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  1. #271
    #J.SpahnSupidupi Avatar von Saruman
    Ort: Borg is Killer
    Das ist alles ein bissel schwierig wie sich die Pflege organisieren soll,es gibt die Fraktion die die Pflegekammer https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegekammer befürworten,auf Länderebene.

    Die Diskussion um die Pflegekammer in Niedersachsen war neu entfacht worden, nachdem den Mitgliedern Beitragsbescheide für das zweite Halbjahr 2018 über den Höchstbeitrag von 140 Euro zugeschickt worden waren. Dabei wurde jeweils ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro zugrunde gelegt, was kaum eine Pflegekraft verdient
    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...ragssaetze-neu

    Dann gibt es Verdi,die die Einrichtung der Pflegekammern,sagen wir mal vorsichtig nicht befürworten. Das stößt bei Vielen auf Unmut,weil Verdi nicht dafür bekannt ist sich für die Pflege einzusetzen.Früher hat man in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienst von den Müllmännern profitiert.aber durch die Privatisierungen ist das eigentlich auch Geschichte.
    Der Pflege fehlt einfach das Druckmittel wie anderen Berufsgruppen,weil Streiken geht nicht,wenn nur in der Freizeit und was übt das dann für einen Druck auf die Arbeitgeber aus,Null, nur ein symbolischer Akt.

    Mein Lieblingsposting kam mal wieder von Erwin Rüddel.



    So,wir sind ja jetzt per Handy vernetzt auf auf der Arbeit,da wird mir angezeigt,wie lange ich für einen Einsatz brauchen darf,z:B. Bewohner auf Toilette setzen 5 Min. (Tür auf,Bew aus dem Bett,pinkeln,zurück ins Bett,Tür zu),Tabletten geben 2 Minuten...
    Ihr könnt ja jetzt schon mal trainieren für später.

    Das System ist so am Arsch,Zwischenmenschlichkeit bleibt auf dem Weg der Gewinnmaximierung auf der Strecke.
    Bild:
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  2. #272
    Ja, die Diskussion ist mir gut bekannt. Natürlich ist ver.di dagegen, denn die Pflegekammern sollen ja anscheinend auch die Arbeitsbedingungen regeln - dafür sind aber nach Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz die Gewerkschaften zuständig, also u.a. ver.di. Mit anderen Worten: Eine Pflegekammer, die sich darum kümmern würde, würde ver.di zumindest in diesem Bereich womöglich das Wasser abgraben.

    Ich bezweifle allerdings, dass eine Pflegekammer das wirklich leisten könnte. Denn es bleibt dabei: Tarifverhandlungen können nur Gewerkschaften führen (siehe § 2 Tarifvertragsgesetz). Und das muss auch so sein, vor allem aus zwei Gründen: Tarifverhandlungen sind Interessenpolitik, die Gewerkschaften vertreten durch die Verhandlungen die Interessen der Arbeitnehmer. Das geht aber, aus meiner Sicht, nur auf freiwilliger Basis. Die Arbeitnehmer müssen sich ihre Interessenvertretung frei wählen können. Eine Kammer mit Zwangsmitgliedschaft ist schon deshalb ungeeignet.

    Zum anderen: Auch Druckmittel wie Warnstreiks oder Streiks liegen nur in den Händen der Gewerkschaften. Sie sind aber notwendig, wenn man wirklich etwas erreichen will.

    Mir ist klar, dass Pflegepersonal sich ganz überwiegend während der Schicht nicht mal eben von der Arbeit entfernen und streiken gehen würde. Aber ganz ehrlich: Krankenhäuser sind auch schon bestreikt worden... Das ist eine Frage der Organisation. Dann müssen mal für ein paar Stunden nur die genau in diesen Stunden unbedingt notwendigen Dinge gemacht werden, ähnlich wie im Nachtdienst. Es muss einen Notdienst geben, aber alle, die gerade keine Schicht haben oder sich für eine gewisse Zeit freimachen können, müssten sich beteiligen.

    Nochmal: Streik ist nur das letzte Mittel in einem Tarifkonflikt, es gibt noch verschiedene Eskalationsstufen davor. Und erstmal wird ja verhandelt. Aber es ist ein riesiger Unterschied, ob man als Gewerkschaft vor dem Arbeitgeber sitzt und weiß, dass 80 % der Beschäftigten in der Gewerkschaft sind und hinter einem stehen (und man eben notfalls mit einem Streik dieser großen Zahl drohen kann), oder ob eh nur 10 % der Beschäftigten in der Gewerkschaft sind. Im zweiten Fall lehnt der Arbeitgeber sich bequem zurück und lächelt süffisant über die Forderungen, im ersten Fall nicht. Da wird er sich überlegen, wie man einen Kompromiss finden kann, und etwas anbieten.

    Wenn die Beschäftigten das Gefühl haben, die vorhandenen Gewerkschaften interessieren sich nicht genug für ihre Belange, können sie das durch Beitritt und aktive Mitarbeit oder durch Gründung einer eigenen, spezialisierten Gewerkschaft ändern. Die Lokführer haben es vorgemacht.

  3. #273
    semper fi
    Ort: Bielefeld
    Zitat Zitat von Jaspis Beitrag anzeigen
    Naja, die meisten "Omis und Opis" haben Angehörige, die eben bis 67+ arbeiten müssen und die darauf angewiesen sind, dass die Senioren einigermaßen gescheit betreut werden. Diese Angehörigen sind Wähler. Die Alten übrigens auch.
    Yo. Und woran liegt es dann?
    Normal müsste (u a) dieses Thema ganz weit oben auf der Agenda von Millionen Menschen/Wählern stehen.
    Eben weil Sie sehen, dass ihre Lieben nicht gut versorgt sind.
    Eigentlich müssten Sie Angst haben, genau so/eher schlechter zu enden.

    Warum nicht?
    Meine Antwort darauf ist: Weil der durchschnittliche Deutsche ein bequemes, faules Herdentier ist.

  4. #274
    Zitat Zitat von Edelstahl Beitrag anzeigen

    Warum nicht?
    Meine Antwort darauf ist: Weil der durchschnittliche Deutsche ein bequemes, faules Herdentier ist.
    Määääh, grasgras, mähäääää

    Der Deutsche ist dem Deutschen Mäh.
    Lebe so, dass Jens Spahn etwas dagegen hätte. (M. Büker @twitter)

  5. #275
    Zitat Zitat von Edelstahl Beitrag anzeigen
    Yo. Und woran liegt es dann?
    Normal müsste (u a) dieses Thema ganz weit oben auf der Agenda von Millionen Menschen/Wählern stehen.
    Eben weil Sie sehen, dass ihre Lieben nicht gut versorgt sind.
    Eigentlich müssten Sie Angst haben, genau so/eher schlechter zu enden.

    Warum nicht?
    Meine Antwort darauf ist: Weil der durchschnittliche Deutsche ein bequemes, faules Herdentier ist.
    Da ist etwas dran. Aber ich denke, die meisten ahnen, dass deutliche Verbesserungen in der Pflege nun mal nicht zum Nulltarif zu haben sind. Und mehr Geld ausgeben, dass wollen sie eben doch nicht. Das träfe ja das empfindlichste Körperteil, das Portemonnaie… Also hoffen sie, dass es sie schon nicht treffen wird und sie selbst nicht pflegebedürftig werden.

    Das ist ja ein Reflex, den man von Krebserkrankungen kennt. Jeder hofft im Stillen, dass es ihn nicht trifft. Warum sonst gäbe es immer noch so viele Raucher?

    Das Problem wird im Kopf weit nach hinten geschoben und verdrängt, so gut es geht. Und wenn es dann doch irgendwann so weit ist, ist es für Vorsorge natürlich zu spät. Dann sollen es die Kinder und Enkel irgendwie richten. Also genau die, die wir absehbar mit einem ordentlichen Rentenproblem allein lassen.

    Aber den "Trümmerfrauen" wird jetzt nochmal schön was draufgelegt auf ihre Renten. Dabei sind die so hoch, wie unsere eigenen nie sein werden (bezogen auf die Kaufkraft und das, was irgendwann mal eingezahlt wurde), geschweige denn die Renten nachfolgender Generationen.

  6. #276

  7. #277
    20 EUR/Stunde verdienen selbst manche Akademiker in anderen Branchen nicht - das wäre bei einer 40-Std.-Woche ja oberhalb von 3.200 EUR brutto.
    Völlig unverhältnismäßig ...
    We're too young until we're too old - We're all lost on the yellow brick road - We climb the ladder but the ladder just grows - We're born, we work, we die, it's spiritual
    (Kenny Chesney - "Rich And Miserable")

  8. #278
    #J.SpahnSupidupi Avatar von Saruman
    Ort: Borg is Killer
    Auf Anfrage von Merkur.de* hat die Dienstleistungsgewerkschaft nun die Hintergründe der sehr unterschiedlichen Verhandlungsziele erläutert - und die schwierige Lage bei der Entlohnung der Altenpfleger mit (noch) mangelnder Verhandlungsstärke begründet.

    „Forderungen haben immer etwas mit der Beschäftigunglage, der Organisationsstärke und dem eigenen Selbstbewusstsein zu tun“, erklärte eine ver.di-Sprecherin Merkur.de am Montag. Während die Sicherheitskräfte an Flughafen „eine lange Tradition mit Tarifverhandlungen“ hätten und gut organisiert seien, stünden die gewerkschaftlich organisierten Altenpfleger „in den Anfängen“.

    Ziel sei es, „auch hier durch Verhandlungen und Aktionen an Stärke zu gewinnen“. Eine schnelle Verbesserung der Löhne in der Altenpflege scheint, so lässt sich schließen, also nicht in greifbarer Nähe.
    https://www.merkur.de/wirtschaft/ver...-11367238.html

    16€,oh dann wird mir durch den Tariflohn ja Geld abgezogen. 16€ sind 3 € weniger als man durchschnittlich als erfahrener Krankenpfleger/-schwester verdient.
    Bild:
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  9. #279
    Ich frage mich immer, was die Politiker, in dem Fall Hubertus Heil und Franziska Giffey, sich dabei denken wenn sie so eine Aktion wie heute durchführen aka "paar" Stunden "Praktikum" im Pflegeheim, begleitet von zig Kameras. Was soll das bringen?

  10. #280
    Kefse? Welche Kefse? Avatar von BlackGirl
    Ort: Kölle
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Ich frage mich immer, was die Politiker, in dem Fall Hubertus Heil und Franziska Giffey, sich dabei denken wenn sie so eine Aktion wie heute durchführen aka "paar" Stunden "Praktikum" im Pflegeheim, begleitet von zig Kameras. Was soll das bringen?
    Auf jeden Fall mehr als wenn sich ein Herr Spahn in Davos herumtreibt.

  11. #281
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Ich frage mich immer, was die Politiker, in dem Fall Hubertus Heil und Franziska Giffey, sich dabei denken wenn sie so eine Aktion wie heute durchführen aka "paar" Stunden "Praktikum" im Pflegeheim, begleitet von zig Kameras. Was soll das bringen?
    Natürlich ist das nicht dasselbe wie jahrelange Tätigkeit in einer Branche, auch nicht dasselbe wie ein mehrwöchiges Praktikum. Aber es ist immerhin mehr als nur immer aus der Distanz auf eine Tätigkeit zu gucken. Wie fühlt es sich an, einem alten Menschen das Essen zu reichen, ihm beim Waschen zu helfen etc. - wenn es nicht der eigene Opa ist?

    Ich bin sicher, selbst so ein einziger Tag bringt mehr Einblick in die Arbeit der Pflegekräfte als irgendein Gespräch an neutralem Ort oder irgendwelche Berichte in Akten. Selbst wenn die Kameras da herumstehen. Die alten Menschen müssen ja trotzdem ordentlich versorgt werden, und das bekommt man dann schon mit.

    Geärgert habe ich mich allerdings über das Blitzlichtgewitter, das war für die Pflegebedürftigen sicher unangenehm. Die Kritik geht aber in diesem Fall mehr an die Journalisten als an die Minister.

  12. #282
    Für 3 jährig ausgebildete #Altenpflege Kräfte 16€/[email protected]_verdi scheint nicht die richtige Gewerkschaft für Gesundheits- und Sozialberufe zu sein. Könnte ein Grund für den schlechten Organisationsgrad sein ..
    Gut möglich. Warum also ergreifen die Pflegekräfte nicht selbst die Initiative und suchen sich eine Gewerkschaft, die sie besser vertritt - oder gründen selbst eine?


    Zitat Zitat von ManOfTomorrow Beitrag anzeigen
    20 EUR/Stunde verdienen selbst manche Akademiker in anderen Branchen nicht - das wäre bei einer 40-Std.-Woche ja oberhalb von 3.200 EUR brutto.
    Völlig unverhältnismäßig ...
    Na ja, etwas mehr darf's schon sein für Akademiker*. Das Doppelte und mehr ist selbst im öffentlichen Dienst möglich, und woanders erst recht.

    * Ich rede nicht vom Bachelor, sondern Uni-Abschluss.

  13. #283
    säule des forums Avatar von alonzo
    Ort: heidelberg
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    * Ich rede nicht vom Bachelor, sondern Uni-Abschluss.
    bachelorabschlüsse sind uniabschlüsse, der vergleich macht überhaupt keinen sinn.
    Zitat Zitat von Vongole Beitrag anzeigen
    Alonzo fällt unter den guten Strafrechtsgrundsatz "Nulla poena sine culpa", das muss man dem Board schon zugestehen.
    Man kann es auch Narrenfreiheit nennen.

  14. #284
    #J.SpahnSupidupi Avatar von Saruman
    Ort: Borg is Killer
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    Gut möglich. Warum also ergreifen die Pflegekräfte nicht selbst die Initiative und suchen sich eine Gewerkschaft, die sie besser vertritt - oder gründen selbst eine?




    Weil es einfach schwierig ist bei den verschiedenen Kostenträger am Markt eine Gewerkschaft zu gründen bzw. eine Gewerkschaft die Alle spricht,das mag in anderen Berufszweigen einfacher zu sein.
    BTW, bereits 2016 forderte diese Gewerkschaft einen Mindestlohn für uns in Höhe von 15.50/h. Und jetzt sind es 16€. Ich frage mich ernsthaft, wessen Interessen @_verdi wahrnimmt. Sicherlich nicht die der Pflegefachkräfte!
    Rechnet man noch die höheren Ausgaben um die Pflege zu finanzieren ab,die auch wir bezahlen müssen,bleibt am Ende weniger als vorher? Attraktiv,kommt in die Pflege und lasst Euch ausbeuten.
    Bild:
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