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  1. #1

    Aktuelle Entwicklungen im Sozial- und Gesundheitswesen

    Dieser Thread soll aktuelle Entwicklungen im Sozial- und Gesundheitswesen aufgreifen.

    Ganz aktuell bin ich auf das Thema "Massagen für Kassenpatienten" gestoßen, nachdem mir berichtet wurde, dass neuerdings Ärzte die Verordnung von Massagen verweigern. Ich dachte erst, es handele sich um das sattsam bekannte Budget-Problem. Aber: Seit November 2017 kann manuelle Therapie (MT) nicht mehr bei den Kassen abgerechnet werden, sofern nicht Physiotherapeuten, sondern Masseure oder medizinische Bademeister diese Leitung erbracht haben.
    http://www.mittelbayerische.de/wirts...rt1565374.html
    Gut, das haben nicht die gesetzlichen Kassen entschieden, sondern das Bundessozialgericht. Trotzdem ein Hammer, oder? Einem ganzen Berufsstand wird plötzlich ein wesentlicher Teil der Existenzgrundlage entzogen. Kassenpatienten stehen plötzlich viel weniger Massagetherapeuten zur Verfügung als noch vor Kurzem, und entsprechende Meldungen waren in den Medien kaum zu lesen. Ich musste jedenfalls recht intensiv suchen, um dem Problem auf den Grund zu gehen.
    Dass sich allerdings einer der Ärzte im o.g. Fall rundweg weigerte, Massagen zu verschreiben, dürfte wohl doch ganz wesentlich mit dem Budget zusammenhängen. Ansonsten hätte der Hinweis auf die neue Abrechnungspraxis ja gereicht.



    Ein anderes Problem: Der Mangel an Hebammen.
    Sowohl freiberuflich tätige Hebammen als auch solche, die in Kliniken angestellt sind, gibt es mittlerweile viel zu wenig.
    Bei den Freiberuflerinnen sind die hohen Versicherungsprämien ein wesenlicher Grund http://www.deutschlandfunk.de/schwer...icle_id=392410
    In den Krankenhäusern führen die Sparmaßnahmen dazu, dass eine Vielzahl von Stellen unbesetzt sind. Hier zwei Artikel von vielen:
    http://www.rp-online.de/leben/gesund...tine-1.3824708



    Punkt des Tages Nr. 3:
    Trotz des vielbeschworenen Fachkräfte- und Kindermangels sehen die GroKo-Verhandlungen nicht vor, Erwerbsanreize für einkommensschwächere Haushalte und Alleinerziehende zu erhöhen.
    "Nach Berechnungen des Ifo-Instituts führt das Zusammenspiel von Hartz IV, Kindergeldzuschlag und Wohngeld dazu, dass beispielsweise eine Alleinerziehende mit zwei minderjährigen Kindern und einem Haushaltseinkommen zwischen 1700 Euro und 2350 Euro im Monat eine Grenzsteuerbelastung von über 100 Prozent hat. Das bedeutet, dass sie mit jedem zusätzlich verdienten Euro am Ende weniger in der Tasche hat als vorher." https://www.welt.de/wirtschaft/artic...chteiligt.html

  2. #2
    1. Ich war etwas verwirrt, bis ich den Artikel gelesen habe. Es geht "nur" um Bayern, genau genommen hatten diese bisher ein "Privileg" mit den zusätzlichen Masseuren. Lt. Artikel ist es im restlichen Bundesgebiet sowieso nicht zulässig. Hatte mich schon gewundert, weil meine praktischen Erfahrungen auch anders waren.

    Oder verstehe ich da jetzt was falsch?


    Die Versicherungsprobleme bei den Hebammen habe ich durch diverse Demos und TV-Berichte mitbekommen und finde es auch unmöglich, sowie die sogenannten Sparmaßnahmen in sozialen Bereichen generell.
    Ich denke immer, das muss doch jetzt endlich mal aufhören und wieder in die andere Richtung gehen, sonst sind wir längst das Land mit der noch ganz guten Allgemeinversorgung gewesen. Diese war ja in früheren Jahren eh noch um einiges besser, ist also schon um einiges abgebaut worden.

  3. #3
    Zitat Zitat von storch Beitrag anzeigen
    1. Ich war etwas verwirrt, bis ich den Artikel gelesen habe. Es geht "nur" um Bayern, genau genommen hatten diese bisher ein "Privileg" mit den zusätzlichen Masseuren. Lt. Artikel ist es im restlichen Bundesgebiet sowieso nicht zulässig. Hatte mich schon gewundert, weil meine praktischen Erfahrungen auch anders waren.

    Oder verstehe ich da jetzt was falsch?
    Es geht leider nicht nur um Bayern. Das Urteil des Bundssozialgerichts hat bundesweit Bedeutung. Inwiefern die Krankenkassenvereinigungen der anderen Länder schon oder noch nicht reagiert haben weiß ich nicht, da ich nur den obigen Artikel gefunden habe. Ich selbst wurde in NRW durch einen der Fälle, von denen ich oben schrieb, auf die Sache aufmerksam. Der Hausarzt weigerte sich glatt, überhaupt noch Massagen zu verschreiben. Ein Facharzt dagegen erzählte, er müsse ein Physiotherapierezept ausstellen und dann könne der Physiotherapeut machen, was er für richtig befindet (also auch massieren. Oder massieren und was anderes abrechnen). Irgendwas ist also auch in NRW im Gange, und das Urteil lässt sich nicht wegdiskutieren. Das werden die Krankenkassen bundesweit nach und nach umsetzen müssen.
    Ich bekomme vor allem mit, dass sich Ärzte immer schwerer tun, längere Heilmittel-Verordnungen auf ihre Kappe zu nehmen und dass sie den Patienten sehr unklar kommunizieren, was jeweils dahinter steckt. Ärzte und Krankenkassenmitarbeiter schieben sich fortwährend gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

  4. #4
    chaos is a ladder Avatar von spector
    Ort: Düsseldorf
    Ein sehr wichtiger Thread. Danke dir, Mausophon.

    In dem Zusammenhang würd ich auch noch die Beliebigkeit der rezeptflichtigen bzw. unpflichtigen Medikamente für den "Hausgebrauch" thematisieren wollen.

    "Omeprazol" gegen Sodbrennen gibt es jetzt nur noch in 20 g Dosen für höheren Preis. "Hoggar Night", ein Hammer-Schlafmittel, das einen komplett lahmlegt, ist weiter frei erhältich. In hohen Dosen auch gerne für Selbstmörder. Die LIste, die sowa reguliert, orientiert sich da an der wohl mächtigsten der Lobbys. Big-Pharma.

    Schon Seehofer als damaliger Gesundheitsminister unter Kohl zischelte sein übliches Grinsen und sagte, er könne da nix machen. Eigentlich schade.
    Geändert von spector (23-02-2018 um 18:13 Uhr)

  5. #5
    #favretisiert Avatar von Saruman
    Ort: Borg is Killer
    Ich hatte zuletzt die Erfahrung machen müssen,chronische Wunde am Unterschenkel,Verbandsmaterial bekommt man auf Rezept,aber Desinfektionsmittel musste ich selbst zahlen.Sagt mal geht´s noch? Ist ja auch total unwichtig so ne Wunddesinfektion.
    Bild:
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  6. #6
    In den Sondierungsgesprächenw urde vereinbart, Selbstständige zur Vorsorge für das Alter zu verpflichten und die Leistungen für Neuzugänge bei der Erwerbsminderungsrente zu verbessern.
    https://www.versicherungsjournal.de/...ige-131299.php
    Union und SPD planen, den Mindestbeitrag zur Krankenversicherung zu reduzieren. Dies würde sich vor allem für Selbstständige mit geringem Einkommen auszahlen. SPD und Union haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, den Mindestbeitrag zur Krankenversicherung künftig zu halbieren, sodass dieser inklusive Pflegebeitrag bald nur noch rund 210 Euro pro Monat beträgt. Denn die Mindestbemessungsgrundlage für den Krankenkassenbeitrag soll von aktuell knapp 2.284 Euro auf 1.150 Euro pro Monat gesenkt werden.
    https://www.finanzen.de/news/18466/m...elbststaendige

    Bereits von vielen Krankenkassen umgesetzt wurde, dass ab dem 01.01.2018 die Festsetzung der Beiträge vorläufig erfolgt. Dies macht eine rückwirkende Erstattung zu viel gezahlter Beiträge möglich. Darauf sollte jeder Betroffene bei seinem Krankenversicherer achten und gegebenenfalls nachfragen.

  7. #7


    Ich empöre. Für die freiwillige gesetzliche KV meiner Frau zahle ich aktuell 340€ jeden Monat (geringstmöglicher Beitrag). Heißt das, sie sollte ein Gewerbe anmelden und wir sparen jeden Monat 130€?
    Geändert von Dost (27-02-2018 um 12:44 Uhr)

  8. #8
    Die Halbierung bringt doch überhaupt nichts wenn gleichzeitig die neue RV Pflicht kommt und die wird mit Sicherheit nicht nur 50-100 Euro kosten. Das ist alles nur wieder eine Umverteilung, am Ende wirst du als Selbstständiger wieder bei 400-450 Euro im Monat landen, bist dann aber toll RV versichert

    Im Grunde genommen alles Lug und Betrug was die Groko bzw SPD da vorhat. Die entlastet nicht im geringsten die Selbstständigen.......

  9. #9
    Natürlich ist es eine Entlastung. Würden sie den Betrag für die GKV nicht mindern käme die Rentenversicherung noch oben drauf.

    Wie würdest du es denn machen? Keine Rentenpflichtversicherung für Selbständige?

  10. #10
    Aktuell besteht für viele auch keine....

  11. #11
    Genau den Missstand will man ja durch die Pflicht abschaffen.

  12. #12
    Das mag ja durchaus korrekt sein aber gleichzeitig labert man eben das man die Selbstständigen entlastet will, was defakto nicht passieren wird.

    Um kleine Selbstständige zu entlasten, werden wir die Bemessungsgrundlage für die Mindestkrankenversicherungsbeiträge von heute 2283,75 Euro auf 1150 nahezu halbieren
    Und selbst diese 1150 Euro sind vollkommen willkürlich und realitätsfremd gewählt. Verdienst du unter den 1150 Euro, zahlst du trotzdem den selben Beitrag! Es ist exakt das gleiche Spiel wie jetzt bei 2283 Euro, nur eben bei 1150 Euro.....

    Der Verbandschef der Gründer und Selbstständigen, Andreas Lutz sieht das ähnlich:

    Durch die halbherzige Absenkung in Verbindung mit der gleichzeitigen Einführung einer Altersvorsorgepflicht verschärft die GroKo die ohnehin vorhandene Teilzeitfalle bei Selbstständigen
    Die FDP ebenso:

    ...etwas niedrigeres, aber ebenso willkürliches Niveau...Die Beiträge der Selbstständigen sollten sich vielmehr für alle an den tatsächlichen Einnahmen orientieren, wie dies auch bei der Steuer der Fall sei...
    Das ganze Steuer / Abgabesystem für Selbstständige gehört überholt und angepasst. Man sollte, so wie es sich für jeden gehört, nach den wahren Einkommen besteuert werden und nicht nach einem vollkommen willkürlichen gewählten fiktiven Einkommen.

    Die Pläne der SPD bzw Groko sind einfach nur ein Witz bzw blanke Augenwischerei.......
    Geändert von Predni (27-02-2018 um 13:08 Uhr)

  13. #13
    Was sind deine Vorschläge?
    Ein Selbständiger, der weniger als 1.150€ verdient, sollte schnellstmöglich seine Selbständigkeit beenden und Angestellter werden.

  14. #14

    Daumen hoch

    Zitat Zitat von Dost Beitrag anzeigen
    Was sind deine Vorschläge?
    Ein Selbständiger, der weniger als 1.150€ verdient, sollte schnellstmöglich seine Selbständigkeit beenden und Angestellter werden.

    Man sollte die Mindestlohnregelung auf Selbständige ausweiten, dann wären Einkommen unter 1.150 Euro gar nicht möglich.
    Ein Vollzeit Selbständiger, der weniger als 1.150€ verdient, beutet sich selbst aus. Wieso sollte das von der Gemeinschaft subventioniert werden?

  15. #15


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