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  1. #1

    Protesttag der Bauern/Landwirte am 22.10.2019

    Heute gehen bundesweit die Bauern auf die Straße, weil sie um ihre Existenz fürchten:

    ...In vielen Städten in Deutschland gehen heute Bauern mit ihren Landmaschinen auf die Straße. Die Initiative "Land schafft Verbindung" hat in 17 Städten Proteste angekündigt, die größte davon in Bonn, wo das Bundeslandwirtschaftsministerium sitzt. In dem Aktionsbündnis haben sich innerhalb weniger Wochen nach eigenen Angaben mehrere zehntausend Landwirte - abseits von Verbänden - zusammengeschlossen, vor allem in sozialen Medien. ...
    ...
    ...Die Landwirte kritisieren außerdem, dass sie als "Buhmann der Politik" und vieler Nichtregierungsorganisationen gesehen werden. "Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen gehören zur Tagesordnung", schreiben sie in ihrem Aufruf zu den Kundgebungen. "Wir sind keine Tierschänder und Umweltverschmutzer", erklärt die Initiative. ...
    ...
    ...Landwirt Becker vor der Sandfort steht in der täglichen Praxis vor dem Problem, dass ihm viele Regeln das Arbeiten zunehmend schwer machen: "So viele Regelungen und Vorgaben kann man sich nicht leisten". Und: Als es zum Beispiel eine neue Vorgabe für Spaltböden, also den Boden in Ställen, gegeben hätte, sei die Situation für die Tiere schlechter geworden. „So etwas kann ich nicht verstehen.“...
    ...
    Quelle


    Ich sehe ja auch, dass einige Landwirte sich notwendigen Neuerungen verschließen. Es tun aber auch viele so einiges hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz. Und es gibt soviele Biolandwirte wie noch nie. Ich hoffe, man kommt auf einen gemeinsamen Nenner. Manches wissen Landwirte vielleicht ja auch besser als Politiker, die noch nie einen Stall von innen oder eine Weide gesehen haben. Andererseits sind Impulse von Außen durchaus hilfreich, denn nur weil man das schon "immer" so gemacht hat, muss es ja nicht das Optimale sein. In jedem Fall sollten sich beide Seiten aufeinander zubewegen.
    Wir seh'n mit Grausen ringsherum:
    Die Leute werden alt und dumm.
    Nur wir allein im weiten Kreise,
    Wir bleiben jung und werden weise.

    Eugen Roth

  2. #2
    unwissend und langweilig Avatar von killefitz
    Ort: hier bei mir
    Ally, wir verschließen uns nicht vor den Neuerungen, aber wir haben schon hohe Auflagen und bekommen noch höhere, bei immer niedrigeren Erlösen. Es geht um unsere Existenz und um die Wertschätzung unserer Arbeit.

    Wie oft wird hier im Forum das Wort "Bauer" als Schimpfwort benutzt? Seltsamerweise benutzt niemand "Lehrer" oder "Elektriker" als Schimpfwort.

    Wir möchten nicht mehr der Fußabtreter der Nation sein.

    Meine Söhne lernen ALLE Landwirtschaft und sie möchten ihren Beruf auch noch in Zukunft ausüben können, ohne ständig von Mitmenschen beleidigt zu werden. Und ja, viele Leute ohne Ahnung wissen alles besser.

    Wie sonst kommt es dazu, dass ein Kollege eine Anzeige bekommen hat, wegen Tierquälerei, weil seine Kuh auf der Weide gekalbt hat? Der natürlichste Vorgang der Welt wird zur Tierquälerei, weil der Anzeiger keine Ahnung hat.

    Wir möchten, dass die Leute MIT uns reden und nicht über uns und über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen getroffen werden.
    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

    Bild:
    ausgeblendet

  3. #3
    hautfarbenblind Avatar von ganzblau
    Ort: beim Drehen
    Ich bin nicht Bäuerin (... und weiss seit einem Landdienst vor 32 Jahren, wie schrecklich unqualifiziert ich in dem Metier bin), aber ich komme aus einer Familie mit viel landwirtschaftlicher Erfahrung - und weiss deshalb auch, wie unglaublich hart es ist, heute als Bauer bestehen zu können, weil der Druck allenthalben wächst.

    Eine Studie vom letzten Jahr hat ergeben, dass die Suizidrate unter Schweizer Landwirten fast 40% höher liegt als bei anderen Schweizer Männern. Wenn das kein Alarmzeichen ist ...

    Quelle: Aargauer Zeitung

  4. #4
    Hm. Schwieriges Thema.
    Kille, ich habe im IOFF noch nie das Wort "Bauer" als Schimpfwort gelesen. Ich lese aber natürlich nicht alles.

    Mein Dorf hat 500 Einwohner und vier verbliebene Höfe. Die Kleinen haben aufgegeben. Die Großen machen alles, was Geld bringt (ob das existenziell ist, weiß ich nicht). Deshalb haben wir zum Beispiel einen Punkt im Dorf, von dem aus man 3 (drei!) Biogasanlagen sehen kann, eine davon sogar innerhalb des Dorfgebiets. Das hat Vorteile (hauptsächlich für die betreibenden Landwirte, aber auch für andere - Fernwärme) und Nachteile (Stichwort Vermaisung, Gülletourismus und Verhinderung dringend benötigter Baugebiete). Wer hat nun Schuld? Eine müßige Frage. Es geht darum, wie man die Situation verbessern kann. Da ist eine gewisse Flexibilität gefragt, auch bei den Landwirten.

    In Niedersachsen erfüllen 98% (!) der Gewässer nicht die Reinheitsvorgaben der EU. Millionenschwere Strafen drohen. Es muss also etwas geschehen. Stickstoff und Phosphat gelangern zu großen Teilen über Düngung in die Gewässer. Es ist das ureigene Interesse der Landwirte, diese Werte zu verbessern - auch sie benötigen sauberes Trinkwasser für ihre Tiere. Aber da sehe ich eher wenig Bereitschaft. Stattdessen wird ein Katastrophenszenario beschworen von verdorrten, mickrigen Pflanzen und Ernten. Das halte ich für irreführenden Unfug.

    Dass es auf der anderen Seite bürokratische Schildbürgerstreiche seitens der Verwaltung gibt - völlig klar. Aber statt allseitiger Bockigkeit und Fingerzeigerei sollte man gemeinsam das Ziel verfolgen.
    Staller Band 7 ist erschienen! Staller und die ehrbare Familie
    Immer zuerst informiert: Mike Staller auf Facebook

  5. #5
    Zitat Zitat von Quiz Beitrag anzeigen
    In Niedersachsen erfüllen 98% (!) der Gewässer nicht die Reinheitsvorgaben der EU. Millionenschwere Strafen drohen. Es muss also etwas geschehen. Stickstoff und Phosphat gelangern zu großen Teilen über Düngung in die Gewässer. Es ist das ureigene Interesse der Landwirte, diese Werte zu verbessern - auch sie benötigen sauberes Trinkwasser für ihre Tiere. Aber da sehe ich eher wenig Bereitschaft. Stattdessen wird ein Katastrophenszenario beschworen von verdorrten, mickrigen Pflanzen und Ernten. Das halte ich für irreführenden Unfug.
    Ist erst ein paar Wochen her, weiß aber nicht mehr in welcher TV-Sendung darüber berichtet wurde:
    Manche Landwirte kassieren Geld, indem sie Gülle aus den Niederlanden bei sich auf dem Acker verklappen. Auch in den Niederlanden haben sie Auflagen, die so mancher "erfüllt", indem er auf diese Weise Müll-Tourismus begeht. Ist natürlich illegal, aber solange man einem - bzw. beiden am schmutzigen Deal beteiligten - nichts nachweisen kann, bekommt man auch keine Strafe deswegen.

  6. #6
    1st Präsident of the IOFF Avatar von Üfli
    Zitat Zitat von Quiz Beitrag anzeigen
    Kille, ich habe im IOFF noch nie das Wort "Bauer" als Schimpfwort gelesen. Ich lese aber natürlich nicht alles.
    Leider gibt es z.B. im Fußballsub einige sehr unsensible Gestalten, die meinen friedvolle, sporttreibene Personen mit diesem Wort belegen zu müssen. Und das Woche für Woche, und die meinen das nicht nett.
    1st Präsident of the IOFF!
    Authentisch, kompetent, volksnah
    Jetzt auch mit Imagewechsel und in unsachlich!

  7. #7
    Ah, okay, da lese ich nicht. Danke!
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  8. #8
    das stimmt leider, in der Eifel wird auch teilweise gülle aus NL geholt. hab selber schon welche aus NL gesehen.


    ich hab auch vollstes Verständnis für die Bauern. allein wenn ich sehe, was die fürn Liter milch bekommen und was wir bezahlen müssen, da frag ich mich, wer daran soviel verdient.:
    ich verstehe auch, dass die demonstrieren und auch, dass der Schwerpunkt in Bonn ist, da das Ministerium ja auch noch hier ist.

    dass hier der verkehr zusammenbricht, ist auch irgendwo klar. aber müssen die es noch schlimmer machen und extra sich auf gleise stellen, dass kein zug und keine bahn mehr fahren kann?? müssen die sich extra mitten auf Kreuzungen stellen, vor und zurück fahren, damit Garnichts mehr geht??? sorry irgendwo ist eine grenze.


    bin mal gespannt, die wollen unbedingt mit ihren treckern auf einen bestimmten platz in Bonn, Polizei sagt geht nicht, darunter ist eine Tiefgarage, das hält die decke nicht aus. wenn die einstürzt...….daran will ich gar nicht denken.


    und kille, Bauer als Schimpfwort??? nö käme mir nie in den sinn.



    nachtrag: gerade kam im Radio, die Feuerwehr kann nicht aus ihrer Wache raus, weil die zufahrt zugesetzt ist aber das sind (wie immer) wohl einzelne Idioten, die nicht nachdenken.
    Geändert von amazone96 (22-10-2019 um 12:11 Uhr)

  9. #9
    Zitat Zitat von Üfli Beitrag anzeigen
    Leider gibt es z.B. im Fußballsub einige sehr unsensible Gestalten, die meinen friedvolle, sporttreibene Personen mit diesem Wort belegen zu müssen. Und das Woche für Woche, und die meinen das nicht nett.

    Aus Bayern wird dann Bauern.
    Ein Grund warum ich da auch nicht mehr so gerne schreibe...
    Am Ende feiern immer die Bayern! (Wurst-Uli)

  10. #10
    Zitat Zitat von amazone96 Beitrag anzeigen
    dass hier der verkehr zusammenbricht, ist auch irgendwo klar. aber müssen die es noch schlimmer machen und extra sich auf gleise stellen, dass kein zug und keine bahn mehr fahren kann?? müssen die sich extra mitten auf Kreuzungen stellen, vor und zurück fahren, damit Garnichts mehr geht??? sorry irgendwo ist eine grenze.
    Das klingt so ein wenig nach den Menschen, die nicht verstehen, warum die Schulkinder nicht in ihrer Freizeit demonstrieren.

    Zitat Zitat von Mobbing Bert Beitrag anzeigen

    Aus Bayern wird dann Bauern.
    Ein Grund warum ich da auch nicht mehr so gerne schreibe...
    Bei uns (Köln) nennt man die Gladbacher Bauern. Weil es welche sind. Rübenbauern. Die Bayern sind bei uns die Bayern.

  11. #11
    Hihi, mein Kollege kommt ausm Bergischen, der hat erstmal gemeckert, weil er für seine 18km anderthalb Stunden gebraucht hat. Und über Rübenbauern haben wir uns auch unterhalten, weil ich die noch aus meiner Kindheit kenne.

  12. #12
    1st Präsident of the IOFF Avatar von Üfli
    1st Präsident of the IOFF!
    Authentisch, kompetent, volksnah
    Jetzt auch mit Imagewechsel und in unsachlich!

  13. #13
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/no...a-1290250.html

    Jedes fünfte Ferkel wird notgeschlachtet, weil es durch die Zuchtbedingungen krank wird.

    Massentierhaltung, Notschlachtungen, Kükenschreddern und Bienensterben durch Monokulturen. Warum nochmal soll ich die #Bauernproteste toll finden?

  14. #14
    unwissend und langweilig Avatar von killefitz
    Ort: hier bei mir
    Wo kommt Dein Essen her, wenn es keine Bauen mehr gibt?

    Deutsches Rindfleisch brauchen wir ja nicht. Südamerikanisches schmeckt ja besser. Ach, da brennen gerade Regenwälder? Macht ja nix, ist ja weit weg.
    Aufwändiger Transport mit Flugzeug und Schiffen?
    Haltungsbedingungen im Ausland? Arbeitsschutzbedingungen? Faire Preise?
    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert

    Bild:
    ausgeblendet

  15. #15
    Zitat Zitat von BlackGirl Beitrag anzeigen
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/no...a-1290250.html

    Jedes fünfte Ferkel wird notgeschlachtet, weil es durch die Zuchtbedingungen krank wird.

    Massentierhaltung, Notschlachtungen, Kükenschreddern und Bienensterben durch Monokulturen. Warum nochmal soll ich die #Bauernproteste toll finden?
    Weil zu befürchten ist, dass sich künftig nur noch die Großbetriebe mit Massentierhaltung oder Riesenfeldflächen halten können und die kleinen familiären Betriebe dicht machen müssen. Oder, weil zu befürchten ist, dass wir nach Abschluss des Freihandelsabkommens mit Südamerika von dort die Lebensmittel bekommen, weil man dort billiger (aber nicht unbedingt besser) produzieren kann? Also so zum Beispiel!

    ...Zusätzlich wächst bei Landwirten die Sorge, dass ihnen schon bald immer mehr billige Agrarprodukte aus Südamerika Konkurrenz machen. Denn die Europäische Union hat sich mit vier südamerikanischen Staaten auf ein umfassendes Handelsabkommen verständigt und ihnen für Agrarerzeugnisse einen erleichterten Zugang zum EU-Markt zugesichert.

    Noch ist dieses sogenannte Mercosur-Abkommen nicht unterzeichnet - Österreich will den Freihandelsvertrag kippen. Für den Berufsstand aber ist es schon jetzt ein "Kuhhandel zu Lasten der Bauernfamilien". Organisationen wie Greenpeace befürchten, dass europäische Landwirte künftig in einen gnadenlosen Preiskampf gezwungen werden. ...
    Quelle

    Und hier mal drei bayerische Kleinbauern/Bergbauern zum Thema. Finde ich sehr interessant! Ebenso wie die Anmerkungen von killefitz.


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