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  1. #1

    Warum setzt man nicht mehr auf Digitalisierung wenn sie so wichtig ist?

    Es wird zwar immer viel über Digitalisierung gesprochen, denke viele sind sich auch einig, dass es eine große Chance sein kann, wirklich umgesetzt wird dann aber meiner Erfahrung nach eher wenig bzw. nur sehr langsam.

    Woran kann das liegen?
    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was ist bei euch im Unternehmen beispielsweise schon verändert worden?
    Wo könntet ihr euch vorstellen wird sich bei euch noch etwas ändern?
    Bereitet ihr euch darauf vor, bildet ihr euch in dem Bereich weiter?

    Ich denke man spricht zwar gerne darüber, aber nur sehr wenige Menschen kennen sich wirklich damit aus und haben auch das Interesse sich in dem Bereich weiterzubilden.

    Hat man da vielleicht auch zu große Angst davor oder liegt es in erster Linie auch am Geld?

  2. #2
    Ich persönlich mag Digitalisierung nicht. Ich will mich auch nicht damit beschäftigen. Ging tausende Jahre ohne

  3. #3
    Zitat Zitat von Kalb Beitrag anzeigen
    Ging tausende Jahre ohne
    Ernsthaft? Nach der Logik, ist ja absolut alles dann überflüssig was sich die Menschheit in den letzten 1000 Jahren+ so aufgebaut hat....

  4. #4
    hautfarbenblind Avatar von ganzblau
    Ort: beim Drehen
    Gute Frage! Meine Antwort: Vorsicht ist immer angebracht, wenn man vorhat, sich von bestimmten Techniken abhängig zu machen, gesellschaftlich. Weil: Es ist immer möglich, dass es wieder "ohne" gehen muss.

    Nehmen wir nur schon die Digitalisierung von Medien - oder, als Beispiel, die spezifische Frage, wie Medieninhalte künftig gespeichert werden. Wenn man da flächendeckend auf Digitalisierung setzt und die Originale aus einer analogen Zeit (also z.B. Bücher, Film- und Videostreifen) nur noch elektronisch speichert, wird man in Zukunft auf Abspieltechnik angewiesen sein, um überhaupt noch irgendwas "lesen" zu können.

    Zum einen muss so eine Abspieltechnik so alle zehn Jahre erneuert bzw. gewechselt werden, weil sie überholt ist. Und sie muss gewartet werden. Und was ist, wenn das "Digitalisat" ausfällt Katastrophen und Kriege wird es immer geben. Von allen bisherigen Techniken ist vermutlich ausgerechnet die digitale am anfälligsten auf Störungen.

    Also riskieren wir nichts Geringeres als den Verlust unserer Geschichte. Wenn "alles" digitalisiert wird

    Das einfach als Beispiel. In diesem Zusammenhang bin ich übrigens dafür, denkwürdige Filme als Daumenkinos zu speichern - mit den Dialoglisten zum Nachsprechen

  5. #5
    Ich tu mich immer noch etwas schwer mit dem Begriff "Digitalisierung"
    Als wär bisher noch garnichts passiert oder das eine völlig neue Idee.
    Immer mehr Computer, immer mehr IT, immer mehr digitale Sachen - neue Möglichkeiten finden und umsetzen. So war es und so geht es immer weiter dachte ich. Normale Entwicklung halt.
    Plötzlich hat das einen Namen, der überall präsent ist.
    Als wir alle plötzlich Internet hatten, wurde kein Bohei darum gemacht


    Aber zu deiner Frage: Ich glaube, das liegt in erster Linie am Geld.
    Man muss ja nicht nur Geld in die Umstellung und Entwicklung sowie Ausstattung stecken.
    Sondern auch ins Personal. Das kann man nicht nebenher machen, macht man es nebenher, bleibt die bisherige Arbeit liegen (für die eh schon zu wenig Zeit ist).

    Außerdem mangelt es - wenn es nicht gerade entsprechende IT-Unternehmen sind - vielleicht auch wirklich an Kompetenzen.

    Die Digitalisierung in den Schulen soll ja auch vorangetrieben werden.
    Dazu gehört nicht nur die Vermitllung von Wissen an Lehrer und Schüler, sondern auch der sinnvolle Umgang damit (Vorteile, Gefahren).
    Da braucht es einfach in erster Linie an Geld.
    Statt hier und da ein paar Laptops und Smartboards und dann bleibt das Projekt nochmal 10 Monate liegen. Bis es weitergeht, sind die angeschafften Geräte schon veraltet.

    Angst (vor der digitalisierten Gesellschaft) bremst an manchen Stellen bestimmt auch aus.

  6. #6
    Zitat Zitat von ganzblau Beitrag anzeigen
    Es ist immer möglich, dass es wieder "ohne" gehen muss.
    Deshalb fände ich es gut, wenn einige grundlegende Sachen auch jederzeit weiterhin "ohne" gehen - diese Möglichkeit sollte nicht abgeschafft sondern nur um das digitale erweitern werden.
    Wenn es denn mal irgendwann ohne gehen muss, ist der Verlust der Geschichte vielleicht das geringere Problem.
    Dann sind die Leute auf einmal in eine Zeit katapultiert, wie wir vielleicht vor 20 Jahren hatten. Aber nicht mehr mit den Fähigkeiten, die wir damals zum Leben brauchten.

  7. #7
    noch ein so nen thread und ich baller dir eine :D Avatar von ruru I.O.F.F. Team
    Zitat Zitat von Kalb Beitrag anzeigen
    Ich persönlich mag Digitalisierung nicht. Ich will mich auch nicht damit beschäftigen. Ging tausende Jahre ohne
    Interessante Ansicht für jemanden mit knapp 30.000 Beiträgen in einem Online-Forum




    Hier ist Digitalisierung gerade das große Thema, das wird imho auch allerhöchste Zeit, damit man notwendige Entwicklungen nicht völlig verschläft

  8. #8
    Fußballpythia Avatar von Jaspis I.O.F.F. Team
    Ort: Doatmund
    Digitalisierung begleitet mich mein gesamtes Erwachsenenleben. Da ich noch einen Alltag vor dem Computer und computerisierten Systemen kenne, habe ich auch die praktischen Grenzen erlebt.
    Kleines Beispiel: Als ein großer Gläserhersteller seine Produktion und Verwaltung auf EDV umstelle, war es plötzlich nicht mehr möglich, kurzfristig Muster zu bekommen. Vorher hatte die entsprechende Abteilung ein gut sortiertes kleines Musterlager und konnte quasi von jetzt auf gleich darmit rüberkommen.
    Oder Dienstplan bei einer sozialen Einrichtung. Der umfasste ursprünglich mal pro Monat einen Bogen Papier, der von den Ehrenamtlichen handschriftlich ausgefüllt wurde. Mehr nicht. Inzwischen ist der Plan online und es ist ja so einfach, sich ein- und wieder auszutragen. Mit der Folge, dass jetzt gern mal kurzfristig Dienste nicht besetzt sind.
    Oder Fotos. Früher hatte man überschaubare Mengen von Negativen oder Dias. Da Abzüge teuer waren, ging man sorgsam mit dem Filmmaterial um. Wie viele Fotos sind wohl im Laufe der Zeit verschütt gegangen, weil Disketten oder CDs inzwischen defekt oder nicht mehr abspielbar sind - weil man verpennt hat, sie zu sichern?

    Ich nutze die modernen Möglichkeiten gern und bin auch neugierig, wohin sich das alles entwickeln wird. Minimal invasive OP-Techniken finde ich bespielsweise großartig! Wenn ich mir anschaue, wie z. B. heute große Gebäudekomplexe von Architekten geplant werden, dann ist das schon umwerfend.
    Mir ist klar, dass Schulen optimal ausgestattet werden sollten, aber wichtiger finde ich, dass es genügend Lehrer und heile Räumlichkeiten gibt. Unterrichten kann man auch mit Kreide an der Tafel, das sollten immer auch möglich sein. Schüler müssen auch analog Informationen finden und verarbeiten können, das sind grundlegende Kulturfertigkeiten.

    Ein paar Sachen halte ich nach wie vor analog vor. Ich kann nach wie vor Karten lesen und habe deshalb immer aktuelles Material. In meinem Bücherregal finden sich ein paar Grundlagenwerke über Pflanzenbestimmung und Kulturtechniken allgemeiner Art. Wir haben immer Kerzen im Haushalt und einen Gaskocher im Keller. Stromausfall ist schließlich möglich und auch die Gefahr böswilliger Angriffe auf Datenspeicher oder Versorger. Ein Prepper bin ich nicht, aber ich brauche auch nicht überall technische Helferlein.

  9. #9
    In meinem Job konnte ich die Auswirkung der Digitalisierung gut miterleben... was ursprünglich drei Mitarbeiterinnen Vollzeit gemacht haben wurde im ersten Schritt durch nur eine Person ersetzt, im zweiten hat diese Person dann nur noch 2 Stunden täglich damit verbracht und heute sind es etwa 2 Stunden wöchentlich. Macht mir das Sorgen? Nö, weil ich dafür zuständig war das so zu optimieren, war quasi größtenteils meine Idee.

    Und das waren keine Produktionsmitarbeiter die durch eine Maschine ersetzt wurden, sondern Büroangestellte.
    Gruß
    Michael

  10. #10
    ich könnte nicht sagen wo es in wien keine digitalisierung gibt!
    auch viele bibliothenken sind unterwegs.
    alles mit immo, bau, architektur, facility management. anwälte und notare.
    kleine autowerkstätten machen zt papierkram.


    die cloud schreitet voran, und kennt das problem des speichermediums kaum, denn das ist inkrementell, millionen an festplatten werden nach und nach auf neuere ausgewechselt. wenn da was verschwindet, dann aus politischer ursache.
    Das Netz hat keine Obergrenze.. Das Schöne: Im Netz ist jede Aussage wahr. -- Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden. (Heinz von Foerster)
    http://www.antiquealive.com/Blogs/Ha...ean_House.html

  11. #11
    semper fi
    Ort: Bielefeld
    Mich stört allein schon der ewige Begriff "Digitalisierung", bzw. wie hier in DE damit umgegangen wird.

    Beispiel: Mein Firmenwagen muss zum Service. Das zeigte mein Cockpit Anfang der Woche an.
    Ich rufe bei der Niederlassung bei der meine Fa. das Fahrzeug gekauft hat an, um einen Termin zu vereinbaren.

    - Moin, möchte bitte einen Service Termin vereinbaren.
    - Gerne, einmal ihr Kennzeichen bitte.
    - HL . ....
    - Hhmm.... sicher, dass Sie das Fahrzeug hier gekauft haben?
    - Ähm, ja? Warum?
    - Ich finde ihr Kennzeichen nicht im System. Bitte noch mal.
    - Kein Problem. HL . ....
    - Hhmmm.... ganz sicher?
    (an der Stelle hat das erste mal mein rechtes Auge gezuckt)
    - Sorry, aber.... also: Ich habe meine E-Klasse letztes Jahr August selbst bei Ihnen abgeholt. Afaik hat meine Fa. bei Ihnen schon mind. 20 PKW gekauft. Wie können wir das jetzt lösen?
    - Ich brauche bitte die Fahrzeugnummer aus ihrem Fahrzeugschein.
    - ... ... .... Kein Problem. Ich fahre gerne eben rechts ran, nehme den Fahrzeugschein und lese Ihnen alles vor was sie möchten.

    Nachdem ich das dann getan habe, sagt die Dame "Aaahhh... Sie werden es nicht glauben. Aber wir haben Ihr Kennzeichen nicht eingetragen. Ihre Fahrzeugnummer haben wir aber im System. Sie haben am XX.XX.2018 ihr Fahrzeug bei uns abgeholt, Herr XXX.
    Ich denke: Ach wirklich?!

    Dann sagt Sie folgendes: Schicken Sie mir doch bitte mal ihren Fahrzeugschein.
    - Wie bitte?
    - Ja machen Sie doch bitte mal ein Foto von ihrem Fahrzeugschein, schicken mir das per Email und dann trage ich das nach. Wir machen das jetzt digital.

    Leute, ernsthaft.
    Wenn das hier "digital" ist....

    Digital und 2.0 wären für mich, wenn die Karre anzeigt, dass Service fällig ist und gleich mögliche Termine in den 5 umliegenden MB Häusern checkt + vorschlägt. Ich muss das dann nur noch ein mal bestätigen.

    Und 4.0 wäre es, wenn ich den Wagen abends parke und er nachtsüber selbst zum Service fährt und frisch gewartet wieder zurückkehrt.

    Was wir hier größtenteils haben ist nicht mal "Neuland", das ist der Weg dorthin...

  12. #12
    semper fi
    Ort: Bielefeld
    Passender Nachtrag dazu...
    https://www.tagesschau.de/inland/bod...lizei-101.html

    Die Bundespolizei speichert Einsatzaufnahmen von Bodycams auf Servern von Amazon.
    Weil: "es gibt noch keine entsprechende staatliche Infrastrukur"


  13. #13
    Spät, aber doch bin ich auch auf diese Diskussion gestoßen... Schade, dass ich in letzter Zeit wenig Zeit zum privat Surfen gehabt habe, weil ich finde das Thema sehr interessant. Meines Erachtens gibt es Digitalisierung und Digitalisierung... Aber weitgehend ist diese meines Erachtens nützlich. Bibliotheken sind doch gerade ein gutes Beispiel hierfür... als ich am Anfang meiner Studienzeit ein Buch ausleihen wollte, ist die Suche oft noch manuell gewesen. Das hat dann teilweise eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Gott sei Dank hat das beim Verfassen meiner Diplomarbeit eindeutig besser funktioniert. Ich finde es beispielsweise auch gut, wenn man Hilfestellungen und Informationen via Chatbot oder WhatsApp erhält. Nur um andere Beispiele zu nennen. Ich merke aber, dass das auch eine Geschmackssache ist. Bezüglich der Arbeitsplätze hängt das denk ich von Unternehmen zu Unternehmen und von den jeweiligen Qualifikationen ab. Unser Chef hat im Vorjahr an einem Kongress teilgenommen und geendet hat es damit, dass alle Mitarbeiter an Board geblieben sind und sich aber je nach Kompetenzen auch anderen Aufgaben im Betrieb widmen können (beispielsweise im Kundenservice).

  14. #14
    Zitat Zitat von Edelstahl Beitrag anzeigen
    Was wir hier größtenteils haben ist nicht mal "Neuland", das ist der Weg dorthin...
    Sehe ich etwas anders. Das was du so beschreibst hat auch weniger mit Digitalisierung zu tun, als vielmehr Automatisierung und KI. Das ist nette SciFi, die so aber auch anderswo nicht Stand der Technik ist und zum alltäglichen Leben dazugehört.

    Generell kann ich auch nur schwer nachvollziehen worauf der Threadersteller mit der Frage hinaus will, da keine wirklichen Beispiele genannt werden. Wenn ich so 5-10 Jahre zurück denke und dann schaue, was heute über digitale Wege alles möglich ist (gerade auch in bürokratischen Angelegenheiten), dann hat sich einiges getan. Natürlich geht immer mehr (und was wird auch immer weiter voranschreiten), aber dass speziell Deutschland hier "Neuland" betritt ist doch weit weg der Realität - das mag für unsere Kanzlerin alles neu sein, aber nicht für viele Unternehmen, Behörden und Bürger.

  15. #15
    Zitat Zitat von Snappy77 Beitrag anzeigen
    In meinem Job konnte ich die Auswirkung der Digitalisierung gut miterleben... was ursprünglich drei Mitarbeiterinnen Vollzeit gemacht haben wurde im ersten Schritt durch nur eine Person ersetzt, im zweiten hat diese Person dann nur noch 2 Stunden täglich damit verbracht und heute sind es etwa 2 Stunden wöchentlich. Macht mir das Sorgen? Nö, weil ich dafür zuständig war das so zu optimieren, war quasi größtenteils meine Idee.

    Und das waren keine Produktionsmitarbeiter die durch eine Maschine ersetzt wurden, sondern Büroangestellte.
    Das ist aber böse!

    Ansonsten, mir macht das Thema im Alltag jetzt auch nicht unbedingt Angst. Ich hab jetzt trotz Facebook auch das Denken nicht verlernt und bekomme keine Schnappatmung, weil meine Tochter ein Smartphone benutzt.


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