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  1. #1141
    @KrosseKrabbe:

    Es wird ein Konzert angedeutet und der Fake Bowie taucht auch nochmal auf, aber das Konzert an sich, wie im Film, wird nicht gezeigt. (auf die seltsame Anfangsszene wird kein weiterer Bezug genommen) ich finde auch nicht, das es nach 2 Folgen besser wird, höchstens, wenn man den Film oder das Buch nicht kennt oder ansonsten mit der deutschen Beliebigkeit zufrieden ist.


    Ich habe gestern nochmal den Film gesehen und zwischen dem und der Serie liegen ganze Universen. Sowohl visuell, als auch darstellerisch. Und ja, wenn man sich schon an der Marke "Christiane F" vergreift, dann muß man eben auch Vergleiche gefallen lassen, egal, ob der Film nun schon fast 40 Jahre alt ist. Der Film ist immer noch erschreckend (man vergleiche nur mal die Entzugsszenen in Film und Serie) und dadurch, das er eben nicht auf Hochglanz poliert wurde und man auf Laiendarsteller zurückgriff, die vor allem auch dem tatsächlichen Alter der Figuren entsprechen. Das auch die Figuren der Serie erst 13-14 sein sollen, wird ja Ende nochmal angedeutet, als der Zeitungsartikel zum Tod Babsi eingeblendet wird. Das man hier also auf ältere Darsteller zurückgegriffen hat, ist nicht das einzige Zeichen von totaler Mutlosigkeit. Ich hätte z.B. eine ganze Folge nur Entzug gezeigt, in allen ekligen, verstörenden Einzelheiten und nicht in ein paar Minuten, die sich sogar kürzer anfühlten, als im Film.

    Mich hat auch keine Figur irgendwie berührt oder angesprochen, trotz der angeblichen Tiefe (was hier einfach nur mit "in die Länge gezogen" übersetzen läßt). Vieles hat sich auch nur ständig wiederholt. So kann man natürlich auch Sendezeit füllen, während anderes zu kurz kam oder schlicht keinen Sinn ergab. Christiane und Co sind nun mal erst 13-14. Das allein hat schon eine ganz andere Wirkung, als wenn man hier über 20jährige nimmt, die auch keinen Tag jünger aussehen. Auch ist die Sprache im Film viel authentischer (hat eigentlich irgendwer der neuen Darsteller berlinert?), die Locations sind allesamt versifft, oftmals schlecht ausgeleuchtet (das "Sound" des Films ist eine Dunkelkammer im Vergleich zu dem Lampenladen der Serie. Wie man allein dabei auf den Gedanken kommen soll, die Serie spiele in den 70ern, erschließt sich mir nicht. Auch war mir der Soundtrack too much und zu bestimmend. Der Film kommt mit ein paar Bowiesongs (die allesamt in der ersten Hälfte zu hören sind) und einigen sparsam eingestreuten Instrumentalschnipseln aus. Ansonsten ist Ruhe. Da muß nicht jede Szene und jede gezeigte Stimmung noch mal musikalisch untermalt werden. Da sprechen die Bilder und vor allem die Darsteller für sich. Wenn man schon moderne Genres wählt, warum dann nicht wenigstens Coverversionen aus den 70ern? Diese angebliche Zeitlosigkeit der Serie wird bei mir dadurch null erreicht, vor allem, wenn dann durch Kleidung und Locations doch ausschließlich in den 70ern angesiedelt ist (bzw. sein möchte). In dem Film "Vielleicht lieber morgen" mit Emma Watson hat man das z.B. mit der Zeitlosigkeit viel besser umsetzt bekommen. Scheinbar spielt der Film in der Jetztzeit, aber es sind weder Computer noch Handys oder andere 'moderne' Gerätschaften zu sehen, so das der Film auch sonst wann spielen könnte. (Bowie's "Heroes" gibt es auch hier im Soundtrack)

    Auch die angebliche "mehr Tiefe" der Serie kam bei mir nicht an, da z.B. diverse biographische Daten von Christiane verfälscht (der gewalttätige Vater wird im Laufe der Serie quasi zum "Vater des Monats", obwohl er im Leben von Christiane irgendwann gar keine Rolle mehr spielte. Die für Christiane hat man gleich ganz weggelassen) oder umgewandelt wurden. Dann gibt es immer wieder seltsame Zeitsprünge (z.b. zwischen Folge 4 und 5) oder Szenen, die (für mich) keinen Sinn ergaben (die Traumsequenzen/ Rückblenden von Christianes Mutter wurden schon angesprochen oder wie hat es z.B. ein Polizist aus der CSSR geschafft, Ende der 70er nach Westberlin zu reisen, einen ehemaligen Häftling dabei, mit dem er scheinbar zusammen ist). Und dann dieses peinliche Ponyhof Ende, bei dem es mich nicht gewundert hätte, wenn Amazon mich anschließend direkt zu den "Bibi & Tina" Filmen weitergeleitet hätte...

    Frau Brunkhorst hat man ihre Rolle von der ersten bis zur letzten Sekunde abgenommen. Allen anderen ebenfalls. Der körperliche (und auch seelische) Verfall war selbst als Zuschauer glaubhaft und unbequem. Da tut das Zusehen auch noch fast 40 Jahren noch weh.

    Warum hat man z.B. nicht Frau Fs zweites Buch verfilmt? Ist ja nicht so, das ihr Leben nach dem "Bahnhof Zoo" uninteressant gewesen wäre? Und man hätte zumindest ansatzweise was eigenes geschaffen, als diese unnötige Serie. Die hat aber mit Christiane F soviel zu tun, wie der "Das Boot"-Aufguss mit der Petersen-Serie.

    Hier wollte man aber scheinbar auf den "Euphoria" Zug aufspringen, und "irgendwas mit Mädels und Drogen" machen, in der Hoffnung, das die Serie hierzulande noch zu unbekannt ist. Denn da gibt es all den Hochglanz, die Neonlichter, einen zeitgemäßen Soundtrack, Traumsequenzen etc... Ergeben da aber viel mehr Sinn und der Konsum und Wirkung von Drogen werden auch darstellerisch um Längen besser umgesetzt. ..

    2,4, von 5 bei den Amazonbewertungen ist in der kurzen Zeit und vor allem nach dem (fast ausschließlich positivem) Mediengewitter schon mehr als schlecht...

    Geändert von robin1 (21-02-2021 um 13:22 Uhr)

  2. #1142
    "...oder ansonsten mit der deutschen Beliebigkeit zufrieden ist."

    Also, man kann es auch echt übertreiben.

    "Warum hat man z.B. nicht Frau Fs zweites Buch verfilmt? Ist ja nicht so, das ihr Leben nach dem "Bahnhof Zoo" uninteressant gewesen wäre? Und man hätte zumindest ansatzweise was eigenes geschaffen, als diese unnötige Serie.!

    --> Warum hätte man das denn tun sollen? Vielleicht fanden die Macher das Buch nicht reizvoll oder irrelevant. Vielleicht hat sich dafür kein Geldgeber gefunden. Vielleicht wird das ja noch gemacht. Und als unnötig empfinde ich die Serie nun auch nicht.

    Ich finde tatsächlich, dass man an der Serie einiges kritisieren kann. Und ich persönlich glaube auch, dass sie eine andere Intention als der Film hat.
    Sie will meiner Meinung nach vor allem unterhalten. Und vielleicht der "heutigen Jugend" Christiane F. näher bringen. Dass sich die Macher dann künstlerische Freiheiten herausnehmen, finde ich ok.

    Ich habe etwas Probleme mit der Tatsache, dass die Serie irgendwie zeitlos wirken möchte und bewusst nicht den totalen 70er-Jahre-Look transportieren möchte. Für mich ist das pure Faulheit.

    Ich fand auch nicht alle Schauspieler stark bzw. gut. Von Christianes Clique fand ich die weiblichen Schauspielerinnen deutlich besser als männlichen. Wobei die Darstellerin der Christiane mich auch nicht besonders berührt hat; dafür fand ich die von Stella und vor allem die von Babsi ziemlich gut.

    Den Film habe ich mal vor Jahren angefangen und nach einiger Zeit dann beendet, weil er mir damals zu reportagenmäßig rüberkam. Vielleicht gebe ich ihm noch einmal eine Chance. Allerdings ist mein Interesse an Christiane F. jetzt auch erst einmal etwas ausgeschöpft.
    Verstehen Sie?

  3. #1143
    Zitat Zitat von freddimaus Beitrag anzeigen
    "...oder ansonsten mit der deutschen Beliebigkeit zufrieden ist."

    Also, man kann es auch echt übertreiben.
    Ich sag lieber nicht, was ich eigentlich statt "Beliebigkeit" geschrieben hatte.

    Ich tue mich ja bekanntermaßen wirklich schwer mit deutschen Produktionen, aber ich gebe denen immer wieder eine Chance. Allerdings: Wenn ich eine BBC Serie gucke, die in egal welcher Zeit spielt, dann bekomme ich auch genau diese Zeit geliefert. Und da ist es egal, ob sich um eine leichte Serie wie "Father Brown" oder Serien wie "World on Fire" handelt. Ausstattung und Requisite sind stets on Point. Und zwar ohne, das es angestrengt oder künstlich aussieht. Bei deutschen Produktion gibt es nur ganz ganz wenige, bei denen ich die Zeit auch gespürt habe, in der sie angesiedelt waren. Die 70er hat z.B. Fatih Akim sehr gut im "Goldenen Handschuh" eingefangen. Da hat man das Elend durch den Bildschirm riechen können. Auch "Weissensee" wirkt meistens sehr authentisch. Bei Filmen fallen mir spontan "Zuckersand" und "Ballon" ein. Ansonsten wirkt das meiste (zuletzt in der 3. "Charite" Staffel wieder gesehen) historische zu sehr nach Studiokulisse.

    Zu dem Rest:

    Was wollte die Serie denn ausdrücken? Drogen sind doof und machen dich kaputt? Das kam nur sehr bedingt und auch sehr, sehr spät rüber. Ein Portrait der Jugend in den 70ern fällt auch flach, da man ja "zeitlos" sein wollte, bzw, scheinbar selbst nicht genau wußte, in welcher Zeit man nun spielen wollte. Da hätte man dann Bowie und am Ende die Stern-Reporter weglassen müssen.

    Stella fand ich auch noch am interessantesten, die hatte aber gefühlt die wenigste Screentime. Gerade ihre Wandlung am Schluß zeigte, was in der Figur steckte und was die 7 Folgen zuvor so gut wie nicht genutzt wurde. Die Handlung um Babsi war mir zu abgehoben. (Wer war eigentlich der Typ, mit dem sie immer wieder geredet hat??) und Christiane war halt da, hat aber auf mich keinerlei Eindruck gemacht. (auch weil, die familiären Verhältnisse hier ganz anders waren, als im Buch/ Film)

    Wenn man halt den Fokus auf die Clique legen wollte, hätte ich die Serie ganz anders aufgebaut: Jede Folge eine Figur in den Mittelpunkt gesetzt und deren Schicksal erzählt. Wie schon erwähnt, hätte ich auch den Entzug von Christiane und ihrem Freund viel ausführlicher gezeigt (das ist im Film eine der Schlüsselszenen, und selbst heute nur sehr schwer zu ertragen), schon allein um zu zeigen, das es eben nicht so einfach ist, wieder aufzuhören. (auch das kommt im Film viel besser rüber, da Christiane Heroin zuerst nur schnüffelt und nicht spritzt, weil sie meinte, das sie dadurch nicht süchtig werden würde.)

    Ja, der Film wirkt wie eine Doku, ich finde das aber bei dem Thema nicht die schlechteste Art und Weise der Darstellung. Das Buch ist ja auch ein Sachbuch und kein Roman.

    Apropos Film: Ein sehr interessantes Interview mit dem Darsteller des "Detlef" und was er heute so macht: https://www.n-tv.de/leute/tv/Wie-Det...e22367680.html

  4. #1144
    Der Typ, mit dem Babsi immer mal wieder geredet hat, war ihr toter Vater (der wohl ertrunken ist).
    Gerade Babsi (also die Rolle) und auch die Schauspielerin fand ich gut und auch anrührend - sie wirkte so fragil, teilweise noch sehr naiv und trotz der ganzen Scheiße auch irgendwie noch kindlich-optimistisch (z. B. als sie den Luftballon für die Beerdigung holt). Wie sie dann zum Schluss ganz blutig und geschunden war - da musste ich schon schlucken.

    Und ja - Stellas Rolle fand ich auch deutlich interessanter als z. B. die von Christiane (die echte Christiane fand ich - also was ich später an Interviews mit ihr gesehen habe - eher langweilig/belanglos) - sie hätte mehr Sendezeit verdient gehabt.

    Zum Entzug - ich kann verstehen, dass man das hätte länger/intensiver sehen wollen. Wäre für die Schauspieler sicherlich auch eine interessante Herausforderung gewesen.
    Ich persönlich brauche nicht 30 Minuten (jetzt einfach mal als abstrakte Zahl) mit schwitzen, kotzen, Panik schieben, einscheißen, etc zu sehen, um zu verstehen, wie ein Entzug sich anfühlen kann. Da reichen mir dann schon zehn Minuten, wenn es gut inszeniert und gespielt ist. Wie sich so etwas anfühlt, kann ich ja eh nicht nachvollziehen, wenn ich es selbst nicht erlebt habe.

    Im Buch übrigens werden der Entzug bzw. ihre Entzüge auch nicht ausgewalzt, sondern (gemessen an der Seitenzahl des Buches) rasch beschrieben. Zumindest in meiner Erinnerung nimmt das keinen großen oder gewichtigen Teil ein (kann mich da aber auch irren).
    Verstehen Sie?

  5. #1145
    Zitat Zitat von cicero Beitrag anzeigen
    Vor allem passierte in der ersten Folge doch noch verhältnismäßig wenig Ich glaube, sie ist zu sensibel für diese Serie. Die bekommt beim zugucken doch noch ihren mental breakdown.
    Ich glaube, das ist auch Ironie, weil vieles so absurd ist. So aufgeschrieben verstärkt sich das auch nochmal. Und die Bilder aus der Serie zeigen nochmal, wie kostümiert die alle aussehen, Babsi ausgenommen. Ich nehme keiner der Personen ab, dass sie ein jugendlicher Junkie ist.
    Bild:
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    He thrusts his fists against the post and still insists he sees the ghost.
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  6. #1146
    Wenn die Autorin das ironisch gemeint hat, dann hat sie es aber sehr unironisch geschrieben.
    Verstehen Sie?

  7. #1147
    Zu Christiane F.

    Ich bin erst bei Folge 4 und sorry vorweg falls ich etwas schreibe, was hier schon steht, aber ich habe viel gescrollt weil hier ja doch einiges offen gespoilert wird.
    Für mich ist irritierend, dass Babsi so aussieht, wie ich mir Stella immer vorstellte mit den blonden kurzen Haaren. Eigentlich sind die alle viel zu alt aber Babsi sollte ja eigentlich immer besonders kindlich wirken und die schicke blonde Kurzhaarfrisur hatte ich im Kopf immer Stella zugeordnet.
    In meiner Erinnerung (die durchaus trügen kann), ging Stella auch niemals mit Christiane zur Schule sondern Christiane lernte Stella und Babsi irgendwo zusammen kennen.
    Auch hatte Christiane doch eine jüngere Schwester, die mir ebenfalls fehlt, genau so wie das "abgeranzte" von Gropiusstadt.
    Auch die Liebe zwischen Christiane und Benno/Detlef kommt für mich überhaupt nicht rüber, da ist gar keine Chemie und als sie vor dem Entzug zu ihren Eltern sagt "aber nicht ohne Benno" war ich total überrascht, dass die überhaupt noch zusammen sind.

  8. #1148
    Da wird ja am Anfang jeder Folge etwas eingeblendet, dass die Geschichten aus Christianes Familie und Freundeskreis frei nacherzählt bzw fiktionialisiert sind (ich weiß nicht mehr den Wortlaut). Die Serie hat also nicht den Anspruch die ganze Story wahrheitsgetreu nachzuerzählen.

  9. #1149
    Zitat Zitat von cicero Beitrag anzeigen
    Da wird ja am Anfang jeder Folge etwas eingeblendet, dass die Geschichten aus Christianes Familie und Freundeskreis frei nacherzählt bzw fiktionialisiert sind (ich weiß nicht mehr den Wortlaut). Die Serie hat also nicht den Anspruch die ganze Story wahrheitsgetreu nachzuerzählen.
    Sagen wir's so, außer ein den meisten Namen und einigen Eckpunkten der Hauptstory stimmt da nicht viel bzw. der Fiktionalisierungsgrad ist sehr hoch.
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    He thrusts his fists against the post and still insists he sees the ghost.
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  10. #1150
    Schauen wir doch einmal, was genau alles so nicht stimmt:

    - Die jüngere Schwester von Christiane fehlt (hat für die Handlung keine Bedeutung)
    - Ihr Vater im Buch ist gewalttätig, in der Serie nicht
    - Stella war nicht mit ihr in einer Klasse
    - Ihr Freund in der Serie heißt anders als im Buch
    - Die sehen alle nicht aus wie 13/14 (kann man wohl damit erklären, dass die Jugendgesetze heute schärfer sind - jedenfalls kann ich mir das gut vorstellen)
    - Insgesamt ist das Buch und die Stadt und überhaupt alles im Buch (und auch der Film) dreckiger als in der Serie
    - Optisch finden einige, dass alles zu hip und zu wenig nach den 70ern aussieht
    - Die Lebensumstände bzw. die Biografien der Freunde sind fiktiv - im Buch erfahren wir diese nicht (was ich in der Serie persönlich gut finde, da ich Christiane eher uninteressant finde)

    Wir sehen in der Serie eine Christiane F. und ihre Freunde in Berlin in einer Zeit, die man den späten 70ern zuordnen kann, wie sie anfangs aus Spaß Drogen nehmen. Und keine Erwachsenen haben, die ihnen Halt geben (können), als aus Spaß Ernst wird, sie Heroin nehmen, klauen, sich prostituieren und immer stärker abhängig werden. Versuche, aus dem Milieu auszubrechen, scheitern meist. Mit den meisten nimmt es kein gutes Ende. David Bowie spielt auch eine Rolle.

    Doch, ich sehe da schon ziemlich viel Christiane F. in der Serie (was nicht heißt, dass ich die Serie umwerfend gut finde). Wäre die Serie den Weg des Filmes gegangen und hätte das alles so halbdokumentarisch gezeigt, wäre das ja nun auch ziemlich einfallslos gewesen.
    Verstehen Sie?

  11. #1151
    Auf der anderen Seite werden in der Serie ja sogar Lebensabschnitte von Christiane thematisiert, die im Buch vorkommen, im Film aber komplett verschwiegen werden, z.B. die Aufenthalte bei Hamburg.

  12. #1152
    Zitat Zitat von freddimaus Beitrag anzeigen
    Schauen wir doch einmal, was genau alles so nicht stimmt:

    - Die jüngere Schwester von Christiane fehlt (hat für die Handlung keine Bedeutung)
    - Ihr Vater im Buch ist gewalttätig, in der Serie nicht
    - Stella war nicht mit ihr in einer Klasse
    - Ihr Freund in der Serie heißt anders als im Buch
    - Die sehen alle nicht aus wie 13/14 (kann man wohl damit erklären, dass die Jugendgesetze heute schärfer sind - jedenfalls kann ich mir das gut vorstellen)
    - Insgesamt ist das Buch und die Stadt und überhaupt alles im Buch (und auch der Film) dreckiger als in der Serie
    - Optisch finden einige, dass alles zu hip und zu wenig nach den 70ern aussieht
    - Die Lebensumstände bzw. die Biografien der Freunde sind fiktiv - im Buch erfahren wir diese nicht (was ich in der Serie persönlich gut finde, da ich Christiane eher uninteressant finde)

    Wir sehen in der Serie eine Christiane F. und ihre Freunde in Berlin in einer Zeit, die man den späten 70ern zuordnen kann, wie sie anfangs aus Spaß Drogen nehmen. Und keine Erwachsenen haben, die ihnen Halt geben (können), als aus Spaß Ernst wird, sie Heroin nehmen, klauen, sich prostituieren und immer stärker abhängig werden. Versuche, aus dem Milieu auszubrechen, scheitern meist. Mit den meisten nimmt es kein gutes Ende. David Bowie spielt auch eine Rolle.

    Doch, ich sehe da schon ziemlich viel Christiane F. in der Serie (was nicht heißt, dass ich die Serie umwerfend gut finde). Wäre die Serie den Weg des Filmes gegangen und hätte das alles so halbdokumentarisch gezeigt, wäre das ja nun auch ziemlich einfallslos gewesen.
    Gut zusammengefasst! Verstehe die Kritik hier teilweise auch nicht. Es ist eben kein 1:1 Remake des Films. Ich habe gelesen, die Produzenten haben das fertige Sachbuch als Vorlage genutzt sowie auf Recherchematerial und Interview-Tonbandaufnahmen mit Christiane zurückgegriffen. Daraus wurde eine fiktive Unterhaltungsserie, keine Doku, die eben in ihrer Art und Weise unsere Zeit passen muss.

    Wer den Film mit der Serie vergleicht, man schon den ersten Fehler. Ohnehin ist dies meistens nicht gut.
    Außerdem wollten die Macher keine 1:1 Verfilmung. Deshalb auch der Hinweis zur fiktionalen Umsetzung vor jeder Folge.


    Dennoch muss ich auch feststellen, dass das Thema Kinder und Drogen mir in den ersten 4-5 Folgen fast schon zu romantisiert wird.

  13. #1153
    Zitat Zitat von BB_PePe Beitrag anzeigen
    Wer den Film mit der Serie vergleicht, man schon den ersten Fehler.
    An den Film habe ich kaum Erinnerung, ich vergleiche mit dem Buch.
    Und um es so zu sehen, als wäre alles nur Fiktion, gibt es für mich dann doch zu viele Parallelen.

  14. #1154
    Samorost-Fan Avatar von Salamibrötchen
    Ort: MA/HD Bergstraße
    Wenn man das Buch und den Film "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" nicht als Vorlage genommen hat, weswegen dann aber der selbe Titel? Ich finde nämlich, beides hat gar nichts miteinander zu tun.
    Ich empfinde die Serie als vollkommen uninspiriert und ganz lieblos zusammengebastelt.

    Ich bin ein Kind der 70er, habe damals viele Leute, die Drogen genommen haben und später Junks geworden sind, gekannt. Und habe ab Ende 80er in der akzeptierenden Drogenhilfe gearbeitet. Mir ist also nichts fremd, was sich da im Film/Buch abspielt.

    Aber die Ereignisse haben nichts mit der Serie zu tun. Da wurde imho einfach auf den Zug aufgesprungen um Interesse zu generieren.

    Da haben Leute, die vielleicht mit ein bisschen Meth, Trips und kiffen aufgewachsen sind (wahrscheinlich aber mit gar keinen Drogen), eine Serie gemacht, obwohl sie überhaupt nicht in der Lage sind, das Lebensgefühl der damaligen Zeit einzufangen und der Szene in der sich die Geschichte abspielt.
    Da wird sich ein bisschen an den Eckpunkten der Story entlang gehangelt, unterlegt mit einem völlig unpassenden Soundtrack und viel zu alten Schauspielern. Ohne Tiefgang, ohne dass man spüren kann, was die "Kinder" antreibt, was sie fühlen und von was sie träumen. Und wie elend ihr Leben eigentlich ist.
    Der Film/das Buch braucht keine ausschweifenden Darstellungen der einzelnen Biografien um zu verdeutlichen, wieso alles so kommt wie es gekommen ist, da spürt man das Elend, dem diese Kinder zu entgehen versuchen auch so. In der Serie werden die Biografien einfach nur lieblos ausgewalzt, die Düsternis und Unausweichlichkeit der Geschichte verdeutlichen sie nicht.
    Für mich ist die Serie streckenweise auch nur eine Trägersubstanz für den völlig unpassenden Soundtrack, der die Geschichte weder vorantreibt, noch begleitet, sondern einfach nur (störend) überlagert.

    Wer den Film noch nicht gesehen hat, der kann das bei Amazon Prime auch kostenlos.
    Geändert von Salamibrötchen (23-02-2021 um 10:44 Uhr)

  15. #1155
    auf Amazon gibts die Doku B-Movie, eine Zeitreise in die Kulturszene Berlins von 79-89. Da sieht man viele Künstler in ihren Anfängen, z.B. Ideal, die Ärzte usw.usw. unter anderem auch in einer Szene Christiane F, also die echte.


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