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  1. #1
    fraktal
    unregistriert

    fruchtbares Massensterben

    http://www.wissenschaft.de/leben-umw...-Zusatznutzen/


    Jedes Jahr überqueren rund eine Million Gnus auf ihrer jährlichen Wanderung den Mara-Fluss in Kenia. Doch das Erklimmen der steilen rutschigen Ufer gelingt vielen nicht und so enden Tausende von ihnen tot im Flussbett. Jetzt haben Forscher erstmals ermittelt, welche wichtige, wenn auch makabre Rolle dieses jährliche Gnusterben für das Ökosystem des Flusses spielt.
    So funktioniert die Natur.
    Interessant finde ich den Verweis auf die nordamerikanischen Bisons, die es nicht mehr gibt. somit ist auch der dortige Effekt nicht mehr zu sehen.

    In D würden vermutlich Gnu-Brücken gebaut, um der Natur zu "helfen".

  2. #2
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Zitat Zitat von fraktal Beitrag anzeigen
    ...

    In D würden vermutlich Gnu-Brücken gebaut, um der Natur zu "helfen".
    Der große Unterschied hier in Deutschland ist, daß es praktisch keinen großen Fluß mehr gibt der tatsächlich naturbelassen ist.

    Hätten Gnus hier in Deutschland gelebt (und müssten auf ihrer Wanderung Flüsse überqueren), dann wären sie sicher schon ausgerottet, weil selbst die fitten Tiere es kaum schaffen, gegen die dank Flußbegradigungen stark erhöhte Strömung anzukämpfen. Und der Rest wäre sicher (ohne Unterschied zwischen fit und unfit) von irgendwelchen Schiffen angefahren und von ihren Schiffsschrauben zerstückelt worden



    Nevertheless ... interessanter Effekt ... die "Düngung" des Flusses mit den Nährstoffen der toten Gnus
    Geändert von Proteus (21-06-2017 um 08:55 Uhr)
    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"

  3. #3
    fraktal
    unregistriert
    Wie mag das zu Zeiten der Dionosaurier gewesen sein, als 100 Tonnen schwere Kadaver herumlagen?
    Da war sicher jeder ein kleines Ökosystem für sich.

    Das Leben ist wirklich beeindruckend, sogar im Tod.

  4. #4
    Zitat Zitat von fraktal Beitrag anzeigen
    http://www.wissenschaft.de/leben-umw...-Zusatznutzen/




    So funktioniert die Natur.
    Interessant finde ich den Verweis auf die nordamerikanischen Bisons, die es nicht mehr gibt. somit ist auch der dortige Effekt nicht mehr zu sehen.

    In D würden vermutlich Gnu-Brücken gebaut, um der Natur zu "helfen".
    Dass tote Tiere in der Natur "weiterverwertet" werden und vielen Arten als Nahrungsgrundlage dienen, ist keine neue Erkenntnis. Wenn ich den Artikel richtig verstehe, beanspruchen die Autoren der Studie, den Effekt für das Ökosystem erstmals quantifiziert zu haben. Das mag einen wissenschaftlichen Nutzen haben. Neue philosophische Einsichten sind damit wohl nicht verbunden.

    Dass die Gnus im Fluss sterben, ist offensichtlich gut für die Tiere, die dadurch zu fressen bekommen. Ob es für das Ökosystem des Flusses oder die Natur insgesamt gut ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Mal abgesehen von der philosophischen Frage, was ganz prinzipiell für die Natur gut bedeutet.

    Würden die Gnus nicht im Fluss ertrinken, und den Flussbewohnern als Nahrung dienen, würden sie früher oder später woanders sterben, und dort die Natur mit Nährstoffen versorgen. Gut, sie wären dann nicht mehr so frisch, sondern möglicherweise alt und zäh, aber ob das Käfer, Würmer, Hyänen stören würde?

    Und was für die aasfressenden Flussbewohner gut ist, ist für die an seinem Ufer lebenden Bewohner vermutlich weniger gut. Jedenfalls, wenn sie den Fluss gern als Trinkwasserquelle nutzen möchten, oder als Ort der Erholung zum Baden und Schnorcheln.

    Wie auch immer: Ja, ich würde den Bau von Brücken für die Gnus unterstützen. Nicht, um "der Natur zu helfen", sondern um den einzelnen Tieren zu helfen. Ich stelle es mir schrecklich vor, an einer steilen, schlammigen Böschung in einem reißenden, von Krokodilen bewohnten Fluss um mein Leben kämpfen zu müssen, immer wieder zurück zu rutschen, von Artgenossen, die neben mir um ihr eigenes Leben kämpfen, gestoßen und gezogen zu werden, wie mir immer mehr die Kräfte schwinden, und ich irgendwann vom Fluss oder einem Krokodil davon gezogen werden. Oder, wie ich es vielleicht schaffe, die Böschung zu überwinden, ich aber miterleben muss, wie mein Mann, mein Sohn, meine beste Freundin im Fluss verschwinden.

    Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind, schon gar nicht tausenden anmutiger Gnus. Dass dafür hässliche Krokodile und Aasgeier weniger zu futtern haben, ist sekundär. Die werden sich darauf einstellen und ihren Bestand anpassen. Das Ökosystem des Flusses wird sich dadurch natürlich ändern, aber Veränderung ist ja nicht per se schlecht.

  5. #5
    fraktal
    unregistriert
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen

    Dass die Gnus im Fluss sterben, ist offensichtlich gut für die Tiere, die dadurch zu fressen bekommen. Ob es für das Ökosystem des Flusses oder die Natur insgesamt gut ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Mal abgesehen von der philosophischen Frage, was ganz prinzipiell für die Natur gut bedeutet.
    Für die Naur sind solche Begriffe bedeutungslos.

    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    Würden die Gnus nicht im Fluss ertrinken, und den Flussbewohnern als Nahrung dienen, würden sie früher oder später woanders sterben, und dort die Natur mit Nährstoffen versorgen. Gut, sie wären dann nicht mehr so frisch, sondern möglicherweise alt und zäh, aber ob das Käfer, Würmer, Hyänen stören würde?
    Es ist davon auszugehen, das die Vielzahl von dort sterbenden Gnus einen evolutionären Vektor darstellen.
    Gut möglich das dieser Aderlass Bestandteil der Art ist, und es der Population sogar schaden könnte, gäbe es das nicht.


    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen

    Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind, schon gar nicht tausenden anmutiger Gnus. Dass dafür hässliche Krokodile und Aasgeier weniger zu futtern haben, ist sekundär.
    Meinst Du das ernst?

  6. #6
    optimistischer Single Avatar von Nosferata
    Ort: im halbvollen Bett
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    ....

    Und was für die aasfressenden Flussbewohner gut ist, ist für die an seinem Ufer lebenden Bewohner vermutlich weniger gut. Jedenfalls, wenn sie den Fluss gern als Trinkwasserquelle nutzen möchten, oder als Ort der Erholung zum Baden und Schnorcheln.

    Wie auch immer: Ja, ich würde den Bau von Brücken für die Gnus unterstützen. Nicht, um "der Natur zu helfen", sondern um den einzelnen Tieren zu helfen. Ich stelle es mir schrecklich vor, an einer steilen, schlammigen Böschung in einem reißenden, von Krokodilen bewohnten Fluss um mein Leben kämpfen zu müssen, immer wieder zurück zu rutschen, von Artgenossen, die neben mir um ihr eigenes Leben kämpfen, gestoßen und gezogen zu werden, wie mir immer mehr die Kräfte schwinden, und ich irgendwann vom Fluss oder einem Krokodil davon gezogen werden. Oder, wie ich es vielleicht schaffe, die Böschung zu überwinden, ich aber miterleben muss, wie mein Mann, mein Sohn, meine beste Freundin im Fluss verschwinden.

    Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind, schon gar nicht tausenden anmutiger Gnus. Dass dafür hässliche Krokodile und Aasgeier weniger zu futtern haben, ist sekundär. Die werden sich darauf einstellen und ihren Bestand anpassen. Das Ökosystem des Flusses wird sich dadurch natürlich ändern, aber Veränderung ist ja nicht per se schlecht.
    Ja, Baden und Schnorcheln kommt gut in der Masai Mara.

    Zu den Brücken und deinem Mitleid in der Nahrungskettenfolge: Das war jetzt Spaß, oder?


    ....

    Interessanterweise kreuzen zwar auch rund 175.000 Zebras zusammen mit den Gnus den Fluss, doch sie scheinen weniger häufig zu stürzen und zu ertrinken: "Wir haben in all unseren Surveys weniger als fünf Zebrakadaver gefunden", berichten die Forscher.
    In Namibia hat man uns mal erzählt, dass sich Zebras gerne neben Gnus aufhalten, weil die Gnus den Löwen besser munden und sie dadurch die Zebras in Ruhe lassen. Wahrscheinlich geht's anderen Räubern ähnlich.


    Viele Fischer knabbern das Aas direkt an, anderer weiden die Biofilme ab, die auf den Kadaverresten und in deren Umgebung wachsen.
    Auf einer Skala von eins bis müde bin ich Dornröschen.


    Sonntags bin ich ein Mofa - halb Mensch, halb Sofa.

  7. #7
    Gnadenloses Suppenhuhn Avatar von suppenstar
    Ort: Österreich
    JackB - eine Erquickung für meine Mittagspause.

  8. #8
    Unfähige Willküre Avatar von krümelmonster I.O.F.F. Team
    Ort: Austria Anterior
    Zitat Zitat von fraktal Beitrag anzeigen
    Wie mag das zu Zeiten der Dionosaurier gewesen sein, als 100 Tonnen schwere Kadaver herumlagen?
    Da war sicher jeder ein kleines Ökosystem für sich.

    Das Leben ist wirklich beeindruckend, sogar im Tod.
    Da brauchst du gar nicht in der Zeit zurückgehn...
    http://www.geo.de/natur/oekologie/19...grosse-fressen
    Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind...

  9. #9
    noch ein so nen thread und ich baller dir eine :D Avatar von ruru I.O.F.F. Team
    Alleine Gnus als anmutig zu bezeichnen, ist schon der Knaller

    Die Masai Mara und die Serengeti sind voller wunderschöner Tiere, aber Gnus gehören jetzt nicht dazu.
    Die sind eher hässlich.
    Quelle: Eigene Anschauung

    Außerdem würden Gnu-Brücken das komplette biologische Gleichgewicht zerstören, nicht nur als Futterquelle für die Krokodile, sondern auch durch zu viele Gnus, die damit den anderen Grasfressern die Futterplätze streitig machen. Was wird dann aus den ganzen Gazellen und Antilopen?


    Zudem sind Gnus nicht ganz clever, die fänden eh keine Brücke
    [YOUTUBE]YZNIboMNyk4[/YOUTUBE]

  10. #10
    psychrophil Avatar von Zehnkämpferin
    Ort: gerne im Schnee

  11. #11
    When we were kings Avatar von *Blue*
    Ort: Behind the wheel
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    Und was für die aasfressenden Flussbewohner gut ist, ist für die an seinem Ufer lebenden Bewohner vermutlich weniger gut. Jedenfalls, wenn sie den Fluss gern als Trinkwasserquelle nutzen möchten, oder als Ort der Erholung zum Baden und Schnorcheln.

    Wie auch immer: Ja, ich würde den Bau von Brücken für die Gnus unterstützen. Nicht, um "der Natur zu helfen", sondern um den einzelnen Tieren zu helfen. Ich stelle es mir schrecklich vor, an einer steilen, schlammigen Böschung in einem reißenden, von Krokodilen bewohnten Fluss um mein Leben kämpfen zu müssen, immer wieder zurück zu rutschen, von Artgenossen, die neben mir um ihr eigenes Leben kämpfen, gestoßen und gezogen zu werden, wie mir immer mehr die Kräfte schwinden, und ich irgendwann vom Fluss oder einem Krokodil davon gezogen werden. Oder, wie ich es vielleicht schaffe, die Böschung zu überwinden, ich aber miterleben muss, wie mein Mann, mein Sohn, meine beste Freundin im Fluss verschwinden.

    Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind, schon gar nicht tausenden anmutiger Gnus. Dass dafür hässliche Krokodile und Aasgeier weniger zu futtern haben, ist sekundär. Die werden sich darauf einstellen und ihren Bestand anpassen. Das Ökosystem des Flusses wird sich dadurch natürlich ändern, aber Veränderung ist ja nicht per se schlecht.

    herrlich


    für diese Posts lieben wir JackB

    Denk ich an Europa in der Nacht - Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen - Und meine heißen Tränen fließen. (in Anlehnung an H. Heine)
    There are 10 types of people in the world:
    Those who understand binary, and those who don't.


  12. #12
    psychrophil Avatar von Zehnkämpferin
    Ort: gerne im Schnee
    Sollen wir das in die Perlen kopieren?

  13. #13
    Zitat Zitat von ruru Beitrag anzeigen


    Zudem sind Gnus nicht ganz clever, die fänden eh keine Brücke
    [YOUTUBE]YZNIboMNyk4[/YOUTUBE]


  14. #14
    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    Wie auch immer: Ja, ich würde den Bau von Brücken für die Gnus unterstützen. Nicht, um "der Natur zu helfen", sondern um den einzelnen Tieren zu helfen. Ich stelle es mir schrecklich vor, an einer steilen, schlammigen Böschung in einem reißenden, von Krokodilen bewohnten Fluss um mein Leben kämpfen zu müssen, immer wieder zurück zu rutschen, von Artgenossen, die neben mir um ihr eigenes Leben kämpfen, gestoßen und gezogen zu werden, wie mir immer mehr die Kräfte schwinden, und ich irgendwann vom Fluss oder einem Krokodil davon gezogen werden. Oder, wie ich es vielleicht schaffe, die Böschung zu überwinden, ich aber miterleben muss, wie mein Mann, mein Sohn, meine beste Freundin im Fluss verschwinden.

    Das wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind, schon gar nicht tausenden anmutiger Gnus. Dass dafür hässliche Krokodile und Aasgeier weniger zu futtern haben, ist sekundär. Die werden sich darauf einstellen und ihren Bestand anpassen. Das Ökosystem des Flusses wird sich dadurch natürlich ändern, aber Veränderung ist ja nicht per se schlecht.

    selten solch einen widersprüchlichen Unsinn gelesen. wenn sich Krokodile darauf einstellen und ihren Bestand anpassen, dann wird das bei Gnus genauso geschehen.
    sollen sie halt nicht über den Fluss gehen, wenn sie glauben dass es besser für sie ist.
    wie du hier zwischen "guten" und "schlechten" Tieren unterscheidest, ist einfach nur absurd.

    du stellst es dir schrecklich vor, an steilen Böschungen von Krokodilen zerrissen zu werden. glücklicherweise sind die Gnus aber nicht du....

  15. #15
    Zitat Zitat von ruru Beitrag anzeigen
    Außerdem würden Gnu-Brücken das komplette biologische Gleichgewicht zerstören, nicht nur als Futterquelle für die Krokodile, sondern auch durch zu viele Gnus, die damit den anderen Grasfressern die Futterplätze streitig machen. Was wird dann aus den ganzen Gazellen und Antilopen?
    für die Antilopen baut JackGnu dann zusätzliche Futterstellen, die dank der Gnu-Brücken auch besser belieferbar sind, aber nur mit E-Autos, man will ja die Umwelt nicht zerstören.
    ist nur blöd wenn sich die Krokodile evolutionär darauf einstellen und fliegen lernen, damit sie an die Gnus auf den Brücken kommen...


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