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Ergebnis 16 bis 30 von 243
  1. #16
    Ich komme in Frieden. Auf ewig! Avatar von dracena I.O.F.F. Team
    Ort: Mördergrube
    Man kann natürlich Probleme konstruieren wie das mit den Ausländern, die nicht genug deutsch können.
    Ich bin sicher, sowohl Patientenverfügungen als auch Informationen über Organspende sind in sehr vielen Sprachen verfügbar - wer will, kann sich informieren.
    Und genau darum geht es: es ist eine Frage des Wollens. Wer nicht will, der soll doch einfach nein sagen. Und dann bitte auch auf ein Spenderorgan verzichten.
    Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.
    (Mark Twain)

    http://www.terre-des-femmes.de/

  2. #17
    Zitat Zitat von dracena Beitrag anzeigen
    Wer nicht will, der soll doch einfach nein sagen. Und dann bitte auch auf ein Spenderorgan verzichten.
    Diese Relation wäre mir neu.
    Aber man weiß ja nie, auf welche Ideen unsere Politiker noch kommen ...
    We're too young until we're too old - We're all lost on the yellow brick road - We climb the ladder but the ladder just grows - We're born, we work, we die, it's spiritual
    (Kenny Chesney - "Rich And Miserable")

  3. #18

  4. #19
    Zitat Zitat von Will.Hunting Beitrag anzeigen
    Ich finde Stellas Einwände schon berechtigt. ... Ein Schwerstmehrfachbehinderter, der sich aufgrund massivster kognitiver Einschränkungen zeitlebens nie mit den Thema auseinandersetzen und nach eigenem Willen entsprechend positionieren konnnte, wird automatisch Organspender? Das sind Menschen, die von Geburt an zappelnd und sabbernd, gewindelt in ihrem Rollstuhl sitzen und bei denen auch erfahrene Bezugspersonen oft nur eine GANZ vage Einschätzung abgeben können, was die Person von ihrer Umwelt wahrnimmt.


    Wie problematisch ist für Menschen mit Behinderung die pauschalisierte Einwilligung zur Organspende?
    Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland lehnt Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Spahn vehement ab.
    Das ist ein älterer Artikel aus dem letzten September. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen Gesetzentwurf. Aktuell heißt es:

    Hat der mögliche Organ- oder Gewebespender eine Erklärung zur Organ- oder Gewebespende nicht abgegeben und war er vor Feststellung des Todes nach § 3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 nicht in der Lage, Wesen, Bedeutung und Tragweite einer Organ- oder Gewebespende zu erkennen und seinen Willen danach auszurichten, ist eine Organ- oder Gewebeentnahme unzulässig.
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/110/1911096.pdf

    Außerdem müssen die Transplantationsärzte zur Organentnahme gemäß der doppelten Widerspruchslösung bei fehlendem Registereintrag verpflichtend den nächsten Angehörigen befragen, ob ein entgegenstehender Wille des möglichen Organ- oder Gewebespenders bekannt ist. So ein Befragungsbogen wird recht ausführlich sein, weil die Transplantationsärzte sich drei- und vierfach absichern müssen.

  5. #20
    Zitat Zitat von dracena Beitrag anzeigen
    Wer nicht will, der soll doch einfach nein sagen. Und dann bitte auch auf ein Spenderorgan verzichten.
    Das nennt sich dann Reziprozitätslösung. Nun muss man vielleicht nicht ganz so weit gehen, Noch-Nicht-Spendenbereite von der Organspende auszuschließen, aber es wäre denkbar, erklärte Organspender bei der Vergabe von Organen zu bevorzugen, d.h. die Wartezeit auf ein Organ zu verkürzen. So funktioniert es bspw. in Israel.
    Geändert von Descartes (27-06-2019 um 09:00 Uhr)

  6. #21
    Zitat Zitat von BlackGirl Beitrag anzeigen
    Also, das Thema ist für meine 12jährige nicht zu komplex. Abgesehen davon, die Frage ist recht einfach: Ja oder nein. Und was für mich persönlich angeht, es gibt für mich kein einziges schlüssiges Argument, das GEGEN eine Organspende spricht.
    Für MICH auch nicht. Ich kenne allerdings zwei Menschen in meinem Umfeld, die dagegen sind und ja, die haben auch Argumente. In meinen Augen sind die nicht schlüssig aber das ändert ja nichts. Und die können ja aktiv "nein" sagen.

    Zitat Zitat von Will.Hunting Beitrag anzeigen
    Ich finde Stellas Einwände schon berechtigt. ... Ein Schwerstmehrfachbehinderter, der sich aufgrund massivster kognitiver Einschränkungen zeitlebens nie mit den Thema auseinandersetzen und nach eigenem Willen entsprechend positionieren konnnte, wird automatisch Organspender? Das sind Menschen, die von Geburt an zappelnd und sabbernd, gewindelt in ihrem Rollstuhl sitzen und bei denen auch erfahrene Bezugspersonen oft nur eine GANZ vage Einschätzung abgeben können, was die Person von ihrer Umwelt wahrnimmt.
    Aber diese Menschen haben ja leider eigentlich niemals die volle Kontrolle über ihren Körper. Auch nicht wenn es um Untersuchungen, Behandlungen usw. geht.

    Zitat Zitat von dracena Beitrag anzeigen
    Und genau darum geht es: es ist eine Frage des Wollens. Wer nicht will, der soll doch einfach nein sagen. Und dann bitte auch auf ein Spenderorgan verzichten.
    Ich würde das begrüßen aber das wird natürlich nicht passieren.
    Was auch gut so ist, wenn man das neutral betrachtet.

  7. #22
    Zitat Zitat von Descartes Beitrag anzeigen
    Das ist ein älterer Artikel aus dem letzten September. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen Gesetzentwurf. Aktuell heißt es:



    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/110/1911096.pdf

    Außerdem müssen die Transplantationsärzte zur Organentnahme gemäß der doppelten Widerspruchslösung bei fehlendem Registereintrag verpflichtend den nächsten Angehörigen befragen, ob ein entgegenstehender Wille des möglichen Organ- oder Gewebespenders bekannt ist. So ein Befragungsbogen wird recht ausführlich sein, weil die Transplantationsärzte sich drei- und vierfach absichern müssen.
    DAS ist der entscheidende Satz bei der ganzen Sache. Und deshalb würde ich jedem empfehlen sich eher von einem erfahreren Arzt beraten zu lassen, anstatt Zeitungsartikel dazu zu lesen. Dort wird nämlich nur zu oft das Bild beschworen, daß da mal eben lapidar von einem (!) Arzt der Hirntod festgestellt wird und dann halt alles ausgeschlachtet wird, was der Markt eben gerade benötigt. Dass das Ängste schürt, wundert mich nicht groß.

    Aber wir sind hier nicht in Hollywood, wenn es zur Spende kommt, ist das ein umständlicher Prozess. Mehrere voneinander unabhängige Ärzte sind beteiligt inkl. sehr viel Papierkram.

    So und wer sich trotz wissenschaftlicher Aufklärung immer noch unsicher ist, soll sich doch einfach fragen, ob er im Zweifelsfalle ein Spenderorgan haben möchte. Wer dies klar und deutlich mit "ja" beantworten kann, sollte auch selbst zur Spende bereit sein, das ist nur fair. Wir leben in einer Solidargemeinschaft, wer nimmt, sollte auch geben können wollen. Auch ein ethischer Gesichtspunkt.

  8. #23
    antiesk Avatar von raf
    Ort: in Gedanken bei P.
    Ich bin ja froh, wie das bei uns in Österreich geregelt ist, wer das nicht möchte, kann ja widersprechen.

    Übrigens auch, wenn ihr in Österreich auf Urlaub seid, falls was passieren sollte, gilt dann auch für Deutsche das Widerspruchsrecht, d.h. ihr müsstet einen Zettel mitführen, der erklärt, dass ihr keine Organe spenden möchtet. Weiss nicht, ob das allgemein bekannt ist!

  9. #24
    Wenn tot, dann tot... Da ist es mir egal, wer sich dann aus mir bedient, um damit anderen zu helfen.

  10. #25
    Zitat Zitat von robin1 Beitrag anzeigen
    Wenn tot, dann tot... Da ist es mir egal, wer sich dann aus mir bedient, um damit anderen zu helfen.


    Mir ist es auch egal, wo meine Urne anschließend verbuddelt wird.

  11. #26
    Zitat Zitat von robin1 Beitrag anzeigen
    Wenn tot, dann tot... Da ist es mir egal, wer sich dann aus mir bedient, um damit anderen zu helfen.
    Da ich über das Prozedere als medizinischer Laie nicht komplett informiert bin: Wenn einem Organe entnommen werden, bedeutet dies aber nicht zwangsläufig, dass diese auch für eine Transplantation verwendet werden (können), oder? Wie ist da die Quote?

    Böse formuliert: Man wird dann ggf. ausgeweidet, ohne jemandem damit zu helfen.
    We're too young until we're too old - We're all lost on the yellow brick road - We climb the ladder but the ladder just grows - We're born, we work, we die, it's spiritual
    (Kenny Chesney - "Rich And Miserable")

  12. #27
    Zitat Zitat von ManOfTomorrow Beitrag anzeigen
    Da ich über das Prozedere als medizinischer Laie nicht komplett informiert bin: Wenn einem Organe entnommen werden, bedeutet dies aber nicht zwangsläufig, dass diese auch für eine Transplantation verwendet werden (können), oder? Wie ist da die Quote?

    Böse formuliert: Man wird dann ggf. ausgeweidet, ohne jemandem damit zu helfen.
    Das passiert auch, wenn das Organ an sich passt, aber wieder abgestossen wird oder schlimmsten Fall, der Empfänger dennoch verstirbt. Gibt halt keine 100% Erfolgsgarantie.

  13. #28
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Ich würde im Fall der Widerspruchslösung widersprechen, da ich zwar nicht generell gegen Organspende bin, aber gegen die derzeitige Praxis. (Und bevor hier jemand Schnappatmung bekommt, ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht die Annahme eines Organs derzeit vorstellen).

    Für mich wäre eine Voraussetzung für die Organspende die verpflichtende Narkose des Organspenders. Ich halte die Wahrscheinlichkeit zwar für äußerst gering, dass bei korrekter Hirntoddiagnose noch eventuelles Schmerzrestempfinden des Organspenders vorhanden ist, aber ich denke man sollte diesbezüglich auf Nummer sicher gehen. Es wird teilweise narkotisiert, aber oft nur deshalb, um Reflexbewegungen (Lazaruseffekt) zu verhindern. Verpflichtend ist sie jedenfalls nicht.

    Bei Hirntoddiagnosen passieren Fehler, sie werden nicht immer richtig diagnostiziert, auch weil sie nicht immer durch Experten wie z.B. Neurologen durchgeführt werden.
    In einem Fall - bei einem Kleinkind - entnahmen Mediziner Organe für die Transplantation, ohne dass der Hirntod richtig diagnostiziert worden war. In acht weiteren Fällen aus den vergangenen drei Jahren, die der SZ vorliegen, haben Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) die Fehler gerade noch rechtzeitig vor der Organentnahme entdeckt.
    https://www.sueddeutsche.de/gesundhe...ntot-1.1891373
    Der Artikel ist insgesamt sehr lesenswert.

    Eine weitere Organtransplantation wurde nach Aufschneiden des Organspenders abgebrochen, weil Zweifel an der korrekten Hirntoddiagnose bestanden.
    (s. z.B. hier https://www.merkur.de/leben/gesundhe...r-4619490.html und hier https://www.spiegel.de/gesundheit/di...-a-954167.html)

    Außerdem ist das Hirntod-Konzept auch unter Medizinern nicht völlig unumstritten. Ich kenne selbst Ärzte und Wissenschaftlicher, die in der Neurologie arbeiten/gearbeitet haben und selbst nicht spenden werden. Nicht falsch verstehen, die Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland ein korrekt als hirntod Diagnostizierter wieder aufwacht, halte ich für ausgeschlossen, ob aber nicht noch ein Restempfinden vorhanden ist, kann man mMn nicht völlig ausschließen, auch wenn ich die Wahrscheinlichkeit für sehr, sehr gering halte. Das Gehirn ist ein komplexes Gebilde, das noch nichtmal annähernd erforscht ist. Bewegungen, gesteigerte Atmung, höherer Blutdruck des Organspenders rein als Reflexe abzutun, halte ich persönlich für zweifelhaft. Wer weiss, welche Erkenntnisse es in 10, 20 Jahren zum Hirntod bzw. Hirnfunktionen geben wird.

    Hier noch ein paar Artikel bezüglich der Hirntoddiagnostik:
    https://www.sueddeutsche.de/gesundhe...tote-1.1299076
    https://www.aerztezeitung.de/medizin...hirntodes.html
    https://www.suedkurier.de/ueberregio...350069,9907857
    Edit: https://www.heise.de/tp/features/Wan...t-4399929.html

    Ich fände es aufgrund dieser Punkte wichtig, dass die Narkose verpflichtend wäre, das gebietet ehrlich gesagt mMn auch der Respekt gegenüber dem Organspender und ich verstehe nicht, warum das nicht gemacht wird.

    Aber ich finde generell auch einiges andere, wie z.B. die Formulierungen in den "Informationsschreiben" der DSO bzw. die Skandale um Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe fragwürdig. Das allein wären für mich aber keine Gründe gegen eine Organspende, auch wenn sie mein Vertrauen nicht gerade stärken.
    Geändert von dedeli (27-06-2019 um 10:21 Uhr) Grund: Weiteren Artikel eingefügt

  14. #29
    Zitat Zitat von ManOfTomorrow Beitrag anzeigen
    Da ich über das Prozedere als medizinischer Laie nicht komplett informiert bin: Wenn einem Organe entnommen werden, bedeutet dies aber nicht zwangsläufig, dass diese auch für eine Transplantation verwendet werden (können), oder? Wie ist da die Quote?

    Böse formuliert: Man wird dann ggf. ausgeweidet, ohne jemandem damit zu helfen.
    Auch das wäre mir dann egal... ich bekomme davon ja nichts mehr mit.

  15. #30
    Zitat Zitat von raf Beitrag anzeigen
    Ich bin ja froh, wie das bei uns in Österreich geregelt ist, wer das nicht möchte, kann ja widersprechen.

    Übrigens auch, wenn ihr in Österreich auf Urlaub seid, falls was passieren sollte, gilt dann auch für Deutsche das Widerspruchsrecht, d.h. ihr müsstet einen Zettel mitführen, der erklärt, dass ihr keine Organe spenden möchtet. Weiss nicht, ob das allgemein bekannt ist!
    Interessant, das wusste ich nicht.
    Gilt das nur für Österreich oder auch für andere Länder, die die Widerspruchsregelung haben, wie z.B. Spanien?


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