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  1. #1
    ------------------------- Avatar von Justine

    Loriot, der Sprachkünstler

    Darf ich aus dem faz-net zitieren? Mit Dank an dasselbe ...


    Das große Loriot-Lexikon

    12. November 2003
    Vicco von Bülow, der an diesem Mittwoch achtzig wird, hat
    nicht nur einen kaum zu unterschätzenden Beitrag zum deutschen Humor
    geleistet, sondern vor allem auch die deutsche Sprache bereichert. Ob er
    Begriffe selbst kreierte oder, wie er selbst es ausdrückt, in einen
    "ungehörigen Zusammenhang" stellte, in welchem sie ihre Wirkung erst richtig
    und meist in absurder Weise entfalteten: Mit Loriot verbinden wir Wörter und
    Wendungen, die in unseren Sprachschatz eingegangen und Teil des kulturellen
    Gedächtnisses geworden sind. Statt einer Laudatio präsentieren wir an dieser
    Stelle ein Lexikon: eine kleine Zusammenstellung unvergeßlicher Begriffe und
    Charaktere aus dem wunderbaren Loriot-Universum, das unserer wirklichen Welt
    in vielerlei Hinsicht zum Verwechseln ähnlich, aber viel lustiger ist.

    Ach was!?: Typischer Kommentar von Loriot-Figuren, universell einsetzbar.
    "Wenn jemand bemerkt: 'Ihre Frau ist sympathisch' und der Ehemann sagt: 'Ach
    was!?, wirkt das verblüffend", erklärte Loriot im vergangenen Jahr dem
    Magazin der "Süddeutschen Zeitung".

    Arosa schlitzverstärkt: Vierhundert Arosa schlitzverstärkt mit kurzem Arm
    hat die IFAG Mannheim bei der Vereinigten Europa-Trikotagen GmbH Meltzer &
    CO bestellt. Nachdem er das tagelang vermißte Auftragspapier unterm
    Schreibtisch entdeckt hat, will Herr Direktor Meltzer von seiner Sekretärin
    nicht mehr "Karl-Heinz" genannt werden.

    Berliner Philharmoniker: Sie sind "Botschafter einer Sprache, die überall
    verstanden wird: Bis hin nach Wilmersdorf, Steglitz, Friedenau, Pankow...
    (aus Loriots Festrede zum 100. Geburtstag des Orchesters).

    Brandenburg: In Brandenburg an der Havel wurde Bernhard Victor (Vicco)
    Christoph Carl von Bülow am 12. November 1923 geboren.

    Cartoon: Erste Fernsehsendung Loriots, erstmals gesendet am 5. Februar 1967.

    Elberfeld: In Elberfeld gibt es eine erstklassige Kunstgewerbeschule:
    Basiswissen für die gehobene Konversation beim festlichen Mahl.

    Ente, die: Bleibt draußen (siehe auch: Herren).

    Florida: Die gleichnamige Kalbshaxe wird mit Prinzeßböhnchen serviert.
    Beides kann von dem Gast im Restaurant leider nicht verspeist werden, da ihm
    fortwährend "ins Essen gequatscht" wird.

    Hamann, Evelyn: "Mein Glücksfall" (Loriot).

    Heinzelmann: Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen
    kann. Ist aber beileibe nichts Anstößiges, sondern nur ein Staubsauger, der
    zugleich Haare trocknet (siehe auch: Schlauchnut; Hoppenstedt).

    Herren: Sind, wenn sie im Hotelbad zu zweit sind, "durchaus in der Lage",
    "auch mal ein Wannenbad ohne Wasser zu nehmen" (siehe auch: Ente).

    Hoppenstedt: Loriots Buddenbrooks. Bestehen aus Walter, dem Ehemann (siehe
    auch: Kosakenzipfel), Ehefrau Lieselotte (siehe auch: Jodeldiplom), dem Kind
    Dicki, dessen Geschlecht nicht ganz eindeutig ist (siehe auch: Zipfelchen),
    und dem Opa, der meist nur Opa, in Wahrheit aber Wilhelm heißt (siehe auch:
    Lametta).

    H.S.zwo: Die Hochdruckspritze zwo Strich 75, die neue Wunderwaffe der
    Feuerwehr, arbeitet mit sechs verschiedenen Programmen: Wasserdruck,
    Temperatur, Enthärter, Spareinstellung, Zielautomatik und Strahlkrümmung.
    Man kann auch verschiedene Möbelpflegemittel beigeben.

    Humor: Loriot 1992 in der "Zeit": "Ja, es ist durchaus möglich, daß der
    Grund für mein humoristisches Empfinden eine mangelnde Bereitschaft zum
    Leiden ist. Die Frage ist nur, was war zuerst da, der Humor oder das Leiden.
    "

    Jodeldiplom: Bestes Beispiel dafür, daß "eine Berufsausbildung doch nicht
    grundsätzlich von Männern gepachtet" sein muß. Mit einem Jodeldiplom, weiß
    Frau Hoppenstedt, "da hab ich was in der Hand... und ich habe als Frau das
    Gefühl, daß ich auf eigenen Füßen stehe... da hab ich was Eigenes... da hab
    ich mein Jodeldiplom." (siehe auch: Hoppenstedt)

    Knollennase: Als Loriot Anfang der fünfziger Jahre erstmals sein
    charakteristisches Männlein zeichnete, stießen die Cartoons vielfach auf
    Ablehnung. "Diesen Mann im Cut mit der Knollennase und die Frau im geblümten
    Kleid gab es ja eigentlich nicht. Es waren für mich Mann und Frau
    schlechthin. Das wurde zuerst nicht so begriffen", erklärte Loriot 1993 im
    "Stern"-Gespräch mit Robert Gernhardt.

    Kosakenzipfel: Dessertspezialität aus einem Mokka-Trüffel-Parfait und einem
    Zitronencreme-Bällchen. Unteilbar.

    Lametta: War früher mehr (siehe auch: Hoppenstedt).

    Loriot: Französischer Vogel, heißt bei uns "Pirol" oder "Vogel Bülow".

    Lottemann, Erwin: Eigentlich Lindemann, Erwin. Mit der Figur des verwirrten
    Erwin Lindemann gelingt Loriot ein ergreifendes Porträt des modernen
    Individuums, das sich von seinen Mitmenschen (hier: ein Regisseur) dazu
    drängen läßt, sich selbst zu verleugnen, und vor lauter Ambitionen
    (Herrenboutiqe in Wuppertal etc.) die Orientierung verliert - bis es seinen
    eigenen Namen vergißt.

    Mops: Lieblingstier Loriots und einer von zwei Titelhelden seines
    autobiographischen Werks "Von Möpsen und Menschen". Möpse, schreibt Loriot,
    "sind mit Hunden nicht zu vergleichen. Sie vereinigen die Vorzüge von
    Kindern, Katzen, Fröschen und Mäusen."

    Nackt: Der erste unbekleidete weibliche Körper auf deutschen Fernsehschirmen
    erschien 1969 in Loriots "Cartoon" (siehe auch: Cartoon).

    Ödipussi: Erster Kinofilm Loriots aus dem Jahr 1988. "Pappa ante portas
    folgte 1991.

    Popularität: Loriots außergewöhnliche Beliebtheit erklärte er 1992 im "Zeit
    "-Interview so: "Nun, das mag daran liegen, daß man die Liebenswürdigkeit,
    die ich ausstrahle, versehentlich auf das, was mitgeteilt wird, überträgt."

    Puff: Es macht Puff, und die Kühe fallen um: Kurzanleitung des Spiels "Wir
    bauen uns ein Atomkraftwerk", geeignet für Kinder von 5 bis 10 Jahren (siehe
    auch: Hoppenstedt).

    Reinhold das Nashorn: Comicfigur, die siebzehn Jahre auf der Kinderseite des
    "Stern" zubrachte.

    Salamo Bratfett: Wer die Silben "oh mo ne la Sa mit los fett Brat" - oder so
    ähnlich - in die richtige Reihenfolge bringt, kann bei einem
    Preisausschreiben einen Konzertbesuch gewinnen.

    Schaumolweiß: Das ist noch etwas weißer als weiß und die Lieblingsfarbe von
    Frau Blöhmann. Herr Blöhmann hingegen demonstriert beim Eheberatungsgespräch
    Entscheidungsschwäche, einigt sich letztlich aber mit sich selbst auf ein
    "grünlich-blaues... Rotbraun-Grau".

    Schlauchnut: In sie muß der Schlauchstecker geschoben werden, aber erst,
    nachdem er durch die Filterhaube gezogen wurde (siehe auch: Heinzelmann).

    Schlipth: Wurde für Lord Hesketh-Fortescue von Gwyneth Molesworth in Nether
    Addlethorpe besorgt.

    Schnipp-Schnapp: "Auch ein Spiel für drei Personen", das Herr Moosbach gerne
    mit Herrn Striebel und Herrn Vogel spielen möchte. Die bestehen aber auf
    Skat.

    Schößchen: Ewig ungeklärte Frage der Frauen: Soll es nun das lange Blaue mit
    den Schößchen sein oder das halblange Grüne mit dem spitzen Ausschnitt?
    Männer ("Ich finde, du siehst toll aus in dem, was du anhast") sind bei der
    Lösung dieses Problems grundsätzlich keine Hilfe.

    Spannmuffenfederung: Zeichnet, in Leichtmetall, die Doppelliege "Andante
    aus. Das gleiche Modell gibt es auch mit vernickelten Gelenkmuffen.

    Steinlaus: Syn. Petrophaga lorioti; das kleinste Nagetier unserer Heimat.
    "Der Appetit einer geschlechtsreifen Steinlaus ist erstaunlich. Etwa 28
    Kilogramm Beton und Ziegelsteine benötigt das Männchen zur täglichen
    Sättigung... während der Schwangerschaft verzehrt ein Weibchen fast das
    Doppelte." Für weitere Details sei verwiesen auf das Klinische Wörterbuch
    Pschyrembel, 258. Auflage, 1997.

    Susi: Kaiserin von Ostpreußen ("denken Sie doch an die Susi-Filme mit Frau
    Schneider")

    Übersichtlich: Diplomatischer Ausdruck der Enttäuschung über bescheidene
    Portionsgrößen im Gourmetrestaurant: "Das sieht übersichtlich aus."

    Vogelspinne: Die 77er Oberföhringer Vogelspinne überrascht durch ihre
    fruchtige Frische und hinterläßt auf der Zunge ein blumiges Gefühl - und
    kein pelziges, wie Frau Hoppenstedt fälschlicherweise vermutet (siehe auch:
    Hoppenstedt; Heinzelmann).

    Wagner, Richard: "Ich war etwa Mitte dreißig, als mich der Tristanakkord
    traf wie ein elektrischer Schlag. Er eröffnete mir eine neue musikalische
    Welt, die seither zu meinem Leben gehört." (Loriot 2002 im Magazin der
    "Süddeutschen Zeitung")

    Wendelin: Elefant und bester Freund von Wum (siehe auch: Wum). Hartnäckige
    Gerüchte über eine Homosexualität Wendelins wußte Loriot 2002 im Gespräch
    mit dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung" zu zerstreuen: "Ach nein, er
    sprach nur so nasal, weil er einen Rüssel hatte."

    Wum: Geboren 1971 als Maskottchen der Aktion Sorgenkind, alsbald Fernsehstar
    beim "Großen Preis" an der Seite des Elefanten Wendelin (siehe auch:
    Wendelin). Ein Hund, wenn auch kein Mops (siehe auch: Mops).

    Zipfelchen: Mit Hilfe dieser Vokabel versucht die Verkäuferin im
    Spielzeugladen das Geheimnis zu ergründen, ob Opa Hoppenstedts Enkelkind ein
    Junge oder ein Mädchen ist. Leider vergeblich (siehe auch: Hoppenstedt).

    Text: @jöt
    Geändert von Justine (12-11-2003 um 21:27 Uhr)

  2. #2

    Re: Loriot, der Sprachkünstler

    Original geschrieben von Justine

    Kosakenzipfel: Dessertspezialität aus einem Mokka-Trüffel-Parfait und einem
    Zitronencreme-Bällchen. Unteilbar.


    :LOL: :LOL: :LOL:

    Der Sketch is so geil.......*brüll* *pruuuuust*



  3. #3
    Und der Kosakenzipfel ist sooooooooo lecker
    Hab mir grade einen bei Kamps gekauft *schmatz*

  4. #4
    Original geschrieben von Stiwi
    Und der Kosakenzipfel ist sooooooooo lecker
    Hab mir grade einen bei Kamps gekauft *schmatz*

    Ja, echt?
    Schmeckt der?

    Da sollen die ja Ewigkeiten dran rumgepfriemelt haben, bis es dem Herrn Loriot genehm war....

  5. #5
    Original geschrieben von Morgaine
    Ja, echt?
    Schmeckt der?

    Da sollen die ja Ewigkeiten dran rumgepfriemelt haben, bis es dem Herrn Loriot genehm war....
    Schmeckt superlecker. Kostet 99 Cent (Die Verpackung ist bestimmt Schuld). Bißchen viel eigentlich, aber ich werd mir nachher noch einen genehmigen

  6. #6
    ------------------------- Avatar von Justine
    Wie sieht der denn aus? Haste Foto?
    J., bass erstaunt

  7. #7
    Original geschrieben von Justine
    Wie sieht der denn aus? Haste Foto?
    J., bass erstaunt
    Bild:
    ausgeblendet

  8. #8
    ------------------------- Avatar von Justine
    <---haben will!

    Habt Ihr eben die Sendung in der ARD gesehen? Köstlich, gell?
    Und am komischsten ist er, wenn er superkorrekt die Sachen beschreibt, etwa wenn ihm der Sekt im Flugzeug durch die Knopfleiste rinnt ...

  9. #9
    Danke Justine für das Lexikon, so was würde ich nie finden, weil ich nicht weiß, wo ich suchen soll

    ich hab´s mir gleich gedruckt..

  10. #10
    ------------------------- Avatar von Justine
    Geändert von Justine (14-11-2003 um 13:40 Uhr)

  11. #11
    ------------------------- Avatar von Justine
    Bild:
    ausgeblendet


    Aus gleicher Quelle

  12. #12
    ------------------------- Avatar von Justine
    Alles über den Meister auf www.loriot.de
    Geändert von Justine (14-11-2003 um 13:59 Uhr)

  13. #13
    ------------------------- Avatar von Justine
    Bild:
    ausgeblendet


    Seine Sachen sind einfach zu und zu schön!

  14. #14
    Original geschrieben von Justine
    Alles über den Meister auf www.loriot.de
    Die Webseite ist ja genial! Der Shop heißt (wie sollte es auch anders sein) "Wuppertaler Herrenboutique", und das Forum läuft unter "Frau Lohses Kaffeekränzchen", in dem die aktuellen "Wortmeldungen" akribisch aufgezählt werden. Das ist die gutbürgerlichste Webseite, die ich je gesehen habe!

    Neu war mir, dass Loriot einen Ehrendoktor der Uni Wuppertal hat, und kennt jemand dieses Nibelungen-Stück "Der Ring an einem Abend"?

  15. #15
    ------------------------- Avatar von Justine
    zu letzterem: nöö, wusst ich nicht, kenn ich nicht.
    Die Seite wirkt sehr kommerziell, gell?
    Sicher nicht von ihm selbst gemacht, aber sicher gern geduldt.
    (Schöne Geschenktipps drauf und kostenlose Loriot-Postkarten als Email!)


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