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Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1

    Wieder Stierkampf auf Mallorca

    Der blutige Stierkampf ist zurück auf Mallorca. Und auch in anderen Regionen Spaniens, Südfrankreichs und Portugals kann oder will man nicht von dieser barbarischen Tradition lassen.

    Ich fühlte mich überrumpelt, als dieser Tage ein Bericht über die Entscheidung des spanischen Verfassungsgerichts in der Tagesschau kam, der auch gleich mit entsprechenden Bildern aus der ersten Corrida seit der Gerichtsentscheidung illustriert wurde. Ich hatte Mühe, schnell genug wegzugucken...

    (Vorsicht, nur für Leute mit guten Nerven...)

    https://www.tagesschau.de/ausland/st...lorca-111.html

    Seitdem beschäftigt mich das Thema wieder, das viel zu schnell aus den Nachrichten verschwunden ist. Es ist nicht neu, aber so lange aktuell, bis diese elende Tradition endlich der Vergangenheit angehört.


    Befürworter des Stierkampfs sagen, die Stiere hätten es doch gut, sie hätten vier Jahre lang ein schönes, artgerechtes Leben im Freiland - das sei viel besser als es die meisten Zuchttiere hätten. Das Leiden der Stiere sei auf 20 - 30 Minuten begrenzt.

    Und es wird angeführt, dass bei einem Verbot die Kampfstiere aussterben würden (die übrigens sehr hohe Preise erzielen). Dass auch das ewige Arbeitsplatzargument kommt, darf nicht weiter verwundern...

    Was gegen Stierkampf spricht, ist wohl offensichtlich. Vor allem eins: Hier werden systematisch Tiere gequält, nur zum reinen "Vergnügen" von Menschen, zu ihrer Belustigung.

    Es muss sicher nicht erwähnt werden, dass auch die Lebensbedingungen (bis hin zur Schlachtung) von sog. Nutztieren noch ganz erheblicher Verbesserungen bedürfen, aber das kann aus meiner Sicht kein Argument für sinnlose Tierquälerei zur Volksbelustigung sein.

    Es sollte endlich auf europäischer Ebene ein komplettes Verbot des Stierkampfs geben. Tradition und "Kulturgut" kann mE keine Rechtfertigung sein; Hexenverbrennungen hatten auch mal Tradition, und niemand würde wohl heute argumentieren, dass man sie deshalb wieder einführen sollte. Nicht jede noch so zweifelhafte Tradition verdient es, aufrecht erhalten zu werden. Auch ein Volk oder ein Kulturkreis kann (und sollte) sich weiter entwickeln. Nichts anderes bedeutet Zivilisation.


    Zu Ehren der bzw. im Gedenken an die getöteten Stiere:

    La Corrida - Francis Cabrel - live

    Text und Übersetzung

    https://muzikum.eu/en/127-6372-21739...anslation.html
    Geändert von Jaspis (14-08-2019 um 09:07 Uhr) Grund: Urheberrechtsverletzung

  2. #2
    ich rechne das zu einem rechtsruck der spanischen/latino kulturen.
    man sollte bolsonaro fragen, ob ihm auch stierkampf gefällt.
    oder ob sie das nun auch in ecuador machen.
    ich hatte mit 18 einen einzigen stierkampf gesehen, barcelona oder so. verstand aber nicht, was die so geil dran fanden.
    der film mit sharon stone war was anderes, fand ich faszinierend, aber eigentlich sollte der vergangene dinge beschreiben, sind aber nicht vergangen.
    Das Netz hat keine Obergrenze.. Das Schöne: Im Netz ist jede Aussage wahr. -- Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden. (Heinz von Foerster)
    http://www.antiquealive.com/Blogs/Ha...ean_House.html

  3. #3
    Hitzehasser Avatar von Elanor
    Ort: vorm Venti
    Das macht mich so wütend.

  4. #4
    Es gibt keine Worte für diesen kranken Sadismus.

    Aber: wenn Stierkampf erlaubt ist, warum sind - ganz provokativ gefragt - Hundekämpfe und Hahnenkämpfe nicht erlaubt?
    Auch diese Tierquälereien finden nur für das menschliche Vergnügen statt, machen ansonsten überhaupt keinen Sinn, ist eine gute Quelle für Jobs und Geld - wieso wird die eine Tierquälerei legalisiert, geduldet und gefeiert und andere sind verboten?
    Ob das so rechtens ist?

  5. #5
    Nur wenn mehr von den Witzfiguren in Strumpfhosen bei diesen Dreck Hopps gehen würden. Wird ein Umdenken statt finden. Leider ist die Qoute wo der Stier den Kasper ins Jenseits befördert ziemlich niedrig.
    Beim Deppenlauf in Pamplona genau das Gleiche. Obwohl die Katalanen es auch ohne Stierkampf können, glaube ich nicht dass diese "Tradition" auf anderen Weg aufgegeben wird.

  6. #6
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    Ah, danke Jaspis, das hatte ich nicht gesehen - und war davon ausgegangen, dass man den Song, dessen Quelle ja angegeben ist, und die selbstgemachte Übersetzung (für die ich also das Urheberrecht hätte), so zitieren dürfe.

    Aber so ist es besser, merci!

  7. #7
    homo novus Avatar von caesar
    Ort: milchstrasse
    Wenn die Bedingungen für Schlachttiere etwas humaner werden, damit täglich Fleisch aufs Teller kommen, kann man solche Kritik ernst nehmen.

    Scheinbar ist legal, männliche Küken systematisch zu zerschreddern.
    das melken eines leeren euters bewirkt nur,
    das man vom melkstuhl gestossen wird.

    rise and rise again until the lambs become to lions.

  8. #8
    Du hast völlig recht, wer sich über das eine aufregt, kann konsequenterweise auch das andere nicht tatenlos hinnehmen. Aber ich finde dennoch, dass Stierkampf (und ja, auch Hahnenkämpfe etc.) eine andere "Qualität" hat, weil es einfach nur zur "Unterhaltung" von Menschen dient. Nicht zur Ernährung, nicht zur Befriedigung anderer elementarer Bedürfnisse wie Kleidung etc.


    Aber natürlich ist das Küken-Schreddern ganz furchtbar und ich finde es wirklich absurd, dass jetzt über Zweinutzungshühner diskutiert wird. Ich naives Stadtkind war immer davon ausgegangen, dass die üblichen Hühnerrassen selbstverständlich für beide "Nutzungen" geeignet seien.

    Bei wirtschaftlicher Optimierung ist es aber offenbar wie bei Rindern, wo es ja auch Milch- und Fleischrassen gibt. Nur werden bei Rindern (soweit ich weiß) nicht die Hälfte der Tiere gleich nach der Geburt getötet.

    Die Nutztierhaltung ist nach wie vor erheblich verbesserungsbedürftig, gar keine Frage. Und man kann auch gezielt etwas tun, z.B. den Verein Provieh unterstützen, der kümmert sich seit vielen Jahren darum.

    Und den Konsum von Fleisch- und Wurstwaren etwas herunterzufahren, das wäre ja auch schon ein Anfang.

  9. #9
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    Du hast völlig recht, wer sich über das eine aufregt, kann konsequenterweise auch das andere nicht tatenlos hinnehmen.
    Ich möchte an dieser stelle mal auf den thread in der lounge verweisen, in welchem es darum geht, Insekten als proteinlieferant zu etablieren...
    Grössenbedingt dürften da deutlich mehr tiere getötet werden, um eine mahlzeit zu erhalten... da wird von vergasen oder einfach bei lebendigem leibe kopf abreissen gesprochen, weil insekten ja keine schmerzwahrnehmung haben (sollen)...

    Wenn schon tierschutz, dann bitte ganzheitlich, nicht nur die tiere mit grossen braunen augen!

  10. #10
    Auch das ist richtig, tanakin.

    Kürzlich wurde ja auch ein Angler gefeiert, der einen gut 2 m langen, riesigen Wels gefangen hatte. Nach ausgiebigem Herumzeigen und Fotografieren wurde das Tier wieder ins Wasser entlassen. Verletzt, wie ich vermute, denn der Haken im Maul dürfte wohl kaum spurlos zu entfernen gewesen sein, wenn man daran so einen großen, schweren Fisch aus dem Wasser zerren kann (vom vermutlich stattgefundenen Kampf mal ganz zu schweigen).

    Aber anscheinend wird ja immer noch diskutiert, ob Fische Schmerzen empfinden. Warum sollten sie nicht!?

    Der Mensch macht es sich gern leicht...

  11. #11
    Ich habe mal gelesen, dass das Interesse an Stierkämpfen aber jährlich immer mehr abnimmt (gerade mal um die 20% der befragen) davon sind die meißten auch eher Ältere Bürger, viele könnten sich nicht mal aufrecht halten gäbe es nicht Geldschübe von vereinzelten Reichen. Diese Reichen werden aber wie ihr Überwiegendes Publikum auch immer älter und je mehr diese und das Publikum schwinden werden desto weniger können sich am leben halten. Kämpft man heutzutage gegen Stierkämpfe fühlen sich Traditionalisten angegriffen und davon gibt es deutlich mehr als Stierkampfliebhaber allgemein. Lässt man den Stierkampf einfach sich selbst abschaffen wird mit der Zeit wird das Prozent an Stierkämpfen und Befürwortern so klein sein dass ein Verbot endgültig total leise und (fast) ohne Widerstand abgesegnet werden würde.
    Geändert von anthem (16-08-2019 um 15:44 Uhr)
    Bild:
    ausgeblendet


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