwachsene Männer, die sich freiwillig gemeldet haben, weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform wollten (und vielleicht sogar weiterhin wollen)

HanneIore
01-04-2016, 08:05
@ catnip. Zuneigung bspw. wie in: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen?

Aber ich seh schon, Gefühlsduselei ist eher nicht so Dein Ding. Vielleicht kann Lüders ja bei Dir punkten?

"Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet | Michael Lüders"
https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE

HanneIore
01-04-2016, 08:12
[QUOTE=Sabuha;44604621]

Sie gehören bestraft. Abhängig von der Rolle, die sie hatten.
[/QUOTE]

Eben. Aber ich würde eben gern hinzufügen: im globalen und historischen Kontext. Nicht einseitig dämonisieren, sondern jede einzelne Rolle gegen die Motive, die Schuld und die (Nicht-)Bestrafung anderer abwägen, die unzählige Menschen mehr auf dem Gewissen haben. Sollten.
Ich habe nicht den Eindruck, dass das geschieht.

PS: Und noch eine Erläuterung zu den Ressourcen in meinem längeren posting. Darunter verstehe ich z.B. Macht, Öl, Wohlstand - aber eben auch Heimat, Wasser, ausreichende Ernährung und überhaupt das Recht auf ein Leben anderer Völker in relativem Frieden und in ihrem verdammt noch mal eigenen Tempo, nach z.B. islamischen Vorstellungen... jedenfalls aber unbehelligt vom Profitstreben z.B. westlicher Mächte, das sich eh immer unzulänglicher als Vertretung von Demokratie und Menschenrechten tarnt.

catnip
01-04-2016, 09:18
[QUOTE=Sabuha;44604621]Diese Leute wollten raus, weil es ihnen vielleicht zu brutal und zu willkürlich war.
Aber drin waren sie trotzdem, weil sie für einen islamischen Staat kämpfen wollten.
Auch wenn der eine empört war, dass eine Braut geköpft wurde, weil sie die Haare offen trug, war er dennoch deshalb da, damit es wieder eine "ordentliche" Gesellschaft gibt. Das bedeutet: wo Frauen sich angemessen kleiden, wo Dieben die Hand abgehackt wird, wo Ehebruch mit dem Tode bestraft wird.
All diese Sachen WOLLTE er doch. Das sind doch blutrünstige Motive.

Aus seiner Sicht soll man einem Dieb die Hand abhacken, aber ihn als Deserteur tätscheln, weil er traumatische Erlebnisse hatte?

Sie gehören bestraft. Abhängig von der Rolle, die sie hatten.
Dabei kann man sicher berücksichtigen, ob sie "nur" Kurse besucht hatten oder ob/welche Aufgaben sie übernommen hatten. Und ihre Kooperation/Informationsbereitschaft beim Zerschlagen der IS kann sich strafmindernd auswirken.
Aber mindestens eine Überwachung dieser Personen muss bestehen.
Schließlich waren das ja nicht alles 16jährige, die in der Pubertät mal eine Identitätskrise hatten.
Sondern erwachsene Männer, die sich freiwillig gemeldet haben, weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform wollten (und vielleicht sogar weiterhin wollen)[/QUOTE]

:d: Absolute Zustimmung.

catnip
01-04-2016, 09:19
[QUOTE=HanneIore;44604635]@ catnip. Zuneigung bspw. wie in: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen?

Aber ich seh schon, Gefühlsduselei ist eher nicht so Dein Ding. Vielleicht kann Lüders ja bei Dir punkten?

"Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet | Michael Lüders"
https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE[/QUOTE]

Zuneigung für blutrünstige Terroristen???????
Ich bin nicht verrückt.

catnip
01-04-2016, 09:23
[QUOTE=HanneIore;44604635]@ catnip. Zuneigung bspw. wie in: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen?

Aber ich seh schon, Gefühlsduselei ist eher nicht so Dein Ding. Vielleicht kann Lüders ja bei Dir punkten?

"Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet | Michael Lüders"
https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE[/QUOTE]

nein danke. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Keine Entschuldigung für Terroristen.

Sabuha
01-04-2016, 09:36
Nachtrag, da das Post geändert wurde ...

[QUOTE=HanneIore;44604635]@ catnip. Zuneigung bspw. wie in: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen?[/QUOTE]

Natürlich sollte man die Großen nicht laufen lassen.
Aber man sollte die Kleinen auch nicht verharmlosen, nur weil es Schlimmere gibt.

Das sind alles Menschen und in der Doku sieht man eben die menschliche Seite.
Angst. Sorge um die eigene Schwester. Selbst bei der heimlich gefilmten Gruppe beim Essen - sie spaßen und witzeln herum, dass man selber mitgrinst.
Och, eigentlich sind sie nett und eigentlich wollen sie das gleiche wie wir: In Frieden leben.
Oder was meinte der eine? Er wollte Respekt, Beachtung, Zuneigung.
Das ändert aber nichts daran, dass sie dann rausgehen und eine Frau köpfen, weil sie zu Unruhe zwischen den Brüdern führt.
Dann sollen sie doch die Typen kastrieren - wäre langfristig effektiver ...

An dieser Frauenverachtung ändert sich nichts, wenn sie plötzlich nicht mehr im IS sind.
Bei einem 35jährigen Deserteur nicht.
Der wird nicht plötzlich Frauen ohne Kopftuch gutheißen.
Ja, vielleicht ist er aufgrund seiner Erlebnisse gegen ihre Hinrichtung, aber ob er soweit geht, und es legalisiert sehen möchte, dass die so rumlaufen?
Glaub ich nicht.
Nicht mehr in dem Alter bzw nur in den seltensten Fällen.

HanneIore
01-04-2016, 10:11
Mit den Großen meine ich vor allem (aber nicht nur) USA, gemeinhin halt das, was man unter "dem Westen" versteht; offenbar ist das nicht deutlich geworden, u.a. deshalb der eingestellte Vortrag... sorry, ich hatte den Eindruck, sozusagen bei Adam und Eva (oder bei dem, was M. Lüders die "Ursünde" nennt) ansetzen zu müssen, und man kann manche einschlägigen Sachverhalte schlechter als Lüders erklären.

Ja, es sind alles Menschen, und zwar Menschen, Volksgruppen und Gesellschaften, die aus bestimmten Gründen so geworden sind, genau so wie Du und ich und wohl die meisten anderen. Viele waren auf einem guten, sogar aus sich heraus demokratischen Weg, bis der Westen über sie hereinbrach, bis sie von seinem Profit- und Machtstreben infiltriert und gestürzt wurden. Aber komischerweise interessieren sich die wenigsten für die Gründe, bei denen "wir" so arg mitgespielt, wenn nicht gar die tragenden Rollen innehatten?
Ist irgendwie doof, wenn man aus so unterschiedlichen Perspektiven versucht, auf einen halbwegs grünen Zweig miteinander zu kommen. :(

Proteus
01-04-2016, 10:35
[QUOTE=Sabuha;44604621]Diese Leute wollten raus, weil es ihnen vielleicht zu brutal und zu willkürlich war.
Aber drin waren sie trotzdem, weil sie für einen islamischen Staat kämpfen wollten.
Auch wenn der eine empört war, dass eine Braut geköpft wurde, weil sie die Haare offen trug, war er dennoch deshalb da, damit es wieder eine "ordentliche" Gesellschaft gibt. Das bedeutet: wo Frauen sich angemessen kleiden, wo Dieben die Hand abgehackt wird, wo Ehebruch mit dem Tode bestraft wird.
All diese Sachen WOLLTE er doch. Das sind doch blutrünstige Motive.

Aus seiner Sicht soll man einem Dieb die Hand abhacken, aber ihn als Deserteur tätscheln, weil er traumatische Erlebnisse hatte?

Sie gehören bestraft. Abhängig von der Rolle, die sie hatten.
Dabei kann man sicher berücksichtigen, ob sie "nur" Kurse besucht hatten oder ob/welche Aufgaben sie übernommen hatten. Und ihre Kooperation/Informationsbereitschaft beim Zerschlagen der IS kann sich strafmindernd auswirken.
Aber mindestens eine Überwachung dieser Personen muss bestehen.
Schließlich waren das ja nicht alles 16jährige, die in der Pubertät mal eine Identitätskrise hatten.
Sondern erwachsene Männer, die sich freiwillig gemeldet haben, weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform wollten (und vielleicht sogar weiterhin wollen)[/QUOTE]

Ich würde sagen, selbst bei 16jährigen die sich dem IS anschlossen sollte keine AUsnahme von der Bestrafung gemacht werden ... wenngleich nicht so hart wie ältere ehemalige IS-Anhänger.
Ich würde dabei auch Mädchen in dem Alter einschliessen, welche sich freiwillig dem IS anschlossen um sich mit IS-Kämpfern verheiraten zu lassen (mindestens eine Anzahl von Sozialstunden sollte für alle drin sein, abzuleisten entweder in Flüchtlingsheimen, oder im Dienste von Organisationen welche sich mit den Opfern des IS beschäftigen)

catnip
01-04-2016, 11:52
[QUOTE=HanneIore;44604866]Mit den Großen meine ich vor allem (aber nicht nur) USA, gemeinhin halt das, was man unter "dem Westen" versteht; offenbar ist das nicht deutlich geworden, u.a. deshalb der eingestellte Vortrag... sorry, ich hatte den Eindruck, sozusagen bei Adam und Eva (oder bei dem, was M. Lüders die "Ursünde" nennt) ansetzen zu müssen, und man kann manche einschlägigen Sachverhalte schlechter als Lüders erklären.

Ja, es sind alles Menschen, und zwar Menschen, Volksgruppen und Gesellschaften, die aus bestimmten Gründen so geworden sind, genau so wie Du und ich und wohl die meisten anderen. Viele waren auf einem guten, sogar aus sich heraus demokratischen Weg, bis der Westen über sie hereinbrach, bis sie von seinem Profit- und Machtstreben infiltriert und gestürzt wurden. Aber komischerweise interessieren sich die wenigsten für die Gründe, bei denen "wir" so arg mitgespielt, wenn nicht gar die tragenden Rollen innehatten?
Ist irgendwie doof, wenn man aus so unterschiedlichen Perspektiven versucht, auf einen halbwegs grünen Zweig miteinander zu kommen. :([/QUOTE]

Stimmt, die Gründe interessieren mich nicht. Mich interessiert welche Katastrophen die Terroristen in der Gegenwart anrichten.

Was diesen Lüders betrifft, sollte man seine Aussagen auch mal überprüfen und ihm nicht blind alles glauben.

Aber du kannst dir natürlich soviel Asche auf dein Haupt schütten wie du willst.

HanneIore
01-04-2016, 13:01
[QUOTE=catnip;44605064]Stimmt, die Gründe interessieren mich nicht. Mich interessiert welche Katastrophen die Terroristen in der Gegenwart anrichten.[/QUOTE]

Schlafen, ficken, fressen, geifern und hoffen, dass bloß nichts dazwischen kommt?
Manche Katastrophen muss man immerhin erst anrichten, andere posten einfach so munter drauf los.
Viel Spaß weiterhin, aber nenn Deine Ignoranz bitte unbedingt "Meinung". Du möchtest doch ernst genommen werden, oder nicht.

Sabuha
01-04-2016, 13:44
@Proteus
Mit den Jugendlichen seh ich das auch so.
Nur bei denen habe ich weniger Sorge, dass eine gefährliche Einstellung eingebrannt ist. Bei einem 35jährigen sehe ich das nicht als Phase, Irreleitung oder Selbstfindung.
Der wird dann eben statt Köpfen der Frau nur Stockhiebe fordern und sich deshalb fortschrittlich fühlen - mal bewusst plakativ formuliert.

@HanneIore
Ja, hatte dich anders verstanden.
Aber das sind abstrakte Größen. Die kann man im konkreten Fall schlecht bestrafen.
Dass die jetzigen Täter eine Folge anderer Fehler sind, ändert leider nichts daran, dass sie dennoch aus freien Stücken grausam sind.
Ein Sexualtäter, der als Kind missbraucht wurde, ist ja nicht weniger Täter, nur weil er selbst Opfer war.

HanneIore
01-04-2016, 13:53
[QUOTE=Sabuha;44605318]

@HanneIore
Ja, hatte dich anders verstanden.
Aber das sind abstrakte Größen. Die kann man im konkreten Fall schlecht bestrafen.
Dass die jetzigen Täter eine Folge anderer Fehler sind, ändert leider nichts daran, dass sie dennoch aus freien Stücken grausam sind.
Ein Sexualtäter, der als Kind missbraucht wurde, ist ja nicht weniger Täter, nur weil er selbst Opfer war.[/QUOTE]

Ja, ich bin auch nur traurig darüber. Aber vielleicht werden ja irgendwann einmal auch die "Richtigen" mit bestraft. Mehr möchte, oder erwarte ich gar nicht. Nur, dass man mal gedanklich, ganz für sich allein im Kopf seine wirklich ganz persönlichen, echten, nicht "angelernten" moralischen Einordnungen vornimmt. Und dann irgendwann auch demgemäß handelt.

catnip
01-04-2016, 14:37
[QUOTE=HanneIore;44605210]Schlafen, ficken, fressen, geifern und hoffen, dass bloß nichts dazwischen kommt?
Manche Katastrophen muss man immerhin erst anrichten, andere posten einfach so munter drauf los.
Viel Spaß weiterhin, aber nenn Deine Ignoranz bitte unbedingt "Meinung". Du möchtest doch ernst genommen werden, oder nicht.[/QUOTE]

Ach, ordinär sein kannst du auch? Toll:d:
Einen Post mit einem Attentat gleichzusetzen ist dämlich? infam?
Such dir was aus.

Emotions
01-04-2016, 17:22
[QUOTE=Proteus;44604904]Ich würde sagen, selbst bei 16jährigen die sich dem IS anschlossen sollte keine AUsnahme von der Bestrafung gemacht werden ... wenngleich nicht so hart wie ältere ehemalige IS-Anhänger.

[/QUOTE]

Ich finde es auch unverständlich wenn selbst die CDU in Talkshows über "Rückkehrer-Programme" spricht, wenn jemand mit Andreas Baader bewaffnet an Verbrechen teilgenommen hätte, dann hätte man nicht über Rückkehrer-Programme nachgedacht, der wäre für mindestens 15 Jahre weg gewesen (und die haben damals nicht mit abgeschnittenen Köpfen Selfies gemacht).

Sicherlich werden jetzt viele angesichts des eigenen Todes plötzlich Reue empfinden und flüchten, ich würde es nicht strafmildernd auslegen, würde es mit dem IS weiterhin gut laufen dann wären sie wahrscheinlich noch dabei und würden andere vom Hochhaus schmeissen oder mit dem Panzer überfahren - ISIS hat so offensichtlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, da muß man sich nichts vormachen, viele werden auch exekutiert werden (durch Kurden/Syrer/Iraker). Bis vors Gericht werden es die wenigsten schaffen, ohne es zu befürworten...

Proteus
01-04-2016, 18:36
[QUOTE=Emotions;44605839]Ich finde es auch unverständlich wenn selbst die CDU in Talkshows über "Rückkehrer-Programme" spricht, wenn jemand mit Andreas Baader bewaffnet an Verbrechen teilgenommen hätte, dann hätte man nicht über Rückkehrer-Programme nachgedacht, der wäre für mindestens 15 Jahre weg gewesen (und die haben damals nicht mit abgeschnittenen Köpfen Selfies gemacht).

Sicherlich werden jetzt viele angesichts des eigenen Todes plötzlich Reue empfinden und flüchten, ich würde es nicht strafmildernd auslegen, würde es mit dem IS weiterhin gut laufen dann wären sie wahrscheinlich noch dabei und würden andere vom Hochhaus schmeissen oder mit dem Panzer überfahren - ISIS hat so offensichtlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, da muß man sich nichts vormachen, viele werden auch exekutiert werden (durch Kurden/Syrer/Iraker). Bis vors Gericht werden es die wenigsten schaffen, ohne es zu befürworten...[/QUOTE]

Zumal sich Leute die sich IS anschlossen auch schwerlich damit herausreden können, sie hätten vorher nicht gewusst, wie brutal/menschenverachtend der IS ist. :ja:
Immerhin sind die brutalsten/menschenverachtendsten Videos jene Propagandavideos, welche der IS in der Vergangenheit zu Hauf selbst produziert hat.

Emotions
01-04-2016, 19:05
[QUOTE=Proteus;44605980]

Immerhin sind die brutalsten/menschenverachtendsten Videos jene Propagandavideos, welche der IS in der Vergangenheit zu Hauf selbst produziert hat.[/QUOTE]

Eben und so gut wie alle eingeresiten IS-Touristen haben als erstes in Syrien ein Selfie mit Kalaschnikow gemacht und Online gestellt, unter ihrem Namen, dann ein bischen neben Leichen posiert, unglaublich clever. Die US-Airforce hat durch dusselige Selfietweeds (örtlich klar eingrenzbar) deren ganze Gruppe bombardiert. Es gibt auch unzählige Beispiele für diese Fotos-Tweeds von deutschen Kämpfern, da ist jemand Zuhause ein Niemand und plötzlich steht er da mit einem Gewehr, muß man natürlich erst ein Selfie posten. Die Ermittlungsbehörden freuen sich über diesen Trend. Selten waren Terroristen so kooperativ :zahn:

Lazarus
07-04-2016, 20:25
Erneute Festnahmen wegen Terrorverdachts in München (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-terrorverdacht-zwei-maenner-in-muenchen-festgenommen-1.2940127)

Emotions
09-04-2016, 08:28
Es gibt ja viele Festnahmen zuletzt, immerhin...


Der ISIS-Alltag in Syrien: https://www.youtube.com/watch?v=IgFSVEf9n5M

SilverER
09-04-2016, 08:56
[quote]
Libyen, das nächste Schlachtfeld im Kampf gegen IS
...
Das nordafrikanische Bürgerkriegsland könnte zum Rückzugsraum der Terrormiliz werden, wenn sie in Syrien geschlagen ist. Doch genau dagegen sammeln sich jetzt Kräfte.
[/quote]
Welt (http://www.welt.de/politik/ausland/article150766273/Libyen-das-naechste-Schlachtfeld-im-Kampf-gegen-IS.html)

Emotions
09-04-2016, 13:57
In Libyen ist es ja etwas anderes wie in Syrien, wesentlich stabiler und kein Bürgerkrieg quer durchs Land, da muß man keinen "Krieg" führen, da wird es gezielte Antiterroreinsätze geben, auch sehr zielgerichtet (am besten holt man auch Russland mit ins Boot, die kennen eine solche Lage aus dem Kaukasus). Dann wird man die staatlichen Strukturen stärken, ein starker Staat läßt ISIS keinen Raum.

Ich denke mit Boko Haram, Al Shabab & Co wird es ähnlich laufen, wenn die Internationale Gemeinschaft es will, dann haben sie keine Chance. Es nutzt nichts wenn First Lady Obama mit dem Hashtag "Bring back our girls" Fotos twittert, davon läßt sich Boko Haram nicht beeindrucken, es hält sie auch nicht von Massenexekutionen und Entführungen ab, da muß man denen schon Truppen gegenüber stellen.

In jeder Stadt die in Syrien zurückerbobert wird findet man mehrere Massengräber, man darf solche Leute nicht machen lassen, was wir aber 4 Jahre getan haben - wenn diese Terrorgruppen irgendwo in der Welt Territorium einehmen, dann muß die Internationale Gemeinschaft es schnellstmöglich ändern. Sie können es eh nur in Failed States tun, im Chaos, wir sollten uns angewöhnen Chaos zu beseitigen anstatt Chaos zu schaffen.

Emotions
10-04-2016, 10:12
Man hat sich wohl gegen einen langen Häuserkampf in Raqqa/Co entschlossen.

[QUOTE]

USA verlegen B-52-Bomber nach Katar (http://www.spiegel.de/politik/ausland/katar-usa-verlegen-b-52-bomber-in-den-nahen-osten-a-1086337.html)

Die USA setzen im Kampf gegen den "Islamischen Staat" auf einen jahrzehntealten Flugzeugtyp. Die Luftwaffe hat einige ihrer B-52-Bomber in Katar stationiert.

Im Kampf gegen die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) haben die USA jetzt wieder B-52-Bomber in den Nahen Osten verlegt - zum ersten Mal seit 1991.

Die Maschinen wurden am Samstag in Katar stationiert. Laut Generalleutnant Charles Brown sollen die Langstreckenbomber zum Einsatz von Präzisionswaffen gegen die Islamisten im Irak und in Syrien verwendet werden.

[/QUOTE]


SRXIcz4fNB4

Emotions
15-04-2016, 00:55
ISIS greift nur noch die Schwächsten an, mehrere unbewaffnete Flüchtlingslager mit Frauen und Kinder. (http://www.theguardian.com/world/2016/apr/14/thousands-of-refugees-flee-for-turkish-border-after-surprise-isis-attack)

Beim Versuch die türkische Grenze zu überqueren werden Flüchtlinge dann ebenfalls beschossen...

Robert1965
15-04-2016, 07:17
Man muß kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass ein Teil dieser Waffen am Ende bei ISIS oder der al-Nusra-Front ankommen wird


Plan B für Syrien:
CIA bereitet Lieferungen von Luftabwehrwaffen an „Rebellen“ vor (http://www.wsws.org/de/articles/2016/04/15/syri-a15.html)

Emotions
15-04-2016, 14:38
Ich halte es eher für eine weitere Drohkulisse um die Friedensgespräche zu stärken, es ist so eine vorsätzlich dumme Idee, die kann niemand ernst meinen. Ausserdem sind die Gegenmaßnahmen mittlerweile sehr verbreitet, man würde damit nicht das Militär treffen, eher wohl Zivilisten.

Alle wichtigen Fahrzeuge, Gebäude, Flugzeuge und Helis sowieso, sind mit Laser-Jammer ausgerüstet, die lenken Raketen ab (siehe Foto/Video im Spoiler).




https://www.youtube.com/watch?v=N3Lz8z-YOpc

(rechts im Bild, russischer Typ)

http://i.imgur.com/CjgixFW.jpg

http://i.imgur.com/uaJtuXC.jpg

Little_Ally
19-04-2016, 12:02
Anti-Terror-Einsatz auf Mallorca: Polizei nimmt IS-Verdächtigen fest (http://web.de/magazine/politik/terror/anti-terror-einsatz-mallorca-polizei-is-verdaechtigen-fest-31502634)

redglori
19-04-2016, 12:45
[QUOTE=Little_Ally;44666198]Anti-Terror-Einsatz auf Mallorca: Polizei nimmt IS-Verdächtigen fest (http://web.de/magazine/politik/terror/anti-terror-einsatz-mallorca-polizei-is-verdaechtigen-fest-31502634)[/QUOTE]

Es gibt auch eine "allgemeine" Warnung für die Urlaubsgebiete

http://www.welt.de/politik/ausland/article154503454/Warnung-vor-Terroranschlaegen-an-Europas-Straenden.html

Emotions
19-04-2016, 18:30
Im Irak (Mount Mosul, Bashiqah) hat ISIS mit Lenkraketen einen türkischen Panzer angegriffen. Der Irak ist von den türkischen Panzern im eigenem Land auch nicht begeistert.

RT.com (https://www**********news/340188-isis-hits-turkish-tank/)

hans
20-04-2016, 05:37
ganz alternativer gedanke zum irak:
http://www.onebillionrising.org/18488/iraqi-women-freedom-activists-share-thier-protest-demands/

warum ist diese organisation im westen offenbar nicht populär? denkt mal ALLE feste drüber nach, und teilt den link.

hingegen ist diese organisation äusserst mächtig, oder war es zumindest, bis russland eingeschritten ist:
https://en.wikipedia.org/wiki/Bassma_Kodmani

redglori
21-04-2016, 18:25
Bombenanschlag auf Sikh-Tempel in Essen war Terrorakt

Nach dem Anschlag auf einen Sikh-Tempel in Essen sind zwei 16-jährige Tatverdächtige festgenommen worden.
Sie haben der Polizei zufolge einen Bezug zur islamistischen Terrorszene.

http://www.tagesspiegel.de/politik/festnahmen-mit-islamistischem-hintergrund-bombenanschlag-auf-sikh-tempel-in-essen-war-terrorakt/13481922.html

Proteus
21-04-2016, 19:58
Wobei ich mir vorstellen könnte dass die weniger mit dem IS zu tun haben, als eher mit der islamistischen Szene in Pakistan (zwischen Indien und Pakistan gibts ja einen ständig schwelenden Konflikt, auch um die umstrittene Grenzregion auf die beide Seiten Anspruch erheben)

redglori
21-04-2016, 20:13
Die dürften mit gar nichts zu tun haben, sind beide in Deutschland geboren.
Aber es gibt ja keinen allgemeinen Terror-Thread mehr und da beide wohl Sympathisanten des IS sind, hab ich es halt hier geschrieben.

Emotions
22-04-2016, 11:04
Den Terroranschlag in Essen habe ich medial verfolgt, schlimme Sache, dazu noch so junge Idioten, gerade 16 und nichts wichtigeres im Leben zu tun wie Leute abzumurksen (nur weil man sie für "ungläubige" hält).

Die Gruppen in Syrien werden auch immer kleiner, teilweise 15 Mann mit leichten Waffen, durch die abgeschnittene Versorgung können sie nicht mal mit Munition trainieren (was sie selbst auf Videos veröffentlichen, clever) - wenn die Offensive kommt dann halten diese Truppen die Armee wohl nicht lange auf, seit einiger Zeit wird um Aleppo immer mehr Militär zusammengezogen. Al Qaeda battalion trains in Aleppo (http://www.longwarjournal.org/archives/2016/04/uzbek-al-qaeda-battalion-trains-commandos-in-aleppo.php)

Emotions
23-04-2016, 17:45
Da sind ja nicht wenige westliche Spezialtruppen in Syrien.

723840304151953410

Proteus
23-04-2016, 20:18
Was den IS und Indien betrifft, so hab ich das anscheinend unterschätzt.
Offenbar laufen in Indien seit einiger Zeit islamistische Idioten rum und zerhacken sekuläre Blogger, Wissenschaftler sowie nicht muslimische Priester mit Macheten:
http://www.bbc.com/news/world-asia-36119151

Und der IS behauptet zumindest bei einigen der Attentate, dass sie dahinterstecken.

Die Stoßrichtung des IS hat die Attentäter von Essen vielleicht beeinflusst.

Emotions
24-04-2016, 00:49
In Libyen können sie ihre Positionen auch nicht halten.

Islamic State fighters retreat from bases outside Derna, Libya (http://www.longwarjournal.org/archives/2016/04/islamic-state-fighters-retreat-from-bases-outside-derna-libya.php)

caesar
24-04-2016, 10:13
[QUOTE=Proteus;44681148]Was den IS und Indien betrifft, so hab ich das anscheinend unterschätzt.
Offenbar laufen in Indien seit einiger Zeit islamistische Idioten rum und zerhacken sekuläre Blogger, Wissenschaftler sowie nicht muslimische Priester mit Macheten:
http://www.bbc.com/news/world-asia-36119151

Und der IS behauptet zumindest bei einigen der Attentate, dass sie dahinterstecken.

Die Stoßrichtung des IS hat die Attentäter von Essen vielleicht beeinflusst.[/QUOTE]

Egal ob nun IS/Al Qaida oder interne Gruppierungen: Es gibt radikale Kräfte, die intolerant gg. Atheismus und "Ketzertum" sind und bereit sind, prominente Figuren auf barbarische Weise zu töten.

Wie der Staat dazu steht ist unklar. Verhaftungen oder Verurteilungen/Todesurteile sind mir jedenfalls nicht bekannt.

Emotions
26-04-2016, 09:30
Eine "IS-Offensive" endete gestern mit 100 toten IS-Kämpfern und die IS-Führung hat 45 ihrer eigenen Leute in einem Kühlhaus erfrieren lassen, weil sie sich von der Front entfernt haben. Auch in Raqqa gab es dutzende Exekutionen von IS-Kämpfern, die Euphorie dürfte da momentan her gebremst sein (Quelle (https://www.almasdarnews.com/article/isis-executes-commanders-escaping-battlefields/))

Mehr US-Truppen, mehr russisches Hightech für den Häuserkampf.

https://www.youtube.com/watch?v=IEkZB37oxlY

spector
26-04-2016, 10:08
Wenn die IS restlos platt ist, stünde ja einer Rückführung der jetzigen Flüchtlinge nix mehr im Wege. Sind ja offenbar alles Ärzte und Ingenieure.

Proteus
27-04-2016, 17:10
IS ist offenbar knapp bei Kasse ... die IS-Führung bittet ihre Kämpfer darum, Strom zu sparen und offizielle Fahrzeuge nicht für persönliche Spritztouren zu verwenden ... derweil versuchen immer mehr IS-Kämpfer, sich vom Arzt krankschreiben zu lassen ... was eine schwierige Sache ist da es kaum Doktoren auf IS-Territorium gibt ... die meisten sind geflohen :D
Der Zustrom ausländischer Kämpfer ist anscheinend auch um 90% abgeebbt ... von 2000 pro Monat noch im letzten Jahr auf nur noch 200 pro Monat :d:

http://edition.cnn.com/2016/04/26/politics/isis-documents/index.html

Django78
27-04-2016, 17:20
Immer noch 200 zuviel - aber schön, dass was vorwärts geht :d:

Loxagon
27-04-2016, 17:32
Wobei "Vorwärts gehen" jetzt in Zusammenhang mit der IS auch wieder seltsam klingt.

Django78
27-04-2016, 17:55
[QUOTE=Loxagon;44694138]Wobei "Vorwärts gehen" jetzt in Zusammenhang mit der IS auch wieder seltsam klingt.[/QUOTE]

*grübel* stimmt, jetzt wo Dus sagst...

Emotions
27-04-2016, 18:37
Vice-News hat von einen toten ISIS-Kämpfer das Video seiner Helmkamera gesendet, es war nicht der beste Tag ihres Leben ("What It's Really Like to Fight for the Islamic State" - ohne Blut oder grausame Szenen, als der Todeskampf anfing hat man das Video geschwärtzt und beendet - vielleicht hat er noch ein paar Minuten geröchelt und Blut gespuckt, es gibt dutzende ähnlicher Fälle die nicht zensiert waren).

Viele westliche Geheimdienste (natürlich auch russische) werden an der Front gerade überrannte IS-Positionen und Dörfer aufklären (die USA wohl im Irak und bei den Kurden, die Russen beim syrischen Militär). Die werden wohl massenhaft strategisch wichtiges Material finden, die Aussagen des Militärs, über die aktuell schwachen Zustände des IS, dürften auch ziemlich exakt sein.

Wenn man zynisch wäre könnte man sagen man sollte jetzt bei der deutschen Gefährder/Lies-Verteiler/Salafisten-Szene bezahlte Tickets nach Syrien verschicken, würde sich dann von selbst erledigen, wenn sie erstmal da wären. Aber wer will da jetzt noch hin, um als letzter das Licht auszumachen und dann an die Wandt gestellt werden, bis das eigene Licht ausgeschaltet wird?

redglori
28-04-2016, 17:24
[QUOTE]Sikh-Tempel in Essen: Attentäter war in Präventionsprojekt für Salafisten

Er schwärmte vom IS. Später lobte er demnach die Pariser Terroranschläge und drohte einer jüdischen Mitschülerin, ihr "das Genick zu brechen". Er stand auch in Verdacht, eine Ausreise in den Dschihad nach Syrien geplant zu haben. Am 12. April dieses Jahres, vier Tage vor dem Attentat auf den Sikh-Tempel, nahm er mit seinen Eltern zum letzten Mal an einer "Wegweiser"-Sitzung teil.[/QUOTE]

http://www.welt.de/politik/deutschland/article154850270/Attentaeter-war-in-Praeventionsprojekt-fuer-Salafisten.html