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  1. #46
    Ernstderlageverkenner Avatar von Antananarivo
    Ort: auf Ingo
    Zitat Zitat von Giftnudel Beitrag anzeigen
    Vielleicht meint Manitu sowas hier? Ich weiß allerdings nicht, wie hoch die Kosten dafür sind.

    http://www.stgeorgesschool.de
    Ja, deshalb fragte ich. Die gibts ja nicht in Sachsen-Anhalt. Und selbst für diese Schule zahlt man keine 9000,-€ pro Monat.

  2. #47
    Zitat Zitat von Antananarivo Beitrag anzeigen
    Ja, deshalb fragte ich. Die gibts ja nicht in Sachsen-Anhalt. Und selbst für diese Schule zahlt man keine 9000,-€ pro Monat.
    eigentlich meinte ich ein Gymnasium, ich sag nicht welches.
    Aber wie ich gerade sehe verlangen die "nur" knapp 2000 Euro im Monat für das Internat. Aber der Lehrer meinte wirklich 9000 Euro.
    Aber selbst die 2000 sind ja nicht von Pappe.

  3. #48
    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    eigentlich meinte ich ein Gymnasium, ich sag nicht welches.
    Aber wie ich gerade sehe verlangen die "nur" knapp 2000 Euro im Monat für das Internat. Aber der Lehrer meinte wirklich 9000 Euro.
    Aber selbst die 2000 sind ja nicht von Pappe.
    Und der Mann unterrichtet? Ich hoffe nichts mit Zahlen. Da hat er es ja augenscheinlich nicht so mit.

  4. #49
    *321* Avatar von suboptimal
    Ort: Ein Schritt vor Belgien
    Vielleicht hat er das mit seinem Gehalt (pro Woche) verwechselt. So oder so, ein ziemliches Armutszeugnis (um auf den Threadtittel Bezug zu nehmen) für diesen Lehrer.

  5. #50
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    ???

    Ich habe mir jetzt Koarlas Post ein zweites Mal durchgelesen, aber abgesehen von einem Buchstabendreher gleich im zweiten Wort und dem fehlenden t bei Hartz-4 sind mir keine offensichtlichen Fehler aufgefallen. Vielleicht noch ein Komma an der einen oder anderen Stelle ...
    Kann natürlich sein, dass ich Fehler nicht erkannt habe, weil ich selber an Rechtschreibschwäche leide, aber dass der Beitrag vor Fehlern nur so strotze, erscheint mir nicht richtig.
    Ich finde deutlich mehr (ich hoffe, du verzichtest an dieser Stelle auf Zahlen. Wenn nicht, solltest du über PN nachdenken. Was ist eigentlich mit unserem Deal im Hinblick auf Drama und Erbsenzählerei?), auch wenn das Posting nicht auf Legasthenie schließen lässt.
    Die Fehlerhaftigkeit des Beitrags hätte ich dem koarla nicht vorgehalten, wenn es nicht in just demselben über die Dummen und die Faulen hergefallen wäre.

  6. #51
    Zitat Zitat von koarla Beitrag anzeigen

    Aber wie will man denn höhere Löhne fordern? Von wem? Deshalb dachte ich, bei den Reallöhnen handelt es sich um die Nettolöhne, die über die Höhe der Steuern und Sozialabgaben durch die Politik gestaltbar sind.

    Welche Möglichkeiten gibt es denn in einer Marktwirtschaft mit Tarifautonomie, die Reallöhne zu erhöhen? Zumal das Credo offenbar ist, den Arbeitnehmerkreis durch Zuzug und verbesserte Kinderbetreuung zu erweitern und andererseits den Deutschen ständig vorgeworfen wird, daß ihre Wirtschaft zu stark ist.
    Wichtige Handlungsfelder habe ich schon zuvor in diesem Thread angesprochen: Wohnungs- und Energiepolitik.

    Warum hindert die Tarifautonomie deiner Meinung nach am Fordern? Was haben früher vor allem die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer nicht alles gefordert, von den Arbeitgebern und der Politik! Das ist leider sehr aus der Mode gekommen. Auch die Erhöhung der Mindestlöhne kann man fordern.
    In Deutschland sind nämlich nicht nur die Lebensmittel billig, sondern im Vergleich zu anderen Ländern der ersten Welt auch die Arbeit. Was entscheidend dazu beiträgt, dass unsere Wirtschaft so stark ist.

  7. #52
    Zitat Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
    Wichtige Handlungsfelder habe ich schon zuvor in diesem Thread angesprochen: Wohnungs- und Energiepolitik.

    Warum hindert die Tarifautonomie deiner Meinung nach am Fordern? Was haben früher vor allem die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer nicht alles gefordert, von den Arbeitgebern und der Politik! Das ist leider sehr aus der Mode gekommen. Auch die Erhöhung der Mindestlöhne kann man fordern.
    Arbeitnehmer und Gewerkschaften dürfen gern fordern. Das ist im Rahmen der Tarifautonomie sogar ihre Aufgabe, sie sind ja eine der beiden Verhandlungsseiten.

    Aber die Politik hat dabei nichts verloren, der Begriff Autonomie drückt ja aus, dass Tarifvereinbarungen insbesondere ohne Einflussnahme durch den Staat zustandekommen sollen.

    Sicher dürfen Politiker trotzdem eine Meinung haben und auch äußern. Aber sie sollten jeden Eindruck vermeiden, dass sie in das grundgesetzlich geschützte Recht der Tarifautonomie eingreifen wollen. Deshalb sind in dem Bereich "Forderungen" von seiten politischer Parteien, die über den Charakter einer Meinungsäußerung hinausgehen, sehr kritisch zu sehen. ´

    [Ausnahme ist natürlich, wenn der Staat im Bereich des öffentlichen Dienstes selbst Arbeitgeber ist. Aber in der Funktion braucht er höhere Löhne nicht zu fordern, da kann er sie ja gegebenenfalls anbieten.]

  8. #53
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    ..
    Aber die Politik hat dabei nichts verloren, der Begriff Autonomie drückt ja aus, dass Tarifvereinbarungen insbesondere ohne Einflussnahme durch den Staat zustandekommen sollen.
    ...
    So ein Quatsch in diesem Zusammenhang. Es ging an keiner Stelle darum, das Politiker in die Tarifautonomie eingreifen. Ich schrieb von Forderungen der Arbeitnehmer. Natürlich wenden die sich auch an die Politik und beeinflussen sie. Denk doch nur an Klassiker aus dem Geschichtsbuch wie "Samstags gehört Vati mir!". Aber das ist ja auch nach deinen Worten kein Problem. Was soll also die Trollerei?

  9. #54
    Zitat Zitat von wap Beitrag anzeigen
    Mich würde die Altersarmut mit voller Breitseite treffen, wenn ich (67) nicht noch Vollzeit arbeiten würde und hoffentlich bis an mein Lebensende arbeiten kann. Obwohl ich fast 45 Jahre Vollzeit gearbeitet und immer normal verdient habe, meinen Sohn alleine groß gezogen habe, hat mir das Rentenamt eine monatliche Rente von 520,00 Euro ausgerechnet.

    Durch meinen Job muss ich die Rente dann auch noch versteuern.

    Irgendwann muss ich das mal überprüfen lassen, denn ich kenne Leute, die viel weniger als ich gearbeitet haben und die doppelte Rente beziehen.
    Das kommt mir sehr seltsam vor; ich würde die Berechnung umgehend überprüfen lassen! Dazu kannst Du einfach zur nächstgelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (A- und B-Stelle) gehen; nimm alles mit, was Du an Papieren über Deine Arbeitsjahre findest, vor allem Deinen Rentenbescheid und die Unterlagen (soweit Du sie noch hast) über Dein Einkommen in den Arbeitsjahren vor der Rente.

    Bei einem Vollzeiteinkommen über einen so langen Zeitraum kann meines Erachtens nicht eine so geringe Rente herauskommen. Da müssen irgendwelche Zeiten unberücksichtigt geblieben sein, warum auch immer. Das muss der Rentenberater in der A- und B-Stelle prüfen. Er kann in Dein Rentenkonto Einsicht nehmen und sehen, ob da etwas fehlt.

    Das kann dann korrigiert werden, z.B. indem Du Belege dafür nachreichst, dass Du in den fehlenden Zeiträumen gearbeitet und eingezahlt hast. Sprich mit dem Rentenberater darüber, wie Du diese Nachweise erbringen kannst.

    Ich drücke Dir schon mal die Daumen, dass Deine Rente deutlich nach oben korrigiert wird und Du eine fette Nachzahlung erhältst.



    Zitat Zitat von koarla Beitrag anzeigen
    Aber wie will man denn höhere Löhne fordern? Von wem? Deshalb dachte ich, bei den Reallöhnen handelt es sich um die Nettolöhne, die über die Höhe der Steuern und Sozialabgaben durch die Politik gestaltbar sind.

    Welche Möglichkeiten gibt es denn in einer Marktwirtschaft mit Tarifautonomie, die Reallöhne zu erhöhen? Zumal das Credo offenbar ist, den Arbeitnehmerkreis durch Zuzug und verbesserte Kinderbetreuung zu erweitern und andererseits den Deutschen ständig vorgeworfen wird, daß ihre Wirtschaft zu stark ist.
    Ganz simpel: Die Arbeitnehmer müssen höhere Löhne von den Arbeitgebern fordern. Und da ein einzelner Arbeitnehmer sich bei seinem Arbeitgeber sehr wahrscheinlich nur unbeliebt macht mit solchen Forderungen, auch wenn sie noch so berechtigt sind, tut man sich sinnvollerweise mit den anderen Beschäftigten des Unternehmens zusammen (oder auch mit noch weiteren Beschäftigten anderer Unternehmen der gleichen Branche) und fordert gemeinsam eine bessere Bezahlung.

    Das nennt man dann übrigens Gewerkschaft.

    Vorteil: Die Bildung von Gewerkschaften und die gewerkschaftliche Betätigung von Arbeitnehmern ist ausdrücklich verfassungsrechtlich geschützt und darf nicht zu beruflichen Nachteilen führen. Das gilt auch für Aktionen und Streiks, die zur Durchsetzung der Forderungen von der Gewerkschaft in Gang gebracht werden.

    Leider sind Gewerkschaften ziemlich aus der Mode gekommen. Dabei wären genau sie es, die die anfangs aufgezeigte Schere zwischen unteren und oberen Einkommen durch entsprechende Tarifverhandlungen wieder schließen bzw. die Abstände verringern könnten. (Übrigens: Nur Gewerkschaften können und dürfen Tarifverträge mit den Arbeitgebern schließen.) Aber ohne Mitglieder haben Gewerkschaften nun mal keine Macht. Es liegt also an jedem einzelnen Arbeitnehmer selbst, ob er sich für die Verfolgung seiner eigenen Interessen engagiert oder ob er sich schmollend in die Sofaecke setzt und nur die Ungerechtigkeit der Welt bejammert, weil nicht irgendwer für ihn die Dinge in die Hand nimmt.

    Unsere Verfassung setzt aber auf das Engagement jedes Einzelnen, und das zu Recht. Wenn ich selbst zu faul oder zu desinteressiert bin, wenigstens meine eigenen Interessen zu vertreten und dafür etwas zu tun, warum sollten das dann andere für mich tun? Anscheinend ist es mir ja selbst nicht ausreichend wichtig...

    Leider erwarten viele Menschen ständig Verbesserungen, gerade auch von "den Gewerkschaften", sind aber nicht bereit, ihren eigenen kleinen Beitrag dafür zu leisten. Nun sind aber Gewerkschaften keine staatlichen Organisationen, die es sowieso gibt, sondern sie können nur existieren und etwas erreichen, wenn sie auch Mitglieder haben.

    Es ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen (wurde mal vor Jahren in der Financial Times Deutschland veröffentlicht, sicher kein Gewerkschaftsblättchen), dass die Einkommen umso deutlicher steigen, je mehr Beschäftigte der betreffenden Branche gewerkschaftlich organisiert sind. Es gibt also einen eindeutigen, messbaren Zusammenhang zwischen der Höhe des Organisationsgrades der Gewerkschaft und der Höhe und Entwicklung der Einkommen.

    Wir hatten in Deutschland früher weit höhere Mitgliedschaftszahlen, heute ist der Organisationsgrad in vielen Branchen nur zwischen 10 und 20 Prozent. Welchen Arbeitgeber soll man damit beeindrucken?

    Die Einkommen würden ganz anders aussehen, wenn sich z.B. 80 Prozent der Arbeitnehmer der "zuständigen" Gewerkschaft anschließen würden. Dann würde in den Tarifverhandlungen schon eine dezente Andeutung, dass man ggfs. streikbereit sei, den Arbeitgeber bewegen... So dagegen lächeln manche Arbeitgeber nur milde und sagen teilweise sogar: "Na, dann streiken Sie mal schön!" - weil sie genau wissen, dass nur ein kleiner Bruchteil ihrer Belegschaften mitmachen wird.


    Mit anderen Worten: Wir können natürlich immer auf andere schimpfen. Aber die Einkommensschere ist leider zum Teil selbstgewähltes Unglück. Weil WIR unsere Geschicke nicht selbst in die Hand nehmen.


    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    eigentlich meinte ich ein Gymnasium, ich sag nicht welches.
    Aber wie ich gerade sehe verlangen die "nur" knapp 2000 Euro im Monat für das Internat. Aber der Lehrer meinte wirklich 9000 Euro.
    Aber selbst die 2000 sind ja nicht von Pappe.
    Schönes Beispiel dafür, wie Gerüchte und Falschmeldungen entstehen - und ungeprüft weiterverbreitet werden.

  10. #55
    Danke, chatte. Ich hätte nicht die Geduld gehabt, die Bedeutung der Gewerkschaften für die Einkommen der Arbeitnehmer zu erklären. Wenn es um solche Themen geht frage ich mich, ob es tatsächlich bei denjenigen, die hier mitdsikutieren, so sehr an Bildung fehlen kann, dass sie die Zusammenhänge nicht erkennen oder ob es sich schlicht um unerwünschte Diskussionsfelder handelt, weil man anderes auf der Agenda hat.
    Wie sich die Zeiten geändert haben. In den 60er, 70er Jahren gehörte es in Arbeiterkreisen fast um guten Ton, gewerkschaftlich organisiert zu sein, an den Maidemos teilzunehmen und Streiks waren nichts Ungewöhnliches. Dann änderten sich erst die Zeiten und dann kam Hartz IV.
    Und jetzt? Das Bruttoinlandsprodukt hat sich längst erholt, alle reden von einem Beschäftigungsboom. Werden Arbeitnehmer an den gestiegenen Gewinnen beteiligt, die sie erarbeiten? Wer hat die Einschnitte, die zu Beginn des Jahrtausend gemacht wurden, bezahlt, wer streicht aktuell die Gewinne ein?
    Meine Theorie ist, dass es für Viele zu kompliziert, langwierig, zu wenig befriedigend ist, sich solche Gedanken zu machen. Sie sind nicht zufrieden, werden aggressiv und jemand muss schuld sein. Die Flüchtlinge. Die kriegen ja alles. Und wenn ich kein Sozialleistungsempfänger bin, sondern prekär Beschäftigter, auch noch die Sozialleistungsempfänger. Dazu kommt, dass man heute nicht mehr nach der Arbeit mit den Kollegen in die Kneipe geht und beim Feierabendbeier oder am Küchentisch politisiert, wie das in der Generation meiner Großeltern noch der Fall war. Jeder sitzt einzeln vorm Fernseher oder PC und wartet, dass die anderen was machen.
    Die, die Ängste, Vereinzelung und Infantilisierungstendenzen bewusst ausnutzen und damit ihren Reibach machen, sind nicht die Flüchtlinge, die die Verzweiflung auf andere Kontinente treibt.
    Geändert von Mausophon (23-09-2017 um 15:26 Uhr) Grund: ,

  11. #56
    Ernstderlageverkenner Avatar von Antananarivo
    Ort: auf Ingo
    Naja, ganz so simpel ist das mittlerweile nicht mehr. Die Zeiten der großen Flächentarifverträge ist vorbei. Und für eine Vielzahl von Unternehmen gilt auch kein Haustarif. Da muss sich der einzelne Arbeitnehmer dann schon höchstselbst beim Chef unbeliebt machen, wenn er mehr Gehalt haben will.

  12. #57
    Zitat Zitat von Antananarivo Beitrag anzeigen
    Naja, ganz so simpel ist das mittlerweile nicht mehr. Die Zeiten der großen Flächentarifverträge ist vorbei. Und für eine Vielzahl von Unternehmen gilt auch kein Haustarif. Da muss sich der einzelne Arbeitnehmer dann schon höchstselbst beim Chef unbeliebt machen, wenn er mehr Gehalt haben will.
    Wer spricht von simpel? Können oder sollen Arbeitnehmer nur für ihre Rechte kämpfen, wenn es simpel ist?
    Es ist schwieriger als zu den Zeiten, in denen Arbeitnehmervertreter große Macht hatten. Aber wie war es zu der Zeit, als die Gewerkschaften sich gerade erst gründeten? Da war es viel schwerer, und die Menschen engagierten sich trotzdem.
    Die Frage dürfte eher sein, welchen Einfluss die Globalisierung nimmt und die Sinnhaftigkeit solchen Handelns verändert.

  13. #58
    Ernstderlageverkenner Avatar von Antananarivo
    Ort: auf Ingo
    Chatte spricht von simpel. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass die Gewerkschaften bei weitem nicht mehr die Macht haben, die sie in den 70er und 80er Jahren noch hatten. Simpel ist folgendes: Ist der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband, kann die Belegschaft auf die Gewerkschaft zurückgreifen. Ist er es nicht, muss jeder für sein Gehalt selbst kämpfen bzw. (Zitat sinngemäß nach Chatte) sich beim Chef unbeliebt machen.

    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen

    Ganz simpel: ...

  14. #59
    ...Nach wie vor gibt es in jedem Fall Beschäftigungszweige, in denen es schlicht unmöglich ist, Menschen durch Maschinen zu ersetzen oder ins Ausland abzwandern. Wem man z.B. doch dringend empfehlen müsste, flächendeckend ihre Rechte zu erstreiken, sind angestelle Lehrer. Was treibt der Staat mit denen oft für Schindluder - alles u.a. zu Lasten der Sozialkassen und der Altersvorsorge.
    Und was würde geschehen, wenn die beamteten Lehrer sie breit unterstützten? Wieviele Disziplinarverfahren kann man führen, ohne alles lahmzulegen?

    Zitat Zitat von Antananarivo Beitrag anzeigen
    Chatte spricht von simpel. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass die Gewerkschaften bei weitem nicht mehr die Macht haben, die sie in den 70er und 80er Jahren noch hatten. Simpel ist folgendes: Ist der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband, kann die Belegschaft auf die Gewerkschaft zurückgreifen. Ist er es nicht, muss jeder für sein Gehalt selbst kämpfen bzw. (Zitat sinngemäß nach Chatte) sich beim Chef unbeliebt machen.
    Es gibt eine dritte Möglichkeit: Die organisierte Zusammenarbeit wie die Gewerkschaften wieder stärken bzw. Zusammenschlüsse neue gründen. Einzelne werden nicht viel erreichen. Ich denke auch, viele der alten Kämpfer werden überfordert sein. Die Welt ist heute sehr viel komplexer.
    Geändert von Mausophon (23-09-2017 um 16:50 Uhr)

  15. #60
    @Mausophon
    Genau so ist es. Die Schuldigen werden immer gern woanders gesucht - ist ja auch so viel bequemer, als selber den Hintern hochzukriegen.

    Sicher, in den Jahren hoher Arbeitslosigkeit mussten auch die Arbeitnehmer, die ihre Jobs noch hatten, oft zurückstecken - und das haben sie getan. Ich erinnere an Lohnverzicht per Tarifvertrag bei VW, aber auch in etlichen anderen Unternehmen und in einigen Bereichen des öffentlichen Dienstes. Die Gewerkschaften spielen nämlich auch beim Erhalt von gefährdeten Arbeitsplätzen eine wichtige Rolle, weil sie eben auch Beschäftigungssicherungstarifverträge mit Kündigungsschutzabkommen aushandeln können, wenn es notwendig ist. Und sie können auch gegen prekäre Arbeitsverhältnisse etwas tun.

    Und ganz nebenbei sorgen sie mit individueller Rechtsberatung und Rechtsschutz dafür, dass ihre Mitglieder im Falle eines Falles (und das ist nicht nur bei Kündigungen so, sondern bei den tausend kleinen und größeren Problemen im Arbeitsverhältnis) nicht ohne rechtskundige Unterstützung dastehen und sich gegen den Arbeitgeber wehren können.

    Aber das wird heute auch von den meisten prima verdrängt.

    Übrigens: Die Zahl derjenigen, die erst dann plötzlich in eine Gewerkschaft eintreten, wenn sie akut Rechtsschutz brauchen, steigt in den letzten Jahren drastisch. Dabei wird weder vor Tricksereien noch vor dreisten Forderungen gegenüber der Gewerkschaft Halt gemacht, wenn es dann heißt: Für Rechtsschutzfälle, deren Anlass schon VOR Beginn der Mitgliedschaft vorlag, kann kein Rechtsschutz mehr gewährt werden (wie bei jeder Rechtsschutzversicherung auch), dann wird oft sauer reagiert. Dabei ist es ja wohl selbstverständlich, dass ich keine Feuerversicherung mehr abschließen kann für ein Haus, das schon in Flammen steht. Aber komisch, bei Gewerkschaften soll das gehen...

    Solidarität und das Grundprinzip einer Absicherung auf Gegenseitigkeit scheint wirklich out zu sein.


    Zitat Zitat von Antananarivo Beitrag anzeigen
    Naja, ganz so simpel ist das mittlerweile nicht mehr. Die Zeiten der großen Flächentarifverträge ist vorbei. Und für eine Vielzahl von Unternehmen gilt auch kein Haustarif. Da muss sich der einzelne Arbeitnehmer dann schon höchstselbst beim Chef unbeliebt machen, wenn er mehr Gehalt haben will.
    Aber warum ist die Zeit der Flächentarifverträge vorbei? Wer verhindert deren Abschluss?

    Ich kann es Dir verraten: Es sind die Arbeitnehmer selbst, die eben nicht mehr organisiert sind und daher auch von niemandem mehr vertreten werden. Da ist halt keine Gewerkschaft mehr, die die Flächentarifverträge abschließt.

    Dort, wo es ausreichend viele Gewerkschaftsmitglieder gibt, gibt es auch nach wie vor Flächentarifverträge. Es liegt allein bei den Beschäftigten, sich zusammenzutun und Tarifverträge zu fordern. Einen Arbeitnehmer, der mit Forderungen kommt, kann ein Arbeitgeber vielleicht rauswerfen. Aber auf alle Beschäftigten kann er nicht verzichten - und das macht die Belegschaften stark. Wenn sie es wollen.

    Am größten sind die Probleme bei Kleinunternehmen, wie z.B. Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Friseursalons etc. Bei wenigen Beschäftigten ist der gesetzliche Kündigungsschutz ja schon schlechter als bei größeren Unternehmen, und es ist wesentlich schwieriger für die Beschäftigten, sich mit anderen zusammenzuschließen. Aber möglich ist es durchaus - wenn man nur will.

    Und was es bringt, in einem tariflich geregelten Bereich zu arbeiten, zeigt ein kleines Beispiel: Das Gesetz gibt 20 Tage Urlaub pro Jahr als Mindestmaß vor, die meisten Tarifverträge sehen deutlich mehr vor (oft 30 Tage/Jahr).


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