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  1. #4996
    Es würde schon etwas verbessern, wenn die Bahnen halbwegs planmäßig fahren würden. Wenn da fast täglich im Berufsverkehr reihenweise Züge verspätet sind oder komplett ausfallen, presst sich die Masse an Leuten, die sich sonst auf 2-3 Züge verteilt hätten, in eine einzige Bahn.

  2. #4997
    Zitat Zitat von manial fly Beitrag anzeigen
    Eine Freundin schrieb mir grad das sie am Sonntag auf einer Taufe mit 20 Leuten ist. Ka wieso ist denn sowas immer noch erlaubt? Und manche regen sich über 10 Personen an Weihnachten auf
    In Berlin sind derzeit bei solch privaten Anlässen (also außerhalb von Job, ÖPNV, Schule etc.) maximal 5 Personen erlaubt; Ausnahme: interessanterweise Beerdigungen. Daran dürfen draußen bis zu 50 (!), drinnen bis zu 20 Personen teilnehmen (die Personen, die die Zeremonie durchführen, nicht mitgerechnet). Da können also gut und gern auch schon mal 25 Leute im Raum sein.

    Ich verstehe die Absicht - Beerdigungen kann man nicht beliebig verschieben wie eine Hochzeit oder Taufe, und gerade in Corona-Zeiten dürfte das auch nochmal eine andere Bedeutung haben als sonst. Aber es ist ansteckungsmäßig auch schwer nachvollziehbar.

    Zitat Zitat von JackB Beitrag anzeigen
    Das müssen wir nicht hinnehmen.
    Wir können doch im Rahmen unserer Möglichkeiten selber aktiv werden.

    Deine Freundin!

    Sicher klagst du nicht nur hier dein Leid, sondern bearbeitest auch deine Freundin. Sie ist der Schlüssel, um diese Taufe zu sabotieren. Sie kann selber ihr Kommen absagen, sie kann andere Gäste dazu bringen, ebenfalls abzusagen. Im besten Fall überzeugt sie die Gastgeber, die Taufe auf bessere Zeiten zu verschieben.
    Es wäre sicher gut, wenn man so handeln würde, da gebe ich Dir recht. Aber den meisten Menschen fehlt dann doch die Zivilcourage, es wirklich zu tun, und das Fingerspitzengefühl sowie das diplomatische Geschick, den Feiernden die eigene Absage so zu vermitteln, dass am Ende niemand eingeschnappt ist. Das gilt noch mehr für den Versuch, die Eltern des Taufkindes davon zu überzeugen, das Ganze zu verschieben.


    Zitat Zitat von manial fly Beitrag anzeigen
    Dein ernst? Du glaubst die ganze Taufe wird abgesagt weil ich meiner Freundin (und ist auch nur eine Freundin, nicht mal meine beste Freundin) sage sie soll da nicht hingehen und allen anderen auch sagen sie sollen es lassen?
    ...

    Zitat Zitat von beautiful.south Beitrag anzeigen
    Ich finde, alle haben da versagt, du eingeschlossen. Es sei nicht deine Aufgabe? Dann lass es sein, schimpf auf die Politik, und wundere dich nicht, dass Privatpersonen, die du kennst, nun mal so handeln....wie sie eben handeln.
    In der Zielrichtung und der Überzeugung "man sollte" gebe ich JackB und beautiful.south recht, aber wie gesagt: Ich fürchte, die Umsetzung scheitert meistens daran, dass man sich nicht imstande fühlt, seine Überzeugung oder die Entscheidung für eine Absage so geschickt zu verpacken, dass einem das nicht übel genommen wird. Man scheut den Konflikt oder die Missstimmung, die man provozieren könnte, und ergibt sich lieber in sein Schicksal - mit sehr ungutem Gefühl.

    Das ist gar nicht gut. Ich kenne das, ich zögere in solchen Situationen auch, aber vielleicht sollte man genau das jetzt bewusst als eine neue Herausforderung (ich hasse dieses Wort eigentlich, aber hier passt es mal) annehmen und sich selbst vornehmen, in entsprechenden Situationen sich ein Herz zu fassen und so diplomatisch, wie es nur irgend möglich ist, die eigene Absage zu verpacken und idealerweise auch noch den anderen zur Planänderung insgesamt zu bewegen.

    Ich habe beschlossen, dass künftig bewusst zu üben; dabei will ich mir schon im Vorfeld eine generelle Strategie überlegen für solche Situationen, die immer auch mal unverhofft eintreten können. Im Moment denke ich, am besten fängt man mit einer positiven und empathischen Botschaft an (z.B. Dank für die Einladung, im Fall der Taufe etwa Freude über die Geburt des Kindes), äußert dann vorsichtig, aber klar seine Bedenken ("Aber habt Ihr keine Angst, dass sich jemand anstecken könnte? ICH würde mir ja ewig Vorwürfe machen...") und schließt mit guten Wünschen - nur mal so ins Unreine gedacht.

    Wie schnell es nämlich gehen kann, zeigt ein Fall aus meinem Kollegenkreis, den ich heute erfahren habe: Im September wurde der 18. Geburtstag der Tochter gefeiert. Insgesamt mit 13 Personen aus der engeren Familie: Eltern, Bruder, Oma, Tanten, Patentante. Keine Freunde, das war verschoben/abgesagt worden.

    Der Vater ist Polizist und erfuhr tags darauf (freitags), dass ein Kollege positiv auf Corona getestet worden war. Daraufhin haben die Eltern am Samstagmorgen schon vor 7 Uhr im noch leeren Laden einen Großeinkauf gemacht, um ggf. 14 Tage Quarantäne überbrücken zu können, und haben sich über Bekannte einen Schnelltest organisiert. Sonntags das Ergebnis: alle positiv, bis auf den Sohn (später stellte sich aber heraus, dass er auch infiziert war). Von den 13 Feiernden hatten sich 10 infiziert.

    Glücklicherweise hat der älteste Gast, die 84jährige Oma, nicht mehr am Abendessen teilgenommen - und sich nicht infiziert. Die Kollegin selbst hat eine vorgeschädigte Lunge und war deshalb ziemlich krank; aber soweit ich weiß, musste immerhin niemand ins Krankenhaus. Es war allerdings knapp davor, mit zeitweiliger Luftnot etc.

    Man stelle sich nun vor, die Oma wäre länger geblieben, hätte sich angesteckt und wäre schwer erkrankt. Will man das riskieren? Also, ich nicht.


    Zitat Zitat von Chilischote Beitrag anzeigen
    Ich arbeite im ÖD, bei uns sind die Leute selten auf Reisen. Aber für die Besprechungen gibt es schon seit einigen Wochen verschärfte Bedingungen. Es darf nur noch eine bestimmte Teilnehmerzahl in einen Besprechungsraum, regelmäßiges Lüften ist Pflicht und alle halbe Stunde müssen die Leute für 10 Minuten den Raum verlassen.
    Ich finde es erstaunlich, dass bei Euch überhaupt noch Präsenzsitzungen gemacht werden. Wir sind seit Anfang März fast ausschließlich per Video- oder Telefonkonferenz zugange. Es gab eine Verhandlung in Präsenz im August mit 9 Leuten in einem gut belüfteten 80 qm-Raum und eine Konferenz mit gutem Hygienekonzept im Hotel - aber das gemeinsame Abendessen im Restaurant mit 15 Personen hätte ich mir aus heutiger Sicht sparen sollen. Gottseidank hat sich da niemand angesteckt, aber aktuell wäre mir so etwas zu riskant.

    Dienstreisen sind bei uns zurzeit komplett abgesagt. Dabei bin ich im Herbst üblicherweise 3 - 4 Tage pro Woche dienstlich unterwegs. Dieses Jahr: Null.
    Nutztierhaltung ohne Qual: Respektiere leben. https://provieh.de/

  3. #4998
    Nikotinfrei Avatar von Kinka
    Ort: ...auf der Palme
    Zitat Zitat von suboptimal Beitrag anzeigen
    Man sieht aber, dass auch die Japaner nicht durchgehend diszipliniert sind. So, wie der Artikel es darlegte, scheint in Japan auch viel schneller die Kapazitätsgrenze von Intensivpflegeplätzen erreicht zu sein. Zusammen mit einer noch überalterteren Gesellschaft als bei uns wirkt das eher disziplinierend als aufgestellte Regeln. Schließlich ist es anscheinend ja auch so, dass lange Zeit nur sehr wenige Tests durchgeführt wurden. Ende August waren es nur 59.000 Tests pro Tag/413.000 pro Woche. Das wäre so gewesen, als ob hier nur 270.000 Tests in einer Woche durchgeführt worden wären. Auch die Informationspolitik der japanischen regierung würde ich mit Vorsicht genießen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass erst nach Absage der Olympischen Spiele auf einmal auch in Japan mehr Corona-Infizierte gemeldet wurden...




    Das halte ich arg pessimistisch. Die weitaus meisten, die die ein oder andere Regel als nur beschränkt sinnvoll ansehen, werden sich trotzdem an die Regeln halten. Wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn 8 Millionen sich gar nicht und weitere 50 Millionen nur bedingt an die Regeln halten würden, die Zahl der Infizierten tatsächlich so gering wäre wie sie jetzt ist.



    Es wäre interessant zu wissen, ob die japanischen Züge immer noch so vollgepfercht werden wie letztes Jahr. Ich habe keine Ahnung.
    Natürlich hast du recht, dass man nicht alles eins zu eins übertragen kann. Trotzdem behaupte ich mal, dass die Disziplin höher ist, als hier und sicher könnte ich mir auch vorstellen, dass nicht jede Maßnahme der Regierung bis ins kleinste diskutiert wird.

    Wie voll die Züge sind kann ich dir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, gehe aber davon aus, dass sie nicht viel leerer sein werden, also vor Corona. Neulich erzählte mal jemand, dass die Züge, auch jetzt, alle möglichen Fenster auf haben....also es pfeifft da nur so durch.

    Zitat Zitat von Don Caramba Beitrag anzeigen
    Zur Befolgung der Regeln:

    Sehe das sehr ähnlich wie Du.

    Mit Asien können wir uns allerdings nicht vergleichen wollen, da ist Einhalten von Regeln eine Mentalitätsfrage der Bevölkerung, dass Rücksicht auf andere genommen wird. Diese Mentalität hat unsere Gesellschaft in grossen Teilen nicht. Und auch vermutlich nie gehabt.
    Natürlich hast du recht, dass auch die Mentalität eine Rolle spielt. Aber trotzdem haben wir als Gesellschaft das Infektionsgeschehen in der Hand haben.

    Zitat Zitat von Richer Beitrag anzeigen
    Seh ich mittlerweile anders.

    mein Schwiegervater liegt mit Covid19, Lungenentzündung und einer bakteriellen Infektion auf der Isolierstation.

    Sie haben kaum kontakt zur aussenwelt, schwiegermutter geht max 2x pro Woche im extremen Schnelldurchgang einkaufen und 2x die Woche kam vor der Einlieferung der Pflegedienst.
    Wie soll man da dann eine erkrankung vermeiden? Sollen wir die Eltern einsperren?
    Erstmal wünsche ich deinem Schwiegervater gute Besserung!

    Ich gehe auch davon aus, dass es der Pflegedienst war. Wir hatten vor 14 Tagen eine Diskussion mit dem Pflegedienst bzw.Fahrdienst des Pflegedienstes der meinen Schwiegervater täglich in die Tagespflege bringt und dieser entweder keinen Mundschutz trug bzw. unterm Kinn, wenn er meinen Schwiegervater aus der Wohnung ins Auto geschoben hat bzw. so auch im Auto mit den Menschen gefahren ist und es war sehr schwierig diesem Menschen zu erklären, dass er damit eben auch eine Erkrankung weiter geben kann.

  4. #4999
    So langsam tauchen die ersten Stimmen auf, dass man über Weihnachten die Kontaktbeschränkungen nicht lockern sollte.

    Auch in der SPD erwägt man angesichts der geringen Wirkung der bisherigen Corona-Maßnahmen ebenfalls weitere Schritte. »Die Zahlen sind weiter auf hohem Niveau. Sollte das auch bis zum 20. Dezember so sein, sollte über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben«, sagte Bärbel Bas, stellvertretende SPD-Fraktionschefin dem SPIEGEL.

    https://www.spiegel.de/politik/deuts...4-dee8495c5f8f

  5. #5000
    Nikotinfrei Avatar von Kinka
    Ort: ...auf der Palme
    Zitat Zitat von chatte03 Beitrag anzeigen
    Es wäre sicher gut, wenn man so handeln würde, da gebe ich Dir recht. Aber den meisten Menschen fehlt dann doch die Zivilcourage, es wirklich zu tun, und das Fingerspitzengefühl sowie das diplomatische Geschick, den Feiernden die eigene Absage so zu vermitteln, dass am Ende niemand eingeschnappt ist. Das gilt noch mehr für den Versuch, die Eltern des Taufkindes davon zu überzeugen, das Ganze zu verschieben.


    In der Zielrichtung und der Überzeugung "man sollte" gebe ich JackB und beautiful.south recht, aber wie gesagt: Ich fürchte, die Umsetzung scheitert meistens daran, dass man sich nicht imstande fühlt, seine Überzeugung oder die Entscheidung für eine Absage so geschickt zu verpacken, dass einem das nicht übel genommen wird. Man scheut den Konflikt oder die Missstimmung, die man provozieren könnte, und ergibt sich lieber in sein Schicksal - mit sehr ungutem Gefühl.

    Das ist gar nicht gut. Ich kenne das, ich zögere in solchen Situationen auch, aber vielleicht sollte man genau das jetzt bewusst als eine neue Herausforderung (ich hasse dieses Wort eigentlich, aber hier passt es mal) annehmen und sich selbst vornehmen, in entsprechenden Situationen sich ein Herz zu fassen und so diplomatisch, wie es nur irgend möglich ist, die eigene Absage zu verpacken und idealerweise auch noch den anderen zur Planänderung insgesamt zu bewegen.

    Ich habe beschlossen, dass künftig bewusst zu üben; dabei will ich mir schon im Vorfeld eine generelle Strategie überlegen für solche Situationen, die immer auch mal unverhofft eintreten können. Im Moment denke ich, am besten fängt man mit einer positiven und empathischen Botschaft an (z.B. Dank für die Einladung, im Fall der Taufe etwa Freude über die Geburt des Kindes), äußert dann vorsichtig, aber klar seine Bedenken ("Aber habt Ihr keine Angst, dass sich jemand anstecken könnte? ICH würde mir ja ewig Vorwürfe machen...") und schließt mit guten Wünschen - nur mal so ins Unreine gedacht.

    Wie schnell es nämlich gehen kann, zeigt ein Fall aus meinem Kollegenkreis, den ich heute erfahren habe: Im September wurde der 18. Geburtstag der Tochter gefeiert. Insgesamt mit 13 Personen aus der engeren Familie: Eltern, Bruder, Oma, Tanten, Patentante. Keine Freunde, das war verschoben/abgesagt worden.

    Der Vater ist Polizist und erfuhr tags darauf (freitags), dass ein Kollege positiv auf Corona getestet worden war. Daraufhin haben die Eltern am Samstagmorgen schon vor 7 Uhr im noch leeren Laden einen Großeinkauf gemacht, um ggf. 14 Tage Quarantäne überbrücken zu können, und haben sich über Bekannte einen Schnelltest organisiert. Sonntags das Ergebnis: alle positiv, bis auf den Sohn (später stellte sich aber heraus, dass er auch infiziert war). Von den 13 Feiernden hatten sich 10 infiziert.

    Glücklicherweise hat der älteste Gast, die 84jährige Oma, nicht mehr am Abendessen teilgenommen - und sich nicht infiziert. Die Kollegin selbst hat eine vorgeschädigte Lunge und war deshalb ziemlich krank; aber soweit ich weiß, musste immerhin niemand ins Krankenhaus. Es war allerdings knapp davor, mit zeitweiliger Luftnot etc.

    Man stelle sich nun vor, die Oma wäre länger geblieben, hätte sich angesteckt und wäre schwer erkrankt. Will man das riskieren? Also, ich nicht.
    Danke für deinen Ansatz. Ja, du hast sicher recht, wenn ich so nachdenke, dann ist man immer am überlegen, wie drück ich das jetzt so aus, dass ich niemanden verletze oder vor den Kopf stoße. Es ist oft eine unangenehme Situation und oft flüchtet man sich auch in Ausreden Ich geh dann mal üben

  6. #5001
    noch ein so nen thread und ich baller dir eine :D Avatar von ruru I.O.F.F. Team


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