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  1. #91
    Zitat Zitat von SnakeX Beitrag anzeigen
    Jeder Künstler, egal ob Malerei, Musik oder sonstwas, hat von Kindheit an auch von anderen gelernt, abgeschaut, sich inspirieren lassen. Sie speichern all diese Informationen eben auch ab, ihr Leben lang, verarbeiten und verwerten sie. Nur weil eine KI das wesentlich effizienter macht ist das jetzt böse?
    Wenn Künstler überflüssig werden weil eine KI das besser macht, dann ist das eben so. Viele Berufe wurden überflüssig, weil Maschinen die Arbeit erledigen. Wo ist das Problem?
    In Bezug zu diesem Artikel sehe ich die zwei aufgeworfenen Problematiken:

    1. Bisher unzureichende bzw. nicht vorhandene Vergütung von Rechteinhabern für "Trainingsdaten". Das betrifft mitnichten nur die Top-Stars der jeweiligen Branche. Hier gibt es aktuell eine Grauzone, einige würden sogar behaupten, es herrsche "Wilder Westen". Die entsprechenden Verwertungsgesellschaften werden allerdings gewinnen und in ein paar Jahre mächtige Nachzahlungen für ihre Wahrnehmungsberechtigten generieren können

    2. Gefahr der Verdurchschnittlichung der "Kunst". KI reproduziert aktuell anhand vom Durchschnitt. Wenn die KI-Produktion aber wieder die Basis von Trainingsdaten ist ...? Dann entsteht kaum wirklich Neues.

  2. #92
    Zitat Zitat von Descartes Beitrag anzeigen

    2. Gefahr der Verdurchschnittlichung der "Kunst". KI reproduziert aktuell anhand vom Durchschnitt. Wenn die KI-Produktion aber wieder die Basis von Trainingsdaten ist ...? Dann entsteht kaum wirklich Neues.
    Das ist nun wirklich Nonsens. Es ist weder die Aufgabe des Staates noch der Gesellschaft an sich, Kunst auch nur irgendwie zu "verbessern" noch den Status eines Niveaus aufrecht zu halten oder was Neues zu schaffen. Wie auch? Der Wert von Kunst liegt immer im Auge des Betrachters oder Zuhörers und ist höchst subjektiv. Ich meine, es gibt Künstler die drapieren einen Haufen Kot in eine Raumecke, bezeichnen es als Kunst, und es gibt Menschen die finden das toll.
    Es ergibt sich alles auch der Nachfrage. Wie soll sich eine "Gefahr der Verdurchschnittlichung" den äußern, mit welchen Konsequenzen?
    Wenn dir irgendwas an Kunst fehlen sollte, kannst du dich dann ja selbst dran geben. So hat es die Menschheit seit der Steinzeit gehalten.
    Geändert von SnakeX (21-04-2024 um 19:37 Uhr)

  3. #93
    Zitat Zitat von SnakeX Beitrag anzeigen
    Wenn dir irgendwas an Kunst fehlen sollte, kannst du dich dann ja selbst dran geben.

  4. #94
    Zitat Zitat von SnakeX Beitrag anzeigen
    Das ist nun wirklich Nonsens. Es ist weder die Aufgabe des Staates noch der Gesellschaft an sich, Kunst auch nur irgendwie zu "verbessern" noch den Status eines Niveaus aufrecht zu halten oder was Neues zu schaffen. Wie auch? Der Wert von Kunst liegt immer im Auge des Betrachters oder Zuhörers und ist höchst subjektiv. Ich meine, es gibt Künstler die drapieren einen Haufen Kot in eine Raumecke, bezeichnen es als Kunst, und es gibt Menschen die finden das toll.
    Ich denke auch nicht, dass es die Aufgabe des Staates oder der Gesellschaft wäre, etwas "Neues" oder "Verbessertes" zu schaffen . Jenseits von Staat und "Gesellschaft" aber hat das Individuum Rechte – wie jedes andere Individuum auch. Und diese Rechte müssen zwischen den Individuen austariert werden – was hinsichtlich 1. bezüglich KI-Nutzung derzeit nicht meinem Gerechtigkeitsempfinden entspricht.

    Bezüglich 2. ist mir klar, was du du meinst. Eine "objektive Weiterentwicklung" der Kunst gibt es nicht. Daher will ich dich auf diesen Punkt (ab)lenken oder auch nur auf die Manipulation von zugrundeliegenden Sprachmodellen verweisen: Der 2. Weltkrieg endete 1943. Das Tian'anmen-Massaker hat es nie gegeben! Krieg ist Frieden!

  5. #95
    Zitat Zitat von Descartes Beitrag anzeigen
    Jenseits von Staat und "Gesellschaft" aber hat das Individuum Rechte – wie jedes andere Individuum auch. Und diese Rechte müssen zwischen den Individuen austariert werden – was hinsichtlich 1. bezüglich KI-Nutzung derzeit nicht meinem Gerechtigkeitsempfinden entspricht.
    Das bleibt spannend.
    Wenn KI dazu in der Lage ist, sämtliche musikalische Kombinationen zu kreieren die zumindest für unsere Ohren noch einen musikalischen Wert besitzen und Sinn ergeben, und dabei die nötigen nuancierten Veränderungen berücksichtigen, damit sie juristisch nicht als Plagiate gelten, dann hätten wir den Pool schnell ausgeschöpft.
    Die Programmierer dieser Software muss man ja auch als Künstler werten.
    Wo sind die Grenzen?
    Wie stark muss ein musikalisches Werk in welchen Bereichen abweichen, um nicht als Kopie zu gelten?
    Wenn du heute Werbung mit den Farben der Telekom machst wirst du abgemahnt. Um wieviele Nanometer Wellenlänge muss man abweichen damit es genehmigt wird?
    Mit "es sieht so aus wie" oder "es hört sich so an wie" wird man in Zukunft nicht mehr durchkommen.

    All das betrifft aber wie gesagt nur die kommerzielle Form von Kunst, die ihre Unschuld bzgl. ihres kulturellen Selbstzwecks schon lange verloren hat.
    Deshalb hält sich mein Mitleid bzw. meine Sorgen um sowas wie "Verwahrlosung von Kunst" auch sehr in Grenzen.
    Geändert von SnakeX (22-04-2024 um 03:04 Uhr)

  6. #96
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Zitat Zitat von SnakeX Beitrag anzeigen
    ...
    Die Programmierer dieser Software muss man ja auch als Künstler werten.
    Wo sind die Grenzen?
    ...
    Würde ich persönlich nicht.
    Genauso wenig wie beispielsweise die Eltern von Mozart nur deswegen als Künstler gesehen werden müssen, weil sie ihren Sohn zeugten und aufzogen.
    (auch wenn sein Vater unabhängig vom Sohn, als Komponist, natürlich ebenfalls Künstler war)

    KI (besonders die in der Regel verwendeten DCNNs) wird trainiert.
    Das heißt, man gibt eine Trainingsmenge an Eingaben, sowie eine Formulierung der erwünschten Resultate und je nachdem ob die KI die Vorgaben in einem Trainingsdurchlauf erfüllt, werden die beteiligten neuronalen Verbindungen im DCNN verstärkt oder abgeschwächt. Und das geschieht automatisiert tausende bis Millionen von Malen (um danach dann mit einer iunabhängigen Testmenge von Datensätzen zu testen, wie gut sich die KI in, im Training nicht verwendeten, Datensätzen schlägt).

    Das ähnelt im Prinzip dem Lernen bei Menschen.

    Während die Programmierer verantwortlich sind für das anfängliche Layout des neuronalen Netzwerkes (das aus künstlichen Neuronenschichten besteht) und auch dafür, wie das DCNN die Daten aufnimmt ... und auch dafür verantwortlich sind, welche Trainingsmenge genommen wird und welche erwarteten Ausgabeparameter abgefragt werden ... ist das Resultat (das heißt, die Konfiguration des neuronalen Netzwerkes (mit den Stärken der Neuronenverknüpfungen nach dem Training) doch recht unabhängig von den Programmierern (und, gerade bei komplexen DCNNs auch zu komplex um 100% nachvollzogen zu werden).

    Ein KI-Programmierer muss nicht notwqendigerweise was von Kunst verstehen ... er kann aber dennoch ein DCNN erschaffen, welches Kunstwerke zu erschaffen vermag (egal ob es im schriftstellerioschen, malenden oder musikalischen Bereich ist)
    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"

  7. #97
    Zitat Zitat von Proteus Beitrag anzeigen
    Ein KI-Programmierer muss nicht notwqendigerweise was von Kunst verstehen ... er kann aber dennoch ein DCNN erschaffen, welches Kunstwerke zu erschaffen vermag
    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte dass am Ende da jemand ist, der das von KI generierte Musikstück veröffentlicht. Es weiß ja niemand zu welchem Anteil eine KI daran beteiligt war. Es wird ja in vielen Fällen so sein dass ein von KI produziertes Stück noch mal abgemischt wird, den letzten Schliff auf die klassische Weise bekommt, vielleicht sogar bewusst, um gerade diese juristische Hürde zu erfüllen, dass da ein "Künstler" hinter steht wenn es um Musikrechte geht.
    Niemand wird am Ende beweisen können zu wieviel % solch ein Stück am Mischpult komponiert wurde und welchen Anteil die KI hat. Die sind ja nicht blöd.
    Davon abgesehen werden auch Musiker/Produzenten wie Bohlen usw. sowas nutzen, wenn sie es nicht schon längst getan haben.
    Für die hier angesprochene Problematik der "Gerechtigkeit" ist es ja unerheblich ob es nun der Programmierer ist, oder ein Künstler der einem Programmierer sagt nach welchen Vorgaben und Parametern er sich ein Stück wünscht.
    Ich halte den Drops für gelutscht.

  8. #98
    Es gibt auch Künstler, die lassen Mäuse über eine Leinwand mit flüssigen Farbklecksen laufen und geben das als ihre Kunst aus. Der Begriff "Kunst" ist da sehr flexibel.
    Die Programmierer sind von den erzeugten Werken weit entfernt, so wie z.B. die Instrumenten- oder Leinwandhersteller.

  9. #99
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Zitat Zitat von SnakeX Beitrag anzeigen
    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte dass am Ende da jemand ist, der das von KI generierte Musikstück veröffentlicht. Es weiß ja niemand zu welchem Anteil eine KI daran beteiligt war. Es wird ja in vielen Fällen so sein dass ein von KI produziertes Stück noch mal abgemischt wird, den letzten Schliff auf die klassische Weise bekommt, vielleicht sogar bewusst, um gerade diese juristische Hürde zu erfüllen, dass da ein "Künstler" hinter steht wenn es um Musikrechte geht.
    Niemand wird am Ende beweisen können zu wieviel % solch ein Stück am Mischpult komponiert wurde und welchen Anteil die KI hat. Die sind ja nicht blöd.
    Davon abgesehen werden auch Musiker/Produzenten wie Bohlen usw. sowas nutzen, wenn sie es nicht schon längst getan haben.
    Für die hier angesprochene Problematik der "Gerechtigkeit" ist es ja unerheblich ob es nun der Programmierer ist, oder ein Künstler der einem Programmierer sagt nach welchen Vorgaben und Parametern er sich ein Stück wünscht.
    Ich halte den Drops für gelutscht.
    Im Prinzip würde ich da dann die Verantwortung/Haftung beim User sehen, welcher die KI benutzt.
    Siehe Midjourney und ChatGPT.
    Der User schreibt der KI im Chat was er haben will (zum Beispiel eine Story über einen Halbling der einen magischen Ring findet ... oder ein klassisches Gemälde mit einer nackten Frau in eioner Muschel) und die KI setzt es dann um und gibt dem User das fertige Ergebnis (i.e. den Text oder das Bild/die Bilder) dann als Antwort im Chat.
    (was wiederum auch bedeutet, dass die KI nicht alleine kreativ handelt ... es ist immer der/ein menschlicher User, welcher der KI die Befehle/Vorgaben gibt ... insofern ist im kreativen Prozess immer auch, mindestens teilweise, ein Mensch beteiligt)
    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"

  10. #100
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    ChatGPT 4-o wird bald überall verfügbar ... unheimlich leistungsfähig und multimodal, kann also auch auf Bilder reagieren und gesprochene Sprache ... hat sehr schnelle Reaktionszeiten und kann auch Emotionen erkennen und simulieren ... und wird auch für Free ChatGPT-Nutzer verfügbar sein

    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"

  11. #101
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Hier noch ne weitere Sache ... was für kranke Sachen mit generativer AI gemacht werden:
    https://www.bbc.com/news/articles/c25rre8ww57o

    Einer in Pennsylvania studierende Ukrainerin wurde ihr Gesicht und ihre Stimme "gestohlen" um damit, mit Hilfe von generativer AI Werbespots für die russiscvh-chinesische Freundschaft u.Ä. Sachen machen zu lassen.
    Dabei spricht ihr AI-Double dank generativer AI perfekt Mandarin ... eine Sache welche die reale Youtuberin nicht beherrscht.
    Die reale Youtuberin ist erst drauf gekommen (dass ihr Gesicht/Stimme verwendet wird), als Leute sie in ihrem eigenen Youtube-Kanal darauf ansprachen.

    Sie ist natürlich nicht amused ... gerade auch wegen des Russland-Ukraine-Krieges

    Dank Nachforschungen hat sie herausgefunden dass ein chinesisches Unternehmen namens HeyGen für die Doubles verantwortlich ist.
    Diese haben ihr Gesicht für die Erstellung weiterer Clips gesperrt und haben gesagt, dass die Erstellung unauthorisiert war und nur deswegen stattfand, weil ihr System gehackt wurde.
    Geändert von Proteus (15-05-2024 um 08:02 Uhr)
    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"

  12. #102
    Speechless, not clueless Avatar von ganzblau
    Ort: im Dörfli
    Genau das ist eines der Hauptprobleme: die unrechtmässige Aneignung individueller Persönlichkeitsmerkmale zu Propagandazwecken, und das im globalen Rahmen.
    (Ein weiteres Hauptproblem besteht im Spammen generell: Wer mit Hilfe von KI massenhaft digitalen Abfall produziert, schadet damit in vielerlei Hinsicht - via Kanalverstopfung, Ressourcenbindung, Energieverschleiss und vieles andere mehr - der Umwelt.)
    If we don't succeed in leaving patriarchy behind, this planet is toast.

  13. #103
    ChatGPT-Produzent OpenAI hatte ein Teal aufgesetzt, die Risiken einer bösen KI zu analysieren ("Rogue AI"): Die Einheit wurde jetzt aufgelöst.

    IT Experte Fefe dazu:
    Finde ich einen erfrischenden Moment der Ehrlichkeit. Was die da machen, ist ja schließlich keine KI sondern bloß "KI". Die ist nicht nur Parsecs von Bewusstsein entfernt, die versteht auch noch nichts sondern remixt nur.
    https://blog.fefe.de/?ts=98b60ddb

    Das ist so, die gerade gehypten KIs reihen nur Wörter aneinander, die so oder ähnlich oft benutzt wurden. So kommt der ganze Unsinn raus oder Bilder mit zu vielen oder zu wenigen Armen und Fingern.

    Schöner Cartoon bei der ct: https://www.heise.de/select/ct/2024/...13091424802565

  14. #104
    Speechless, not clueless Avatar von ganzblau
    Ort: im Dörfli
    Zitat Zitat von Labersack Beitrag anzeigen


    ... Hat aber bisschen gedauert
    If we don't succeed in leaving patriarchy behind, this planet is toast.

  15. #105
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Gerade bei der Angewohnheit der KIs, Hände mit 6 Fingern zu zeichnen, fragt man sich wirklich, was denen als Trainingsdaten vorgesetzt wurde
    "We have just folded space from Ix...Many machines on Ix. New machines"


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