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  1. #361
    Zitat Zitat von Edelstahl Beitrag anzeigen
    ich würde sehr gern einen Teil meines persönlichen Kuchens abgeben, wenn das dazu beitragen würde, dass Wölfe in DE wieder "frei" leben können
    Ähh???

    Im Moment ist das doch so, Wölfe dürfen alles was sie wollen, sie werden an keiner Stelle regelemtiert. Den heiligen Kühen Indiens nicht unähnlich.


    Ich finde das alles ziemlich lustig, ehrlich gesagt :-)

  2. #362
    Ich würde gerne für Interessierte noch ein paar weitere wirklich sinnvolle, informative Videos zum Thema "Herdenschutzhunde" per Link anbieten.

    Denn sehen wir den Tatsachen doch mal ins Auge: Wir können hier lange debattieren, ob wir die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland nun sinnvoll, gefährlich oder wirtschaftlich bedrohlich halten - die Rückkehr ist längst Realität und wird aufgrund der EU- sowie bundesdeutschen Verordnungen auch nicht umgekehrt werden. Da mag der einzelne Forist hier auch so viel wettern wie es ihm gefällt (und das tut ja manchmal auch durchaus gut und befreit).

    Insofern wäre es aus meiner Sicht viel, viel sinnvoller und zielführender, wenn in den Medien, der Öffentlichkeit und in der Politik weniger darüber diskutiert würde, ob wir den Wolf in Deutschland nun haben wollen (dann können wir mit gleicher Berechtigung nämlich ebensoviel Energie, Zeit und Geld in eine Diskussion zum Thema "Wollen wir 2019 Regen oder nicht?!" stecken) - sondern ich würde mir dringend wünschen, dass sich konstruktive Diskussion und Engagement vielmehr damit befassen würde, wie denn nun konkret wirklich vom Wolf geschädigte Berufsgruppen unterstützt werden können.

    Denn die werden momentan - trotz aller Lippenbekenntnisse - hauptsächlich mal im Regen stehen gelassen, was Präventionsmaßnahmen betrifft.

    Tatsächlich sind Herdenschutzhunde die beste Präventionsmaßnahme gegen Wolfsangriffe auf Nutztierherden - vom Geflügel über Schafsherden bis hin zu Rinderherden oder Zuchtstuten/Fohlen.

    Wer sich mit der Materie noch nicht genauer auseinandergesetzt hat:
    Ein Herdenschutzhund ist etwas vollkommen anderes als ein Hütehund.
    Ein Hütehund geht lebt mit dem Schäfer zusammen, geht gemeinsam mit ihm zu Herde und lenkt diese Herde auf direkte Anweisung des Schäfers durch den Tag - er ist buchstäblich der verlängerte Arm des Schäfers.
    Ein Herdenschutzhund hingegen lebt MIT und IN der Herde. Und zwar seit Welpenalter an. Er ist Bestandteil der Herde, verlässt diese nie und wird von den Nutztieren als Teil des Herdenverbandes akzeptiert.
    Theoretisch kann man einen Herdenschutzhund alleine halten, effektiv gegen Wolfsangriffe hat sich aber ein Verband von mindestens zwei bis drei Herdenschutzhunden je Nutztierherde erwiesen.

    Soweit - so "hübsch" in der Theorie.
    Doch natürlich birgt der Einsatz von Herdenschutzhunden eine Menge Tücken.
    Das geht ganz prosaisch mit den Anschaffungs- und Haltungskosten mehrerer solcher riesiger Hunde los.
    Dann müssen diese Hunde wie gesagt ab Welpenalter in den Herdenverband integriert und zugleich geschult werden - bis sie einen effektiven Schutz darstellen, können aber Monate bis Jahre des Heran- und Zusammenwachsens mit der Herde vergehen. Hier muss also langfristig gedacht und proaktiv gehandelt werden.
    Dementsprechend müssen JETZT Herdenschutzhunde bereits für Nutztierherden ausgebildet werden, bevor die Wölfe überhaupt in die entsprechenden Regionen vorgedrungen sind, damit diese zum richtigen Zeitpunkt eine entsprechenden Schutz bieten können.

    Weiterhin muss von der Politik geklärt werden, wie Nutztierhalter finanziell bei der Anschaffung und dem Unterhalt von Herdenschutzhunden unterstützt werden können - das verhindert nicht nur Folgekosten (ein Wolfsriss kostet den Steuerzahler ja nicht nur Entschädigungsgeld an den Halter, sondern auch den gesamten Verwaltungsaufwand, das Testen der DNA-Spuren, die Öffentlichkeitsarbeit, die bei jedem vermuteten Wolfsangriff anfällt etc.), sondern verbessert auch die Akzeptanz des Wolfes durch Nutztierhalter und das Standing des Wolfes in der Öffentlichkeit (es sei noch einmal betont: er ist ja eh hier!).

    Weiterhin müssen die neuen Halter frühzeitig im Umgang mit Herdenschutzhunden geschult und dauerhaft in ihrer Haltung begleitet werden. Auch diese Hunde sind ja Lebewesen und haben ein Recht auf artgerechte Haltung und das richtige Handling. Das fliegt einem Nutztierhalter schließlich auch nicht einfach zu.
    Also stellt sich die Frage, inwieweit die Haltung eines Herdenschutzhundes z.B. in das Cirruculum einer Schäferausbildung aufzunehmen ist und inwieweit landwirtschaftliche Nutztierhalter zu so einer Schulung niedrigschwellig Zugang erhalten können.

    Und nicht zuletzt: Wie verhalte ich mich als "Normalo" eigentlich beim Zusammentreffen mit einem Herdenschutzhund? Auch hier sehe ich momentan enormen Klärungsbedarf, denn die Politik macht es sich derzeit sehr einfach, indem sie immer wieder auf die Anschaffung von Herdenschutzhunden verweist, sich aber eigentlich nie dazu äußert, wie eigentlich das Zusammenleben von Bevölkerung, Wolf UND Herdenschutzhunden aussehen soll. Wenn das nicht gut gemanaged wird, dann graut mir mehr vor dem Zusammentreffen von unbedarften Menschen und den Hunden als vor der Gefahr einer Wolfsbegegnung!
    Was ist mit Kindern, die auf eine Weide klettern?! Was ist mit sich frei bewegenden Herden, die von Herdenschutzhunden begleitet werden?!

    Wie versprochen hier einige sehr gute, informative Video-Links für Interessierte, die sich mit dem Thema weiter auseinandersetzen wollen.
    Ich versuche mal, diese Informationen modular aufeinander aufbauend weiterzugeben - je nachdem, wie intensiv sich ein Forist mit dem Thema auseinandersetzen möchte:

    1. Ein sechs-minütiger Beitrag aus der Schweiz, wo Herdenschutzhunde gegen Wölfe und Bären schon länger eingesetzt werden. Hier wird sowohl die "Funktionsweise" eines Herdenschutzhundes erklärt als auch die Problematiken, die sich im Aufeinandertreffen von unbeteiligten Menschen mit solchen Hunden ergeben können:
    https://www.youtube.com/watch?v=iMrxnItHRIc

    2. Nun ein Blick nach Deutschland und erste Erfahrungsberichte von Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde bereits einsetzen - inkl. Fehlern, die begangen wurden und Ansprüchen/Verhaltensprüfungen, die solche Hunde erfüllen müssen. Das ist echt alles nicht Ohne und geht nicht von Heute auf Morgen:
    https://www.youtube.com/watch?v=YcZE69yS4uw
    und
    https://www.youtube.com/watch?v=_MmfgLMaf3I

    3. Und wer sich auf die politische Ebene begeben möchte:
    hier eine sehr gute, fundierte Rede eines Schäfers, der auf Prävention durch Herdenschutzhunde statt Schadenserstattung drängt und bei der Politik für entsprechende Unterstützung der Schäfer wirbt.
    Ein wenig dröger, weil halt wirklich ein Vortrag vor dem bayerischen Landtag, dafür aber sehr nah am wirklichen Alltag der Betroffenen. Wer hier also fundiert mitreden möchte, wie sich das Thema für wirklich Geschädigte darstellt, statt hier im Forum nur "gefühlt" seine Bedenken zu äußern - bitte hier entlang:
    https://www.youtube.com/watch?v=PWq9lvL6gV0

  3. #363
    Es gibt ja zusätzlich auch noch eine staatliche Förderung für feste und mobile Weidezäune.

    Förderung von Schutzzäunen zur Wolfabwehr

    Inzwischen zählen Experten auf Bundesebene mehr als 46 Wolfsrudel sowie diverse Einzeltiere (Stand: Februar 2017). Damit streifen bereits über 300 Wölfe durch Deutschlands Wälder. Ein weiterer Anstieg der Wolfspopulation gilt als sehr wahrscheinlich. Umso wichtiger ist es, dass sich Weidetierhalter aus sogenannten „Wolfsgebieten“ intensiv mit Festzäunen zur Wolfsabwehr auseinandersetzen und entsprechende Fördermöglichkeiten zum Herdenschutz wahrnehmen.
    https://zaunq.de/lassen-sie-sich-den...land-foerdern/

  4. #364
    Zitat Zitat von Facel Vega Beitrag anzeigen
    Es gibt ja zusätzlich auch noch eine staatliche Förderung für feste und mobile Weidezäune.



    https://zaunq.de/lassen-sie-sich-den...land-foerdern/

    Das ist grundsätzlich korrekt.
    Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass entsprechende Schutzzäune KEINEN verlässlichen Schutz vor Wölfen darstellen, im Handling oft nicht die (mobilen) Bedürfnisse des Nutztierhalters treffen und zudem können Wölfe AM Zaun Herden bereits so sehr in Aufruhr versetzen, dass sie selbst ohne direkten Kontakt zum WOlf zu Schaden kommen.

    Hier dazu zwei weitere Info-Links (Deiner war nämlich von einem Zaunhersteller, dem man nicht unbedingt komplette Objektivität zuschreiben kann ... verständlicher Weise, der will ja sein Produkt verkaufen):

    Förderungsmaßnahmen in verschiedenen Bundesländern:
    https://www.agrarheute.com/tier/ratg...-woelfe-453126

    Erfahrungsbreicht Schäfer:
    https://www.svz.de/lokales/guestrowe...d19021456.html


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