Unser Forum ist in Gefahr!



Liebe Besucher,

leider müssen wir euch kurz unterbrechen:


Das EU-Parlament stimmt nächste Woche über eine Urheberrechtsreform ab,
die uns in unserer Existenz bedroht.


Offener Brief der Forenbetreiber

Wir bitten euch daher darum, dass ihr


Vielen Dank für eure Unterstützung!


Eure Forenbetreiber


Wir sind Teil des #321EUOfflineDay


Seite 3 von 12 ErsteErste 1234567 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 45 von 170
  1. #31

    Das Gesicht der Anderen

    Fabian EDER: Das Gesicht der Anderen

    AMAZON sagt dazu:

    Produktinformation
    Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    Verlag: Braumüller Verlag (4. August 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3992001164
    ISBN-13: 978-3992001163
    Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 2,6 cm

    Produktbeschreibungen
    Über den Autor:
    Fabian Eder, geboren 1963, lebt als freiberuflicher Autor und Filmemacher in WIEN. Regie und Drehbuch u. a. bei der Verfilmung des Romans "Die Schrift des Freundes" von Barbara Frischmuth oder bei Fernsehfilmen aus der Reihe TATORT (Granit, Kein Entkommen). 2013 erschienen "Griechenland blüht", ein Buch über das Leben in der Krise, sowie sein Debüt­roman "Aufstand bei Braumüller".

    Inhaltsangabe:
    Ein Sommerfest in einem Schloss am Stadtrand. Eine Waffe, ein Schuss. Und eine junge Frau, die sich vom entstellten und einsamen Mädchen zu ­einer herrischen, knallharten Unternehmerin in der männerdominierten Welt der Waffen entwickelt. Ein durch Zufall gelöster Schuss aus der Waffe ihres Vaters ändert das Leben der blutjungen, steinreichen Margarete Boll schlagartig. Isoliert von ihrer Umwelt, einsam und gefangen in einem goldenen Käfig, versteckt sie ihre seit dem Unfall grässlich entstellte Erscheinung hinter einer starren Maske und sehnt sich nach Liebe. Nur ein 36 Jahre älterer Mann vermag es, sie aus ihrer Isolation zu befreien. Er wendet als Erster den Blick nicht ab. Schleichend beginnen die Grenzen zwischen Moral, Hingabe, Perversion, Hass und Wahnsinn zu verrinnen, bis Margarete erkennt, dass gerade ihr größter Makel größte Macht bedeutet.

    Meine Meinung:
    So recht glücklich bin ich mit diesem Buch leider nicht geworden, dabei ist es an sich eine tolle Idee, die Probleme, die eine so entsetzliche Gesichtsentstellung mit sich bringt, in den Mittelpunkt einer Geschichte zu stellen und auch noch so glaubhaft zu vermitteln, wie es hier dem Autor gelungen ist.
    Die Protagonistin, Margarete Boll, macht eine erkennbare Charakterentwicklung durch, auch werden einige wirklich interessante Nebenfiguren in das Spiel gebracht. Aber mir hat nicht gefallen, dass es am Ende ziemlich brutal zugegangen ist, dass so ziemlich alles noch einmal auf den Kopf gestellt und auf diese Weise der Eindruck erweckt wird, Fabian Eder versuche zwanghaft, einige Baustellen zuviel in dieser Geschichte "abzuarbeiten". Meines Erachtens wäre hier weniger mehr gewesen.

  2. #32

    Winterkrieg

    Philip Teir: WINTERKRIEG

    AMAZON sagt dazu:

    1. Produktinformation:
    Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    Verlag: Karl Blessing Verlag (15. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3896675346
    ISBN-13: 978-3896675347
    Originaltitel: Vinterkriget
    Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 4 cm

    2. Zum Inhalt:
    Max Paul ist Soziologe an der Universität von Helsinki und zugleich erfolgreicher Buchautor. Sein akademisches Steckenpferd sind Sexualität und Ehe, ? seine eigene Ehe jedoch funktioniert schon lange nicht mehr. Während Max und seine Ehefrau Katriina in eine immer tiefere Krise geraten, hadern auch ihre erwachsenen Töchter mit ihrem jeweiligen Lebensmodell: die Lehrerin und zweifache Mutter Helen genauso wie die Kunststudentin Eva, die mit knapp dreißig ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Als Eva eine Affäre mit ihrem Dozenten anfängt und Max eine mit einer jungen Journalistin, spitzt sich in einem kalten Winter in Helsinki die Situation der Familie Paul zu.
    Ein brillant erzählter, psychologisch raffinierter Gesellschaftsroman über eine globale Mittelschicht auf der Suche nach dem Lebenssinn, hin- und hergerissen zwischen dem Streben nach Unabhängigkeit und der Sehnsucht nach Sicherheit.

    3. Zum Autor:
    Der Finnlandschwede Philip Teir, geboren 1980, gilt als einer der wichtigsten Nachwuchsautoren Finnlands. Er hat bereits Gedichte und einen Band mit Kurzgeschichten veröffentlicht, und ist Herausgeber von Anthologien. "Winterkrieg" ist sein erster Roman. Philip Teir lebt als freier Journalist und Schriftsteller mit seiner Familie in Helsinki.

    Meine Meinung:
    Erwartet hatte ich etwas in der Art wie "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?".
    Ganz so brutal war es dann allerdings doch nicht, auf eine andere Art aber schließlich nahezu ebenso erschreckend:
    Diese Familie "simmert" auf eine alltägliche, sich von der Gleichförmigkeit bis zur Gleichgültigkeit hin steigernden Art und Weise vor sich hin. So richtig angesprochen werden Probleme fast nie und wenn doch, dann "aus Zeitgründen" meistens nicht zuende diskutiert, sondern vertagt oder der Einfachheit halber gleich "unter den Teppich gekehrt".
    Man kann gut beobachten, wie das Ganze - hier passt der Titel "Winterkälte" ausgezeichnet - förmlich erstarrt und wartet während des Lesens geradezu auf das das Faß zum Überlaufen bringende Tröpfchen oder den zündenden Funken, der die überfällige Explosion herbei führt.
    "Garniert" wird die Geschichte von den Problemen der Töchter der Pauls, Helen und Eva.
    Ein wirklich grandioses Gemälde von Menschen, die so ziemlich alles haben und vielleicht genau deshalb nicht glücklich sein können.
    Leseempfehlung!

  3. #33

    Sie konnten mich nicht töten

    Titel: Sie konnten mich nicht töten: Als Afghanin im Einsatz für die Bundeswehr
    Autor: Soraya Alekozei

    AMAZON sagt dazu:

    Produktinformation
    Broschiert: 272 Seiten
    Verlag: Econ (30. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3430201748
    ISBN-13: 978-3430201742
    Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 3,4 cm

    Inhaltsangabe:
    Bei einem Anschlag in Taloqan wird die Bundeswehr-Soldatin Soraya Alekozei so schwer verletzt, dass sie zunächst als tot gilt. Dabei war die 1979 aus Afghanistan Geflohene gekommen, um ihr Heimatland zu befrieden. Nicht mit Waffen, sondern mit Worten: Sie dolmetscht für die Generäle, kümmert sich um Waisenkinder. Bis zu jenem Schicksalstag im Mai 2011. Der bewegende Bericht einer ungewöhnlichen Kriegsveteranin, der uns Afghanistan und die menschlichen Dimensionen des Bundeswehreinsatzes neu sehen lässt.

    Klappentext:
    Flucht vor den Russen, Verlust der Heimat, Anschlag der Taliban ? all das überstand Soraya Alekozei. In ihrem Buch erzählt sie von ihrem bewegenden Leben. Wie sie behütet und in Wohlstand aufwuchs, die russische Invasion sie entwurzelte und sie schließlich als Vermittlerin zwischen den Kulturen heimkehrte. 2005 kommt sie als deutsche Soldatin zurück. Erst als Moderatorin des Bundeswehr-Senders ?Stimme der Freiheit? (Sada-e-Azadi), dann als Dolmetscherin der ISAF-Kommandeure. Wir sind dabei, wenn sie in ihren Reportagen vom Schicksal afghanischer Kinder erzählt. Wir begleiten sie mit den Generälen zu Gouverneuren, Warlords und einfachen Bauern. In jeder freien Minute kümmert sie sich um ihre Schützlinge: Frauen, deren Flucht vor häuslicher Gewalt sie ins Gefängnis brachte, kranke Kinder, Kriegswaisen. Bis in ihrem sechsten Einsatz bei einer Sicherheitskonferenz am 28. Mai 2011 ihr Schicksal eine tragische Wendung nimmt. Aus der tatkräftigen Frau wird eine kriegsversehrte Veteranin. Dennoch bleiben ihr Mut, ihre Loyalität und Menschenliebe ungebrochen.

    Buchrückseite:
    ?Habe ich die Schreie meiner Kameraden gehört? Gesehen, wie sie vor mir in Stücke gerissen wurden? Konnte ich spüren, wie ein dreißig Zentimeter langes Kantholz in meinen Kopf eindringt, wie unzählige Splitter meine Haut durchbohren und meine Hände Feuer fangen?? Bei einem Anschlag in Taloqan wird die Bundeswehr-Soldatin Soraya Alekozei so schwer verletzt, dass sie zunächst als tot gilt. Dabei war die 1979 aus Afghanistan Geflohene gekommen, um ihr Heimatland zu befrieden. Nicht mit Waffen, sondern mit Worten: Sie dolmetscht für die Generäle, kümmert sich um Waisenkinder. Bis zu jenem Schicksalstag im Mai 2011. Der bewegende Bericht einer ungewöhnlichen Kriegsveteranin, der uns Afghanistan und die menschlichen Dimensionen des Bundeswehreinsatzes neu sehen lässt.

    youtube sagt dazu: http://www.youtube.com/watch?v=YowPOp1KBwM

    Meine Meinung:
    Hier haben wir es zwischen den vielen anderen Büchern ausnahmsweise wieder einmal mit wahrhaft Erlebtem oder besser gesagt/geschrieben knapp Überlebtem zu tun.
    Sachlich und doch so, dass man wirklich aus jedem Satz warme menschliche Anteilnahme herauszuhören vermag, lässt uns die in Afghanistan geborene Soraya Alekozei erst an ihrer Kindheit und Jugend teilnehmen und später als junge Ehefrau nach Deutschland folgen.
    Sie wird Mutter, bildet sich weiter, arbeitet bei der Post, verliert aber nie die Verbindung zu ihren afghanischen Wurzeln.
    Ich habe in diesem Buch sehr viel über das Land Afghanistan, speziell aber auch die historischen und politischen Hintergründe gelernt.
    Soraya Alekozei geht zur Bundeswehr und arbeitet als Dolmetscherin während mehrerer mehrmonatiger Einsätze an einigen Orten, die mir bereits aus den TV-Nachrichten geläufig waren. Über ihren Job hinaus engagiert sie sich stark für unterprivilegierte Frauen und Kinder, sie sammelt Sach- und Geldspenden vor Ort und in Deutschland und macht auf Missstände aufmerksam (zB als eine Gefängnisinsassin auf unerklärliche Weise schwanger wird oder ein Waisenhaus abbrennt und niemand reagiert).
    Im Mai 2011 wird sie Opfer eines nicht gegen die Deutschen, sondern die gemäßigt modernen Afghanen selbst gerichteten Anschlags afghanischer Fundamentalisten. Dass dabei auch Deutsche ums Leben kommen könnten, wurde bewusst riskiert.
    Zwei Soldaten verloren ihr Leben, andere wurden verletzt, auch Soraya Alekozei erlitt dabei sehr schwere Verletzungen.
    Eine schmerzhafte und langwierige Rekonvaleszenz beginnt, wobei sie lange Zeit zwischen Leben und Tod schwebt.
    Ich wünsche ihrem Buch viel Erfolg, damit sie ihre karitative Arbeit fortsetzen kann, und ihr und ihrer Familie von Herzen alles, alles Gute!

  4. #34

    Pocketguide für Globetrotter

    Buchtitel: Pocketguide für Globetrotter
    Autor: Laura Pattara

    Inhaltsangabe laut Verlag:
    Richtig lange weg. Die Umsätze in den Filialen von Globetrotter und anderen Outdoorausrüstern wachsen seit Jahren beständig. Kein Zweifel: Die Neugierde auf die Welt da draußen (wo immer da draußen gerade ist) ist riesengroß. Übertroffen wird sie vermutlich nur noch von den 1001 Fragen und Zweifeln, die Aussteiger oder Langzeitreisende vor, während und nach einer Reise plagen. Laura Pattara, Bloggerin, Autorin von Reiseführern, lange Zeit beruflich als Overland Tourguide in Südamerika, Afrika und Australien tätig und derzeit mit Erfolgsautor und Weltenbummler Christopher Many wieder rund um die Welt unterwegs, beantwortet in diesem Buch die wichtigsten Fragen.
    Aufgeteilt in die drei Hauptkapitel
    •Vom Traum zur Vorbereitung
    •Das Leben unterwegs
    •Problemlösungen und Rückkehr
    geht sie auf alle Fragen ein, die sich Reisende stellen – und zwar noch bevor die ersten Sachen (wieviel wovon?) eingepackt werden. Von Budgetplanung, Reiseuntersatz (Auto, Motorrad, Fahrrad oder per Pedes mit dem Rucksack?) über Möglichkeiten, unterwegs zu arbeiten bis hin zum Umgang mit Heimweh, emotionalen Tiefs und fremden Kulturen sowie der persönlichen Eignung für ein Leben auf Achse. All diese Fragen kennt Laura Pattara – und die Antworten auch, schließlich ist sie bereits seit mehr als zehn Jahren in aller Welt unterwegs! Es geht um Logistik und Emotionen, um intelligentes Entscheiden, um Reisedokumente und um Notfallpläne – und alles ist durch eigene Erfahrung untermauert. Ihr Stil: immer direkt, immer auf Augenhöhe. Dazu eine Prise Humor und die Selbsterkenntnis, dass nichts, am allerwenigsten sie selbst, perfekt ist.
    How-to-do-Buch und Appetitmacher in einem, gibt dieses Buch alle Infos, die man oder frau vor, während oder nach einer Langzeitreise braucht. Ein unverzichtbares Utensil für alle, die gern auf Reisen sind und die vom Richtig-lange-Wegsein träumen.

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    Verlag: Delius Klasing; Auflage: 1. Auflage 2014 (6. Oktober 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3768838889
    ISBN-13: 978-3768838887
    Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2 x 18,5 cm

    Laura Pattara über sich:
    "Nicht jeder zieht mit einem Rucksack auf dem Rücken und Abenteuergeist im Gepäck durch die Welt, mit der Absicht zehn Jahre lang überall und nirgends zu Hause zu sein. Manchmal passiert so etwas einfach. Besonders denjenigen, die, ebenso wie ich, Reisen als ihre größte Leidenschaft empfinden und die Welt am liebsten täglich Stück für Stück ein bisschen mehr entdecken wollen."

    Meine Meinung:
    Zu allererst: Es tut mir leid, aber dieses Cover finde ich total hässlich!
    Zum Buchinhalt: Die Autorin schreibt einen angenehmen und leicht lesbaren Stil und vermittelt dem Leser interessante Eindrücke und einige nützliche Tipps von den Reisen, die sie teils allein, teils mit ihrem Lebensgefährten, einem ebenfalls langjährigen Globetrotter, dem sie einst auf Reisen begegnete und der das Vorwort verfasste, unternommen hat.
    Ich mag ihren Humor und gewann den Eindruck, dass sie weiss, wovon sie redet. Dennoch konnte mich das Buch leider nicht so recht überzeugen, da sie sich mit ihren Erzählungen und Ratschlägen für meinen Geschmack ein wenig zuviel wiederholt. Außerdem erscheinen mir viele Hinweise zu oberflächlich und manche nicht wirklich neu. Ich meine, dieser Spruch mit "Koch es, schäl es oder vergiss es!" beispielsweise wird doch heutzutage jedem Touristen in südliche Länder außerhalb des deutschen Sprachraumes nahegelegt. Und der Spruch, dass erfahrene Menschen nur durchgehalten habende Anfänger sind, erscheint zwar ermutigend, hilft aber nicht wirklich bei der Reiseplanung. Gefallen hat mir hingegen die Anregung, dass Leute, die sich mit dem Gedanken an eine Langzeitreise befassen, sicher sein sollten, dass sie wirklich irgendwoHIN reisen wollen - und nicht etwa vor etwas WEGzureisen versuchen.
    Fazit: Der Kauf ist für Erstreisende sicher nicht verkehrt, aber der Inhalt hätte sich meiner Meinung nach auch auf den Umfang eines Vokabelheftes reduzieren lassen.

  5. #35

    Die Schnitzlers

    Buchtitel: Die Schnitzlers - eine Familiengeschichte
    Autor: Jutta Jacobi

    Inhaltsangabe lt. Verlag:
    Ein Leiterwagen und die Untreue einer schönen Buchhändlerstochter setzten ihn in Bewegung: Jutta Jacobi erzählt von Johann Schnitzler, dem begabten Sohn eines armen jüdischen Tischlers aus Nagykanizsa, der ein berühmter Arzt in Wien wurde. Von seinem Sohn Arthur, der sich vom Erotomanen zum Moralisten wandelte. Von dessen Frau Olga, der reuevollsten Geschiedenen aller Zeiten. Von Lili, die an der Seite eines faschistischen Offiziers ihr Glück nicht fand. Von Heinrich, der 1938 nach Amerika emigrieren musste. Von Arthurs Enkeln Peter und Michael, die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Von der Urenkelin Giuliana, die auf dem Zentralfriedhof die Gräber mit Steinchen schmückt. Es ist die Geschichte von Sehnsucht, dem Geschenk des Humors und dem Wandel der Perspektiven im Verlauf der Geschichte.

    Produkt/Autoreninformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
    Verlag: Residenz; Auflage: 1 (30. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3701732795
    ISBN-13: 978-3701732791
    Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 3 x 22,6 cm
    Jutta Jacobi geboren 1955, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in München. In Wien absolvierte sie eine Ausbildung zur Feldenkrais-Pädagogin. Sie lebt, schreibt und unterrichtet in Hamburg. Ihr Radiofeature Der Reigen zu Rad ist eine Hommage an Arthur Schnitzler zu dessen 150. Geburtstag. Zuletzt erschienen: Zarah Leander. Das Leben einer Diva (2006).

    Meine Meinung:
    Dieses ebenso angenehm lesbare wie interessant geschriebene Buch beginnt und endet mit einem gemeinsamen Besuch der Autorin und einer Nachfahrin von Heinrich und Arthur Schnitzler auf dem Wiener Zentralfriedhof und beinhaltet gleichzeitig eine Familiengeschichte und eine Gesellschaftsstudie.
    Mir war vorher nicht bekannt, wie viele künstlerisch begabte Mitglieder die Familie Schnitzler in den letzten beiden Jahrhunderten hervor gebracht hat.
    Natürlich kommen auch die Probleme zur Sprache, die die Zugehörigkeit zum Judentum vor allem im letzten Jahrhundert mit sich brachte.
    Im vorderen Buchdeckel befindet sich ein während des Lesens häufig und dankbar von mir genutzter Stammbaum.
    Abgerundet wird das Buch durch einen mehrere Bilder umfassenden Fototeil sowie einen umfangreichen Anhang.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen!

  6. #36

    Untreue

    Titel: Untreue
    Autor: Paulo Coelho

    Produktinformation lt Amazon:
    Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3257069081
    ISBN-13: 978-3257069082
    Originaltitel: Adultério
    Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 2,8 cm

    Über den Inhalt lt. Amazon:
    ?Ich will dir treu sein und dich ewig lieben. In guten wie in schlechten Zeiten. Bis dass der Tod uns scheidet.? Wenn es nur so einfach wäre! Linda hat alles, doch das Entscheidende fehlt. Hat sie den Mut, die Frage nach der Leidenschaft zu stellen? Denn zu einer großen Liebe ist man ein Leben lang unterwegs.

    Uber den Autor lt. Amazon:
    Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro.
    Alle seine Romane, insbesondere Der Alchimist, Veronika beschließt zu sterben, Elf Minuten und zuletzt Die Schriften von Accra, sind Weltbestseller, wurden in 80 Sprachen übersetzt und erreichten eine bisherige Weltauflage von über 165 Millionen Exemplaren. Seine Reflexionen und die Themen seiner Bücher regen weltweit Leser zum Nachdenken an und dazu, ihren eigenen Weg zu suchen.

    Meine Meinung:
    Dies war mein dritter und aller Wahrscheinlichkeit nach letzter Coelho!
    Möglicherweise sind "Er" und ich nicht füreinander geschaffen, vielleicht aber ist es mir auch einfach nicht gegeben, ihm geistig zu folgen.
    Von Paulo Coelho kannte ich vorher "Der Alchimist" und "Veronika beschliesst, zu sterben", die mich zwar nicht den um den Autor gewachsenen Hype verstehen ließen, mir aber doch wenigstens einige einigermaßen interessante Lesestunden und die eine oder andere geistige Bereicherung verschafften.
    Anders ist es bedauerlicherweise mit diesem Buch hier.
    Ich sehe vor mir eine gelangweilte und unzufriedene Anfangsdreißigerin, die uns die Namen ihrer beiden Kinder sowie ihres Ehemannes verschweigt - den ihres Liebhabers aber zu nennen für angemessen empfindet - , es aber der Erwähnung wert findet, dass Letzterer Platz 300 auf der Liste der reichsten Schweizer einnimmt. Genau aus diesem Grund hätte sie es nicht nötig, zu arbeiten. Tut sie aber. Was ihr auch von Herzen gegönnt sei, von wegen Selbstverwirklichung usw. Nur füllt sie ihre berufliche Tätigkeit leider so gar nicht aus. Ihre Kinder werden in der Zeit übrigens von einem philippinischen Kindermädchen erzogen. Diese kümmert sich auch um die zwei Kinder, während Mama sich mit ihrem Geliebten trifft, ihm - ich zitiere - den Sch***z leckt und dadurch wundersamerweise auch irgendwie wieder in die Lage versetzt wird, das Leben mit
    ihrem Ehemann zu ertragen.
    Vermutlich soll ich aus dieser Erzählung auch wieder irgendetwas lernen. Kann ich aber echt nicht, tut mir leid. Ich habe die zweite Hälfte des Buches dann auch nur noch quergelesen.
    Für Coelhofans wahrscheinlich wieder eine Erleuchtung, mich hat das Buch jedoch leider überhaupt nicht überzeugen können.

  7. #37

    Thank God it's Monday!

    Titel: Thank God it's Monday!: Wie wir die Arbeitswelt revolutionieren
    Autor: Dark Horse

    AMAZON sagt dazu:

    Produktinformation:
    Broschiert: 208 Seiten
    Verlag: Econ (12. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3430201713
    ISBN-13: 978-3430201711
    Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 2,4 cm

    Inhaltsangabe:
    Jeder träumt von Arbeit, die Spaß macht und sinnvoll ist. Dark Horse Innovation weiß, wie es geht: In der von 30 Vertretern der Generation Y gegründeten Berliner Agentur für Innovationsentwicklung gibt es Ideen-Sprints statt Meeting-Marathons, gemeinsame Entscheidungen ohne Chef und einen Preis für die besten Fehler. Im digitalen Wandel setzen sie auf kooperative Zusammenarbeit, individuelle Flexibilität und radikale Selbstentfaltung und werden so zum Trendsetter der Arbeit im 21. Jahrhundert.

    Klappentext:
    NEUE ARBEITSVERHÄLTNISSE BRAUCHT DAS LAND
    »Arbeit ist, wenn der Chef Schweiß und Tränen sehen, hören und riechen kann. Statt Individualität wird im Berufsleben erwartet, routiniert zu performen. Support ist eine Abteilung, die meist nur telefonisch zu erreichen ist. Sinn ergibt, was vorher als sinnvoll festgelegt wurde – im Zweifel ist es das, was der Vorgesetzte sagt. Konformität und Konkurrenz bestimmen den Arbeitsalltag.« Dabei geht es auch anders: Gut ausgebildet, weit gereist, praktisch erfahren und vielseitig vernetzt startet 25 Jahre nach dem Mauerfall eine neue Generation ins Berufsleben. Dark Horse Innovation zeigt, wie jeder seine Arbeitskultur schrittweise ändern kann und welche Chancen für alle im Wandel der Arbeitswelt stecken. Thank God it’s Monday macht Mut, sich vom traditionellen Arbeitssystem zu lösen und auf eine neue Arbeitswelt einzulassen. Und es zeigt Personalern, dass sie die Ansprüche der »Generation Y« nicht fürchten müssen, sondern davon profitieren werden.

    Buchrückseite:
    WIE WIR DIE ARBEITSWELT REVOLUTIONIEREN
    Jeder träumt von Arbeit, die Spaß macht und sinnvoll ist. Dark Horse Innovation weiß, wie es geht: In der von 30 jungen Leuten gegründeten Berliner Agentur für Innovationsentwicklung gibt es Ideen-Sprints statt Meeting-Marathons, gemeinsame Entscheidungen ohne Chef und einen Preis für die besten Fehler. In Zeiten des digitalen Wandels setzen sie auf kooperative Zusammenarbeit, individuelle Flexibilität und radikale Selbstentfaltung und werden so zum Trendsetter der Arbeit im 21. Jahrhundert.

    Über die Autoren:
    Dark Horse Innovation, ein ungewöhnliches Unternehmen zeigt wie die Utopie von Gemeinschaft, Autonomie und Erfolg am Arbeitsplatz Realität werden kann: Bei der jungen Berliner Agentur für Innovationsentwicklung, ist Arbeit weder Mittel zum Firmenzweck noch Selbstzweck der zur Selbstausbeutung führt. Dark Horse Innovation ist radikal darauf ausgerichtet allen Mitarbeitern maximale Selbstentfaltungsmöglichkeiten zu bieten, gerade weil hier immer die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Bevor wir unser Unternehmen im Jahr 2010 gegründet haben, haben wir uns beraten lassen. Die Essenz: Gründe nie mit mehr als drei Leuten! Gründe nie mit Freunden! Fokussier dich auf dein Unternehmen! Diese Ratschläge haben wir konsequent in den Wind geschlagen und uns ein Unternehmen mit ziemlich ungewöhnlichen Strukturen und Prozessen gebastelt.

    Youtube sagt dazu: http://www.youtube.com/watch?v=5gzgDXF1Q2w

    Meine Meinung:
    Die meisten Menschen kennen den Stoßseufzer: "Gott sei Dank, es ist Freitag!"
    Und der wird nicht etwa deshalb ausgestoßen, weil es freitags immer diese leckeren Fischstäbchen aus der Tiefkühltruhe gibt, sondern weil es im allgemeinen der letzte Arbeitstag vor dem Wochenende ist.
    Dark Horse glaubt nun, dass sich das ändert, dass man, wenn man ihre Ratschläge befolgt, sich auf den Montag freut, weil man dann wieder an die Arbeit gehen darf.
    Ich muss sagen, ich KÖNNTE mir vorstellen, dass das funktioniert. Dass es auf lange Sicht vielleicht sogar die einzige Möglichkeit sein wird.
    Aber der Reihe nach:
    Ich habe schon eine ganze Weile nicht mehr so lange an einem Buch gelesen wie an diesem hier!
    Dabei könnte ich jetzt nicht einmal genau sagen woran das gelegen hat. Vielleicht waren es ja die vielen Male, die ich besonders schöne Wortspiele oder an Aphorismen erinnernde Weisheiten einfach aus Freude an der Sprache mehrmals las, vielleicht aber auch die relativ häufig nötigen "Verdauungsunterbrechungen". Ja, der Text erfordert Aufmerksamkeit, einige Fremdwörter musste ich nachschlagen.
    Worum gehts?
    Nach dem Konzept von "Dark Horse" freut man sich, wie erwähnt, künftig auf den Montag, eben, weil man dann wieder arbeiten gehen darf.
    Erreicht werden soll das durch Strategien, die im Buch anschaulich erläutert werden.
    Es wird der Eindruck erweckt, EIGENTLICH sei alles recht einfach. Die Logik sagt, es SEI einfach. Andererseits stellt sich mir die Frage, ob man von den Dark-Horse-Leuten denn auch wirklich auf eine komplette Generation "Hochrechnen" darf.
    Sind wirklich alle so motiviert, so intelligent, so gebildet, so fair?
    Auf jeden Fall ein Buch, das ich lange im Gedächtnis behalten werde und dem ich viele Leser wünsche!

  8. #38

    Die dritte Stimme

    Titel: Die dritte Stimme
    Autor: Cilla und Rolf Börjlind

    Produktinformation und Inhaltsangabe lt. AMAZON

    Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    Verlag: btb Verlag (10. November 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3442753945
    ISBN-13: 978-3442753949
    Originaltitel: Den tredje rösten
    Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 4,5 x 22,2 cm

    Der zweite Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton
    Marseille: In einem Naherholungsgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal ermordet. Man weiß nicht viel über sie - nur dass sie in einem Zirkus ganz in der Nähe gearbeitet hat. Zur selben Zeit in Stockholm: In seinem Haus in Rotebro erhängt sich der Zollbeamte Bengt Sahlmann. Schnell findet die Polizei heraus, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat - obwohl alles darauf hindeutete.
    Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zwei Morde, an deren Aufklärung Polizeianwärterin Olivia Rönning und der ehemalige Kriminalkommissar Tom Stilton ein jeweils ganz privates Interesse haben ...

    Meine Meinung:
    Der zweite Fall der beiden Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton. Auch den Vorläufer hierzu gelesen zu haben, ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber meiner Erfahrung nach doch anzuraten. Ich kannte den ersten Teil nämlich nicht und hatte manchmal schon den Eindruck, mir fehlten doch einige Informationen.
    Ich habe dieses Buch sehr gerne in einem Rutsch gelesen und war buchstäblich bis zur letzten Seite von seinem spannenden Inhalt so gefesselt, als hätte mich der mehrfach darin erwähnte hochbegabte Meister der Messerwerferkunst höchstpersönlich daran festgenagelt.
    Die Geschichte handelt von alter und neuer Schuld, von Liebe, Korruption, Erpressung, Prostitution, Pornografie, Vertrauen, Freundschaft und Loyalität.
    Manchmal geht es zugegebenermaßen schon sehr brutal zu, dies wird aber zu keinem Zeitpunkt ins sensationshäscherische Übermaß ausgeweitet. Außerdem macht das ja für viele Leser erst den Reiz eines wirklich guten Thrillers aus.

  9. #39

    Mörderkind

    Titel: Mörderkind
    Autor: Inge Löhnig

    Produkt/Autoreninformation/Inhaltsangabe (AMAZON)
    Taschenbuch: 464 Seiten
    Verlag: List Taschenbuch (5. Dezember 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548612261
    ISBN-13: 978-3548612263

    Ihr Leben lang war sie für alle nur das Mörderkind. Fionas Kindheit war ein Alptraum. Und nun ist ihr Vater tot. Seine letzten Worte galten ihr: »Ich bin kein Mörder.« Widerstrebend macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Beginnt nachzuforschen, befragt ihre Familie. Und stößt auf ungeheuerliche Geheimnisse und eine Intrige, deren tödliches Gift bis heute wirkt.

    ?Inge Löhnig hat Grafik-Design studiert und sich nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen selbstständig gemacht. Heute lebt sie als Grafik-Designerin und Autorin mit ihrer Familie bei München.

    Meine Meinung:
    Eine klug erdachte Geschichte, aber erschreckend der Gedanke, dass so etwas tatsächlich geschehen sein und gleichzeitig ein leichter Zweifel, dass es dann so wie hier ausgehen könnte.
    Aber der Reihe nach:
    Mit Fiona lernt der Leser eine recht attraktive, moderne und auf mich etwas eigenwillig wirkende junge Frau mit Bindungsängsten und einer Vorliebe für keine Verantwortung nach sich ziehende One-Night-Stands kennen. Sie ist auch in beruflicher Hinsicht (noch?) nicht dazu bereit, sich dauerhaft festzulegen, und, obwohl sie natürlich gewisse Vorstellungen und Träume (Kunststudium) hat, derzeit vorübergehend als Fahrradkurierin tätig. Fiona lebt mit einer Freundin in einer WG.
    Eines Tages platzt ein netter junger Mann, der von ihr humorvoll-respektlos gleich "Mr. Darcy" getauft wird, in ihr Leben. Er verdient sein Geld als Rettungssanitäter und war in den letzten Lebensminuten von Fionas Vater anwesend. Bevor dieser in seinen Armen verstarb, bat er ihn sehr eindringlich darum, Fiona auszurichten, dass ihr Vater kein Mörder sei.
    Dass Fiona in dem Glauben aufgewachsen ist, ihr Vater sei ein Mörder, hat sie sehr stark geprägt und zeigt noch heute Auswirkungen auf ihr Verhalten. Sie glaubt "Darcy" zunächst nicht. Bei dem Tod ihres kürzlich nach vielen Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassenen Vaters scheint nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Unfall? Selbstmord? Und wenn denn ein solcher - möglicherweise wegen unerträglicher Schuldgefühle? Oder am Ende gar Mord? Warum? Wer?
    Auch das lässt sie zunächst kalt.
    Als Fiona sich dann doch um einige Wahrheiten zu bemühen beginnt, stößt sie auf Widersprüche.
    Immer weiter versucht sie, sich - später mit "Darcys" Hilfe - ein Bild zu machen.
    Der zweite Handlungsstrang - durch vorstehende Zeit- und Ortsangaben wird dieser wohltuend erkenntlich gemacht - führt den Leser knapp 20 Jahre zurück, als Fionas Vater, Ben, eine verhängnisvolle Affäre hat.
    Es hat mich gut unterhalten, Fiona bei ihren nicht immer ganz ungefährlichen Ermittlungen zu begleiten, die sie am Ende bis in die Nähe von Brest/Frankreich führen. Die Autorin schreibt flüssig und versteht es, einen quasi bis zur letzten Seite in Atem zu halten.
    Leseempfehlung, vor allem für Leute mit einem Faible für Bücher über Intrigen/Familienkonflikte.

  10. #40

    Make me German!

    Adam Fletcher: Make me German!
    Zweisprachiges Wendebuch Deutsch/Englisch: Wie ich einmal loszog, ein perfekter Deutscher zu werden

    Produktinformation lt AMAZON
    Taschenbuch: 400 Seiten
    Verlag: Ullstein Taschenbuch (7. Januar 2015)
    Sprache: Deutsch, Englisch
    ISBN-10: 3548375596
    ISBN-13: 978-3548375595
    Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3,2 x 19 cm

    Über den Autor lt AMAZON:
    Adam Fletcher, Jahrgang 1983, ist ein glatzköpfiger Engländer. Wenn er nicht gerade Bücher und Artikel über die Deutschen schreibt, verbringt er seine Zeit damit, sich Produkte für seinen Onlineshop "The Hipstery" auszudenken und Schokolade zu essen. Er lebt seit sechs Jahren in Deutschland.

    Inhaltsangabe lt Verlag:
    Schunkeln is awesome!
    Adam Fletcher hat sich ausgiebig mit den Marotten und Skurrilitäten der Deutschen beschäftigt. Doch jetzt ist es an der Zeit, endlich den letzten Schritt zu gehen und ein richtiger Deutscher zu werden. Also zieht der Brite die Hausschuhe aus und erkundet Good Old Germany via Mitfahrgelegenheit und Deutscher Bahn ? und besteht unterwegs ein paar Prüfungen. Er lernt, warum man nicht an Schützenfesten teilnehmen sollte, wenn man weder ordentlich trinken noch marschieren kann und was passiert, wenn jemand ohne musikalisches Talent einen Schlager komponiert. Und er erfährt am eigenen Leib, warum es keine gute Idee ist, vor dem Ballermann 6 Nordic Walking zu trainieren. Liebevoll und mit viel britischem Humor erzählt er von seinen teutonischen Abenteuern, und warum er dieses Land und seine Bewohner so in sein Herz geschlossen hat.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch zu lesen hat mir großen Spaß gemacht!
    Adam Fletcher (der bitte nicht Fletscher auszusprechen ist! *smile*) beweist dem Leser mit diesem Buch zwei Dinge:
    Er ist ein ausgezeichneter Beobachter und er hat sehr viel Humor!
    Ganz gezielt sucht er sich typisch deutsche Verhaltensauffälligkeiten heraus und seziert diese dann voller Akribie.
    Er wird dabei aber niemals boshaft, sondern lässt den Leser ganz deutlich spüren, dass er es mit einem breiten, beinahe an Mr. Bean erinnernden Lächeln tut.
    Ob er ein traditionsbewusstes Dorfvölkchen beim Schützenfest begleitet, noch dazu mit viel zu kleinem Hut und in viel zu enger Jacke, ob er wie bei Asterix und Obelix entnervt durch Behördenflure schleicht, ob er Mitfahrgelegenheiten testet, hingebungsvoll einen Schlager komponiert oder wenigstens mitkomponiert oder sich mit Hingabe auf das Studium des deutschen Fernsehprogrammes einlässt, beispielsweise eines jahrzehntealten Flaggschiffs des Ersten Deutschen Fernsehens annimmt, das immer wieder sonntags um 20.15 Uhr eine getreue Fangemeinde einträchtig vor den Bildschirmnen vereint und abwechselnd aus verschiedenen deutschen Bundesländern, aber auch aus Wien und der Schweiz kommt, oder ob er vom "Sturm der Liebe" bis hin zu den Geschichten um "Dr. Kleist" wirklich alles an TV-Höhen und Tiefen durchwatet - es bereitet riesiges Vergnügen, ihn dabei zu begleiten und an seinen Erfahrungen teilzuhaben.
    Wir bekommen einen Spiegel vorgehalten und entdecken möglicherweise auch die eine oder andere Ungereimtheit in unserem eigenen Verhalten.
    Verändern muss sich deshalb aber keiner!
    Ich glaube, Adam Fletcher will uns gar nicht anders haben. Naja, von wenigen Ausnahmen wie beispielsweise "Gollum" im Behördendschungel vielleicht abgesehen. Aber vielleicht nicht einmal die. Denn immerhin liefern alle diese Typen ihm sein Studienmaterial für hoffentlich noch etliche weitere Bücher dieser Art.
    Ich habe mir die beiden von Adam Fletcher bereits erschienenen Bücher jedenfalls schon einmal vorgemerkt und werde diesen mir bis dato unbekannten Autor auf alle Fälle im Auge behalten.
    Dieses Buch hier ist zweisprachig, das heisst, man kann es von vorn auf Deutsch und von hinten auf Englisch lesen. Eine gute Möglichkeit, dass man als Leser die eigenen Englischkenntnisse überprüfen kann.
    Überprüfen kann man im Übrigen noch mehr, am Ende ist ein lustiger Test. Aber ich will nicht zuviel verraten!:-)
    Fazit: Unbedingte Leseempfehlung

  11. #41

    Kurz bevor das Glück beginnt

    Titel: Kurz bevor das Glück beginnt
    Autor: Agnès Ledig, Sophia Marzolff (Übersetzer)

    Produktinformation:
    Taschenbuch: 416 Seiten
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3423260580
    ISBN-13: 978-3423260589
    Originaltitel: >Juste avant le bonheur<
    Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 3,5 x 21,1 cm

    Über die Autorin:
    Agnès Ledig, geboren 1973, ist von Beruf Hebamme und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Obernai/Elsass. Zu schreiben begann sie 2005, als ihr kleiner Sohn an Leukämie erkrankte. Ein Arzt ermutigte sie, sich auf die Suche nach einem Verlag zu machen, so hingerissen war er von ihrer großen Begabung. Er blieb nicht der einzige begeisterte Leser: Nach ihrem Romandebüt ?Marie d?en haut? (2011) hat ?Kurz bevor das Glück beginnt? in Frankreich Hunderttausende Leserinnen und Leser mitten ins Herz getroffen. Ausgezeichnet mit dem Prix Maison de la Presse 2013, erscheint der Roman in sechs weiteren Ländern.

    Inhaltsangabe:
    Schon lange glaubt die junge Julie nicht mehr an Märchen. Sie wollte Mikrobiologin werden, stattdessen muss sie als alleinerziehende Mutter ihr Geld an der Supermarktkasse verdienen. Ebendort lernt sie durch Zufall Paul kennen, der nach 30 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen worden ist. Spontan lädt er sie und ihren 3-jährigen Sohn zu einem Familienurlaub am Meer ein. Julie sagt mutig zu ? und vor ihnen liegt eine kurze, intensive Zeit voller kleiner und großer Wunder. Doch das Leben ist ebenso wie das Meer den Gezeiten unterworfen.
    (Quelle: AMAZON)

    Meine Meinung:
    „Das Leben ist voller Wunder – für den, der sie sieht“

    Und die Welt ist glücklicherweise gelegentlich voller wunderschöner Bücher - dies ist eines davon!

    Julie, alleinerziehende Mutter eines liebenswerten dreijährigen Sohnes, konnte sich bisher ihren beruflichen Traum, Mikrobiologin zu werden, nicht erfüllen und verdient heute gerade mal so den Lebensunterhalt für sich und ihren Sprößling an der Kasse eines Supermarktes. Mobbing und ein übergriffiger Chef machen ihr das Leben zusätzlich schwer.
    Paul, nach 30 Jahren Ehe seiner Frau verlustig gegangen, in dieser Situation noch etwas unerfahren, vor allem, was das eigenhändige Einkaufen betrifft, lernt Julie an deren Arbeitsplatz kennen und lädt sie ganz spontan mit ihrem Sohn zu einem Familienurlaub am Meer ein. Sie, deren Urlaub ohnehin gerade hatte beginnen sollen, die aber keinen überflüssigen Cent für eine Reise hätte aufbringen können, sagt mutig zu. Ebenfalls mit von der Partie ist Pauls erwachsener Sohn aus kurzer erster Ehe.
    So weit, so gut.
    Irgendwie schien alles auf ein Happy End entweder mit Paul oder dessen zunächst aufgrund eigener (Liebes-)Probleme recht mürrischem Sohn, einem Arzt, hinaus zu laufen. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten gelingt es auch dem Dreikäsehoch mit unwiderstehlichem Charme und Julie mit offenen Worten zur rechten Zeit und am rechten Ort, eine Harmonie zu schaffen, die zu einem unbeschreiblich schönen und leider viel zu kurzem Urlaub führt.
    Dann schlägt das Schicksal unbarmherzig zu.
    Mehr soll hier meiner Meinung nach nicht verraten werden, nur so viel: Ein in den letzten Jahr immer wieder zu Diskussionen führendes Thema, das jeden von uns einmal angehen kann, sowohl als direkt Betroffenen als auch als vor eine Entscheidung gestellten Menschen, wird sehr respektvoll und doch zu Herzen gehend aber nie ins Kitschige abgleitend behandelt.
    Ein Buch, das ich lange in guter Erinnerung behalten werde und sehr gerne weiterempfehle.
    Wer allerdings kürzlich einen innerfamiliären Verlust erlitten hat, sei gewarnt: Dieses Buch kann Trost spenden, aber auch Wunden wieder aufreissen. Kitschig ist es jedoch niemals.

  12. #42

    Ein mallorquinischer Sommer

    Helen Walsh: Ein mallorquinischer Sommer

    Produktinformation:
    Broschiert: 288 Seiten
    Verlag: KiWi-Paperback (11. Mai 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3462047116
    ISBN-13: 978-3462047110
    Originaltitel: The Lemon Grove
    Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,7 x 21,6 cm

    Inhaltsangabe:
    Jedes Jahr fahren Jenn und Greg in die Villa Ana nach Deià, Mallorca. In diesem Sommer sind sie jedoch nicht allein: Gregs Tochter Emma kommt mit ihrem ersten festen Freund auf die Insel. Jenn fürchtet, dass die Idylle durch die beiden Teenager getrübt werden könnte. Als Emma und Nathan eintreffen, ist nichts so, wie erwartet. Nathan entpuppt sich als gut aussehender, braun gebrannter 17-Jähriger, und Jenn muss sich eingestehen, dass sie sich zum Freund ihrer Stieftochter hingezogen fühlt. Es beginnt ein erotisches Versteckspiel, an dem die Familie beinahe zerbricht und das Jenn zu einer schmerzlichen, aber erhellenden Konfrontation mit sich selbst zwingt.

    Über den Autor und die beiden Übersetzer:
    Helen Walsh wurde 1976 in der Nähe von Liverpool geboren, wo sie auch heute lebt. Ihr Debütroman »Millie« (KiWi 940) erregte durch seine drastische Schilderung von Sex, Partys und Drogen viel Aufsehen und war in Großbritannien und Deutschland ein großer, viel diskutierter Erfolg. »Millie« wurde mit dem Betty Task Prize ausgezeichnet. Walshs zweiter Roman »Once Upon A Time in England« gewann den Somerset Maugham Prize. »Ich will schlafen!« erntete begeisterte Kritiken – und trat eine Lawine los: Die Autorin erhielt Tausende von E-Mails junger Mütter, die Helen Walsh für ihr offenherziges Buch dankten.
    Maria Hummitzsch, 1982 in Magdeburg geboren, studierte in Leipzig, Lissabon und Florianópolis Übersetzung, Psychologie und Afrikanistik. Seit April 2011 arbeitet sie als Literaturübersetzerin aus dem Portugiesischen und Englischen.
    Michael Schickenberg, geboren 1975, übersetzt aus dem Englischen und Norwegischen und arbeitet als freier Lektor. Er studierte Anglistik/ Amerikanistik, Germanistik und Skandinavistik in Greifswald, den USA, Norwegen und Spanien.

    Meine Meinung:
    Ein erfrischend-schönes, zum englischen Originaltitel passendes Cover.
    Vom Inhalt vermag ich dies bedauerlicherweise nicht zu sagen, denn leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen.
    Schade, dabei hatte ich mir anfangs doch so viel davon versprochen.
    Die Geschichte fing eigentlich auch ganz nett an: Ein britsches Ehepaar der gehobenen Einkommensklasse befindet sich in den besten Jahren und verbringt regelmäßig wunderschöne Ferien auf der spanischen Balearen-Insel Mallorca. Nicht etwa am Ballermann, nein, sondern in kultivierterer Atmosphäre in einem gemieteten Ferienhaus mit eigenem Pool. Sie ohne leibliches Kind, er mit leiblicher Tochter, deren Mutter einst bei der Geburt verstarb. Sie, Jenn, hat die Kleine, Em, wie eine eigene Tochter aufgezogen. Jetzt ist Em zum ersten Mal richtig verliebt. Sie ist 15 und das Objekt ihrer Begierde, Nate, nur wenige Jahre älter. Em und Nate sollen eine Woche nach den "Oldies" anreisen, um den Rest des Urlaubs "en famille" zu verbringen. Es beginnt dann, zwischen Jenn und Nate zu Knistern...
    Bereits relativ früh, als Jenn am ersten gemeinsamen Morgen zum Bäcker fährt, verlor der Text seine anfänglich durchaus vorhandene Fähigkeit, mich zu fesseln, und ich schweifte gedankenlich zunehmend häufiger ab, musste mich dann "zusammennehmen" und die letzten Zeilen erneut lesen, um den Anschluss an das Geschehen nicht zu verpassen.
    Und dann kam es zu den schon angekündigten sinnlich-erotischen Szenen zwischen Jenn und Nate. Diese wurden in "keinster Weise" abstoßend geschildert. Trotzdem konnte ich dem Ganzen weder Sinn noch Zweck oder Ziel entnehmen. Die Story erreichte mich nicht.

  13. #43

    Léon und Louise

    Titel: Léon und Louise
    Autor: Alex Capus

    Inhaltsangabe lt. Verlag:
    Zwei junge Menschen verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise – die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Ein Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.

    Produktinformation:
    Taschenbuch: 320 Seiten
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2012)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 342314128X
    ISBN-13: 978-3423141284
    Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,8 x 19,2 cm

    Über den Autor:
    Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte und Philosophie in Basel. Zwischen 1986 und 1995 arbeitete er als Journalist bei verschiedenen Schweizer Tageszeitungen, davon vier Jahre als Inlandredakteur bei der Schweizerischen Depeschenagentur SDA in Bern. Alex Capus lebt heute als freier Schriftsteller in Olten, Schweiz.
    (Quelle: AMAZON)
    (Dies gilt natürlich auch für das zuletzt vorgestellte Buch. Dort wurde diese Angabe bedauerlicherweise vergessen. Leider ließ sich das nicht per "Ändern-Funktion" korrigieren.)

    Meine Meinung:
    Dieses Buch enthält eine der schönsten geschriebenen Liebesgeschichten überhaupt!
    Die Geschichte von Léon und Louise gehört meiner Meinung nach in eine Reihe mit Romeo und Julia und Scarlett O'Hara-Hamilton-Kennedy-Butler und Rhett Butler (vergessen wir in diesem Zusammenhang natürlich die gräßlichen Versuche, "Vom Winde verweht" eine "Fortsetzung angedeihen zu lassen!).
    Das Schicksal, die große Weltpolitik, lässt die beiden Liebenden viele Jahre ihres Lebens getrennt von einander sein.
    Trotzdem haben sie sich nie vergessen.
    Alex Capus versteht es ausgezeichnet, diese Liebesgeschichte dem Leser nahezubringen.
    Das Buch fesselt ungemein, wird aber glücklicherweise niemals kitschig.
    Leseempfehlung!

  14. #44

    Worte in meiner Hand

    Guinevere Glasfurd: Worte in meiner Hand

    Produktinformation:
    Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    Verlag: List Hardcover (7. August 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 347135123X
    ISBN-13: 978-3471351239
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 30 Jahren
    Originaltitel: The Words in my Hand

    Inhaltsangabe lt. Verlag:
    René Descartes und Helena Jans van der Strom – eine wahre Geschichte Amsterdam, 1630er Jahre. Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem Buchhändler. Ein großes Glück für sie, denn sie kann lesen und schreiben und geht mit offenen Augen durch die Welt. Der neue Hausgast ihres Herrn fasziniert sie: Er arbeitet ununterbrochen, und Helena ist angewiesen, ihn „Monsieur“ zu nennen. Der Fremde zieht viele Besucher an, und sie erfährt seinen echten Namen: René Descartes. Sie ist zu neugierig, um Distanz zu wahren. Und auch Descartes ist schon bald von ihrem Charme und Wissensdurst eingenommen. Sie verlieben sich, was unmöglich ist: Sie ist Calvinistin, er Katholik. Sie ist nur eine einfache Magd, er Europas aufstrebender Philosoph. Die beiden sind zwei kühne, mitreißende Geister, die sich von dem Standesdünkel des Goldenen Zeitalters in Holland nicht aufhalten lassen.

    Meine Meinung:
    Das Cover und die Beschreibung weckten in mir sofort Erinnerungen an das wunderschöne Buch "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Tracy Chevalier um den Maler Johannes Vermeer und das Mädchen Griet und Peter Pranges ebenso schönen Roman "Die Philosophin" um Diderot und Sophie Volland.
    In ihre Kategorie möchte ich dieses Buch hier als ebenbürtig einreihen.
    Geschickt werden Wahrheit, Wahrscheinlichkeit und Dichtung miteinander verwoben.
    Erläuterungen der Autorin runden das Ganze perfekt ab.
    Es hat mir Freude gemacht, die Annäherung von diesen, nach konventionellen Maßstäben gemessenen unterschiedlichen Welten angehörenden beiden Menschen zu beobachten. Wie sie sich über viele Schranken hinwegsetzen können, aber auch, dass es eben nicht alle Schranken sind. Und auch, welchen Preis sie dafür zu zahlen gezwungen waren.
    In derartigen Büchern kann man manchmal mehr lernen als in zu trocken präsentierten Schulstunden, in denen man nur mit Fakten und Jahreszahlen bombardiert wird.
    Deshalb wünsche ich mir möglichst zahlreiche weitere Romane aus "dieser Feder" und diesem Buch recht viele Leser.
    Leseempfehlung!

  15. #45

    Baba Dunjas letzte Liebe

    Titel: Baba Dunjas letzte Liebe
    Autor: Alina Bronski

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (17. August 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3462048023
    ISBN-13: 978-3462048025

    Autoreninformation lt. AMAZON:
    Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der 90er-Jahre in Deutschland. Ihr Debütroman Scherbenpark wurde zum Bestseller, ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht und wurde fürs Kino verfilmt. Es folgten die Romane Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche und Nenn mich einfach Superheld. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in 15 Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen im Niemandsland so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt sogar ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest, die Gavrilovs im Garten Schach spielen und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Und an ihre Enkelin Laura. Doch dann kommen Fremde ins Dorf ? und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Alina Bronsky lässt in ihrem neuen Roman eine untergegangene Welt wieder auferstehen. Komisch, klug und herzzerreißend erzählt sie die Geschichte eines Dorfes, das es nicht mehr geben soll ? und einer außergewöhnlichen Frau, die im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies findet. Auf kleinem Raum gelingt ihr eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

    Meine Meinung:
    Die Geschichte an sich ist simpel und leicht lesbar und wird in einfachen Worten erzählt. Besondersartig ist dagegen die Sicht von Dunja Baba selbst: Eine ab dem ersten Satz fesselnde Mischung aus Nüchternheit gepaart mit Witz, Lebenserfahrung, feiner Ironie und Bauernschläue. Überzuckert wird diese Mischung von Dickköpfigkeit.
    Dunja wollte sich von ihrer in Deutschland lebenden Tochter Irina nicht davon abhalten lassen, in das verstrahlte kleine Dorf zurück zu kehren. Dort versorgt sie sich mit Produkten des eigenen Gartens, tauscht gelegentlich mit den Nachbarinnen und fährt auch mal in die Stadt für Sondereinkäufe oder zur Auffrischung der Dauervorräte.
    Einziges wirkliches Ärgernis war Nachbarin Marjas die morgendliche Ruhe störender Hahn "Konstantin". Mit den Spinnen in ihrem Haus arrangiert sie sich hingegen hervorragend. Traurig ist sie nur darüber, dass sie wohl niemals ihre Enkelin Laura persönlich kennen lernen wird. Die weite Reise kann sie sich aus Altersgründen nicht mehr zumuten und sie will andersherum Laura nicht der Strahlenbelastung aussetzen. Nicht einmal Briefe können ausgetauscht werden, denn Laura versteht kein Russisch und Dunja Baba kein Deutsch.
    So plätschert das Leben dahin, bis eines Tages ein Vater mit seiner Tochter ins Dorf kommt...
    Eine schöne Geschichte, berührend, aber nicht kitschig. Leseempfehlung!


Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •