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Ergebnis 226 bis 234 von 234
  1. #226

    Daumen hoch Empfehlenswert: Klassische Märchen für kleinste Märchenbegeisterte

    Titel: Es war einmal: Meine Märchen
    nach Gebr. Grimm; H. C. Andersen
    Text: Sandra Grimm
    Illustrationen: "Frau Annika"

    Meine Meinung:

    Altersentsprechend erzählt von Sandra Grimm und ansehnlich illustriert von Frau Annika halte ich das Buch "Es war einmal: Meine Märchen" für die Zielgruppe von Inhalt und Aufmachung her (erwähnt seien hier beispielsweise lediglich die auch für noch nicht feinmotorisch perfekte Kinderhände gut geeigneten stabilen Seiten) für sehr empfehlenswert. Einige der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersens sind stark gekürzt (Schneewittchen werden z. B. die beiden ersten stiefmütterlichen Attentate mit Kamm und Gürtel erspart) und korrekt (Der Frosch wird nicht, wie leider oft fälschlich zitiert, durch Kuss, sondern durch Wandwurf zum Prinzen) serviert, nur bei "Frau Holle" widersprachen Text und Illustrationen einander insofern, als dass die von der künftigen Goldmarie fleißig aufgesammelten reifen Äpfel nicht "aufgestapelt", sondern in einen Korb gelegt wurden.
    Fazit: Empfehlenswert - Klassische Märchen für kleinste Märchenbegeisterte

    Link zu AMAZON für Buchdetails:
    https://www.amazon.de/Es-war-einmal-...6467627&sr=8-1

  2. #227

    Daumen hoch Gut: "Ein Mann der Kunst" - Kristof Magnusson

    Kristof Magnussons Roman "Ein Mann der Kunst" verfügt über ein mich ansprechendes und zum erzählten Geschehen gut passendes Cover. Erzähler Constatin "Consti" Marx sucht mit seiner kunstinteressierten Mutter nebst als Sponsoren infrage kommenden Mitgliedern einer Reisegruppe einen egozentrischen und seit Jahrzehnten zurückgezogen auf einer am Rhein gelegenen Burg lebenden Maler auf. KD Pratz - für mich ein Mix aus Werner Höfer, MRR, FJS und Alfred Tetzlaff mit einer Prise Erich Kästner - entlarvt in der Gegenwart zunehmend auftretende Unarten sowie die daraus resultierenden verschiedenartigsten Bedrohungen beispielsweise für Natur, Kultur, Gesundheit, Weltfrieden, Sitte, Anstand und Moral. Die Lektüre ließ mich abwechselnd nicken oder schmunzeln, die am Ende erfolgende "Banksy-Aktion" brachte mich allerdings an meine Grenzen.

    Details:
    https://www.kristofmagnusson.de/ein-mann-der-kunst/

  3. #228

    Daumen runter Überwiegend unappetitlich: "Omama"

    Die Lektüre von Lisa Eckharts mit einem mich ansprechenden Cover versehenen Buch zu beenden, bedurfte es viel guten Willens, meiner Anerkennung der unbestreitbar vorhandenen Bildung und Eloquenz der Autorin sowie aller bei mir in einigen Nuhr-Auftritten erworbenen Restsympathie. Während des Lesens von "Omama" fragte ich mich häufig, ob sie sich wohl über jeden zahlenden Leser lustig macht. Es handelt von Frau Eckharts besonderer Beziehung zu ihrer Großmutter.
    Relativ unterhaltsam, wenn auch bereits sehr fäkaliengeprägt, der erste Teil, danach weit über 200 Seiten nahezu nur noch von Erbrechen, Erotik oder Blasen- bzw. Darmtätigkeit zuzuschreibenden Körperausscheidungen erzählend und erst ab S. 312 (Kreuzfahrtteil) zwar weiterhin recht "feucht", aber doch bei aller Übertreibung wenigstens lustig, von guter Beobachtungsgabe, Phantasie und Humor zeugend.

    https://www.lisaeckhart.com/literatur/omama

  4. #229

    Daumen hoch GUT: Fabio Geda: "Ein Sonntag mit Elena" !

    Bei Fabio Gedas Roman "Ein Sonntag mit Elena" handelt es sich um ein leises und gleichzeitig irgendwie das Herz erwärmende Buch. Es wird von einer der beiden Töchter des Protagonisten in kurzen, zusammenhanglos aneinandergereiht wirkenden Einblicken in das Leben ihres Vaters erzählt. Dieser lebt nach dem Unfalltod seiner Ehefrau allein in der ehemaligen Familienwohnung im italienischen Turin. Seine in Finnland, in Italien und in aller Welt auf Gastspielreisenden befindlichen Kinder - und teilweise auch schon vorhandenen Enkel - fehlen ihm sehr. An einem für ihn besonders schwierigen Nachmittag begegnen ihm die junge Witwe Elena und ihr aufgeweckter Sohn Gaston. Was folgt, ist keine süß-klebrig zusammengeschusterte Love-Story, sondern wir erfahren erst auf den letzten Seiten, welche Auswirkungen diese Begegnung nach sich zog. Ein sehr schönes, kluges und ruhiges Buch!

    https://www.hanser-literaturverlage....3-446-26795-4/

  5. #230

    Daumen hoch Solider Liebesroman vor bewegtem politischen Hintergrund

    Autor: Christian Klinger
    Titel: Die Liebenden von der Piazza Oberdan

    Christian Klinger präsentiert in seinem Roman "Die Liebenden von der Piazza Oberdan" in zwei Handlungssträngen die Konflikte dreier Generationen der Trientiner Familie Robusti und zugleich das Leben unter den Einflüssen Österreich-Ungarns, Mussolinis Italiens und zuletzt der nazideutschen Besatzung.
    Vater und Sohn Robusti sind real, wie in einem Nachwort erklärt wird, allerdings wurden z. B. Berufe und Vornamen abgeändert und Fakten mit Fiktionen ergänzt. Der Namensgeber des schicksalhaften titelgebenden Platzes war Guglielmo Oberdan oder Wilhelm Oberdank (1. 2. 1858 - 20. 12, 1882), der nach einem erfolglosen Attentat auf Kaiser Franz Joseph hingerichtet und so zum Märtyrer wurde.
    Das Buch sprach mich an, einige Austriazismen mögen allerdings nicht jedem Leser vertraut sein und "Sie" wurde auch in der persönlichen Anrede nicht immer groß geschrieben. Das HC verfügt über ein Lesebändchen, das Cover passt.

    http://www.picus.at/produkt/die-lieb...iazza-oberdan/

  6. #231

    Daumen hoch Lehrreich, lustig, lesenswert: Arthur & Lucky

    Autorin: Heike Abidi
    Buchtitel: Arthurs wildes Hundeleben
    Genre: Kinderbuch
    Altersempfehlung: für Kinder ab 8 Jahren empfohlen

    Heike Abidis Kinderbuch "Arthurs wildes Hundeleben" gefiel mir recht gut, denn es werden darin altersentsprechend und mit gut zum erzählten Geschehen passenden Illustrationen versehen die durch ein Junge-Hund-Körpertausch-Verwechselungsspiel entstehenden meist sehr witzigen Situationen geschildert.
    Gleichzeitig jedoch lernt die Zielgruppe durch die Augen des menschlichen Helden Arthur die eigentlichen Bedürfnisse sowie die elementarischen Umgangsregeln seinen vierbeinigen Freund "Lucky" betreffend kennen.
    Ursprünglich sollte er, der sich schon seit längerer Zeit sehnlichst einen Hund wünschte, nur für eine Woche auf "Lucky" aufpassen, während dessen Besitzer verreist sind. Aber wer letztendlich auf wen aufpasst, das ist nicht immer so ganz eindeutig...

    https://ravensbuch.de/shop/item/9783...ebundenes-buch

  7. #232
    Zitat Zitat von sheherazade Beitrag anzeigen
    Autorin: Heike Abidi
    Buchtitel: Arthurs wildes Hundeleben
    Genre: Kinderbuch
    Altersempfehlung: für Kinder ab 8 Jahren empfohlen

    Heike Abidis Kinderbuch "Arthurs wildes Hundeleben" gefiel mir recht gut, denn es werden darin altersentsprechend und mit gut zum erzählten Geschehen passenden Illustrationen versehen die durch ein Junge-Hund-Körpertausch-Verwechselungsspiel entstehenden meist sehr witzigen Situationen geschildert.
    Gleichzeitig jedoch lernt die Zielgruppe durch die Augen des menschlichen Helden Arthur die eigentlichen Bedürfnisse sowie die elementarischen Umgangsregeln seinen vierbeinigen Freund "Lucky" betreffend kennen.
    Ursprünglich sollte er, der sich schon seit längerer Zeit sehnlichst einen Hund wünschte, nur für eine Woche auf "Lucky" aufpassen, während dessen Besitzer verreist sind. Aber wer letztendlich auf wen aufpasst, das ist nicht immer so ganz eindeutig...

    https://ravensbuch.de/shop/item/9783...ebundenes-buch
    Vielen Dank für den Tipp! Das ist genau das Richtige für meinen Junior!

  8. #233

    Daumen hoch Zwei Jahre im Leben einer dt.-ital. Familie während der NS-Herrschaft

    Zitat Zitat von Geddy Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den Tipp! Das ist genau das Richtige für meinen Junior!
    Prima, das freut mich!

    Autorin: Catherine Bailey
    Titel: "Bis wir uns wiedersehen - Eine Mutter, ihre geraubten Kinder und der Plan, Hitler umzubringen"

    Meine Meinung:
    Für Catherine Baileys auf wahren Begebenheiten basierenden historischen Roman "Bis wir uns wiedersehen - Eine Mutter, ihre geraubten Kinder und der Plan, Hitler umzubringen" spreche ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.
    Das Buch verfügt über mehrere S/W-Fotos, einige Landkarten, Personenverzeichnis, Quellennachweise und am Ende einen Überblick, was aus den wichtigsten Personen wurde, wovon sich vor allem Letztgenannter als interessant und die Karten, aus denen Kriegsgeschehen und "Reiseweg" der Hauptperson ersichtlich waren, als hilfreich erwiesen.
    Im Mittelpunkt des sich nur auf reale Personen beziehenden erzählten Geschehens stehen
    Fey von Hassell, Tochter des aufgrund seiner Haltung in Bezug auf den Staatsstreichversuch gegen das NS-Regime und Adolf Hitler hingerichteten Ulrich von Hassell und Ehefrau des Italieners Detalmo Pirzio-Biroli, sowie deren Kinder
    Corrado Pirzio-Biroli (* 25. November 1940) und
    Roberto Pirzio-Biroli (* 25. Februar 1942),
    die alle 3 von 1944 bis 1945 Sippenhäftlinge der SS waren. Kurz nach der Gefangennahme wurden Fey die Jungen entzogen, es war beabsichtigt, sie später unter anderen Namen zur Adoption an "politisch zuverlässige" Familien zu vermitteln. Fey selbst wurde mit anderen verhafteten 20. Juli-Angehörigen von Himmler als Privatgeisel für den Fall der Niederlage gegen die Alliierten betrachtet.
    Spannend und sachlich formuliert erfährt der Leser von einer gefährlichen Odyssee durch Italien, Österreich und Deutschland, während welcher Fey oft in Lebensgefahr gerät. Das Wissen, dass ihre kleinen Kinder sich in ihrem Alter äußerlich ständig verändern und ihre Erinnerungen an Eltern und Heimat immer mehr verblassen, wodurch die Chance des Wiederfindens - sofern alle Beteiligten denn am Leben bleiben - , sich zunehmend verringert, belastet sie sehr. Trotz des erwähnten Tons konnte ich am Ende die Tränen nicht unterdrücken.
    Tiefe charakterliche Abgründe, feige Mitläuferschaft, menschliche Schwächen aber auch Treue, Ehrenhaftigkeit, Heldentum, Opferbereitschaft und Zivilcourage werden beeindruckend erwähnt. Viele aus unterschiedlichen Sparten bekannte Namen finden Erwähnung wie z. B. Tirpitz, Vermehren, Schuschnigg, Bonhoeffer, Pius XII, Leon Blum, Graf Bernadotte, Eisenhower, Truman, Churchill sowie div. deutsche und italienische Faschisten.
    Wer dieses Buch gelesen hat, kann so manch heutige Ereignisse nicht nachvollziehen!

    AMAZONDETAILS ZUM BUCH:
    https://www.amazon.de/wiedersehen-Mu...s=books&sr=1-1
    Geändert von sheherazade (16-09-2020 um 15:31 Uhr) Grund: link korrigiert

  9. #234

    Daumen runter Ausgezittert-Erwartungen leider nicht erfüllt

    Autorin: Tanja Paar
    Titel: Die zitternde Welt

    Meine Meinung:

    Tanja Paars Roman "Die zitternde Welt" beginnt damit, dass Maria, eine junge, ledige, schwangere österreichische Provinzlerin mit einem "unbändigen Drang nach Selbstbestimmung und Freiheit" dem vor einiger Zeit abschiedslos nach Anatolien verschwundenen Vater ihres ungeborenen Kindes folgt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Familie größer und die Linie der Bagdadbahn, an der das Familienoberhaupt beschäftigt ist, länger.
    Das Thema "Bagdadbahn" interessierte mich sehr und auch über starke Frauen aus vergangenen Zeiten lese ich gern. So nahm ich denn anfangs auch regen Anteil am Schicksal der Protagonistin Maria, las mit großem Interesse über Fahrten von und nach Belemedik und Kayseri - sie waren dank der neben einem Lesebändchen im Buch erhaltenen Karte gut zu verfolgen - und erfreute mich an den Begegnungen der fiktiven Protagonistenfamilie mit historischen Personen wie Lawrence von Arabien, Gertrude Bell und Nâzım Hikmet.
    Aber mit dem durch den Ausbruch des der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und seiner morganatischen Gemahlin Sophie in Sarajewo folgenden Ersten Weltkrieges bedingten Auseinanderfall der Familie etwa in der Mitte des Buches schwand mein Interesse zunehmend dahin. Auch wenn mich eine Szene auf der Piazza Oberdan an ein kürzlich gern gelesenes anderes Buch erinnerte, konnte mich das Verfolgen der Einzelschicksale, selbst, wenn diese den damaligen Verhältnissen entsprechen sollten, mit etlichen neuen Nebenfiguren einfach nicht mehr fesseln. Möglicherweise hat auch die unmittelbar vorangegangene Lektüre des mich tief beeindruckenden Buches über Fey von Hassell "Bis wir uns wiedersehen" von Catherine Bailey die sprichwörtliche Latte zu hoch gelegt.

    Verlagsseitenlink:
    https://www.haymonverlag.at/produkt/...itternde-welt/


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