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Ergebnis 331 bis 343 von 343
  1. #331
    Zitat Zitat von Mieze Schindler Beitrag anzeigen
    Ich bin garantiert nicht besonders mutig. Ich habe zum Beispiel neulich darüber nachgedacht, dass ich ein "laut gegen nazis"-Shirt nicht überall entspannt tragen würde. Und das fand ich so krass. Dass es Städte gibt, in denen man dafür überhaupt Mut braucht...
    Das ist wirklich krass. Aber ein interessanter Gedankenansatz. Ich habe darüber tatsächlich noch nie nachgedacht, was auch daran liegt, dass in meiner Stadt so was kein Thema wäre. Im Gegenteil.
    Was mich erschreckt:
    Mein erster Gedanke: "klar, kann ich das überall tragen denn wenn mich jemand deswegen anfeindet, würde er ja zugeben ein Nazi zu sein und das macht ja niemand"
    Mein zweiter Gedanke befürchtet, dass es Regionen gibt, wo man überhaupt kein Problem damit hat sein rechtes Gedankengut vor sich herzutragen. DAS finde ich richtig richtig schlimm.

  2. #332
    Zitat Zitat von Kukie Beitrag anzeigen
    Ich denke aber durchaus, das in ländlichen Gebieten durchaus eine gewisse Blauäugigkeit herrschte, da der Allgemeinzustand nicht verändert wurde.
    Anfangs vielleicht. Aber mit Sicherheit nicht während des gesamten Krieges.
    Meine Oma hat auf dem Land gelebt und immer erzählt dass alle es wussten. Alle. Man musste vorsichtig sein mit wem man darüber sprach, darum wurde es nicht oder selten thematisiert, aber gewusst haben es alle. Spätestens als den Bauernhöfen und Betrieben Kriegsgefangene zugeteilt wurden weil die eigenen Männer an der Front oder gefallen waren wusste jeder was mit den Juden, Intellektuellen, Linken, etc passiert.

    "Wir haben von nichts gewusst" ist eine Lüge. Und billig.
    BVB

  3. #333
    Captain Chaos
    Ort: Absurdistan
    Zitat Zitat von MiBelle Beitrag anzeigen
    Anfangs vielleicht. Aber mit Sicherheit nicht während des gesamten Krieges.
    Meine Oma hat auf dem Land gelebt und immer erzählt dass alle es wussten. Alle. Man musste vorsichtig sein mit wem man darüber sprach, darum wurde es nicht oder selten thematisiert, aber gewusst haben es alle. Spätestens als den Bauernhöfen und Betrieben Kriegsgefangene zugeteilt wurden weil die eigenen Männer an der Front oder gefallen waren wusste jeder was mit den Juden, Intellektuellen, Linken, etc passiert.

    "Wir haben von nichts gewusst" ist eine Lüge. Und billig.
    Finde ich jetzt interessant, das Du den ersten Teil des Absatzes aus meinem Posting nicht mitzitierst. Ich füge ihn darum hier nochmals ein.

    In kleinen Dörfern, gab es nicht mal Juden, deren Verschwinden auffallen hätte können. Aber was ich bestreite ist die These das man gar nichts gewusst haben will. Weil es immer und überall Anzeichen gab, wenn auch nicht immer klar deutbar.. Die verschwundenen Nachbarn, der verschwundene Spdler... und so weiter. Ich denke aber durchaus, das in ländlichen Gebieten durchaus eine gewisse Blauäugigkeit herrschte, da der Allgemeinzustand nicht verändert wurde.

  4. #334
    Mehr Intoleranz wagen Avatar von polenpaule
    Ort: Königreich Hannover
    Zitat Zitat von Dost Beitrag anzeigen
    Ich befürchte die Büchse der Pandora ist geöffnet. Und unsere Welt wird sich ändern, so wie sie sich nach den Twin Towers und dem Breitscheidplatz geändert hat.

    Mit dem Anschlag auf eine Synagoge wurde eine der letzten Tabus in Deutschland gebrochen...
    es ist ja leider nicht so, dass das der erste Anschlag auf eine Synagoge war ... gab nicht lange vor Halle auch einen, der zum Glück im letzten Moment gestoppt wurde
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/p.../25087282.html

  5. #335
    Zitat Zitat von Kukie Beitrag anzeigen
    Finde ich jetzt interessant, das Du den ersten Teil des Absatzes aus meinem Posting nicht mitzitierst. Ich füge ihn darum hier nochmals ein.

    In kleinen Dörfern, gab es nicht mal Juden, deren Verschwinden auffallen hätte können. Aber was ich bestreite ist die These das man gar nichts gewusst haben will. Weil es immer und überall Anzeichen gab, wenn auch nicht immer klar deutbar.. Die verschwundenen Nachbarn, der verschwundene Spdler... und so weiter. Ich denke aber durchaus, das in ländlichen Gebieten durchaus eine gewisse Blauäugigkeit herrschte, da der Allgemeinzustand nicht verändert wurde.
    Ich habe den letzten Teil zitiert, weil ich auf ihn eingegangen bin. Das Schweigen mit "Blauäugigkeit" zu beschreiben finde ich arg verharmlosend. Und der Allgemeinzustand hat sich eben dadurch geändert, dass Arbeiter und Bauern auch vom Dorf eingezogen und durch Kriegsgefangene ersetzt wurden.
    BVB

  6. #336
    die idee, dass es teil des motivs war, eine art tödlicher duftmarke der eigenen macht zu setzen, scheint mir plausibel.

    trotzdem ist es eine falsche annahme solcher täter, dass anschläge auf lokal ansässige, etablierte und integrierte personen - nur aufgrund von religion und ethnie - irgendwas am empfundenen schicksal als opfer des "kulturmarxistischen" globalismus ändern können.

    eigentlich würde ich solche schlussfolgerungen, im 3.jahrtausend! als postmodernes desintegrationsphänomen verorten.
    konkret eben eine isolation und entfremdung, und rückfall in hordenverhalten unter empfundener höchster bedrohung.
    dekonstruktivismus etc. haben nicht zu einer vernünftigen orientierung geführt. und das wirkt sich geradezu in der falschen ecke aus.
    Das Netz hat keine Obergrenze.. Das Schöne: Im Netz ist jede Aussage wahr. -- Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden. (Heinz von Foerster)
    http://www.antiquealive.com/Blogs/Ha...ean_House.html

  7. #337
    Zitat Zitat von Mieze Schindler Beitrag anzeigen
    (ich weiß nicht, warum Dir diese Botschaft so wichtig ist)
    Zitat Zitat von BlackGirl Beitrag anzeigen
    Ich würde jetzt mal vermuten, daß es darum geht die Bedeutung entscheidender demokratischer Werte aufzuweichen. Denn, wenn das Diskriminierungsverbot nicht mehr ein unverrückbares Prinzip ist, sondern "nur" ein Richtwert einer moralischen Mehrheit, dann steht dieser Richtwert ja zur Debatte und kann wieder gekippt werden.
    Wegen der Rechtsstaatlichkeit, die ja nicht ganz unwichtig ist, auch wenn sie manchmal wehtun kann. Das ist auch schon der einzige Grund. Ich hoffe doch, dass ich trotz meiner Äußerungen dazu klar gemacht habe keine Leute zu unterstützen, die andere aufgrund von Herkunft etc. ablehnen. Allerdings haben sie nun mal, wenn sie sich noch in einem bestimmten Rahmen bewegen, das Recht auf ihrer Seite. Von Gesetzes wegen, moralisch ist mitunter ein ganz anderer Fall.

    Solange Vermutungen auch wirklich Vermutungen bleiben, nicht als Wahrheit verkauft werden, habe ich kein Problem damit. Wobei meine persönliche Meinung dazu ist, dass man besser die meisten Vermutungen, die man meint in die Welt setzen zu müssen, für sich behält. Wohlmeinend der Person gegenüber sind sie eh in den seltensten Fällen. Meine Ansicht.

  8. #338
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Zitat Zitat von polenpaule Beitrag anzeigen
    es ist ja leider nicht so, dass das der erste Anschlag auf eine Synagoge war ... gab nicht lange vor Halle auch einen, der zum Glück im letzten Moment gestoppt wurde
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/p.../25087282.html
    Es gab da einige

    Siehe auch in dem Link unten ... weiter unten in dem Wikipedia-Artikel ist eine chronologische AUflistung der ANschläge auf jüdische Einrichtungen, darunter auch imme wieder ANschläge auf Synagogen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...Raum_nach_1945
    "After sleeping through a hundred million centuries we have finally opened our eyes on a sumptuous planet, sparkling with color, bountiful with life.
    Within decades we must close our eyes again.
    Isn’t it a noble, an enlightened way of spending our brief time in the sun, to work at understanding the universe and how we have come to wake up in it?"

    Richard Dawkins

  9. #339
    Zitat Zitat von beautiful.south Beitrag anzeigen
    Wegen der Rechtsstaatlichkeit, die ja nicht ganz unwichtig ist, auch wenn sie manchmal wehtun kann. Das ist auch schon der einzige Grund. Ich hoffe doch, dass ich trotz meiner Äußerungen dazu klar gemacht habe keine Leute zu unterstützen, die andere aufgrund von Herkunft etc. ablehnen. Allerdings haben sie nun mal, wenn sie sich noch in einem bestimmten Rahmen bewegen, das Recht auf ihrer Seite. Von Gesetzes wegen, moralisch ist mitunter ein ganz anderer Fall.
    Nein, leider, ich habe noch mal in Ruhe nachgedacht - mir hast Du das leider nicht klargemacht. Es kann an mir liegen. Bekannte Sache - Sender - Empfänger.

    Aber weil die Rechtstaatlichkeit tatsächlich nicht unwichtig ist, da bin ich ganz bei Dir, hier noch mal die Rahmen den das Gesetz vorgibt, §130 StGB

    Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

    1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder

    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

  10. #340
    Captain Chaos
    Ort: Absurdistan
    Zitat Zitat von MiBelle Beitrag anzeigen
    Ich habe den letzten Teil zitiert, weil ich auf ihn eingegangen bin. Das Schweigen mit "Blauäugigkeit" zu beschreiben finde ich arg verharmlosend. Und der Allgemeinzustand hat sich eben dadurch geändert, dass Arbeiter und Bauern auch vom Dorf eingezogen und durch Kriegsgefangene ersetzt wurden.
    Womit wir wieder bei den Feinheiten der Sprache wären, etwas das ich durch das Zusammenspiel des vorangegangenen Satzes und das vorstellen von gewisse implizieren wollte. Aus dem Kontext gerissen versuchst Du jetzt etwas einzubauen, das nicht Intention meines Ausführung war. Aber gut...

    Wenn ich den Erzählungen meiner Grosseltern glauben schenken darf, dann war in meinem Heimatort die Welt sehr lange in Ordnung. Strategisch relativ abgelegen, jedoch mit guter Anbindung. Von Braun hat sich in der Nähe für Tests rumgetrieben, Raubkunst wurde in Nacht- und Nebelaktionen zwischengelagert. Also eine Mischung aus abgeschieden und Geheimsache. Klarer wurde die Situation dann gegen Kriegsende, als oft diskutiert wurde, ob zum Beispiel mein Grossonkel nach einem Heimatbesuch desertieren sollte und sich in Bergen verstecken, ein Plan der aber am allsehenden Auge des dorfeigenen Denunzianten scheiterte. Leider lässt sich viel nicht mehr nachvollziehen. Es wurde viel geschwiegen und ich war beispielsweise auch zu jung als meine Grosseltern starben, als das dies damals für mich von grossen Interesse war. Leider... ich würde heute viel mehr fragen, als ich es damals getan habe.
    Geändert von Kukie (Heute um 11:21 Uhr)

  11. #341
    Mentalitätsbrandt Avatar von Saruman
    Ort: Borg is Killer
    Gibt es bei hart aber fair eigentlich irgendeinen Anspruch von Niveau oder warum gibt man in dieser Sendung so etwas Platz und Raum? https://twitter.com/larsweisbrod/sta...36659974062088
    Bild:
    ausgeblendet

  12. #342
    tougher than the rest Avatar von storch
    Ort: In der Regio...
    Das waren Zuschauerbeiträge aus der Zuschauerdiskussion. Natürlich wurde darauf geantwortet und in der Folge jeweils auch Gegenmeinungen veröffentlicht.

    Ansonsten war die Sendung sehr gut, weil Klartext geredet wurde und nicht mehr so ein verständnisvolles Wischiwaschi, gerade auch in Bezug auf die geistigen Brandstifter der "AfD" und die Verantwortung der Vorsitzenden bis hin zu den Wählern, die denen ihre Stimmen geben. Auch die krassen Fehler bzw. das lange Wegschauen der sog. Verfassungsschützer bei den NSU-Morden wurde da eingereiht.
    Geändert von storch (Gestern um 23:51 Uhr)

  13. #343
    Member Avatar von KVWUPP
    Ort: Dort, wo ich gerade bin.
    Zitat Zitat von Kukie Beitrag anzeigen
    Ich denke das damals noch eine viel größere Schere bezüglich der vorhandenen Informationen geklafft hat und dem Bildungsniveau, vor allem zwischen Land und städtischen Einzugsgebiet. Interessanterweise habe ich diese Woche mit meinem Bruder darüber diskutiert, was gefährlicher ist oder war. Das heutige zuviel an Informationen oder die damalige Dosierung und Steuerung. Über die damals vorhandenen Medien (Zeitung/Wochenschau) haben die Nazis genau die gewollten Informationen steuern können, so das viele Menschen gerade auf dem Land gar keine Chance hatten, sich andere Informationen zu holen. Andererseits gab es auch beim Bildungsniveau signifikante Unterschiede (Bildung konnte gar nicht erworben werden, aufgrund der Lebensumstände), so das die Mittel zur Beurteilung fehlten.

    In kleinen Dörfern, gab es nicht mal Juden, deren Verschwinden auffallen hätte können. Aber was ich bestreite ist die These das man gar nichts gewusst haben will. Weil es immer und überall Anzeichen gab, wenn auch nicht immer klar deutbar.. Die verschwundenen Nachbarn, der verschwundene Spdler... und so weiter. Ich denke aber durchaus, das in ländlichen Gebieten durchaus eine gewisse Blauäugigkeit herrschte, da der Allgemeinzustand nicht verändert wurde.
    Jein. Es gibt nur nicht soviel Studien/Literatur dazu, mir fällt derzeit auch nur ein autobiografisches Buch mit dem Titel "Jüdisches Leben auf dem Lande" von Eric Lucas ein oder ein Aufsatz von Heinrich Böll, in dem er jüdisches Leben in Eifeldörfern beschreibt (sehr lesenswert). Ich kann mich auch erinnern, dass es eine Studie zu dem Thema gibt (habe ich ich aber nicht gelesen).


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