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Ergebnis 61 bis 75 von 127
  1. #61
    Zitat Zitat von Akku Beitrag anzeigen
    War nicht Syrien vor dem IS ein boomendes Land, Assads Regierungsstil war gemäßigt, die Leute hatten Arbeit und Wohlstand? Also so schlecht hat er sein Land wohl nicht regiert. Aber, seit man heute noch die angeblichen Atomwaffen von Hussein sucht (tat man das überhaupt?) glaube ich keiner Berichterstattung aus der Gegend. Weder, dass Assad Chemiewaffen einsetzt, noch dass er es nicht tut. Kam nicht vor kurzem irgendwo ein Artikel in dem behauptet wurde, dass der IS die Giftgasangriffe inszeniert hat? Meiner Meinung nach sollten sich ALLE von dort unten zurückziehen.
    Vor allem war Assad ein gern gesehener Gast im Westen, er hat seine Folterkeller den Amerikaner zur Verfügung gestellt. Wie immer halt, bist von Interesse biste ein guter Diktator, wenn nicht, der böse Diktator.

    https://www.jungewelt.de/artikel/331...ropaganda.html

    Giftige Propaganda

    Vorgebliche Einsätze von Chemiewaffen im Syrien-Krieg waren wiederholt der Vorwand für militärische Interventionen der USA. Die umfassende Unterstützung von Islamisten durch NATO-Staaten wird dabei ausgeblendet
    Ray McGovern, 27 Jahre lang Mitarbeiter der CIA und am Ende seiner Laufbahn für die morgendlichen Berichte an den Präsidenten zuständig, hat die Ergebnisse Hershs bestätigt: Es sei bekannt gewesen, dass die Türkei islamistische Rebellen bei der Herstellung und dem Transport von Chemiewaffen unterstützt habe, in den Augen der Geheimdienste sei Ostghuta eine »False Flag Operation« der Islamisten gewesen. Die bewaffnete Opposition habe offensichtlich gemeinsam mit der Türkei versucht, eine Intervention der USA zu erzwingen, da der Vormarsch Assads sonst unaufhaltsam gewesen wäre. Der Sinneswandel Obamas, der nach zehn Tagen der Kriegstrommelei am 31. August im Rosengarten des Weißen Hauses verkündete, das Votum des Kongresses einholen zu wollen, wurde laut McGovern durch einen Bericht des Vorsitzenden der Stabschefs, General Martin E. Dempsey, ausgelöst: Die von russischem Personal in Ostghuta genommenen und an London weitergeleiteten Proben, die unter Aufsicht des britischen Geheimdienstes MI 6 im Londoner Labor Porton Down untersucht worden waren, stammten nicht aus den Beständen der syrischen Armee.¹⁰
    Geändert von Manitu (24-04-2018 um 23:18 Uhr)

  2. #62
    Dost
    unregistriert
    Zitat Zitat von Akku Beitrag anzeigen
    Ja, aber trotz allem was du sagst, wäre es nicht besser, wenn sie wirklich alle Nichtsyrer aus der Region zurückziehen und den Syrern erlauben ihren Krieg, wenn sie es denn wollen, alleine austragen? Voraussetzung wäre natürlich auch, dass keinerlei Waffenlieferungen an die jeweiligen Partien erfolgen. Vielleicht bin ich zu naiv, aber das Ganze würde dann einfach ins Leere laufen. Meiner Meinung nach ist das, was da unten geschieht nur ein Stellvertreterkrieg, eine Art Demonstration der Waffengattungen, eine Art Manöver der Möglichkeiten. Was den Krieg verursacht hat weiß doch niemand mehr (?). Befindlichkeiten? Auf keinen Fall kann es Landgewinnung gewesen sein. Wieso dann diese Eskalation? Die verschiedenen Religionsgemeinschaften haben doch auch früher nebeneinander gelebt ohne sich die Köpfe einzuschlagen. Was ist der Anlass für diesen Irrsinn? Interessiert das überhaupt noch jemanden?
    Natürlich wäre es besser. Es wird aber nicht passieren. Die Büchse der Pandora wurde geöffnet. Das Ganze ähnelt dem jugoslawischen Bürgerkrieg. Was lange funktionierte, funktioniert auf ein mal nicht mehr. Der Iran wird seine dortige Stellung - die direkte Verbindung Iran/Irak/Syrien/Libanon (Hisbollah) - nicht so ohne weiteres aufgeben. Das mögen die Saudis gar nicht gerne und beliefern ihre Stellvertreter. Und die Kurden hätten gerne nach Jahrhunderten der Unfreiheit Autonomie, das wiederum mögen die Türken gar nicht. Hinzu kommt, dass Erdogan Assad nicht ausstehen kann. Und natürlich wollen auch noch Glaubensfanatiker unterschiedlicher Coleur ihren ,,Gottesstaat".
    Wenn Saudis, Iran, Türkei, Russland, USA ihre Kräfte abziehen würden, würde Assad dauerhaft lediglich die Macht im Westen halten, die Kurden würden im Norden selbständig und die Sunniten in welcher Form auch immer im Rest. Damit ist Assad aber nicht zufrieden. Dauerhaften Frieden wird es nur ohne ihn geben.




    Zitat Zitat von hans Beitrag anzeigen
    anlass war eine dürre, bauern strömten in die städte, führte zu unruhen, assad schlug alles blutig nieder.
    damit griff die anti-assad argumentation, und ein teil der bevölkerung radikalisierte sich, und bekam hilfe von den saudis und vom westen.
    dass die gegner nicht so unbedarft und unvorbereitet waren, erschliesst sich in der tatsache, dass assads militär verluste von mind. 250.000 hinnehmen musste. da ging es auf einmal um viel mehr als diese hungerunruhen.
    dazu kam der IS, der die schwäche des staates ausnutzte.
    Hungerunruhen? Ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Das ist falsch.
    Es waren keine Hungerunruhen. Syrien liegt nicht in der Sahelzone. Die bevölkerungsreichsten Gebiete haben Mittelmeerklima. Aber sicherlich spielte Armut durch die Ausbeutung des diktatorischen Assad-Regimes eine Rolle. Die Bevölkerung war aufs Äußerste unzufrieden mit den herrschenden Bedingungen und dazu gehörte sicherlich auch Armut. Eine Armut, die in diktatorischen Regimes meistens auftritt, da sie nun ein mal eine Kleptokratie begünstigt.
    Anlass war 2011 im Gefolge des ,,arabischen Frühlings" die Festnahme von Jugendlichen, die Graffiti gesprüht hatten und landesweite Proteste gegen ein diktatorisches Regime, dass seit 1963 per Notstandsgesetze herrschte Wikipedia reference-linkChronik des Bürgerkriegs in Syrien 2011

    Am 19. März kam es bei der Beisetzung von zuvor getöteten Demonstranten zu starken Demonstrationen.[12] Nach Oppositionsangaben skandierten mehr als 10.000 Menschen Parolen gegen die Regierung.[13] Die Demonstration wurde durch Polizeikräfte aufgelöst. Auch in den Folgetagen kam es trotz massiver Polizeipräsenz immer wieder zu Demonstrationen in Darʿā, die von der Polizei gewaltsam unterdrückt wurden. Dabei kamen wiederholt Menschen ums Leben.[14][15] Am 20. März setzten Protestierende öffentliche Gebäude sowie Filialen des Mobilfunkbetreibers SyriaTel, der sich im Besitz von Rami Machluf befindet, in Brand.[16] Der bisherige Gouverneur von Darʿā wurde entlassen.[17] Gegen den Chef des Amtes für politische Sicherheit in Darʿā, Oberst Atef Najib, ein Cousin Bashars aus der Machluf-Familie, wurde eine interne Untersuchung eingeleitet.[18]

    Am 22. März 2011 versammelten sich über 1000 Demonstranten und bildeten eine Menschenkette zum Schutz der al-Omari-Moschee. Am darauffolgenden Morgen stürmten die Sicherheitskräfte unter Einsatz von Tränengas und Heckenschützen die Moschee.[19] Laut Angaben eines Krankenhausvertreters kamen dabei mindestens 37 Personen ums Leben, alle hatten Schusswunden. Die Regierung sprach von maximal 10 Toten und einem Einsatz gegen eine „bewaffnete Bande“, die zuvor einen Krankenwagen beschossen und dessen Besatzung getötet haben soll, und zeigte Bilder von Waffenfunden im Staatsfernsehen. Die Opposition und Menschenrechtsaktivisten sprachen von mindestens 80 Toten und veröffentlichten ein Video, in dem man sieht wie Demonstranten mit Tränengas attackiert werden und Schüsse zu hören sind.[20][21]

    In einer Fernsehansprache am 25. März kündigte Baschar al-Assad an, dass alle in den letzten Tagen festgenommenen Demonstranten freigelassen werden.[22]

    In Darʿā wurde eine Statue des früheren Präsidenten Hafiz al-Assad zerstört und Slogans gegen den Chef der Präsidentengarde, Maher al-Assad, gerufen. Es sollen mindestens 20 Menschen getötet worden sein.[23]

    Die syrische Regierung kündigte am 26. März die Aufhebung des seit 1963 geltenden Notstandsgesetzes an. Bei Protestkundgebungen in Latakia kamen bis zu sieben Menschen ums Leben.[24] Auch in Darʿā kam es immer wieder zu Schüssen auf Demonstranten. Es wurden Parolen gegen den Ausnahmezustand gerufen.[25]



    Ich zitiere mal zeitgenössische Berichte aus 2011:
    Extra für Manitu eine zeitgenössische sozialistische Quelle: Sozialismus Info: Syrien - Hundert Tage Aufstand.
    Aktuell steht eine westliche Militärintervention, ähnlich wie in Libyen nicht auf der Tagesordnung. Zwar gibt es vor allem aus Frankreich immer wieder Kommentare in diese Richtung, der Imperialismus scheint im Moment allerdings nicht auf eine Intervention hinzuarbeiten. Auch das drückt die Heuchelei der westlichen Regierungen aus. Während man in Libyen vorgibt die Menschenrechte herbeizubomben gibt es in Syrien keine Konsequenzen.

    Seit 2000, als Bashar Al-Assad das Präsidentenamt von seinem verstorbenen Vater übernahm setzt das Regime auf Deregulierungen und Privatisierungen. 2001 wurde das staatliche Bankenmonopol aufgehoben. Mittlerweil operieren 13 private Banken in Syrien. 2009 wurde die Börse in Damaskus eröffnet. Das staatliche Monopol in der Bauindustrie wurde aufgehoben. Das Resultat war ein kurzfristiger Bauboom privater Firmen. Das half aber nicht bei der Beseitigung der Wohnungsnot, da vor allem Luxuswohnungen für die neuen und alten Eliten errichtet wurden. Der größte Syrische Ölförderer Al-Furat Petroleum Company, der bis vor wenigen Jahren noch im 100% Besitz der staatlichen Syrian Petroleum Company war, wurde teilprivatisiert. Mittlerweile halten Royal Dutch Shell und Petro-Canada zusammen 50%. 2003 wurde ein Streik der ÖlarbeiterInnen gegen die gefährlichen Arbeitsbedingungen brutal von Seiten des Regimes unterdrückt. Profitiert hat davon nur eine verschwindend kleine Schicht. Die meisten Profiteure sind direkt familiär mit dem Präsidenten verbunden. Symbolisch für diese Leute steht Rami Makhlouf. Makhlouf ist einer der Cousins von Bashar Al-Assad und einer der größten Profiteure der wirtschaftlichen Liberalisierung der letzten Jahre. Er besitzt einige zentrale Konzerne, Banken, Medien und die Mobiltelefongesellschaft Syriatel. Einem Bericht des US-Finanzministeriums aus dem Jahr 2008 zur Folge ist es für ausländische InvestorInnen unmöglich in Syrien Geschäfte zu machen, ohne der Beteiligung von Rami Makhlouf. Bei allen Geschäften redet er bzw. seine Konzerne mit. Er gilt als einer der reichsten Männer der gesamten Region. So wurde Rami Makhlouf seit Beginn der Proteste zu einem Symbol für Ausbeutung und Korruption. Filialen seiner Unternehmen wie Syriatel wurden Ziele von Angriffen wütender DemonstrantInnen. [...]
    Das Regime wirft der Opposition vor, die Nation zu spalten und das Land in ethnischen und religiösen Bürgerkrieg zu stürzen. Tatsache ist allerdings, dass das Baath-Regime selbst für die Spaltung der Bevölkerung verantwortlich ist und nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ arbeitet. Der Laizismus des Regimes betrifft nur die Religion als solche. Das Regime betreibt allerdings eine bewusste ethnische und religiöse Spaltung


    Zeit: Aufstand der Armen

    Syrien ist der finsterste Polizeistaat der arabischen Welt. Jetzt regt sich auch hier Widerstand

    Es begann recht harmlos in Damaskus und geriet in der Provinz außer Kontrolle. Die wenigen Demonstranten, die vergangene Woche in Damaskus die Freilassung von politischen Gefangenen forderten, wurden von der Polizei vertrieben oder verhaftet. Doch dann demonstrierten am vergangenen Freitag nach dem Moscheebesuch Tausende in Städten wie Homs, Daraa und Baniyas. Viele waren empört über die Verhaftung von Kindern, die Graffiti gesprüht hatten. Die Sicherheitskräfte reagierten nervös und schossen scharf . Moscheen wurden zu Lazaretten. Es starben mehrere Menschen, darunter ein elfjähriger Junge. Bei den Beerdigungen kochte der Zorn über. Wenig später standen in der Stadt Daraa die Symbole des Regimes in Flammen. Das Haus der Baath-Partei, der exsozialistischen, längst nur noch puren Machterhalt verkörpernden Einheitspartei. Das Gerichtsgebäude, wo Regimegegner verurteilt werden. Der Büroklotz der Telekommunikationsgesellschaft Syriatel; sein Besitzer Rami Makhlouf ist ein als korrupt geltender Oligarch und Cousin des Herrschers.

    In der ländlichen Gegend von Daraa rebelliert nicht die Generation Facebook wie in Tunesien und Ägypten. Hier werfen nicht Muslimbrüder mit Brandfackeln, wie das Regime es als Schrecken an die Wand malt. Hier empören sich nicht die Intellektuellen, auf die der Geheimdienst Jagd macht. Über die Straßen der Provinzstadt ziehen die einfachen Leute, konservative Unterschichten – Landarbeiter, Marketender, Lieferwagenfahrer. Das Volk, dem Baschar al-Assad zuhören will. Gegenüber diesen Menschen hatte der Präsident stets auf die Strategie gesetzt, sie essen, kauen und den Mund halten zu lassen. In Daraa ist sie gescheitert.





    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    Vor allem war Assad ein gern gesehener Gast im Westen, er hat seine Folterkeller den Amerikaner zur Verfügung gestellt. Wie immer halt, bist von Interesse biste ein guter Diktator, wenn nicht, der böse Diktator.

    https://www.jungewelt.de/artikel/331...ropaganda.html
    Ja, das stimmt. Insbesondere seine Frau Asma war der Liebling unserer Boulevardpresse:

    Bild:
    ausgeblendet

  3. #63
    Dost ich sage nicht, daß Assad der perfekte Diktator für die Syrer ist, aber er ist für sie momentan die bessere Wahl als die Islamisten. Er profitiert von dem Konflikt, auch in Fragen der Beliebtheit.
    Es gab damals Demonstrationen gegen Assad natürlich, aber die Demonstranten haben sich von Radikalen die Butter vom Brot nehmen lassen, auch mit ausländischer Unterstützung. Dreh und Angelpunkt war dabei die Türkei, über die auch Kämpfer z. B. aus libyen nach Syrien kamen.
    Was dazu geführt hat, daß sich viele dann hinter assad wieder eingereiht haben.
    Der"Imperalismus"musste damals nicht intervenieren, da er dort Kräfte unterstützte, die nicht nur den Is vertreiben sollten, sondern auch Assad, das wäre wohl auch gelungen, wenn die Russen nicht eingegriffen hätten. Die mit ihrem Veto auch erreichten, das der Westen anders als in Libyen keine Luftschläge durchführen konnten.
    Nicht umsonst heisst es, daß dort ein Stellvertreterkrieg geführt wird.
    Geändert von Manitu (25-04-2018 um 16:41 Uhr)
    Bild:
    ausgeblendet

  4. #64
    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    Göring Eckart ist ausgetreten.Özdemir noch drin. Stefan Liebich von den linken ist da noch drin, den mag ich auch nicht, ich hoffe das der nie bei den Linken weiter steigt als da wo er gerade ist;)
    Überraschung . Ich fand den Liebich bei den Gelegenheiten, bei denen ich ihn wahrgenommen habe, z.B. bei Phoenix-Runden ziemlich klug argumentierend und angenehm, es kam von ihm nicht das - aus meiner Perspektive - übliche Gezeter oder die Phrasen, die man oft von Vertretern der Linken bei solchen Gelegenheiten hört. (da es ja meist die gleichen Vertreter sind).
    Beispiele für das Gezeter und die Phrasen: der bekannte whataboutism: "aber der Westen hat doch auch und noch viel mehr" und "wir sehen ja Russland auch durchaus kritisch" wobei es dann bei dieser Behauptung üblicherweise bleibt, mehr kommt dann nicht.

    Hier zumindest steht, dass Özdemir ausgetreten ist.
    https://www.heise.de/tp/features/Gru...e-3364927.html
    Für mich spielt das auch nicht eine so entscheidende Rolle, ob er noch dabei ist oder nicht, die meisten, die in ihrer Partei eine herausgehobenere Rolle haben, sind Mitglieder bei vielen Organisationen, es ging mir darum, dass das in der Diskussion von der Seite, die, ich nenne es mal antiwestlich eingestellt ist, auf diese einzige Funktion mit den üblichen Konnotationen reduziert wird.

    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    Wenn wir schon bei abqualifizieren sind, für dich ist doch auch alles russ.Propaganda, was von deiner Meinung abweicht. Nichts ist für dich wahr was die Russen zu sagen haben.
    Ein bisschen ironisch ist das aber schon, wenn das von dir kommt.

    Ich habe übrigens schon beim ersten "Vergeltungsschlag" vor einem Jahr gesagt, dass ich das Vorgehen nicht für besonders sinnvoll halte, wenn man darüber hinaus keine Strategie hat, was danach passieren soll, und einmarschieren in Syrien wäre sicher keine sinnvolle Strategie und das will auch keiner, auch nicht die, denen du so allgemein Kriegsrhetorik vorwirfst.
    Kriegsverbrechen des Assad-Regimes und seiner Verbündeten darf und muss man trotzdem ansprechen und sollte nicht alles unter dem Assad-ist-aber-immer-noch-besser-als-die-Islamisten-Mantra oder, für mich noch absurder, Assad ist der gewählte Präsident Syriens und Russland ist auf Einladung der syrischen Regierung vor Ort - als würde das bedeuten, dass dadurch alles erlaubt ist - zudecken.

    Inzwischen denken die "Kriegsrhetoriker" auch mittlerweile mehr an den nach dem Krieg geplanten Wiederaufbau, und da ist "der Westen" dann ja auch wieder gefragt und recht, sogar für Putin, weil er genau weiß, dass er das allein nicht schultern kann und das auch nicht will.

  5. #65
    allerdings denkt auch die syrische Regierung schon an die Zeit nach dem Krieg und den Wiederaufbau und hat dazu ein Dekret erlassen:

    Das Dekret stammt vom 4. April, es wurde jetzt erst bekannt und regelt den Wiederaufbau. Die Regierung kann nun für zerstörte Gebiete Bebauungspläne erlassen, bisherige Grundbesitzer haben die Pflicht, innerhalb von 30 Tagen ihre Eigentumsrechte nachzuweisen. Können sie dies nicht, wird ihr Besitz entweder versteigert oder dem Staat übergeben. In Deutschland oder Schweden wäre ein solcher Nachweis kein Problem. Man würde einfach seinen Grundbuchauszug vorzeigen, und fände man ihn gerade nicht, besorgte man ihn sich beim Katasteramt.

    Aber in einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Bewohner geflüchtet ist, und insgesamt jeder vierte ins Ausland? In einem Land, in dem es nur mancherorts Kataster gab und viele davon in Flammen aufgegangen sind? In den Neunzigerjahren nahm Deutschland 350 000 Menschen aus dem zerfallenen Jugoslawien auf. Nach dem Krieg kehrten fast alle zurück, in ihre Häuser, auf ihre Grundstücke. Wohin jedoch hätten sie gekonnt, wäre den Regierungen in Bosnien oder Kroatien ein Dekret eingefallen wie jetzt dem Herrscher in Damaskus?
    http://www.sueddeutsche.de/politik/s...afen-1.3948902

  6. #66
    ja stimmt Özdemir ist raus, dafür Omid Nouripour von den Grünen drin. Auch interessant wie viele Medienvertreter da drin sind. Liebich mag ich nicht, wegen der Atlantikbrücke, sondern weil er zu den Ostdeutschen Reformern gehört, die die Linke unkenntlich machen und sich genau so dehnen würden, wie die Grünen oder die SPD, noch so eine Partei braucht niemand. naja egal anderes Thema.

    Aha die machen sich also Gedanken hmm naja Gelder von der EU für Syrien gibt es aber erst, wenn die Politik sich dort ändert. Also so einfach geben die nun auch kein Geld aus, da muss schon was herausspringen. Wenn man schon militärisch nichts ausrichten kann, dann vielleicht mit Knete.
    Wie ich schon mal sagte, eine Medaille hat zwei Seiten. Beide Seiten müssen angesprochen werden, weil beide Seiten für die Situation in Syrien verantwortlich sind. Und das vermisse ich in der öffentl. Diskussion, das ist keine ausgeglichene Diskussion, gerade auch von Spitzenpolitikern.
    In einem krieg ist keine Seite frei von Schuld. Alle Seiten begehen Kriegsverbrechen und sind für viele Tote verantwortlich. Was die Syrer wollen interessiert niemanden, auch wenn Politiker so tun als gehe ihnen ihr Schicksal nahe Frau v.d.Leyen ist da echt Spitze. Gehen ihr aber auch die Toten im Jemen nahe, wo die Saudis ein Volk zusammen bombardieren?
    Irgendwie ist der krieg dort bei uns sehr weit weg oder es ist Ruhe, weil die Saudis unsere verbündeten sind, man weiß es nicht.
    Die Toten in Mossul und Ragga haben auch nicht unbedingt sehr viel Betroffenheit ausgelöst, das waren gute Bomben, die ja nur den IS getroffen haben.
    Geändert von Manitu (25-04-2018 um 23:27 Uhr)

  7. #67
    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen

    Aha die machen sich also Gedanken hmm naja Gelder von der EU für Syrien gibt es aber erst, wenn die Politik sich dort ändert. Also so einfach geben die nun auch kein Geld aus, da muss schon was herausspringen.
    Ach ja? Dann müsste sich die Politik dort aber schon ganz schön geändert haben:

    Deutschland stellt eine Milliarde Euro zusätzlich für die Not leidenden Menschen in Syrien und für Kriegsflüchtlinge in den benachbarten Ländern bereit. Das gab Außenminister Heiko Maas (SPD) bei seiner Ankunft in Brüssel bekannt, wo er an einer Geberkonferenz für Syrien teilnimmt.

    Weitere 300 Millionen Euro können nach Angaben des Auswärtigen Amts in der zweiten Jahreshälfte hinzukommen, wenn der Bundeshaushalt steht. Damit würde Deutschland dann insgesamt wieder auf dem Niveau der Hilfszusagen aus dem Vorjahr liegen.

    An der von den Vereinten Nationen und der EU veranstalteten Konferenz in Brüssel nehmen etwa 80 Länder teil. Bei der Syrien-Konferenz 2017 war Deutschland der größte Geber. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2012 hat Deutschland bereits 4,5 Milliarden Euro an Hilfsmitteln gezahlt.
    https://www.welt.de/politik/deutschl...erfuegung.html
    Was ist denn bisher für Deutschland herausgesprungen?

  8. #68
    Das Geld ist vorwiegend für Kriegsflüchtlinge und Flüchtlingslager außerhalb Syriens. Was für Deutschland da herausspringt, kannst dir ja selbst ausmalen. Ein zweites 2015 soll es ja nicht geben.

    Geld direkt für Syrien, für den dortigen Aufbau gibt es erst nach einer politischen Lösung ohne Assad.

    https://www.stuttgarter-nachrichten....6e52af088.html

    Als mögliches Druckmittel gegen diese beiden Staaten werden die Wiederaufbauhilfen für das völlig zerstörte Bürgerkriegsland genannt. Diese sollen von Seiten der Europäischen Union nur fließen, wenn ein politischer Übergangsprozess läuft. Die bei der Brüsseler Konferenz gesammelten Hilfen sind lediglich für humanitäre Hilfen vorgesehen.
    Da der Westen, die Saudis, die Türken, Israelis usw. auch für die Zerstörungen im Land mit verantwortlich sind, sollten sie auch mit für den Wiederaufbau zahlen.
    Geändert von Manitu (26-04-2018 um 01:59 Uhr)
    Bild:
    ausgeblendet

  9. #69
    https://www.facebook.com/FaktenFried...7657871553798/

    Wir kämpfen für die Interessen Deutschlands und Europas. Der Mann sagt die Wahrheit

  10. #70
    ...In Syrien sind mehrere Militärstützpunkte mit Raketen angegriffen worden. Nach unbestätigten Angaben starben mindestens 26 Soldaten. Wer die Raketen abfeuerte, ist unklar. Ein Verdacht richtet sich gegen Israel. ...
    Quelle

  11. #71
    Warum heißt es immer in Verdacht steht Israel ? Kann oder darf man das nicht benennen, das muss doch herauszufinden sein, wer das war.
    Israel hat scheinbar politisch einen Freifahrtschein und kann machen was sie wollen, weil sich niemand traut sie zu kritisieren, um nicht in den Verdacht zu geraten antisemitisch zu sein, gerade jetzt wo es diese Debatte um Antisemitismus gibt.
    Wenn Israel diese Angriffe gegen ein anderes Land durchführt müssen sie offiziell auch verurteilt werden.

  12. #72
    Dost
    unregistriert
    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    Warum heißt es immer in Verdacht steht Israel ? Kann oder darf man das nicht benennen, das muss doch herauszufinden sein, wer das war.
    Israel hat scheinbar politisch einen Freifahrtschein und kann machen was sie wollen, weil sich niemand traut sie zu kritisieren, um nicht in den Verdacht zu geraten antisemitisch zu sein, gerade jetzt wo es diese Debatte um Antisemitismus gibt.
    Wenn Israel diese Angriffe gegen ein anderes Land durchführt müssen sie offiziell auch verurteilt werden.
    Das Gleiche gilt für die Türkei.

    Mir macht die Lage dort unten zusehends Sorge. Ich kann es nicht belegen, aber ich habe den Eindruck, dass die militärischen Konflikte Israel-Iran stark zunehmen, und dass die Gefahr besteht, dass Israel und der Iran in einen offenen Konflikt rutschen. Vielleicht wird aber auch einfach mehr berichtet.

    @Manitu: Israel bestätigt nie seine Angriffe und die Iraner behaupten stets, dass sie in Syrien lediglich Urlaub machen und dass, selbst wenn ihre Urlauber beschossen wurden, sie niemals nie getroffen wurden. Woher sollen wir/oder aber die Medien ganz genau wissen, was passiert ist?

    Aller Voraussicht bombardieren die Israelis in letzter Zeit vermehrt iranische Stellungen, da der Iran im Begriff ist eine starke Luftabwehr aufzubauen. Israel hat hiervor sehr sehr große Angst, da der Iran nun ein Mal das Existenzrecht Israels bestreitet und die überlegene Luftwaffe bislang der größte Trumpf Israels ist.

    Hans wird von mir begeistert sein. Ich bringe ein mal eine obskure/tendenziöse Quelle ins Spiel, nämlich Israel Heute (vergleichbar von der Art mit Russia today äähhh RT). Israel heute: Gehen Israel und der Iran auf einen unvermeidlichen Krieg zu?
    Der Angriff am 10. April richtete sich gegen ein neues fortschrittliches iranisches Luftverteidigungssystem und signalisierte, dass Israel seine roten Linien ernst nimmt, wenn es um den Aufbau des iranischen Militärs in Syrien geht.

    Der Iran hat kürzlich seinen Fokus von der Rettung des Assad-Regimes in Syrien auf die Vorbereitung eines zukünftigen Konflikts mit Israel verlagert, der nach Ansicht von Experten höchstwahrscheinlich an mehreren Fronten ausgetragen werden wird.

    Israels UN-Botschafter Danny Danon gab in der vergangenen Woche bekannt, dass der Iran 80.000 schiitische Kämpfer in Syrien habe. Danon zeigte dem UN-Sicherheitsrat Bilder vom zentralen Rekrutierungszentrum des Iran in Syrien, das sich nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Damaskus befindet.
    Danon sagte, der Iran nutze Syrien, um eine Front gegen Israel aufzubauen, und plane paramilitärische Hilfstruppen auf der Grundlage des Hisbollah-Modells.
    Israel hat Angst, sehr große Angst.

    Ausgewogener berichtet natürlich der Tagesspiegel, tagesspiegel: nach-raketenangriffen-in-syrien-sorge-vor-militaerischem-konflikt-zwischen-israel-und-iran-waechst
    Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz forderte jedoch: „Der Iran muss sich aus Syrien zurückziehen“. Israel habe auf allen Ebenen eindeutig klargemacht, dass es dem Aufbau einer iranischen Front im Norden Syriens nicht zustimmen wird. Man werde „alles unternehmen, was notwendig ist“.

    Der Iran hatte in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz im Land weiter ausgebaut und unter anderem viele Waffen nach Syrien geschickt. Das schiitsche Land finanziert dabei auch die Hisbollah und vermutlich auch etliche lokale Milizen.
    Ähnlich berichtet die Zeit, zeit: Regime macht Israel für Angriffe verantwortlich
    "Wir haben nicht die Absicht, Russland anzugreifen oder uns in innere syrische Angelegenheiten einzumischen", sagte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Angriffe gegen iranische Milizen schloss er jedoch indirekt nicht aus und sagte, sein Land habe genau drei Probleme: "Iran, Iran und Iran." Teheran versuche, die gesamte Region zu destabilisieren, und das nicht nur in Israel. "Schauen Sie einmal nach Jemen, Libanon, Irak und Syrien." Iran unterstütze Stellvertreter rund um Israel. Viele islamistische Bewegungen würden ohne iranische Unterstützung "nicht einmal eine Woche überleben".
    Eine dauerhafte Präsenz des Iran in Syrien mit starken Luftabwehrkräften ist ein Albtraum für Israel. Aktuell bewegen sich dort unten zwei Züge frontal aufeinander zu.

  13. #73
    Heutzutage wird doch alles aufgeklärt, es kann doch nicht sein, das angeblich niemand weiß, wer irgendwo in der Welt mit Raketen herum schießt. Geheimdienste wissen doch angeblich immer alles, deswegen glaub ich das nicht, das das niemand genau sagen kann.
    Mein Gefühl sagt mir auch, das diese ganze angestoßene Antisemitismus Debatte zur Zeit, gerade auch durch Springer, auch mit der Iran Debatte zu tun haben und dem was noch folgen wird.
    Israel geht es um die Unterstützung der Hisbollah und nicht darum, das die Iraner direkt Raketen auf Israel abfeuern, wer glaubt denn so was. Wer Vorwände sucht, der findet auch welche. Da müsste man auch Angst vor den Saudis haben, aber mit denen arbeitet man jetzt scheinbar auch zusammen.
    Und die Iraner haben auch Angst, denn sie wurden ja schon vor Jahren durch Busch zur Achse des Bösen gezählt und als Ziel auserkoren.
    Warum wird nur die Angst Israels ernst genommen, aber nicht die Angst der Iraner.
    Geändert von Manitu (30-04-2018 um 18:07 Uhr)

  14. #74
    Iran und Israel waren doch früher nicht so böse auf einander.
    Inzwischen taucht Reza Pahlavi Schulter an Schulter mit Neocons und bestimmten Königshäusern auf, um die liberale Demokratie vor den Tyrannen zu retten.
    Die Iraner weigern sich genauso wie die Juden, die Verhangenheit zu vergessen.
    Souverän sind sie erst seit der islamischen Revolution. Vorher waren sie Spielball genau dieser westlichen Königshäuser und ihrer Günstlinge.
    Das Netz hat keine Obergrenze.. Das Schöne: Im Netz ist jede Aussage wahr. -- Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden. (Heinz von Foerster)
    http://www.antiquealive.com/Blogs/Ha...ean_House.html

  15. #75
    Zu Unrecht behandelt Avatar von titan
    Ort: Sexy Anhalt
    Der Angriff heute war nur ein Vorgeschmack was kommt.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...a-1205621.html
    Macht korrumpiert die Leute nicht, die Leute korrumpieren die Macht


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