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Ergebnis 61 bis 75 von 217
  1. #61
    Titel: Meine amerikanische Freundin
    Autorin: Michèle Halberstadt

    AMAZON verrät dazu:

    1. Inhalt:
    Sie sind enge Freundinnen, obwohl die eine in Paris, die andere in New York lebt. Doch dann verändert ein Anruf aus Manhattan plötzlich alles: Molly liegt im Koma. Als sie aufwacht, halbseitig gelähmt und mit eingeschränktem Gedächtnisvermögen, zieht sie sich dorthin zurück, wo kaum jemand sie noch erreicht. Alle Versuche der Erzählerin, die starke, kämpferische Molly mit dem sprühenden Geist ins Leben zurückzuholen, laufen ins Leere. Ein einfühlsamer Roman über die starken Bande der Freundschaft ? und den Schmerz ihres Verlustes.

    2. Produktinformation:
    Taschenbuch: 160 Seiten
    Verlag: Ullstein Taschenbuch (30. November 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548287859
    ISBN-13: 978-3548287850
    Originaltitel: Mon amie américaine

    3. Über die Autorin und weitere Mitwirkende:
    Unter dem Pseudonym Michèle Halberstadt veröffentlicht die Journalistin Michèle Pétin ihre Romane. Nachdem sie zunächst für den Sender Radio 7, später als Redakteurin der Zeitschrift Première arbeitete, gründete sie in den neunziger Jahren ihre eigene Distributions- und Produktionsfirma, die u. a. den Kinohit Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran produzierte.
    Übersetzt von Corinna Rodewald

    Meine Meinung:
    Einen größeren Gegensatz zum soeben vorgestellten Buch kann man sich kaum denken.
    Lange wusste ich nicht, wohin die Geschichte denn nun schlussendlich führen sollte, was der Sinn dahinter ist und so ganz sicher bin ich mir da eigentlich immer noch nicht.
    Möglicherweise beruht die Geschichte ja auf eigenen Erfahrungen und das Aufschreiben war eine Art Therapie für die Autorin.
    Eindringlich wird die Beziehung zweier guter Freundinnen beschrieben, von denen die eine lange im Koma liegt und danach nie wieder "ganz die Alte" ist, jedenfalls nicht innerhalb dieses Buches. Gleichzeitig erfahren wir von den Auswirkungen dessen auf die andere Freundin, die nur sehr wenig, viel zu wenig, tun kann.
    Nicht direkt ein deprimierendes Buch, aber schon ziemlich "an die Nieren gehend".
    Also nicht unbedingt eine geeignetes Mitbringsel bei Kranken(haus)besuchen.
    Und eigentlich mit 9,99 € für gerade einmal 160 Seiten auch nicht gerade preisgünstig.
    Fazit: Nur bedingt eine Leseempfehlung!

  2. #62
    Im neuen Jahr geht es weiter.
    Schöne Feiertage! *wink*
    Geändert von sheherazade (18-12-2015 um 15:20 Uhr)

  3. #63
    Titel: Sterbegeld
    Aitorin: Judith Winter

    Produkt/Autoreninformationen und Inhaltsangabe (Quelle: AMAZON)
    Taschenbuch: 464 Seiten
    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (18. Dezember 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3423216166
    ISBN-13: 978-3423216166
    Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 4 x 19,1 cm

    Judith Winter, 1969 in Frankfurt am Main geboren, studierte Germanistik und Psychologie in Berlin und Wien und arbeitete viele Jahre in einem renommierten wissenschaftlichen Institut, bevor sie sich selbständig machte. Nach Aufenthalten in Mailand und Paris lebt sie heute mit ihrer Familie in Konstanz.

    Ein kleiner Junge wählt den Notruf der Polizei. Er schwebt in höchster Gefahr. Doch die Polizeibeamten kommen zu spät ? der Junge und seine Familie wurden kaltblütig ermordet.
    Acht Monate später: Die Ermittlerinnen Emilia Capelli und Mai Zhou stehen vor einer Zerreißprobe. Thorsten Mohr, ein geschätzter Kollege, wird bei einer Razzia getötet. Mysteriös: Kurz vor seinem Tod hat Mohr offenbar die vorgeschriebene Schutzweste abgelegt. Aber warum?
    Die Kollegen sind ratlos, doch bald deutet alles darauf hin, dass es eine undichte Stelle in den eigenen Reihen gibt. Zur selben Zeit wird der Fall der ermordeten Familie wieder aufgerollt. Möglicherweise wurde damals der falsche Täter gefasst. Zwei Fälle von höchster Brisanz für Capelli und Zhou.

    Meine Meinung:
    Ein kleiner Junge, der erst 6-jährige Leon, der noch nicht einmal zur Schule geht, ruft bei der Polizei an und erzählt seinem ebenso versiert wie behutsam nachfragenden Gesprächspartner peu à peu, wie er heisst, wo er wohnt, wie alt er ist, dass seine Mutter weint, dass seine kleine Schwester Pippa, die 3 Jahre alt ist, sich nicht mehr bewegt und still ist und schließlich, dass "ER" käme. Als die Polizei eintrifft, findet sie eine ermordete 4-köpfige Familie vor.
    Die anfangs sehr spannend, dann etwas abflachend empfundene Geschichte nimmt wieder Fahrt auf, als die Ermittlungen zu beiden Fällen parallel aufgenommen werden.
    Hauptakteure sind zwei Polizistinnen, "Emilia" genannt "Em" und "Zhou". Dies ist bereits ihr 3. gemeinsamer Fall. Was der Titel "Sterbegeld" mit der Story zu tun haben soll, erschloss sich mir leider ebensowenig wie der Zusammenhang mit dem Coverbild.
    Zugegebenermaßen wurde aber am Ende alles gut aufgelöst, die Geschichte der ermordeten Familie mit einer für mich sehr überraschenden, aber trotz "weiten Hergeholtseins" logisch nachvollziehbaren Wendung, wohingegen der "Maulwurf" in meinen Augen irgendwie vorhersehbar war.
    Verziert wurde das Ganze mit angedeuteten amourösen Aufarbeitungs- beziehungsweise Neufeldbestellungsarbeiten der beiden Damen, die sich im Übrigen auch aneinander annähern.
    Fazit: Keine verschwendete Lebens/Lesezeit, aber definitiv kein "Muss"!

  4. #64

    Digby #01

    Autor: Stephanie Tromly
    Titel: Digby #01

    Inhaltsangabe & Produktinformation lt. Amazon:

    Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein. Das war Zoe in dem Moment klar, als sie seine Bekanntschaft machte. Nicht klar war ihr allerdings, dass sie mit ihm auch gleich von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten würde. Denn Digby setzt alles daran, den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufzuklären.Wie er es aber anstellt, dass Zoe mit ihm bei einem Gynäkologen einbricht,kurzzeitig auf der Polizeiwache landet und an einen Drogenhändlerring gerät? Keine Ahnung. Nur eines weiss sie genau: Ein Plan B wäre jetzt gerade sicher nicht verkehrt. Bei Stephanie Tromlys Held Digby muss man sich auf spannende Unterhaltung auf höchstem Niveau gefasst machen, immer mit einer Prise schrägem Humor gewürzt und einem besonders lässigem Dedektiv a là "Sherlock".

    Gebundene Ausgabe
    Verlag: Oetinger (22. Februar 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3789148091
    ISBN-13: 978-3789148095
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

    Meine Meinung:
    Die Ich-Erzählerin, Zoe Webster, war und blieb mir sympathisch, auch Digby, trotz - oder wegen - seiner doch wirklich teilweise recht anstrengend herüberkommenden Schrullen, wuchs mir sozusagen ans Herz.
    Beiden Protagonisten blieb ich auch bis zum Schluss gewogen, aber die Geschichte an sich verlor mich zunehmend, denn es schien mir einfach alles irgendwie zuviel. Als Zoe selbst nicht mehr genau wusste, was sie ihrer Mutter sagen sollte, verlor auch ich ein wenig den Durchblick. Aber ich las "tapfer" weiter. Dieses mein Durchhaltevermögen zahlte sich auch aus, denn trotz einiger Irrungen und Wirrungen gestaltete sich das Ende und zwar buchstäblich bis zum allerletzten Satz wieder voll nach meinem Geschmack.
    Der Mittelteil erscheint mir etwas mit zuviel Turbulenzen überfrachtet, aber mir gefiel, wie die Sorgerechtsfrage, als die Eltern von Protagonistin Zoe Webster sich trennen, geschickt in die Geschichte eingeflochten wurde und dies auf eine besondere Weise. Zwar auch, wie zu der gesamten Geschichte passend, ein wenig überzogen, aber doch so, dass Jugendlichen, die vielleicht in ähnlichen Situationen leben und mit ebensolchen Problemen konfrontiert werden, Stoff zum Nachdenken gegeben wird.

  5. #65
    Autorin: Jean Hanff Korelitz
    Titel: Du hättest es wissen können

    Amazon sagt dazu:
    Verlag: Ullstein
    Medium: Broschiert
    Erscheinungsdatum: 15.01.2016
    Kategorie: Literatur
    Preis: DE 12.99 ?
    Seiten: 480
    ISBN-10: 3548287352
    ISBN-13: 978-3-548-28735-5
    Sprache: Deutsch
    Originaltitel: You Should Have Known
    Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,9 x 20,5 cm
    Klappentext:
    Grace Reinhardt Sachs lebt auf der Manhattaner Eastside in dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Sie ist eine erfolgreiche Paartherapeutin, ihr Mann ein berühmter Kinderarzt, und ihr Sohn besucht eine renommierte Privatschule. Graces Beziehungsratgeber "Du hättest es wissen können" steht kurz vor der Veröffentlichung, und das Interesse ist groß. Als die Mutter eines Mitschülers ermordet wird und Graces Mann nicht zu erreichen ist, beginnt Grace zu ahnen, dass es vielleicht auch Dinge gibt, die sie selbst hätte wissen können. Ein scharfsinniger Roman über eine kluge, starke Frau am Wendepunkt ihres Lebens.
    Buchrückseite:
    »Klug und raffiniert.« The New York Times
    Ausgerechnet als wirklich alles in Ordnung scheint, muss Grace sich eingestehen, dass es das vielleicht nicht ist. Ihr Mann Jonathan ist verschwunden, und die Polizei stellt ihr überraschende Fragen. Kann es wirklich sein, dass Jonathan nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat?
    Und:
    Jean Hanff Korelitz erzählt von einer modernen Frau ? klug, emotional, erfolgreich, die glaubt, alles im Griff zu haben. Erst eine große Krise hält sie davon ab, die Fassade weiterzupolieren, hinter der sie fast verschwunden war ? endlich fängt sie wieder an zu leben.
    Über die Autorin:
    Jean Hanff Korelitz lebt mit ihrem Mann, dem irischen Dichter Paul Muldoon, und ihrer Tochter in Princeton, New Jersey. Sie schreibt Buchkritiken für mehrere amerikanische Zeitungen und arbeitet außerdem zurzeit an ihrem vierten Roman. Bisher sind auf Deutsch "Die Schattenjury" (1997) und "Stille Wasser sind tief" (2001) erschienen. (anläßlich eines anderen Buches)

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich auf Anhieb fasziniert!
    Natürlich ist der Leser durch die vorgegebenen Informationen bereits in einem gewissen Umfang auf die darin geschilderten Ereignisse vorbereitet, trotzdem gefiel mir sehr gut, wie die Autorin schildert, auf welche Weise die glatte Fassade eines scheinbar rundum perfekten Lebens erst feine Risse, dann gröbere Sprünge aufweist und dann plötzlich in einem katastrophalen Scherbenhaufen gänzlich zerschellt.
    Auch die Reaktion der Umwelt ist interessant zu beobachten.
    Fels in der Brandung ist Grace Reinhardt Sachs, die sich von einem Tag auf den anderen nicht nur als alleinerziehende Mutter, sondern auch als Mitverdächtige in einem Mordfall sieht.
    Gestern noch rissen sich Frauenzeitschriften um ein Interview mit ihr, weil sie in ihrem ersten eigenen Buch einen Überblick über ihre Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit als erfolgreiche Paartherapeutin schreibt - und heute wird sie auf dem Weg zur Schule mit ihrem Sohn von Sensationsreportern nahezu belagert und muss vor der Meute in ein abgelegenes kleines Sommerhaus ausweichen.
    Vermutlich ist es genau ihr größtes Problem - ihren Sohn zu schützen -, das ihr gleichzeitig die Kraft verleiht, das Ganze überhaupt durchzustehen und immer neue Erkenntnisse und Enthüllungen über ihren Ehemann, den sie doch so gut zu kennen vermeinte, zu verkraften. Gespräche mit ehemaligen Kollegen des Mannes, mit früheren Freunden und Verwandten fügen ein Mosaiksteinchen zum anderen.

  6. #66
    Autor: Hasso Longnose
    Titel: Hund Couture

    Produktinformation
    Taschenbuch: 286 Seiten
    Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (4. Dezember 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 1519519664
    ISBN-13: 978-1519519665
    Größe und/oder Gewicht: 14 x 1,8 x 21,6 cm

    Inhaltsangabe:
    Dieser Mops hat Stil, Charme und ziemlich kurze Beine. Und er hat eine Mission. Nämlich möglichst viele Leckerli zu verputzen. Okay, auch die Welt möchte er nebenbei noch retten. Und seine große Liebe. Seine erste Fashionshow sollte ebenfalls ein Erfolg werden. Und wenn alles schief geht, muss er sich bald auch noch um die Nachkommen seines hyperintelligenten Hamsterfreundes Turing kümmern. Was also tun? Erst mal ein Leckerli essen?
    (Amazon)

    Meine Meinung:
    Wie sagte Loriot schon so schön?
    "Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos."
    Hier erfahren wir die Geschichte von "Hasso Longnose", einem Mops, der bei seinem ältlichen Frauchen "Eleonore" lebt und mittels einer in der Haustür befindlichen zwar "knapp sitzenden" aber doch gerade noch ausreichend großen Katzenklappe ein relativ freies Leben führt. Zu diesem gehören neben Fressen, Pupsen und seinem Interesse an Mode seine Freunde - der homosexuelle Hamster "Turing" und die des Lesens mächtige Elster "Sally". Seit einiger Zeit hat unser Protagonist aber ein weiteres Interesse und zwar das an einer weißen Königspudeldame namens "Victoria von der Tann". Ihr gehören nämlich sein ganzes Herz, seine Sehnsucht und seine Leidenschaft. Doch ist die Erfüllung seiner Träume nicht so einfach, zumal die Hündin auch noch von anderen Rüden umgeben ist: "Arnold", "Lothar" und "Dietmar", alle größer und vor allem wesentlich gefährlicher als er selbst, der außer Charme, Stil, "Fettmuskeln", Falten, Ringelschwanz und kurzen Beinchen nicht allzuviel zu bieten hat. Aber er verfügt über ein großes und mutiges Herz, Einfallsreichtum und Gewitzheit.
    Die Geschichte beginnt auch gleich recht spannend mit einer wilden Verfolgungsjagd...
    "Hasso" und seine beiden Freunde geraten auf seinen Liebespfaden oft in Schwierigkeiten, aus denen sie nur immer mal gerade soeben und unter den skurrilsten Bedingungen davon kommen. Die Schilderungen dieser Begebenheiten zu lesen hat mir wegen der Wortspiele und den kleinen Seitenhieben auf die Menschen eigentlich recht gut gefallen und mich auch häufig zum Schmunzeln gebracht.
    Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt, die jeweils mit einer Zusammenfassung des bisher Geschehenen ihren Anfang nehmen. Zudem wird oft eingeschoben, dass "Hasso" uns ja auch etwas ganz Anderes erzählen sprich vorschwindeln könne, woraufhin genau dies geschieht und als Beispiel eine noch viel absurdere Version des Geschehens geliefert wird, ehe es dann mit der "Wahrheit" weitergeht. Diese Dinge und die für meinen Geschmack zu häufigen Wiederholungen haben mich ein wenig im Lesefluss gestört, denn ich empfand sie - hart ausgedrückt - als Zeit- und Seitenschinderei. Ja, die Verulkungen von beispielsweise Karl Lagerfeld, Heidi Klum und Kate Moss sowie etlichen TV-Shows waren lustig, aber als dann bei der "Fashion Show" mehrmals mit demselben "Gag" gearbeitet wurde (eine Ansage wird gemacht und jemand ganz Anderes taucht im Kegel des Scheinwerferlichtes auf), wollte ich eigentlich nur noch recht bald mit dem Buch fertig werden.
    Fazit: Lustig und originell, aber manchmal leider etwas zu dick aufgetragen.

  7. #67
    Titel: Mensch, Paul
    Autorin: Anette Göttlicher
    Inhaltsangabe laut AMAZON:
    Marie hat lange nicht mehr an Paul gedacht. Und das war gut so: Schließlich ist sie mit Jan so glücklich, dass die beiden sogar eine Familie gegründet haben. Doch dann zieht gegenüber ein Pärchen ein: Paul und seine Freundin Natalie. Das Unfassbare geschieht: Marie freundet sich mit Natalie an – und irgendwie auch mit Paul. Doch wie soll sie das Jan beibringen? Dann beginnt Paul eine Affäre, und alles läuft ganz anders als geplant ...

    Produktinformation laut AMAZON:
    Taschenbuch: 320 Seiten
    Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. Juni 2011)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548266843
    ISBN-13: 978-3548266848
    Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,8 x 19,1 cm

    Über die Autorin (AMAZON):
    Anette Göttlicher, geboren 1975, ist Autorin, Journalistin und Fotographin. Aus ihrer Kolumne »Maries Tagebuch« auf Cosmopolitan.de entwickelte sie ihren ersten Roman Wer ist eigentlich Paul?, der auf Anhieb zum Bestseller wurde. Anette Göttlicher lebt in München.

    Meine Meinung:
    Als das Buch seinen Weg zu mir fand, wusste ich nicht, dass es Teil (letzter Teil?) einer ganzen Paul-Serie ist.
    Hätte ich es gewusst, ich hätte bestimmt nicht zugegriffen, denn ich bin eigentlich überhaupt keine Freundin von Dauergeschichten, welche dann enden mit beispielsweise "Der Fluch des Leibarztes der Nachbarin der Enkelin der Wanderhure" oder ähnlich. Hier hätte ich etwas versäumt. Dies ist eine leicht lesbare und überaus erheiternde Geschichte, in der nach meinem Dafürhalten genug informative und geschickt in die jetzige Handlung eingebaute Rückblenden für eine ausreichende Kenntnis der Vorgeschichte sorgen.
    Es hat mir viel Spaß bereitet, Marie auf ihren Gefühlsirrungen und -wirrungen zu begleiten. Zudem war hier nichts vorhersehbar, denn immer wieder kehrte sich das Ganze um und bot neue Perspektiven und spannende Verwicklungen.
    Zwar sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Ansprüche man an einen Unterhaltungsroman stellt, denn Stil und Charakterentwicklung der Protagonisten sind eher schlicht, aber man hält mit diesem Buch genau das Richtige in den Händen, um für ein paar unbeschwerte Stunden dem Alltag zu entfliehen.

  8. #68

    Vier Zimmer, Küche, Boot: Das Hausbootabenteuer

    Titel: Vier Zimmer, Küche, Boot: Das Hausbootabenteuer
    Autorin: Uta Eisenhardt

    Produktinformation:
    Broschiert: 244 Seiten
    Verlag: Delius Klasing (25. Januar 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3667104251
    ISBN-13: 978-3667104250
    Größe und/oder Gewicht: 15,6 x 1,7 x 23,8 cm

    Inhaltsangabe:
    Das Leben auf einem Hausboot ist zweifellos Kult und ein geheimer Traum unzähliger Menschen. So auch von Uta Eisenhardt, die mehr oder minder aus Zufall zur Hausbootbesitzerin wurde. In "Vier Küche, Zimmer, Boot" erzählt sie, wie sie auf ihrem Hausboot "Helene" "mitten in Berlin" heimisch wurde.
    Wer ein Hausboot kauft, muss Mut mitbringen. Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen und Mut, für seine Wohnform nicht nur beneidet, sondern auch belächelt oder gar bekämpft zu werden. So sah sich auch Uta Eisenhardt plötzlich mit Problemen konfrontiert, die sie vorher nie hatte, denen sie aber samt und sonders mit einer großen Portion Humor und Pragmatismus zu Leibe rückte.
    (Quelle: AMAZON)

    Meine Meinung:
    Es hat mir viel Freude bereitet, dieses Buch zu lesen und die Bilder zu betrachten, denn Frau Eisenhardt versteht es gut, Information und Unterhaltung zu verbinden. Sie schöpft dabei nicht nur aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz, sondern berichtet auch von den Erlebnissen anderer Hausbooteigentümer. Der Humor kam ebenfalls nicht zu kurz, wenn es auch recht erschütternd war, wie schwer es die Behörden den Bürgern gelegentlich machen. In mancher Hinsicht war ich überrascht, vermutlich hatte ich zu romantische Erwartungen, denn ich dachte, mit so einem Hausboot schippert man dann übers Wochenende halt mal Richtung Müritz. Auf jeden Fall ist dies ein Buch, das jedermann lesen sollte, bevor er sich auf so ein reizvolles Abenteuer wie das dauerhafte Leben auf einem Hausboot einläßt.
    Auch als Geschenk sehr gut geeignet!
    Geändert von sheherazade (04-02-2016 um 20:00 Uhr)

  9. #69
    Titel: Auch das wird vergehen
    Autorin: Milena Busquets
    Übersetzerin: Svenja Becker

    Produktinformation:
    Taschenbuch: 170 Seiten
    Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (8. Februar 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3518425277
    ISBN-13: 978-3518425275
    Originaltitel: También esto pasará
    Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 2 x 20,4 cm

    Über die Autorin und weitere Mitwirkende:
    Milena Busquets, geboren 1972 in Barcelona, arbeitete nach ihrem Studium der Archäologie in London in dem von ihrer Familie gegründeten Lumen-Verlag. Ihre Mutter war die bekannte Schriftstellerin und Verlegerin Esther Tusquets. Die Erfolgsgeschichte von Auch das wird vergehen begann auf der Frankfurter Buchmesse 2014, als innerhalb weniger Tage Übersetzungsrechte in Dutzende Länder verkauft wurden.
    Svenja Becker lebt als Übersetzerin (u. a. Allende, Guelfenbein, Onetti) in Saarbrücken.

    Inhaltsangabe:
    Ihre Mutter ist tot, und Blanca fährt nach Cadaqués, auf den Sommerfamiliensitz am Meer. Beide Exmänner sind da, die gemeinsamen Kinder, Freundinnen, der Geliebte, sie alle füllen das Haus mit Leben. Für Blanca beginnt eine entrückte Zeit: Stunden auf dem Boot, Frühstück unterm blauen Himmel, Gespräche bis tief in die Nacht, Alkohol, Sex. Und es wäre alles wie immer ? würde die verstorbene Mutter ihr nicht auf Schritt und Tritt begegnen und Blanca dazu zwingen, sich zu einer folgenreichen Einsicht durchzuringen.
    Auch das wird vergehen ist gravitätisch und leicht, melancholisch und komisch, sanft und heftig, es ist die ergreifende Geste eines langsamen Abschieds ? ein wahrhaftiger Roman über Mütter und Töchter, über die Bodenlosigkeit der Trauer und die vertrackten Schönheiten des Lebens.
    (Quelle: AMAZON)

    Meine Meinung:
    Nach der Beerdigung ihrer Mutter fährt die 40jährige Blanca nach Cadaqués, auf den Sommersitz der Familie am Meer.
    Ihre beiden Ex-Ehemänner und die gemeinsamen Kinder, ihre beiden besten Freundinnen, davon eine mit Lebenspartner und eine mit Sohn, eine Kinderfrau, der Geliebte nebst Gattin und Kindern und ein ihr unbekannter Mann, welcher ihr auf der Beerdigung aufgefallen war, sind ebenfalls dort und füllen das Haus mit Leben oder wohnen in unmittelbarer Nähe.
    Das Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit Sex mit verschiedenen Partnern sowie gerauchten und/oder getrunkenen Drogen wirklich Trost finden würde, vor allem im Dunstkreis kleiner Kinder. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur etwas zu unsensibel, um die hochgelobten Eigenschaften dieses Buches zu erkennen. Das Cover finde ich hübsch, den Preis von knapp 20 Euro für 170 Seiten allerdings unangemessen hoch.

  10. #70

    Der Kaffeedieb

    Titel: Der Kaffeedieb
    Autor: Tom Hillenbrand

    Produktinformation:
    Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (10. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3462048511
    ISBN-13: 978-3462048513

    Biografie des Autors:
    Tom Hillenbrand studierte Europapolitik und war Ressortleiter bei Spiegel Online. Seine Krimis um den Luxemburger Koch Xavier Kieffer ("Teufelsfrucht", "Rotes Gold", "Letzte Ernte", "Tödliche Oliven") sind Bestseller.
    Sein Scifi-Roman "Drohnenland" wurde von der ZEIT zu einem der besten Krimis 2014 gewählt und mit dem Friedrich-Glauser-Preis sowie dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Er lebt in München.

    Inhaltsangabe:
    Am Ende des 17. Jahrhunderts verfällt Europa dem Kaffee. Philosophen in London, Gewürzhändler in Amsterdam und Dichter in Paris: Sie alle treffen sich in Kaffeehäusern und konsumieren das Getränk der Aufklärung.
    Aber Kaffee ist teuer. Und wer ihn aus dem jemenitischen Mocha herausschmuggeln will, wird mit dem Tod bestraft. Der Mann, der es trotzdem wagt, ist der junge Obediah Chalon, Spekulant, Händler und Filou. Er hätte allen Grund sich umzubringen, nachdem er an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten hat. Nur ein großes Geschäft, ein ganz großes, könnte ihn vor dem Ruin bewahren. Und so geht er aufs Ganze: Mit finanzieller Unterstützung der Vereinigten Ostindischen Compagnie stellt er eine Truppe internationaler Spezialisten zusammen, um den Türken den Kaffee zu klauen. Die spektakuläre Reise scheint zunächst zu gelingen, doch dann sind immer mehr Mächte hinter ihnen her..
    (AMAZON)

    Meine Meinung:
    Schönes Cover, Lesebändchen, hilfreiches Kartenmaterial, Glossar und Personenverzeichnis.
    Der Protagonist, Händler, Spekulant und Schlitzohr, versuchte durch ein riskantes Betrugsmanöver seine Finanzen zu sanieren und scheiterte grandios. Erwischt und eingekerkert, sah er alle Felle davonschwimmen, als ihm von einer Führungsperson der honorigen "Vereinigten Ostindischen Compagnie" ein bemerkenswerter Vorschlag gemacht wird.
    Die Geschichte des Versuches, den Türken den Kaffee zu klauen, wurde recht spannend erzählt, wobei die Suche nach den geeigneten Reisegefährten irgendwie mehr Raum einnahm als das eigentliche Abenteuer selbst. Am Schluss ging es teilweise sehr rasant hin und her.
    Fazit: Ein sehr interessanter Roman mit originellem Thema und ansprechendem Drumherum.

  11. #71

    Daumen hoch Die Birken wissen'?s noch

    Titel: Die Birken wissen's noch
    Autor: Lars Mytting
    Übersetzer: Hinrich Schmidt-Henkel

    Produkt/Autoren/Übersetzer/Inhalts/Information lt AMAZON:

    Gebundene Ausgabe: 516 Seiten
    Verlag: Insel Verlag; Auflage: 2 (7. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 345817673X
    ISBN-13: 978-3458176732
    Originaltitel: Svøm med den som drukner
    Größe und/oder Gewicht: 13 x 3,5 x 20,5 cm

    Auf einem entlegenen Bergbauernhof im norwegischen Gudbrandstal wächst Edvard mit seinem wortkargen Großvater Sverre auf. An seine Mutter hat er nur eine vage Erinnerung ? an einen Duft, ein Gefühl von Wärme, einen blauen Rock. Denn die Eltern sind ums Leben gekommen, als Edvard drei Jahre alt war. Um ihren Tod wird ein Geheimnis gemacht, und auch um den Ort, an dem sie starben. Zu diesem Geheimnis gehört auch das Schicksal Einars, des Bruders des Großvaters. Edvard weiß nur, dass er ein Meistertischler war und als junger Mann zur Ausbildung nach Paris ging. Dass er seine Werkstatt mitsamt dem Wald von Flammenbirken zurückließ. Dass für den Großvater ein Sarg geliefert wurde, lange vor dessen Tod ? ein Stück Kunsttischlerei, wie es noch nie jemand gesehen hat ?, und dass Einar womöglich gar nicht tot ist, wie es der Großvater behauptete. Als dieser gestorben ist, macht Edvard sich auf die Suche nach dem Geheimnis seiner Familie. Es wird eine lange Reise, an deren Ende er mehr als nur ein Geheimnis kennt.
    Die Geschichte einer verzweifelten Suche nach der Mutter, dem Vater, den eigenen Wurzeln ? und einer Reise, die Edvard durch fremde Länder führt und dessen Familiengeschichte ein ganzes Jahrhundert umfasst: Das Jahrhundert der Tragödien.

    Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt Belletristik, Theaterstücke und Lyrik aus dem Norwegischen, Französischen und Italienischen. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören Jon Fosse, Kjell Askildsen, Jean Echenoz, Édouard Louis und Louis-Ferdinand Céline.

    Lars Mytting, geboren 1968, stammt aus Fåvang im Guldbrandsdalen in Norwegen. Zuletzt erschien Der Mann und das Holz. Vom Fällen, Hacken und Feuermachen, eine kleine Kulturgeschichte des Holzes. Die Birken wissen´s noch ist sein dritter Roman. Mytting ist selbst begeisterter Holzfäller und Kaminofenliebhaber und hat erst kürzlich seine ramponierte Motorsäge Partner 500 Professional in Pension geschickt und sich eine Husqvarna 353G angeschafft.

    Meine Meinung:
    Ein tolles Buch!
    Und ein wunderschönes, angenehm in der Hand liegendes Cover!
    Der Leser begleitet Edvard auf seiner Suche, die ihn zunächst nach Großbritannien führt. Seinen Hof, dessen Einnahmen in erster Linie Kartoffelanbau und Schafzucht beruhen, lässt er in der Obhut seiner Jugendliebe, Hanne. Auf den Shetlandinseln kann er mit Menschen reden, die den tatsächlich erst vor wenigen Jahren verstorbenen Einar gekannt haben. Eine Frau namens Agnes hat ihn sogar mehr als nur gern gehabt. Eine junge Frau namens Gwendolyn kreuzt ebenfalls Edvards Weg. Immer mehr Puzzlesteine tauchen auf, gleichzeitig aber auch immer mehr neue Fragen. Eine weitere Fährte führt nach Frankreich. Ereignisse im ersten Weltkrieg - die Schlacht an der Somme - und im Zweiten Weltkrieg - Résistance und Verrat - stellen sich als äußerst wichtig für Edvards Familie dar. Nach und nach kommt ihm auch die Erinnerung daran wieder, dass er im Alter von drei Jahren dabei war, als seine Eltern während eines Familienurlaubs in der Nähe der Schlachtfelder an der Somme starben. Sie kamen in einem wegen dort noch im Boden befindlicher Giftgasgranaten eigentlich abgesperrten gefährlichen Wäldchen ums Leben. Bei diesem Wäldchen handelt es sich um sehr seltenes und daher kostbares altes Walnussholz, das ursprünglich einmal zum Besitz der Familie von Edvards Mutter gehört haben soll.
    Langsam fallen alle Puzzleteilchen an ihren richtigen Platz. Doch das Wissen um frühere Ereignisse bedeutet ja nicht automatisch, dass man es dadurch leichter hat, schwierige Fragen richtig zu entscheiden. Manchmal wird einem eine Entscheidung auch aus der Hand genommen bzw wird dies versucht.
    Trotz vieler dramatischer Ereignisse ist diese Geschichte eine leise Geschichte ohne Effekthascherei und verzichtbare Gräueltaten (wenn man den Krieg mal außen vorlässt, jedenfalls werden sie nicht detailliert geschildert). Gerade durch die ruhige Sprache wirkt das Erzählte besonders.
    Die Fragen nach Schuld und Sühne werden gestellt und sind nicht immer einfach zu beantworten. Auf jeden Fall bescheren sie dem Leser ausreichend Stoff zum Nachdenken.
    Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen, denn ich vermochte es kaum aus der Hand zu legen, so sehr rissen die Ereignisse mich in ihrer Konsequenz für den sympathischen Protagonisten mit.
    Trotz aller menschlichen Tragödien ist im Hintergrund immer wieder die Natur zu spüren, vor allem die häufige Bezugnahme auf Holz und dessen Verarbeitung ermöglichen dem Leser einem Atempausen zwischen dramatischen Entwicklungen.
    Dicke Leseempfehlung!
    Geändert von sheherazade (10-03-2016 um 14:25 Uhr)

  12. #72

    Daumen hoch Endgültig

    Titel: Endgültig
    Autor: Andreas Pflüger

    Produkt/Autoren/Inhaltsinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
    Verlag: Suhrkamp Verlag;
    Auflage: Originalausgabe (7. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3518425218
    ISBN-13: 978-3518425213
    Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 3,1 x 21,6 cm

    Andreas Pflüger wuchs in Saarbrücken auf und studierte dort sowie in Berlin Theologie ohne Abschluss. Er schreibt Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher und Romane und inszenierte zwei Dokumentarfilme. Seine Arbeiten wurden preisgekrönt. Seit 2012 zeichnet er mit Co-Autor Murmel Clausen für den »Tatort Weimar« verantwortlich. Sein neuer Roman »Endgültig« erschien im März 2016 bei Suhrkamp - das Hörbuch ungekürzt bei Random House Audio, gelesen von Nina Kunzendorf.

    In ihrem ersten Leben war Jenny Aaron Mitglied einer international operierenden Elitetruppe der Polizei ? hochintelligent, kampferprobt, effektiv. In ihrem zweiten ist sie Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA. Sie spürt das Verborgene und versteht es, zwischen den Worten zu tasten ? denn seit einem misslungenen Einsatz in Barcelona ist Aaron blind. Die damaligen Ereignisse haben sie traumatisiert. Doch es war nicht der schlimmste Tag ihres Lebens. Der schlimmste Tag ihres Lebens ist heute.
    Fünf Jahre nach Barcelona erhält Aaron einen Anruf: Die früheren Berliner Kollegen bitten sie um ihre Mithilfe. Reinhold Boenisch, ein zu lebenslänglich verurteilter Frauenmörder, gegen den Aaron als junge Polizistin ermittelte, hat im Gefängnis eine Psychologin getötet. Sie entschließt sich, den Fall anzunehmen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch Boenisch ist nur der Anfang, eine Schachfigur in einem Komplott. Aaron wird erkennen, dass ihr bisheriges Leben eine einzige Vorbereitung auf die folgenden sechsunddreißig Stunden war. Um dieses Leben wird sie kämpfen müssen wie nie zuvor.
    Andreas Pflüger stellt nicht nur die Wahrnehmung auf den Kopf, indem er die Welt konsequent und mit großer atmosphärischer Dichte aus der Perspektive einer Blinden beschreibt. Er dreht auch virtuos an der Spannungsschraube, spielt mit den Erwartungen des Lesers, zieht ihn in einen Sog. Unentrinnbar, sprachmächtig, adrenalingeladen.

    Meine Meinung:
    Hier konnte ich schnell mit fiebern, woran das sympathische Ermittlerteam, allen voran die blinde Jenny Aaron, die Hauptschuld tragen dürfte.
    Dessen Arbeit wurde auch für einen Roman nachvollziehbar geschildert.
    Dass der Autor sich gründlich mit dem Thema "Blindheit" befasst haben muss, merkt man dem Buch deutlich an, denn er bringt die Orientierungshilfe durch Schallwellen ebenso zur Sprache wie alltägliche Probleme blinder Menschen im Umgang mit Sehenden, so z. B., wenn diese sie einfach mal so auf der Straße gutmeinend am Ellenbogen fassen und führen wollen und dabei nicht nur oft erschrecken, sondern auch nicht selten erst recht verwirren.
    Kritisieren könnte ich, dass für mich ab einem bestimmten Zeitpunkt ein gewisser Verdacht bestand, der sich im übrigen bestätigte, es war also vielleicht einen Hauch zu vorhersehbar.
    Auch wären Orts- und Datumsangaben hilfreich gewesen.
    Für den Titel "Endgültig" fand ich bisher keine Erklärung.
    Die eigentliche Auflösung gefiel mir gut und ich konnte sich auch nachvollziehen.
    Fazit: Ein tolles Buch mit leichten Schwächen, die aber wegen der spannenden Story durchaus nicht ins Gewicht fallen sollten. Leseempfehlung!

  13. #73

    Ab heute heiße ich Margo

    Titel: Ab heute heiße ich Margo
    Autor: Cora Stephan

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (10. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3462048953
    ISBN-13: 978-3462048957

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Die Geschichte zweier Frauen mit einem gemeinsamen Geheimnis, berührend, fesselnd und voller Überraschungen!
    Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur »Kundschafterin des Friedens« ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.

    Über die Autorin lt. AMAZON:
    Cora Stephan ist seit mehr als dreißig Jahren freie Autorin und schreibt Essays, Kritiken, Kolumnen ? und Bücher. Neben zehn Sachbüchern hat sie unter dem Pseudonym Anne Chaplet zehn preisgekrönte Kriminalromane veröffentlicht.

    Meine Meinung:
    Das Buch verfügt über ein, wie ich finde, ansprechendes Cover, von dessen Bezug zum Inhalt man im Laufe des Lesens erfährt. Selbstverständlich ist so etwas in der letzten Zeit leider nicht mehr.
    Die Geschichte der beiden Frauen Margo und Helene umfasst mehrere Jahrzehnte und reicht von der Zeit kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bis knapp vor die Jahrtausendwende. Sie wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptpersonen wirklich sehr spannend erzählt und spielt hauptsächlich in Stendal, Berlin, Schlesien sowie einigen Orten in Westdeutschland, wo Margo nach dem Krieg eine neue Heimat zu finden versucht.
    Am Ende des Buches gibt es dankenswerterweise ein umfangreiche Personenverzeichnis, was ich hauptsächlich zu Beginn der Lektüre überaus hilfreich fand.
    Durch das parallele Erzählen der Lebensgeschichten von Helene im Osten und Margo im Westen wurden auch die Auswirkungen der beiden unterschiedlichen politischen Systeme auf die im geteilten Deutschland lebenden Menschen verdeutlicht, angenehmerweise, ohne eine Seite hervorzuheben oder abzuwerten.
    Nicht ganz so positiv fand ich den Familienwirrwarr und das in meinen Augen etwas konstruiert wirkende Ende.
    Insgesamt verbleibt aber ein guter Gesamteindruck, der zu einer deutlichen Leseempfehlung vor allem für jene Leser führt, die an einer spannenden Handlung vor der historischen Kulisse Deutschlands im letzten Jahrhundert Interesse haben.

  14. #74

    Die Frauen von La Principal

    Titel: Die Frauen von La Principal
    Autor: Lluís Llach

    Produkt/Inhalts/Autoren/Information lt AMAZON:

    Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
    Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (7. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3458176721
    ISBN-13: 978-3458176725
    Originaltitel: Les dones de la Principal
    Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,9 x 20,4 cm

    Lluís Llach, geboren 1948, erlangte als Sänger der Nova cançó große Berühmtheit. Sein während der Franco-Diktatur im Pariser Exil entstandener Song L'Estaca gilt als die Hymne der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Llach lebt auf seinem Weingut im katalanischen Dorf Porrera. Die Frauen von La Principal ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

    Maria weiß, die Entscheidung ist längst gefallen: Ihr Vater geht mit den vier Brüdern nach Barcelona, sie selbst muss bleiben. Als die einzige Tochter soll sie das verwalten, was nach dem Sommer 1893 vom Weingut La Principal übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit. Denn Maria findet überraschend einen Weg, mit viel Mut und noch mehr Eigensinn verwandelt sie La Principal in das Anwesen von damals und sich selbst in die mächtigste Frau ihrer Heimat, ein Leben lang bewundert, ein Leben lang beneidet. Doch als man am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs eine Leiche findet, wird Marias Vermächtnis an die Tochter zu einer gefährlichen Bürde.
    Die Frauen von La Principal ist ein Roman über die Wärme und Kraft der eigenen Heimat. Lluís Llach erzählt darin eine Geschichte von Müttern, von Töchtern und Schwestern, von all denjenigen, die sich hingebungsvoll einer Aufgabe widmen und ihr Glück erkämpfen ? ein Lebensglück, das so schillernd und flüchtig bleibt wie der Lichtschein an den Weinhängen ihres Dorfes.

    Meine Meinung:

    In diesem Buch beschwert sich eine von mehreren Marias bei ihrem Vater nach der Lektüre von dessen Lebensbeichte:

    "Also, zuerst habe ich überhaupt nichts kapiert, ständig bin ich mit den Marias und den Epochen durcheinandergekommen und musste zurückblättern, um mich zurechtzufinden. Und kaum hatte ich den Faden wieder, fingst du auf einmal an mit den Märchen und Legenden und wie du sie sonst noch betitelst. Zum Glück hast du eine andere Schrift verwendet, sonst würde man da nicht mehr durchblicken."

    Dem kann ich mich nur anschließen und war deshalb dankbar, dass diese Marias teilweise Beinamen hatten wie beispielsweise "die Alte" und gelegentlich auch Datumsangaben eingestreut wurden.

    Die ab den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts über mehrere Generationen bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs in Spanien spielende Geschichte war eigentlich recht unterhaltsam, allerdings fragte ich mich während des Lesens immer wieder einmal, was uns der Autor eigentlich mit seinem Roman sagen will. Es handelt sich dabei nämlich irgendwie um eine Mischung von historischem Roman, Kriminalroman, Love Story und Familiensaga. Abgesehen von den gelegentlichen Zuordnungsschwierigkeiten war er aber in ansprechendem Stil geschrieben, leicht lesbar und, wenn auch nicht nachhaltig beeindruckend, gewiss keine verschwendete Lesezeit. Vielleicht auch ein Buch für Leute, die einen Spanienurlaub planen. Gern hätte ich allerdings etwas mehr über den spanischen Weinanbau erfahren.

  15. #75

    unglücklich Der Ort, an dem die Reise endet

    Titel: Der Ort, an dem die Reise endet
    Autorin: Yvonne Adhiambo Owuor
    Übersetzerin: Simone Jakob

    Produkt-/Inhalts-/Autoren-/Übersetzerinformation laut AMAZON:

    Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (16. März 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3832198202
    ISBN-13: 978-3832198206
    Originaltitel: Dust
    Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 4,5 x 21,2 cm

    Autorin Yvonne Adhiambo Owuor wurde 1968 in Kenia geboren. Ihre Kurzgeschichten erschienen in internationalen Literaturmagazinen. 2003 wurde sie mit dem Caine Prize for African Writing ausgezeichnet. ?Der Ort, an dem die Reise endet? ist ihr erster Roman, der 2015 auf der Shortlist für den Folio Prize stand und für den sie den Jomo Kenyatta Prize for Literature erhalten hat. Yvonne Adhiambo Owuor lebt in Nairobi.

    Übersetzerin Simone Jakob übersetzt englische Literatur ins Deutsche, u. a. von Anne Tyler, David Nicholls, Karen Russell, Gregory Sherl und Shreyas Rajagopal.

    Kenia, 2007:
    Odidi Oganda, ein hochtalentierter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen.
    Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten: an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer erfüllt in die Wildnis. Und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Doch im Moment größter Verzweiflung entsteht auch etwas Neues: Eine Liebe oder zumindest eine Verbindung nimmt ihren Anfang.

    Meine Meinung:
    Das Cover gefällt mir zwar farblich, aber einen Bezug zum Inhalt finde ich da leider nicht so leicht.
    Zum Geschehen selbst finde ich den Originaltitel "Dust"("Staub") eigentlich passender, aber "Der Ort, an dem die Reise endet" gefällt mir ebenfalls recht gut und ist meiner Meinung nach ein schöner Buchtitel, der zu Spekulationen einlädt und dessen Bezug zu den Ereignissen im Laufe der Geschichte sogar zweifach verdeutlicht wird.
    Die Lektüre eben dieser Geschichte fiel mir allerdings leider nicht sehr leicht und ich fand sie bedauerlicherweise auch nicht nachhaltig beeindruckend.
    Positiv zu vermerken wären die geschichtlichen Hintergründe, die in der Inhaltsangabe ja bereits erwähnt wurden. Auch die familiäre Story war schon irgendwie spannend, wenn auch natürlich in erster Linie traurig.
    Aber es störte meinen Lesefluss erheblich, dass ständig in der Zeit und den Handlungsorten gesprungen wurde und ich anfänglich jeder Veränderung eine Weile brauchte, um herauszufinden, wer denn nun gerade wann wo war und warum.
    Die für europäische Leser etwas ungewöhnlich anmutenden Namen machten das Ganze natürlich auch nicht gerade wesentlich einfacher.
    Ich bin der Auffassung, es wäre besser gewesen, anlässlich jedes Szenenwechsels Ort- und/oder Zeitangaben zu vermerken.
    Die sicher ursprünglich gut angedachte Geschichte ließ auch den verschiedenen Beziehungsproblemen vergangener Generationen für meinen Geschmack viel zu viel Raum.
    Trotzdem war es nicht uninteressant, einmal über den Tellerrand hinaus nach Afrika zu blicken.
    Ob ich jedoch ein weiteres Buch dieser Autorin würde lesen wollen, halte ich zumindest im Moment für eher weniger wahrscheinlich.
    Fazit: Für Leute mit Geduld und Interesse sowohl an Geschichte, Familien-Sagas und fremden Kulturen einen Versuch wert.


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