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  1. #16
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Das mag ja durchaus korrekt sein aber gleichzeitig labert man eben das man die Selbstständigen entlastet will, was defakto nicht passieren wird.



    Und selbst diese 1150 Euro sind vollkommen willkürlich und realitätsfremd gewählt. Verdienst du unter den 1150 Euro, zahlst du trotzdem den selben Beitrag! Es ist exakt das gleiche Spiel wie jetzt bei 2283 Euro, nur eben bei 1150 Euro.....

    Der Verbandschef der Gründer und Selbstständigen, Andreas Lutz sieht das ähnlich:



    Die FDP ebenso:
    ....
    Die Pläne der SPD bzw Groko sind einfach nur ein Witz bzw blanke Augenwischerei.......
    Ich habe jetzt mal ganz grob gerechnet: 40 Std. x 4 Wochen ergäben 160 Std. Bei einem Einkommen von 1150 € ergäbe das einen Stundenlohn von ca. 7,18 € BRUTTO. Ich kenne keinen Selbständigen, der so einen Stundenlohn berechnet. Da kann doch was nicht stimmen. Vielleicht sind seine Leistungen nicht gefragt oder irgendwas anderes.

    Das ganze Steuer / Abgabesystem für Selbstständige gehört überholt und angepasst. Man sollte, so wie es sich für jeden gehört, nach den wahren Einkommen besteuert werden und nicht nach einem vollkommen willkürlichen gewählten fiktiven Einkommen.
    Ich kenne die Berechnung der Krankenkasse nur nach dem realen Einkommen. So wie es auch auf der Seite der BEK steht,

    Die Höhe der Beiträge richtet sich nach Ihren Einnahmen. Sie setzen sich zusammen aus dem Arbeitseinkommen (dem im Einkommenssteuerbescheid ausgewiesenen Gewinn) und eventuell vorhandenen weiteren Einnahmen wie zum Beispiel Kapitaleinkünften. Als Nachweis dient Ihr aktueller Einkommensteuerbescheid.
    https://www.barmer.de/versicherung-b...iAAEgIPqfD_BwE
    Geändert von Giftnudel (27-02-2018 um 14:15 Uhr)

  2. #17
    Ich weiß echt nicht, ob ihr 3 hier gerade Versteckte Kamera spielt oder die Beiträge wirklich ernst gemeint sind Falls letzteres dann gruselt es mich echt.......

  3. #18
    Zitat Zitat von spector Beitrag anzeigen
    Ein sehr wichtiger Thread. Danke dir, Mausophon.

    In dem Zusammenhang würd ich auch noch die Beliebigkeit der rezeptflichtigen bzw. unpflichtigen Medikamente für den "Hausgebrauch" thematisieren wollen.

    "Omeprazol" gegen Sodbrennen gibt es jetzt nur noch in 20 g Dosen für höheren Preis. "Hoggar Night", ein Hammer-Schlafmittel, das einen komplett lahmlegt, ist weiter frei erhältich. In hohen Dosen auch gerne für Selbstmörder. Die LIste, die sowa reguliert, orientiert sich da an der wohl mächtigsten der Lobbys. Big-Pharma.

    Schon Seehofer als damaliger Gesundheitsminister unter Kohl zischelte sein übliches Grinsen und sagte, er könne da nix machen. Eigentlich schade.
    Bei mir wirkt es leider gar nicht. Da helfen mir Reisetabletten besser dabei, einzuschlafen.
    Verstehen Sie?

  4. #19
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Die Halbierung bringt doch überhaupt nichts wenn gleichzeitig die neue RV Pflicht kommt und die wird mit Sicherheit nicht nur 50-100 Euro kosten. Das ist alles nur wieder eine Umverteilung, am Ende wirst du als Selbstständiger wieder bei 400-450 Euro im Monat landen, bist dann aber toll RV versichert

    Im Grunde genommen alles Lug und Betrug was die Groko bzw SPD da vorhat. Die entlastet nicht im geringsten die Selbstständigen.......
    Nein. Es macht zumindest für die Selbstständigen, die bereits eine Grund-Altersvorsorge haben, sei es aus einer privaten Rentenversicherung, aus Vermögen, Immobilien oder früherer angestellter Tätigkeit einen Unterschied, da sie durch die zusätzliche Absicherung jedenfalls dann ein spürbares Plus haben, soweit es sie über die Grundsicherungs-Grenze hebt. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich den gesparten KV-Beitrag also lieber in die Rente investieren. Eine andere Sache ist allerdings, dass die staatliche Rentenversicherung mutmaßlich von allen denkbaren Anlagevarianten die schlechteste Rendite abwerfen wird.
    Außerdem frage ich mich: Was ist mit den älteren Selbstständigen? Wenn man die in ihren späten Jahren noch in die RV-Pflicht zwingt, werden sie wahrscheinlich Geld vebrennen müssen, das auf jedem Sparbuch besser angelegt gewesen wäre.

  5. #20
    Zitat Zitat von Dost Beitrag anzeigen
    Was sind deine Vorschläge?
    Ein Selbständiger, der weniger als 1.150€ verdient, sollte schnellstmöglich seine Selbständigkeit beenden und Angestellter werden.
    Das halte ich in dieser Allgemeinheit für Quark. Du setzt voraus, dass die Betreffenden auch eingestellt würden.
    Was ist, wenn sie z.B. über 50 sind, um nur einen Grund zu nennen, der es vielen Selbstständigen schwer macht, nochmal eine Anstellung zu finden?

    In den Folgebeiträgen rechnen andere User aus, wieviele pro Stunde rumkommt, wenn es sich um eine Vollzeit-Tätigkeit handelt. Es muss ja keine sein.
    Ich bin sicher, dass es jeder Menge Selbstständige und Freiberufler gibt, die aus bestimmten Gründen, an voran gesundheitliche, überhaupt nur eigenes Einkommen erwirtschaften können, weil sie die Möglichkeit haben, sich ihre Tätigkeit relativ frei einzuteilen. Um wiederum nur ein Beispiel zu nennen.

  6. #21
    Sorry Mauso, aber das ist Quark, so lange wir davon reden, dass wir in einer (wie auch immer gearteten sozialen) Marktwirtschaft leben wollen.

    Angebot und Nachfrage ist nun mal der Grundsatz einer Marktwirtschaft. Wenn ein Marktteilnehmer etwas anbietet, das nicht nachgefragt wird, geht er pleite, es sei denn wir subventionieren sein offensichtlich nicht gefragtes Produkt. Und schon landen wir ganz schnell außerhalb der Marktwirtschaft.

    Wir landen da wohl bei Grundsatzfragen. Nach deiner Logik muss ja jedes Unternehmen, das nicht mehr am Markt bestehen kann, subventioniert werden, wenn es nicht mehr genügend verdient: Karstadt, EON, BMW, Hugo Boss uswusf, da sind doch auch Über-50-Jährige, die keinen Job finden.

    Oder ging es dir nur um Einzelselbständige? Was für Unternehmen sollen das denn sein? Reden wir von ausgebeuteten Scheinselbständigen? Ich bin absolut gegen Scheinselbständigkeit. Das ist eine Geißel. Da werden Marktgesetze ausgehebelt und der Staat muss reagieren.

    Der Fliesenlegermeister, der Dachdecker, der Elektromeister, die finden alle auch mit 50 einen Job. Da haben sich die Zeiten gewandelt. Und was ist die Alternative? Alle subventionieren, die eine Leistung anbieten, die am Markt nicht nachgefragt wird?

    Sorry Mauso, aber für mich ist die Marktwirtschaft gesetzt. Wir können gerne diskutieren wie sozial oder frei wir sie wollen. Was du und Predni wollen sind aber Regelungen, die nicht zu einer Marktwirtschaft gehören.

    Wenn Predni, von dem, was er/sie anbietet, nicht leben kann, muss er/sie sich eine Anstellung suchen. Wenn das nicht klappt - was wie ich oben geschildert habe auch bei qualifizierten Ü50 verwunderlich wäre - müssen wir die Marktwirtschaft entsprechend sozial ausgestalten, das Predni nicht verhungert. Aber sie/ihn subventionieren auf ewig?

    Da habe ich dann bei allem Respekt vor dir keine Lust drüber zu diskutieren. Da treffen dann halt verschiedene Welten aufeinander.
    Geändert von Dost (27-02-2018 um 16:56 Uhr)

  7. #22
    Sorry, Dostum, aber das ist doch wegen der Rundumschlag-Qualität, die deiner Aussage zukommt, ein Milchprodukt mit Soße.
    Ich glaube, wir haben einfach ganz unterschiedliche Personengruppen im Auge. Jemand, der 1150 € netto verdient - also nach Abzug von Betriebskosten, Vorsorgekosten sprich KV und ggfls. Altersvorsorge und Steuern wird allenfalls dann im geringem Umfang vom Staat subventioniert, wenn er in einer Großstadt mit höchster Mietstufe wohnt oder von diesem Gehalt mehrere Personen ernähren muss. Ich kenne eine Menger Freiberufler und kleine Selbstständige, bei denen meist nicht viel mehr, teilweise auch weniger rumkommt. Das sind halt keine Fliesenlegermeister, sondern Übersetzer, Yogalehrer, Grafiker, Journalisten, Hebammen, Baumpfleger, Rechtsanwälte usw..
    Wo willst du die denn unterbringen, welche Karriere empfiehlst du denen, wenn sie die Mitte 40 überschritten haben und mit kleineren oder größeren körperlichen Handicaps aufwarten? Das sind Leute, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, allenfalls in Krisensituationen mal mit Hartz IV überbrücken und auf diese Weise die Arbeitslosenstatistiken nicht oder selten belasten, ohne dabei auf den grünen Zweig zu kommen.

    Du zählst ein paar Mangelberufe aus dem Handwerk auf. Was machen der Drucker, auch der Industriemeister Druck, die technische Zeichnerin odr die Steuerfachgehilfin nach der Kinderaufzucht? Die alle wurden von der Zeit überholt. Denen bezahlt mit Ü40 niemand eine neue Ausbildung und zwar, wenn er aus Industrie und Gewerbe kommt, nicht einmal dann, wenn er Altenpfleger werden möchte. So geschehen einem arbeitslosen Drucker aus dem Bekanntenkreis.
    Das alles sind keine Leute, die sich mit Chips und Hartz IV aufs Sofa legen und weinen. Sie tun etwas, sie finden Nischen. Aber reich werden sie damit nicht.

  8. #23
    Wobei deine Welt ziemlich rosarot ist und alles super einfach ist @Dost

    @Mausophon

    Du brauchst doch nur ein paar gesundheitliche Einschränkungen haben und schon fällt sein lächerlichen Kartenhaus doch instant zusammen. Es gibt soviele Leute die keine 6-8h am Stück mehr arbeiten können aber trotzdem etwas tun wollen und so eben sich ihren 24h am Tag auffteilen und eben nicht faul rumliegen möchten aber anscheinend ist das ja die Alternative dann die er möchte. Lieber Arbeitlos statt subventioniert...

    Es gibt soviele Beispiele aber naja sinnlos, Fakt ist, dass das derzeitige KV System bei Selbstständigen überholt ist. Auf Basis irgendwelcher fiktiven Summen den Leute das Geld abzunehmen ist lachhaft und gleichzeitig traurig, dass es seit Jahren / Jahrzehnten so ist. Ich möchte mal echt wissen, welcher Clown sich das ausgedacht hat.....
    Geändert von Predni (27-02-2018 um 18:55 Uhr)

  9. #24
    Interessantes, aber sehr umfangreiches Thema, Mausophon.


    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Ich weiß echt nicht, ob ihr 3 hier gerade Versteckte Kamera spielt oder die Beiträge wirklich ernst gemeint sind Falls letzteres dann gruselt es mich echt.......
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    Ich fänd ja sachliche Argumente und Fakten überzeugender...

  10. #25
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    Ich fänd ja sachliche Argumente und Fakten überzeugender...
    Welche "sachliche Argumente" und "Fakten"

    Giftnudel hat sein eigenen Link nicht gelesen, ansonsten hätte er den Quatsch da nicht rauskopiert weil im selben Text "2 Sätze tiefer" steht klipp und klar drin:

    Unabhängig davon, wie hoch Ihre (erwarteten) Einnahmen tatsächlich sind: Die Beiträge sind mindestens aus monatlich 2.283,75 Euro (2018) zu berechnen
    Q.E.D. So und wieso sollte man also auf jemanden antworten, der selber anscheinend keine Ahnung vom Thema hat und nur schnell irgendwas googelt und dann nicht mal liest? Dazu eine hirnrissige Milchmädchenrechnung

    Und JackB kann man in diesem Forum einfach nicht ernst nehmen sorry. Wobei seine Aussage / Rechnung auch fernab jeglicher Realität ist.

    Wer aus Interesse mal lesen will. Ist zwar ein leicht anderes Thema (zu niedrige Bezahlung durch die KK) aber es zeigt die Absurdität der ganzen Rechnungen und Aussagen der "3"

    https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt...kommt-29628152

    Laut der Logik einiger hier, sollte die Frau also alles hinschmeißen und sich einen ordentlichen Job suchen, den sie ja superleicht findet!

    So chatte03, war das jetzt "überzeugender"?

    /e hier noch ein paar Zahlen und Aussagen (etwas älter)

    https://www.tagesspiegel.de/politik/.../19362616.html

    Tatsächlich kommt fast ein Drittel der gesetzlich versicherten Selbständigen - 600.000 von insgesamt 2,16 Millionen - im Schnitt grade mal auf ein Einkommen von 787 Euro im Monat. Zu 82 Prozent handelt es sich dabei um Solo-Selbständige. Diese Gruppe habe durchschnittlich 46,5 Prozent ihrer Einkünfte für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aufzuwenden, heißt es in einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aus dem Jahr 2016.

    Dass es in der privaten Krankenversicherung (PKV) noch teurer ist – hier zahlt die unterste Einkommensgruppe der Selbständigen im Schnitt 58 Prozent – macht es für die Betroffenen nicht besser.
    https://www.dia-vorsorge.de/gesetzli...beitragsfalle/

    Der komplette Artikel ist lesenswert
    Geändert von Predni (28-02-2018 um 00:52 Uhr)

  11. #26
    Zitat Zitat von Predni Beitrag anzeigen
    https://www.dia-vorsorge.de/gesetzli...beitragsfalle/

    Der komplette Artikel ist lesenswert
    Aus dem Artikel: "Eine Absenkung der Mindestbeitragsgrenze hätte „erhebliche Mindereinnahmen“ in der GKV zur Folge. Ihre Abschaffung stünde „im Widerspruch zum Solidarprinzip der GKV“, erklärte die Regierung im September 2016 auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag."

    Das ist doch total verrückt. Es geht hier um folgende Personengruppe: " Inzwischen sind etwa 71 Prozent der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Selbständigen sogenannte Solo-Selbständige. Sie haben also keine Angestellten … Das Jahresdurchschnittseinkommen dieser Personengruppe liegt bei brutto 9.444 Euro, also lediglich 787 Euro im Monat. Daran gemessen ist ihr Beitragsanteil für die Krankenversicherung deutlich zu hoch. Er kann fast 50 Prozent betragen. Arbeitnehmer bezahlen derzeit im Schnitt 8,4 Prozent“, schreibt beispielsweise Timot Szent-Ivanyi in seinem Artikel „Warum die Schulden der gesetzlichen Krankenversicherung explodieren“.

    Deren Einnahmene werden künstlich auf einen Betrag von brutto mindestens 2.231 Euro hochgerechnet, aus dem sie dann Krankenkassenbeiträge zu zahlen haben. Gleichzeitig tut die Politik, als müsse das System GKV zusammenbrechen, wenn diese Praxis aufgegeben würde. Das wird als "Solidarprinzip" bezeichnet.
    Dabei ist es seit jeher so, dass durch die Beitragsbemessungsgrenze die Einnahmen der Gutverdiener nicht nur kleiner gerechnet werden dürfen, nein, man mutet ihnen ohnehin und unter keinen Umständen zu, aus ihren Einnahmen prozentual Krankenkassenbeiträge zu zahlen, wenn sie eine bestimmte Grenze, aktuell im Westen 8000 € monatlich, überschreiten.
    Mit anderen Worten: Von Geringverdienern weitaus mehr zu fordern als dem prozentualen Anteil ihres Einkommens entspricht, der eigentlich zu zahlen wäre, ist in Ordnung auch wenn sie dadurch unter die Armutsgrenze fallen. Von den Reichen zu verlangen, dass sie den gesetzlich festgelegten Prozentsatz ihrer Einkünfte abgeben, ist unzumutbar.
    Und das, obwohl man diesen Reichen aufgrund der Tatsache, dass sie reich sind, ohnehin die Freiheit zugesteht, aus dem System GKV zu fliehen. Sie versichern sich dann in ihren jüngeren, gesunderen Jahren lieber privat, kehren nicht selten als ältere, kostenintensive Versicherungsnehmer in die GKV zurück, belasten das Sozialsystem und verlangen nach Solidarität.

  12. #27
    @Mauso/Predni
    Was sind jetzt eure Vorschläge? Abschaffung der Mindestbeitragsgrenze? Und falls ja nur für Einzel(Schein-)selbständige? Oder Abschaffung für alle Selbständige? Oder wiederum nur für Selbständige, die nicht mehr als x Angestellte haben?
    Abschaffung der Grenze ohne Limit? Oder tieferer Mindestbetrag? Dh Krankenversicherungsschutz für den Selbständigen für 5€?

    Ich bin für die Bürgerversicherung und Abschaffung der PKV. Ich selber bin PKV. Meine Frau würde in der PKV nicht aufgenommen werden (ggf bei meiner KV über Öffnungsklauseln und deftigen Risikozuschlägen), also ist sie freiwillig gesetzlich krankenversichert für 340€. Und das ist auch absolut fair so. Aber natürlich würde ich das Geld gerne sparen.

    Wenn die Grenze fällt, wird meine Frau einen Nähservice auf selbständiger Basis anbieten. Wir werden monatliche Einnahmen von sagen wir 10€ erwirtschaften (nach Abzug aller Unkosten ) und sind dann mit 4€ monatlichen KV-Beiträgen dabei

    Für mich ist das, was Mauso und Predni wünschen mit den Interessen einer Solidargemeinschaft nicht vereinbar, da geht es nur um Einzelinteressen und es ist absolut inkompatibel mit einer sozialen Marktwirtschaft.

    Der Staat bietet SGB 2, SGB3 und SGB 12. Man kann drüber diskutieren hier mehr Leistungen anzubieten. Aber ein Selbständiger, der nicht in der Lage ist 340€ KV-Beiträge zu zahlen, kann nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft für ihn seine Firma rettet.

  13. #28
    Zitat Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
    Aus dem Artikel: "Eine Absenkung der Mindestbeitragsgrenze hätte „erhebliche Mindereinnahmen“ in der GKV zur Folge. Ihre Abschaffung stünde „im Widerspruch zum Solidarprinzip der GKV“, erklärte die Regierung im September 2016 auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag."

    Das ist doch total verrückt. Es geht hier um folgende Personengruppe: " Inzwischen sind etwa 71 Prozent der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Selbständigen sogenannte Solo-Selbständige. Sie haben also keine Angestellten … Das Jahresdurchschnittseinkommen dieser Personengruppe liegt bei brutto 9.444 Euro, also lediglich 787 Euro im Monat. Daran gemessen ist ihr Beitragsanteil für die Krankenversicherung deutlich zu hoch. Er kann fast 50 Prozent betragen. Arbeitnehmer bezahlen derzeit im Schnitt 8,4 Prozent“, schreibt beispielsweise Timot Szent-Ivanyi in seinem Artikel „Warum die Schulden der gesetzlichen Krankenversicherung explodieren“.

    Deren Einnahmene werden künstlich auf einen Betrag von brutto mindestens 2.231 Euro hochgerechnet, aus dem sie dann Krankenkassenbeiträge zu zahlen haben. Gleichzeitig tut die Politik, als müsse das System GKV zusammenbrechen, wenn diese Praxis aufgegeben würde. Das wird als "Solidarprinzip" bezeichnet.
    Dabei ist es seit jeher so, dass durch die Beitragsbemessungsgrenze die Einnahmen der Gutverdiener nicht nur kleiner gerechnet werden dürfen, nein, man mutet ihnen ohnehin und unter keinen Umständen zu, aus ihren Einnahmen prozentual Krankenkassenbeiträge zu zahlen, wenn sie eine bestimmte Grenze, aktuell im Westen 8000 € monatlich, überschreiten.
    Mit anderen Worten: Von Geringverdienern weitaus mehr zu fordern als dem prozentualen Anteil ihres Einkommens entspricht, der eigentlich zu zahlen wäre, ist in Ordnung auch wenn sie dadurch unter die Armutsgrenze fallen. Von den Reichen zu verlangen, dass sie den gesetzlich festgelegten Prozentsatz ihrer Einkünfte abgeben, ist unzumutbar.
    Und das, obwohl man diesen Reichen aufgrund der Tatsache, dass sie reich sind, ohnehin die Freiheit zugesteht, aus dem System GKV zu fliehen. Sie versichern sich dann in ihren jüngeren, gesunderen Jahren lieber privat, kehren nicht selten als ältere, kostenintensive Versicherungsnehmer in die GKV zurück, belasten das Sozialsystem und verlangen nach Solidarität.
    Ich würde hier nicht von "Reichen" reden. Möglicherweise sind darunter viele "Arme", die durch aktuell hohes Einkommen in der Lage sind Vermögen zu bilden, um sich aus der Armut zu lösen.
    Ohnehin ist die obige Aussage Quatsch. Die Gutverdiener dürfen nicht deswegen aus der GKV raus, weil sie reich sind.

  14. #29
    Zitat Zitat von Mausophon Beitrag anzeigen
    Dabei ist es seit jeher so, dass durch die Beitragsbemessungsgrenze die Einnahmen der Gutverdiener nicht nur kleiner gerechnet werden dürfen, nein, man mutet ihnen ohnehin und unter keinen Umständen zu, aus ihren Einnahmen prozentual Krankenkassenbeiträge zu zahlen, wenn sie eine bestimmte Grenze, aktuell im Westen 8000 € monatlich, überschreiten.
    Mit anderen Worten: Von Geringverdienern weitaus mehr zu fordern als dem prozentualen Anteil ihres Einkommens entspricht, der eigentlich zu zahlen wäre, ist in Ordnung auch wenn sie dadurch unter die Armutsgrenze fallen. Von den Reichen zu verlangen, dass sie den gesetzlich festgelegten Prozentsatz ihrer Einkünfte abgeben, ist unzumutbar.
    Und das, obwohl man diesen Reichen aufgrund der Tatsache, dass sie reich sind, ohnehin die Freiheit zugesteht, aus dem System GKV zu fliehen.
    Nein, nicht "obwohl", sondern "weil".
    Aufgrund der Tatsache, dass Gutverdiener eine Alternative haben, dass sie "flüchten" können, ist es unerlässlich, ihnen das Bleiben in der GKV einigermaßen schmackhaft zu machen.

    Im übrigen möchte ich nochmal hervorheben, worauf schon koarla hingewiesen hat (auch wenn es sich bei Mausophon nur um ein flappsige Formulierung handelt):
    Ein "Gutverdiener" ist nicht notwendigerweise reich.
    Ein Gutverdiener kann tief in Schulden stecken, oder durch Unterhaltspflichten belastet sein. Dann ist er vielleicht sogar arm. Für die KV ist das Einkommen maßgebend, nicht das Vermögen.
    Geändert von JackB (28-02-2018 um 09:13 Uhr)

  15. #30
    Zitat Zitat von Dost Beitrag anzeigen

    Für mich ist das, was Mauso und Predni wünschen mit den Interessen einer Solidargemeinschaft nicht vereinbar, da geht es nur um Einzelinteressen und es ist absolut inkompatibel mit einer sozialen Marktwirtschaft.

    Der Staat bietet SGB 2, SGB3 und SGB 12. Man kann drüber diskutieren hier mehr Leistungen anzubieten. Aber ein Selbständiger, der nicht in der Lage ist 340€ KV-Beiträge zu zahlen, kann nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft für ihn seine Firma rettet.
    Das ist eine absolut irrationale Äußerung. Es ist absurd, sich auf eine Solidargemeinschaft zu berufen, wenn man ausgerechnet einer unterprivilegierten Gruppierung viel mehr abverlangt als man prozentual von anderen verlangt und als diese schlecht Gestellten absolut leisten können.

    Durch die gegenwärtige Praxis wird genau das erreicht, was deinen Worten nach verhindert werden soll. Kleine Selbstständige wie die im oben zitierten Artikel beschriebenen können sich diese Beiträge einfach nicht leisten. Viele fallen durch die Höhe der KV-Beiträge in den Hartz IV-Bezug. Beantragen sie Leistungen nach dem SGB II und bleiben weite selbstständig, erhalten die Krankenversicherungen überhaupt keine Beiträge mehr.

    Anzunehmen, die Betroffenen könnten einfach in eine angestellte Tätigkeit wechseln, ist in Bezug viele von ihnen illusorisch. Du unterschlägst die Tatsache, dass immer noch 2,55 Mio. Menschen arbetislos sind, nicht mitgerechnet diejenigen, mit deren Herausnahme aus dieser Zahl die Statistiken geschönt werden, etwa die Teilnehmer von Maßnahmen der Arbeitsverwaltung. Es ist immer die Rede von Fachkräftemangel, aber wenn die Selbstständigen von denen hier die Rede ist, zu den zählten an denen Mangel herrscht, würden sie kaum für ein paar Hundert Euro im Monat arbeiten.
    Du bist auf meinen gestrigen Beitrag, in dem ich mich zu diesem Personenkreis geäußert habe, nicht eingegangen. Statt dessen kommst du hier mit Polemik über einen Nähservice.

    Wenn wir von dem oben genannten Durchschnittsverdienst kleiner Selbstständiger, also 787 ausgehen, dann entspricht das in etwa dem Hartz IV-Anspruch eines Singles in einer Stadt mit geringen Mieten oder dem, was Alleinlebende in größeren Städten vor der Mietexplosion der letzen Jahre bekamen. Ja, zur Hölle, ist es denn nichts wert, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften, statt dem Staat auf der Tasche zu liegen?
    Du unterstellst ohne weiterzudenken, dass diese Leute sich vom Staat subventionieren ließen. Das ist in dieser Allgemeinheit Unsinn. Viele möchten um Verrecken nicht Hatz IV beantragen, wenn es irgendwie anders geht. Sie gehen zum Beispiel neben der Selbstständigkeit einem 450 €-Job nach. Das bedeutet allerdings oft sehr viel Mühe und Anstrengung. Das System wie es jetzt ist, nimmt diesen Erwerbsanreiz völlig. Da muss jemand schon viel Engagement aufbringen, um seinen Unterhalt aus eigener Kraft zu verdienen. Wenn du mal nachrechnest, liegt der Bedarf, den das SGB II einem arbeitenden Menschen mit rund 800 € Einkommen und Mietwohnung in einer Großstadt wie München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Köln zugesteht, bei rund 1300 €. Der Betreffende muss also, außer seiner Selbstständigkeit weiterzuführen und einen Hartz IV-Antrag zu stellen, keine Anstrengung unternehmen, um 1300 € Einkommen zu erzielen. Würde der Betreffende noch einen Minijob (450 €) aufnehmen, hätte er bei den geltenden Verdienstfreigrenzen 60 € mehr im Monat. Das lohnt nicht. Die Krankenkasse bekommt, mit oder ohne Minijob, keinen Cent.
    Müsste dieselbe Person aber statt aktuell rund 404 € für Kranken- und Pflegeversicherung nur 200 € an Beiträgen zahlen, ginge er aus Selbstständigkeit plus Minijob immerhin mit 1450 € im Monat nach Hause. Das stellt einen Erwerbsanreiz dar und entlastet die Solidargemeinschaft tatsächlich, denn die Krankenversicherung bekäme 200 statt 0 €.


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