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  1. #31
    Zitat Zitat von Elli_76 Beitrag anzeigen
    Ich finde es etwas schwierig, alle in einen Topf zu stecken. Hier in den Lokalzeitungen waren Helikoptereltern in der letzten Zeit sehr oft Thema. Meist ging es dabei um Schulkinder und die schon angesprochenen Themen wie Hinfahren, ins Klassenzimmer bringen, intensiven Kontakt zur Schule usw.
    Gerade das zur Schule fahren. Mein Sohn ist fast 15 und ich hole ihn alle 2 Wochen von der Schule ab. Da hat er 8 Stunden und wäre aufgrund der S-Bahn-Verbindung erst 80 Min. später daheim. An dem Tag hat er einige Hauptfächer und dementsprechend viele Hausaufgaben. Da ist es für mich ganz normal, dass ich ihm das Leben leichter mache, ihn abhole und er ist dann 15 Min. nach Schulende daheim.
    Ab und zu - vor allem im Winter - muss ich ihn auch fahren. Wenn die S-Bahn mal wieder komplett ausfällt und in der Schule was Wichtiges ansteht. Ich finde das nicht verwerflich. Ich denke, so geht es vielen Eltern. Jeder hat seine Gründe und als Außenstehender kann man das oft nicht beurteilen.
    Was mich allerdings auch ärgert, ist dass viele Eltern wirklich direkt vor der Schule halten, an der Stelle, an der die Schüler über Strasse überqueren. Das geht für mich gar nicht. Da ist es eh so unübersichtlich und Realschülern ist durchaus zuzumuten mal 100m zwischen Schule und Parkplatz (davon gibts reichlich) zu laufen. Das ist egoistisch und gefährlich.

    Ich erinnere mich daran, dass es auch in der Grundschule immer wieder die Aufrufe gab, das Kind zur Schule laufen zu lassen - und spätestens am Schultor zu verabschieden. Einzelne scheinen sich daran nicht zu halten. Die Gründe kenne ich nicht.

    Allgemein fällt mir bei manchen Eltern schon so eine Überbesorgtheit auf. Im Kollegenkreis sind im letzten Jahr 7 Kinder geboren worden. Es mag Zufall sein - aber die jüngeren Mamas und Papas sind die entspanntesten. Am "schlimmsten" helikoptern die Erstmamas 30+. Vielleicht gibt es aber da auch einen Zusammenhang. Mit 30 ist man doch recht gefestigt im Leben, hat alles im Griff und die Kontrolle über vieles. Und dann kommt das Kind in die KiTa oder in die Schule und die Eltern müssen die Kontrolle ein Stück weit abgeben. Das fällt vielen wohl schwer.

    Ich finde das schade. Ich fürchte, Überbehütung macht den Kindern später das eigenständige Leben schwerer. Und wenn die Mamas merken, was für kleine Tyrannen sie sich herangezogen haben, ist es oft zu spät.


    Dich hab ich ja schon ewig nicht mehr gelesen. *zumGlücksradschiel* War E schon?

  2. #32
    noch ein so nen thread und ich baller dir eine :D Avatar von ruru I.O.F.F. Team
    Ich glaube, Eltern sind heute viel mehr unter Druck, selbstgemachtem und von außen, allen Ansprüchen zu genügen, ja keine Fehler zu machen.
    Klar war so eine Kindheit in den 70ern und 80ern anders, aber vieles, was für meine Eltern und eigentlich fast alle anderen Eltern, selbstverständlich war, wäre heute undenkbar.

    Helikoptern hängt imho auch viel mit Verunsicherung der Eltern zusammen.
    Egal was sie tun, geht es gut, ist es selbstverständlich, gibt es Probleme, waren sie entweder zu nachlässig oder zu aufmerksam.

    Also immer die Arschkarte

  3. #33
    IOFF Präsidentin 2018 :) Avatar von mobsi
    Zitat Zitat von ruru Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Eltern sind heute viel mehr unter Druck, selbstgemachtem und von außen, allen Ansprüchen zu genügen, ja keine Fehler zu machen.
    Klar war so eine Kindheit in den 70ern und 80ern anders, aber vieles, was für meine Eltern und eigentlich fast alle anderen Eltern, selbstverständlich war, wäre heute undenkbar.

    Helikoptern hängt imho auch viel mit Verunsicherung der Eltern zusammen.
    Egal was sie tun, geht es gut, ist es selbstverständlich, gibt es Probleme, waren sie entweder zu nachlässig oder zu aufmerksam.

    Also immer die Arschkarte
    Bild:
    ausgeblendet

  4. #34
    Hm, keine Ahnung, warum es Kindern heute nicht mehr möglich scheint, alleine zur Schule zu gehen (Grundschule, hier in einem Minidorf, einmal die Straße hoch und links, wenig Verkehr). Die latschen jeden Morgen in kleinen Grüppchen mit 1-2 wechselnden Elternteilen zur Schule.

    Ich bin in Münster großgeworden (viel Verkehr teilweise, aber auch kurzer Weg zur Schule) und hab mich morgens immer mit Freundinnen getroffen, so dass wir dann in einem Grüppchen zur Schule gelatscht sind. Und wenn mal bei einem Mittags keiner zuhause war, kam der halt mit zu einem, wo er dann essen konnte. Das war herrlich unkompliziert.

    Einmal in einer größeren Stadt mit meinen damaligen (gsd netten) Hunden im Stadtbus. Kind sieht meinen großen Hund und kickt ihm immer wieder in die Seite aus dem Buggy raus. Ich irgendwann mal deutlich zu dem Kleinen gesagt: geht nicht, lass das. Kind fing an zu heulen, Muttern macht mich an, wie ich mich in ihre Erziehung einmischen könne. Ich sehr bemüht ruhig geblieben und gefragt, wie sie jetzt gerade genau erzogen hat?

  5. #35
    Zielstrebig Avatar von moki
    Ort: Niederbergisches Land
    Zitat Zitat von Sabuha Beitrag anzeigen
    In der Grundschule hatte man ja die Möglichkeit, bis zur Klasse zu gehen und hat die Lehrerin abgegriffen.

    Aber auf dem Gymnasium? Wenn man da keinen triftigen Grund hat, den Schulhof zu betreten, wird doch schon das Kind protestieren? Selbst abholen schön dezent irgendwo vor der Schule, dachte ich?
    Für Erstklässler gibt es vielleicht Ausnahmen, keine Ahnung. Das Gymnasium ist in einigen Dingen "besonders", die Stunden dauern z. B. 60 Minuten statt 45 Minuten.

    Zum Thema selbst noch... Es geht um ganz klare Übertreibungen un Extremen. Mein Mann und ich sind umgeben weitgehend von gelassenen vernünftigen Eltern. Das besagte Pärchen sticht da schon sehr deutlich raus. Sie schläft auch mit ihrer Tochter jeden Tag zusammen in einem Bett, der Mann schläft alleine im Schlafzimmer. Die Tochter ist fast 11, ich finde es halt "komisch".
    Wer morgens zerknittert aufsteht, hat den ganzen Tag Zeit sich zu entfalten.

  6. #36
    Als Ehemann fände ich das auch komisch.
    Rechtzeitig zum Fest: Staller 8 ist da! Staller und der Mann für alle Fälle
    Immer zuerst informiert: Mike Staller auf Facebook

  7. #37
    Zitat Zitat von Elli_76 Beitrag anzeigen
    Ich fürchte, Überbehütung macht den Kindern später das eigenständige Leben schwerer. Und wenn die Mamas merken, was für kleine Tyrannen sie sich herangezogen haben, ist es oft zu spät.

  8. #38
    love trumps hate Avatar von Ariel
    Ort: Monkey Island
    Hier gibt es auch eine Mutter, die ihre Tochter (1. Klasse) regelmäßig bis zum Klassenzimmer bringt, ihr die Jacke aufhängt und sie mit viel Brimborium verabschiedet. Da ich die Klasse nicht habe, sage ich nix, aber als Klassenlehrerin hätte ich mir das schon längt verbeten.
    Die anderen Kinder kichern darüber auch. Ich finde das wirklich schlimm für das Mädel.

    @moki: das ist ja echt schräg

  9. #39
    Bedingt ernst zu nehmen Avatar von stesyl
    Ort: krisengebiet
    Ich bin ja der Meinung, dass man als Eltern(teil) die Kinder ja auch zur Selbststaendigkeit erziehen und auf das Leben vorbereiten sollte.

  10. #40
    Zitat Zitat von ruru Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Eltern sind heute viel mehr unter Druck, selbstgemachtem und von außen, allen Ansprüchen zu genügen, ja keine Fehler zu machen.
    Klar war so eine Kindheit in den 70ern und 80ern anders, aber vieles, was für meine Eltern und eigentlich fast alle anderen Eltern, selbstverständlich war, wäre heute undenkbar.

    Helikoptern hängt imho auch viel mit Verunsicherung der Eltern zusammen.
    Egal was sie tun, geht es gut, ist es selbstverständlich, gibt es Probleme, waren sie entweder zu nachlässig oder zu aufmerksam.

    Also immer die Arschkarte
    Das stimmt schon, aber man sollte da schon auch auf seinen gesunden Menschenverstand vertrauen.
    Mit dieser Überbehütung fördert man die Unselbständigkeit und das Kind kann doch kein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln, wenn es nichts darf, weil die Eltern Angst haben, dass etwas passiert.
    Dass das Umfeld/die Gesellschaft auch ihr Übriges dazu beiträgt, dass die Eltern verunsichert sind, steht außer Frage.

    Meine Kindheit war auch anders, wir mussten selber in die Schule gehen und der Schulweg war durchaus auch recht heikel, mussten wir zwei größere Kreuzungen überqueren. Später in der Realschule sind wir querfeldein durch die Stadt geradelt, unsere Eltern mussten entweder arbeiten oder waren der Meinung, dass wir schon "groß" und selbständig genug sind, um das selber auf die Reihe zu kriegen.

  11. #41
    Ich kriege das jetzt nicht richtig gut erklärt, aber ich versuche es mal:
    Ich hatte mal gelesen, dass manche Eltern mit ihren Kindern eine Art Einheit bilden.
    Also so, als wäre das Kind wie ein Körperteil von einem.
    Das hat dann zur Folge, dass zB das Kind permanent auf einem rumklettert, während man eigentlich eine normale Unterhaltung mit einem führt und man das kaum mitkriegt.
    Normalerweise würde man sich gestört fühlen, aber durch diese Einheit/Symbiose nimmt man das nicht so bewusst wahr.
    Ich rede hier nicht von Krabbelkindern, sondern auch ältere.

    Ich glaube, ganz oft fehlt diese Abgrenzung. Dann projiziert man Gedanken und evtl Probleme auf das Kind, die das Kind vielleicht garnicht hat.
    Weil man auch garnicht erst riskieren will, dass ein Problem auftritt.

    Ich kenne Familien, wo die Geschwisterkinder zum Geburtstag auch ein Geschenk bekommen. Damit es sich nicht vernachlässigt oder zurückgesetzt fühlt.
    Wenn immer das Geburtstagskind ein Geschenk bekommt, ist es doch auch fair.
    Aber sie wollen dem Kind nicht zumuten, dass es „nur zuguckt“ während das andere beschenkt wird.
    Dabei lernt man doch auch, sich mitzufreuen, zu gönnen, evtl mitzuspielen.

    Antrieb dabei ist aber Angst - nicht das Verwöhnenwollen.

    Nicht die Kinder müssen mehr Selbstbewusstsein kriegen, sondern die Eltern.
    Viele haben Angst, Grenzen aufzusetzen, nein zu sagen und Unbequemlichkeiten auszuhalten. Also machen sie alles, damit Majestät bei Laune bleibt.

  12. #42
    Bedingt ernst zu nehmen Avatar von stesyl
    Ort: krisengebiet
    Wo ist denn tanakin, wenn man ihn mal braucht?

    Wie Elina schon schrieb :'Wie man es macht, es ist fuer manch andere immer falsch'.

  13. #43
    running system Avatar von raschni I.O.F.F. Team
    Ort: Deutschland
    Kinder haben heute oft einen ganz anderen Stellenwert also noch vor 30 oder mehr Jahren. Früher hatte man Kinder, meist mehrere und da hat man sich auch nicht so viele Gedanken gemacht, was und ob man seinem Kind etwas bieten kann. Heute stehen sie oft in Familien mehr im Mittelpunkt als ihnen meiner Meinung nach gut tut und entscheiden Dinge (mit), die Erwachsene entscheiden sollten und müssten. Ich weiss nicht, ob Eltern sein anstrengender geworden ist, aber es ist auf jeden Fall mit viel mehr Überwachung verbunden als es während meiner Kindheit überhaupt möglich war. Und auch mit einem ganz anderen Selbstverständnis des eigenen Kindes streckenweise, anders kann ich es mir nicht erklären, dass bezüglich der Kinder Lehrern mit so viel mit Klagen und Dienstaufsichtsbeschwerden gedroht wird wie heute. Schon im Kindergarten entstehen Situationen, bei denen ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann, wenn Eltern verlangen, dass Kindergärtner per Handykamera quasi im Livestream den Eltern vorführen sollen, dass es dem Kind aktuell gerade gut geht.

  14. #44
    Zitat Zitat von raschni Beitrag anzeigen
    Kinder haben heute oft einen ganz anderen Stellenwert also noch vor 30 oder mehr Jahren. Früher hatte man Kinder, meist mehrere und da hat man sich auch nicht so viele Gedanken gemacht, was und ob man seinem Kind etwas bieten kann. Heute stehen sie oft in Familien mehr im Mittelpunkt als ihnen meiner Meinung nach gut tut und entscheiden Dinge (mit), die Erwachsene entscheiden sollten und müssten. Ich weiss nicht, ob Eltern sein anstrengender geworden ist, aber es ist auf jeden Fall mit viel mehr Überwachung verbunden als es während meiner Kindheit überhaupt möglich war. Und auch mit einem ganz anderen Selbstverständnis des eigenen Kindes streckenweise, anders kann ich es mir nicht erklären, dass bezüglich der Kinder Lehrern mit so viel mit Klagen und Dienstaufsichtsbeschwerden gedroht wird wie heute. Schon im Kindergarten entstehen Situationen, bei denen ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann, wenn Eltern verlangen, dass Kindergärtner per Handykamera quasi im Livestream den Eltern vorführen sollen, dass es dem Kind aktuell gerade gut geht.
    Bitte?
    Da hört's doch wohl echt auf.
    Junge Junge

  15. #45
    ..nur noch lieb Avatar von FrauSchatz
    Ort: mal hier, mal da
    Zitat Zitat von ruru Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Eltern sind heute viel mehr unter Druck, selbstgemachtem und von außen, allen Ansprüchen zu genügen, ja keine Fehler zu machen.
    Klar war so eine Kindheit in den 70ern und 80ern anders, aber vieles, was für meine Eltern und eigentlich fast alle anderen Eltern, selbstverständlich war, wäre heute undenkbar.

    Helikoptern hängt imho auch viel mit Verunsicherung der Eltern zusammen.
    Egal was sie tun, geht es gut, ist es selbstverständlich, gibt es Probleme, waren sie entweder zu nachlässig oder zu aufmerksam.

    Also immer die Arschkarte
    Das sehe ich genauso


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