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Zimmer101
27-05-2016, 22:01
^^ na, um dann auch mal wieder einen Thread um das umtriebige Land Nordkorea aufzumachen...:

Die staatliche Nachrichtenagentur hat Obama (anlässlich dessen Besuchs in Hiroschima) als Atomkriegsnarren bezeichnet... :-O ...:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/barack-obama-nordkorea-nennt-hiroshima-besuch-kindisch-a-1094364.html

Ich muss ja zugeben, solch eine martialische Rhetorik packt mich irgendwie... ;-) ... Fühle ich mich ertappt, wie ich vor 20 Jahren immer 'Civilization' gespielt habe.... ;-)

gruss... :)

Robert1965
28-05-2016, 00:45
Wenn ich eine von den Gedanken des hochverehrten Marschalls inspirierte KCNA-Verlautbarung nicht in ihrer ganzen gedanklichen Tiefe erfassen kann, so liegt es nicht am hochverehrten Marschall, sondern an mir ;)

hans
28-05-2016, 01:36
Nordkorea sind die Linken, von welcher speziellen Sorte, hat jeder kapiert.

Aber Südkorea sind die Rechten, und das fällt keinem so richtig auf. Ausser dem Norden, der so richtig drauf abfährt, wenn der Süden zwischen den gesitteten Zeilen ein paar Wuchteln rüber schiebt.
Die schenken sich noch lang nix.

Obama kommt auch in Japan nur halbwegs zurecht, beim Summit haben ihm die Japaner schon gesagt, eigentlich ist G7 nicht ausreichend, was die alles besprechen, geht gar nicht ohne Russland.
Und im grossen Kontext in Asien scheint er noch weniger durchzublicken.

Mereta
28-05-2016, 05:13
Seit Jahren wird spekuliert, dass das "Regime" in Nordkorea bald am Ende sein wird, aber es haelt sich offensichtlich ganz gut. Dank dem Big Brother China. Allerdings broeckelt der Support; bei jedem Atomtest aeussert die chinesische Regierung ihr Unbehagen. In der chinesischen Bevoelkerung ist Kim Jong-Un der "Kleine Dicke" und wird eher als Witzfigur betrachtet. Gar nicht lustig ist allerdings das Schicksal der Nordkoreaner, die Hunger darben oder in "Umerziehungslagern" verkommen. Es wird auf jeden Fall spannend, wie der naechste US-amerikanische Praesident (oder Praesidentin?) mit Nordkorea umgeht... Juengst hat ein nordkoreanischer Offizieller ein Treffen mit Trump als "innenpolitische Werbeveranstaltung" und "nicht ernsthaft" ausgeschlagen. Mal sehen was wird.

caesar
28-05-2016, 07:22
Den Status Quo bevorzugen alle, besonders China.

Die wollen keine Flüchtlinge aus Nordkorea an ihren Grenzen haben oder einen Bürgerkrieg nach dem Fall der Diktatorendynastie.

Hunde die bellen, beissen nicht. Nordkorea stellt keine Gefahr dar und hat nicht vor, aussenpolitisch die Weltmacht erlangen zu wollen.

Deshalb soll es so bleiben, wie es ist.

Robert1965
28-05-2016, 08:25
Die Atomwaffen sind die Lebensversicherung für Nordkorea. Hätten Milosevic, Saddam Hussein oder Gaddafi über Atomwaffen verfügt, dann wären ihre Länder nicht angegriffen worden.

caesar
28-05-2016, 10:05
Das gilt ebenso für Israel, als Abschreckung gg. potenziellen Invasoren.

Da Israel ein Kleinstaat ist, hat es keine "Landreserven" im Falle eines militärischen Konfilktes.

Obama kann so viel von einer "atomwaffenfreien Welt" reden wie er will, das bleibt ein Utopie.

Man kann nicht den Geist wieder in die Flasche sperren und so tun, als ob die die Atomwaffe nie erfunden worden wäre.

Robert1965
28-05-2016, 10:12
Ich würde als Israeli auch auf keinen Fall auf die Atomwaffen verzichten.

Eine "atomwaffenfreie Welt" würde zu mehr konventionellen Kriegen führen. Ohne das atomare "Gleichgewicht des Schreckens" (mit der garantierten gegenseitigen Vernichtung im Kriegsfalle) wäre nach 1945 der "kalte Krieg" bald zu einem "heißen Krieg" zwischen Westblock und Ostblock geworden.

gnuss
30-05-2016, 04:18
[QUOTE=hans;44810237]
Aber Südkorea sind die Rechten, und das fällt keinem so richtig auf.
beim Summit haben ihm die Japaner schon gesagt, eigentlich ist G7 nicht ausreichend, was die alles besprechen, geht gar nicht ohne Russland.
[/QUOTE]

dann hat Südkorea jetzt TPP unterzeichnet und Japan nicht? War das nicht andersrum? War es nicht die letzten Wochen so, dass Shinzo Abe sich für TPP ausgesprochen hat und Trump dagegen und Hillary ihre Meinung geändert hatte und jetzt Obama widersprecht bei TPP?

Als ob Japan jemals bei einem neuen Kalten Krieg pro Russland sein würde, vor allem wenn China pro Russland ist. Abe hat sich bei der PK mit Obama wegen dem Mord in Okinawa des US-Soldaten scharf geäussert, weil er das wohl musste angesichts der Stimmung im japanischen Volk zu diesem Ding, was ja hinsichtlich Fehlverhalten der US-Soldaten jetzt kein Einzelfall war, wenn auch sicher ein gradueller negativer Ausreißer und das war sicher auch mit der US-Delegation vereinbart, aber glaube kaum, dass er verlangt hatte Russland solle in die g8 zurückkehren. Aber wenn RT das schreibt.

Dass Südkorea ein rechtes Land ist stimmt natürlich. Aber es ist eine vielschichtige Sache. Die Freunde der unsichtbaren Hand Marktwirtschaft weisen natürlich immer wieder darauf hin wie unterschiedlich sich die beiden Koreas wirtschaftlich entwickelt haben und es ist ja auch global ein seltener Sonderfall, dass ein Land aus dem Nichts in Tigerstaaten Manier den Sprung aus der Armut in eine große, gesunde Volkswirtschaft schafft. Es wird natürlich oft nicht erwähnt, dass das unter der Knute der Militärdiktatur geschehen ist und Südkorea noch nicht lange eine Demokratie ist. Oder es wird auch nicht die hohe Suizidrate thematisiert, die oft mit den fehlenden sozialstaatlichen Strukturen und der Altersarmut zu tun haben, aber da wird Europa auch sicher immer mehr aufholen. Aber Südkorea hatte das Wirtschaftswunder auch mit politischen Richtlinien geschafft, wo eine Unternehmenskultur gezüchtet wurde, wo Hyundai und Samsung dann die Möglichkeit hatten zu Weltmarken aufzusteigen. Glaube nicht, dass man es wirklich als Protektionismus bezeichnet was Südkorea gemacht hat, aber es ist wohl auch nicht das Gleiche was in Mexiko unter Nafta gemacht wird. Aber sie sind ja auch laut thediplomat jetzt auf dem Weg des Freihandels und bald bei TPP dabei, wenn das noch länger existieren sollte
http://thediplomat.com/2015/10/the-truth-about-south-koreas-tpp-shift/

Ansonsten ist Südkorea sicher eine militaristische Gesellschaft, die sich auch soziokulturell in wesentlichen Punkten unterscheidet von den westlichen Gesellschaften, nach den Sachen die ich gelesen hatte. Man muss hier aber nochmal erwähnen, dass in Gwangju fast niemand Saenuri wählt und dass was in Gwangju 1980 passiert ist, einen Mut der linken Studenten dort offenbart hat, den die 68er Generation in westlichen Ländern nicht zeigen musste, weil Polizei/Militär nicht mit dieser Brutalität vorgingen bzw. es auch keine Diktaturen waren wie Südkorea. Unter der Einfluss den die Nomenklatura, die konservativen Eliten und die Wirtschaftstycoone in Südkorea haben ist auch in erster Linie ein Problem für die Menschen in Gwangju, die heute noch darunter leiden, dass die Elite Südkoreas aus anderen Regionen kommt. Für die Menschen in Nordkorea ist das Problem, aber imho nicht, dass Südkorea einen neuen Korea-Krieg anzetteln würde, sondern dass Südkorea aus wirtschaftlichen Motiven vor der Wiedervereinigung zurückschrecken könnte, wenn sich die Möglichkeit bieten würde irgendwann.