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  1. #46
    Fußballpythia Avatar von Jaspis I.O.F.F. Team
    Ort: Doatmund
    Manche Fehlentwicklungen gäbe es gar nicht, wenn die Rahmenbedingungen an den Schulen endlich so wären, wie sie uns schon in den 1970ern versprochen wurden: Klassenfrequenz von maximal 20 Schülern, genügend LehrerInnen, optimale Ausstattung.
    Stattdessen gibt es immer noch überfüllte Klassen, Stundenausfall, der verwaltet wird, weil es nicht genügend Springer gibt und Gebäude und Anlagen, die jeder Beschreibung spotten.

    An der ehemaligen Schule meines Mannes (Gymnasium) gab es früher astreine Leichtathletikanlagen, die gut und viel genutzt wurden. Inzwischen hat man darauf Schulanbauten gesetzt - ohne Ersatz.
    Meine Tochter (Vollzeit Gesamtschule) verbringt bis zu 60 Stunden/Woche an der Schule, weil neben dem Ganztagsunterricht auch noch jede Menge Verwaltungskram zu erledigen ist (Konferenzen, Aufsichten, Vertretungen, Fachsitzungen, Elterngespräche, Tag der Offenen Tür etc. pp.) Hinzu kommen noch große Klassen, nicht funktionierende Technik und Lehrermangel. Sie muss zudem jeden Tag 140 km fahren. Und korrigieren. Und Unterricht nach- und vorbereiten. So kann man junge Lehrer auch fertigmachen.
    Zudem kümmern sich Lehrer durchaus um problematische SchülerInnen. Nur kann man nicht jedem gerecht werden, denn dazu ist man 1. nicht befugt und 2. nicht dafür ausgebildet. Lehrer wollen in erster Linie Wissen vermitteln, und zwar so, dass auch etwas weniger clevere Kinder eine Chance haben. Wenn sie gleichzeitig noch einen erweiterten Erziehungsauftrag bekommen, muss beim Bildungsauftrag "gespart" werden.

    Eltern sollten sehr viel mehr dafür verantwortlich sein, dass ihre Kinder gedeihlich aufwachsen. Eine einigermaßen gesunde Ernährung ist nicht kompliziert, Sport muss nicht teuer in Vereinen erkauft werden, wenn man mal gemeinsam was mit dem Nachwuchs macht. Widme deinem Kind Zeit! Lies ihm vor. Spiel mit ihm. Hör ihm zu. Lach mit ihm. Setz ihm Grenzen, die es versteht. Lehrer sind keine geborenen Feinde, sondern spielen im selben Team.

  2. #47
    Ich komme in Frieden. Auf ewig! Avatar von dracena I.O.F.F. Team
    Ort: Mördergrube
    Die Konzentrationsfähigkleit ist sicher ein Problem.
    Vor 30 Jahren konnte man es Kindern montags anmerken, wenn sie am Wochenende zu lange vor dem Fernseher gesessen hatten. Dann waren sie zappelig und unaufmerksam. Heute haben Kinder noch weit mehr Ablenkungen - eigene Fernseher im Kinderzimmer, Computer, Handys, Playstation, teilweise auch schon im Grundschulalter.

    Ich glaube auch, dass die Frustrationstoleranz tendenziell geringer ist als früher. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich auch mal durchzubeißen und nicht den Stift schnell genervt in die Ecke zu feuern, wird sicher nicht durch Eltern, die sofort helfend einschreiten, gefördert. Das Problem setzt sich später fort, wenn eine Ausbildung gemacht wird oder werden soll.

    Es liegt viel am Elternhaus.
    Aber man darf auch das Bildungssystem hinterfragen, das Kinder zu Versuchskaninchen für Lernmethoden macht.
    Schreiben nach Gehör ist meiner Meinung nach keine gute Methode. Es gibt halt richtig oder falsch und Kinder verkraften es durchaus, wenn man ihnen sagt: "Das ist so nicht richtig, das Wort wird anders geschrieben".
    Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.
    (Mark Twain)

    http://www.terre-des-femmes.de/

  3. #48
    homo novus Avatar von caesar
    Ort: milchstrasse
    Der wichtigste Faktor ist das Elternhaus.

    Heute werden an die Schule alle möglichen Forderungen gestellt, die nicht erfüllbar sind. Oft genügt ein eigener Einsatz und mehr Unterstützung der Kinder, als das ganze auf die Schule zu schieben.

    Die Erziehung sollte hauptsächtlich aus dem Elternhaus kommen, nicht von der Schule.
    das melken eines leeren euters bewirkt nur,
    das man vom melkstuhl gestossen wird.

    rise and rise again until the lambs become to lions.

  4. #49
    love trumps hate Avatar von Ariel
    Ort: Monkey Island
    Zitat Zitat von dracena Beitrag anzeigen
    ...
    Schreiben nach Gehör ist meiner Meinung nach keine gute Methode. Es gibt halt richtig oder falsch und Kinder verkraften es durchaus, wenn man ihnen sagt: "Das ist so nicht richtig, das Wort wird anders geschrieben".
    Wie schon geschrieben, die Methode heißt eigentlich gar nicht so, sondern "Lesen durch Schreiben" und ist eine Methode zum Lesen lernen. Es ist angedacht, allerspätestens in Klasse 2 mit dem Rechtschreibunterricht zu beginnen, wenn man nach der Methode arbeitet.
    Ich arbeite nicht mit der Methode, aber finde es schade, dass sie (auch von Fachkollegen, die es besser wissen müssten) häufig falsch dargestellt wird. Die Methode kann nichts dafür, wenn sie falsch angewendet wird.

  5. #50
    Member
    Ort: im Süden von Hamburg
    Ariel heisst das deine kinder schreiben gar nicht frei?

    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk

  6. #51
    Zitat Zitat von Jaspis Beitrag anzeigen
    Widme deinem Kind Zeit! Lies ihm vor. Spiel mit ihm. Hör ihm zu. Lach mit ihm. Setz ihm Grenzen, die es versteht. Lehrer sind keine geborenen Feinde, sondern spielen im selben Team.


    Wir hatten zum Thema Handynutzung einen Infoabend in der Schule.
    Worauf wir Eltern achten sollten etc.
    Klassenchats in WhatsApp etc. und dass es dort Regeln wie im Klassenraum gibt.
    Da kam tatsächlich von mehreren Eltern die Frage, ob man nicht auch die Regel einführen könnte, dass WhatsApp nach 21 Uhr verboten wird.
    Wie absurd!
    Die Eltern wollen das nicht - aber die Schule soll es verbieten!
    Damit man die Auseinandersetzung nicht hat? Nicht den Zorn des Kindes auf sich zieht?
    Eltern müssen auch aushalten, von ihren Kindern zeitweise gehasst zu werden. Viele verkraften das nicht und können so weder Grenzen setzen noch diese verteidigen.

  7. #52
    Member
    Ort: im Süden von Hamburg
    Und schule ist in der grundschule auch ein zahnloser tiger. Man kann laut schulgesetz nicht der schule verwiesen werden. Grundschule ist "verlässlich" fas heisst wir müssen 5 stunden tag beaufsichtigen. Bei uns pinkelte mal ein kind mit voller absicht in einen schrank. Die Mutter sollte ihn abholen und weigerte sich. Dass soll die schule mal schön regeln. Nachsitzen muss heute 24 stunden vorher angekündigt werden. Man darf kinder nicht mehr anfassen. Dreht ein kind durch, trauen sich nicht wenige kollegen nicht das kind zu fixieren aus angst vor den eltern. Ich habe mal einem kind pausenverbot erteilt weil das kind massiv andere verprügelte. Da drohte der vater mit anwalt. Sein kind hätte ein recht auf pause.

    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk
    Geändert von Anscha (15-10-2017 um 11:07 Uhr)

  8. #53
    Ich wiederhole gerne meine Frage, die mir hier anscheinend bisher noch niemand beantworten konnte:

    Wieso sind denn dann die Leistungen in den letzten Jahren schlechter geworden, wenn die Kinder heute mehr denn je in Bildungseinrichtungen geparkt werden? Zu meiner Zeit gab es noch keine Kitas. Es gab auch weniger Gymnasiasten und trotzdem haben alle irgendwie überlebt und aus vielen ist auch ohne Abi etwas geworden. Heute ist das Abitur ja quasi Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg.

    Man kann nicht nur den Eltern die Schuld zuschieben, man muss quasi das ganze System hinterfragen, in dem es halt weniger um Förderung als ums Aussieben und Selektion geht. Und Eltern machen bei diesem Schwachsinn auch noch meist mit. Wenn ich da schon höre, dass ein Wirtschaftsabi natürlich viiiel höherwertiger als ein normales Vollabitur ist, weil das Kind ja wenigstens schon BWL in der Schule hatte

  9. #54
    love trumps hate Avatar von Ariel
    Ort: Monkey Island
    Zitat Zitat von Anscha Beitrag anzeigen
    Ariel heisst das deine kinder schreiben gar nicht frei?

    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk
    Doch, natürlich tun sie das. Aber die meisten kommen dann von sich aus und wollen die Rechtschreibung kontrolliert haben. Einfach, weil sie es so gewöhnt sind. Ich bemühe mich um eine positive Fehlerkultur, also die Kinder wissen, dass Fehler machen nicht schlimm ist. Oft wollen sie von sich aus wissen, wie ein schwieriges Wort geschrieben wird oder schauen im Wörterbuch nach. Daran haben wir von Beginn an gearbeitet.
    Ich habe natürlich auch sehr schwache Rechtschreiber. Mit denen schaue ich dann meist nach nur einem bestimmten Phänomen, wie zB Großschreibung am Satzanfang, Doppelkonsonant o.ä. Da werden nicht immer alle Fehler verbessert, die können das irgendwann auch gar nicht mehr aufnehmen.

    Zitat Zitat von Blackbird Beitrag anzeigen
    Ich wiederhole gerne meine Frage, die mir hier anscheinend bisher noch niemand beantworten konnte:

    Wieso sind denn dann die Leistungen in den letzten Jahren schlechter geworden, wenn die Kinder heute mehr denn je in Bildungseinrichtungen geparkt werden? Zu meiner Zeit gab es noch keine Kitas. Es gab auch weniger Gymnasiasten und trotzdem haben alle irgendwie überlebt und aus vielen ist auch ohne Abi etwas geworden. Heute ist das Abitur ja quasi Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg.

    Man kann nicht nur den Eltern die Schuld zuschieben, man muss quasi das ganze System hinterfragen, in dem es halt weniger um Förderung als ums Aussieben und Selektion geht. Und Eltern machen bei diesem Schwachsinn auch noch meist mit. Wenn ich da schon höre, dass ein Wirtschaftsabi natürlich viiiel höherwertiger als ein normales Vollabitur ist, weil das Kind ja wenigstens schon BWL in der Schule hatte
    Zum ersten: Das kommt drauf an, wie man beruflichen Erfolg definiert. Auch mit Hauptschulabschluss lässt sich ein guter Ausbildungsplatz finden, in dem man zufrieden ist. Und das ist doch auch schön. Es muss nicht immer die riesen Karriere mit massig Gehalt sein.

    Zum zweiten: Ich kann wenig zum Gymnasium und ABi sagen, weil ich Grund- und Werkrealschullehrerin bin. Was ich sehe ist, dass sich zT meine Drittklässler schon Gedanken machen, ob sie es später aufs Gymnasium schaffen. Das finde ich total abartig. Und von allein kommen die ja nicht auf die Idee.

  10. #55
    Member
    Ort: im Süden von Hamburg
    In der grundschule wird doch überhaupt nicht mehr selektiert. Elternwille zählt. Alles wird positiv formuliert. Meiner meinung nach sind es viele einzelne gründe. Eltern interessieren sich weniger oder schaffen es aus verschiedensten Gründen nicht aktiv ihre kinder zu unterstützen und schule ist viel zu schlecht ausgestattet.

    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk

  11. #56
    Member
    Ort: im Süden von Hamburg
    Siehst du ariel. Also schreiben sie am anfang schon nach gehör. Ist ja auch völlig normal. Und sehr schnell weist man dann auf einzelne rechtschreibphänomene hin. Ich denke die meisten lehrer arbeiten so. Deswegen ärgern mich die politiker wenn sie keine ahnung haben und den falschen mist noch propagieren.

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  12. #57
    love trumps hate Avatar von Ariel
    Ort: Monkey Island
    Die Abschaffung der verbindlichen EMpfehlung war das Blödeste, was man machen konnte.

    Anscha: Mir ist schon klar, dass die Erstklässler am Anfang nach Gehör schreiben. Was sollen sie auch sonst tun? Das geht ja gar nicht anders. Wenn die Methode in den Medien verrissen wird, geht es aber doch eher darum, dass auch später noch nach Gehör geschrieben wird. Ich kenne tatsächlich eine Lehrerin (nicht an meiner Schule), die fängt frühstens in Klasse 3 an mit Rechtschreibregeln. Das finde ich vieeel zu spät. ABer du hast Recht, die meisten, die sich über die Methode aufregen, kennen sie nicht mal richtig. Das sieht man ja auch daran, dass immer wieder der falsche Name dafür verwendet wird.
    Ich verteufel die Methode nicht, sie hat schon ihren Sinn. Aber sie muss halt richtig angewendet werden.
    Geändert von Ariel (15-10-2017 um 11:24 Uhr)

  13. #58
    Bei uns gibt es nur noch Gymnasium und Gesamtschule. Daher versuchen alle Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium zu bugsieren um ja nicht ihre Kinder mit den sozialschwachen in einer Klasse zu haben. Das ist für mich auch eine erschreckende Entwicklung. Zu meiner Zeit gab es noch 3 Möglichkeiten. Jetzt sind es nur noch 2.
    Bild:
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    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
    Evelyn Beatrice Hall

  14. #59
    Member
    Ort: im Süden von Hamburg
    Bei uns gehen kinder mir fünfen im hauptfach aufs gymnasium. Gerade z.b bei türken muss das sein. Eine frage der ehre und das obwohl es als alternative nur Stadtteilschulen gibt an denen man genauso abi machen kann. Nach 2 jahren fliegen 30-40% runter und sind dann richtig gefrustet.

    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk

  15. #60
    Zitat Zitat von Blackbird Beitrag anzeigen
    Ich wiederhole gerne meine Frage, die mir hier anscheinend bisher noch niemand beantworten konnte:

    Wieso sind denn dann die Leistungen in den letzten Jahren schlechter geworden, wenn die Kinder heute mehr denn je in Bildungseinrichtungen geparkt werden? Zu meiner Zeit gab es noch keine Kitas. Es gab auch weniger Gymnasiasten und trotzdem haben alle irgendwie überlebt und aus vielen ist auch ohne Abi etwas geworden. Heute ist das Abitur ja quasi Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg.

    Man kann nicht nur den Eltern die Schuld zuschieben, man muss quasi das ganze System hinterfragen, in dem es halt weniger um Förderung als ums Aussieben und Selektion geht. Und Eltern machen bei diesem Schwachsinn auch noch meist mit. Wenn ich da schon höre, dass ein Wirtschaftsabi natürlich viiiel höherwertiger als ein normales Vollabitur ist, weil das Kind ja wenigstens schon BWL in der Schule hatte
    Vielleicht ist das ja gerade das Problem: die Kinder werden ständig irgendwo "geparkt". Ist ja auch angenehmer als sich selber mit ihnen zu beschäftigen. Zu Hause leisten die Erziehungsarbeit ein bis zwei Eltern bei den eigenen ein bis vier Kindern. Wie soll eine Lehrerin dasselbe bei bis zu 30 Kindern leisten?
    Vorallem können die Lehrer ja gar nicht mehr erziehen, weil sie nichts mehr dürfen. Und sollte sich ein Lehrer erdreisten doch mal eine Strafe auszusprechen, dann kommt nicht selten ein Anwaltsschreiben, weil das arme Kind ja ach so ungerecht behandelt worden ist.
    Wenn den Kindern daheim gar nicht vermittelt wird, dass Schule wichtig ist, dass man den Lehrern zuhören und folgen muss, dass man etwas leisten muss, um Erfolg zu haben, dann können die Kinder noch so viel Zeit in Bildungseinrichtungen verbringen, es wird zu nichts führen. Kinder kosten Zeit. Wer nicht bereit ist, Zeit aufzuwenden, der sollte keine Kinder bekommen.


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