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Ergebnis 331 bis 345 von 2781
  1. #331
    Zitat Zitat von vergas Beitrag anzeigen
    Wer behauptet denn so was? Schröder hat gewonnen, weil die Deutschen Helmut Kohl damals völlig überdrüssig waren und weil er die Wähler von der CDU holen konnte, die ihm die Kompetenz in wirtschaftlichen Fragen zubilligten, etwas woran die SPD weitestgehend gescheitert ist. Und so weit ich mich erinnere, hat Lafontaine als Kanzlerkandidat eines der schlechtesten Ergebnisse überhaupt eingefahren.

    Und was seinen Abgang damals betrifft - mE wollte er Schröder als Marionette einsetzen und selbst im Hintergrund die Fäden ziehen. Dabei hat er Schröders eigenen Machtwillen völlig unterschätzt.
    Lafontaine war immer das Herz der SPD und sprach deren Seele an sowie die Stammwähler, er war der Malocher, der Kumpel. Schröder war innerhalb der SPD nicht so der Held, er sollte mit seiner Eloquenz die Wechselwähler aktivieren, was auch gelang. Aber der Anteil Lafontaines an diesem Sieg war recht gross.
    In dem Artikel von Dom steht auch, daß Lafo damals auch schon vorher gegen Kohl gewonnen hätte, wenn die Wende nicht dazwischen gekommen wäre. Kohl konnte die Euphorie besser nutzen, machte Versprechungen über Versprechungen, während Lafontaine realistischer und etwas Kühler daher kam, nur Realismus und Bedenken waren damals nicht gefragt. Ich wählte damals auch die SPD, weil ich damals schon Kohl nicht glaubte und mir das zu euphorisch und übertrieben war. . Ich war dann später auch nicht so enttäuscht als andere Ossis, weil Kohls Versprechungen doch nicht so einschlugen wie erhofft. Aber Kohl wurden diese Enttäuschungen dann zum Verhängnis.
    Dazu machte die Union damals nicht nur einen Rote Socken Wahlkampf gegen die PDS, sondern auch gegen Lafontaine, standen damals ja überall die Plakate herum von Honecker mit Lafontaine, als ob Kohl oder Strauß nicht auch Honecker die Hand geschüttelt hätte. Hatte damals aber seine Wirkung erzielt.
    Geändert von Manitu (04-06-2019 um 00:55 Uhr)

  2. #332
    Zitat Zitat von Manitu Beitrag anzeigen
    Lafontaine war immer das Herz der SPD und sprach deren Seele an sowie die Stammwähler, er war der Malocher, der Kumpel. Schröder war innerhalb der SPD nicht so der Held, er sollte mit seiner Eloquenz die Wechselwähler aktivieren, was auch gelang. Aber der Anteil Lafontaines an diesem Sieg war recht gross.
    In dem Artikel von Dom steht auch, daß Lafo damals auch schon vorher gegen Kohl gewonnen hätte, wenn die Wende nicht dazwischen gekommen wäre. Kohl konnte die Euphorie besser nutzen, machte Versprechungen über Versprechungen, während Lafontaine realistischer und etwas Kühler daher kam, nur Realismus und Bedenken waren damals nicht gefragt. Ich wählte damals auch die SPD, weil ich damals schon Kohl nicht glaubte und mir das zu euphorisch und übertrieben war. . Ich war dann später auch nicht so enttäuscht als andere Ossis, weil Kohls Versprechungen doch nicht so einschlugen wie erhofft.
    Dazu machte die Union damals nicht nur einen Rote Socken Wahlkampf gegen die PDS, sondern auch gegen Lafontaine, standen damals ja überall die Plakate herum von Honecker mit Lafontaine, als ob Kohl oder Strauß nicht auch Honecker die Hand geschüttelt hätte. Hatte damals aber seine Wirkung erzielt.
    Ob Lafontaine wirklich das Herz und die Seele der SPD war und auch noch als Kumpel und Malocher wahrgenommen wurde? das halte ich doch für sehr fragwürdig.
    Was den Wahlkampf von 1990 angeht, (bei dem Lafontaine als Kanzlerkandidat tatsächlich das schlechteste Ergebnis für die SPD seit 1957 holte, danach hat die SPD erst 2009 wieder ein schlechteres Ergebnis bei einer Bundestagswahl erreicht), darf man dabei auch nicht vergessen, dass die SPD in sich hinsichtlich der Bewertung der Einheit gespalten war, und besonders Willy Brandts Position ziemlich konträr zu der von Lafontaine, und am Ende näher an der von Kohl war.

    Anders Willy Brandt, der im Monat des Mauerfalls dessen Motto prägte, "nun wächst zusammen, was zusammen gehört": Der Alt-Kanzler zeigte fortan großes Engagement im Wiedervereinigungsprozess, den er als späte Frucht seiner hart umkämpften Ost-Politik interpretierte. Die Einheitsbefürworter und -gegner prallten im Dezember 1989 frontal auf dem Parteitag aufeinander, auf dem ursprünglich das neue, inzwischen uninteressante, Grundsatzprogramm präsentiert werden sollte. Wie unentschieden die SPD in dieser Frage war, zeigte sich, als die Delegierten sowohl zunächst Brandt als auch einen Tag später Lafontaine zujubelten.
    Und was du realistischer und kühler nennst, das wirkte offenbar auf nicht wenige der Ostwähler eher arrogant, also dem Image eines "Kümmerers" für die Ostdeutschen, das sich seine spätere politische Heimat auf die Fahnen schrieb, hat er sich in dieser Zeit verweigert, auch wenn er damit inhaltlich gar nicht so falsch lag.
    Auch im Jahr des Wahlkampfs blieb Lafontaine bei seiner Position, obwohl sich schnell herausstellte, dass es die weniger populäre war. Besonders die Ostdeutschen verübelten ihm die Nörgelei: Stand die CDU für lang gehegte Bedürfnisse – "Keine Kohle ohne Kohl", so der inoffizielle Wahlspruch –, verkörperte Lafontaine dagegen für viele die unsympathische Variante des "Wessi"-Politikers. Einer, der seine ostdeutschen Zuhörer unwirsch belehrte: "Der Wohlstand muss von Ihnen erarbeitet werden. Das werden harte Jahre, krempeln Sie die Ärmel auf!"
    https://www.spiegel.de/politik/deuts...-a-477048.html
    Geändert von little maggie (04-06-2019 um 01:33 Uhr)

  3. #333
    vom Blitz getroffen Avatar von BlackGirl
    Ort: Kölle
    Natürlich hatte Lafontaine recht und nicht wenigen war damals schon bewusst, daß Kohls Versprechen von den blühenden Landschaften nicht haltbar ist. Aber damals wie heute glaubt man halt eher den Politikern, der einem das Blaue vom Himmel verspricht.

  4. #334
    Kommentar von Arnold Schölzel in der heutigen "Jungen Welt"

    https://www.jungewelt.de/artikel/356...zte-frist.html

    Andrea Nahles ist jetzt am Auftrag gescheitert, das »Erneuerung« genannte Linksblinken mit Regierungsstabilisierung zu verbinden. Nun bleibt nur Letzteres. Ihr Versagen, da hat die FAZ recht, ist das der SPD, genauer: Deren Funktionslosigkeit im heutigen Kapitalismus wurde noch sichtbarer als zuvor. Neue Aufgaben sind für die SPD nicht vorgesehen, für Ausbeutung und Krieg stehen Grüne und FDP zur Verfügung. Wird die nächste Krise zu scharf, können AfD-Saiten aufgezogen werden.

  5. #335
    homo novus Avatar von caesar
    Ort: milchstrasse
    Den Grünen sei dank: Nun kann man wieder in den Krieg ziehen ohne dummen Kommentare (natürlich nur mit UN-Mandat und als Gehilfe der Franzosen/USA/NATO).

    Der Pazifismus der Alt-Parteien bis zum Kosovo-Krieg ist damit Geschichte.
    das melken eines leeren euters bewirkt nur,
    das man vom melkstuhl gestossen wird.

    rise and rise again until the lambs become to lions.

  6. #336
    1st Präsident of the IOFF Avatar von Üfli
    Zitat Zitat von Robert1965 Beitrag anzeigen
    Kommentar von Arnold Schölzel in der heutigen "Jungen Welt"

    https://www.jungewelt.de/artikel/356...zte-frist.html
    Naja, die Haus- und Hofzeitung der Linken ist vielleicht ein klitzekleines bisschen gefärbt.
    1st Präsident of the IOFF!
    Authentisch, kompetent, volksnah
    Jetzt auch mit Imagewechsel und in unsachlich!

  7. #337
    1st Präsident of the IOFF Avatar von Üfli
    Zitat Zitat von little maggie Beitrag anzeigen
    Ob Lafontaine wirklich das Herz und die Seele der SPD war und auch noch als Kumpel und Malocher wahrgenommen wurde? das halte ich doch für sehr fragwürdig.
    Was den Wahlkampf von 1990 angeht, (bei dem Lafontaine als Kanzlerkandidat tatsächlich das schlechteste Ergebnis für die SPD seit 1957 holte, danach hat die SPD erst 2009 wieder ein schlechteres Ergebnis bei einer Bundestagswahl erreicht), darf man dabei auch nicht vergessen, dass die SPD in sich hinsichtlich der Bewertung der Einheit gespalten war, und besonders Willy Brandts Position ziemlich konträr zu der von Lafontaine, und am Ende näher an der von Kohl war.



    Und was du realistischer und kühler nennst, das wirkte offenbar auf nicht wenige der Ostwähler eher arrogant, also dem Image eines "Kümmerers" für die Ostdeutschen, das sich seine spätere politische Heimat auf die Fahnen schrieb, hat er sich in dieser Zeit verweigert, auch wenn er damit inhaltlich gar nicht so falsch lag.

    https://www.spiegel.de/politik/deuts...-a-477048.html


    Die seit Jahren versuchte Legendenbildung um unseren Napoleon von der Saar, was sein Wirken unter Schröder angeht, ist immer wieder interessant. Vor allem wie man unentwegt versucht, sein Kneifen und Weglaufen ins genehme Licht zu rücken...
    1st Präsident of the IOFF!
    Authentisch, kompetent, volksnah
    Jetzt auch mit Imagewechsel und in unsachlich!

  8. #338
    Gäbe es ein Ranking, das den erfolglosesten Kanzlerkandidaten aller Zeiten sucht, Oskar Lafontaine würde einen Spitzenplatz einnehmen. Mit ihm holte die SPD im Jahr der Deutschen Einheit 33,5 Prozent, das bis heute schlechteste Ergebnis seiner Partei seit 1957.
    Wer hätte damals (2007) gedacht, dass 33,5 % für die SPD mal ein Traumergebnis sein könnte. Wie sich die Zeiten doch ändern.
    "Wenn du die Welt vereinen willst, gründe mehr Rockbands, nicht politische Parteien und Religionen" - Gene Simmons

  9. #339
    *321* Avatar von suboptimal
    Ort: Ein Schritt vor Belgien
    Zitat Zitat von Üfli Beitrag anzeigen


    Die seit Jahren versuchte Legendenbildung um unseren Napoleon von der Saar, was sein Wirken unter Schröder angeht, ist immer wieder interessant. Vor allem wie man unentwegt versucht, sein Kneifen und Weglaufen ins genehme Licht zu rücken...


    Und 1990 habe ich ihn noch klasse gefunden und einige Wahlkampfauftritte von ihm besucht. Nach dem Mimimi-Abgang aus der Regierung war er für mich politisch gestorben.
    *Jeder Jeck es anders* *Et es, wie et es* *Et kütt, wie et kütt* *Et hätt noch emmer jot jejange* *Wat fott es, es fott* *Et bliev nix, wie et woor* *Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domett* *Wat wellste mache?* *Mach et joot, ävver nit ze off* *Wat soll de Quatsch?* *Drinkste eene met?*

  10. #340
    Zitat Zitat von caesar Beitrag anzeigen
    Den Grünen sei dank: Nun kann man wieder in den Krieg ziehen ohne dummen Kommentare (natürlich nur mit UN-Mandat und als Gehilfe der Franzosen/USA/NATO).

    Der Pazifismus der Alt-Parteien bis zum Kosovo-Krieg ist damit Geschichte.
    Die Grünen sorgen auch für das nötige gute Gewissen bei Kriegen der "westlichen Wertegemeinschaft" - nach dem Motto "Bomben für die Menschenrechte"
    http://www.ioff.de/signaturepics/sigpic38577_4.gif

  11. #341
    Zitat Zitat von Experte Beitrag anzeigen
    Das waren noch Zeiten:
    Meine "Lieblingsstelle" ist ab 1:58:

    Nahles: "Die einzige Botschaft war, wir werden das jetzt alles besser machen! Aber wie, an welchen Punkten... Das ist mir bis jetzt noch nicht klar."

    Das klingt wie eine perfekte Beschreibung der SPD der letzten Jahre/ Jahrzehnte.
    Geändert von robin1 (04-06-2019 um 09:44 Uhr)

  12. #342
    Zitat Zitat von BlackGirl Beitrag anzeigen
    Natürlich hatte Lafontaine recht und nicht wenigen war damals schon bewusst, daß Kohls Versprechen von den blühenden Landschaften nicht haltbar ist. Aber damals wie heute glaubt man halt eher den Politikern, der einem das Blaue vom Himmel verspricht.
    Die grünen Wiesen hat es ja gegeben - aber sonst zu wenig Überlegungen was man hätte erhalten können.
    Bis heute bleibt auch die Aussage von Oscar für mich richtig, das es der Euro ohne angeglichene Steuersysteme dauerhaft schwer haben wird.


    Aber hier ist es schwierig überhaupt was ok zu finden

  13. #343
    Silvia-Seidel-Gedenker Avatar von Dr. Mauso
    Ort: Hamburg
    Was sollte eine neue Nummer 1 an der SPD-Spitze an der desolaten SPD-Situation eigentlich ändern können?
    Selbst wenn die Groko ein SPD-Programm in Reinkultur umsetzen würde, käme es nie beim Wähler an.
    Nicht mal August Bebels Wiedergänger oder vielleicht auch Willy Brandt könnte die SPD aus der Krise führen

    Es führt kein Weg am Koalitionsbruch vorbei. Nur das und wirklich nur das wäre ein Neuanfang. Dass Maas und Scholz noch gerne bis Herbst 2021 Minister bleiben wollen ist aus ihrer Sicht verständlich. Doch die SPD ist eben doch keine Union und die SPD-Basis ist nicht die Unionsbasis. Die Groko wird sich jetzt noch ein paar Monate weiterschleppen, und hoffen, dass nach dem Sommerferien alles ganz toll ist...wird es aber nicht. Im Herbst wird die Groko scheitern, ein paar Monate später Neuwahlen, Wechsel im Kanzleramt etc.
    Die mittlere Funktionärsebene, die Leute die einen Titel haben, aber keine Diäten bekommen, werden letztendlich die Partei zum Koalitionsbruch zwingen.

  14. #344
    Zitat Zitat von Rebo Beitrag anzeigen
    Aber hier ist es schwierig überhaupt was ok zu finden
    Das glaube ich nicht. Es ist nur schwierig auszuhalten, dass viele Leute anderer Meinung sind.

  15. #345
    Zitat Zitat von Dr. Mauso Beitrag anzeigen
    Was sollte eine neue Nummer 1 an der SPD-Spitze an der desolaten SPD-Situation eigentlich ändern können?
    Selbst wenn die Groko ein SPD-Programm in Reinkultur umsetzen würde, käme es nie beim Wähler an.
    Nicht mal August Bebels Wiedergänger oder vielleicht auch Willy Brandt könnte die SPD aus der Krise führen

    Es führt kein Weg am Koalitionsbruch vorbei. Nur das und wirklich nur das wäre ein Neuanfang. Dass Maas und Scholz noch gerne bis Herbst 2021 Minister bleiben wollen ist aus ihrer Sicht verständlich. Doch die SPD ist eben doch keine Union und die SPD-Basis ist nicht die Unionsbasis. Die Groko wird sich jetzt noch ein paar Monate weiterschleppen, und hoffen, dass nach dem Sommerferien alles ganz toll ist...wird es aber nicht. Im Herbst wird die Groko scheitern, ein paar Monate später Neuwahlen, Wechsel im Kanzleramt etc.
    Die mittlere Funktionärsebene, die Leute die einen Titel haben, aber keine Diäten bekommen, werden letztendlich die Partei zum Koalitionsbruch zwingen.
    Ich hab´ zunächst ja zugestimmt zur GROKO würde das jetzt aber auch so sehen -
    Ein paar Monate nur mit der CDU wäre für etwas mehr Belebung bei Abstimmungen doch ok. -


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