PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biologie Brite will Atlantik durchschwimmen


Werbung

Tzerberus
14-11-2016, 08:24
Ich habe - wie von vielen Dingen - keine Ahnung von Biologie. Aber dass ein Mensch in der Lage sein soll den Atlantik (gestartet wird von Dakar) schwimmend zu durchschwimmen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Er wird mit Sicherheit die Strömung nutzen; aber ob die immer so konstant ist?

Bei solchen Menschen frage ich mich immer, was sie antreibt und einen Hinweis findet sich auch im Bericht:

[QUOTE]Beim Bekämpfen einer Depression im Erwachsenenalter sei ihm die Idee der Atlantikquerung gekommen. "Ich musste mein Leben umkrempeln", sagt er. [/QUOTE]

Spiegel (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/brite-will-atlantik-durchschwimmen-vom-senegal-nach-brasilien-a-1121076.html)

Proteus
14-11-2016, 09:07
Der Langstreckenrekord im Schwimmen ist offenbar um die 225 km.
Und das war "nur" die Adria.

Der Langstreckenrekord für Schwimmen im Ozean hingegen ist nur 112 km (und wurde in fast 41 Stunden absolviert)

http://www.worldrecordacademy.com/sports/longest_solo_unassisted_ocean_swim_Penny_Palfrey_sets_world_recor d_112309.html

Die Distanz zwischen Dakar und Fortaleza liegt bei 3000 km.
Andererseits will er ja nur Halbtagsschwimmen (i.e. 12 Stunden und den Rest des Tages innem Begleitboot verbringen (wobei ich mich frage in wieweit eda geschummelt wird ... i.e. einfach mal nen Stückchen fahren um die Strecke abzukürzen ... statt die Position zu halten ;)))

Wenn wir großzügig annehmen dasser pro Stunde 1.5 km schafft (er muss das Ganze ja 12 Stunden lang durchalten ... realistischer wäre sogar nur 1km, denke ich) dann wäre er praktisch ein halbes Jahr auf See ... und die Hälfte der Zeit davon im Wasser.

Ich hab meine Zweifel ob er das psychisch durchhält ... und vor allem, ob seine Haut und der Rest des Körpers da mitmacht, bei dem ständigen Kontakt mit dem salzigen Wasser

Tzerberus
14-11-2016, 10:15
Und die 3.000km sind Luftlinie! Auch von Meereskunde habe ich keine Ahnung, aber ich habe mal ein Strömungsbild eingefügt in der Hoffung, dass es der Wirklichkeit entspricht. Hiernach kommen wir sicherlich auf 4.500km.

Damit wären wir doch irgendwo bei einem Jahr Schwimmen, wenn er einen Kilometer pro Stunde schafft oder etwas über 8 Monaten bei 1,5 Kilometer pro Stunde...

Wie soll das gehen?

Am Anfang ist er sogar ohne Neoprenanzug ins Wasser gestiegen. Wie lange kann denn die menschliche Haut Salzwasser ertragen, auch wenn sie sich 12 Stunden am Tag erholt?

Also meine Haut ist schon nach 15 Minuten Badewasser sehr sehr schrumpelig... :helga:

(ich weiß... das sind auch 38 Grad...)

http://www.seos-project.eu/modules/oceancurrents/images/global_currents.png

reddevil
14-11-2016, 10:51
der befolgt doch nur den routenplaner von google maps :nixweiss:

Eljot
14-11-2016, 13:33
[QUOTE=Tzerberus;45377590]Damit wären wir doch irgendwo bei einem Jahr Schwimmen, wenn er einen Kilometer pro Stunde schafft oder etwas über 8 Monaten bei 1,5 Kilometer pro Stunde...
[/QUOTE]

1 - 1.5km pro Stunde ist aber extrem langsam. Ich tippe eher über 2km.


[QUOTE=Tzerberus;45377590]Bei solchen Menschen frage ich mich immer, was sie antreibt[/QUOTE]

Ich kenne Leute, die als schnellste Menschen(schnellste Frau, schnellster Mann) mit dem Rennrad um die Welt geradelt sind(völlig auf eigener Faust). Der chnellste in knapp 3 Monaten, wo er täglich(also ohne Tag Pause) etwa 300km pro Tag geradelt ist und DIE Schnellste in etwa 150 Tagen, also über 5 Monate.

Warum macht man sowas? Weil man einfach seine Grenzen austesten will.

Proteus
14-11-2016, 14:02
[QUOTE=Eljot;45377938]1 - 1.5km pro Stunde ist aber extrem langsam. Ich tippe eher über 2km.

...[/QUOTE]

Er schwimmt 12 Stunden täglich ... und das auf hoher See, mit möglicherweise hohem Seegang /schlechtem Wetter,. ebenso möglicherweise unterschiedlichzer körperlicher Verfassung ... und, wie Tzerberus schon darlegte, möglicherweise auch mit negativem Einfluss durch Meeresströmungen.

Da erscheinen mir 1-1.5 km als Durchschnitt (also 12-18 km/Tag, wenn man von den geplanten 12 Stunden Schwimmzeit pro Tag ausgeht) realistisch (vermutlich mehr am Anfang der Reise ... wenn er noch körperlich voll dabei ist und in Landesnähe ... und immer weiter abnehmend später, auf hoher See, wo er zudem mehr und mehr mit den ständigen körperlichen Strapazen zu kämpfen hat)

Proteus
14-11-2016, 14:18
Addendum:
Hier kann man Bens Fortschritte verfolgen:
http://www.swimthebigblue.com/track-ben

Gestern (Tag 1) ist er (laut der Anzeige unten in der Google-Map) 6:42 geschwommen und hat dabei 9 Meilen (also etwa 14.5 km) zurückgelegt
Auf die Schwimmzeit aufgerechnet immerhin 2.175 km/h ... rechnet mans auf die 12 Stunden als Maßstab die er ja eigentlich (laut Spiegel-Bericht) pro Tag schwimmen will, hingegen nur 1,21 km/h

JackB
14-11-2016, 14:31
[QUOTE=Tzerberus;45377590]Und die 3.000km sind Luftlinie! Auch von Meereskunde habe ich keine Ahnung, aber ich habe mal ein Strömungsbild eingefügt in der Hoffung, dass es der Wirklichkeit entspricht. Hiernach kommen wir sicherlich auf 4.500km.

[/QUOTE]

Wie kommt ihr darauf? Er wird sicherlich die Meeresströmungen ausnutzen, im speziellen den Kanarenstrom. Schon möglich, dass er zu dem Zweck nicht die gerade Linie wählt, aber eine Verlängerung um 50% der direkten Linie sehe ich nicht, da der Kanarenstrom ja ziemlich genau entlang der Luftlinie verläuft. Und durch die Srömung erhöht sich seine Geschwindigkeit.

Eljot
14-11-2016, 14:33
Er will das ganze in etwa 4-5 Monaten schaffen also etwa 1.5 - 2 km/Tag bei 12 Stunden. Wie ich das verstehe sind da Begleitboote mit Crew die ganze Zeit bei. In den 12 Stunden wo er nicht im Wasser ist, kann er ja genug essen und sich erholen.
Man hat ja bei sowas einen Tracker mit, der genau über Satellit sehen kann wo man sich befindet und wie schnell man unterwegs ist, was auch unter anderem bei den Rad-Ereignissen überprüft, dass nicht gemogelt wird.

Ich müsste mir das Thema genauer anschauen um mir einen genauen Eindruck zu machen, aber ganz unmöglich erscheint es mir nicht.

Ich befasse mich öfters mit solchen Themen und habe selbst 6 Monate etwa 800-1000km/Woche auf dem Rennrad trainiert, um quer durch Europa nach Istanbul in max. 2 Wochen zu radeln. Interessant finde ich es auf jeden fall. Ich kann aber auf die Schnelle nicht abschätzen ob ich es für realistisch machbar halte.

JackB
14-11-2016, 14:33
[QUOTE=Proteus;45377971]
Da erscheinen mir 1-1.5 km als Durchschnitt (also 12-18 km/Tag, wenn man von den geplanten 12 Stunden Schwimmzeit pro Tag ausgeht) realistisch (vermutlich mehr am Anfang der Reise ... wenn er noch körperlich voll dabei ist und in Landesnähe ... und immer weiter abnehmend später, auf hoher See, wo er zudem mehr und mehr mit den ständigen körperlichen Strapazen zu kämpfen hat)[/QUOTE]

So sollte es nicht sein. Wenn er sich die Sache gut einteilt, sollte er sich infolge des Trainings- und Lerneffekts im Lauf der ersten Wochen steigern.

Proteus
14-11-2016, 14:37
[QUOTE=JackB;45378042]So sollte es nicht sein. Wenn er sich die Sache gut einteilt, sollte er sich infolge des Trainings- und Lerneffekts im Lauf der ersten Wochen steigern.[/QUOTE]

Lassen wir uns überraschen ... dank des verlinkten Ben-Trackers haben wir ja die Möglichkeit, seine Fortschritte über die nächsten Wochen und Monate zu verfolgen (und den Thread zur Diskussion haben wir dank Tzerberus ja auch :d: )

Tzerberus
14-11-2016, 14:38
[QUOTE=JackB;45378037]Wie kommt ihr darauf? Er wird sicherlich die Meeresströmungen ausnutzen, im speziellen den Kanarenstrom. Schon möglich, dass er zu dem Zweck nicht die gerade Linie wählt, aber eine Verlängerung um 50% der direkten Linie sehe ich nicht, da der Kanarenstrom ja ziemlich genau entlang der Luftlinie verläuft. Und durch die Srömung erhöht sich seine Geschwindigkeit.[/QUOTE]

War auf's Blaue geraten. Von so etwas habe ich keine Ahnung. Ich hatte mich an der o.a. Karte gerichtet, wonach die Strömung erst südwärts geht, bevor sie nach Westen umschwenkt. Ich bin deswegen davon ausgegangen, dass er gerade am Anfang erst mal gegen die Südströmung anschwimmen muss, bevor er die West-Strömung nutzen kann.

Sorry, sollte nicht so klingen, als wäre das eine feste Zahl. Aber aus meiner Erinnerung von Berichten über Ärmelkanaldurchquerern (ich weiß, nicht übertragbar auf den Atlantik)konnte man nie den direkten Weg nehmen. Würde mich in der Tat interessieren - wenn er es denn schafft - wieviel Prozent mehr als die 3.000km er schwimmen muss...

JackB
14-11-2016, 15:47
[QUOTE=Tzerberus;45378049]War auf's Blaue geraten. Von so etwas habe ich keine Ahnung. Ich hatte mich an der o.a. Karte gerichtet, wonach die Strömung erst südwärts geht, bevor sie nach Westen umschwenkt. Ich bin deswegen davon ausgegangen, dass er gerade am Anfang erst mal gegen die Südströmung anschwimmen muss, bevor er die West-Strömung nutzen kann.

Sorry, sollte nicht so klingen, als wäre das eine feste Zahl. Aber aus meiner Erinnerung von Berichten über Ärmelkanaldurchquerern (ich weiß, nicht übertragbar auf den Atlantik)konnte man nie den direkten Weg nehmen. Würde mich in der Tat interessieren - wenn er es denn schafft - wieviel Prozent mehr als die 3.000km er schwimmen muss...[/QUOTE]

Ärmelkanal ist tatsächlich speziell, weil es da starke, teilweise durch Gezeiten verursachte Strömungen gibt. Das heißt, die ändern ihre Richtung im Verlauf des Tages.

Die Strömungen im Atlantik sind weniger stark und besser berechenbar. Übrigens werden bekannte Strömungen seit jeher auch von der Schiff- und der Luftfahrt ausgenutzt, um Zeit und Kraftstoff zu sparen.

Was die Atlantiküberquerung Richtung Brasilien betrifft: Wenn du dir die Karte genau ansiehst, kannst du erkennen, dass der Kanarenstrom (Canary Current) vom Golfstrom nach Süden abzweigt, um entlang der iberischen Halbinsel und Westafrika die Äquatorzone zu erreichen. Von dort gibt es dann einen Strom direkt nach Westen. Es dürfte der Plan des Schwimmers sein, diese Strömung zu nutzen.

Dennis|Natascha
14-11-2016, 17:52
Mir wäre das Risiko von einem Hai gefressen zu werden zu hoch.

JackB
15-11-2016, 10:41
[QUOTE=Dennis|Natascha;45378440]Mir wäre das Risiko von einem Hai gefressen zu werden zu hoch.[/QUOTE]

Wie hoch schätzt du das Risiko ein?

Eljot
15-11-2016, 12:41
Ich tippe das Risiko im Straßenverkehr umzukommen ist wesentlich höher.

Tzerberus
21-11-2016, 10:59
Merkwürdige Aktion...

Proteus hat ja auf die Homepage von Ben hingewiesen. Hiernach scheint schon alles professionell vorbereitet und organisiert zu sein, http://www.swimthebigblue.com/.

Um seinen Weg zu dokumentieren, bedient er sich einer Live GPS Tracking Software, https://www.followmychallenge.com/en/trackers, die viele Extremsportler betreut, bzw. dokumentiert, insbesondere Extremradfahrer, was vielleicht insbesondere Eljot interessieren könnte.

Nur: Warum um Gottes willen wird seit fast fünf Tagen bezüglich der GPS-Daten: Low Battery, awaiting Data gesendet? Das wird doch wohl kaum an der Batterie liegen, Ben verbringt immerhin 12 Stunden täglich auf dem Begleitschiff. Ersatzbatterien werden die wohl kaum vergessen haben...

Egal... In den ersten drei Tagen, wo es noch Aufzeichnungen gab, hat er übrigens knapp unter 12 Meilen am Tag geschafft, also ca. 1,6 km/h.

Auf der Homepage gehen sie übrigens von 1800-2000 Meilen Gesamtentfernung aus (2900-3200km), so dass man, wenn es bei 12 Meilen täglich bleibt, von einer Gesamtdauer von 158 Tagen ausgehen kann. Auf der Homepage selber sind sie übrigens von 90-120 Tagen ausgegangen.

Aber wie gesagt anhand von drei Tagen Daten das Ganze hochzurechnen ist natürlich etwas invalide...

Proteus
21-11-2016, 11:31
Das macht absolut keinen Sinn :ja:

Zumal das Begleitschiff (der blaue Marker) ja anscheinend tatsächlich seit dem letzten Update von Bens Tracker eine Strecke zurückgelegt hat, bei welcher man annehmen kann, daß Ben auch weiterhin täglich ins Wasser steigt um seine 12 Stunden zu schwimmen.

Kanns tatsächlich sein dasse bei all den Vorbereitungen nicht dran denken, daß Tracker-Batterien regelmäßig aufgeladen oder ausgetauscht werden müssen?
Oder dasse nicht bemerken daß der Tracker irgendwelche technischen Probleme hat? (die werden ja sicher auf dem Schiff per Satellitenverbindung Zugriff aufs Internet haben, und/oder mindestens mittels Kommunikation zum Festland Informationen erhalten können daß da watt mit dem Tracker nicht stimmt)

Seltsam das Ganze :kopfkratz

Tzerberus
21-11-2016, 12:42
[QUOTE=Proteus;45396586][...]Seltsam das Ganze :kopfkratz[/QUOTE]

Zumal das Hilfs-Boot ja eingezeichnet ist und seine Position bekannt ist. Hilfsweise könnte man ja deren Position zu Hilfe nehmen. Die wird aber nicht bekanntgegeben. Vielleicht ist es ja auch nur die vermutetete Position des Bootes und nicht die reale. :nixweiss:

Zusätzlich hätten sie ja auf der Homepage unter News schreiben können, wie der Stand der Dinge ist.

Vier Möglichkeiten:

a) die sind dumm und düddelig (glaub' ich nicht)
b) es ist technisch in der Gegend des Atlantik nicht möglich eine Verbindung zum Internet herzustellen (aber was ist mit [Satelliten-]Telefon und externen Mitarbeitern die dann halt in GB an der homepage rumbasteln)?
c) die wollen aus Marketinggründen die Spannung erhöhen (wobei sowas aber auch nach hinten losgehen kann)
d) der Standort des Bootes ist lediglich ein errechneter und Ben und sein Hilfsboot sind schon längst von Piraten gefangengenommen oder von Moby Dick verschluckt worden.

Eljot
21-11-2016, 13:45
[QUOTE=Tzerberus;45396546]Um seinen Weg zu dokumentieren, bedient er sich einer Live GPS Tracking Software, https://www.followmychallenge.com/en/trackers, die viele Extremsportler betreut, bzw. dokumentiert, insbesondere Extremradfahrer, was vielleicht insbesondere Eljot interessieren könnte.
[/QUOTE]

Wo du es sagst, entdecke ich das bei deinem Link

[QUOTE]The women’s record for Furthest Distance Cycled in a Year was set 77 years ago; on January 1, 1938, a British lady named Billie Dovey (later married to take the name Fleming) set out to ride as far as she could in a year, in order to promote and inspire a healthy lifestyle for women. She rode every day, on a 3-speed road bike, and achieved an astounding 29,603 miles, often finishing the day giving a talk on the health benefits of cycling[/QUOTE]

Das finde ich interessant. Billie Davey, die die längste Distanz auf dem Rad vor 78(fast 79) Jahren hinterlegte, wollte bereits damals eine gesunde Lebensweise "promoten".
Ihre Mission hat wohl geklappt. Sie starb im Jahre 2014 mit genau 100 Jahren.:D

Tzerberus
13-12-2016, 14:11
Neuigkeiten von Ben, sieht nicht so gut aus, vgl. News (http://www.swimthebigblue.com/more/news-blog/ben)

[QUOTE]Of 30 days so far we have lost 4 to medical emergency, 7 to weather and 1 technical boat failures of engine and sail loss (not fixed or recovered from) and electrical failure from loss of generator and engine, allowing only 18 days of swimming. We are sadly 3 weeks behind and the total swim distance to date (in accordance with agreed swim rules with WOWSA and Guinness World Records) at this point is 162km which is approx 350km down on targets.

On a daily basis i'm stung by sea lice and minor jellies, a 10ft shark followed us, Dorado type fish biting me, fatigued completely, & my right arm, chest & leg is yet to recover fully from the Portuguese man of war incident that left me fighting for my life. The pain in my elbow, shoulder and kidney region is slow to go. I continue with left-sided headache and as of yesterday I keep seeing a brown image/obstruction in my left eye. I cannot wear my Arena designed wetsuit for the water temps (28-30c) and air temps (30-35c) are simply to hot.

We have no working engine, 1 headsail and rigging snapped, generator failed and only have enough power from solar for our vital watermaker, navigation and very basic comms use. We have little ability to run trackers, if at all, laptops or anything else. We ensure we are able to send WOWSA documents along with captains log for verification and that my swim watch can charge to capture all swim data for verification too. This is it and frustrates and impedes us further. Our steering cable snapped yesterday but the guys fixed it and will keep our raft moving and afloat for now.[/QUOTE]

Sie haben sehr große Probleme mit ihren Trackern, womit es vermutlich auch Probleme bei der Anerkennung irgendwelcher Rekorde geben dürfte. Mal abgesehen davon dass es so aussieht, als ob das Boot zusammenbricht und die Begleitmannschaft wohl auch nicht so viel Zeit der Abwesenheit von zu Hause eingeplant hat.

In 18 Tagen Schwimmen, hat er nach eigenen Angaben 162 Kilometer geschafft und somit lediglich 9 Kilometer am Tag. Sehr viel weniger, als er sich ursprünglich vorgenommen hatte. Bleibt es dabei würde er für die gesamte Strecke ungefähr ein Jahr brauchen. Ursprünglich ein Mal ging er von 90-120 Tagen aus.

Er wird es nicht schaffen. Trotzdem Respekt.

Shambles
17-12-2016, 23:41
Abbruch:
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Extremschwimmer-gibt-Atlantikdurchquerung-auf/story/13633818

Proteus
18-12-2016, 10:56
Über den Abbruch bin ich nicht wirklich überrascht.
Darüber wie weit größer die Probleme waren als selbst ich vermutete, hingegen schon.

Und ich glaube, auch falls er in ein paar Jahren den Versuch wiederholen wollte, würde es keinen anderen Ausgang geben (selbst wenn er die tierischen Gefahren loswerden könnte, bliebe immer noch die körperliche Auszehrung/Erschöpfung und ggf. Probleme durch den täglichen bis zu 12 stündigen Kontakt mit dem Salzwasser)

Tzerberus
18-12-2016, 11:25
[QUOTE=Proteus;45476740]Über den Abbruch bin ich nicht wirklich überrascht.
Darüber wie weit größer die Probleme waren als selbst ich vermutete, hingegen schon.

Und ich glaube, auch falls er in ein paar Jahren den Versuch wiederholen wollte, würde es keinen anderen Ausgang geben (selbst wenn er die tierischen Gefahren loswerden könnte, bliebe immer noch die körperliche Auszehrung/Erschöpfung und ggf. Probleme durch den täglichen bis zu 12 stündigen Kontakt mit dem Salzwasser)[/QUOTE]

Sehe ich ähnlich. Dass es so schnell vorbei ist und von Anfang an so viel schief ging, hätte ich nicht gedacht. Einige der interessanten Punkte (täglicher Salzwasserkontakt; Regenerationsfähigkeit; Seekrankheit bei ständigem Schwimmen im bewegten Wasser; Anzahl und Heftigkeit von Stürmen/stark bewegter See) sind ja noch gar nicht zum Tragen gekommen.

Sturm wird es bei einer so langen Strecke immer geben. Wie groß die Gefahr auf Quallen zu treffen ist, würde mich mal interessieren. Sicherlich größer als die Haigefahr. Mich hatte letztens mal eine auf den Kanaren (llag ja fast auf dem Weg von Ben) erwischt. Und das war nur 'ne Kleine und ein Streifschuss. Hat mir aber schon völlig gereicht. Neben mir hatte es eine fitte britische Lady direkter erwischt. Die ist weinend zusammengebrochen. Der Anblick hat mir auch gereicht.

Seine ursprüngliche Zeitkalkulation (90-120 Tage) scheint auch sehr utopisch gewesen zu sein. Geht man von über 200 Tagen aus, stellt sich stets die Frage nach der Finanzierbarkeit, da er ja ein ganzes Team um sich hat, das Kosten verursacht.

Eljot
18-12-2016, 14:01
Die körperlichen Strapazen sind ja etwas was man trainiert und sich dran gewöhnt. Er macht ja auch Pausen dazwischen. Die Langdistanzradler, die um die Welt geradelt sind, sassen ja auch bis zu 16 Stunden im Sattel, bzw bei Rennen wie quer durch die USA/Europa sitzen die Radler manchmal tagelang ohne Schlaf(oder nur 90 min. am Tag) im Sattel.
Dabei hat man auch mit ernormen Windboen zu tun, Gebirge und anderen Strapazen. Ich bin zwar auch Schwimmsportler aber kein Freiwasserschwimmer, weshalb ich nicht sagen kann wie 12 Stunden Salzwasser am Tag sich langfristig bemerkbar macht, aber Freiwasserschwimmen ist ja eine Sportart für sich.
Surfer sind ja auch permanent Meerwasser ausgesetzt.

Die Schwimmerin, Diana Nyad, die 180km von Kuba nach Florida geschwommen ist, hat ja auch 5 Ansätze gebraucht, bis sie es schaffte. https://en.wikipedia.org/wiki/Diana_Nyad
Proteus schrieb am Anfang des Threads, dass der längste Freiwasser-Rekord bei nur 112km liegt, aber das ist ja UN-assisted, also im Alleingang, ohne Begleitboote usw wo man zwischendurch pennt, sich ausruht, isst, Massagen, medizinische und sonstige Versorgung bekommt.